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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Zulöa- unö Haunetal »Zulöaer Kreisblatt

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Nr. 285 12. Jahrgang

Fulda, Freitag, 6. Dezember 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Die Friedensvorschläge an Italien

Das Ergebnis der Pariser Vermittlungsversuche.

Das französische Außenministerium nutzt die letzte Frist bis jum Zusammentritt des Genfer Ausschusses, der die Ölsperre gegen Italien beschließen soll, um möglichst Italien annehmbare Friedensvorschläge zu machen.

Der englische Abessiniensachverständige Peterson, der in Paris weilt, soll jetzt in Zusammenarbeit mit seinem französischen Kollegen eine Grundlage für neue Vermittlungsvorschläge an Italien gefunden haben. Es standelt sich allerdings nach einer Blättermeldung zu­nächst nur um eine Zusammenstellung der Lösungsmöglichkeiten. Die Ansichten Englands und Frankreichs weichen, wie verlautet, zurzeit noch in mehreren Punkten voneinander ab. Man habe an

folgende unverbindliche Vorschläge gedacht:

L Italien tritt an Abessinien einen Hafen in Italienisch- Eritrea ab.

2. Eine leichte Grenzberichtigung im Tlgre-Gebiet, wobei die heilige Stadt Aksum abessinisch bleiben soll.

3. Abessinien tritt an Italien die Provinzen südlich des 8. nördlichen Breitengrades, also Ogaden, ab.

4. Im Westen soll die Grenze des italienischen Gebietes nach englischer Ansicht auf dem 40 Längengrad, nach franzö sischer Ansicht auf dem 38. Längengrad liegen. Hierbei spielt die Frage, ob Italien einen Zugang zum Seen­gebiet erhalten soll oder nicht, eine Rolle

5. Der Rest Abessiniens soll unabhängig bleiben und auch nicht unbedingt unter eine internationale Schirmherrschaft gestellt werden Dem Negus würde freigestellt werden, mit dem Völkerbund einen Beistandspakt abzuschließen oder nicht

Der französische Ministerpräsident Laval hat den italienischen Botschafter in Paris in einer Unterredung von dem bisherigen Ergebnis der Sachverständigen- -nbeitcn in Kenntnis gesetzt. Man macht sich nach wie vor in Paris und London wenig Hoffnungen, daß Italien diese Vorschläge annehmen könnte, denn sic schließen die Räumung eines nicht unerheblichen Teiles der von den italienischen Truppen bereits eroberten Gebiete in sich. Englische Blätter betonen,

Frankreich sei stets bereit, Mussolini mehr zuzu­gestehen als England,

und es sei noch ein weiter Weg bis zu einer völligen Verständigung. Vor allem würde Italien auf der Landverbindung zwischen seinen beiden Kolonien bestehen, wodurch die Provinz Harrar zum Teil von dem eigentlichen Abessinen« abgetrennt würde. Entsprechend den früheren Weigerungen des Negus, solch einen Plan überhaupt zu erörtern, werde sich in London wenig Zu- stimnlung dafür finden.

Ein Dementi aus Rom und London.

Die im Ausland umgehenden Meldungen über einen von Italien zu gewährenden Waffenstillstand und eine von Italien erhobene Gegenforderung auf Einstellung der Sanktionsmaßnahmen werden, wie auch andere ähn­liche Gerüchte, von zuständiger italienischer ^ctte

Aussprache im Unterhaus.

Sir Samuel Hoare appelliert an Mussolini.

London, 6. Dezember.

