Kasseler Neueste Nachrichtea
Kasseler Abendzeitung
HeMche Abendzeitung
S. Jahrgang
Mittwoch, 3V. Z«N 1919
Numnrer 199-.
Fernsprecher 951 und 952.
Fernsprecher 951 tmb 952.
Gesetzentwurf für einen Staatsgerlchtshof
Ne Enthüllungen
kffche Schrerbea durch die Presse
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geferaonOpreile Dl, flebatgdpaüete Selle ritt einheimische SeschLste 30 W«. für «nie. roirttse «notige» 35 PI atettamejclte für einheimische DeschLste 7s Pf, für au4wär#ge Seschüste 1 M, einfache Beilage» werden mit 5 Mark pro Lausend berechnet, alles mit 50»/„ Tenerwigs-Zuschlag. Bei Lebermittlung von Anzeigen auf teleph. Wege wird für durch Hi>r- sehlerheroorgenifene Irrtümer keinerlei Haftung Wernommea. Für die Aufnahme oonAnzeigen en, beftfetmte» Lagen oder BiShen roird keine «ewühr geleistet. PeschSkteftelle: Nölnische Str. 5.
he#®jnt gegeben sind. Die Erfabnntg gÄrt genug Beffpiele, baß das BoVkSurteir oft allzu rasch geurteilt hat, bevor er beide Seiten ein» wandftei hörte. Die nächsten Lage werden Hof. fetttlich die nötige AuWärimg bringen.
ferner, daß er der enMchen Regierung geraten habe, sich nicht in einen direkten Verkehr mit dem Feinde edWrlassen.
Die Staffelet Leu eben Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal txnb zwar eb«nM. »et LdonnemrntSprets betrügt monatl. 1.50 Mark bei freier gefleHmtg ins Hans. BefMangat werden iebcrgeit ton der «eschäsisstelle »her den Boten entgegengenomme». Drmkeret. »erlag und Redaltion-. Lchlachthospraße 23/30. Für unnerlangt eingesondte Beitrüge kann die Redaktion eine Beraniwortnng oder «ewLhr in keinem Falle übernehme». Rüchzahinng des »«ugsgeldeL oder Ansprüche wegen elwafger nichi ordnnng^nütziger Lieferung ausgeschlossen.
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Schwierigkeiten am Balkan.
Bulgarien. Griechenland, Rmnänien.
(Eigene Drahtmeldung.)
Iie Friedensfrage.
Das englische Schriftstück. - (Privat-Telearamm.)
Wei««. 29. Juli.
3m besetzten Gebiet.
SchtfstchrtSvertttzr aus Saar und Mosel.
(Eigene Drahtmeldung.)
Saarbrücken, 29. Juki.
Fm hiesigen Hafen nimmt die Reubelebung des Verkehrs immer mehr zu. A« der ersten Aulihälste wmden 150 Avhlenschlffe ab» gefertigt Die Saar» mrd Mofelschkffer fordern die Neubeschaffung einer Binnenflotte, sowie die Äanatifation der Mosel und Saar.
Ware«- und Lebensmittel-Einfuhr.
rndwigShafen, 29. Juli. (Eigene Drrchtmerdung.) Der Schiffsverkehr auf dem Rhein ist in ständigem Wachsen begriffen. Zahlreiche amerikanische Kohlentransport» schiffe find tu den leisten Tagen ht Ludwigs» Hasen eingetroffen. Die Kohlen werden meist nach Santerbnrg in der Pfalz oder nach Straßburg wetterbesördert und von dort aus nach der Schweiz wugeladen. Etwa zwanzig Schiff« mit Getreide und sonstigen Lebensrnitteln aus Rotterdam und Antwerpen find in der der. stoffenen Woche in Ludwigshafen eingetroffen.
Pfalz tmb Bayern.
Samberg, 29. Juli. (Privattelegramm.) Dtt pfälzischen Abgeordneten des baye- rffchen Landtages erklärten dem Ministerpräst- deuten Hoffmann gegenüber, daß fie den Plan einer Repnblff Großhessen ablehnen. Die Pfalz wolle bei Bayern bleiben.
Gens. 29. Juki.
