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Ericheim, jeden Werktag. WochenbeUage:Der ,

NHâs^V^S. Ä Tageblatt für Rhon und Vogelsberg sMp'1 MMäi'XtS Zulöa- und Haunetal Söldner Kreisblatt bach/H. Hauptschriftleiter Friedrich Ehren- 7 v

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Nr. 302 12. Jahrgang

Fulda, Samstag, 28. Dezember 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Englisch-italienische Spannung.

Italienische Elitetruppen nach Libyen unterwegs. Englische Gegenmaßnahmen.

Ein Londoner Blatt will wissen, daß Italien seine Truppen in Libyen um eine weitere Division - 18 00(1 Mann verstärkt. Diese Truppen hätten bereits heimlich die Reise nach Nordafrika angetreten. Das Blast weist darauf hin, daß diese Division eine besondere E l i t e t r u p p e darstelle, die geradezu ein Musterbeispiel an Motorisierung und Mechanisierung bedeute. Die italie­nischen Truppen an der libysch-ägyptischen Grenze seien somit auf 80 000 Mann verstärkt.

Demgegenüber sind von englisch-ägyptischer Seite gründliche Gegenmaßnahmen getroffen worden. So hat die ägyptische Regierung einen Betrag von 20 000 Pfund für den Ausbau des Hafens von Alex­andria zur Verfügung gestellt. Die Bahnlinie nach Mersa Matrich, die hundert Meilen östlich der ägyptisch- libyschen Grenze endet, soll bis an die Grenze heran- aeführt werden. Außerdem soll beschlossen worden sein, alle englisch-ägyptischen Truppen von der Grenze wegzuziehen, um Patrouillenzusammenstößen aus dem Wege zu gehen.

Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß die Grenze strategisch schwierig zu verteidigen und deshalb be­absichtigt sei, die Italiener im Falle eines Einbruchs weiter in das Land hineinzulocken.

Großer Waffentransport für Abessinien.

Angeblich 36 Flakgeschütze und 15 Millionen Schuß Munition.

Nach einer englischen Pressemeldung aus Britisch- Tomaliland ist in Berbera jetzt der erste größere Waffen- und Munitionstransport für Abessinien ein­getroffen. Es soll sich um 36 Flugabwehrgeschütze, 4000 Gewehre, 15 Millionen Schuß Äleinmumtion und mehrere tausend Gasmasken handeln. Waffen und Munition sind auf Lastwagen zur abessinischen Grenze geschafft worden.

Wie italienische Blätter aus Dschibuti zu berichten wissen, sind ausländische Offiziere unter der Tarnung des Roten Kreuzes über Dschibuti nach Abessi­nien gereist. In Berbera (Britisch-Somaliland) soll kürz­lich ein Dampfer aus Aden eingelaufen sein, dessen 70 Fahrgäste Offiziere und Unteroffiziere der engli­schen Tankwaffe gewesen seien. Diese seien durch Vermittlung des Obersten Clifford, der im abessinischen Geheimdienst eine Rolle spiele, für das Hauptquartier des abessinischen Generalstabschefs, des türkischen Generals Wehib Pascha, angeworben worden. Sie hätten die Abessinier im Gebrauch von englischen Tanks und Maschinengewehren auszubilden.

Die Messimer msèöen Erfolge im Norden.

Furchtbare Rache an abgeschossenen italienischen Fliegern.

Die Abessinier entwickeln an allen Fronten lebhafte Gefecküstätigkeit. So ist es nach dem letzten a b e s s i n i - schen H eeres be r i cht den Truppen des Dedjasmatsch Hailu Kabane gelungen, die Italiener ausdemTem - b i e n g e b i e t auf M a k a l l c $ it h i n a u s z u t r e i - b c n. Bei diesem erfolgreichen Vorstoß seien den Abessi­niern elf Maschinengewehre, vier Gewehre und große Mengen Munition in die Hände gefallen.

