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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 36.

Mittwoch, 15. Januar 1919

S. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 951

Fernsprecher 951 xnb 952.

Hindenburg als Schützer der Ostmark.

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Et« Aufrnf der Bolkäbeauftragten.

Berlin, 14. Januar. (Drahtbericht.) Im ,L)mwNrts- veröfftnflichttn die fünf BolkS- beanswagten einen Aufruf an daS deut­sche Volk. Unter anderem heißt e» darin:

Sie scheinbare Ruhe

Fortleben des GpartakuS-Grdankens.

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»ane® satteren *e«rtgt wtonetL l.lo Kart »et freiet gafteKung ta« (ul Befieflungeu »er»en f*erteil een »er gtefd)6ft«ftete «»er »en Beten estgegengenixtetct. »ruderet, erleg unk ae»eF.ieet; TchtechihoMr»»« Ä/30, zur uxeerlengt etngefenkte Bet träge lattr. »te Rebattten eine äerentroermng eber GereLhr in feinem ftele stlemeSmen. Uüd-ahüw, de« »eiagggetbe« «»er Uni »reche wegen etwaiger nicht erknungtmäglger Lieferung «llgg-ichtefie«.

gnfsrtten«»reife; »te flebengefeettete gelte ftr etx>etmif*e «efchtfte W Wg_ für eng. »artige Un,eigen SS »f. Meflante«ette für einheimische Geschäfte 7g »t, für «utnirtige Geschäfte 1 SU Einfache Beilagen für die »ef«mtaufl«ge werken mit 5 Start »r« teufen» »e rechnet. Gegen ihrer dichten Verbreitung in »et Stetigen« sm» »er Umgebung fin» »ie »«fielet Reueflen Nachrichten ein «eiügNches gnfertlentetgen. Für die Aufnahme »en «ngetgtn an befttmmten tagen oder Blühen wird,. Ai. feine»ewühr getetfietef«itt*ftele: «iln-etr. 6

polnischen Rechtsanwalt von TrampczynSli übertragen und über die Einführung der polni­schen Sprache in den Schulen, Uebernahme der höchsten Behörden, sowie über die Regelung der Ein- und Ausfuhr von Lebensmitteln beson­dere Anordnungen in Aussicht gestellt.

Den brave« Soldaten der Republik ist eS ge­lungen, aus eigener Kraft und durch di« Un­terstützung der Bevölkerung einen Aufstand niederzuwerfen, der alle freiheitlichen Errungenschaften der Revolution zu vernichten Drohte. An dem Wid-rstmw deS BolkrS, be­sonders auch der Arbeiterklassen, die in ihrer er- drückenden Mehrheit di« voraufgegangenen Aus­schreitungen verurteilen, ist daS furchtbare Unternehmen gescheitert. Di« Regie­rung ist entschlossen, die Wiederholung ähnlicher Greuel mit allen Mitteln zu verhindern. Dir Nationalversammlung soll dir Verfassung des deutschen Reiches bestimmen und die Regierung nach ihren Wünschen zusammensetzen, die dann über den abzusMetzenden Frieden Beschluß fassen soll. Die gegenwärtig« Regierung berei­tet den Inhalt einer Verfassung vor, der das freie Selbstbestimmungsrecht deS Volkes, vor allem gegen revolutionäre und terroristische Bestrebungen schützt. Sie ist be­müht, einen Frieden z« erreichen, der die Frei­heit deS deutschen Volke- auch nach außen sicher stellt und die Gründung eines Völker­bundes zum sicheren Schutz gegen neue krie­gerische Gefahren ermöglicht und uns gegen den polnische« AnnecttoniSuws und die neu« rus­sische Militär-DeSpoti« zu schützen vermag, die mt kriegerischer Gewalt uns ihre eigene Anar­chie aufzwingen und einen neuen Weltkrieg ent­fesseln will, dessen Schauplatz unser Land wäre.

Bromberg, 14. Januar.

DieBromberger Zeitung- meldet aus Ber. lin. daß Generalfeldmarschall von Hinden­burg daS Kommando Über den ge­samte« Grenzschutz übernehme« wird. Am 11. Januar hatte in Bromberg ein Regierungspräsident eine Besprechung über di« militärische Lag« abgehalten, an der auch ein Vertreter der Obersten Heeresleitung teil­genommen hat. Neber L i s s a ist das Stand, recht verhängt worden, ebenso in Gloga«.

Keine Ge'-irtS-PrriSgabe.

