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xK,uSNLn^s Ä Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

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Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- 7

ALikK^M» *i»ÜTshm ^ Sch,iftl°Uu»s und e^äftsM«: «SniMoße 48» $«n Ipre^« Nr. 248»

Anzeigenpreis 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." IX. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 4 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau. Lauterbach-H.

Nr. 279 12. Jahrgang

Fulda, Freitag, 29. November 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

England sieht die Lage als sehr ernst an.

Italienische Truppenverschiebungen nach Süditalien und an die fran­zösische Grenze. Amerika drängt auf Verhängung der Erdölsperre.

In der englischen Öffentlichkeit haben, wie aus London gemeldet wird, Nachrichten aus Italien Aufsehen verursacht, nach denen die 1 00 000 Mann, Die kürzlich Landurlaub erhielten, im Hinblick auf die Lerschürfung der Lage und die drohende âlsperre unter d e n F a h n e n behalten werden sollen. Geheimnis­volle Truppenbewegungen hätten stattgefunden.

So sollen die drei B r e n n e r d i v i s i o ne n , die - wie Mussolini Laval versprochen haben soll an der österreichischen Grenze verbleiben sollten, nach Süd - ilalien t r a n s p o r t i er t worden sein. Der römische Berichterstatter derMorningpost" glaubt zu wissen, daß die Truppen, die im vorigen Winter von der franzö­sischen Grenze zurückgezogen worden seien, jetzt wieder

ihre alten Standorte cinnehmen würden.

Daily M a i [" weiß zu berichten, daß zwei weitere Divisionen zum Abtransport nach Libyen bereit- gestellt worden seien. Gleichzeitig weist das Blatt darauf hin, daß ein Teil der Divisionen,' die seinerzeit von Libyen nach Italien zurückgebracht werden sollten, in Afrika verblieb, daß der weitere Abtransport ein­gestellt und daß auch unter den übrigen libyschen Truppen eine allgemeine Urlaubssperre verfügt tvordcn sei.

Wie dieM orningpost" meldet, hat ein

englisch-amerikanischer Meinungsaustausch

sowohl in Washington wie auch in London stattgefunden, uni zwar über die Frage der Olsperre. Die Amerikaner seien über die Verschiebung der Sitzung des Achtzehner- «schusses in Genf enttäuscht und hätten erneut angeregt, ft L'sperre möglichst bald eintreten zu lassen.

*

Man meint, daß der Zusammentritt des A ch t z e h n e r a u s s ch u s s e s , der die Ql- und Kohlen­sperre gegen Italien beschließen soll, nunmehr schon am 5. oder 6. Dezember erfolgen werde.

Abessinien vor dem englischen Kabinett.

Das britische Kabinett, das sich mit den parla­mentarischen Fragen und der Thronrede des Königs be­schäftigt hatte, wird eine neue Sitzung noch in dieser Woche abhalten, an der stur die Mitglieder des inneren Kabinetts sowie bemerkenswerterweise wieder die General stabschefs der drei Waffen teil­nehmen werden. Wie es heißt, wird sich die Sitzung aus­schließlich mit der Abessinienfrage und mit der Qlsperre beschäftigen. Wie allgemein bemerkt wird, hat Außen­minister Hoare dem englischen König über die Lage Bericht erstattet.

Paris ist besorgt.

In F r a n k r e i ch betrachtet man die außenpolitische Entwicklung mit größter Besorgnis. Die Nachrichten über Mimische Truppenverschiebungen sowohl in Sizilien und Myen wie an der französischen und österreichischen Grenze baden in P a r i s im Zusammenhang mit den Meldungen über große Schwierigkeiten des italienischen Heeres in Ost- ufrika stärkstes Aufsehen erregt. Man nimmt an. daß

Furchtbares Kinderelend

im sudetendeutschen Gebiet.

Im Gesundheitsausschuß des P r a g c r A b g e o r d- ^tenhaus es erstattete Gesundheitsnnmster ^*- Ezech einen Bericht, aus dem hervorgeht, welche erschüt­ternden gesundheitlichen Folgen die Wir t s ch a f t s - V t s e namentlich in den d e u t s ch e n G e b i e t e n des Staates hat

. Der Minister erklärte u. a., das Gesundheitsministe- uum habe eine neue genaue Statistik über die Gesund- Yettsverhältnisse in den einzelnen Ländern der Republik angelegt. Es lägen bereits aus 78 Bezirken die Erhebun- gen vor. Die Ergebnisse der Erhebungen seien geradezu ^schreckend.

So habe die Beratungsstelle in Brüx festgestellt, daß mr Zahl der tuberkulösen Kinder um 42 v. H. und die Zahl der rachitischen Kinder um 200 v. H. zugcnom- men hat.

