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Zul-aer /lnzeiger

leven Werktag. Wochenbeilage:Der

§'K°-°?A°^ Ä Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

bestehen keine Ansprüche. Verlag grieb« * 7 y

^Ä '' ferUETU Zulöa- und Haunetal Kulöaer Kreisblatt

Hauptschrittleiter Friedrich Ehren- 7

^?^^^ ^B Kn?s?im2 M^ Schristleitung und Geschäftsstelle: Konigstraße 42 §ern/precher Nr. 2984

Anzeigenpreis. 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." IX. 35. 910. Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 4 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 274 12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 23. November 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Die Aussprache Hitler Poncet

Erörterungen über die Möglichkeit einer deutsch-französischen Verständigung in London und Paris.

Die Unterredung, die in Berlin zwischen dem

Führer und Reichskanzler, Reichsauste',rminister Frei- Herrn von Neurath und dem französischen Botschafter Fran?ois-Poncet stattgesunden hat, hat im Auslande Aufsehen erregt. Die Unterredung ist als ein neuer Beweis der deutschen Friedensliebe und B c r st ä n d i g u n g s b c r c i t s ch a s t anzusehen. ist wohl auch ein Beweis dafür, daß die Fühlung, zwischc!) beiden Völkern sich so weit entwickelt hat, daß matt über Ziel und Gründe des politischen Handelns

Sic

lungnahme

offen sprechen kann. Nachdem die territorialen Fragen zwischen Frankreich uub Deutschland bereinigt sind, kommt der stimmungsmästigen Annälferung der beiden Länder wachsende Bedeutung zu. Natürlich sind noch mancherlei diplomatische Schwierigkeiten zu überwinden, aber die Hände sind beiderseits aus- gestreift, um in den Bemühungen um eine wachsende Verständigung vorwärtszukommen.

As, Ima der deuW-smnzWchen

VeziehUWen" gebessert

Es interessiert selbstverständlich in erster Linie, was in Paris zu der Entwicklung, die sich jetzt angebahnt hat, gesagt wird. Das halbamtliche französische Nach­richtenbüroHa v a s" spricht von einerfreundschaft­lichen Atmosphäre und dem beiderseitigen guten Willen". Gewiß könne man der Besprechung keine außergewöhn- iichc Bedeutung beimessen. Aber da Franeois-Poncet bei seinen, kürzlichen Besuch in Paris mit dem Leiter bet französischen Politik, Laval, gründlichst gesprochen tte, so

werde diese Aussprache dazu beitragen, eine günsti- gcrc Atmosphäre in den deutsch - französischen Be­ziehungen zu schaffen, die nicht dazu bestimmt seien,

für alle Zeit feindlich bleiben zu müssen.

Der versöhnliche Geist, der die Unterredung zwischen Hitler und dem französischen Botschafter ausgezeichnet , werde dazu dienen, dasKlima der deutsch-fran­zösischen Beziehungen" zu verbessern. Die Aussprache sei ganz gewiß kein schlechtes Vorzeichen. Es wird in der stanzösischen Presse betont, daß die Anregung zu Unterhaltung von Laval ausgegangen sei.

der

Paris sagt: Der erste Schritt.

Obwohl der innerpolitische Horizont Frankreichs von drohenden Wolken beschattet ist, befaßt sich die f r a n z ö - 1114 e Öffentlichkeit ausgiebig mit der auf- getauchlen Frage einer deutsch-französischen Verständi- güiig. Die Aufnahme der Nachricht ist f a st a l l g e m e i n freundlich. Der dem französischen Auswärtigen Amt nahestehendePetit P a r i s i e n" stellt fest, daß die Aussprache Hitler Poncet keineswegs einen der üblichen Fluche dargestellt habe, die die Diplomaten gewohn- Nwsmäßig den fremden Staatsoberhäuptern abzustatte» phegen. Sie haben im Gegenteil das Kennzeichen eines wichtigen diplomatischen Meinungsaustausches getragen, -er rechtsstehendeM a t i n" beurteilt die lange Unter- redung als einen e r st e n Schritt zu unmittelbaren gutsch-französischen Besprechungen. Auch die Rechts- ^"ung o r« beachtet den Geist der Entspannung, dem die Unterhaltung erfüllt gewesen sei. Am Vor- «vend der Ratifizierung' des sranzösisch-sowjetrussischen Pattes dürfte die Meinung Deutschlands zu dieser schwie- «gen Frage nicht unbeachtet bleiben. DasPetit Journal" will wissen, daß die Aussprache durch den ästigen Eindruck erleichtert worden sei, den die Ver- ohnungspolitik Frankreichs im ostafrikanischen Konflikt 1 Deutschland erzeugt babe.

Bonbon: Es war der Wunsch Lavals.

