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Zul-aer ^n^cigcr

Kricheinl leden Werktag. WochenLeilage: Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Fried­rich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotationsdruck: Friedrich Ehrenklau, Lauter­bach h Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- riau, Fulda, Königstr. 42, Fernsprecher 2989. Berantw. für den Inhalt: B e r n d Heim Fulda.

Tageblatt für Rhön unü Vogelsberg Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt

Schristlektung und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernfprecher Nr. 2989

Anzeigenpreis 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." XL 35. 750. Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 4 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau. Lauterbach-H.

Nr. 290 12. Jahrgang

Fulda, Donnerstag, 12. Dezember 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Es gilt, die Kinderliebe wieder zu wecken und zu stärken.

Aufruf des Ehr nführerringes der Kinderreichen.

Reichsstatthalter Sauckel steht an der Spitze des Ehrenführer­ringes. (Wagenborg-Archiv.)

Ter Ehreuführerriug

Der Kinderreichen, in den, sich auf Anregung des Reichsbundes der Kinderreichen und »n- ter Mitwirkung des NasscnpolitischenAmtes der NSDAP. 44 füh­rende deutsche Fänger, darunter sechs Reichs- miniftet, zusammenge- mn haben, um durch ihr Beispiel und ihren Einfluß der erbgesun- den kinderreichen Fa­milie wieder zu dem ihr gebührenden An­sehen und Verständnis zu verhelfen, hat zu der ersten Großkund­gebung in Weimar ei­nen Aufruf erlassen, in dem es heißt:

Gewaltiges hat der Nationalsozialismus seit der Machtüber­nahme geleistet. Und

doch kann der Fortbestand all dieser Erfolge nur dann als gesichert gelten, wenn erst die größte und dringendste Aufgabe gelöst ist:

den Fortbestand unseres Volkes wieder zu sichern.

Harte, unangreifbare Ziffern zeigen, daß das deutsche Volk in den letzten Jahrzehnten ein absterbendes Volk geworden war. Erst seit der Übernahme der Regierung durch Adolf Hitler können wir im Ernst wieder an eine Überwindung des Gespenstes des Geburtenrückganges und an einen biologischen. Wiederaufstieg unseres Volkes denk:n. Dazu ist aber nötig, daß a l l e K r ä f t e für dieses

Flottenbesprechungen abgebrochen.

Kompromißlose Forderungen Japans. Auf der Suche nach einem Ausweg.

London, 12. Dezember, Die Unerbittlichkeit der japani­schen Forderungen nach Flottengleichheit mit England und Amerika hat bereits zu ernsten Schwierigkeiten auf der Flottenkonferenz geführt.

Der japanische Abordnungsführer Admiral Nagano legt: am Mittwoch Einzelheiten des japanischen Vorschlages einergemeinsamen oberen Grenze" vor und nannte sogar bie Ziffern, die nach japanischer Ansicht als Aöchsttonnage für die Flotten Amerikas, Englands und Japans fest­gesetzt werden sott. Diese Ziffer wird vorläufig geheimge­halten.

Admiral Nagano hatte in seiner Erklärung im einzelnen ansgeführt, daß Japan die Gleichhnit mit England und Amerika auf einer möglichst niedrigen Grundlage wünsche. Um diese Grundlage zu erzielen, fei Japan bereit, die Schlachtschiffe, Flugzeugträger und Kreuzer der Klasse 91 zu verschrotten, wenn die anderen Mächte dasselbe täten.

Reuter meldet, daß die Konferenzmitglieder allgemein darüber enttäuscht gewesen seien, daß Admiral Nagano wine Kompromißmöglichkeiteu angedeutet habe. Die Be­sprechungen seien abgebrochen worden, um den anderen Abordnungen Gelegenheit zu geben, die Erklärungen Na- ganos zu erwägen.

