Kasseler NM Nach
Hessische Abendzeitung
Kaffeier Abendzeitung
S. Zahrgarra.
Urettae?, 18. Z«tt 1919.
Fernsprecher 951 und 952.
Stummer 189
Fernsprecher 951 und 952.
Europas Sozialisten gegen den Gewaltfrieden
Grotzth'irinqen.
LI« ÄefltUt Sieucl ai Slagrtchten erscheirieu woLnitttü .te<t6mal mu> zwar abt«b«. Der BbentttmenUvteü beträgt mouatL IM Marl bei freier Aufteilung ins HauS Bestellimgea werden tederzeit van der TefchäftssteLe eher den Boten entgegengenonimen. $ ruderet, Bettag und Siebottton- SLlachthvwrabc 28/30, jtür unverlangt etnpefcnbte Beiträge Ioan die RedalÄon eine < erantwortung oder Gewähr in keinem ,'ctle übernehmen. rUükzabtung beS Be?og#pe»e( oder DntprSLe wegen etiBatpern dtortnuncimäbiger Sie'erung anSgeschlolsen.
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ein LrbeitSauZschuß aller thüringischen Staaten eingesetzt worden. der die für einen Zusammen, schwtz Grotzthüringens notwendigen Vorarbeiten sofort in Angriff nehmen wird.,
Der Staatemririschuß hat gestern abend einen Gesetzentwirrf über Zahlung von Zollen in Gold genehmigt. Diese. Befttmmnn« tmrf jedoch, V« das be; allen Geldzahlungen bet Fall ist nicht wörtlich »enemmen Verden. Es tarnt Mch in Marknoten mit einem besÄmanten Aufschlag, der noch von der RrichsreHrerung festgesetzt wird, gezahlt werden Unsere Zoll» entnahmen (heb während des Kriegs aus be- areWchen Gründen «hebffch zurückgeganyen' weil wir verschiedene Produkte nicht mehr be- kmnnVn tamtten, türtb Veil für andere Produkte bte Zölle ennLbiSt Verden mußten, da-m^ wrr sie Äerhaupt «och herembetameu. Die Ern- nah m e n sanken infolgedessen von unvsatzr 800 Millionen Mark der dem Stoea? auf iw Mi llionen Mark. Es ist also aus stnanpell«»
befürworten jetzt den Abbau der Föhne und der Warenpreise. Sie sind der Ansicht, daß es besser wäre, wenn man mit zweihundertstinfztg Mark monatlich behaglich leben könnte, anstatt fünfhundert Mark zu verbrauchen und doch nicht satt zu Verden. Sie geben auch mit bangem Geständnis ihrer bitteren Enttäuschung Ausdruck darüber, daß die Revolution von den Massen ihrer Anhänger nur als eine große Lohnbewegung aulgefaßt Vird. Von Idealismus und hohen Zielen ist keine Spur. Auch darin liegt die große Gefahr der Zukunft, Mr müssen vor allem wieder zu einem oer-, nünstigcn und zlveckmäßigen Wirtschaften gelangen, das uns in die Lage setzt, in Industrie mrd Landwirtschaft Erfprießliches zu leisten! Erntestreiks aber müssen unter allen Umständen verhütet werden, weil unter ihren Folgen die Gesamtheit des Volkes, und am schwersten die arbeitenden Klassen in verbrecherischer Werse geschädigt werden! D»r.
-er Landsirbetterftrei!.
Gibt die Regierung «ach?
(Privat-Telegramm.)
i Berlin, 17. Juli.
Die preußische Staatsregierung hat beschlos- en, die ÜnterstaatSsekretäre Dr. Weyer vom Ministerium des Auswärtigen und Greze- inSky vom Handelsministerium nach Settin und Stralsund zu entsenden, um als Re- gierrmgskonrmiffare mit weitgehenden Voll- machten die Gründe und Ursachen des Land- -rrdeitcrstroikS zu untersuchen. Die Kommissare ind ermächtigt, nach Prüfung der BerhW. niffe den Belagerungszustand über Stralsmrd gegebenenfalls a n f z uh c b c n.
qierunq äroße Serge mack' der GävecKtdaite» und Lei
Weimar. 17 Juki. (Privattriegramm.) Die in Weimar während der letzten Sage ab- asbaltenen Befmrchungeu des thürin- e 'tüb^r!gische« StaotenverbändeS habru zn rmokro^e * wcitgclnnder lieirre'nstimunmg geführt. Es ist
Weimarer Lagmg.