^n der englische u Hauptstadt bemerkt mau Unterredung, daß man in Paris mit Befriedigung ^ Entspannung zwischen Deutschland und Frankreich - '°tlg; habe. Weitere B e s p r e ch u n g e N dürften Mn. Man betont auch, daß die Unterredung zu greif= Ergebnissen noch nicht geführt habe. Hitler be- '«Yte den Pakt Frankreichs mit Sowjetrußland nach wie als ei» unüberwindliches Hindernis auf dem Wege besseren deutsch-französischen Beziehungen. Unter liieren sei die Unterredung der Auswirkung des italie- , U-abessinischen Streits auf die internationale Lage ge- omet gewesen.Daily T e l e g r a p h" glaubt aus ^ unterrichteten Kreisen zu wissen, daß die Besprechung M Lben dringende n W u n sch Lavals zurück- ' Men sei, direkte Besprechungen mit Deutschland zu Deutschland seinerseits sei wegen der franzö- e zu Sowjetrußland und wegen der zu Pan^ude» Ratifizierung des französifch-sowjetrusstschen lickä^sorgt. Hierüber sei wahrscheinlich sehr aussuyr- llejprochen worden.

fdr^s ^ s C h r o n i c l e" nennt die zweistündige Be- schaü^ Nischen Hitler und dem französischen Bot- ersten Schritt zu einem neuen Einvernehmen lau Deutschland und Frankreich und sagt, es Per» Fer Botschafter von Laval die Wei- 1 * erhalteN habe, eine vorbeüäktlâ AnArenüUM

zur Beseitigung der französisch-deutschen Spannungen zu unternehmen. Es sei bekannt, daß die britische Diplomatie in Berlin und anderswo auf eine deutsch-französische An­näherung hinarbeite.Daily Herald" undDaily Mail" erinnern daran, daß General Göring in zwei kürzlich gehaltenen Reden freundliche Wendungen gegenüber Frankreich gebraucht habe. *

Aom sagt: Mittt besserer Organisier»«- der europäische» Staatengemeinschast.

Die Unterredung des Führers mit dem französischen Botschafter Franyois-Poncet findet in der italieni­schen Öffentlichkeit allgemein lebhafteste Beach­tung. In autorisierten politischen Kreisen der italienischen Hauptstadt wird dazu erklärt, die Regierung sehe mit Ge­nugtuung die Wiederaufnahme der deutsch-französischen Fühlung, die nur zu einer weiteren Entspannung der europäischen Lage beitragen könnte. Eine solche Entwick­lung habe immer auf der Linie der italienischen Politik für eine bessere Organisierung der europäi­sch enStaatengemeinschaft gelegen und könne da­her von der italienischen Regierung nur begrüßt werden.

fömmnitieiMe wa demsch-ftLuzysisSe Ver-ändigllUg.

Unter dem Vorsitz von Professor Langevin fand in Paris eine Kundgebung gegen eine d e u i s ch - f r a n z ö -

USA. sperren Oelausfuhr nach Italien

Auch Eisen, Stahl und Kohle sollen durch die Sanktionsmächte gesperrt werden.

Wie die e n g l i s ch e P r e s s e meldet, wird der Acht- zehnerausschust der Sanktionskvnscrcnz am Freitag, den 29. November über die Anwendung weiterer Sanktionen endgültig entscheiden. Außer Öl sollen auch die Zu­fuhren von Stahl, Eisen und Kohle nach Italien gesperrt werden. Ein entscheidender Schritt nach dieser Richtung wurde von den Vereinigten Staaten von Nordamerika unternommen. Die Washingtoner Regierung liest eine Aufforderung an sämtliche Ölgesellschasten ergehen.

Italiens Jugend

im Abwehrkamps gegen die Sanktionen.

Bei der Sammlung von Altmetall für die eisen­verarbeitende Industrie beteiligt sich die Jugend beson­ders eifrig. Aus allen Ecken holen sie alle nur entbehr­lichen Metallgegenstände bervor. um sie abzuliefern.

(Scherl Bilderdienst.)

zu oeranlassen, daß die Ausfuhr nach Italien gesperrt würde.

Seit den Genfer Sanktionsberatungen sind vertrau­liche Besprechungen zwischen London, di e w York und Washington im Gange Alle Völkecbunds- staaten, die Öl erzeuge», sollen ihre Bereitschaft erklärt haben, ihre Ölausfuhr nach Italien zu opfern, um das Band der Sanktionen um Italien enger zu schließen. Aber von Anfang an war man sich darüber klar, daß die Ver­einigten Staaten als der größte Erdölproduzent der Welt die Schlüsselstellung in der ganzen Frage inne hat. Eng­lische Fachleute versichern, daß selbst ein Zurückschrauben per Ausfuhr auf den Normalstand für die Italiener Won

fische Annäheru n'gjtätt. LautOeuvre" sollen hier­bei der Berichterstatter des Heeresausschusses der Kammer, der Abgeordnete Archimbaud, der kommunistische Abgeord­nete Peri und der ehemalige marxistische Abgeordnete Grumbach gesprochen haben DieHumanitö" erklärt, die Versammlung sei vomT h â l m a n n - A u s s ch u ß" aufgezogen worden. Langevin habe in seiner Rede das friedliche Deutschland Thälmanns" (!) dem national­sozialistischen Deutschland gegenübergestellt, das den Krieg vorbereite (!). Grumbach habe sich gegen diezweifel­haften Unterredungen" gewandt, die gewisse Abgesandte Lavals mit der Reichsregierung gehabt hätten, und habe ferner gegen die Judengegnerschaft in Deutschland Stel­lung genommen. Peri schließlich habe über dieFrie­denspolitik Sowjetrußlands" gesprochen und gegen das neue Deutschland einenneuen Kreuzzug" ge­predigt, wenn er auch an dieverbrecherische Politik der Siegerstaaten" erinnert habe, die dem deutschen Volke einen vernichtenden Vertrag aufgezwungen hätten.