»Homme 8fibtcw, das Blatt Clemencemts, schreibt offenbar unter stark offiziösem Einfluß; Di« Abfassung des Friedensvertrages mit Bulgarien stößt wegen der Zuteilung der Dobrudscha und Thraziens aus SÄvio» rigfetten mit 9tnmänicn. — Eimer Pariser Meldung zufolae hat der' griechische Minister» präsideni VenizfloS auf die Forderung der Bul. garen, einen Hafen an der griechischen Küste zu haben, einen kommerziellen AuKgang zum ägäischen Meer angeboten, über bei. Bulgarien ungehindert Zutritt zu den Darda- r.eöcn haben witt». Die endgÄtige Entscheidung liegt beim Rat der Fürst.
DaS letzte Kriegsjahr.
Diese Tage sind reich an politischen Sen» Vorliebe für Sensationen gab er zu allen Zetten und in allen Ländern und man durste, als noch die normalen Jahre vor dem Striege woran, erfreulicherweise sagen, baß in Deutschland am wenigsten die Sensationslust wütete. Enthüllungen, mögen sie auf Gebieten geschehen, auf welchen sie wollen, haben meistens einen häßlichen Beigeschmack. Der vor»
sammilung tnitgeteSt hat. Man entnimmt aus dem Wortlaut, baß ein englisches Friedensangebot nicht erfolgt ist. ES war viestnehr nur em Antwortschreiben an beit PaM, worin ausweichend erklärt wurde, es bestehe keine Wahr- scheinstchkeit »u Verhandlungen. solange nicht werft Deutschland seine KriegSsieke und seine Absichten binsichffich Belgiens bekannt gebe. Zu» gleich werden auch m der «estrigen franzSstschen Presse Erklärungen der damaligen Minister- Präsidenten Pshtlevs und 91’6ot verSffentlicht, worin gesagt ist, baß ein .englisches Friedensangebot mit Einverständnis Frankreich»* nicht gemacht worden fei. Die bisherigen Mitteilungen sind affo noch widerspruchsvoll und lassen ein objektives Urteil erst zu, wenn da» Wichtige vom Nebensächlichen getrennt ist. UeSrigenS ist in der gestrigen Sidun« der Natiouakverfmmn- luna auch die Ernsetzung eines StaatSge- richtShoseS beschlossen toorbeti der volle Klarheit schaffen soll. D-r.
Die Saaskohlen nach Frankreich.
Saarbrücken, 29. Auli. (Eigener Drahtbc- richt.) Die Kohlenfverre tot Saargebiet wird laut einer Verfügung der BesatzungAbe- hö-rde in wenigen Tagen in Kraft treten. Vom 1. August ab wird die AuSftlhrerlaubnis von Kohlen nach der Pfalz aufgehoben und sämtliche tot Saargebiet erzeugten Kohlen Pfändern nach Frankreich. Aus der West- lick) en Pfalz treffen daher täglich Hunderte von Fuhrwerken an der preußisch-belgischen Grenze ein, um nach dort Kohlen abzuholen.
Aeußerung franzSfischer Minister.
Basel, 29. Juli. (Privattelearamm.) Nach einem Pariser HavaS-Bericht erfOärte Painlsvs in einem Interview, da- daS .Echo de Paris* veröffentlicht: Am 13. September 1917 habe er die Präsidentschaft des Ministeriums übernommen. Er wisse nichts von einem angeb. licheu Friedens - Dorfchkag Englands. dem Frankreich beigefreten Wäre und auf den Erzberger angespielt habe. Vato- levö fügte hinzu, daß eS sich w-chrfcheinlick um daS Memorandum handele. daS in BeauSvvr- itma des Schrittes des Heiligen Stuhles vom britischen Gesandten behn Vatikan, der mit der Veriretung fVT<mtret<M beim Vattkan beauftragt war, übergeben wurde. PaiNlevs erklärte sich überzeugt, daß RDot niemanden beauftragt habe, einen solchen Schritt zu tun. Rihot, der in der krttischen Zett MinMervrWdent war. wurde ebenfalls interviewt. Er hält dafür, daß es der englischen Regierung obfiegt. sich zu erklären. Riikntt sagte: Wir haben dem Heiligen Stuhl durch Vermittlung Englands nut den Empfang des vorn Papste im April 1917 unternommenen Annäherungsversuchs bestätigt. Da der Nuntius in Deutschlaich von Kardinal Gaspari beauftragt war. an den Kanzler z« schreiben, schrieb btt englische Rso re- rung, die die .Gefahr' bemerkte, ihrem Ge- janäe» v«, «bchtS hrrWrzufüssu. Ribor erklärt«
