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Zulöaer Inzeiger

Bei Lürserungsbehindèrung burdf%B U Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ?rwM^ ^^^- unö Haunetal . Zulöaer Kreisblatt

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ich Ehrenklau, Fulda, _ Rotationsdruck: Friedrich Ehtei

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Schriftleitung und Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernsprecher Nr. 2989

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." XL 35. 750. - Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 4 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Lhrenklau. Lauterbach-H.

Nr. 1 13. Jahrgang Bq^. ^\K^

Fulda, Donnerstag, 2. Januar 1936

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Auch 1936 ein Jahr nationalsozialistischer Tatkraft. Die Neujahrsbotschaft des Führers an Bewegung und Volk.

Am ersten Tage des Jahres 1936 verlas im deutschen Rundfunk Reichsminister Dr. Goebbels eine Neujahrs- b o t f ch a s t des Führers, die folgendermaßen lautet:

Nationalsozialisten, Nationalsozialistinnen, Parteigenossen!

Zum drittenmal feiert das neue Reich den Jahres­wechsel. Zum drittenmal wurde uns am Beginn der ver- aangènen zwölf Monate der bevorstehende Zusammen bruch des nationalsozialistischen Regimes prophezeit.

Zum drittenmal ist Deutschland unter diesem Regime st ü r k e r u n d gesünder geworden auf allen Gebieten seines nationalen Lebens. Es ist für uns, die wir diese große geschichtliche Wende unseres Volkes gestalten und erleben durften, schwer feststellbar, welchem der drei zu rückliegenden Jahre die größere Bedeutung für die Wie­derauferstehung des deutschen Volkes zukommt. 1933 er­oberten wir die innere Macht. 1934 gelang es uns, sie zu befestigen rmd zu erweitern durch die Vorarbeiten für die Erringung der äußeren Freiheit. 1935 steht im Zeichen der errungenen Freiheit nach außen und der weiteren Durchsetzung der nationalsozialistischen Idee und ihrer Grundsätze im Innern. Daß es uns neben dieser gewal­tigen Arbeit der politischen Wiederherstellung Deutsch­lands auch gelang, den wirtschaftlichen Aus bau d u r ch z u f ü h r e n und f o r t z u s e tz c n , kann uns alle mit besonderem Stolz erfüllen.

In derselben Zeit, in der wir mit Recht zufrieden zurückbliücn dürfen auf eine wahrhaft gewaltige politische kulturelle und wirtschaftliche Arbeit des Aufbaues, wird uns von journalistischen Hellsehern soeben wieder der neue Termin für den deutschen Zusa ;nnenüruch mit- geteilt.

Auch damit können wir zufrieden sein. Denn diese Phrasen werden vergehen, aber die Ergebnisse unserer Arbeit werden bleiben. Und das. vor uns liegende Jahr 1936 soll und wird ein weiteres Jahr nationalsozialistischer Entschlos­senheit nnd Tatkraft sein. Je mehr aber die Stärke des Reiches zunimmt uiib ihren sichtbaren Aus­druck findet in der wiedcrentstchcnden Wehrmacht unseres Volkes, umsomehr werden wir erfüllt sein von der Schwere der Verpflichtung, die uns die neue Waffe nuf- erlegt. Mit dem Blick in die vielen Wirrnisse und Un­ruhen der anderen Welt ermessen wir erst den Segen des klaren und stabilen Regimes in unserem Staate fo- wohl als den Segen und Nutzen des dadurch garantierten Friedens. Ein solches Bollwerk der nationalen europäischen Disziplin und Kultur gegen den bolschewistischen Menschheitsfeind zu bleiben, wird auch im kommenden Jahre unser eifervolles Bestreben sein. Dessen Versuch, durch fortgesetzte Revolutionen, blutige Aufstände und Unruhen die Ordnung der Welt zu untergraben und die Völker gegeneinander zu hetzen, werden wir so wie in der Vergangenheit auch in der Zu­kunft in Deutschland erfolgreich abwehren. Unser

MtWW GnWism auf Befehl des Negus

Schwedischer Protest wegen Verletzung des Rote-Kreuz-Abkommens in Genf.

Wie aus dem abessinischen Hauptquartier in Dessie mitgeteilt wird, hat Kaiser Haile Selaffie nunmehr, nach­dem die Fastenzeit des St. Gabrielscstes beendet worden ist, seinen Truppen den Befehl zur Großoffensive erteilt. War die Weihnachtswoche schon die blutigste des bis­herigen Kriegsverlaufs gewesen, so wird die Ncujahrs- woche an allen abessinischen Fronten noch schwerere Kämpfe bringen. In dem Hauptort des heißumkämpsten Tembiengebièts, in A b b i Addi, das von abessinischen Freischärlern erobert worden war, sind jetzt reguläre Truppen eingezogen, um diese« Ort zu einem Ausfalltor großen Stils zu gestalten. Von hier aus sollen die Ita­liener, die in Makalle liegen, von ihren rückwärtigen Ver­bindungen abgeschnitten und völlig eingekreist werden, nachdem dies schon von drei Seiten her geschehen ist.

