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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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SormaSend, 26. Juli 1919

Nummer 196

9. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

"ernsprecher 951 mrt> 952-

Verwmevsfmge im Reichslsbiuetl

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f?St auf die die Vera fx

n g abzubrechen.

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Dir nächst» Sitzung istamFreitag: Große Du?sprach« und klein« Anfragen.

DM «elf«ter Mwi« Siod)rt»tai er<<t»txai »e<4«etua tt*«eiei nab poet - Otab». Der beim«» tu testet* beträgt etoeoli. 1 JO Stott bM tretet gufieOimg to* feit EefUCtmger. »erben »betfett een betefttäftWeB« eMt ben Koten enigegeegenemtnen. I-mderet, Vertag nab »«doMmi - «Oita<btbofllTa$t 23/30. fiät cneertangt etr-tfar.bte Beiträge tann Me ttebaöton eine S. eranteortmp ober SetvLhr tu tetnein P alle übernehmen SHfittfaMmg be« Bejnpepeibef ober Snfetfltbc wegen «ttraigern »torbnungSmcbigerSteientsigctiägirfebtoflcn.

Ms te#an6$-Sätot6ime.

Ter Landarbeiter- Streik beendet.

(Eigene Drah-mcldung.)

Berlin, 25. Juli.

Der Erntcarbeiterstr-'k in Pommern ist gänzlich erloschen. Seit gestern ist mich im Steife KöSlin, dessen Erutenrbeiter noch am Montag im Streike verharrten, dieArLeit ans den Feldern wieder ausgenommen Worten.

öti'crtloneprrtfe; Die iebengcfbaliete geil» für edlhetmtsch» Ä«schuft- M fltg. tur «u*. TOärtlge Stajelgett 35 Vl Reklsmeretle für ein heimische Geschäfte 74 Pf, fär entmärttae Geschäfte 1 TL. einfach« Beilagen werden mit 5 Marl pro Xantens berechnet, alle« mit SO'. Xetremngr-Zaschbag. Bel U-bennittlnng van Anzeigen auf teleph. Wege wirb für durch Hot» fehler bemorgerufenr ..rr.ftmcr feiner! :i£>aftana übernommen, ^ür di« Aufnahme vonAnzetgen an SefBmmten Tagen ober Bläzrt mirb feine Gewähr geletftet. Gefchäftgftele: Kölnisch« Str. X

e'msistnd^e« Rede feht Maw'fkript zus-mmen- klappt ursi» die Tribüne verlädt. Vizevräsidcnt Sattem in n steht st-d gezwungen. mit Rück- gerinae Beteikianng des Hansls

ZuxüÄgahe der Moschrnen.

Ludwigshafen. 25. Juli. (Privai-D-l'- aramrü) In den niMten Tagen wird Mit dem Abbruch der im WafsensMstands-Abkommen den Alliierten wieder zugesprochenen Ma- schönen begonnen, die den pfälzischen Be­trieben während des Krieges zugewt-sen wurden, nm nach Belgien und R o r d - f rank reich zurückgesghrt zu werden. Als Sammelplatz für die aus Deutschland zuruckzu- führenden.Maschinen istLudwigshasen bestimmt.

Trutzbnndnis anzutragen. Der König Hai die Genossen Purati und Breves zu Rate gezogen und nach göwifferchafter Prüfung aller Vor- und Nachteile eines solchen Bündnisses die Ent­scheidung dem Papst überlassen. Scheidemann und Parrns hatten dann, eine Unterredung mit dem Kardinalsekreiär Gaspari m Gegenwart von vier anderen Kardinalen, darunter Ram- poM. Mn Vatikan verlautet, daß in den näch­sten Sagen Lenin und Beia Kun erschei­nen werden nm mit dem Papste Wer ein Schutz- und T-utzbündnis in Form einer mit- teleirropäisch-en Wolga«, Mittelmeer-, Oft- und Nordsee-Göderation zu verhandeln.