an den Vatikan gerichtete enififfche Schreiben be» kamtt. ES hatte fein Datum und lautet in Uebersetzung: »Mr haben noch keine Gelegenheit gehabt, unsere Verbündeten über die Rote Gr. Heiligkeit zu befragen und sind nicht ttk der Lage, uns über eine Beantwortung der Vorschläge Gr. Heiligkeit betreffs SeMugnugen eines dauernden Friedens zu äußern. Unserer Ansicht nach besteht keine Wahrscheinlich- feit dafür, diesem Ziel naherzukommen, solange sich nicht die Zentralmächte und ihre Ser« bünbeteT. in offizieller Form über ihre Kriegsziele und darüber geäußert haben, zu welchen Wiederherstellungen und Entschä- d i g u n g e n sie berrtt sind, durch welches Mittel tn Zukunft die Welt vor der Wiederholung der Greuel, unter denen sie jetzt leidet, bewahrt werden könnte. (Hört! Hört!) Selbst hinsichtlich Belgien- — und in diesem Punkte haben die Zentralmächte anerkannt, im Unrechte zu fein — ist mrS niemals eine bestimmte Erklärung über ihre Ansichten bekannt geworden, die belgische Unabhängigkeit wiederher erstellen und die Dckäden wiedergutzumachen, die sie es hatten erdulden lassen. (Hört! Hört!) Sr. Eminenz dürste stoeffeffoS die Erklärung gegenwärtig fein, die von den Alliierten ht Beantwortung der Note des Präsidenten Wilson abgegeben worden ist. Weder von Oesterreich, noch von Deutschland ist damals eine solche äquivalente Erklärmrg erfolgt. Ein Versuch, die Kriegführenden in Ucberernffinmrmt« zu bringen, erschien solange vergeblich, wie wir nicht über die Punkte im Karen sind, in denen ihre Ansichten auSeinandergehen."
Sie AbdankmM-BorsSnse.
Schilderung aus dem Hauptquartier.
Durch eine andere Enthüllung werden jetzt die Vorgänge beleuchtet, die sich am S. Novem- ■ ber 1918 ht Shoa abgespielt hoben. Es wurde vielfach unliebsam empftmden, als der Kaiser betot Rü^ng des Heeres abdankte und ins neutrale Holland ging, anstatt bei seinen Truppen zu bleiben. Jetzt wird eine Darsiei- lung der bamaF:gen Ereignisse veröffentlicht, für deren Richtigkeit die Herren (HmoraTfetbirar» schall von Huckenburg, Generaloberst v. Mosten, Staatssekretär a. D. v. Hintze, General v. Marschall und General Gras Dchissenburg. soweit sie dabei beteiligt waren, die volle Dürafcbast übtt- nehmen. In dieser Schilderung wird Prinz Max von Baden, der damalige Kanzler. fSr die Abdankung des Kaisers Verantivorflich gemocht. Es werden alle Einzelheiten aussühr- «ch mkfcengegeben, wie die Reichskanz-
tknglische tmb franzSfische AnfttSge.
Saarbrücken. 29. ssstfli. (Privattele- gramm.) Die französische Regierung erteilte den Hüttenwerken im Saargebiet für einige Millionen Aufträge zur Beschaffung von Maternfl für die fr anzösischefflotte. Auch England hat unter anderem den Dfl- Ihtger Hüttenwerken bedeutende Aufträge in HeereSliefernngen gegeben. — Die englische Militärbehörde hat für viele hundert Mil- liouen Mark Lebensmittel und Rohstoff« aus eigenen Beständen abgeftoßen und z«m Berkaus angebote«.
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mal Dinge von höchster politischer Bedeutung, Untersuchungen von größter Tragweite aus dem Plane stehen. Es handelt sich hier um die erneute Aufrolltmg einer Schuldfrage im eigenen Lager, um die Feststellung, ob im Jahre 1917 eine FriedenSmöglichkeit bestand oder nicht, sowie um die Frage, wer — falls diese Möglichlett bestand — die $ et» Handlungen verhindert hat.