Große Lärm-Szenen.
(Eigener Drahtbericht.s
Weimar, 17. Juki.
Gestern war ritt lebhafter Tag. Nach den einförmigen Auseinandersetzungen, die die Stimmung im Hause in den letzten Tagen kenn, zeichneten, brinat di« heutige Debatte wieder einigermaßen Leben in die Verhandkungen. Der von der Linken eiugebrachte Antrag auf Ab» schaffung der Todesstrafe fordert di« Juristen unter den bürgerlichen Abgeordneten heraus, Bedenken dagegen geltend zn machen. Der Abgeordnete Sinzheimer, ein äußerst temperamentvMer Redner, sucht zunächst für die Annahme Stimmung zu mache«, ruft aber trotz seiner Ausführungen bei de«, bürgerlichen Parteien allgemeinen Widerspruch hervor. Großer Lärm erhebt sich, als der Deutsch» nationale Düringer die Beibehaltung der Todesstrafe fordert. Die Rechte vermag nicht durch laute Beifallsrufe die störenden Zwischenrufe der Unabhängigen und der Sozialisten zu übertönen. Frau Zieh, die nie um abfällige Aeußeruugcn verlegen ist, nimmt die Gelegenheit wahr, dem Redner wiederholt das Wort »Scharfrichter^ unter Zustimmung ihrer Kok- legen zuzurufen. Größer noch wird der Lärm, als der Abgeordnete Dr. K a h 1 von der deutschen VoWspartei ebenfalls gegen den Antrag der Lücken spricht.
Präsident Fehrenbach sieht sich wieder, holt veranlaßt, von seinem Präsiderttenrecht Ge. brauch zu machen und in entrüsteten Worten das Amts an feine Pflicht zu erinnern, die notwendige Ruhe zu bewahren. Für die Unabhän- giaeu legt sich der Abgeordnete Cohn ins Zeng. Er spart natürlich nicht mit Angriffen tntf bw bürgerlichen Parteien, insbesondere auf di« Rechte. Der demokratische Abgeordnete Hautz» mann spricht den Unabhängigen unter Beifall der bürgerlichen Parteien das Recht ab, derartige Anträge überhaupt einzubringen. Der Abgeordnete Töltzsch von der deutschen Dolks- parter und von Beruf protestantischer Pfarrer, ücht unter Hinweis aus die Bibel, aus der er eine Anzahl trefflich passender Sprüche Mert, die Beibehaltung der Todesstrafe zu rechtfertigen. aber auch die Unabhängigen kennen di« Bwel gut. Frau Zietz ruft dem Redner wiederholt zu: Du sollst nicht töten, Midi Richtet nicht, daß ihr nicht gerichtet werdet. AN der Mbge- ordnete daraus auf di« furchtbaren Derbrechcu gegen das Leben seit der Revolution M sprechen kommt, bricht der Sturm der Entrüstung auf den radikalen Bänken erst recht koS. Nach ntinu- tenlangem Schellen gelingt es Fehretchach M, die Rübe wieder soweit herznstellen, daß Töltzsch seine Rede fortsetzen uud beenden kann. — In der mm folgenden Abstimmung ereignet sich em Seiner Zwischenfall. Don der Zzrschauertribüne,
Abwehrstreik der Bürgerschaft.
Stettin, 17. Juki. (Eigene Drahimel- bitng.) Der erste Tag des Generalstreiks in Stettin ist ruhig verlausen. Wie in Stettin «nd Stralsmrd, so dürfte eS auch in Greifswald zu einem Proteststreik der Bürgerschaft tommett. Die bürgerlichen Geschäfte und Gasthäuser find geschlossen.
s
VerwitLeUrngSversuche.
Bielefild. 17. Juli. (Eigene Trahtmel- dung.) Der Streik der Landarbeiter des Kreises Bielefeld dürste durch die Vermittlung des Reichskoumrtssars Severing wohl bald wieder zum Stillstand kommen.
Auch in Thüringen und,Sachsen.