Bei Daggabur schossen die Abessinier einen italieni­schen Bombenflieger ab. Von der fünfköpfigen Besatzung des schweren Bombers sind zwei Mann in den Busch geflohen. Die anderen drei wurden gefangengenommen und nach Daggabur geschleift. Den, einen Flieger wurde der Kopf abgeschlagen, auf einen Speer aufgespießt und dann in Daggabur öffentlich zur Schau gestellt. Der Hatz gegen die übermächtige Luftwaffe der Italiener, die bei Angriffen auf Truppenlager wie Ortschaften schwere Opfer gefordert hat, läßt an den Gefangenen seine Wut aus.

Der italienische Heeresbericht N r. 81 meldet:Eine unserer Erkundungsabteilungen im Ta- kazze-Abschnitt hat eine Gruppe abessinischer Krieger beim Paß von As Gaga zurückgeschlagen. Die Verluste auf feindlicher Seite waren schwer. Auf unserer Sette sind sechs Italiener und drei Eritreer gefallen, vier Offizere, neun italienische Soldaten und 37 Eritreer wurden ver­wundet. Die Flieger waren auf der ganzen Front sehr rege." ' , .

Man rechnet auch mit einer Offensive des Generals Graziani im Ogaden-Gebie 1. Als Ziel der Offensive gilt der wichtige Knotenpunkt H a r r a r. Überall werden die Munitionsvorräte ergänzt. Es ist eine Reihe Straßen gebaut worden, auf denen der Nachschub ohne Schwierigkeit vonstatten geht. Anscheinend haben die Italiener jetzt genügend Benzinvorräte auf- gestapelt, so daß eine Offensive nicht mehr wegen Brenn­stoffmangels steckenbleiben wird.

W Frontsoldaten der Nationalsozialistischen Kriegs- opferversorgung sammeln am 4. und 5. Aranar 1936 für

Die Zriedensbedmgungen des Aegus.

Die Bedingungen, unter denen der Kaiser von Abessinien bereit ist, Friedenzuschließen, lauten, wie der Sonderberichterstatter des englischen Reuterbüros in Addis Abeba aus zuverlässiger halbamtlicher Quelle erfährt, wie folgt:

1. Völlige Zurückziehung der italieni­schen Truppen von abessinischem Gebiet. 2. Italie­nische Schadenersatzzahlung. 3. Anerkennung Abessiniens als souveränen Staat. 4. FestsetzungderGrenzen zwischen Abessinien und den italienischen Kolonien durch einen vom Völkerbund ernannten internationalen Ausschuß. 5. Abessinien ist bereit, ausländische Ratgeber in wirtschaftlichen, finanziellen und verwal­tungsmäßigen Fragen anzunehmen, aber italienische Beamte sollen hiervon ausgeschlossen sein.

Der Berichterstatter hält es für möglich, daß Abessinien unter Umständen aus die Schadenersatzzahlung verzichtet, glaubt aber, daß die Abessinier auf jeden Fall auf den übrigen Bedingungen b e st e h e n werden, es sei denn, daß sie militärisch völlig geschlagen werden.

Atempause Bis Mitte Zanuar?

Italienische Betrachtungen zur politischen Lage.

Rom, 28. Dezember. In maßgebenden italienischen Krei­sen Roms wird erklärt, daß mit einer Aenderung bei politischen Lage bis ungefähr Mitte Januar nicht 311 rechnen sei, vielmehr angenommen werden müsse, daß von allen beteiligten Kreisen eine abwartende Haltung eingenommen werden würde. Unter Hinweis auf die in den letzten Tagen in Paris und Madrid ausgegebenen Richtigstellungen im Zusammenhang mit der englischen Umfrage über militärische Zusammenarbeit im Mittelmeer gegen StaJien wird in dielen Kreisen bei Meinung Aus­druck gegeben, daß während des für die nächsten Wochen zu erwartenden politischen Stillstandes vielleicht eine Hoch­flut von Gerüchten entstehen werde, vor denen schon jetzt insbesondere soweit es sich um Mitteilungen militärischer Art handeln sollte, nur gewarnt werden könne.

Laval verteidigt seine Außenpolitik.