Die Befürchtung, daß ein toter Punkt eingetreten ich habe die führenden Delegierten bereits veranlaßt, nach verschiedenen Mitteln zur Abwendung eines Scheiterns der Konferenz zu suchen. Daher seien vorläufige und pri­vate Erörterungen über die Möglichkeiten einesgentle- man-agreement" im Gange.

Ein solches Abkommen würde Japan eine grundsätzliche Gleichberechtigung aus Prestigegründen zugestehen, es aber gleichzeitig verpflichten, nicht auf die Stärke der amerikanc- scyen und britischen Flotte aufzurüsten. Dcc Frage eines solchengentleman-agreement" werde auf der Konferenz vlcht amtlich erörtert werden.

*

England baut neue Zerstörer-Flottille Unvorhergesehene Vergrößerung des Flottenbauprogramms.

London, 12. Dezember. Der parlamentarische Finanz- Hkretär der Admiralität Lord Stanley teilte am Mittwoch Unterhaus mit, daß die Regierung noch in diesem sssuanoiahr eine neue bisher nicht vorgesehene Zerstörer- vvn Men SÄkkssen in Slurmis geben Lnrde, Zu

gewaltige Ziel eingesetzt werden. Noch reichen die Ere- burtenziffern nicht aus.

Es gibt nur ein Mittel, um unser Volk aus dieser ernstlichen Gefahr des völkischen Niedergangs (nach Zahl und Tüchtigkeit) zu retten: das E n 1 st e h e n möglichst vieler erb gesunder Pollfamilien, d. h. von Familien, in denen

mindestens vier lebenskräftige Kinder geboren werden. Nur diese Kinderzahl reicht für die Volkserneuerung aus.

Zerrüttung des Familienbegriffs und bevölkerungs­politische Irrlehren haben in der Verfallzcit allerschwerste Schäden angerichtet; die gesunde kinderreiche Familie ist mit der erbkranken asozialen in eine Reihe gestellt und der Verachtung und Verelendung überantwortet worden. Hier Wandel zu schaffen, Aufklärung zu verbreiten, die alte deutsche Kinderliebe wieder zu wecken und zu stärken, vor allem aber der Pollfamilie wieder Achtung, Geltung und Lebensraum zu erringen, das ist die Aufgabe unserer Zeit!

Der Reichsbund der Kinderreichen (RDK.) ist nach dem Willen des Führers mit dieser Kampfaufgabe betraut. Staat und Partei stehen hinter ihm. Es ist Ehrenpflicht aller erbgesuudcn kinderreichen Eltern, in seinen Reihen mitzustreiten und sich durch das Tragen seines Zeichens stolz zu dem Glück zu bekennen, das au? dem köstlichen Reichtum einer Familie und eines Volke-' erblüht, dem Reichtum an Kindern.

Unter den 44 Männern, die den Aufruf unterzeichnet haben, sind sechs Reichsminister, und zwar Dr. Goebbels. Dr. Frick, Generaloberst von Blomberg, Freiherr von Eltz-Rübenach, Graf Schwerin von Krosigk und Dr. Rust. Außerdem finden sich Namen wie Ministerpräsident Klag­ges, Staatssekretär Pfundtner, Botschafter von Ribben­trop, Herzog Ernst August zu Braunschweig und Lüne­burg, Krupp von Bohlen-Halbach. Staatsrat Meinbera und andere.

diesem Zweck werde ein Zusatzhaushalk eingebracht wer­den, der außerdem noch Maßnahmen für den Bau mehre­rer kleiner Schiffe enthalten werde.

Zu der Mitteilung Lord Stanleys ist zu bemerken, daß das Flottenbauprogramm 1935 bereits den Bau einer Zerstörer-Flottille von neun Schiffen vorsieht, die im Ok­tober in Auftrag gegeben wurden. Insgesamt baut Eng­land im Laufe des Finanzjahres 16 neue Zerstörer. Sie sollen 3um Teil dazu dienen, mehrere während des Welt­krieges gebaute Zerstörer zu ersetzen.

Regierungswechsel m der Tschechoslowakei.