Weimar, 17. IM. (Privattelegramm.) Die Streikagitation unter den Landarbeitern macht sich neuerdings besonders in Thüringen bemerkbar, wo in einer Reihe von Gemeinden der Streik ausgebrochen ist. — Aus Dresden wird berichtet, daß ebenso in Sachsen mit dem Ausbruch des Landarbei- terstreiks gerechnet wird
Reugeftattung des Reichs.
Gegen die Loslösung Birkenfelds.
(Eigene Drahtmeldung.)
Weimar, 17. IM.
Amtlich wird mitgeteilt: In Birienfrid soll morgen der LandeSausschnß. der unter dem Druck der Okkupationsmacht neugewählt werden mußte, zusammentreten. Auf seiner Tagesordnung steht die L 0slösun«Von Oldenburg. Der Reichs regiemm ist bekannt, daß sich hinter diesen Löslösungswünschen wesentlich andere, schärfstenS zu verurteilende Bestrebungen verbergen, die aus erneu Anschluß an da? unter der Verwaltung des Völkerbundes stehend« Saar gebiet hrnxwlen. Das wäre ein wenigstens zeitweises Ausscheiden auS dem Reichsgebiet und zugleich erne widerrechtliche Verschiebung her Zr-nwn des Saaraeftiets, wie sie brr Frtedensichluß senge- legt worden sind. Die Bestrebungen versto- tzen gegen di« ReichSveriassun^; und den Friedensvertrag. Die Reichsreaieruug rm Einvernehmen mit der ordenburgiscken Re- aierung legen darum sckmrffte Verwahrung dagegen ein. Sir wird setzen zur Reckenhaft
den Sitzunsssacck. Die Abgeordneten, ganz erstaunt über den ungeahnten Segen von oben, ecken arrs ihren Bänken und suchen nach den Flugblättern zu Haschen. Eine große Unruhe entsteht. Im Laufschritt «Len die Diener auf die Tribüne, nm den Störenfried festzuneymen, dem es aber gelingt, unerkannt zu entkommen.
Bei dem Kapitel über Eherecht komme» die weiblichen Abgeordneten zu Wort. Nnaft- hängige und Sozialdemokraten haben Anträge eiugebracht, die für uneheliche Kinder die glichen Reckste wie für eheliche fordern. Wähvnck» der Antrag der S-ozsicckdemokrateu nur dem Widerspruch der Rechten begegnet, verhÄkt sich fast! das ganze Haus dem der UnnbhSngigen Agnes gegenüber völlig ablehnend. Es nützt der Abgemachten Zietz nichts, wenn fle noch so sehr nach allen Seiten des Hanfes W s iebe zu versetzen sucht. Größeren Erfolg hat die demokratische Abgeordnete F«m Br Sn- ner, di« einen eigenen Antrag eingebracht hak und diesen in sehr gut gehaltenem Vortrag zn verteidigen sucht, Frau ReuhauS vom Zen. tntnt, die fick die ethischen Rechte von Mutter- schast und Ehe eintritt, rüst den größten M- derspnyh auf der Linken ttrtb bei dem überwiegenden Teil des Hauses hervor. Die Angriffe werden teilweise so heftig, daß der Avaeordnett Bu'rlach von der gleichen Partri sich veranlaßt sieht, hiergegen Verwahrung riuzukagen. Verschiedene Redner kommen noch zu Wort und die Aussprache wäre wohl ms Unendliche fert- gegangen, wenn der Vizepräsident HauS- mann sich nicht gezwungen gesehen hatte, dir • Sitzung auf Donnerstag früh an vertagen.
. Rr LaudesverssmMlnng. Steuerfrage. Provtuzialverbände. Großheffen (Drahtbericht.i
Berlin. 17. Juli.
In allen Kreisen der Bevölkerung wartet man sehnsüchtig aus den dieSMrigeu Ertrag und glaubt, daß der Jammer ein Ende habe. Wer da gehen die Herren Aufwiegler daran, die Hoffnung der abgemagerten Millionen zu zer- Kren. Angeblich wollen sie für die Landarvei-
■ höhere Löhne erreichen und die Großgrundbesitzer schädigen. Wer find aber in WrrMch- (eit "bte Leidenden ? Niemand anders als die Minderbemittelten in Stadt und Land, der ehrliche Bürger und Arbeiter, die heranwach- kenbo blasse Jugend!
