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Roch keine Störung der politischen Lage
Befürchtungen.
Pariser Stimmungen und Verstimmungen.
Aus Versailles meldet uns unser Sonderberichterstatter vom 20. Juni:
Wie es zu erwarten war, treten- die ftan- zösttehen Matter aus dem für sie immerhin vorsichtigen Ton, der sie Mei Tage lang beherrschte. heraus. Mt großen Leitern werden in den Abendblättern die Drohungen wiedergegeben für den Fall, daß Deutschland nicht unterzeichne. Am wildesten gebärdet sich der „Jntrausigeant1, der schreibt: „Mr glauben «r wissen, daß Marschall Fach, um eine einzige Front vom Rhein bis zur Donau zu haben, von jetzt ab sein Kommando auch auf die tschecho -slowakische, die rumänische und die polnische Armee ausdehnen wird. Es wird eine furchtbare Invasion gebend Die AutzMung der militärischen Vorbereitungen geht bis in die Einzelheiten, und selbstverständlich werden die Flugzeuge nicht vergasen, die bereit sind, Berlin zu bombardieren. Das sind kindische Drohungen, aber man muß sich im Ernst darüber klar sein, daß die französischen Soldat en marschieren weiden, und daß auch die Engländer nach Ueberwindung einiger Schwierigkeiten dem Beispiel der Franzose» folgen werden.
Der LempS beschäftigt sich mft den Ost. fragen und kann eine gewisse pessimistische Auffassung über das Schicksal des tschcchv-slo- wakrschen Staates und Polens nicht verberge«. Wenn er in diesem Zusammenhang mit einem reichen Zahlenmaterial über die Gemeinderatsfrage in den deutsch-böhmischen Städten arbeitet, so ist dazu nur zu bemerken, daß sich aus diesen Zahlen, nach betten zum Beispiel in Sieb chenberg sechs, in Karlsbad fünf tschechische Stadtverordnete gewühlt seien, nur auf den nn= gefreuten Druck schließen läßt, unter dem die Tschechen diese rein deutschen Städte halten
Die Friedensbedingungen, wie sie in der Antwortnote der Entente vom 16. Juni aufgezählt find, werden nun nach offizieller Mitteilung des Lemps heute früh gleichz e i- ckig in England und Frankreich veröffentlicht werden. Um den englischen Blättern zu gestatten, den Wortlaut der Friedensbevin- Mngen zu fetzen, flog Donnerstag nachmittag ent Flugzeug mit 45 Exemplaren des Vertrages nach London. Das ht englischer und ftanzösi. scher Sprache abaefaßte Dokument besteht aus 426 Seiten und wer Karte»
Der Fünferrat hat sich mit der Frage der Verwaltung Danzigs beschäftigt. Jr- genDwelche neue Modalitäten sind jedoch nicht veröffentlicht Word««. In der gleichen Sitzung Wurde die Grenze Mischen Polen und der Ukraine festgesetzt. Sie folgt im Norden dem Dnjestr und dem Zbruez, das heißt. Landstriche, die von einer rein ukrainischen Bevölkerung bewohnt werben, sollen M Polen geschlagen Werdens
Mr der »ammerfftzuna von gestern «oröeu W eine Interpellation einge- bracht worden, ab di« Regierung nicht die not- wendigen Nachforschungen nach den noch in Deutschland befindlichen französischen Gefangenen auSführen lassen wolle. Bon der Regie- rangSfette wurde festgestellt, daß außer ganz wenigen, nicht transportfähigen verwundeten Offizieren und Mannschaften keinerlei stanzö- psche Soldaten sich in Deutschland befinden. Es rst bezeichnend, daß $n gleicher Zett, da noch Hunderttausende von deutschen Gefangenen in ftanzösischer Arbeftssklaverei schmachten, sich di« französische Kammer über daS Schicksal von ein Paar Dutzend Mensche« auftegt, von denen feststeht, daß fie längst ihre Heimat wiedererreicht haben. Ueberall ein Sathrspiel aus das Recht der Böver, überall die gleiche Verlogenheit. die «baetzriffene Phrasen von Recht und Mensch- kickSeft zum Deckmantel einer bis zum Wider- kichen getriebenen Rachepokrtff macht
Zu Sttrnnszenen tarn es am Donnerstag in der ft-mzüsischen Kammersitzung. Dort beMÄ- digte der Abgeordnete Delcheve die stanz-ö- sische soziakrstffche Presse, deutsches Geld für ihre Propaganda während des Krieges empfangen zu haben und noch jn empfangen. Darauf erhob sich ein ungeheurer Lärm. Delchehe rief anf: ^Jch hübe Beweffe.1 Er normte die Ziffer von achtzig Millionen Franken auMndisther NnterfiÄtzMg sftr die Partei. Die Sozialisten stürzten sich auf die RegierungSbänke und ballten die Fäuste gegen Pichsn und andere. Endlich echob sich Pi» chsn zu der ErNSrung, daß die von dem Abgeordneten Dekchetze «wähnten Aktenstücke der Regierung unbekannt sind. Da- eingebrachte Vertrauensvotum wurde mtt 349 gegen 137 Stimmen von der Kammer angenommen.