Mit den Enthüllungen hat der Reichssinanz- minister E r z b e r g e r, der seit einigen Wochen wieder von seinen alten Gegnern heftig an gegriffen wird, sich verteidigen wollen. In den kurz vorher gemachten persönlichen Angriffen gegen ©rjbergjer hieß es, dieser verdiene kein Vertrauen, zumal er auch tot Juli 1917 durch Indiskretionen das Zustandekommen eines günstigen Friedens vereitelt habe. Die Aeuße- Tung wurde unterstützt durch den Grafen Wedel, der Erzberger beschuldigte, tot Verkehr mit Wien für Deutschland schädliche geheime Diplomatte getrieben zu haben auf Grund seiner Kenntnis eines peffiinisttschen Brieses, den ' I. - "!*r <m Kaiser Kari geschrieben hatte, teneseu letzterwähnten Punkt nahm nun der Angegriffene jum Ziel seiner breitausgearbeiteten Verteidigungsrede vor der Nattonatversamm- lung am vergangenen Freitag, worin er den Spieß umdrehte und die frühere Regierung, namentlich den Reichskanzler Michaelis, anflagte, die Friedensvermittlung des Msinche. ner Nuntius Paeeelli tals Vertreter der päpstlichen Kurie) tot August und September 1917 Hintertrieben zu haben. Der Papst tzei von England, im Einverständnis mit Frank- wich, um die Vermittlung gebeten worden, aber in Berlin habe man die Gelegenheit zu Verhandlungen ab gelehnt und überh aupt totgeschwiegen. Dadurch fei die Möglichkeit eines Friedensschlusses berfättmt und der Krieg ver« tangert worden. Diese EntlKllung hat alle Parteien der in Weimar versammelten Volksvertte- tung to Aufregung versetzt. Die linksstehenden mit Einschluß der Mittelparteien verlangten so. fertigen Gesetzentwurf für einen S^aarsoerichts. Has. der diese Schuldfrage untertod-ttt solle. . KnOvischen haben sich die damals beteiligten .......uwter Dr. Michaelis und ^Dr. H e l s s e r i ch in sehr energischer Abwehr dazu geäußert. Der Kern ihrer Darlegungen ist der, haß das angebliche englische Vermittltmgs- oesuch nur eine Antwort auf das allgemeine Angebot des Papstes vom 1. August gewesen sei und zwar nur zum Zwecke ber Fühlungnahme. England habe bestimmte Erklärungen «r§ der deutschen Regierung bezüglich Bel- ? i e n s herauslocken wollen, um die Regierung rstzulegen, im übrigen aber an seinem alten KrregSziel, Deutschlands Macht zu brechen, fest- grhalten. Der Kanzler habe eine Kronrats- Sitzung veranlaßt, in der die VermittlungS- Gelsgenheit besprochen worden sei, und die Antwort sei dem Nuntius mit den deutschen Bedingungen gegeben worden Man habe auch einen hervorragenden neutralen Diplomaten mit einer Fühlungnahme in England betraut gehabt, aber der Plan sei gescheitert, weil dir Feinds gar nicht ernstlich verhandeln wollten. — Außer den genannten Herren hat jetzt noch die Oberste Heeresleitung dazu Stellung genommen, die aber schreibt, General Luden dorff habe von dem Schreiben des Nuntius Paceelli Überhaupt keine Kenntnis gehabt und zum erstenmal bei den jetzigen Auseinandersetzungen etwas davon gelesen. Dasselbe Schicksal teilt der Siebener-AuKschuß des damakigen Reichstages und der Vizekanzler von datier, denen auch nichts von dem Schreiben bekannt gewesen sei. Sogar der Kron rat fei nur ungenau über die Bedeutung der Sache unterrichtet worden.
Darntt ist eine bedauerliche Note in die An- »elegenheit ariomwen. Mochte auch der Kanz- ttr im Interesse der Diskretion di» strengste Geheimhaltung für ratsam erachten, so wäre •i dock> unverantwortlich, die nächstssehenden Persönlichkeiten im Dunkeln «t lassen, wenn >as Dermi ttlu-.' asschreiben wirklich big Mög- tjchkett zu versöhnenden Verbandsungen geboten hat. Um dies festzustellen. müßte man noch •en Inhalt des brüMou Ersuchens, das an den Papsi gerichtet war, kennen, und es sieht z« er- varten, daß es trott oder morgen veröffentlicht toirb. Da wir kn ne Parteilichen Interessen vertreten, halten wir es für geboten, nut der Be-
Sie UMsndr-Bewslmug.
Telegraphenarbeiterfireik beendet.
(Privat-Telegrarnm.)
Beriin, 29. Juli.
In ber gestrigen Versammlung der streikende« Telegraphenarbeiter lief die telegraphische Meldung ein, vast der Minister dir Wieder» einstellung bet entlassenen Arbeiter genehmigt hat. Die Dersammlung beschloß darauf, am brotigen Dienstag die Arbeit geschlossen wieder aofznnehmen.
