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^cT'1^ durchHöhere U Tageblatt für Rhön und Vogelsberg SS'&RSG Zul-a. und Haunetal.Zulöaer Kreisblatt

Hauptschristleiter Friedrich Ehren- V V

u&8ü^ ?/n^H??m^Klda. Schristleitung UN- Geschäftsstelle: Königstrafte 42 Zernfprecher Nr. 2W4

Anzeigenpreis 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenjpalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." IX. 35. 910. Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 4 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 280 12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 30. November 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Der Führer in der Deutschlandhalle.

Die erste Kundgebung in der gröhten Halle Europas.

Berlin, 30. November. Mit einer Kundgebung des Gaues Groß-Berlin der NSDAP wurde am Freitag-- cöcnd Europas schönster Großhattenbau, die Deutschland- -!!e, in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers ^d der führenden Männer aus Bewegung und Staat Erlich ihrer Bestimmung übergeben.

Als gewaltiger Block liegt der riesenhafte Bau auf dem weiten Felde unweit des Bahnhofs Eichkamp, das schon zum Olympischen Viertel der Reichshauptstadt gehört. 3k dichten Scharen strömen seit Stunden die Massen in oB Innere, durch den breiten Wandelgang mit seinen hèHen Farbtönen, den geschickt angebrachten Leuchtkörpern, d'n schmucken Verkaufs- und Erfrischungsständen, dem eignen Postamt. Völlig ohne Säulen bietet der 25 Meter ^-r Raum von allen Plätzen eine hervorragende Sicht. Älö die nach vielen Tausenden zählenden Besucher um 18 Hör Einlaß erhalten, können sie dank der vortrefflichen Anordnung der Zugänge an ihre Plätze geleitet werden. Kurz vor Beginn wird die ganze indirekte Beleuchtung cingeschaltet, die den bis aus den letzten Platz besetzten ten mit schönem und angenehmem Licht erfüllt. Das riesige Oval mit dem Kopf an Kopf besetzten Jnnenraum, uni dèn überfüllten hochansteigenden Rängen bietet ein noch nie gesehenes Bild.

Kurz nach 20 Uhr erhebt sich alles von den Plätzen: 2 s Führer kömmt! Geleitet vom Gauleiter Dr. Goebbels, tM stellvertretenden Gauleiter Görlitzer, Staatskommissar T^Liprert und seiner ständigen Begleitung, schreitet er donnernden Kettrufen durch den Mittelgang zum Ässum. Dann ziehen die Standarten und Stürmfahnen te Gaues in die Kalle und nehmen im Kalbrund auf dem Ätm Aufstellung.

Nach dem Fahnenaufmarsch wiederholen sich die Kund- ipungen für den Führer.

Zrm erstenmal steht dann in der neuen und schönen halle, begeistert empfangen, der Eroberer Berlins, Gau- iciter Dr. Goebbels, von seinen Berlinern. Er eröffnet auch diese große Kundgebung mit dem alten Kampfruf aus den Führer, in den die 20 000 jubelnd einstimmen. Für den Gau Berlin sei es eine besondere Ehre, den Füh­rer und Reichskanzler Adolf Hitler in seinen Reihen zu sehen, einen der wenigen Staatsmänner der Welt, der mit Stolz bekennen könne, daß er es durch seine weit- schanende Politik verstanden habe, sein Volk aus den Handeln der Welt herauszuhalten. Er habe das nicht unter Verzicht auf den deutschen Ehrenstandpunkt und durch unierwürsigen Pazifismus, sondern unter ständiger Wah­rung der deutschen Ehre und ständiger Mehrung der deut­schen Macht getan.

Der wirtschaftliche und soziale Aufbau des deutschen Fockes vollziehe sich im Schatten des deutschen Schwertes. Eine Armee stehe zu seinem Schutze bereit, um die Gren- EN zu sichern und die Sicherheit seiner Arbeit immerdar M gewährleisten.

Dann gibt Dr. Goebbels dem Führer das Wort, der mit einem unbeschreiblichen Iubelsturm empfangen wird uud erst nach geraumer Zeit sprechen kann.

Sie Red? des Führers war ein triumphales Ereignis.

Mu Satz hämmerte er in die Massen, die ihm willig folgten und ihm immer und immer wieder durch zuweilen 'nuruleulangen Jubel und Beifall dankten. Man spürte wieder den engen Kontakt zwischen Führer und Volk. P l, spürte ihn fast körperlich, und man wurde so bewußt, wn sehr auf dieser engen Fühlung das ganze Leben des '^M und Reiches beruht.