Der von dem Negus erteilte Angriffsbefehl dürfte auch an der Südfront einen allgemeinen Angriff N a s Destas auf Jtaltenisch-Somaliland bringen. Bei Dolo steht die Hauptmacht des Ras, der selbst unter den größ­ten Blulopfern ans Mogadiscio vorstoßen will, um diesen italienischen Truppentransporthafen und größten Stapel­platz von Kriegsmaterial und Benzin zu erobern. Ras Desta würde damit der Armee Graziani die Rückverbin­dungen abschneiden. In Erkenntnis dieser schweren Ge­fahren hat General Graziani schon vor einem Monat den Vormarsch auf Harrär eingestellt und sich seitdem nur mit fliegerischen Operationen begnügt.

M- Frontsoldaten der Nationalsozialistischen Kriegsopfer- versorgung sammeln am 4. und 5. Januar 1936 für das WmterhUfsmerk.

höch stes Streben soll es aber auch im kommenden Jahre sein, dem wiedergefundenen nationalen Leben der Ehre und Freiheit den äußeren Frieden zu bewahren.

Das heutige Deutsche Reich, sein Weg und seine Zu­kunft sind unlöslich verbunden mit der nationalsozialistischen Partei. Sie hat die Umstellung unseres Volkes erreicht, die Energien für den Wiederaufstieg erweckt, die geistige und politische innxrc Voraussetzung für die Durchführung aller nötigen Maß­nahmen und Reformen geschaffen und gegeben. Ich bin mir bewußt, daß, was immer auch Deutschland treffen könnte, die Partei der feste und unzerstörbare Träger des deutschen Lebenswillens sein wird, wie sie dies in den zurückliegenden 15 Jahren war. Eine fanatisch ver­schworene Gemeinschaft deutscher Männer, deut scher Frauen und deutscher Jugend wird hinter mir stehen, wie in der Vergangenheit in ihren guten und schlechten Tagen, so auch in der Zukunft!

' Ich wende mich daher am Beginn des neuen Jahres wie immer an meine alten Mitkämpfer. Ich gedenke ihrer Treue und ihrer Disziplin.

Ich gedenke all der Führer in der Politischen Orga­nisation der nationalsozialistischen Partei, der SA., SS., der Hitler-Jugend, des Arbeitsdienstes, des SNKK., der Bauernorganisationc!^ der Arbeitsfront usw. sowie der Führerinnen der Frauenschaften und des BDM. Ich danke ihnen auch in diesem Jahr für die unentwegte Treue und den Gehorsam, den sie mir entgegenbrachten und die es mir ermöglichten, schwerste politische Entschei­dungen im sicheren Bewußtsein des hinter mir stehenden und durch sie geführten Volkes zu treffen. Ich danke all den unzähligen i aw ? ul ' sc " Pn-teigenossen und An­hängern, den braven Männern meiner SA. und SS., des Arbeitsdienstes, des NSKK. und der gesamten Arbeits­front für ihre Hingabe an die Bewegung und für ihre gebrachten großen Opfer. Ich danke besonders den Mil­lionen deutscher Bauern, die die Ernährung unseres Vol­kes auch in diesem Jahre gelingen ließen. Und ich danke endlich allen jenen Bekannten und U n b e k a n n t c n , die auch als Nichtparteigenossen durch ihre treue Mitarbeit das Deutschland des Dritten Reiches emporführen halfen. Ich danke vor allem den deutschen Frauen, die durch die neugeborenen Kleinen unseren Kampf durch ihre Tapferkeit erst der Zukunft unseres Volkes zugute kommen lassen. Das Jahr 1936 soll uns erfüllt sehen von einem neuen heiligen Eifer, zu arbeiten und einzutreten für unser Volk. Es soll uns alle vereint sehen im Bewußtsein der uns gestellten gemeinsamen Auf­gabe. Heute aber wollen wir danken dem Allmäch­tige n, der unser Werk bisher in seinen Segen genom­men hat. Und wir wollen uns vereinen in der demütigen Bitte an ihn, uns auch in Zukunft nicht zu verlassen.

Es lebe die nationalsozialistische Bewegung!

Es lebe unser einiges deutfches Volk und Reich!

Berlin, den 1. Januar 1936. Adolf Hitler.

Enttäuschung über den Verlauf des Abessinienkrieges in Italien.