Die Lostrennungs-Bestrebrmgen.

Ludwigsbafen, 25. Fuli. (Eigene Draht- mclduna.) In der Rbeinpfalz warten die von den Franzosen unterstützten Elemente, die de Slusrusung einer Pfalzrepublik beab­sichtigen. auf einen passenden Angenblck zur Verwirklichung ihrer Pläne. Sie versuchen vor allem einen Anschluß der neu erklärten Re publik Birkenfeld an die Pfalzrevublik. ebenso den Anschluß der angrenzenden preutz - scheu Gebietsteile von Lautereck bis Oberstem

Anterdritckung der Deutsche«.

e Köln, 25. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Lier, wie in anderen rheinischen Städten, ha­ben sich Komitees zur Bekämpfung der Agitation für die Bildung einer fckbständi- gen Rhein- und Bsalzrepublik gebildet. Tie von diesem Komitee beabüchttgten Ver- fammlnngen wurden von der Besatzung^brbör- de verboten, während eben dieselben Behör­den die Propaganda der Selbständigkeitsbestre- brmg weiter in der offensten Weife unterstützen.

Kkde der zrvZllgswirtschM.

Freihandel in der Textilindustrie. (

. (Privat-Telegramm.)

Weimar. 25. Juli.

Die Zwangswirtschaft io der Textilindustrie wird nach einer Anfrage des ReichswirtfchuftS- mrsfchusses der N atronalverfanrnüun-; ebenfalls zur Aufhelnng empfohlen. Die Einftchr von Rohstoffen ist freiMgebeu worden.

TieMoruingposk" rnefcet: Rach einem Be­rt chr der Handelskammer in Liverpool lie­gen in dem dortige« Hmrdelskammerbezirk fiir über eine NriSiarde Schilling Rohstoffe und Waren nach Tei'tschlcnw bereit, für deren Ausfuhr die Stabilität der deutschen Valuta und der deutschen Wniftsforun gbxervnrstk werd.

ßnaMÄe Waren.

Für eine Milliarde Vorräte (Eigener Drahtbericht.)

Basel, 25. Ju«.

Mehrheit, da Lüpnitz Mehrheitssozialisten si zialdemokrateni Lautem unabhängigem M-- derspruck» begegnete ein noch aus die Tagesord- nung gefetzter Vorträg des Berliner Architekten und Schriftsteller Paulsen über den

Hamstern und Schleichhändlern. Hoffentlich ist die Zeit nicht mehr aLznsern, in der Brot- karte und RarionSKvang vergessen werden kön­nen. Wollen wir aber billigere Lebensrnittel vom AuSlande kaufen, so müssen wirtschaftliche Werte geschaffen werden, um sie gegen Lebens­mittel einzittanschen. Einem Antrag, bei der Marftpokizel darauf hinMvtrken, daß der Aus­kauf durch Kleinhändler vor und während des WochenmarkteS beiden Produzenten und dadurch eine Verteuerung verhindert wird, soll entsprochen werden. Der Unabhängige Schütte forderte sodgiru Eiuführimg des KnndenVsten- stz.tans, um den Hausfrauen das Einholen der Waren zu erleichtern. Nicht immer ist das Geld da, nm au einem bestimmten Tage ausgernfene

AntzruvsMscheVesprechnngf Gerüchte üb« Scheidemann und Orlando.

(Eigene Drahtmeldung.)

Basel, 25. Juli.