Mtt wer» wird verhandelt?
Genf, 51. Juni. fEigene Drahtmeldung.) -Somme Libre" schreibt K« dem RegierungS- wechsel ie Demfchlanv: Di« »llrierte« Mietze« d« F^-ieven'Svrrtraq mit
jeder Regierung in Dcuffchkand außer einer kommunistischeu oder bolschewistischen oder einer Regierung, die sich aus den Terror der Arbeiter- und Soldaten- räte stützt. Auch der TempS schrelbt: Mit deutschen Kommunisten verhandeln die Alliierten keinen Tag. Wir kommen in diesem Falle durch MilitSrmastnahmen schneller zum Ziel.
Friedensentscheidung.
Ein Kompromiß-Versuch.
(Eigene Drahtmeldung.)
Weimar, 21. Juni.
Gestern habe« sich die Mehrheitsparteien nach langen Beratungen auf ein Kompromiß geeinigt, das eine bedingte Zustimmung Vorsicht. Der Friede soll unterzeichnet werden, wenn die Entente folgenden Vorbehalten Mstimmt:
1. Die deutsche Schuld am Kriege wird be- strktten.
2. Die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund muß bis spätestens zum ersten Januar 1920 erfolgen.
3. Die Auslieferung Reichsangchöriger wird abzelehnt unter der Betonung, daß die Schuldige,! am Kriege in Deutschland selbst vor ei« besoMures Gericht gestellt werden.
4. Danzig. Ostpreußen, Westpreußen und der Retzedistrift werden dem Völkerbund nn- t erstellt.
8. Die Revision des Friedensvertrages muß innerhalb drei Tagen erfolgen.
6. Kommt eine Verständigung über die Höchstswmne der Enffchädignng innerhalb der vier Monate, die der Friedensvertrag vorsieht, nicht zustande, so entscheidet eine dritte unpartensche Stelle über die Höhe der Summe.
Diese Rote sollte gestern noch nach Versailles zur Wetterleitung abgesandt werden.
Die politische Lage.