Kammerrede des französischen Außenministers. Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit England. Die Bemühungen zur Beendigung desZAbessinienkrieges.

yn der französischen K a M M e r fand am Freitag die mit Spannung erwartete außenpolitische Aus­sprache statt, die über das Schicksal des französischen Miuisterpräsidertten und Außenministers Laval ent­scheiden sollte. Gleich zu Beginn der Aussprache nahm Ministerpräsident und Außenminister Laval das Wort. Er erinnerte an seine Ausführungen vor zehn Tagen. Er habe schon damals gesagt, daß die Bemühungen um eine friedliche Regelung des ostafrikanischen Streitfalles mit den Grundsätzen und dem Geist des Völkerbundes übereinstimmten. Seit dieser Zeit seien schwerwiegende Ereignisse eingetreten. Sir Samuel Hoare sei zurück­getreten, und die englische Regierung habe die Pariser Vorschläge, die zusammen mit Sir Samuel Hoare ausgearbeitet worden waren, für tot erklärt.

Die abessinische Regierung habe sich über die Opfer, die sie bringen solle, erregt. Die italie­nische Regierung habe bei der Prüfung der Vorschläge nicht das Verständnis entgegengebracht, das zu erwarten man berechtigt gewesen sei. Gewisse Reden hätten im übrigen die Aufgaben nicht erleichtert. Alles dies habe die Lage nicht verbessert, sondern schwerwiegende Fragen ausgerollt, über die er sich jetzt äußern wolle. Die wesent­lichste Frage fei, zu wissen, ob die Politik, die er selbst als Ministerpräsident betrieben habe, mit den Belangen Frankreichs übereinstimme oder nicht. Er habe nicht nur durch Worte, sondern durch Taten die Achtung Frank­reichs für die Völkerbundssatzungen bekundet. In keinem Augenblick, weder in Genf noch anderswo, habe er gegen die Verpflichtungen verstoßen.

In Ausführung des Absatzes 3 des Artikels 6 der Völkerbundssatzungen habe er ohne Zaudern England gegenüber für Frankreich die Verpflichtung über­nommen, England zur See, zu Lande und in der Lust zu unterstützen, wenn es von Italien anläßlich der Anwendung der Sühnemaßnahmen angegriffen werden solle.

Er lege Wert darauf, um alle in der internationalen öffentlichen Meinung möglicherweise noch bestehenden Mißverständnisse zu beseitigen, dies hier öffentlich zu wiederholen. Die Erklärung, die damals dem englischen Botschafter abgegeben worden sei, sei inzwischen in Paris Sir Samuel Hoare gegenüber bestätigt worden.

Je schwerwiegender die Verpflichtungen gewesen seien, die sich aus den Völkerbundssatzungen ergaben, dello mehr sei es seine Pflicht gewesen, nichts zu versäumen, um eine friedliche Lösung durchzusetzen. Mit Hoare habe ex unter W CiNdEdsiM Sorge die ^rgoe per E, d -

MornillWst öder die Bereitstellung ton

Ilotten-SlWunktcn im Mittelmeer.

London, 28. Dez. (Funkbericht.) Die Morgenpresse rechnet nicht damit, daß bis Mitte Januar noch große Ent­wicklungen im italienisch-abessinischen Streit zu erwarten seien. Die Blätter begründen diese Vermutung mit der heutigen Abreise des britischen Botschafters in Rom, Sir Eric Drummond, der sich zu einem dreiwöchigen Urlaub nach England begibt.

Wegen der weiteren Verhandlungen zwischen England und den drei Mittelmeerstaaten Griechenland, Süd-Slavien und der Türkei, die die Erfüllung ihrer Verpflichtungen unter Artikel 16 der Völkerbundssatzung im Falle eines italienischen Angriffs auf die britische Mittelmeerflotte zu­gesagt haben, verhält man sich in den amtlichen Kreisen Londons vorläufig noch ziemlich zurückhaltend.

