9. Jahrgang
Sonntag, 16. Februar 1919
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Kasseler Abendzeitung
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Mckr Neueste Mchnchten
- Hessische Abendzeitung V,
Deutschlands Knebelung durch die Entente.
Reue BersSSkfusneu.
Entwaffnung und Auslieferung der Schiffe.
Llemeneea« rast Wetter.
Gens, 15. Februar. (Drahtbericht). Clemon- trau feit nach einer Meldung eines Lyoner Blattes aus Paris in der Sitzung des Kamm- merausschusseS für Auswärtiges am Mittwoch erklärt, er werde niemals einen Frieden unterzeichnen, der Frankreich nicht völlige Genugtuung nnd nicht volle Wieder- Verstellung bringe. Auch die französische Armee Würde lieber allein weiter kämpfen als sich einem solchen Frieden unterwerfen.
Deutschland gibt «ach?
Set«, 15. Februar. (Drahtbericht',. In fern Waftenstillftandsbedingungen drahtet der Pariser Korrespondent des .Bund': Man ist hier der Uebcrzeugung. daß Deutschland angesichts der vollkommenen Uebereinstimmung der Alliierten nachgeben werde. Ich persönlich. habe den Eindruck, daß man die deutschen Kriegsgefangenen freigeben wir», sobald Deutschland das neue Abkommen einmal redlich ausgeführt hat. Das Abrommen ent« hält einen Kompromiß zwischen den For- dt-rungen Frankreichs, das absolute Sicherheit ten verlangt, und denen Amerikas, das seine Vorräte an Lebensmitteln imd Industtre- erzeugniffen abzustoßen wünscht.
Berufung der Preußen-Versammlung.
Berlin, 15. Februar. (Drahtb.-richt). Das preußische Sta atsministeriu_m tritt am Montag in Weimar Zu einer Sitzung zusammen. Es lMidelt sich in erster Lime rem die Berufung der preußisch. Nationalversammlung. Der Zentralrat hat den 4. Diärz vorge- schlaaen und es ist anzunehmen, daß dgs Ttaätsministeriuin diesen Vorschlag amiehm,en wird. Werter wird sich das Staatsministerrum mit dem Entwurf der preußischen Verfassung und mit der Vorlage über die W a y l d e r Kreistage beschäftigen. Bei der letzteren Frage handelt es sich darum, Ob die Vorlage der Nationälversaurmlung zur GenehmMMg unterbreitet werden, oder ob sie, wie der Zentralrat wünscht, als Notgesetz sofort in Kraft treten soll. Die preußische Nationalversammlung wird im preußischen Abgeordnetenhause lagen, aber voraussichtlich nur wenige Tage, weil man das gleichzeitige Tagen der deutschen und preußischen Versamlmrg vermeiden will.
(Drahtbericht.)
Botet. '/>. Februar.-
. Ter .zum franzKsisAn Außenminister gute Beziehungen nnterhattende Berichterstatter der „Baseler Nachrichten" teilt mit, daß die neuen Wassenstillßandsbedingungen schon die Artikel für den Land- und Seefrieden enthalten, die in dem künftigen Präliminarfrieden aufge - nommen werden sollen. Man habe bei der Abfassung des Vertrages im SinneFrank- r e i ck s der E r w e i t e r u n a (?) der Blockade Rechnung getragen. Die Kündigungsfrist de-3 neuen WaffenstillstandsvertramS sei auf 72 Stunden festgesetzt worden. In den neuen Bedingungen wurde neben der völligen Ent- tvafsnung unter der Kontrolle der Alliierten auch die Auslieferung der Handelsflotte verlangt. Nach den Schätzungen der alllierten Mächte hätte Deutschland noch eine Millioir Mann unter den Waffen und besitze noch 1500 Geschütze, 5000 Feldkanonen, 50000 Maschinengewehre und 10000 Flugzeuge. Erst wenn Deutschland die ihm auferlegten Bedingungen erfüllt würde e8 mit Lebensmitteln und Rohstoffen versehen werden und dann werde man auch die GefangMeu freigeben.
Jie Autzellpolttil.