Der Sondervertreter der Turin«Stampa* itt der Schweiz drahtet seinem Blatte aus Zü­rich, daß zwischen den beiden früheren Minister- prcistdenten Scheidemann und Orlando auf Schweizer Boden sine Begegnung stattsand, und daß ersterer sich auf dem Wege nach Rom befinde. Scheidemann habe sich deshalb ins Ausland begeben, um mit der russischen Re­gierung Besprechungen einzuleiten. Der sozia- Mische Schriftsteller ParruS, Scheidemanns bester Freund, dessen GaWreustdfchast der deutsche Exministrrpräsident in Anspruch nahm, sei hei diesen Verhandlungen zugegen gewesen. Die Verhandlungen bezweckten die Herstellung kirrer Einheitsfront mit den ungarischen Bolschewisten. Deutschland soxdere vor allem die Einführung einer wahren Demokratie und ein Aufhoren des SchreckenSregiments. Von deutscher Seite wird diese Meldung dementiert.

Mn neues M tteleuropa?

»«litt, 25. Ink. (PrAmttekegrarmnJ Die ^Deutsche Zeitung- geht auf die Nachrichten, täß Scheidemann sich in d« Schweiz mit OtI ando getroffen habe, naher ein und gibt fotzöude, recht abenteuerlich amttlttende Mel­dung Wied«: Scheidemann ist mit seinem FreundeParrus schon vor acht Tagen nach Rom' gereist, um dem Kön-iz von Italien un Na­men des ReichtzprMdenten rijt Schutz- uns

bietsteile des Reiches, die früher eigene Wahl- kreise bildeten, kosgetrennt werden und nur Bruchstücke von ihnen bet Deutschland bleiben. Die Vorarbeit zu dem neuen Wahlgesetz soll mit möglichster Schnelligkeit erledigt werden, damit bald dir erforderlichen Neuwahlen im gan­zen Reiche stattfinden können.

stW 6tfeittii Gebiet.

Blutige Zusammenstösse in Strassburg.

(Etgener Drahtbericht.)

Offenburg, 25. Juli.

Nach einem Telegnuvm d« Offenburger Zeitung ist es am Dienstag in Strassburg zu blüftgen Zufa-Mrenstötzen zwischen dem französischen Militär und der Zivil- bevölkernng gekommen. Anlass war der Stkeit der Strassenbahner. Um den Verkehr mckrecht zu erhalten, batten fratzzlf.schr Offiziere und UuterosftKlrre die Bedienung d« Wagen übernommen. TÜK erregte eine derar­tige Erbitterung unter den Arbeitern, dost ss/ die Strassenbahmo-rgen mit Steinen bomLar- bierie« und die Leitungen zerstörte«. Bei dem ZufoMmenstotz sollen ein Offizier und mehrere Soldaten getötet und mtfirere ftanzöstsche sr«sSnltchkeiten misshandelt worden, sein. Es wurden auch Flugblätter verteilt, die die Selbständigkeit d« ehemaligen Reichslande fordern. Allem Anschein nach ist die Stimmung der Strassburger Bevölkerung sehr erbittert.

Große Aussperrung in Berlin.

Berlin, 25. Juli. (Privattelegramm.) Die ReichShauptstadi steht vor einem neuen Ar­beiters oblem. Der pokitifckie Streik vom 21. Juli hat gestern ztrr Aussperrung von zehntausend Arbeitern der Sie­mens-Werke geführt. Diese Maffen-Entlaf- sung stellt ab« nur eine Ern-elerscheimtug dar. Die ü6«au§ xngefpitzte Situation in d« Gross- berliner Metallindustrie wird dadurch gekenn­zeichnet. Heute wird die Entlassung wei- terer Metallarbeiter erfolgen. Die Me- tM-Jndustriellen sind fest entschlossen, nicht nachzuzeben, da die Betriebe schon seit Mo­naten mit Zusckmß arbeiten. Die Arbcttsleistung ist um 60 bis 70 Prozent gesunken, die Löhne sind um ICO und 150 Prozent gestiegen. Die Borsigk-Werke künden die Schliessung ihr« gesamten Bettiebe an.