S c r I i it, 21. Juni. (Eigene DrahttneldunH.) Rach den ht der neunten Abendstunde eingelau- feuen Nachrichten stellt sich die politische Lage wie folgt dar: Die Nachricht von eine« Ministerpräsidenten Müller ist falsch. Positive Meldungen über ein neues Kabinett liegen bis jetzt noch nicht vor. In der Nationalversammlung besteht keine feste Mehrheit, auf die sich eine Regierung stützen könnte. Es hat sich henmsgestellt, daß keine Partei in sich geschlossen ist. ES haben sich drei Gruppen gebildet. Die eine Gruppe ist für grundsätzliche Annahme, die zweite für grundsätzliche Ablehmmg des Friedensvertrages und die dritte Gruppe ist eiftig bemüht, ein Kompromiß zusammenzustellen. Reichsvrä. sident Evert bat sich bemüht, eine Mehrheit aus diesen drei Gruppen znsannnenzustel- len, mn so aus dieser Gruppenvereinigung eine neue Negierung zu bilden, doch ist ihm dies noch nicht gelungen. Bei diesem Durcheinander kann natürlich von einer arbeitsfähigen Regierung keine Rede fein. Eine wertere Meldung besagt: Die Möglichkeit scheint groß zu sein, daß auch bis zu dem kritischen Montag, an dem die Deutschland gestellte Frist abläuft, die ge- genwärttg bestehende Verwirrung noch nicht behoben sein wird. Es herrscht unter diesen Umständen nach den hier vorliegenden Informationen aus Weimar, an manchen Stellen der Eindruck, daß eine Lösung der Krise ttur möglich sinn werde, wenn eS einer Persönlich- ke't, die innerhalb der Rattonakversammkung Vertrauen genießt, gelingt, eine feite Führung der wwerstrebenden Richtungen herzustellen,
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Die Ablehnende»
Weimar, 21. Juni. (Telegvavhkfche Meldung.) Die Franknonen der veutfchnatio-- nalett PolkStzartei und der Deutschen BolkSpartei Haden folgende Erklärung erlassen: In der Sttmde beteSö<f>ften nationalen Gefahr haben die außerhalb bet Regierung stehenden bürgerlichen FraSionen. die deutfch- nattonale Dolksvartei und die Deutsche DoW- ixsttet beschlossen, nachstehendes gemeinsam zu bekunden: Alle Folgen der Ablehnung des jetzt vorliegenden FriedenSverttageS halben wir mit voller Verantwortlichkeit unS klar gemacht. Wtt find der einmütigen Ueberzeugung. daß sie trotz wert sanrere unvergieianuv ftertncet etnzu- jchStzen find, als die dauernde Bevsslavung Deutschland, der wir ust anheim fallen. Die Annahme dieses FriedenStzorschla- U* bedeutet eine uatk SN ale Schmach. «Wft verKsreu dadurch arch ruffere letzten
Freunde in der Welt. Einem zerstückelten Deutschland drccht der wirffÄaftliche, finanzielle, politische und moralische To». Wir stehen vor der Wahl, die ungeheure Lüge von Deutschlands Schuld durch unsere Unterschrift zu bekräftigen oder Deutschlands Ehre ztr wahren, die besön- ders durch die Forderung in den Staub gezogen wird, den deutschen Kaiser und andere deutsche Männer vor ein nicht deutsches Gxricht zu stellen. Um unsere toten Brüder und um das Schicksal unserer derttfchen Jugend willen find wir entschlossen, unser letztes Gut bis zum äußersten zu wahren: Deutschlands reinen Namen vor der Welt. Darum lehnen w ir diesen Friedensentwurf ab. Fraktion der deutschnationalen BolkSpartei: von Posa- dowsky. — Fraktion der Deutschen Volkspartei: Dr. Heintze.
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Die Zwischennote abgelehnt.
Weimar, 21. Juni. (Eigene Drahimel- buitg?) Nach stundenlangen interfraktionellen Besprechungen glaubte man gestern in den spä- ten Abendstunden die Basis gesunden zu haben, auf die die Mehrheitsparteien gemeinsam treten könnten, und die es bei* demokratischen Ministern ermöglicht, im Kabinett zu verbleiben. Die Parteiführer waren bereit, die von den Demokraten aufge ft elften Bedingungen als Vorausfetzung für die Annahme des feindlichen Ultimatums, zu akzeptieren. Nach abettds sollte an die Alliierten in Parks eine entsprechende Note abgehen, in der die neuen Forderungen enthalten waren. Durch täte»: Teschk.rß ter f^iusdemokrottschen Fraktion ist indessen die Absendung dieser Rote verhindert worden und zwar haben sich die Sozialdemokraten! aus den Standpunkt gestellt, daß die Bedingungen dieser Note der Ablehnung des FriS>ensvertrages gleichkommen würden, anstatt einen Weg zu einer Verständigung zu eröffnen. Die politische Situation bleibt also weiter ungeklärt und die Hoffnung, daß vielleicht schon abends ein neues Kabinett gebildet werden könnte, ist wieder in weite Feri« gerückt. Es bleibt zunächst die bedauerliche Tatsache bestehen, daß eine teste Regierungsmehrheit nicht vorhanden ist und daß möglicherweise bis zum Montag, an dessen Abend um sieben Uhr das Ultimatum abläust, die chaotischen politischen Zustände nicht beseitigt sind. Von einigen Seiten wird versucht, die bisherige Reaierung zu bewegen, als Ge- schüftsministerium weiter im Amte zu bleiben, um ein vollständiges Auseinanderfallen und eine regierungSlose Zett zu vermeiden. Die Aussichten für eine solche Lösung sind gering.