Wie aus Prag gemeldet wird, ist Ministerpräsident Dr H o d 3 a von seinem Amt zurückgetreten.

Ministerpräsident Dr. H o d z a hatte sich nach Lana begeben, um dem Präsidenten der Republik fein Rück­trittsgesuch einzureichen. Wie es heißt, hat Dr. Hodza schon seinerzeit dem Außenminister Dr. Benesch gewisse Zusagen zugunsten dessen Anwartschaft auf den Prä- sidentenstuhl gemacht, die von der Partei des Minister­präsidenten nicht gedeckt werden. Die tschechische Agrar­partei hat den Vorstoß von Dr. Benesch im Sinne der Abdankung des Präsidenten Masaryk und die Wahl Dr. Benesch' zu dessen Nachfolger aufgesangen und in nun fast vierzehntägigen Verhandlungen zum Halten gebracht. Die schon vollkommen versteifte Lage soll nun durch diesen Schritt Hodzas gelöst werden. Man denkt daran, ein Übergangskabineti unter dem Vorsitz des katholischen Ministers S ch r a in e k zu bilden, welches nach der Ab­dankung des Präsidenten Masaryk die Neuwahlen aus­schreibt.

Rückrritisgesuch Sodzas nicht angenommen.

Staatspräsident Masaryk hat überraschenderweise den Rücktritt der Regierung, die ihm der Ministerpräsident Hodza am M i t t w o ch n a ch m i t t a g auf Schloß Lana anbot, nicht angenommen, über die weitere Entwicklung der durch die Krise in der Regie­rungsmehrheit entstandenen schwierigen Lage herrscht Un­klarheit.

WM- Die Hitlerjugend tust zum Opfer! Kannst Du ab- & Sjto w f» W Ä AS 2* ÄiLttliÜL kWWlS?

Kinderreichtum sichert die Zukunst.

Zur Gründung des Ehrenführerrings des Reichsbundes der Kinderreichen.

Die im Ehrenführerring zusammengeschlossenen Männer wollen Bresche legen in die unhaltbaren Vor­urteile, die aus der Zeit planmäßiger Volkszerstörung noch lebendig sind, und sie wollen die Bahn ebnen für den Willen zum Kinde. Die Geburtenkurve in Deutsch­land sank im gleichen Schritt mit der Verbreitung des Liberalismus, sie hatte mit der Novemberrevolte ihren Bruchpunkt und schlug nach der Machtergreifung nach oben aus.

So ist die Geburtenziffer ein verläßlicher Grad­messer der Gesinnung! Nicht der Wirtschafts­lage, denn in der Abkehr vom Kinde sind in der Zeit wirtschaftlicher Hochblüte die bemittelten Kreise voran­gegangen. Damit ist auch der Einwand derer widerlegt, die da sagen, die Frage des Kinderreichtums ist lediglich eine Frage des Geldes.

Seit dem Umbruch 1933, seitdem die Einsicht Platz gegriffen hat, daß der Aufbau des Dritten Reiches und alle Erfolge des Führers nicht der Gegenwart allein, sondern der Zukunft gelten, und daß es an uns Männern und Frauen liegt, in treuer volkspolitUcher Pflicht­erfüllung dieser Zukunft in Millionen artreiner, gesunder Kinder die lebendigen Träger zu geben hat die Geburten­kurve einen erfreulichen Aufstieg erfahren. ©eutWaubg Erfola in seiner Bevölkerunasbeweauna wird um so

Explosion im Mumtionelaoer

einer französischen Kuser *

Paris, 12. Dez. (Funkmeldung.) Das Munitions­lager der Kaserne der republikanischen Garde in Rèrouvtlle bei St Mihiel ist in der Nacht zum Mittwoch i n d i e L u f t geflogen. Die Lagerräume wurden völlig vernichtete Als Folge der Explosion brach in der Kaserne Feuer aus. Das Feuer konnte gelöscht werden.