Im Unterhaus wurde am Donnerstag die außen­politische Aussprache mit einer Rede des arbeiterpartei­lichen Abgeordneten Dalton eröffnet, der erklärte, Edens Arbe? n Genf stehe in peinlichem Gegensatz zu dem lang­samen Vorgehen der englischen Regierung. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres hätten sich di? Ans such- ten oer Anglo-Iranian-Oil-Company n a ch ' st Heu gegen ü der dem Vorjahre um 80 v. 1). c h v h L Zum ersten Male seit 1930 habe diese Gesel schalt eine Zwischendividende verteilen können, und es -et gut, zu wissen, daß die britische Regierung mehr als die Hälfte der Aktien dieses Unternehmens besitze. Die,vMt- Rillig dieses Geschäftes wäre eine nationale Ebrlosigl^. Dalton wandte sich dann der Sicherheitsfrage zu und sraote, welche Antwort die britische Regierung auf die Aede gegeben habe, die Reichskanzler Hitler vor sechs Monaten gehalten habe und in der er sich unter gewissen Bedingungen zur Verminderung der Rüstungen bereiterklärte. t o

.Außenminister Sir Samuel Hoare, uer daraus das Veort nahm, sagte, was die Frage der Haltung Englands bezüglich der k o l o n i a l e n R o h st o f f e angehe, so muffe er wiederholen daß es sich hier nach seiner Ansicht um eine wirtschaftliche und nicht um eine politische oder ge- bletsmäßige Frage handele. Bei einer Untersuchung w?:oe wan sicherlich feststellen, daß die Hauptfrage eher bei dem Verkauf als bei dem Einkauf der Rohstoffe liege. Eng­end sei zu einer Untersuchung bereit. Aber die britische Regierung vertrete die entschiedene Ansicht, daß e.ne Untersuchung dieser Art nicht in einer Kriegsatmosphare Mttfindèn könne. . , , ,

Sir Samuel Hoare wandte sich hieraus der u b - W ungefragte- M und versicherte, datz die Regierung

a l s gänzlich unbegründet und als" reine Lust­schlösser bezeichnet.

In den gleichen Kreisen wird allerdings jede Stellungnahme zur Frage vermieden, wie man sich auf italienischer Seite im gegenwärtigen Stadium der inter­nationalen Lage eine Lösung der abessinischen Frage vor­stelle.

In London wird amtlich dementiert, daß Sir Samuel Hoare während seines Erholungsurlaubs eine Zusammenkunft mit Mussolini beabsichtige. Der Außenminister werde auf dem Wege nach der Schweiz zunächst nach Paris fliegen, wo er eine Besprechung mit Laval haben werde.

Unterrichtete englische Kreise sind überzeugt, daß die beiden Staatsmänner auch die Frage der Ölsperre gegen Italien besprechen werden. Obwohl Minister Eden für die Zeit der Abwesenheit Hoares mit den per­sönlichen Geschäften des Außenministers beauftragt ist, darf angenommen werden, daß Eden persönlich an der für den 12. Dezember nach Gens einberufenen Sitzung des Achtzehner-Ausschusses teilnehmen wird.

1 Milliarde Lire aus der

italienischen Goldsammlung.

Wettstreit im Abwehrkampf gegen die Sühnemaßnahmen.

Das italienische Volk gibt ein würdiges Bild der Geschlossenheit im Abwehrkampf gegen die Sühne­maßnahmen. Die ganze Nation bring? Opfer auf dem Altar des Vaterlandes und das Königs­paar und Mussolini sind dem Volke Vorbilder

Man erwartet, daß die Goldsammlung rund eine Milliarde Lire einbringen werde. .Hunderte Millionen Lire wird die.Sammlung der Eheringe einbringen. Da­zu kommen die bisher schon tonnenweise in den Städten zusammengekommenen Goldgegenstände, die sich in den nächsten Wochen noch vermehren würden.

Die Stadt Mailand hält in der Mctaüsammlung den Rekord von allen Städten Italiens.

Bisher sind in Mailand 6 Zentner Gold, 13 Zentner Silber und 8200 Tonnen Altmetall abgeliefert worden.

