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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 183*

Fernsprecher 951 mtd SSL.

Freitag, 11. Juli 1919.

Fernsprecher 951 und 952.

9. Jahrgang.

W

Der Frieöenövettmg ratifiziert.

Rach der RaWkation.

Arbeit ist die erste Pflicht.

StaatenauSschuß und Nationalversammlung Haven am gestrigen Mittwoch die Ratrftzre- ntng des Vertrages vorgenommen. Damit ist der Versailler Frieden in Deutschland in Kraft getreten. Die Vertragsbestimnnrngen müssen in Kürze durchgeführt werden, falls die Anerten- mmg in den Ententeländer» nicht auf grössere Schwierigkeiten stößt, was Ober kaum anzuneh­men ist. In Frankreich werden sich nicht viel proftstlerSsche Stimmen erheben. Die unaD- hängigen Sozialisten in der Kammer werden vielleicht ein wenig lärmen und poltern, ohne damit etwas zu erreichen, denn ihre Zahl ist verschwindend gering. Grösser dürste der Wi­derstand in England werden, da die Arbeiter­partei erklärt hat, dem Vertrage nicht zuzu- stirmnen, Ober auch ihr Protest wird mchts be­zwecken. Man wird daher mit der Möglichkeit rechnen müssen, dass der Friedensvertrag aw beiden Seiten spätestens im August Rechts­kraft erhält. Für Deutschland erwachsen auS der Ratifizierung eine Anzahl Pflich­ten. Zunächst müssen dir Gebiete, die an Po­len fallen, geräumt werden, auch die preußischen Verwaltiingen und Behörden in Oberschlesien und Schleswig haben chre Tätigkett eiuznstellen und diese Landesteile zu verlassen. Seft einigen Tagen finden fortwährend Besprechungen zwi­schen dem ReichSkabinett und dem preußischen Ministerium einerseits und der preußischen Re- Smit den Fraktionen der Landesver- ng statt, um alle diese Fragen zu er- Weftpreußen, Posen und der Memel- distrÄt werden alsbald geräumt werden. Ober- schkesten soll während der Besetzung bis zur BoWabstinrmung eine gewisse Autonomie er­halten und alle innenpolitischen Fragen selb- stündg regeln können. Die nmnenilich von schlesischen Politikern angeregte Erklärung einer selbständigen Republik Oberschlesien innerhalb des deutschen Staatenverbandes dürste die Zu­stimmung von der Reichs, und Landesregie­rung nicht finden.

Bald nach dem Austausch der Ratifikations­urkunden werden auch die deuftcben Kriegs- gefangenen wieder in ihre Heimat zurück­kehren. Die Arbeiten für die Austrahme in den Konzentrations- und Durchgangslagern schrei­ten rüstig fort Vertreter der Reichsregierung werden die Heimkehrenden im Namen des Reichspräsidenten und des Kabinetts willkorn- men Heißen und ihnen die vom deutschen Volke in letzter Zett besonders reichlich gewährten Liebesgaben und Geldspenden übermitteln. Die Landesbehörden beschäftigen sich augenblicklich fthr eifrig mit der Frage der Beschäftigung der Kriegsgefangenen. Die Lösung dieser Frage dürste nicht besonders leicht fallen, da die Ar- bettslostgkeit immer noch sehr grtzss ist und durch die neuerlichen Streiks wieder zuuehnren wird. Die bis jetzt noch in Kraft befindlichen Blok- badebeftrmmungen sollen von der Entente gleich nach der Ratifizierung aufgehoben wer­den. Unsere Gegner und die Neutralen Haden ein-e Unmenge Waren aufgespeichert, di« nach Deutschland abgeschoben werden sollen. Gewal­tige Vorräte lagern bereits in den besetzten Ge­bieten und in den Häfen in Holland. Haupt­sächlich scheint Amerika ein lebhaftes Interesse daran zu haben., möglichst bald mA Deutsch­land wieder in geschäftliche Verbindung treten jit können. Aber auch England und Frankreich warten eifersüchtig auf die Freigabe der Ein» fuhren. England möchte in erster Linie Tuche und Schuhwaren nach Deutschland bringen, während m Frankreich ein gewaltiger Vorrat an Webwaren und Tertilerzeugiiissen lagert.