> Wiederaufbau Nordsrankreichs

und die deutschen Gewerkschaften. D« sehr interessante Vortrag wurde gehalten. Da- r.-ack ist die Größe der Arbeiten noch nicht zu übersehen. Zerstört sind etiva 400 000 Wohmm. gen, Tausende von gewerblichen Anlägen, Hun. derte von Kirchen, Schlössern, Rathäusern,, ge­meinnützigen Anstalten. Dazu kommen Ersen- bahnen, Straßen, Kanäle, Flüsse, Schäden an Forsten und Aeckcru. Die gswohnte, im wesent­lichen privat-wirtschaftliche Organisation deS Wiederaufbaus scheidet aus, vielmehr wird der Gedanke einer sozialisierten Wirtschaft hi« in ganz großem Maßftabe seinen Ausdruck finden müssen. Dio Sorge für Aufbringung d« Ar- beiter, Festsetzung der Arbeitsbedingungen, Un­terkommen, Ernährung, Kleidung, geistig« AuS- irnd Fortbildung wirs größtenteils Sache der Gewerkschaften sein. Wir «raffen Arbeitswei­sen finden, sie es dem Einzelnen gestatten, ohne VrohranfttenMng mehr Arbeit zu leisten. Die alte Furcht vor dem fälschlich sogenannten Tav- lor-Svstem ist für den deutschen Arbeiter unbe­gründet. Nur durch jahrelange, wahrscheinlich sahrzehntelango Höchstteisinng haben wir Aus- fid»t, einmal wieder zu wirtschaftlicher und da­mit kulturell« Freiheit zu kommen. D« Vor- ttag löste eine teils hochpolitisch erregte Mei- mmgsäußerung aus, woraus Stadtverordnet« H a u p t auf Grund des in her let-Mp Volw«. sammlung gestellten Antrages auf Staffe­lung der L^ebensmittelpreise nach dem Einkommen fprach. Nach Lage der Dinge ersteht er kein« Möglichkeit, zu einer Mb- stufung zu kommen. D«'Allgemeinheit ist nicht damtt gedient, wenn di« Stadt in größerem Maße Aufchnßgeschäfte treibt, die den Stadt- etat so belasten, daß sie drückend auf di« Steurr- leMrua wirken. Notwendig ist vielmehr, daß die Rorchsregierung allen preissteigernden Ten­denzen für lanÄwrrtfchaftliche Julandserzeug- niss« mtt all« En«gie entgegentritt. Eine Bes- seruna der Lage ersieht « schon in dem jetzt v«- geÄichen Ausschanen der Produzenten nach den

waren. Großen Lärm gabs bei den Unabhän­gigen, «rls Hauschildt nach ein« Viertelstunde die Versamnikmig befragte, ob sie Lüpnitz noch weiter anhören wolle, und Gelächter bei

*' ' " ' den Satz prägte: Die

sind dock auch noch So-

AOWwstfRAMMWrtt.

BertrauenSfmo« im Fall' Erzberg«.

(Privat-Telegrewm.)

TSeimar, 25. Juli.

T-- gestrige Sitzung des 8!eichs-obi- nett s beschiftigte sich mit den Angriffen Helff er ick ' und des Grasen Wedel gegen Erzberger. Es ist mLglich, daß das Kabi- nrtt, da Erzöerger Dizeprsisident ist, veschliesse« wird, im AufckKirß an die große poMische De­batte in der Siationalverfannnlung die Ver­trauensfrage zu stellen. Erzb«g« wird fchou beute auf die Angriffe der Rechten ant- worten twd nnmeutlsch Schriftstücke ans Akten vorlogeu, aus denen b'rvorgeben fall, daß 1917 ein englisches Friedensangebot durch die da­malige Regicrurrg unt« Reichskanzler Micha­elis slpie den notweudigen Ernst behandelt worden fei. Wie verlautet, werden heut« die Regierungsparteien ein Vertrauens­votum für die jetzige Regierung beantragezr.

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Dr. Helfferich gegen Erzberger.