Und so war diese Kundgebung und diese Rede des Füh­rers, die wieder so ganz den Geist der Kampfjahre atmete, è seltenes Erlebnis sür alle, die daran teilnehmen tonnten.

. Als der Führer mit den einstigen Gegnern abrechnete, d:e ;etzt vom Auslande her feige ihre giftigen Pfeile gegen ihr Vaterland abschießen, und als er dabei seststellte: Das Volk, das ich führe, wird mich niemals verlaßenI" da brach ein unbeschreiblicher Jubel aus. Die Zehntausende sprangen erregt und begeistert auf, und Beifallsklatschen, Füßetrampeln und tosende Heilrufe dröhnten durch die Halle, daß man meinte, der Sturm sollte die Mauern sprengen.

Das sind der Führer und sein Volk! So sieht es im heutigen Deutschland aus, und man möchte wünschen, daß alle, die von fern her Kritik üben und der Welt gern weismachen wollen, daß in Deutschland alles drun­ter und drüber gehe und die Nationalsozialisten am Ende seien, Zeugen eines solchen Zusammenklanges zwischen Führer und Volk sein könnten.

Es ist schwer, in nüchternen Worten den Eindruck wie­derzugeben, den die meisterlich herausgearbeiteten Formu­lierungen, die Fülle der überzeugenden und mit feiner Ironie eingeflochtenen Vergleiche und die unbarmherzige 2lbred)nung mit den Ewig-Unverbesserlichen auf die Masse machen. So wird Satz für Satz von den Zuhörern förmlich verschlungen.

Als der Führer erklärt, daß die Not nicht so groß sein kann, als daß sie unser Wille nicht bezwingt, daß der Nationalsozialismus vor keinem Problem die Flagge streichen, daß er vielmehr seinen Weg cpchen wird, wie die Sterne ihre Bahn ziehen, da dankt ihm das Kaus mit einer Innigkeit, die ein heiliges Gelöbnis ist.

Nun schließt der Führer. Er endet mit dem Wort, das

WW-sMzWe Weitrsmt gegen Stollen.

Mahnung an Mussolini. Die Gefahren im Falle militärischer Vergeltungs-Mahnahmen Italiens.

Die Krise ist auf dem Höhepunkt angelangt, und die Stunde freundschaftlicher Verhandlungen zur fried­lichen Beilegung des Streitfalles hat geschlagen", so schreibt das Blatt des französischen Generalstabs, das Echo de Paris" zu dem letzten Besuch des britischen Botschafters bei bem Ministerpräsidenten Laval und der darauf folgenden Unterredung Lavals mit dem italie­nischen Botschafter in Paris. Es sei damit zu rechnen, ergänzt die Außenpolitikerin des PariserOeuvre" die Auffassung des Generalstabsblattes, daß das Ende der italienisch-abessinischen Feindseligkeiten in greifbare Nähe rücke. Der britische Außenminister habe keinen Zweifel darüber gelassen, daß durch die bisherige Haltung Frank­reichs gegenüber Italien bei der italienischen Regierung gefährliche Illusionen auskommen könnten und daß es endlich an der Zeit sei, den Duce von der absoluten ü b e r e i n st i m m u n g zwischen Paris und London in Kenntnis zu setzen. Der britische Botschafter habe mit anderen Worten wissen wollen, ob der Duce sich über die Folgen klar sei, die eine eventuelle Bom­bardierung englischer Kriegsschiffe im Mittelmeer nach sich ziehen würde. Laval habe sich gern bereit erklärt, Rom noch einmal die genaue Haltung Frankreichs ausein- anderzulegen und es auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die aus der Anwendung der verschärften Sühne- maknabmen hervoraeben könnten.

Die Eröffnung der Deutschlandhalle.

Blick in die neue Sport= Halle, die für die Eröff­nungsfeierlichkeiten auch auf der eigentlichen 5port- fläche Bestuhlung aufweist. (Scherl Bilderdienst M.)

an der Stirnfront dieser Halle steht, in dem Wort, in dem all unser Sehnen und hoffen und Wünschen sich vereint, dem Worte: Deutschland.