Brvckdorsf-Rantzaus Programm. iTrabtbericht unseres parlam. Mitarbeiters.'!
lars in Gold für Mais, 437 Millionen für Schweinefleisch. Schmalz u. a.: kurzum: Wir orauchen für über eine halbe Milliarde Gow- dollars nötigste VebenSmittel". Gold aber und gute Devisen stehen uns in dem erforderlichen Maße nickst zur Verfügung. Und da kommt nun allmählich die E r d r o s s e l un g S- P o - litik ans Licht: Weil wir in Gold oder Devisen kaum zahlen können. bleckt nur die Zah- ftmg in Säten, d. h. im Ansfubrw ege; und da die Ausfuhr auf Jahre hinaus die notwendigste Einfuhr nickst deckt, so ergibt sieh Fronknechtschaft. Wenn jemals, so wird jetzt mit uns blutigste Bewucherung getrieben. Und dieses ko traurige Bild wird noch dunkler, wenn wir bedenken, daß die Handelsflotte der Entente all die Atonale hindurch, die unsere Schiffe auf de« Lebens- mittelscchrten für den Handel ausschalten, in der Lage sein wird, neue Außenhandele- beziehuidgeu anzuknüpfen. Erscheint unser Handel dann am Weltmarkt, so wird er sehen muffen, daß seine Exportgelegenheiten aus ein Minimum eingeengt sind. Nur dreierlei kann die Lage bessern: Der freie Handel, möglichste Beschleunigung von Schiffs baut en und . nergische Produktion; mir alleräußerste Anfpanmmg, aber auch jeder Kraft, kann ult- fer Los mildern, roll sich nicht die Schlinge um unfern Hals vollends zuziehen, die bte Entente würgend darumlegtc, P. B. S.
Erdrosselungs-Politik.
Was will die Entente?
Da- Los der deutschen Gefangenen.
Genf, 15. Februar. (Drahtbericht). Ein Pariser Blatt uieldet: Im Kammerausschuff teilte Pickon mit, vast die Alliierten in einer Sitzung am 12. d. Mts. dem Abschluß de.- Präliminarfriedens mit den Feinden zuaestimmt habe« und daß die Borarbe - tcu unmittelbar nach Abschluß des neuen Was. fenstillstandes beatmten würden. — Eine andere Zeitung meldet: GencralFochhat in einem neuen Armeebefehl die Verwendung deutscher Kriegsgefangenen außer halb der unlitärischen Internierungslager ver
boten, damit auch ihr: vorläuftgr Beschäftigung im sogenannte« Aufbangebiet.
A.$> - *J».
Strikte Ablehnung gefordert.
Berlin, 15. Februar. (Dräbtbcftckt). Eine Protesimrsammlung des Berliner Bürgerrates faßte einmütig einen Entschluß, der uni lebhafter Empörung von der .R.egre- i uit g selbst auf die Gefahr des Abbnieyes der Verhandlungen hin die Ablehnung stder neuest verschärften Waffenstillstandsbedingnugen verlaust.' Mit vollendeter Entrüstung wird gegen die Zurückhaltung unserer Kriegs- uttd Zivilgefangencn protestiert. Die deutsche Geduld sei am Ende ihrer Straft. — Die Deutsch- nationalen ersuchen die Regierung rn einem Anträge, daß bei den Verhandlungen in Trier militärische und wirtschaftliche Anae- legentzciten streng getrennt und letztere tn erster Linie von Sachverständigen geführt werden. •
f So oft wir an dieser Stelle den Blick , sandten in unseren Gegnern, zu den Parker oder Trierer Besprechungen. zu Wilsons idealen i Forderungen, so ost kamen wir zu dem trau- - ri'ffen Schluß, daß wir uns tn die Hände von Unerbittlichen begaben, fee rücksichtslos, ganz 1 befangen im eiaenen Sieges- und Ma-bttgnmel, Ihr stiel verfolgen: die Erdrosselung Deutschlands. Und immer wieder betonten wir. daß wir wohl an Wilson glauben «roch- ' tsn daß aber dunKc Zweifel berechtigt leben 1 freien, sonnigen Ausblick schattenhaft trüben. Das was wir in den letzten Tagen aus dem feindlichen Lager vernahmen, ist nicht gcrasc geeignet. Liefe Banguis irgendwie zu beseitigen: im Gegentell, aus allen Meldungen Wer . •eine Verlängerung des Waffenstillstandes (von dem ziMnfttgen Frieden ganz zu schweigen), dder Wer die so lange schort versprochene Belieferung mit Lebensmittel!«, aus dem ganzen Teveschenwust. der ja auch manches Tendenziöse enthalten wstd, ergibt sich ein erschreckend klares Bild, das mau, ohne allzusehr dabei Schwarz in Schivarz zu malen, mit dem Wort .Erdrosselungs - Politik" bezeichnen muß. Der Beginn der Neuordnung in unserem Daterlande hat bei unseren Gegnern geradezu eine Vampyr-Stimmung ausgelöst. Man sielst dort drüben, daß wir. wenn auch erbarm- lrch. so doch immer noch leben; haß wir im Begriffe stehen, dem erschütterten Sraatsbau ein neües Fundament zu geben: daß wir an dem Anfang eines Weges stehen, der in Fahren rhrmttf nach Men führen kann. Das aber will die Enlenre nicht! Sonder« man forder:, daß «Teutschkawd in den durch feilte Meder- faq« verdienten Schranken niesergehchsten" werde. Das tonnte man sckwn feWellen, als der Vertrag über die Versorgung mit Lebens- notwendigem bekannt wurde: kann man wieder feststellen jetzt, bei den Vorverhandlungen über den verlängerten Waffenstillstand.
