Nr. 304 — 12. Jahrgang
Zul-aer ^n^cigcr
Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage: „Der / * , A
srauas^WÄ % Tageblatt für Rhön und Vogelsberg Lr»LW ‘1 &4"%Ä Zulöa- und Haunetal ♦ Zul-aer Kreisblatt
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Fulda, Dienstag, 31. Dezember 1935
Anzeigenpreis 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Konkurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. — „D.A." XL 35. 750. — Zur Zeit ist Preisliste Nummer 4 gültig. — Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau. Lauterbach-H.
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Aylnpischer Neujahrsgrutz an die Welt.
Der Präsident des Organisa- tionskomitees für die XL Olym pifchen Spiele Berlin 1936, Dr. Theodor Lewald, und der Prä- fibeut des Deutschen Olympischen Ausschusses, Reichssportführer H. von Tschammer und Osten, haben folgenden „O l y m p is ch e n Neu- jahrsgruß an die Welt" erlassen:
Die vierjährige Spanne der X. Olympiade, die wir 1932 durch die Spiele von Los Angeles in unvergeßlich schöner Weise feiern durften, ist vorüber. Die XL Olym-
piabe hebt an, und mit ihr das Jahr, in dem die Olympische Glocke mit ihrem ehernen Klang die Jugend der Welt zu friedlichem Wettstreit der Kräfte nach Berlin ruft.
Nur wenige Wochen trennen uns noch vom Beginn der Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen, die den XL Olympischen Spielen im August zu Berlin vor- ausgehen. Die ersten ausländischen Wettkämpfer, die an den Winterspielen tcilnehmcn werden, sind bereits in Deutschland eingctrasfcn.
Inmitten einer Welt, die von Unruhen und Gegen» sähen erfüllt ist, hat sich die u n t c r d e in Zeichen der s ü n f R i ii g e stehende Weltgemcinschaft des Sports nicht nur der Angriffe zu erwehren vermocht, die aus den Lagern der Politik gegen sie herangctragcn wurden, sondern sie steht heute mächtiger, gesünder und in sich geschlossener da als je zuvor. 49 Nationen rüsten sich für die Entsendung starker Sportmannschaften zum festlichen ^reffen in Berlin, und über die Hälfte von ihnen wird schon in Garmisch-Partenkirchen vertreten sein. Mit lebhafter Anteilnahme verfolgt die Öffentlichkeit der ganzen Welt die sportlichen Vorbereitungen. Die Olympischen Komitees finden bei Gönnern und Freunden des Sports materielle Unterstützung, und in zahlreichen Ländern tragen auch die Regierungen zur Aufbringung der für die Olympia Expedition erforderlichen Mittel bei.
Der Führer Deutschlands und die dcursche Regierung tun alles, um dem Weltfest die höchste Würde und Weihe zu geben. Nach dem einhelligen Urteil der vielen Sport- führer aus aller Welt, die wir im vergangenen Jahr bei uns zu begrüßen die Freude hatten, sind nie zuvor Kampsund Wohnstätten für die olympischen Spieler in solcher Zweckmäßigkeit, Größe und Schönheit bereitgcstellt worden. Alle Vorbereitungen baulicher und technischer Art schreite;! planmäßig voran D a s d e u t s ch e V o l k in Stadt und Land sieht den Spielen mit freudiger Erwartung entgegen, zu herzlicher Gastfreundschaft für jeden bereit, der zum olympischen Fest zu uns kommt.
Möge das neue Jahr, das erste der XL Olympiade, erneu guten Verlauf der olympischen Wettkämpfe und Festlichkeiten und damit die Erfüllung des Wünschens und «ehnens bringen, das wir für die deutsche Jugend wie sur die Jugend aller teilnehmenden Länder, diese stolze Hoffnung der Menschheit, hegen.
Glückauf das Olympiajahr 1936!
Wo der Führer sieht, sieht die SA.!
Stabschef Lutze zum Jahreswechsel.