Die Hymne der nationalsozialistischen Revolution klingt auf: das mitreißende Horst-Wessel-Lied. Unter den Klän­gen des neuen deutschen SoldatenliedesFlieg, deutsche Fahne, flieg marschieren die ruhmreichen Standarten und Fahnen, die zum erstenmal in dieser Halle Zeugen eines großen Ereignisses des Gaues Berlin waren, aus der Halle.

Reichsminister Dr. Goebbels tritt noch einmal an das Rednerpult. Er schließt die Versammlung mit dem alten und ewigen Schlacht- und Kampfruf, dem'dreifachen Sieg- heil aus den Führer, überleitend zum Deutschlandlied, in das die Tausende mit Begeisterung und Inbrunst ein­stimmen.

Dann schreitet der Führer, begleitet von Gauleiter Dr. Goebbels, und den anderen führenden Männern der nationalsozialistischen Bewegung durch die tosenden Mas­sen zur Halle hinaus. Auf der Abfahrtstraße hatten vom frühen Abend schon, von der Anfahrt des Führers her, viele Tausende ausgeharrt, die nun noch einmal in später Stunde den Führer grüßen, da sie in der Halle keinen Platz mehr gefunden hatten.

Wiederholung der Führerrede im Rundiunl

Die Kundgebung anläßlich der Eröffnung der Deutsch­landhatte in Berlin am Freitag mit der Rede des Führers wird am Sonnabend von 19 bis 20 Uhr auf alle deutschen Sender übertragen.

Die Meldungen der Pariser Blätter werden durch eine Nachricht des LondonerDaily Telegraph" bestätigt, der berichtet, daß der britische Botschafter Sir George Clerk Weisung gehabt habe, Laval zu ersuchen, Nom davon zu unterrichten, daß sich Jcalien im Falle eines Angriffs seiner Flotte oder Luftmacht aus britische Streit­kräfte einem völlig einigen England und Frankreich gegenüber befinden und die ganze Welt gegen sich haben würde. Dem Berichterstatter zufolge habe Laval dem britischen Botschafter erklärt, er werde die von London angeregten Schritte tun Er habe dann eine lange Besprechung mit dem italienischen Bot­schafter gehabt.

Kabinettsrai in Rom.

Das italienische Kabinett ist zu einer Sitzung ein­berufen worden. Man erwartet nach diesem Kabinetts­rat eine wichtige politische Erklärung, in der die Stellung Italiens bekanntgegeben wird für den Fall, daß der Völkerbund die Sanktionsmaßnahmen gegen Italien auch auf Petroleum, Kohle, Eisen und Stahl ausdehnen sollte.

Es heißt, daß in der Erklärung die gleiche Ansicht zum Ausdruck kommen werde, wie sie bereits England und Frankreich mitgeteilt worden ist, nämlich daß Italien eine solche Erweiterung der Sanktionen als einen un­freundlichen, wenn nicht gar feindlichen Akt ansehen würde. Falls die Verbotsliste auch auf Erdöl ausgedehnt werden sollte, dann würde Italien ernstlich seinen Aus­tritt aus dem Völkerbund in Erwägung ziehen. Gutunterrichtete Kreise glauben jedoch nicht, wie man vielerorts vermutet, daß Mussolini sich auch zu einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen entschließen oder gar im Falle einer Ausdehnung der Sanktionsmaßnahmen auf Erdöl die britische Flotte im Mittelmeer angreifen lassen werde.

Der italienische Klerus opfert die Mrchenschahe

Ein vorbildliches Beispiel für Opfer- und Einsatzbereitschaft.

Der Vatikan stellt sich voll und ganz Himer die italienische Negierung, und der italienische Klerus ist zu jedem Opfer bereit, um die Sanktionsabwehr zu unter­stützen. Die Beteiligung der Bischöfe des italienischen Klerus an der Sanktionsabwehr, besonders durch Ablieferung des Goldes, das sich im Besitz der Kirchen und Klöster befindet, steht an erster Stelle. Die Begeisterung der italienischen Kirchenväter für die nationalen Ziele des italienischen Volkes ist allgemein und hat durch einen Vorschlag des Erzbischofs von Monreale grundsätzliche Bedeutung erhalten. Die Anregung des Erzbischofs geht dahin, daß die Kirchen, Klöster und Wallfahrtsorte das Gold, das ihnen von den Gläubigen zum Geschenk gemacht wurde, dem Staat zur Verfügung stellen, wofür