EMeint jeden Werktag. Wochenbeilage: „Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Liefcrungsbehinderung durch „Höhere Ee- walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsoruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter- bach'H Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- flau, Fulda, Königstr. 42, Fernsprecher 2989. — Aerantw. für den Inhalt: Bernd Heim Fulda.
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Nr. 286 — 12. Jahrgang
Fulda, Samstag, 7. Dezember 1935
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Appell an das Gemeinschaftsgefühl.
Boni Minister bis zum letzten Mann eine geschlossene Front im Kampf gegen Hunger und Kälte.
Der Leiter des Zentralamtes „Arbeitsdank" in der Arbeitsfront, Oberarbeitsführer von Hertzberg, schilderte dann die Aufgaben des neuen Amies. Abschließend sprach der Reichslefter der DAF., Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Worte des Willkommens für die neu in die Arbeitsfront aufgenommenen Kameraden des Spatens, die der Ausdruck der Disziplin und unseres heiligsten Wollens seien.
Deutschland steht im Zeichen des Tages der nationalen Solidarität. Es ist der eindrucksvollste Appell an das Gemeinschaftsgefühl, der eindrucksvollste Beweis unerschütterlicher Volksverbundenheit und Kameradschaft. Wenn diesmal wieder wie im Vorjahr die Führer und höchsten Amtsträger von Staat und Parte», wenn hervorragende Vertreter von Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft, von Sport und Presse, mit der Sammelbüchse herumgchen, so tun sie das, um dem Volk und der Welt zu zeigen, daß im neuen Deutschland niemand zu gut ist, um sich einzusetzen für die Armen und Bedürftigen. Hier im Abwehrkampf gegen Hunger und Kälte stehen alle zusammen, ohne Unterschied, vom Minister bis zum letzten Mann! , Das ist die Front der nationalen Solidarität!
An der Sammeltätigkeit nehmen u. a. teil: Ministerpräsident General Göring, Reichsminister Dr. G o e b- bels, Reichsminister Dr. Frick mit ihren Ehesrauen, ferner Reichsminister Dr. Frank, Reichsminister Doktor Gürtner, Reichsminister Frhr von Neurath, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Reichsminister Gras Schwerin-Krosigk, Reichsminister S e l d 1 e , Ncichsernährungsminister D a r r è und Botschafter von Ribbentrop.
Von den Spitzen der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Organisationen werden zu finden sein: Reichsleiter Rosenberg, Stabschef Lutze, Reichs- Mer SS. Himmler, Korpsführer Hühnlein, Reichs- ackitsführer Hierl, Hauptamtsleiter Hilgenseldt, Reichs- Mndführer Baldur von Schirach, Reichsluftsportführer
Fett oder Arbeit.
Abschluss der Schulungstagung der DAF. — Grosse Rede Dr. Leys. — Die Richtlinien für die kommenden Vertrauensratswahlen.
Leipzig, 7. Dezember.
Die 5. Arbeit?« und Schulungstagung der DAF wurde am Freitag mit einer gewaliigen Kundgebung abgeschlos-- fen, in der Dr. Ley die Aufgaben für den kommenden Kampfabschnitt stellte und die Parole für die Vertrauensratswahlen im Frühjahr ausgab. Dr. Ley sagte u. a.: Deutschland gleiche einer belagerten Festun g. Seme Lage sei, wenn man sie nach bürgerlichen Begriffen und nach marristischen Parolen der vergangenen Jahre messen wollte, sehr ernst, und wir dürften uns nicht in einem Be- geisierungsrausch über unsere Lage hinwegtäuschen. Man müsse dem Volk die Wahrheit sagen, aber nicht wie ein flennendes Weib, sondern wie ein Mann zum anderen. Das Volk wolle alle Sorgen mittragen und seine Lage kennen.