Die amerikanischen Waren dürften wohl den aus den anderen Ententestaaten kommenden den Rang ablaufen, da sie bedeutend billiger f nd. Mit der Aufhebung der Blockade wird die eutfche Industrie auch wieder di« Mötz- kichkeit haben, ihre Produkte a u s z u h r en. Fr. allen Ländern der Erde herrscht ein« große Rochstage nach den Erzeugnissen der dnttschen Chemie und Arznei. Auch Farbstoffe und Ma- schrnen sind sehr gesucht. In unseren Fabriken und große Mengen solcher Erzeugnisse aufge- speichert, ttnb es ist zu Hoffen, daß sie möglichst bald in das Ausland überfüHrt werden. Von der Größe und dem Umfange der deutschen Ausfuhr hängt in erster Linie die Gesundung unserer Finanzen und die Steigerung unserer Valuta ab. Das mögen insbesondere dft- lemgen bedenken, die immer und immer wieder zum Streik Hetzen, uird dadurch die Produk­tionskraft des deutschen Dostes lähmen. Wir schassen nicht für uns, wir schaffen auch für das Ausland, damit wir mit unseren Waren, durch die Ausfuhr unserer Erzeugnisse Pro­dukte aus anderen Ländern eintauschen können, >md fremdes Geld in unsere Kasse fliesst. Wenn war aber deutsche Arbeft in unserem Lande un­möglich machen, wenn uns di« Industrie mrr so viel schafft, als zum eigenen Bedarf unseres Volkes notwendig ist, dann bleibt uns nichts

anderes übrig, als unser letztes Geld in das AuMrnd zu führen, um Lebensmittel zu er­halten. Eine noch gewaltigere Schuldenlast, als die jetzt schon unser Land auftveist. wäre die notwendige Folg« davon. Der FriedenSverttag fordert zu den Stimmen. die wir im eigenen Lande an Steuern aufbringen müssen, noch eine riesige Kriegsentschädigung von uns, die wir in Geld niemals zahlen können. Es bleibt uns also «ur die eine Möglichkeit, st« durch Arbeits­leistung und erhöhte Erzeugung von industriel­len Produkten abzutragen. Rur die Arbeit kann uns aus der Beklemmung befreien, in die der Berttag uns gezwungen. Möge unser Bost das endlich einsehen lernen, damit die nächste Zeit nicht lähmend, sondern fruchtbringend auf unser ganzes Leben einwirken kann!

Re besetzte« Gebiete.

s Tas Rheinland.

* (Privat-Telegramm.z

Rotterdam, 10. Just.

Auf «ine Anfrage im Oberhäute erklärte am DienStag Lord Cezil: Dir Besetzung der Rhein- laude trage lediglich den Charakter einer Siche rungSokkuPatton. Die Besetzung würde wahr­scheinlich nur fünf Jahre dauern, sofern Deutfchlanv bis dahin den ernsten Willen zur Wiedergutmachung zeige. An eine Abtrennung der Rheinland« von Deutschlastd denke in Eng­land heute niemand mehr.

Die Pfalz.

Pirmasens, 10. Juli (Ei»We. Drahturel- dung.) An den Plakatsäulen «Ärbe gestern hier eine Bekanntmachung angeschlagen, der zu­folge' auf dem Exerzierplatz mehrere Arbeiter einen französischen Unteroffizier mit Stei­nen bewarfen. Für den Fall der Wieder- holnng solcher Angriffe werde seitens des fran­zösischen Kommandeurs die sttengfte Maßnahme gegen die gesamte Bevölkerung, insbesondere sofortige Einschränkung der Poüzeistmwe auf 8 Uhr abends in Aussicht gestellt.

Ä

Oberschlefien.

Wien. 10 Juli. (Pp-Vattelegramm.) Einer Meldung einer sonaldemokn,tischen Zeitung zu­folge werden i« Oberschlefien zur Okkupation schwarze Truppen Dcnucnbet Diese Truppen sollen aber später durch amerikanische abgelöst werden. Die amerikanischen Truppen befinden stck bereits auf dem Marsche von Frankreich nach Oberschlefien.