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Die Einzelstaatert.
Weimar, 21. Juni. (Privoi-Telegramm.) Die bayerische Regierung hat beschlossen, daß sie nur einer bedingten Bejahung des feindlichen Friedensvertrages zu- siinrmen fötutte. — Wie die Tägliche Rundschau erfahrt, ist im Staatenausschuß keine Mehrheit für die Unterzeichnung des Frie- densvertrages vorhanden.
Ein Fraktionsbeschluß.
Weimar, 21. Juni. (Privattelegramm.) Die demokratische Fraktion hat gestern den Beschluß gefaßt, daß keines ihrer Mitglieder ohne Zustimmung der Fraktion in ein Kabinett einteeten dürfe, andernfalls gelte dieses Mitglied als außerhalb der Fraktion stehend.
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Für Unterzeichnung.
Karlsruhe, 21. Juni. (Eigene Drahtmtt- dung.) Die badische Arbeiterschaft ist mft weiten Kreise» des badischen Volkes der Auffassung, daß aus zwingenden Gründen eine Unterzeichnung des Friedensvertrages nunmehr notwendig geworden ist. In diesem Sinne hat sich die sozialdemokratische Landtagsftaktion, Vie Landeszentrale der badische» Gewerkschastskartelle und die TandeSzcn- ttalstelle der Arbeiter-, Bauern- und BoRsröte. an die ftziakdemoftatistde Fraktion der deutschen NatronÄversammkmra in Weimar gewendet. Auch Vie amtliche Karlsruher Zeitung gibt der Meinung Ausdruck, daß die Mehrheit der ba- dffchen Bevölteruag für die Unterzeichnt»»« des Friedensverlrnges ist.
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FristverlSugerung?
Berlin. 2L Juni. kPrivat-Tttegramm.) Aus Weimar wird atmdbet: Unmittelbar nach der Bildung des Reichskabinetts wird vmaus- sichtkich noch beute das Ersuchen an die Enteilte abgehen um Fristvertnnge- rnns.
VieAkbeitderKonserenz
Indiskretionen über die Pariser Regisseure.
Unfee »ur Fri«S«nSk»sfcre»z tntfaebt«» S»nderSe»l«ht,»sta«ler Rolf Brand' ftSeetbt uns aus Derfa'.Ne« Folgend»«:
Uebcr die Art und Weise, in der die Konferenz der Alliierten über das Leben der Völker entscheidet, bringt eine englische Zeitilng eine S^ilderung. die um deswillen wievergegeben , oeil sie auch in ihren komischen Einzelheit.: t charakteristisches Bild der Staatsw inner gibt, die hinter verschlossenen Türen Weiienschicksaf spielen wollen. .L'Jnformotion", das Pariser Mittags- vfatt, überläßt dem englischen Offizier, der Vie -Tchildernng eutworsen hat, die Verantwortung Kr die Einzelheiten, und es wird gut sein, ihr zu folgen.
„Ich wurde in die Räume des Präsiden- ten Wilson geführt/ erklärt der englische Offizier. „Im Vorzimmer saß eine Menge von Sekretären, Untersttretären, Generalen, Admiralen, Diplomaten und Finanzleuten. Sie wa- reit alle beschäftigt und unterhielen sich mit leiser Stimme. Einige Sekunden später öffnete sich die Tür, Lloyd George warf einen schnellen Blick in das Vorzimmer und rief mir zu: „Kommen Sie herein.1 Ich gehorche und wurde betroffen durch das Schaufpiel, das sich mir darbot. Der Präsident der Vereinigten Staaten lag der Länge nach auf dem Parkett ausgestreckt, und Clemenceau kniete neben ihm auf allen Vieren. Mein erster Eindruck war, daß sie ein Gesellschaftsspiel ihrer Jugend tote» verholtem Aber ich merkte bald, daß eine gewaltige Harte vor ihnen ausgebreitet war mtb- daß Wilson einen Weistift zwischen den Zähnen hielt. Lloyd George saß auf der Lehne seines Sessels und ließ feine Beine einige Zentimeter über dem Erdboden baumeln. Er trug mir in wenigen Worten eine Mission aus und verabschiedete mich.