Gegen wir hier aus den letzten Punkt zuerst «In, dann erkennen wir, daß schon die Hinaus- schiebung des Verhandlungs-Beginns auf Gegensätze zurückzuführen war. die in der Haltung der Berbandsmächte bestehen. Sie und hervorgerufen durch die geradezu wahnsinnigen Forderungen Frankreichs, die darauf bümuslaufcn, uns den Todesstoß zu verletzen. Die gegnerische Presse geht darauf aus, mib zwar mrt erkennbarer Systematik, Deutschlands Halttmg als außerordentlich bedrohlich hinzustellen. Daß hierzu auch nicht die mindeste Veranlassung vorliegt, — das macht nichts; es ist ja auch nicht nölig, da es sich nur um einen Vorwand handelt, um einer blindwütigen Politik des Hasses ein Mäntelchen scheinbarer Berechtigung umzuHängen. Wie weit Frankreichs Verbündete, namentlich Wilson, diesem Vorgehen zu folgen bereit End, ist noch nicht erkennbar, dürfte aber in en nächsten Tagen sich herausschälen. Borläu- tkann man nur sagen, daß England und rcka Mäßigung zu verlangen .scheinen"; wie weit aber Wirklichkeit daraus wird, w- das vermag kein Mensch zu sagen. Sicher Ist, daß Clemenceau und Foch in der gesamten Presse des Landes festesten Rückhalt Haden; sie schreit chauvinistischer als jemals und nur die „Humanits", das Sozialistenblatt, rückt merklich ab, indem es warnt. Stimmen der zügelnden Vernunft sagen, daß man sich erheblich ins eigene Fleisch schneiden könne, und namentlich den französischen Forderungen in der Polensrage, deren Annahme für uns einfach ein Ding der Unmöglichkeit fehe würde, scheint man nicht beiznpflickion. Allein — solcher mäßigender Stimmen sindS nur ganz wellige.. Die Annäherung Wilsons an England gibt ja einige Hoffnung, zumal der Präsident erklären ließ, daß Amerika keine Bürgschaft für einen imperialistischen Frieden übernehmen könne. Daß unsere Regierung »ine Hauptaufgabe darin sehen muß, Wilson den Nacken zu steifen, ist nur natürlich. Aber trotz dieser Hoffnung: Deutschlands Himmel
HinSenburgr Ausruf.
Ei« »Appell an Deutschlands Söhne". (Drachbericht)
Solberg, 14. Februar.