Der Abgeordnete Pèri kennzeichnet die von ihm ge­prieseneFriedenspolitik" der Sowjets selbst am besten, wenn er im gleichen Atemzuge einenKreuzzug" gegen Deutschland predigt. Daß die marxistischenFriedens­freunde" in dem Augenblick mit einer verstärkten Hetze gegen eine deutsch-französische Annäherung einsetzen, wo Anzeichen e i n e r E u t s p a n u u n g sestgestellt werden, wird niemand überraschen. Und daß der Abgeord­nete Archimbaud sich daran beteiligt, ist ebenfalls nicht ver­wunderlich. Seine guten Beziehungen zur Pariser Sowjetbotschaft sind bekannt, und seine Unbelehr­barheil hat er erst kürzlich wieder bewiesen, als er in einem Kammerbericht ungeachtet des mehrfach vor aller Welt bekundeten Verständigungswillens Deutschlands für Deutschland kurzerhand die BezeichnungFrankreichs Gegner im Osten" verwandte.

in ein paar Monaten ein schweres Hindernis in der Durchführung des Krieges bedeuten müsse Londoner militärische Fachleute behaupten, daß Italiens Vorräte nur drei Monate reichen würden

Als direkte Auswirkung der Sanktionen wurden am Donnerstag in P l y m o u t h über hunderttausend Stück Pilchards von Fischdampfern wieder über Bord ge­worfen. Der Pilchard ist ein heringartiger Fisch, der an der Westküste Englands und Frankreichs gefangen wird und als Sardine oder Sardelle in den Handel kommt. Der einzige Abnehmer für den Pilchard ist Italien.

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Nachdem Innenminister Ickes am Donnerstag die ameri­kanische Oelindustrie ermahnt hat, die O e I s e n d u n g e n nach Italien e i n z u st e l l e n, gibt das Staatsdeparte­ment am Freitag bekannt, daß in Zukunft Anleihen, die die Bundesregierung den Redereien gewährt hat,^ als Druckmittel benutzt werden sollen, um den Transport von Kriegsmaterial unmöglich zu machen. In der Tat sind mehrere Tankschiffe, die Petroleum aus mexikanischen Häfen nach Italien bringen sollten, nicht ausgefahren, da die Reeder von der Regierung die Mitteilung erhielten, daß unweigerlich finanzielle Druckmittel angewendet wür­den, falls sie entgegen dem Wunsche Roosevelts Kriegsge­schäfte tätigten.

Gleichzeitig betont man in politischen Kreisen erneut, daß der italienisch-abessinische Krieg und die dadurch her- vorgerufene allgemeine Unsicherheit auf die Erholung der Weltwirtschaft und besonders auf eine Stabilisierung der Währungen schädigend und hindernd einwirke, ganz zu schweigen von dem negativen Einfluß, den dieser Krieg auf alle Äbrüstungsbestrebungen habe.

Heftige Kämpfe an der Südfront.

Abessinier melden Erfolge im Süden und Norden

Nach den Meldungen vom abessinischen Kriegsschau­platz finden in der Gegend von Dagabur in der Südprovinz Ogaden heftige Kämpfe statt. Die Abessinier haben die Stadt gegen andauernde Angriffe italienischer Flieger, Tanks und Infanterie gehalten. Die Abessinier hätten vier Tanks erbeutet, Gefangene gemacht und einen erfolgreichen Vorstoß nach Süden unternommen. Die abessinischen Truppen stehen unter dem Befehl des ehemaligen türkischen Generals Wehib Pascha und des Ras Nasibu. Die Abessinier kämpften mit größter Zähigkeit. Während man die Askaris am Leben ließ, sollen acht weiße italienische Gefangene von wilden abessinischen Stämmen ermordet worden sein.

An der N o r d f r o n t haben, wie abessinische Melde­läufer in A d d i s Abeba berichteten, die Truppen des Detschas Kassa Sabahad italienischen Streitkräften ein elfstündiges Gefecht geliefert. Dieses fand bei Wom- b e r t a östlich von Makalle statt. Die Italiener verloren nach abessinischer Darstellung an Toten einen Hauptmann, zwei weiße Offiziere und 300 Mann. Außerdem sollen die Abessinier vier Maschinengewehre und zwei Jn- kanterieLewehre erbeutet Habes.