Weimarer Zaitmg.
Weiteres über die Enthüllungen. • kTelegraphische Meldung.)
Weimar, 29. Juli.
Die gestrige Sitzung heschäffWie sich weite» hin sehr erregt mit den Erzdergerschm Gnthül lummen und mH den von Dr. Heifferich, Dr Mickzaslis. Ludendorff und Hiudenbura vorii» «enden Gegenäuißerunigen. Vor Anfang ber Aussprache wiederholte der so^iackvemokrarisck)» Abgeordnete L öb e fernen Antrag, den Gesetz cmtttmrs über den Staatsgerichtshof ber an zweiter Stelle auf ber Tagesordnung steht, mit der allgemeinen pMttjchen Debatt, zu berbrnben. Die Frage des Staatsgerichts Hofer steht mit diesem Gsgenftand in Bsrbin tmnfl. Gegen die Einsprache des Abg. Schulz B-rmnberg (Dsu-tschng wind der Antrag Löb, mA größer Mehrheit angenommen Rcühsmdmster des Jmrern, Dr. David de gründete den Antrag und hob hervor, baß bas Volk das größte Interesse an der Äufklärune über die Frage ber Friedensmöglichkeit uni überhaupt der Schuld am Kriege habe tmb baß deshalb der Entwurf eines Staatsgerickstshofek so rasch wie rnögKch Gesetz werden müsse.
ReächsMiniffier de? Aenßeren. Wiüller, mach» täragcrc Ansführuingen über Friedensvermittz ltmas-Angelegenheit im Jahre 1917. Er sagte Aus dem englischen Schreiben an den Vatikan geht hervor, daß die belgische Frage das Stern Programm der Friedensfrage war.
Die deutsche Regierung hatte einen spanischen Diplomaten um Fühlungnahme bei England gebeten und zwar schon vor den Beraiun» eint Stranrat. Der englische Botschafter ertt, er wisse nicht, wie seine Regierung sich verhalten. würde, werde aber Nachfragen. Bedingung sei, die Ansprüche Deutschlands zu kennen. Die englische Regierung habe den Allieirten mitgeteilt, sie werde mit aller nur möglichen Vorsicht antworten. Dem Botschafter gab sie die Antwort, die Regierung • werde bereit feto, eine Mittei lutea anzunehmen, die Deutschland machen würde. Diese Mittei- hntg werde sie ihren Verbündeten weiterg^ben. Das deutsche Ziel fei doch nur ein Manöver Kühlmanns gewesen, um die Friedensbebtogutt- gen, die zu erfüllen waren, kennen zu lernen. Ein« genaue Kenntnis der deutschen Kriegs>ziele war nicht $n erhalten. Dem Einwurf gegenüber, daß große Erfolge an der Westfront erfochten und infolgedeffen die Stimmung tot Lande gehoben fei, und ein Umschwung ht ber Armee sich vollzogen habe, habe es weiter geheißen, baß der Geist ber brutschen Soldaten entsprechend gesunken fei. Daraus entnehme ich als zweiseAoS, wie die Alliierten die militärische urtb politische Lage auffaßten. Sie waren ihrer Sache sicher, hatten Amerika auf ihrer SeiteAmd waren, wie Llovb George sich ausdrückte, fest überzeugt, daß die Z e i t für fie arbeite. Deshalb verlangten sie getraute Revidiernng des KriegszieleS. Dreierlei stelle ich nun fest:
1. baß ber Reichskanzler Michaeli S ben Par. teMhrern von ber Rote des Nuntius vom englischen Friedensangebot nichts nrrtgeteilt hat (Hört! Höri),
2. daß den Parteiführern die Abgabe einer präzisen Erklärung versprochen wurde, und
3. daß die Antwort Michaelis' aus die Note genau das Gegenteil einer solchen präzffen Er- tBärung ist.
Es folgten danach Reben von deutschnatio- naler Sette, ebenso von Regierungsvertretern, auch wieder von Erzberger, worin viele Wieber- hÄtongen über ben schon vorgestern dargelegte» Standpunkt enthalten sind. Reu sind drei Briefe, ht denen der Reichskanzler Michaelis und die Oberste Heeresleittrng gegenüber Belgien politische und «rflitärische Sicherheiten befürworten. — Am Dienstag bormtttag soll die AuSHrache fortgesetzt werde«.