Höhere Löhne! — Mag sein, daß es Gegenden gibt, wo die Landarbeiter noch ein bedauernswertes Los haben, und daß eS Besitzer gibt, bie fick zu Lohnerhölnmaen nicht verstehen wol- Van. Aber müssen deshalb Generalstreiks inszeniert werden? Durch die Bildung von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden mit Tarifämtern ließe sich doch auf eine würdige Art Knsolüch und Besserung schassen. Man könnte, was früher die industriellen Gewerkschaften mit rein wirtschaftlichen Anfaaben erzielt haben, auch setzt in entsprechenden ländlichen Vereinigungen dasselbe auf friedlichem Wege herbei- führen. Daß die Streikhetzer aber ihre eigenen unlauteren Pfade wandeln, beweist, daß sie gar nicht das Wobl der Landarbeiter im Auge bähen, im Gegenteil überall zu Itnordnuna und Unruhen treiben wollen, um der Reg'ermrg Schwierigkeiten zu macken und selbst die Macht in die Hand zu bekommen. Wären genug amtliche Stellen vorhanden, in denen die Ruhestörer bei guten Gehältern untergebracht werden könnten, dann brauchte man keine weiteren Störun- «n zn befürchten. Einen solchen beguemen Staat zu bilden, wird man ober schwerlich in der Lage sein. . _
Wer sich einmal die Müh« d«S Nachdenkens macht und prüft, wieviel Nachtrift oder Vorteile die Stteiks brachten, der wird finden, dan fte einen unermeßlichen Schaden am deutschen Volkskörper angerichtet haben. Nicht wirr sind außerordentlich bohr Produkt'onswerte d-urck Stilliegen der Nehlengrub^n, ssabr-ken. Eisenbahnen usw. verloren gegangen, auch k-antzel und Wandel wurden geschädigt imd das Volk in keinen tä--ssch-n uotwend-'gan L«be"s- bedürftnssen emnftndssch betroffen chöbere Löbne. wenn st« sick unaufhörlich steigern, tragen mit zur Verteuerung der Heiss essunosko^n bei, was wiederum die Erhöhung der Warenpreise na» fick zfebt. Di« Teuerung der Waren albt elfter wieder Anlaß zu neuen Lohnerhohun. aen Es nt die bekannte Schraube ohne Endi, Ne den VolkAvcktschrftlern schon manches Pre- Htm ausaegebrn hat und gegeuwäft'g der Rc-
Sszialdrmsfrote» ßmsvas.
Kundgebung gegen'dcn Gewaltsrieden.
" (Privat-Telegramm.)
Weimar, 17. Juli.
Da die Sozialisten Frankreichs, Englands «nd Italiens am 21. Ault gegen den Eewaltimverialismus der Entente-Regie- runge» demonstrieren, so hat der sozialdemvrra- titche Partei Vorstand die bei'tf elfen Parteigenos- en ausgefordert, die geplante Veranstaltung ckeicktfalls an diesem Tage in Deutschland tättsinden zu lassen und den 2L Juli zu einem K u n d g e b u n g s t a g der Sozialdemokraten Europas yt gestalten.
Die feanzöfischerr Sozialisten.
Gens, 17 Juli. (Eigene Drahtmeldung.) Der Nationalrat der sozialisMchen Parier Frankreichs hat irach Ablehnung des Friedens- Vertrages die Frage erörtert, ob die Vertreter der Partei in der Deputiertenkammer verpflichtet werden sollen, unter allen Umständen gegen den Vertrag zu stimmen. Der Ratio- nalrat stellte sich mif den Standpunkt Longues, daß sämtliche Vertreter der Partei in der. Kammer gegen den Vertrag zu stimmen haben, ohne ihre Wstirnmung zu begründen.
Sie MKr-GinksMAMeuer.
Widerstand der Einzelstaaten.
tPrivattelegramm.l
Weimar, 17. Jülr.
Der Widerstand der Einzelstaaten genen die vom Reichs-Finanzmiirister Erzberger geplante Reichsemkommensteuer ist bedeutend aröster als man vermutet hatte. Er richtet sich hauptsächlich gegen me UebertraMng der go samten Finanzkontrolle auf das Reich und die damit verbundene BeseittMNg der ern- zelstaailichen Fimmzholteit.
Das Reichsfinanzministerium bleibt.