Wie die englische ZeitungDaily Telegraph" aus Nom meldet, haben die Erklärungen Mussolinis über den Stillstand des abessinischen Feldzuges und die schtveren finanziellen Belastungen, die dem italienischen Haushalt erwachsen, eine sehr niederschlagende Wirkung auf die italienische Öffentlichkeit gehabt. Dazu treten die Befürchtungen über die wachsenden Verluste, die durch die letzten Kämpfe entstanden sind, und das unheimliche Schweigen von der Südfront.

Bis jetzt hätte der größere Teil der italienischen Öffentlichkeit gehofft, daß der Feldzug mit dem Beginn des neuen Jahres zu einem erfolgreichen Abschluß gebracht werden würde.

Man habe bisher geglaubt, das abessinische Abenteuer bedeute nicht viel mehr als einen militärischen Spazier­gang. Die Enttäuschung sei deshalb jetzt um so größer. DieT i m e s" widmen der Rede Mussolinis einen Leit­artikel, in dem auf die Wirksamkeit der Sanktionen hin­gewiesen wird. In politischen Kreisen Lon­dons ivirb gleichfalls die Rede Mussolinis als eine Bestätigung für die Notwendigkeit und die Richtigkeit der Sanktionspolitik angesehen. Es sei kein Zweifel, daß bei Fortsetzung der Sauktionspolitik Italien sehr bald am Ende seiner Kräfte sein werde, zumal sich die mili­tärische Lage offensichtlich immer mehr zuungunsten der Italiener verschlechtere.

Zurück aus Abessinien!

Das ungünstige Klima in Ostafrika macht immer wieder Heimattransporte von erkrankten und verwundeten ita­lienischen Soldaten nötig. Hier sieht man einen italieni­schen Heimkehrerdampfer im Hafen von Neapel. Eine lange Reihe von Sanitätsautvs, im Bilde links, wartet auf die Verwundeten vom abessinischen Kriegsschauplatz.

(Weltbild M.)

Bomben auf schwedische Sanitätsabteilung.

Der in Addis Abeba sitzende Rote-Kreuz-Dele- gierte hat ein scharf gehaltenes Protesttele­gramm nach Genf gesandt, in dem der italienische Luftangriff auf eine schwedische Sanitätsabteilung in der Nähe von Dolo dargelegt wird. Nach dem Bericht des abessinischen Oberbefehlshabers an der Südfront, Ras Testa, ist die vom schwedischen Roren Kreuz aufgestellte Sanitätsabteilung, die aus 9 Schweden und 23 abessinischen Krankenträgern bestand, re st losvernichtet worden. Ihr Leiter ist schwer ver­wundet worden.

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Die in der schwedischen Hauptstadt Stockholm ein- getrossenen Nachrichten über die Vernichtung der soge­nannten Westlichen Station des schwedischen Roten Kreuzes an der abessinischen Nordsront haben in der Öffentlichkeit größtes Aufsehen und Erbitte­rung hervorgerufen. Die schwedischen Blätter bringen in auffallender Aufmachung Meldungen über den Bomben­angriff der italienischen Flieger auf die genannte Station, wobei 32 Mann, darunter sämtliche 9 Schweden, den Tod gefunden haben. Der italienische Bombenangriff sei ein Vergehen gegen das internationale E h r e n r e ch t, weil er die Waffen gegen Nichtkämpfer richtete.Aftonbladet" erklärt u. a., der furchtbare Tod der Schweden entbehre jeglichen Gegenstückes in der Kriegsführung zivilisierter Länder.

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Die Abessinier melden weitere Fortschritte.

Nach abessinischen Meldungen machen die abessini­schen Truppen an der Nordfront weitere Fort­schritte. Fast das ganze Schire-Gebiet ist nach diesen Be­richten wieder von italienischen Truppen frei. Die Abessinier stellen danach auf einer Linie, die sich von Adi Danoh den Medenafluß entlang und weiter südlich des Ortes Caeciamo über Abbi Addi bis unmittelbar vor Makalle erstreckt. Der rechte Flügel der abessinischen Truppen befindet sich an der Straße nach Dessa mit Marschrichtung auf Agula. Die abessinischen Truppen müssen unter schwerstem Feuer und Bombenabwürfen durch italienische Flieger langsam Kilometer für Kilo­meter erobern. Auch im Dauakil-Gebiet haben die abessinischen Kampfhandlungen mit großer Heftigkeit be­gonnen, ohne jedoch bisher besondere Erfolge zu zeitigen, da die italienischen Truppen hier jedem Gefecht aus­weichen. *

Der Kaiser v on Abessinien hat am Mittwoch an dèn Völkerbund ein neues Protesttelegramm gesandt, in dem er gegen die dauernde Verwendung von Siftga-5 durch die italienischen Truppen schärfsten Protest einlegt. Zugleich wird von der Vernichtung der schwedischen Rote-Kreuz-Abteilung Mitteilung gemacht.