Berlin, 14. Januar. (Drahtbericht.) tag» täglich laufen zahlreiche Kundgebungen aus Ostpreußen, Westpreußen, Posen und Ober« schlesien bei der Reichsregierung ein. in denen die deutsche Bevölkerung gegen die polni­schen An.nexionSbestrebungen Wi­derspruch erhebt und ihren unerschütterli­chen Willen zum Ausdruck bringt, mit dem deutschen Reich vereint zu bleiben. Die Be­völkerung Ost- und WestpreußenS, Posens und Schlesiens kann überzeugt fein, daß die Reichs- regierung sich mit allen Mtteln dafür einsetzen wird, daß deutsche Gebiete nicht auö dem ReichSv-rband ausscheiden.

Zur Ablieferung der Waffe».

Berlin, 14. Januar. kDrachtbericht.) Di« Re­gierung veröffentlicht eine Verordnung, in der eS heißt: Alle Schußwaffen, sonne Mu­nition aller Art zu Schußwaffen, sind sofort abzuliesern. Als Schußwaffe« gelte«: Ge­wehre, Karabiner, Pistolen, Revolver. Geschütze aller Art, Minenwerftr. Maschinengewehre, Handgranaten und Flammenwerfer. Alle öf- entlichen Zentralbehörden erlassen die erfor- »erlichen AusMhrungSbestimmunge« und be- timmen, wo und biS wann spätestens die Aus­lieferung zu gefchcche« hat. Wer nach Ablauf der Ablieferungsfrist in unbefugter Weise mit Waffen oder Arunition getroffen wird, wird mit GrsängniS biS zu fünf Jahren und mit Geldstrafe bis zu hunderttau­send Mark oder mit einer dieser beiden Strafen bestraft. Sollten die Wafftn oder Mu­nition zu Gewalttaten gegen andere Personen oder Sachen verwendet werden, so ist bi« Straft Zuchthaus bis znfüns Jahren.

polnische Posen proklamiere.

Breslau. 14> Januar. (Drahibericht.) Wie aus Posen unter polnischer Zensur mitgeteilt wird, ist vorgestern durch de« Posener Obersten Polnischen BolkSrat der Anschluß Posen« an die polnisch« Regierung proklamiert worden. Die­ser polnische Bolksrat hat daS Amt des Ober- Präsidenten und des Regftrungspräsidenten dem

gegen Abtrennung deutscher Gebiete, für daS uneingeschränkte SelbstbestinrmungS - Recht Deutschlands und für die unbedingte Gleichh». ; rechtignng des Bürgertums, für die sofortige Einberufung der Rationawersammlung. die j Sicherung aller verfassungsmäßigen Grundla- gen tote die Sicherung beS Wirtschaftslebens, < endlich Schutz der persönlichen Freiheit und' beS EgentumS. Für die Arbeit der Bürger- \ bünde ergeben sich daraus weitere positibe 1 Richtlinien: Staatsbürgerliche Aufklärung im weitesten Sinne, rechtliche Vertretung bei den ' Behörden und derzeitigen amtlichen Stellen, individualistisch« und idealistische Gcschichts- und Wirtschaftsaufsassung, Erziehung zum deutschen Selbstbewußtsein. Erstarkung des Ge» meinbewußlftinz unseres Volkes gegenüber den zersetzenden Mächten d»» ßt«u>ntooit. Wir müs-

Aus LiebknechtsGlanzzeit".

Berlin, 14. Januar. (Dvahtdericht.) Der Vorwärts" veröffentlicht im Fakfilimc folgen­des Schriftstück: Kameraden. Arbeiter, die Re- gierung Ebert-Dckeidemann hat stch unmöglich gemacht. Sie wird von dem unterzeichneftn Ausschuß der Vertretung der revoluttonären sozialistischen Arbeiter und Soldaten (unabbäu gige-sozialiftifche Partei) und kommunistische Partei für.abgesetzt erklärt. Der unterzeich­nete revolutionäre Ausschuß hat die Regie- rungSgeschäste vorläufig übernommen. Kamera­den, Arbeiter, schließt Euch den Maßnahme» des revoluttonären Ausschusses an.

Berlin, 6. Ja«. Ledebour-Liebknecht-Gcholz.

Anf der Sache nach Spartakiften.