Etwas später, als ich Gttegenheft hatte, Lloyd George übet meine Mission Bericht zu erstatten, wurde ich in einen Salon der oberen Etage geführt. Die Möbel waren tm Stil Franz des Ersten. An der Wand hingen afte Gemälde, darunter eins von Rubens ... Ich begriff da die Schwierigkttten, die man haben muß, die Grenzen des Banats zu bestimmen oder das Schicksal des unterdrückten Schlesiens zu regeln in dem scharmanten Aufenthalt des Salons im Stile Franz des Ersten.
Ich kann nur kurze Eindrücke toiedergrben: Clemenceau schien mir die große Persönlichkeit - der Konferenz zu sein. Wilson schien der Un= terrichteksie der Drei in allen angeschnittenen Fragen. Er hatte augenscheinlich die umfangreichen Berichte seiner Mitarbeiter durchgeochfr, ttrtb zuweilen merkt man. daß er Lloyd George im Verdacht hatte, keinen so glühenden Eiset aufgewanvt zu haben. ... Aber der englische Premier, der zugleich erstaunlich lebhaft und dessen Gedächtnis ungewöhnlich ist, nahm sichF zusammen, um möglichst schnell diesen Gedanken aus dem (Seifte des Herrn Wilson zu ver- ttttben.
Die „Fünf1 biDen eine weniger geheimnisvolle Versammlung. Sie saßen an kleinen Tischen, neben denen sich die Sachverständigen — „meine Freunde1, wie sie Mr. Balfour nennt — eingerichtet haben. Gegenüber den Fünf befindet sich der Platz für Vie Sekretäre, eine fleißige Gruppe, Vie große Dienste leistet. Mr. Pichon hat den Rus eines ausgezeichneten Präsidenten. Der japanische Minister bricht sehr selten sein Schweigen. Mr. Sonnino ist nicht immer guter Laune, und fein Blick ist ost nicht recht ber der Sache. Mr. Lanfm« zeichnet häufig geometrische Figuren auf tariertem Papier, und seine Einwendungen beginnen getoohnlirb mit den Worten: „Nach meiner Atzficht
Die Bemerkungen des Herrn Dcckfour Md ckmrakteriftrfch. Sie beginnen zum DeWtel folgendermaßen!: „Meine Freunde find zu der Entschließung gekommen — vielleicht habe» sie recht, vielleicht haben sie unrecht —, ich selbst obwohl ich mich täuschen Tarnt, neige daM, ihrer Ansicht M sein.1 DaS Zwifchenftfiel des Ter wird immer gern angenommen. , Meine Freunde1 finden nrtt Mr. Balfour, daß sie par. furnierten „btndS1, die von Mr. Pichon ange- boteu werden, ebenso tote die Makrone u rmd die Wrndbeuttt, dir sie beflterten. zu den beste». ihrer Art tit Paris q^Sre». Die Fvttf sditz em toent® feinschmeckerisch, und daS ist vielleicht die einzige Sacbe, die sie sich nicht bemüh«, zu verberge« .. •
■©er englische CffW, 1*8 Mr. Bassmrr w geschickt ironisiert und der Lloyd Geor« f» viel 5'ob spendet, wird kaum VMrchten müssen, wegen seiner Indiskretionen Nnanuehmrickkeite« berietben. Wir wollen aber das Bild fest- ’
vu, wie Vie ffSnf btt Windbeutel» und parsstmierten ^btünfS1 den Richter über Deutsch. S»™ ltzietz! U^>mweheuer«che Roten geg«. e«n unjMMchesp-Volk -MscnmnenLede» --
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