Berlin, 25 Juli. (Privattelearmnm.) Ter frühere Staatssekretär Tr. Helfftttch kün­digt die Veröffentlichung von Doku­menten und Briefen de? jetzigen Reichs­ministers Erzberg« an, die ans den Jahren 1914 bis 1917 stammen und die Erzbergers Tinnexionspolitik einwandftei beweisen sollen. Roch im Frühjahr 1917 habe Erzbergers Tätigkeit bei den RetckstSämtern jede Nnbahmmg ein« Verständigung mit England verhindert.

elf Uhr abends, die Unabhängigen opponierten, die Mehrheitsfozialdemokraten otttivmitien, «8 gab häufig genug ohrenbetäubenden Lärm und hochgesteigerte Unruhe und Erregung; man geizte keineswegs mit gegenseitigen Vorwür­fen. Gleich zu Beginn der Versammlung kam ihr Leit«, Hauschildt, noü?rnals auf die schon auf dem Friedrichsplatz abgegebene Er­klärung über ine Drillichen Behaupttmgen in d« Stadtverordnetenversammlung zurück und bezeichnete dabei den Rechtsanwalt Brill als konservativen Manu, d« nicht einen Funken von Verständnis für die neue Zeit hat. Wie lange der Arbeiterrat feine Tätigkeit noch fort­setzen wird, läßt sich zurzeit noch nicht über- sehen; er denkt nicht daran, seine Existenz auf- zugeben und wird bestimmt solange amti«en, bis die ganze preußische Verwaltungsreform vollständig durchgeführt ist. Jedenfalls hat sich d« Arbeiterrai gut bewährt, Ruhe und Ord­nung gewahrt, den SchleOhhandel bekämpst, viele Schiebungen verhindert ufw. In groß­angelegte'.- Rede forderte der Unabhängige L ü p. nitz, daß der dlrbeiterrat sich nicht -«drängen läßt. Werden die Arbeiterräte, die ein« große Zukunft haben, durch einen Gewalfftteich be­seligt und erdrosselt, so stehen sie wieder auk und roerdc» furchtbarer f:i als sie hstßh«

Neuregeln«g des Wah!gesstzeS.

Weimar. 25'. IM. (Pmvat-Eelegramm.) Ein« von der Regierung und der Natisnalver- sammkuna eingesetzte Kommission ist ge­genwärtig hesÄNtrak die «forderlichen Unter­lage« für ein neues Wahlgefetz zu fchaf- fen. ReichStaaS- ittih Präsidentenwahl, sowie BolkKerrtfckeivun.g soll«, «inheftlich nach einem wnhsspstem bleibt beibshalt«,. wkrd ab« beden- wkckloef-tz bleibt veftnckalten, wird aber bedeu­tend verbell«rt. Die Wahlvorscksäge sol­le« nmni"-sbar vom Balke selbst aemallt n-rN-n CpMi alfo di- v-Ar -^o-^rfee ''eknen Vinftuß mehr aus Me Br*1 d« KonVd-'ten be­sitz«,. Wie bei den Wable« zur NEmw-v«. fammlrma sollen amb tn nur na* 8 t - ftenwahlen ftottfinden. Verbunden-- Aehk- varsihlSo« werden nicht -mehr arftat. Die rest­lichen Srmrmen sollen üb« das Reich den ein­zelnen Parteien, di« dafür eine besondere Liste '«rfzustellen haben, auocrechnet w«den. Auch «n- neue Einteilung dcr Wahlkvrose qoird vor."nom-neu werden. Si< ist and) schon «int- > -- ,6Sw*'«x» -«äueiifcia. weil aröstar« Est-

Ser Kasseler H-9L

Weiteres Bestehen des Arbeit«-RatS.

Lebensmittel - Preise nud -Verteilung.

Kassel, 25. SMB.

Nach langer Pause tagte gestern abend Wie­der mal eine Vollversammütug des Kasseler Arbeiterrats utti> zeigte, daß er, d« vick-

Welmmer ragms.