Berlin, 14. Januar. (Drahtbericht.) Wie die T. U. erfährt, fahndeten die Regierungstrup­pen im Lauft d«S Montag nachmittag nach den Anhängern deS TpartakuSbundeS, sie sich noch verschiedentlich in ihren Schlupf- winkeln in Häusern oder auf lustiger Warte auf den Dächern aufhalten, von wo aus sie durch Gewehrschüsse die Berliner Bevölkerung aufS Neue in (Erregung bringen wollen. Auto­mobile werden von den Truppen angehalten und von Spartakutzleuten untersucht. Rach An­gaben, deren Richttgkeit «och nicht nachgeprüst werden konnten, soll es den Regierungstruppen gelangen sein, fünfhundert bewaffneft Spar- takubleute, die mittels Automobil das Weite suchen wollte«, zu verhaften. Die zerstreut mnherkaufenden Spartakusleute sammeln sich anscheinend in bestimmten Ouartieren. Sie ver­suchten auch in der verflossenen Nackt kleinere ueberfälle, wurden aber immer wieder von Regierungstruppen mit Gewehrftuer zerstreut.

3« Dür-erbnnd.

In elfter großen, abermals sehr gut besuch­ten Versammlung des Bürgerbundes, bie ) am Sonntag abend im Vereinshause veranstal­tet wurde, sprach Direttor Dr. Friedrich überWas geht in Berlin vor?", ein Thema», das die Konferenz des Reichsbürgerrates. Mt* vom 4. bis 6. Januar in Berlin tagte, in ihrem inneren Zusammenhänge mit den Ber­liner Straßenereignissen barstellte. Ohne grunbsätzlich gegen bie Sozialdemokratie Stel­lung zu nehmen, erklärte man sich aber ans jener Tagung scharf gegen lebe Diktatur einer Klasse. Die Spaltung ber Sozialdemokratte gebe bem Bürgertum allen Anlaß, seine Reihen zu schließen, sich zu wappnen unb seiner Ziele flat bewußt zu werben. Berlin selbst ist zu einer Stadt beS Schmutzes unb ber Unordnung \ geworben. Für bie Nationalwahlen beschloß bie Berliner Tagtma nicht partei-politisch ein» »«greifen, wohl aber für Zufammenlegung bet bürgerlichen Listen zu wirken. Einstimmig et- klärte man sich

fttv »te Skeichseinhott,

Schntztruppe alps für die Zukunft und bas (St beiden unseres Vaterlandes abhängig

Mm sollte cmnohmen, baß. mehr noch, als btefem Ausruf, den Berliner Vorgängen bie wertend« Kraft innewohnt, a^s zu tun, um die Rationalvetsaminluuq zn sMtzen, damit sic uns den Frieden, die Ruhe unb Ord­nung wiedetbringe. Dieser Ftciwilligen- Schutz wird nötig fein, wo immer auch bie KonsKtuunte tagest soll. Denn Spartakus-Ge­fahr lauert überall. P. B. 8.

Allmählich hält hie Ruhe in Berlin wieber shre E-nkehr. Noch flackern hier unb da kleine Brandherde auf; aber bie vermehrende Straft der Flamme ist verlöfcht zum nnfcheinbaren Funken. Daß er noch da ist unb wetterglrmmt, daß die Berliner Gefahr nur schlafen ging, um bald vielleicht schon wieder auizuwachen unb ihr grauenvolles Antlitz erneut drohend zu er­höben, darüber darf es keine Unklarheit geben. ES war ein Stampf auf Leben unb Tod. Zer- wühlte Straßen, demoiftrte Läden, von Ku­geln überstebte Häuserfronten, und toaS trost- wftr ist: Hunderft Tote sind Zeugnis für Deutschlands größte Schande. Der Kampf ist entschieden, vorläufig; und die Ruhe will wiederkehten. die scheinbare Ruhe. Denn, was in Berlin geschah, der Bruderkrieg, wat ein Kämpfen um die von Liebknecht für Deutsch­lands propagierte Idee des Bolfchewismus, war ein blusiges Ringen um Weftonschamm- «en Glaubt jemand, daß ein solches Problem in zehntägigen Straßenkrawallen der Lösung entgegengeführt wird? Wir sagen .Rein" und sind überzeugt, daß die Gedanken, die hier unb da, im Osten. Süden. Westen unb Norden unseres Vaterlandes rumoren und ihre Grstblüten treiben, zu einer neuen, vielleicht «och viel grauenvolleren AuSetnandetsetzunq treiben. An äußeren Anlässen Winds nicht sch- len: Spartakus kann nicht wollen, daß Mt Ra- tionalverjammlimg fein Grab schaufelt; er wird e:n« eintretende Lebensmittelkrise, dje kaum ausbleiben kann, ebenso propaaandistisch bentit »rn, wie die Toten, die alsMärtyrer- nnyenn. krch fcTtlebc» werden. Alles spricht das« daß der Spartakns-Ged anken fortlsbt. um .fortzeu- gend Böses zu gebären". Darum heißt es jetzt, alle Kraft stählen, alles rüsten, um neuen An­stürmen gewappnet standhaften unb sie siegreich Abschlägen zn können. Die nächsMegende Auf­gabe aber wird sein:

Schutz dev Sratioualversammluna.

Raffel im Wahlkampf.

Deuischnationale VolkSparfti.

Auch bie Deuischnationale Volks« Partei hatte an ihrem gestrigen Abenb einen dichtbesetzten Stabthallen-Saal. Selbst auf dem großen Podium mangelte es derart an Stühlen, daß bie von der Stabt für bie Press«. Vertreter bestimmten Stühle in Anspruch ge­nommen und nicht ausreichend ersetzt wurden. Der Redner des Abends, Universttätsprofeffor Geheimrat Dr. Boretzsch ans Halle « brauchte sich über Mangel an Zwischenrufen unb Widerspruch nicht zu beklagen bezeich­nete als den schuldigen Teil am Zusammen- brnch die Internationale der Sozi­aldemokratie und spann diesen Gedanken weiter aus. Die Lösung der preußischen Wahl- rechtsfrage hätte Zeit bis nach dem Kriege ge­habt (Widerspruch). AuS der jetzigen Lag« könne nur ber nationale Gebanke retten. Es müsse eine nationale Politik getrieben wer­ben, bie unsere Reichsgrenzen besonbers gegen Polen unb Tschechen stcherstellt. Unsere Jugend muß wieber für bas Deutschtum heget- ftert werben, die deutschen Ideale und Tugen­den. Einfachheit. Treue. Würde unb Arbeitslust! sinb voranzustellen. VaterlanbSliebe unb natio­nale Ehre! In ber Debatte traten verschieben« Rebner für bie Deutschnasionale Volkspartei ein, währenb Vizepostbirektor Leineweber füt bi« Deutfch« Demokratische Partei sprach. Er erhob auch Beschwerbe bagegen. baß ein­zelne LandrSte, genau wie früher die Bürger- meister instruieren, wie st« die Deutschnationale. Partei förbern sollen. Seine Partei mache ben

Warrn»«» gegen bie Sozia'dem'kraLlr nicht mit unb später erhärte er: Wir haben keine Listenverbindung nach links unb keine nach rechts gemacht, weil eine große Partei» klarbenkenber Persönlichkeiten erforberlich ist. Ein sozialbemokratischer Solbat (Brandt) würbe auSgepfifftn und als ber Versamm­lungsleiter, Rechtsanwalt Brill, bie seicher noch nie gehörte Anstage an die Versammlung richtete, ob sie den Rebner «eiter anhören wolle, erscholl ein vielhundertssimmigeS .Rein!" Ungeheuerer Lärm erhob sich bei bem einen Teil bei Anwesenden unb besonbers in einer Ecke bet Galerie legte er sich nur vorüber- gehend, solange Vizepostdirektor Leineweber sprach. AlS aber Geheimrat Voretsch baS Schlußwort batten wollte, setzte bas Toben von neuem ein, selbst mit Stühlen wurde gefuch- telt und immer lauter geschrien und gedroht. Dazu machft sich eine Gegenwirkung geltend, fast wurden die Vorgänge in der Sonntags» \ Versammlung der U. S. P. übertroffen. Der Redner kam nicht mehr zu Worte. So wurde I der Versammlung ein Abschluß gegeben, indem man .Deutschland 'über alles" anstimmte unb < ber Gesang Übertönte schließlich auch bie Hoch­rufe auf Ebert-Scheibemann auf bet Galerie.