Wiederbeginn der Handels.

Eine Saarbrücker Börse.

sPrivat-Telegramm.)

Saarbrücken, 10. Juli.

In Saarbrücker Geschäftskreisen wird gegen- wärtig eifrig propamert. um die seit 1907 be­stehende auf Getreide Mehl und Futtermittel beschränkte Produktenbörse zu einer allge­meinen Warenbörse für sämtliche Ge- ffcnftänbe des Großhandels aufznbauen und Saarbrücken zu einer Handelszentrale Süddeutschlands emporzuheben, dir mit de« Warenbörsen vo« Mannheim. Straßburg. Köln und Hambarg konkurrieren soll.

Die Aufhebung der Blockade.

Guck. 10. Juli. sDrahtmeldung.) Wie aus Paris-gemeldet wird, soll gleichzeitig mit der Aufhebung der Blockade die Aufsicht abaeschafft werden die bisher vom obersten Wirtschaftsrat anSqeübt wurde. Da«« werde eS iedem Fran­zosen freistehe«. mit deutschen Geschäftsleuten und Unternehmer» in Verbindung HU treten.

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Abschaffung der schwarzen Liste«.

Zürich, 10. Juli. sPrivatmeldwrg.) Wie der9?ewt>orl Herold" meldet, hat bei Oberste Wirtschaftsrat beschlossen, gleichzeittg mit Auf- hebun« der Blockade auch die schwarze« Listen abzuschaffen, fodast der deutsche Handel auch ht dieser Beziehung grundsätzliche BewegungS- fteiheit künftig erhalten werde.

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Deutschland und Italien.

Basel. 10. Juli. (Drahtmeldmm.) Rach einer Pariser HavasmÄdung berichten die Blätter aus Ra«, daß der Ministerpräsident, um der Bertenerung der Lebensmittel Einhalt zu tun. ein Dekret erlasse« hak«, daß die sofor­tige Oeffnung der Grenzen für gewisse Lebens­mittel. sowie für Leder, Häute, Tücher und an- der- «»entbehrliche Rohnntteriali« anardnet.

Man habe auch bereits ei« Ausfuhrgebot für Produfte wie Butter. Eier. Diehl und derglei­chen Lebensmittel ins Ange gefaßt.

Der KInig von Bauern.

Rotterdam. 10. Juki. (Prwattelegramm.) DieDaily Mail" meldet ans Müffel: Die dkl- gische Königin hat dem flüchtigen König von Bayern ein Asylrecht in Belgien angeboten.

Basel. 10. Juli.

Wie die französische ZeitungHumanitö" meldet, ist daS kam- fische Ansthe« im Elsaß feit dem Abschluß des Waffenstillstandes in du­ner Weise geNegen. In de« sieben Monate« bet Besetzung gab es des öfteren Anlaß zu sehr tief gehender Uuzufriedenheit. bfe nament­lich in den arbeitenden Schichten des Landes zum Ausdruck kam. Die beiden sozialistischen Bereinmnmftn haben in letzter Zeit einen ganz bedeutenden Zuwachs erhalten. Die Mei Par­teiblätter mußten ihre Auflage stark vermehren. Die sozialistischen Synd Ue haben jetzt mehr als 125000 Anhängyt

Die rachsüchtige« Belgier.

Genf, 10. Juki. (Eigener Drahtbericht.) Der ftanzösifcheTemvs" meldet aus Brüssel: Don belgischer Seite wird erflärt, daß. sofern Oie Aburteilung des deutschen Kaisers in Eng­land nicht möglich fein sollte, Belgien direkt die Auslieferuu-a des Kaisers von Holland ver­langen wirb. Belgien hat dft Anklage gegen den Kaiser mich auf die in Belgien durch tat« serKchsn Befehl angeordneten Zerstörungen und Erschiessung von Personen erhoben.

IieAusliesemWssrage.

Nm den Kaiser.

lSiaene Drahtmeldung.)

Amsterdam, 10. Juli.