A s ch ist gegenüber dem Vorjahr ein ungeheurer An- ^Per Blutarmut und Zunahme der Schadhaftigkeit de.' Ibisses als Folge der Unterernährung um 39 v. H. fest- ^lüttt worden. Die Zahl der Kinder mit Verbildungen S Knochensystem infolge englischer Krankheit betrug ? H. Bei 48 bis 65 v. H. fand man Wucherungen im Men- und Rachcuraum infolge Unterernährung, 24 bis

H. der Kinder waren engbrüstig. 35 bis 40 v. H. «feil eine schiefe Körperhaltung mit einer mehr oder ^"ger hochgradigen Wirbelsäulenverkrümmung.

Minister EzechUlte weiter mit, daß das Gesundheits- unlsterium eine Gewerbeinspektion durch t e eimufützren gedenke. Eine besonders wichtige

Mussolini durch diese Maßnahmen dem Sanktionsausschuß eine letzte Warnung vor den möglichen Folgen einer Ausdehnilng der Sühnemaßnahmen aus Ol erteilen wolle. Der britische Botschafter, so wird aus Paris gemeldet, habe bei seinem letzten Besuch den Ministerpräsidenten Laval sehr energisch gedrängt, ein möglichst nahes Datum zu bestimmen, an dem er in Genf eintreffen könne.

Italien bestreitet die abessinischen Erfolge

Marschall Badoglio übernahm den Oberbefehl. Ras Nasibu hofft, am 5. Dezember in Ual-Ual zu sein

Marschall Badoglio, der neue Oberbefehlshaber der italienischen Truppen in Ostafrika, hat den Oberbefehl nunmehr übernommen. Nach Meldungen aus M a s s a u a soll der italienische Angriff demnächst beginnen. Die Italiener sollen aus Makable nur ihre weißen Truppen zurückgezogen haben, während im Ort noch italienische Askaris stehen. Das italienische Nachrichtenbüro S t e - s a n i teilt mit, daß die abessinischen Meldungen über den italienischen Rückzug im Süden unrichtig seien, viel­mehr sollen die italienischen Truppen alle eroberten Stellungen fest in der Hand haben. Ein neuer ita­lienischer Vorstoß auf Sasabaneh soll bevorstehen.

Diesen italienischen Meldungen widersprechen die Nachrichten aus Addis Abeba. Der abessinische Ober­befehlshaber Ras N a s i b u habe infolge des italieni­schen Rückzuges sein Hauptquartier von Djidjiga in die Nähe von Dagaburh verlegt. Er hofft, am 5. Dezember, am Jahrestag des historischen Zwischenfalls von Ual- Ual, in diese Grenzstadt einziehen zu können. Der Ras D e st a soll seinen Vormarsch gegen die rückwärtigen Ver­bindungen der Südarmee Grazianis fortsetzen.

Juliens kulturelle MwehrmaßnaKmeu.

Das italienische Propagandaministe­rium hat nunmehr Richtlinien herausgegeben, wie Hin­fort auch auf g e i st i g e m G e b i e t der Kampf gegen die Sanktionsstaaten ausgenommen werden soll Nach diesen Richtlinien dürfen keine T b c a t e r st ü ck e von Verfassern sanktionsführender Länder in den Spielplan der italienischen Theater ausgenommen werden. Eine Ausnahme wird für Shakespeare und Shaw sowie für eine gewisse Anzahl französischer Theaterstücke gemacht. Auch in. Konzerten dürfen von jetzt ab keine Programme mehr mit Werken von Künstlern aufgestellt werden, die zu den sanktionsführenden Ländern gehören. Die Be­tätigung von Künstlern und Dirigenten aus Sanktionsländern wird vollständig unterbunden, auch dürfen keinerlei Varieté-, Revue-, Operetten-, Tanz- und Tonkünstler in Italien mehr arbeiten; von Fall zu Fall können französische Künstler zugelassen werden. Die gleichen Maßnahmen werden auf den italienischen Rundfunk ausgedehnt, der Hinfort nur italienische Musik und Werke deutscher, österreichischer und ungari­scher Meister bringen darf.

Frage sei die Kran kenfü rsorge für Arbeits­lose, die aus der Krankenversicherung ausgeschieden sind,

MemeÜLmd-Direkiormm gebildet.

Zweite Sitzung des Memelländischen Landtages.

Der Gouverneur des Memelgebiets hat Den Präsidenten des Memelländischen Landtages, Land­wirt August B a l d s z u s, zum Präsidenten des Dirckto- riums ernannt. Baldszus hat gleich daraus das Direk­torium gebildet und zu Landesdircktoren berufen: den Vizepräsidenten des Landtags, Willy Betke, den Landwirt S z i g a u d und den Buchhalter Ernst Surau.