Mit Stolz blickt die SA. auf ein Jahr der Arbeit und Pflichterfüllung zurück. Mit ihren alten Standarten und Sturmfahnen marschiert sic ins neue Jahr und führt in ihnen die ewig glcichbtcibendc Parole mit: Wo der Führer steht, steht seine SA.! Lutze.
...ein Hort des Friedens...
Ausländische Pressevertreter an den Führer.
Berlin, 31. Dezember.
Der Verband ausländischer Pressevertreter in Berlin, einer der beiden Verbände, in denen die ausländische Presse in Deutschland zusammengeschlossen ist, hat zum Jahreswechsel folgendes Schreiben an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gerichtet:
„Der Verband ausländischer Pressevertreter spricht Ihnen zum Jahreswechsel seine aufrichtigsten Glückwünsche ans. An der Spitze Ihres in Arbeit emporstrebenden Volkes waren Sie im abgeschlossenen Jahre ein Hort des Friedens. Sie erreichten, ohne daß Gefahren entstanden, Grohes für die Machtcrstarkung des Deutschen Reiches mit dem wohltuenden Ergebnis wachsender Beruhigung Europas.
Mögen im kommenden Jahre der mit fester Hand geschützte Klassenfriedeu, die schonende Anerkennung fremden Volkstums und die würdevolle Achtung der Rechte und Pflichten der anderen Allgemeingut werden in den Beziehungen zwischen den Staaten und innerhalb ihrer Grenzen — in dem Geiste, den wir als Vertreter der ausländischen Presse wirksam gesehen haben.
Wir sind dankbar, daß wir im Dienste der Wahrheit Zeugen sein durften des großen Geschehens im Deutschen Reich, und wünschen, daß die edlen Ideen Ihrer Politik, hochverehrter Herr Reichskanzler, über alle Hindernisse hinweg zum Siege gelangen.
3n Treue und Verbundenheit
mit den Deutschen draußen!
Neujahrsaufruf des Gauleiters Bohle, Leiters der
Auslaudsorgauisation der NSDAP.
Der Leiter der, Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter E. W. Bohle, veröffentlicht zum Jahreswechsel einen Aufruf, in dem es u. a. heißt:
„Das Jahr 1935 war für die Auslandsorganisation der NSDAP., die Betreuerin aller Dienststellen der Partei rm Auslandsdeutschtum und in der deutschen Seeschiff-
ein Jahr der Gestaltung. Lüge und bewußte Entstellung prallten bei allen Ausländsdeutschen und Seefahrern, die deutsch denken, ab, weil das Reich stark und frei wurde, und weil die Freiheit von jeher des Deutschen höchstes Gut war.
Auch im neuen Jahre wird die Auslandsorganisation der NSDAP., hier und draußen, ihre Pflicht gegenüber Führer und Volk erfüllen. In großer Zeit grüßen wir in ~ r e u e und Verbundenheit die Deutschen draußen, die für immerdar unzertrennlich mit uns verbunden sind, iveil Adolf Hitler es gewollt hat
Es lebe Deutschland! — Es lebe der Führer'"
KdF.-Urlaubcr besuchten den Führer.
Eine größere Anzahl von „Kraft durch Freude"-Urlaubern, die zur Zeit ihre Ferien im Berchtesgadener Land verbringen, konnten den Führer auf dem Oberialzberg besuchen. Die Urlauber, deren Heimat vorwiegend Sachsen und Schlesien ist, zogen in Gruppen an dem Führer vor bei, der sie herzlich begrüßte. (Scherl Bilderdicust — M.»
Darre an das deutsche Landvolk.