Die Petroleum Vorräte in Ostafi ika werden für etwa vier Monate ausreichen. Die italienische Regie­rung trifft bereits Vorbereitungen für den Fall der Ver­hängung der Erdölsperre. Es werden Petroleum- raffinerien gegründet und Experimente auf dem Gebiet der synthetischen Olerzeugung angestellt

Die in New York lebenden bald 500 000 Italiener werden von ihren Verwandten und Freunden in Italien bestürmt, zum Widerstand gegen die Sanktionen beizu­tragen. Daraufhin hat ein Strom von Paket­sendungen nach Italien eingesetzt, die Baum­wolle und andere Textilwaren enthalten. Einige dieser Sendungen, die zum Teil alsalte Kleider" bezeichnet werden, sind sogar an Mussolini persönlich gerichtet

Monat für Monat altes mög tche für eine Wiederaufnahme der Besprechungen über die Abrüstung und insbesondere über eine Verminderung der Luftrüstungen getan habe. Er habe an Reichskanzler Hitler appelliert, diese Be­sprechungen wieder aufzunehmen. Seit jener Zeit sei ein weiterer Versuch gemacht worden, und er bedauere zu sagen, daß die Ansicht zurzeit dahin zu gehen scheine, daß von einer Wiederaufnahme dieser Besprechungen wenig zu erwarten sei, solange der abessinische Krieg andauere. Das sei, soweit die Regierung wisse, die An­sicht der deutsären Regierung.

<Die grundsätzliche Bereitschaft Deutschlands, ein Luftabkommen abzuschließen. ist, wie bekannt, wie­derholt betont worden. Die programmatischen Punkte der Führerrede vom 21. Mai des Jahres, in denen der deutsche Standpunkt in der Abrüstungsfrage dargelegt ist und die unter anderem Punkt 7 die Zustimmung zu einem Luftabkommen enthalten, und in denen Punkt 8 von der deutschen Reichsregierung gesagt ist, sie sei jeder­zeit bereit, in ihrer Wasfenrüstung jene Begrenzung vor- zunehmen, die von den anderen Staaten ebenfalls über­nommen werden, behalten ihre Gültigkeit. Die Schriftleitung.)

In der abessinischen Frage verteidigte Sir Samuel Hoare den Standpunkt der Regierung, der ein selbständi­ges Vorgehen ausschließe. Zur Oelsperre brauche nur gesagt zu werden, daß England auch in dieser Frage ge­willt sei, seine Aufgabe zu erfüllen. Grundsätnich habe sich der Völkerbund bereits auf die Sperre geeinigt. Die Frage die noch entschieden werden müsse, laute, ob das Vorgehen der N i ch t m i t g ! i e d s st a a t e n des Völker­bundes das Vorgehen der Mitgliedstaaten wirkungslos machen würde. Sir Samuel Hoare wandte sich dabei gegen die Beschuldigung, daß britische Oelgesellschaften die Lage

ausgebeutet hätten. Im letzten Vierteljahr hätten die Oelausfuhren nach Italien wesentlich zugenommen, doch diese Zunahme stamme nicht von Gesellschaften, an denen Groß-Britannien interessiert sei. Die englisch-ira­nische Oelgesellschaft habe während der ersten elf Monate des Jahres beträchtlich weniger nach Italien verschickt als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres.

Ich appellier e, so sagte der englische Außen­minister zum Schluß,noch einmal an Mussolini und seine Landsleute, sich gänzlich von dem Argwohn frei­zumachen, daß England, indem es den Völkerbund unter­stützt, finstere Beweggründe hat. Wir möchten Italien und Frankreich als engste Freunde sehen, und wir sind froh, daß wir imstande waren, zu der Entente beizutragen, die Italien und Frankreich zu Beginn dieses Jahres zusam­mengebracht hat. Wir haben nicht den geringsten Wunsch, uns in die inneren Angelegenheiten Italiens einzu­mischen. Keine an den gemeinsamen Maßnahmen des Völkerbundes beteiligte Nation gibt es, die sich nicht freuen würde, wenn die freundschaftlichen Beziehungen zwischen ihr und Italien wieder hergestel't und die Sühne­maßnahmen beendet würden. Auch ohne den abessinischen Streitfall gibt es in der Welt genügend Schwierigkeiten, und schon liegt in Europa und im O st e n zu viel ent­zündbares Material. Wir verschließen vor den vielen vor uns liegenden Gefahren nicht die Augen, und wenn wir uns der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bedie­nen, werden wir sie ebenso überwinden wi: Wir in un­serer Geschichte viel größere Gefahren überwunden haben."