Der fünfte Memelländische Landtag trat am Donnerstagnachmittag zu seiner zweiten Si tz u ng zusammen. Stuf der Tagesordnung stand als ein­ziger Punkt: Stellungnahme zum Ergebnis der Be­sprechung mit dem Gouverneur über die Ernennung des Direktoriumspräsidenten. Im Hinblick darauf, daß der Gouverneur noch vor Beginn der Sitzung den Landtags­präsidenten Baldszus zum Präsidenten des Direktoriums ernannt hatte, war der Gegenstand der Beratung an sich hinfällig geworden. Das Haus beschränkte sich darum lediglich, ohne Aussprache, auf die Kenntnisnahme von der erfolgten Direktoriumsbildung.

Der Fraktionsvorsitzende der Einheitsliste, Papen- dreck, begrüßte die Ernennung des Landtagspräsidenten Baldszus zum Direktoriumspräsidenten und gab der

Der Führer bei der Jahresfeier der NS.-Gcmeinschaft Kraft durch Freude", die im Theater des Volkes in Berlin stattfand. Der Führer besichtigt die Modellschau des vonKdF." geplanten Ost- leebades und der Urlauberschiffe. (Weltbild.)

Hoffnung Ausdruck, daß das neue Direktorium zu einer gedeihlichen Arbeit zum Wohle des Memel­gebiets und des gesamten Staates kommen werde.

*

Die litauische Legierung hat sehr lange gezögert, ehe sie dem Memelgouverneur den Auftrag erteilt hat, aus den Wahlen zum Memelländischen Landtag eine g anz s e l b st- verständliche Folgerung zu ziehen. Nach viel­fachen Verzögerungsvcrsuchen hatte vor etwa zehn Tagen der Gouverneur des Memelgebietes den Prä­sidenten des Landtages, Baldszus, aufgefordert, die Bildung des Direktoriums zu übernehmen. Baldszus hatte damals zunächst persönliche Bedenken, erklärte sich dann aber einverstanden und führte Verhandlungen, bei denen auch mehrfach wieder Sabotageversuche von litaui­scher Seite zu beobachten waren.

Wenn jetzt der litauische Gouverneur des Memel­gebietes den Weg für ein Direktorium freigegeben hat, das dem Willen der großen deutschen Mehrheit des Mcmel- gebictes entspricht,

so wird hoffentlich die litauische Regierung daraus die Folgerungen ziehen, daß das neue Direktorium nun auch in voller Freiheit nach dem Memelstatut arbeiten kann. Leider berechtigen die bisherigen Erfahrungen nicht zu der Annahme, daß die litauische Regierung diese weite­ren Folgerungen aus den Wahlen ohne neue Sabotage- Versuche ziehen wird. Immerhin läßt sich feststellen, daß die allgemeine politische Lage Litauen zu einem Abweichen von der bisherigen Politik vorübergehend veranlaßt hat. Ob dieser Wechsel der litauischen Politik längere Zeit an­dauern wird, ob nicht mit neuen Schwierigkeiten im Memelgebiet zu rechnen ist, muß erst die Zukunft lehren.

Aus Gesandischasten wurden Sotschaflen.

DeutschlandsdiplomatischeVertretungen in Argentinien, Brasilien und Chile.

Zwischen der Reichsregierung und den Re - gier» n gen von Argentinien, Brasilien und Chile hat ein Notenwechsel stattgesundcn, durch den die wechselseitige Erhebung der diplomatischen Vertretungen zu Botschaften vereinbart wird.

Diese Regelung, die die Reichsregierung bereits im Jahre 1930 dem Reichstage vorgeschlagen hatte, die aber damals an dessen Widerstand gescheitert war, trägt den sich ständig erweiternden Beziehungen zwischen Deutsch­land und den beteiligten südamerikanischen Staaten Rechnung und bringt gleichzeitig die wachsende Bedeutung zum Ausdruck, die sich Deutschland und die ibero-amerikanischen Länder gegenseitig zu­erkennen.

Der Verband AativualdeutsHer Zudeo ausgelöst.

Wegen staatsfeindlicher Einstellung seiner Mitglieder wurde der Verband National­deutsch er Juden gemäß § 1 der Verordnung zum Schutze von Volk und Staai vom 28. Februar 1933 m i t sofortiger Wirkung aufgelöst und sein Ver­mögen beschlagnahmt. Außerdem wurde der Verbands­führer, Rechtsanwalt Dr. Max Naumann-Berlin, in Schutzhaft genommen, weil er durch bewußt unrichtige Angaben über die Betreuung von Juden durch das Winterhilfswerk des deutschen Volkes die Maßnahmen der Reichsregierung hinsichtlich des Winterhilsswerks in hohem Maße gefährdet hatte. MA