Der Reichsbauernführer R. Walther Darre veröffentlicht einen Neujahrsaufruf an das deutsche Landvolk, in dem es heißt:
Wiederum liegt ein Jahr harter Arbeit hinter uns. In einem großen Rechenschaftsbericht konnte der Reichsuähr- staud und damit auch das ganze deutsche Landvolk auf dem Dritten Reichsbauernlage in Goslar unter Beweis stellen daß sie das Äußerste an Fleiß, Energie und E in 1 a tz b e r e i t s ch a f t aufgebracht haben, um ihre Aufgabe zu bewältigen, die Ernährung des Deutschen Volkes slcherzustellen. Man kann ruhig sagen, daß ohne diese aufopferungsfreudige Arbeit des Reichsnährstandes und des gesamten deutschen Landvolkes wir heute, drei >;ahre nach der nationalen Erhebung des Jahres 1933, in demselben „Steckrübenwinter von 1916/17" stehen wurden, wie damals, zwei Jahre nach der nationalen Erhebung von 1914.
trotz dieser Sachlage der „Steckrübenwinter rJWl / vermieden werden konnte, so nur dank des opfer- freudigen Einsatzes aller Bauernführer und Beamten des Reichsnährstandes und des deutschen Landvolkes über» baupt. Gleichzeitig ist diese Tatsache aber auch ein Beweis für die Richtigkeit unseres Weges. Das Bewußtsein Hierüber wird uns den Miil lind die Kraft geben, im kommenden Jahre in alter Frische und Tatkraft weiterhin an tue Meisterung der vor uns liegenden Aufgaben Herau- zugehen. W i r z w e i f e l u nicht an d e m E r f o l g
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Der Hauptaintsleiter des Nationalsozialistischen Deut- ^bn Lehrerbundes, Fritz Waechtler, hat in einem Neujahrsaufruf an die deutsche Erzieherschaft u. a. folgendes erklärt:
Wir sind Zeugen eines weltanschaulichen Umfor- muligsvorganges von außerordentlicher und weltqeschicht- licher Bedeutung. Die nationalsozialistische deutsche Er- zieherschast muß in solchen Zeiten Stoßtrupp sein und immer mehr werden, die neuen Ziele der Erziehung müssen immer klarer erkannt und die Wege zu ihrer Er- n® festgelegt werden. So stellt uns auch das Jahr r unerhört große und schwere und doch so glück- Aufgaben. Mögen an den hohen Zielen unsere strafte wachsen!
Manz der nationalsozialistischen Agrarpolitik.
Ein Rückblick an der Jahreswende.
Die in verschiedenen Teilen der Erde entbrannten
Kämpfe um Boden und Raum und die in den letzten Wochen in Deutschland aufgetretenen Störungen bei der Fleisch- und Fettversorgung haben erneut eindeutig bewiesen, daß in der politischen Entwicklung eines Volkes der Boden und die aus ihm erarbeiteten Früchte ein entscheidender Faktor sind. Auch die verstocktesten Seelen haben erkennen müssen, daß die ausreichende Bereitstellung der lebensnotwendigsten Nahrungsmittel für das Volk sowohl in politischer als auch in sozialpolitischer Hinsicht unumgängliche Notwendigkeit ist. Die Arbeitsschlacht, die Wehrhaftmachung und all die anderen Maßnahmen der verschiedenen Frontabschnitte des deutschen Wiederaufbauwerkes bedürfen der ausreichenden Nahrungssicherung. Unter diesem Gesetz stand die agrarpolitische Arbeit des vergangenen Jahres.
Kam es in der ersten Zeit nationalsozialistischer Agrarpolitik darauf an, die wirtschaftliche und blutsmäßige Sicherung des deutschen Bauern zu gewährleisten, so diente die Arbeit des letzten Jahres vornehmlich dem volkswirtschaftlich richtigen Einsatz der Ernährung s w i r t s ch a f t in den Gesamtbereich des deutschen Wirtschaftslebens. Über aller agrarpolitischen Arbeit stand das Verpflichtungsgebot, die Erzeugungsschlacht zu schlagen! Der deutsche Raum ist 'klein? so- gar erdrückend klein. Wenn dieser Raum die notwen- digsten Nahrungsmittel für alle Volksgenossen hergeben soll, dann muß mit den letzten Mitteln der Landbautechnik auch das letzte aus diesem Boden erarbeitet werden. Dabei war der Landwirtschaft nicht nur die Aufgabe gestellt, mehr Früchte und bessere Früchte zu erzeugen, sie mußte darüber hinaus Anbauflächen für solche Früchte frei machen, die im Verlaus einer jahrzehntelangen weltwirtschaftlich und kapitalistisch ausgerichteten Landwirtschaftspolitik vom deutschen Aubauraum in um» liegende oder Überseeländer abgewandert waren.