Tie englischeTimeS" vernimmt aus Kob­lenz, daß daS Los des Kaisers den Gegen­stand aller Gespräche bildet. Die Mehrzahl der Bevölkerung ist unzufrieden und nennt den Be­schluß der Alliierten, den Kaiser vor einen Ge­richtshof zu stellen, fruchtlos. Die Bevölkerung glaubt, daß der Kaiser nur einen Keinen Teil der Verantwortlichkeit für den »erlauf der Er­eignisse trage. Der Kronprinz dagegen wird mit andere« Augen angesehen. Man hält ihn für ohne BerantwortlichleitSgefühl.

Weimarer Tagung.

Die Ratifikation deS FriebenSvertragcs. (Eigener Drahtbericht.)

Weimar, 10. Juli.

Seit dem Zusammentritt der Nationalver­sammlung am 1. Juli hat das Haus noch nicht wieder ein so bewegtes Leben geftihtt, wie es sich gestern den Blicken des Zuschauers bot. Schon lange vor Beginn der Sitzung, die um 10 Uhr anberaumt ist, drängt sich vor dem Nationaltheater eine grosse Schar Neugieriger, die alle Einlass begehren. Zahlreiche Schutzleute und Freiwillige sperren den Platz ab. MS erster aus dem Kabinett erscheint um 10 Uht Minister Roste, umgeben von zahlreichen Offizieren, dann dir Minister Bell, David und Erzberger. In einem Automobil nähern sich Ministerpräsident Bauer und Lei Außenminister Müller. Im Saale selbst warten bereits Meier und Wiffell. Schlicke und Giesberts sind nicht erschienen. Don der preirßischen Regierung haben sich Hirsch und Heine einaefunden. Ferner sieht man noch den bayerischen Gesandten Dr. von Preger und den Gesandten Deutsch-Oesterreichs Dr, Hartmann. Erst gegen 10.45 eröffnet Prä­sident Fehrenbach die Sitzung. Zum Er- staunen Les Hauses macht er die Mitteilung, Lass von den Deutschnatiorutien ein Antrag ein- gegangen ist, der die Hinauszögerrmg der Rati. fikation fordert. Das Haus entschliesst sich, zu diesem Anträge erst in der zweiten Lesung Siel, lung zu nehmen.

Darauf erhält der Minister des Auswär­tigen, Müller, das Wort. In einer kurze« Rede von kaum einer Viertelstunde legt et noch einmal die Gründe dar. die Deutschland bestimmten, dem Vertrage zuzustimmen. Seine Worte werden mtt zustimmendem Beifall im Haufe angenommen. Fehrenbach eröff. net sodann die Debatte über die erste Lesung des Gesetzentwurfes, die Ratifikation be- treffenb. Die Parteien begnügen sich alle mit der Abgabe einer schriftlichen Erklärung. Als erster hierzu wird der Abgeordnete Krätzig (Soz.) auf gerufen. Seine Partei stimmt der Ratifikation zu, betont aber, daß der Protest solange aufrecht erhalten bleibe, wie die Ver- ttagsbestimmungen Gültigkeit haben werden. Namens der Zentrumsfraktion erklärt Spahn daß auch feine Partei dem Vertrage zustimme, aber ebenfalls nur unter Wiederholung eine? feierlichen Protestes. Schücking von be* Demokraten will die Zustimmung jenen Par- teien überlassen, die auch am 22. und 23 Juni für die Unterzeichnung gestimmt Haben. Seim r-svaktion könne de« FriedenSverttag niemals anerkennen. Unter lebhaftem Beifall seiner FraftionSSollegen ruft er den vom deutschen DolkSkörper gewaltsam loSgerissenen Brüdern zu: Bleibt Deutschland treu! Der Deutsch« nattonale Dr. Traub nennt Unterzeichnung und Ratifikation deS Vertrages eine Ehrlosig­keit Der FriedenSverttag schlage dem deutsche« Volke eine tiefe Wunde, die nie verheilen könne. Aber eS sei auch der feste Wille seiner Partei, daß die Wunde nie vernarben solle. Die Deutschnationalen und die Abgeordneten der deutschen Volkspartei brechen bei diesen Aus- STangen in stürmischen Beifall aus, in den

auch die Znschauertribüne tast restlos ein« Mischt.