Für die Verteidigung der „belagerten Festung" stellte Dr. Ley folgende Grundsätze auf: Innerhalb der Festung darf es keinen Streit geben. Von jedem mutz persönlich die höchste Leistung auf seinem Posten verlangt werden, und jeder mutz sein Letztes hergeben. Da in der Burg Deutschland nur eine gewisse Menge Lebens- Eètcl und Vohstofse als Waffen und Munition für diesen Kampf vorhanden sind, darf niemand verschwenderisch damit umgehen, sondern jeder mutz aufs äußerste damit Ortschaften und haushalten. Deutschland mutz gehorchen feie ein Soldat in dem Bewußtsein: Der Führer Adolf Hitler hat immer recht!
Aus unserer Lage als belagerte Festung ergäben sich vorläufig unlösbare Fragen. Es gebe Dinge, die wir einfach aus eigenem Bestand nicht hätten, genügend Aabrung und genügend Kleidung. Nachdem liVâ Millionen Arbeitslose a'.s Verbraucher hinzugekommen seien, wäre es mit einem Schlage offenbar: Wir sind ein Volk ohne Raum. Wir könnten nicht genügend Fett auf unserem eigenen Boden erzeugen, bestenfalls 60 v. h. des Bedarfes. Ebenso stehe es mit der Kleidung. Unsere Golddecke sei zu gering geworden, um den Zu- 'chußbcdarf kaufen zu können. So seft der Devisenschatz, mit dem wir im Auslande kaufen könnten, beschränkt. Wir könnten Butter und Fett im Auslande kaufen, aber dann würden diese Mittel fehlen, um R o h st o f f e kaufen Ul können, die wir für die Arbeitsbeschaffung und für die Wehrhaftmachung des Volkes nötig haben.
Es sei jetzt die Zeit da, die Frage an das Volk zu nchten: Willst du vielleicht für vier Wochen Ueberschutz °n Fett haben und dann kapitulieren, oder willst du durchhalten und dann die Freiheit haben? Wenn kein Kupfer, kein Nickel, keine Wolle, keine Baumwolle ^egen des Fettes mehr kaufen könnten, so würde bae bedeuten, daß mit einem Schlage mindestens MV? Millio- arbeitslos würden Darauf warte der Jude. Die Antwort des deutschen Volkes müsse sein:
Wir Wttuüeren niemals!
Ley stellte fest, daß es nicht an die Gesundheit des ^aikes gehe, wenn der einzelne sich Reserve auf erlege:
Oberst Mahnke, Reichshandwerksmeister Schmidt, der Reichssührer der Technischen Nothilfe, SA.-Gruppenführer Weinreich und die Reichsfrauenführerin Frau Scholtz- Klink.
Ferner werden die Sammelbüchse mehrere Staatssekretäre, Generalleutnant Daluege, Obergruppenführer von Jagow und der Leiter des" Reichsverbandes der Deutschen Presse, SA.-Gruppenführer Wilhelm Weitz, schwingen.
Die Minister und Spitzen der Partei und ihrer Gliederungen und Organisationen werden an genau bestimmten Stellen in der Reichshauptstadt sammeln Die Berliner Film- und Bühnenkünstler haben ebenfalls in Berlin ihr Sammelfeld zugewiesen bekommen.
Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister R. Walther Darrs wird mit seinen engsten Mitarbeitern in G o s l a r, der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, in Mannheim an der Reichsautobahn sammeln.
Cm herrlicher Auftakt?
Den Auftakt zum Tag der nationalen Solidarität gab eine Sammlung an der Berliner Börse, die unter der Führung von Reichsbankpräsident Dr. Schacht durchgeführt wurde. Es kamen insgesamt 5 1 2 5 6,90 M a r k für das Winterhilfswerk ein. Außerdem haben die am Getreidegroßmarkt zugelassenen Firmen rund 2700 Kilogramm Mehl, Hülsenfrüchte usw. gestiftet. Die Sammlung hat damit den im vorigen Jahre erreichten Betrag von 37 000 Mark erheblich überschritten.
müsse. Wir müßten nur dafür sorgen, daß die Preise auf keinen Fall in die Höhe gingen. Der Arbeiter müsse bei seiner schweren Arbeit zum mindesten den Teil der Nahrung Deutschlands bekommen, der ihm zukomme. Weitei müßten wir auf eine vernünftige Bedarfslenkung bedacht sein.