Die große Nussprach« verzögert.

(Eigen« Drahtbericht.)

Weimar, 25. Juki.

In d« Nationalversammlung treibt der Redeteufel sei« Unwesen. Die neuen Parla­mentarier, die sich alle erdenllichc Mühe geben, vor dem Hause ihre Redekunst zu beweisen, ha­ben schon manche wichtige Beratimg grundlos verzögert und sind anck heute schuld daran, daß die erwartete politische Aussprache nicht stattfin- ben kann. Präsident Fehrenbach hatte auf die heutige Tagesordnung zwei Jnterpvratto- nrn der deutschen Volkspartei, betreffend Planwirtschaft und Landarbeiter- streik, an erste Stelle gesetzt in der Erwar­tung, daß ntan sich -mit kurzen Reden begnügen würde, um nachher den einzelnen Fraktionsred- nem bessere Gelegenheit zu den in Arrssicht ge­stellten politischen ErklöNingen zu bieten. Das Haus das bis auf den letzten Platz besetzt war. sieht sich sehr enttäuscht, da nur uichtssagendo Reden gehalten werden. Dor Abgeordnete Wsitthoefft von der deutschen BoMpartei vergißt ganz, um was eigentlich debattiert wor­den soll und hält dem Seattle einen größeren Volkswirlschgftlichen Dorttag. der den Anwe­sende» kein Interesse abgewiunt, was schon die wiederholten Schlußrufe aus allen Partcila- gern beweisen. Reichswirtschgftsuk'nister Schmidt sieht sich zu feinem Bedauern ge­zwungen, auf die Einzelheiten der Rede einzu- geheu und verfällt auf die Jdeo, denr Hanfe daz Prograwm feines von Wiffell übernommmen MftMeriumz darzuleoeu. Auch feinen Ausfüb- rimgen gegenüber verhält sich das Hous bo-cksi gleichgültig. Von den Abgeordneten verschwin­det einer nach dem fintiere1' aus dem Sa-l- und bald herrscht eine so öde Leere vor, wie sie das Hous wobf selten gesehen hat. Der Abeeord- nete Dusche, gleichfalls von bet deutschen BolkshMtei. ergeht sich ht heft'-gen Augr-ffon aitf die Regierung bte an dem Aondardeiter­streik die meistx Schuld traue. In gleichem Sin­ne bewegen sich die Aussührungen des Abge­ordneten B e st r e n s vor den Deutschnati-'na- len. Reichswirffchaf'sminist« Schmidt sucht die Angriff» zu parieren ttnb befchränft sich darauf auf die Reformen hinznweisen, di» von seinem Minisieri-mn für die Arbeiterschaft zur­zeit ausgearbeitet werden

Dann soll die große Aussprache begin­nen. Der Saal ist jetzt so leer geworden, haft kaum von jeder Fraktion zehn Abgeordnete an­wesend sind. Die beiden Rechtsparteien haben Vollzöblig den Saal verlrffen. Der Abgc«d- nete P r a e tz i g (Sozialdemokrat) hält e-nru schön angelegten Parteivorttag nnd stimntt, Wie das ia auch nicht anders zn erwarten war. den Erklärungen der beide« Minister Bau^r Und Müller zu. Die Seitenbisbe ans d-e Deutstbn all analen bleiben wi rknnqrlos. da ebe-t kein einzig« Abgeordnet« dies« Partei mebr Nnwosend ist. Das Lied vom hölkttbefreienben und völkerversöhnenden Sozialismus, dos in der Rationawerfanrmlurr» Tag nm Tag in ewig glotchSkeibender Monot-mi« g-funaen wird, macht selbst auf die Mktgk'ed« seiner -Parret keinen Eindruck und di- Lobsvrüch« auf Me Revolution ntfon bei den Abgeordneten der Reckften nur ein ironisches Lächeln hervor. Man ist Wirf?4 froh, als her Red"er endlich nach