Entrüstet greift Präsident Fehrenbach «a Glocke :md erklärt unter Zustimmung der bür- gerlichen und sozialistischen Parteien, daß er die Tribüne sofort räumen lassen müsse, wenn sich derartige Szenen wiederholen sollten. Die Unabhängigen ntfen den Telitschnattonalen zu sie hätten diese Leute bestellt. Me Drohung Fehrenbachs veranlasst die Deutschnationalen tn lauft Pfuirufe auszubrechen. Auf die An­frage deS Präsidenten. von welcher Sette dies« Rufe ausgestoßen wurden, deuten die Unab­hängigen entrüstet auf die Deutschnationalen. Nachdem die Ruhe wieder eingetteftn ist, wird der Abgeordnete Kahl (deutsche Volksparter) aufgerufen. Auch seine Fraktion erklärt sich gegen die Ratifizierung. Für die Bevölkerung der abzntretenden Gebiete sprechen Winnig von der Sozialdemokratie. Allekoite vom Zentrmn und Waldstein van der demokra- tischen Fraktion. Ihre Ausführungen werde» vom Hause mit lautem, sich immer wieder er­neuerndem Beifall ausgenommen. Alle Par- ftftn und alle Volksteile, dke durch den Frie- densvertrag direkt berührr werden, sind zu Warft gekommen, nur eine Gruppe ist im Hause nubt vertreten, dft Elsass-Lothringer fehlen. Präsident Fehrenbach fühl: sich daher verpflichtet, als Leiter der Versammlung sich oct Verwahrung der Vertreter der anderen hon Deutschland loSgerissenen Gebiete an zu chlressen tmb gegen di« Vergewaltigung eine? echt deutschen Bolksstammes zu protestieren.

Damit ist die erste Lesung des Gesetzent­wurfes über die Ratifizierung beendet. Febren bach schlägt dem Hause vor, sofort in die zw-il- Seranmg erusrttrcten. Schiffer von der

Weigerung der Offiziere.

Bafel, 10. Juli. (Privatmeldung.) Die Neue Korresdonden: meldet aus Kopenhagen: Die Presse veröffentlicht zahlreiche Erklärungen deutscher Land- und Seeoffiziere, die sich alle formell weigern, vor einem Enftnftgericht M erscheinen. Es werden siib keine Ü-Soottom- Mandanten stellen. Mehrer- dieser Offiziere flüchteftn sich bereits auf neutral?4 Gebiet, an­dere drohen mit Selbstmord, falls sie gezwun- gen werden vor einem Gericht zu erscheinen.

Die RstWemn».

Uebermittlung nach Paris. sPrivat-Telegramm.)

Berlin. 10. Juli.

Sofort nach der Ratifizierung des Friedens- Vertrages durch die Nationalversammlung hat Reichspräftdent Ebett unfern Vertreter in Ver­sailles von der Tatfache benachrichtigt. Gleichzei­tig ist der Inhalt der Urkunde, di« über die Ra- ttfizierung in Weimar aus gefertigt worden ist, nach Paris übermittelt worden, damit die Entente davon in Kenntnis gefetzt werde und dft unmittelbaren Folgen deS Frie'vens- fchlusses Aufhebung der Blockade und Heraus­gabe dec Kriegsgefangenen, sobald als möglich in die Wege geleitet werden können. Di« Ur. künde ist im Laust des gestritzen Nachmittags ausgefertigt, vom Präsidenten Evett unftrAeich- net und sofort durch Kurier abgesandt worden.

Meldung durch den Gesandte«.

Weimar. 10. Juki. (Privatmeldung.) Wie wir erfahren, wird heute mittag der deutsche Gesandte in Versailles dem Präsidenten Clemencsau bie Ratifikation des Friedensver- iruaeS durch Deutschland zur Anzeige bringen.

Die Franzgsey im ßlsass.

VuMfriedenhett der Bevölkerung.

(Privat-T elegramm.)