Nachdem der Grenzschutz Ost der -Obersten Heeresleitung übertragen tfc habe ich mtt dem heittigen Tage mein Hauptquartier nach d«m Osten verlegt. Wenn ich heute nvch ernma- nach dem Osten zurückkehre, um dort ist Auftrage der Reichsregierung das Kommando zu führen, so erfüllt mich fchwere Sorg« um die Zukunft unseres Vaterlandes» weil ich unser Volk in sich zerrüttet mid erschlafft im Wollen sehe. SÄhmfoll uns dieser Zustand führen? Wir müssen hindurch! Entschlossen an die Arbeit zum Besten der Vaterlandes! Dazu gehört in erster Lnne, dar. wir eins sind in der Liebe zur Hekmat utti> den alten deutschen Boden schirmen vor dem neuen Feind, dem Bolschewismus, der die Kulturwelt bedroht. Ihr Freiwilligen und jungen Kameraden, die Ihr zum Schutz der Ostmarken Euer Leben smzusetzen enftchlMen seid, denkt an die Getreuen von 1914. und Ihr, meine alten Kameraden und Mitkämpfer von Tannenberg und den Masurischen Seen, eüt herbei, mir zu helfen! Mein Appell an Deutschlands Söhne darf nicht ungehört verhallen. Welchen Standes Ihr feit), ob Bayern, Satfe feit, Schwaben oder Preußen, welcher Partei Ihr angehört, wir sind affe Deutsche. Vergeßt, was uns trennen könnte. Findet Euch .zusammen in der Liebe zur Heimat, in der «ewst- zücht, Disziplin und Vertrauen zu Euren Führern. v- Hiirdendur»
Tie Frage der Ernennung der parlamentarische« Unterstaatssekretäre befindet sich nock in per Schwebe Dos Zentrum hat, wie man hör«, weitestgehende Ansprüche geltend gemacht, die jedoch bei den anderen bürgerlichen Parteien auf Widerstand stoßen dürften. Gleichwohl rechnet man damit, daß die Ernennung der Unterstagtsfeftetäre heute noch erwlßeu wird. Die heutige Plenarsitzung der Etieu.alder'immkiMg wird burA .eine Rede des Reichsftuauzmtntsters Schiffer übe; die neue Kreditvorlage etngeftitet. Es ist beabsichtigt, die neue Vorlage in erster and zweiter Lesung zu erledigen. Auf dör . Tagesordnung steht auch die I n t e r v e l l at i o n.Set deutschen Bolkspartei, die sich gege« de« Reichsminister Erzberger kickstet. Die Interpellation dürfte heute von der Regiermtg jedoch «tcht beantwortet werden, da Erzberger in Trier ist.
Die gestrige Sitzung der Rationalversamu- lunq brachte zunächst die Präsidenieu w-chl. Wieder wollte es ein zeltsamer nnd fe teuer Zufall, daß der.Namensaufruf mit de. Buchstaben F. began«. Febre n b a ck> stm als einziger ernsthafter Kandidat m Wahl. De. Namensaufrus ergab' das Fehlen von ette- achtzig Abgeordneten. Von 334 abgegeben« Stimmen waren W als weiße Zettel nnMttg Sie setzten ftef» zusammen aus den UnabtzaN' aigen und einigen Radikalen der Mehrhcttr- sözialdemokraten. Von den 302 gülttgen Stiw- men erbieft Fehrenbach nicht weni^r als W Stimmen. Der ganze Block von den Mehr- heitsfozialiften bis zur äußersten Reckten bat somit einmütig siär Fehrenbach gestimmt. Stürmische Heiterkeit' rief die Mitteilung hervor, daß auch die ckveite Rosa Luxemburä Frau Z i e tz, eine Sftmme erhalten hatte. r-uvach übernimmt das Amt mit einigen kgr- ;en knapven Worten. Es folgt dann die Wadi des Vizepräsidenten, die wiederum durch Na- mensauftus vorgenommen werden tnuß, wer! die Unabhängigen au« rein kindischen Dbstruk- tionsaeküsten der Wahl durch Zuruf wider- 'prechen. Gewählt wird der Sozialdemokrai Sckultz (Ostpreußens mit 283 gegen 34 un- aitlttae stimmen. Etwa zwanzig Mgeordnet: wben bei der zweiten Wahl nicht mitgestrnM«. Der Staatssekretär des AuAwärugen Gra! Brockdorff-Rantzan gibt dann in ent« langen, rasch und toMos vorgelesenen Rede entt Uel-ersickst über das Programm der neuen Sc= ffierunw in außeuprflitiscken Beziehungen. -Dis v.ä®ae der Ausführungen ermüdet. Auch ist de. Fnhaft sehr wenig erfreulicher Natur. Du Bi^ckdorsMe Rede gibt ein geradezu erschreckendes Bild unserer äuge«, blicklichen Lage nach außen und sie w«ki in! der Darstellung dessen, wohin wir fett» den! Krieg gekommen sind, wie morsch unsere Grundlagen bezüglich des Ausbaues nach außen und der Wiederherstellung der rnternationalei» Beziehungen sind, geradezu nieder- schmetternd. Brockdorsfs lange fRdbe sau» nur mjMaen Beifall im Hanse. Rach chm kommt der MehrheitssoziaW K eil zu Wort. Er ver- ieidigt die Politik der MehrheftSsoziMsten! tn der Revolntions-zeit und gab dann ein Bild der Pokitik der Sozialdemokraten, tote er die grundsätzlichen Bekenntnisse Eberts wtto Sch^ demannS vorzeichnen. Keil fdrach teilweise recht scharf ttttfc herausfordernd. Dann kam im Grasen Posadowskr zum erftenmale in der Raiionakversamrnkung ein Vertreter der Rechts. Parteien in sachlicher DSatte zu Wort. E» hatte das Ohr deS ganzen Haus«».