Die »Kölnische Volkszeitung- bringt, dazu mrwWsiert, einen beachtenswerten Aufruf, dem auch wir uns nur anschließen können. Er ^tet: .Es ist klar, daß die Sicherung der Beschlüsse der Nasional - Versammlung eine Hauptsorge aller ordnungsliebenden Staats­bürger fern muß. Sie liegt besonders der Obersten Heeresleitung am Herzen, wi« dies Staatssekretär Erzberger in der Sitzung des .storchsausschusses der Deutschen Zentrums - Partei am 30. Dezember v. I. in Frankfurt be­sonders betont hat, unter ausdrücklicher Beru­fung auf die Oberste Heeresleitung, auf den dringenden Wunsch des Generalftkdmarfchalls von Hindenburg und des Ersten General- auartiermeiisters Erz. Groener. Wenn es nicht gelingt, eine folche nationale Schntz- truppe, die unbedingt zuverläfsig fein must, zu bilden, dann würde eine ruhige nne erfolgreiche Tagung der am 19. Januar zu mahlenden Nationalversammlung unmöglich sein. Alle Mühe, alle Sora« und die Riesen­arbeit für die ganze Wahlbewegung würden v er g e blich sein, wenn es nicht gelänge,durch eine ansehnliche Trnppenmacht Sicherungen da. für zu schassen, daß in der TagnngKstadt der Nationalversammlung die Beratungen nicht in vollster Ruhe unb Freiheit stoftsinden können.

muß dabe» jebe Beeinflussung von der Straße her ausgeschlossen fein. Jeder irgend­wie denkbar« Einfluß bet SpartaftMeute muß unmöglich fein. Und bas ist eben, wie bie Dinge sich gestaltet haben, nut durch eine zuver­lässige Trupp« und zwar durch

ein« Trupp« Freiwilliger nöglich. Es ist dies eine Fordenmg der Srunde von höchster Bedentuna.

Deshalb ergeht noch einmal bierburrb an alle bem fficterlanb ergebenen jüngeren Soldaten die dringenbe Anfforberuna. sich bei demjenigen aktiven Offizier ,u melden, mit dem sie sich wahrend beS Feldzuges gut gestan­den,, zu bem sie also Vertrauen Haden. Die tetreffenben Offiziere geben die Meldungen tat bte ihnen bekannten Stellen weiter. Den sich meldenden Freiwilligen sind eine Tageslöh- nnng von 5 Mark und ferner eutspreckenbe Kommanbozulagen zugesichert. Sine persönliche Gefahr für die sich Meldenden ist damit um deswillen nicht verbunden, weil allein die Tat­sache des Bestehens einer solchen Natlonalgarde ziMl Sckvtze der verfassunggebenden Versamm­lung genügen wird, alle Versuche einer Stö­rung seitens orbmrrasskindlicher Elemente fernzuhalten. Die Aufforderung ergeht natür­lich nur an jüngere Soldaten in den nicht besetz- len Gebieten, also rechts des RbeineS. Sie mö­gen sich beS Ernstes der Lage bewußt bleiben und sich von ber Uebetzeugung burchdringen jassen, daß von möglichst rascher Sitounq dieser

Reue Schießereien.

Durchsuchung des Zeitungsviertels.

(Drahtbericht.)

Berlin, 14. Januar.

Die Schietzereein in ben späftn Nachmittags - stunden, bi« sich in alle Strassen des Zeitungs- vftrtels fvrtpflanzien, legten der Regierung bie Vermutung nahe, daß abermals von spartaft. stischer Sette ein Putschversuch auf denVor­wärts- geplant sei. Um vor allem Möglichen sicher zu sein, wurden grosse Truppenabteilnn- gen zur Berftigunn gesteW, die sich in bie Ge­gend desVorwärts- begaben, von wo «8 mög­lich ist, die Strassen zu sperren. Was die all­täglichen Schiessereien anbelangt, so ist man der Meinung, dass es sich nm halbwüchsige Burschen handÄt. die von den Spartakus- leuten ausgerüstet, noch im Besitz von Waffen unb Munition sind. Gross« Abteilungen der Regiermlgstruppen haben sich jetzt an bte Arbeit gemacht, um bas ganze Viertel grhnblich zu durchsuchen. Die untersuchten Häuser werben streng bewacht, sodass jeder unerwünschte Zuzug unmöglich gemacht wirb. Häuser, die den Rrchestörern alS Aufenthalt bienen, werben ausgehoben und von den Ruhestörern und Regierungsfeinden gesSnbert. Durch diese Massnahmen hofft bie Regierung, nunmehr endlich in bem feit einer Woche andauernd gestörten Viertel der Zei­tungen Ruhe und Ordnung zu fchafftn.

MW« Mel los

Da« Standrecht über Liffa «nd Elogau derhLngt.

(Dnchtbericht.)