deutlicher. Wenn man ibn an den Ergebn i^en der anderen europäischen Staaten mißt. Zunächst 'ft be Beirats Häufigkeit, die, verglichen mit dem Jahre 1932 schon 1933 eine Zunahme um rund 24 v. H. aufwies im Jahre 1934 abermals um 16 v H. gestierten. Da?- Jahr 1932 ist deshalb zugrunde gelegt, weil es bei fast allen Nationen das niedrigste war und in ihm bei uns keinerlei Bevö'kernngspolitik von amtlicher Seite ac­trieben wurde. Mit der hoben Heiratsziffer steht Deutschland weitaus an der Spitze aller Nationen. Auch in der Zunahme der Lebendgeburten steht Deutsch­land obenan, wenn es auch an der absoluten Höhe der Geburtenziffer noch sehr krankt. Es gelang uns immer­hin. unsere Lebendgeborenenziffer von 14.7 auf 1000 Ein­wohner im Jahre 1933 der niedrigsten Ziffer seit dem Kriege überhaupt auf 18 zu steigern was einer Zu­nahme um rund 25 v. H. gleichkommt. Trotz des beacht­lichen Gewinnes im letzten Jahr steht aber Deutschland mit seinen 18 Geburten auf 1000 Einwohner noch hinter Rumänien (32,4), Portugal (28,4), Spanien (26,2), Polen (26,5), Italien (23,2), den Niederlanden (20.7) u a. m. zurück. Diese Länder haben trotz ihres Geburtenrück­ganges Geburtenziffern, die für uns vorläufig noch ein Wunschbild darstellen.

Für die Größe des in einem bestimmten Zeitraume verbleibenden Bevölkerungsüberschusses ist die Sterb­lichkeit von entscheidender Bedeutung. Die Sterbc- zifser ging in Deutschland ständig zurück, unb zwar von 14,8 Gestorbenen auf 1000 Einwohner im Porkriegsjahre 1913 auf 10,9 im Jahre 1934. Damit hat sie einen Stand erreicht, der bei der bereits einsetzenden Überalterung unseres Volkskörpers keinesfalls erhalten bleiben kann. Wir werden in nicht zu ferner Zeit mit einer beachtlichen Zunahme der Sterblichkeit rechnen müssen und benötigen alsdann eine Geburtenziffer, die diesen erhöhten Verlust mindestens deckt. . In der Niedrigkeit der Sterbeziffer stehen wir fast am Ende aller Nationen. In dieser Tat­sache liegt ein gewisser Ausgleich, der bewirkt, daß die Länder mit den meisten Geburten uns nicht allzu schnell überflügeln.

Der Unterschied zwischen den Geborenen und Ge­storbenen ist der Geburtenüberschuß. Er ist aber nur die augenblickliche Bilanz und sagt uns noch nichts über die spätere Gestaltung der Volkszahl. Entscheidend bleibt aber immer die Größe des Nachwuchses. Deutsch­land vermochte im Jahre 1934 gegenüber dem Vorjahre seinen Geburtenüberschuß zu verdoppeln, und zwar von 3,5 für 1000 Einwohner auf 7,1. Damit stehen wir in der Größe der Zunahme unb auch in der absoluten über­schußzahl wieder an erster Stelle, nicht aber in der Höhe der Überschußziffer selbst. Denn Länder wie Polen und Italien weisen einen Geburtenüberschuß von 12,1 bzw. 10 aus, unb haben eine nur wenig geringere Bevölkernngs- zunahme als Deutschland gehabt, obwohl sie mehr denn 25 Millionen Einwohner weniger besitzen

Im Jahre 1933 stauben wir mit unserem Geburten­überschuß, obwohl wir weitaus das größte der ver- glicheneri^Länder waren, an fünfter Stelle hinter Italien, Po^en, Spanien und Rumänien. Wenn wir also nun wieder an die Spitze gerückt sind, so ist das ohne Frage ein großer Erfolg, aber doch nur ein Anfangserfolg, mit dem wir uns noch lange nicht auf rieben geben dürfen,