Weimar, 17. Juli. (Privattelegramm.) Die Reichsregierung beabsichtigt, für die Erhebung der 'Reichseinkommensteuer Frnanzamter zu bilden, die öfter den Sondesstman-amtern stehen werden. Oberste Financhehörde wll das Reichssinanzministerium bleiben. Bei dieser Neuorganisation können zum Teikvie bestehenden Einrichtungen in den Dunde-,staaten weiter ausgebaut werden. Es braucht also.nickt alles zu verschwinden, was bis fetzt an ernst.» staackichen Finanzernrichtungen bestand.
Set fnuMche Sergeant.
Als Millionär bervrrtet.
(Eigene Drahtmeldunq.)
Berlin, 17. Jusi.
Im Anschluß cn die Ermordung des ftan- zSsifchen Sergeanten Mannheim dt Deutschland verurteilt worden, einen Schadenersatz von einer Million Franken <m die Angehörigen des Ermordeten zu bezahlen.
Bestrafung des Schuldigen.
Genf, 17. Juli. (Privattelegramm.) Wie die Pariser Abendblätter zur Töttrn« des trän» zösischen Unterofftziers in Berlin melden, werd die französische Regierung auf ^r unbedingten Bestrafung des Schuldigen beitehon.
Re zaWng do« 3Me«.
Bernuchrung der Zrveirmahmen.
(Pridat-Telegramm.)
Weimar, 17. JuK.
Sie tote in Gefahr!
Die Streiks ein Berbrechen am Bolle.
Es sind noch keine vier Wochen her, daß in zahlreichen Städten der verschiedenen Gegenden Deutschlands Plünderungen der Wochenmärkte, Einbrüche in die Ladengeschäfte und Ansleh- • nung gecten die öffentliche Gewalt oorlamen, sodaß dck und dort der Dela gerungszustand verhängt werden mutzte, der leider blutige Opfer gefordert hat. Das Treiben der unruhigen Elemente, die solch scharfe Maßnahmen ßerausfor- fcerien. ist eine Schmach für ganz Deutschland und findet bei ftemden Nationen nur Verachtung, weil gerade jetzt, da uns der äußere Feind an der Gurgel hält, Deutschland im Innern einig sein müßte. Damals hatten die Plünderer als Dorwand, daß die Lebensmitt?:- preise zu hoch seien und weitgehende Unzusrie- denheir verursacht hätten. Die Preise sind in« zwischen bedeutend niedriger geworden, einmal durch die Aufhebung der Blockade und dann in* infolge der Regierungsbeihilfe. Vom Auslande kommen Nahrungsmittel und Kleidunss zur Stillung des lange zurückgehalieuen Warenhungers, wodurch die allgemeine Lebenshaltung erfreulicherweise erleichtert wird. Aber ttotzdem dauern die Aus stände fort und beschränken fick nicht itr.tr auf die Städte, sondern greisen auf das Land über. Die LaNdbevösserung, auch die Landarbeiter, haben naturgemäß weniger Not aelitien als die Städter, also ist gerade dort der Teuerungsgrund nicht stichhaltig.
Man hat ja auch bereits festgestellt, daß die AusstandZbeweMng nicht von der Landarbeiterschaft ausgegougeu ist, sondern daß'sie von politischen Agenten, von bezahlten Agitatoren, teils sogar mit gewaltsamen Mitteln, den Guts- mrd Dorsarbeitern ausgezwungcn wurde. Gerade jetzt bet Beoinn der Ernte! In den Städten warten Millionen hungriger Manschen aus die Erhöhung der Bortration, hoffen aus eine gute Ernte, die endlich wieder mehr Ge- tteide" Mehl und Brot bringen soll. Wieviele von den Städtern haften sich wohl vor dem Kriege um das Wetter und seine Wichtigkeit für das Land bekümmert? Erst die schwere Rot des Krieges hat uns wieder gelehrt, verständnisvoll nach Sonne und Wollen zu schauen und daftei an die kommende Ernte zu denken.
Ten Vorsitz führt Präsideitt 2einert. Di« GrLlden 'driwgenL ««««ck»L daß Deutschland j Parteien renr ^es Aeltesten-
feine Zolleinnahmen zu heften versuchr.twws «. ut dieser Woche snt ««W 4» «.