. . Der erste Einsatz der Erzengungsschlacht hat gezeigt, daß Die schweren Aufgaben der ausreichenden Nahrungs- mittelerfteUuiig zu bewältigen sind, wenn nur der nötige Wille und die unbedingte Einsatzbereitschaft vorhanden ünd. Auf dem Erntedankfest am Bückeberg und auf dem Reichsparteitag in Nürnberg hat der Führer Worte der Anerkennung für die Leistungen der Ernährungswirt- Ichafl gefunden. Wenn er dabei ausführte, daß „Sicherheit der Ernährung durch eigene Kraft die Voraussetzungen der Freiheit und der Garantien der Unabhängigkeit eines Volkes sind", dann ist damit die Aufgabe des Bauerntums im kommenden Jahr umrissen. ' Mit be- wunderungswürdiger Disziplin hat das deutsche Volk in Den letztere Wochen die Verknappungen bei einzelnen land- ivrrtichaftlichen Erzeugnissen hingenoinmen. Aber es muß das Ziel sein, im Laufe der Zeit ähnliche Erscheinungen unmöglich zu machen.
Wenn auch die Durchführung der Erzeugungsschlacht heute noch Die entscheidende Aufgabe des Bauerntums ist, io darf man darüber doch nicht die anderen Maßnahmen vergessen, die einen möglichst schnellen und billigen und den jeweiligen marktpolitischen Notweudiq- keiten angepaßten Verkehr der landwirtschaftlichen S<;Wr zum Verbraucher gewährleisten. Teerte, die Millionenbeträge ausmachten, sind früher durch arnsachgemäße Behandlung und Lagerung, durch langes Hinundhertransportieren aus spekula- S ®ru"bcr!, verdorben worden. Solche Übelstände wird der Reichsnährstand weitgehend verhindern durch den immer präziser werdenden Aufbau der verschiedenen Marktorganisationen. Nur aus diesem Grunde wurde ^^^gaugenen Jahr die neue Reichshauptabteilung III, KF?r Jiartt «Waffen und die Hauptvereiniqung für Kreide, Milch Vieh, Kartoffeln, Eier, Garten- und Weinbau, Brauwirtschaft, Zuckerwirtschaft und für Fische ausgebaut und damit eine lückenlose D u r ch f ü b - rung der Marktordnung bei den wichtigsten Lebensmitteln gewährleistet.
Die En t w i ck l u n g d e r P r e i s e für Rahrungs- !""tel lst der Entwicklung der Einkommensverhältnisse städtischen Verbraucherschichten angepaßt worden ^"' Weltmarkt die Preise für die lebens Nahrungsmittel in den letzten Monaten fein erheblich gestiegen sind, konnte durch dieFestpreisge- ^$8^6 ung in Deutschland ein Nahrungsmittelpreis gehalten werden, der sowohl Verbrauchern als auch Er- wurde. Im kommenden Jahr wird der Reichsnährstand die begonnene Arbeit mit derselben Ziel- streblg ert und Einsatzbereitschaft weiter fortführen, denn M Führer gestellten Aufgaben zi, lösen: Sei Sicherung der deutschen Nahrungsfreiheit die Bewegungsfreiheit der nationalsozialistischen zu^ ^gewährleisten!"^ ^ wirtschaftliche Handlungsfreiheit
Die Besprechung zwischen Laval und dem englischen
Botschafter.
2m;^0tiSo3t'^ (Funkmeldung.) Zu der Unterredung Ästchen Laval und dem englischen Botschafter am Montag SLf“ -^tm, in der Besprechung seien vor allem die Einzelheiten des gegenseitigen Beistandes besprochen wor- den enAlijchen und französischen Militarsach- verständigen erner few lärmen worden sei.