Stürmische Zustimmung fand Dr. Ley, als er erklärte Wir werden einen Appell an die Besitzenden sichten. daß sie zugunsten der Schwerarbeiter auf ihre Fettrationen Verzicht leisten. Als weitere Aufgaben nannte er die Erziehung der Hausfrau zu vernünftigem Kochen den Versuch, die Geschmacksrichtung der Deutschen zr ändern, da es oft nur Modesache sei, was der einzeln« für absolut notwendig erachte, schließlich die Ausfuhrförderung als vaterländische Pflicht. Vor allem aber müßten die politischen Leiter und Amtswalter in das Voll gehen und es Wirt schäften und haushalten lehren .Niemand brauche zu hungern, zur Hamsterei liege gcu kein Anlaß vor.
Dr .Leh schloß: Die Frage „Fett oder Arbeit" werden wir zu einem Prüfstein für den deutschen Arbeiter machen Für die Vertrauensratswahlen wird diese Frage die Parole sein Wir haben bewiesen, daß wir vor dem Schicksal unsere Segel niemals streichen. Die nachfolgenden Geschlechter werden härter und unbeuafamer und fanatischer sein als wir. Dann, das weiß ich, holen wir die Freiheit aus dem Himmel und den Teufel aus der Hölle. Mit Adolf Hitler für die deutsche Freiheit!
EmgtteöeruRg des AâiishankWerkes in die Arbeitsfront.
Abschluß der Leipziger Schulungstagung der DAF.-Walter.
Am lebten Tage der 5. Arbeits- und Schulungs- tagung der Deutschen Arbeitsfront in Leipzig verkündete Hanplamtsleiter Selzner eine Vereinbarung Dr. Leys mit Reichsarbeitsführer Hierl, die Eingliederung des Arbeitsdankwerkes in die Deutsche Arbeitsfront. In der Deutschen Arbeitsfront wird ein Zentralamt „Arbeitsdank" errichtet.
Über den Zweck der Vereinbarung sprach Reichsarbeitsführer Hierl. Die Vereinbarung soll die Verbindung zwischen dem Reichsarbeitsdienst und der DAF. noch enger gestalten. Der Arbeitsdank soll künftig die Brücke bilden, die von dem Arbeitsdienst zur Arbeitsfront führt. Die vom Arbeitsdienst entlassene Jugend soll in die Arbeitsfront mitbringen die im Arbeitsdienst einge- prägte nationalsozialistische Auffassung von dem Wert und von der Würde der Arbeit, sie soll mitbringen das im Arbeitsdienst anerzogene Pflicht- und Ehrgefühl und den in der Lagergemeinschaft des Arbeitsdienstes erlebten Geist der Kameradschaft und Werks- und Volksgemeinschaft.
Mackensen wurde 86 Lahre.
Am Freitag beging Generalfeldmarschall v. Mackensen in Falkenwalde bei Stettin seinen 86. Geburtstag. Außer der Ehrenbürgerschaft der Stadt Stettin wurden dem greifen Heerführer zahlreiche andere Ehrungen zuteil.
Die alten Soldaten übermittelten dem Jubilar telegraphisch ihre Glückwünsche. So sandte Reichskriegsopferführer Oberlindober namens der anderthalb Millionen deutscher Frontsoldaten und Kriegsopfer aufrichtige Glückwünsche und gab gleichzeitig dem Wunsche Ausdruck, daß der Generalfeldmarschall noch möglichst lange dem deutschen Volke als ein Künder großer Zeit und steter Mahner zur täglichen Einsatzbereitschaft erhalten bleibe.
Der Bundesführer des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser", Oberst a. D. Reinhard, sandte namens des Deutschen Reichskriegerbundes „Kyffhäuser" ehrerbietigst kameradschaftliche Geburtstagswünsche.