Helfen ist sittliche Pflicht!

ZumTag der nationalen Solidarität".

Im Denken der neuen Zeit sind die Begriffe von höchsten und allerhöchsten Herrschaften" und vonAb­stand" zwischen Führung und Volk ausgestorben. Vor dem Lebensschicksai des Volkes gibt es keine Unterschiede, nur eine Verteilung von Pflichten und Verantwortung. Das Recht liegt bei der Gesamtheit. Unsere Führer sind aus dem Volke gekommen, um diesem Volke zu dienen mit ihrem Glauben, Können und Wissen. Überall wird lobend die Disziplin unseres Volkes in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht hervorgehoben. Es darf aber nicht vergessen werden, daß die Disziplin nur möglich ist, weil alle vom Führer bis zum letzten Mann das große Band der Kameradschaft und Schicksalsgemeinschaft verbindet. Wo eine Gesamtheit ohne Kameradschafts­bewußtsein zusammenaebalten wird. kann nur Drill und

Du sollst nicht Almosen geben, sondern opfern! Beherzige es amTag der nationalen Solidarität"

Terror herrschen wie in der Sowjetunion. Daß unser Volk bewußt von diesem Zusammengehörigkeitsgefühl ge­tragen wird, beweisen die ungeheuren Summen, die mit einer Selbstverständlichkeit ohnegleichen zum Winterhilfs­werk aufgebracht werden. Im mächtigen und reichen Vorkriegsdeutschland fehlte das einigende Band zwischen den Führern und dem Volke. Der Beweis: obwohl das Land wirtschaftlich stark war, wurden nach monatelanger Propaganda für die Zeppelinspende, die bestimmt eine Angelegenheit der Gesamtheit war, die uns heute verschwindend gering anmutende Summe von sieben Millionen Mark aufgebracht. Im nationalsozialistischen Deutschland hat ein armes Volk im Winter 1934/35 367 Millionen Mark auf den Altar der Volksgemeinschaft gelegt. Wäre wohl ein solches Opfer möglich gewesen ohne den Willen zur sozialistischen Kameradschaft? Nur durch diesen Willen ist das stille Heldentum des deutschen Volkes im Einsatz für den einzelnen zu verstehen.

Unsere Rührer kommen aus dem Volke. Daher haben sie die ständige Verbindung mit dem Volke. Nur weil der Führer und seine Getreuen aus dem Volke gekommen sind, hat die nationalsozialistische Bewegung die langen Jahre zähen Ringens um die Niacht in Deutschland nnd die Befreiung des Volkes aus den jüdisch-marxistischen Sklavenketten durchhalten können. Mit dem Volk, das sie befreit haben, sind sie verbunden für ihr Leben-. Für das Volk leben und arbeiten sie, dieses Volkes Wohl zu erkämpfen und zu erhalten, ist ihre Aufgabe, der sie sich mit heißem Herzen unterwerfen.

Das Führerkorps tut seine Pflicht. Nicht mehr. Aber es fordert auch vom Volke die Pflichten. Alle für einen, einer für alle! Das Wort soll keine leere Phrase fein. Das Wort muß Tat werden. Und diese Tat wird derTag der nationalen Solidarität" bringen.

Wenn diese Getreuesten der Treuen sich am Tage der nationalen Solidarität mit der Sammelbüchse in der Hand aus die Straße begeben, um für ihre notleidenden Volksgenossen jeden um ein Scherflein anzugehen, so ist das nicht nur eine Anrufung und Verwirklichung des Ge­dankens der Gemeinschaft, sondern zugleich auch eine Probe auf das Vertrauen des Volkes schlechthin. Das Vertrauen schlingt um alle, ob reich oder arm, ob groß oder klein, ob Mann oder Frau, jenes enge Band der Kameradschaft und des Zusammengehörens, das die ein­zige Grundlage der wahren Volksgemeinschaft im Sinne des Führers ist.

Tas Führerkorps würde es nicht verstehen, wenn man m der Öffentlichkeit seine Tat besonders verherrlichen