Der diplomat. Korrespondent der Morningpost meldet, daß sich die Besprechungen hauptsächlich um die Bereit­stellung von Flottenstützpunkten für die britische Flotte drehen werden, da die genannten Mächte keine nennens­werten eigenen Flotten besäßen. Bei der Türkei kämen die früheren Flottenstützpunkte in Smyrna und Istanbul in Frage, die auf Grund des Friedensvertrages größtenteils geschleift worden seien. Der Korrespondent will erfahren haben, daß die Türkei eine Bereitstellung dieser Stützpunkte nicht, wie von anderer Seite gemeldet wurde, von einer Revision der Dardanellenabkommen abhängig mache. Was die beiden anderen Mächte betreffe, so seien die drei Häfen Pyräus, Saloniki und Kreta von einer gewissen Bedeutung, während Südslavien, abgesehen von seiner Stellung im Adriatischchen Meer, hauptsächlich als Svrecher der Kleinen Entente zu bewerten sei.

Brennstoffaufnahme englischer Flugzeuge nicht mehr in Brindisi, sondern in Korfu.

London, 28. Dez. Wie der Luftfahrtberichterstatter des DailyTelegraph meldet, werden die nach Aegypten und Asien verkehrenden englischen Passagierflugzeuge ihr Brenn- stoffoersorgung nicht mehr in Brindisi, sondern in Korfu vornehmen. Diese Maßnahme sei auf die hohen Benzinkosten und die Schwierigkeiten einer geregelten Brennstosfver- sorgung in Italien zurückzuführen.

ölsrage beraten. Es stehe fest, daß die Pariser Vor­schläge erledigt seien, aber die Aufgabe der Vermittlung bleibe ungelöst. Der Völkerbundsrat habe sich versammelt und habe den Dreizehnerausschuß Wiederaufleben lassen. Der Perbindungsausschuß sei beauftragt, über die An­wendung der wirtschaftlichen Druckmaßnahmen zu wachen. Werde er das Feld seiner Tätigkeit erweitern?

Wer wolle behaupten, daß die bereits angewandten finanziellen und wirtschaftlichen Maßnahmen unwirk­sam seien? Wer könne die Bürgschaft dafür über­nehmen, daß man durch ihre Erweiterung nicht Ge­fahr laufe, den Streit zu vergrößern?

Einige erklärten, daß vor allem die Achtung des inter­nationalen Gesetzes wichtig sei. Gewiß, aber dieses Gesetz sei vorgesehen, um den Krieg zu verhindern und seine Wirkung zu begrenzen und nicht um einen Krieg zu verallgemeinern.

In Genf sei die Formel und die Methode der regio- nalen Beistandspakte ausgestellt worden. Sei es nicht gerade ihr Ziel, im voraus eine auf die besouders be­troffenen Gebiete beschränkte gegenseitige Unterstützung zu organisieren? Mangels von Abkommen dieser Art werde die selbsttätige Anwendung des Artikels 16 immer vom Zufall abhängig sein und von beschränkter Tragweite bleiben.

Das Vorgehen des Völkerbundes in der gegenwärtigen Krise könne auf Schwierigkeiten stoßen. Daraus dürfe man jedoch nicht folgern, daß der Grundsatz der kollck tiven Sicherheit hinfällig sei.

Es handele sich heute darum, die Achtung des internatio­nalen Gesetzes durch die Beendigung eines Streites zu gewährleisten, der den Belangen der Gesamtheit der Rationen abträglich sei und der nur den Feinden des Friedens nützen könne.

Wenn man ihm eine Meinungsverschiedenheit mit der englischen Regierung vorwerfe, so antworte er, daß frei­mütige Auseinandersetzungen zwischen zwei großen Demo- kraten nur die enge Zusammenarbeit festigen können, die für die Aufrechterhaltung des Friedens unentbehrlich sei.

Niemand könne leugnen er weniger als alle an­deren, daß die französisch-englische Zusammenarbeit das wichtigste Element der Sicherheit in Eurova fei.

habe es an dieser Zusammenarbeit nicht fehlen lassen, er habe der Solidarität, die beide Länder * verbinde, in keiner Weise Abbruch , getan. Er, Laval, habe Dinge untemcmméu. die er nicht bedauere, da sie das Ziel -«feit i^ @^ ^ WeM Le ajüLSi?