Die Glückwünsche der Wehrmacht überbrachte der Kommandierende General des II. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis II, Generalleutnant von Blaskowitz. Generalleutnant a. D. M e i st e r überbrachte die Glückwünsche der Offiziere der alten Armee. Als das Jungvolk und die Jungmädel vor dem Hause des Feldmarschalls aufmarschierten, begrüßte sie Mackensen herzlich und gab ihnen mahnende Worte mit auf den Weg, immer für Deutschland zu stehen.
Der Glückwunsch des Führers.
Der Führerund Reichskanzler hat Generalfeldmarschall von Mackensen solgendes Glückwunschtelegramm übersandt: „Anläßlich Ihres 86. Geburtstages gedenke ich Ihrer, Herr Feldmarfchall, mit den aufrichtigsten Glückwünschen und verbinde hiermit die Hoffnung, daß Sie dem deutschen Volke noch lange Zeit in Gesundheit erhalten bleiben. Adolf Hitler."
Der Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generaloberst von Blomberg, übermittelte ebenfalls seine herzlichsten Glückwünsche.
LZ. 129 - das Weihnachtsgeschenk an das deutsche Volk.
Fertigstellung noch in diesem Jahre. — Erste Probefahrt im Januar.
Dr. Eckener hat einem Pressevertreter Mitteilungen über den Stand der Bauarbeiten am neuen Luftschiff „8 Z. 1 2 9" gemacht. Daraus ist hervorzuheben, daß das Luftschiff mitEndediesesJahresvoilko m m e n fertiggestellt sein wird
Das deutsche Volk bekommt den neuen Luftriesen sozusagen als Weihnachtsgeschenk.
Die Fluggasträume sind fertig. Einrichtungsgegenstände werden erst dann eingestellt, wenn auch die letzte Arbeit geschehen ist, um die kunstvollen Möbelstücke nid)t zu beschädigen. Ende der ersten Dezemberwoche werden die für die Ausschmückung der Räume vorgesehenen auf SeidegemaltenBilder mit Motiven aus der Entwicklung des Verkehrs eingespannt Die vier Mercedes- Benz-Diesel-M o t o r e n von je 1000 Pferdestärken sind tagtäglich auf dem Prüfstand der Werft mit höchsterTouren- zahl gelaufen. Die Hauptarbeit liegt jetzt noch in der zweistöckigen Führergondel, die diesmal getrennt von dem im Innern untergebrachten Fahrgastraum unter- balb des Bugs angebracht ist. Die Gasfüllung der Kernzellen erfolgt in den ersten Januartagen, und zwar von der werfteigenen Gasanstalt, vorerst mit Wasserstoffgas. Die Mantelzellen werden in Amerika
mit Heliumgas gefüllt.
Ist das Luftschiff mit Traggas versehen, dann wird es, wie Dr. Eckener erklärte, einige Tage lang in diesem Zustand in der Halle bleiben. Während dieser Zeit wird die Dichtigkeit der Traggaszellen überwacht; auch wird das Luftschiff dann ausgewogen, um festzustellen, ob es auch richtig getrimmt und ausbalanciert ist.
Den Zeitpunkt des ersten Starts konnte Dr. Eckener noch nicht festlegen; jedenfalls erfolgt er noch in der ersten J a n u a r h ä l f t e 1936.
Besuch polnischer Jugend in Deutschland.
Unter der Führung von Vizepräsident Olgierd Noso- wicz aus Warschau besuchen 7 0 polnische Jungen und Mädel in der Zeit vom 6. bis 8. Dezember 1935 als Gäste der Hitler-Jugend die Reichshauptstadt. Sie sind Mitglieder der „Liga" und bringen 36 Angehörige des Krakauer Chores mit, die am Sonntag im Deutschen Rundfunk fingen werden. In ihrer Begleitung befinden sich Delegierte der verschiedenen studentischen Vereinigungen, die mit den entsprechenden Stellen im Reiche in Beziehungen treten wollen.
Es handelt sich bei dem Besuch um eine Erwiderung des irn Frühjahr 1935 staltgefundenen Rundfunkaus- tausches der Hitler-Jugend in Warschau.