Der Sitzungsbericht
ergibt im Wesentlichen folgendes Dfld: Reicks- mmister des Auswärtigen Gras von Brockdorff- Rantzau: Meine Bestätigung gibt mrr Reckt und Pflicht, Nnen Rechenschaft abznlegen Übc, die Gmndkinien, nach denen ich die auswar. tiae Politik zu führen gedenke. Ich kann die Airsgaben der deutsche« Rußenpmitik rn zwei Ausgaben zusammenfaffen: die B e s e i 1 i g u n e des Kriegszustandes und die Herstes lung normaler Beziehungen zu bei Völkergemeinschaft. Leider hat Deuftchlmrds fteiwillige Entwaffnung die Feinde mcht milder gestimmt. Neuerdings haben sie den Ver- such gemacht, auf diesem Wog« Fragen m regeln, die unzweifelhaft zu den Gegenständen des Friedensschlusses gehören. Ich habe jeden Versidch. zurückgewiesen und werde auch zukünt- tia solche Versuche zurückweisen. S^ti sind im Begriff, die ganze bisherige Streit- nttofrt aufzulösen. Zur bindenden Unterwer. fung unserer Differenzen mit anderen Staaten unter eine andere 'Schiedsgerichtsbarkeft und dem Verzicht auf unsere Rüstungen sind Wir berett, wenn unsere bisherigen Geg- neti und unsere künftigen Nachbarn sich de« gleichen Beschränkungen unterwerfen. Wir er- kennen an, daß die Stellung die Deutschland bei den Haager Friedenskonferenzen m diesen bei. den grundlegenden Fragen eingenommen hat eine historische Schutt» fit sich schließt, für d« unser ganzes Volk jetzt büßen muß. Dieser Bekenntnis schließt aber keineswegs das Bekenntnis ein, daß Deutschland im Sinne freie« Behauptungen allein den Weltkrieg verschulde' habe. Wir hätten deshalb an .den Wilsonich?« Grundsätzen fest, daß dem Sieger
feine KriegSkosir« zu bezahlen
und bitte Gebiete vom Besiegten ab zutreten sind. Beim wir in den von uns besetzt ge wesenen Gsbieten daS Z-rstörte wiedei anfbänen, so wolle« wir dieses als unser« freie Arbeit tun. Wir verwahren uns dagegen daß man unsere KriegS getan gen en solche Arbeit als Sklavenarbeit tun laßt. Au« der Tatsache, daß untere Gegner de« Sstg »
liegt tieftmnkcl
Und ganz ähnlich wie bei diesen Vmver- {Wandlungen zur Waffenstillstands-Verlängerung st auch das Gebaren der Entente betreffend die kebensmittelversoraung krasseste Erdrosselungs- Politik; nur, daß sie ein wenig mehr versteckt fft. Wessen wir uns da zn versehen haben, wie man mit uns Schtndluder treiben wird, tzas kann man an dem ermessen, was die Entente mit dem himgerlridenden Wien auf- pellte. Wft haben immer vor allzu großem O-ptimi tiniiS in diesen Fragen gewontt; das Kachfolgende bestäliat unsere Ansicht. Eine Berechnung der „Schiffahrts-Zeitung" nimn-t die monatliche Lieferung von je ,200000 Tonnen vrotgetreide (von April bis August, afio für fünf Monate) an. Tiefe Million Tonnen tonen zum ."..jentinifdien Preise 55 Millionen SolddollarS; dazu kommen — immer auf Wmf Monate gerechnet — 16 Mimtet Dol-
Weimarer Rrbeiirprozramm Die Unrerstaatsfettetäre. — Kreditvorlage.
(Trahrbericht.)
Weimar, 15. Februar.