Einzelbild herunterladen
 

Meter Neueste

9. Jahrgang

Donnerstag, 25. September 1919.

Fernsprecher 951 «nd 952.

Nummer 248

Fernsprecher 951 und 952.

Das Amme-Abenteuer wird brenzlich

AllMands-Arwemng

Der

Sstmphatiestreik erffSrt

Durch triefen an b?r

dur<

gnferttwelireeW«: «t* fUbcngtfp«!*« ZE fär «tn%ete«tf$e «tWifU » We. für en. roätttee Hmrtjen S6 StaftantejeOe füt »Wl« » M, fta «uiioimg«

®ef«Säfte 1 SK ttafetbe Settaqen roeceea mit » Start W $ewfw» bm^xet, eie« mit °o°«. Ieummg8-8uf«blae. Bet Heber mUtiimg t>M «nzetgen aef teleetz. Är,e ertr» für durch Hör» fehler 6en»otge«fe*e gtttümer tetaertet Oeftung Ibenwmmen. güt bte Xuhiatme »eeXieetgen an befttmmten tagen »der Plätzen nrtrb tehte g>e»ähr getetftet ®ef«Säftefiele: «ölnlfch» Str. 5.

Ausstand der Seeleute.

Bremen, 24. September. (Pvivattelograstnn.) Die ans den Fikchvampfern Bremens ange- ffeCten Seesente sind in den Ansstanb getreten. Die Hafenarbeiter mtb Seeleute in Ham­burg, (Fmben imb Stettin haben den

d'Aununzio als Ehrenbürger?

Zürich, 24. September. (Privattelegramm.) DerSecolo" berichtet aus Rom: 116 Abgeord­nete der Kammer haben eine Kundgebung für Gabriele d'Ammnzio erlassen Sie haben ihm sie Eboer,b>irgerichast anc-etrageu. In Rom frü­hen Volkskundgebunaen für d'Anmrnzio statt.

Schivierigketten im Kronrat.

Lugano, 24. September. (Eigene Drahchmel- bung.) Die Lage, die durch dAnnunzios Auf­ruf geschaffen worden ist. kann nicht ohne schwere Gefahr für den inneren Frieden Ita­liens andauern. Der Dichter scheint keineswegs zur Nachgiebigkeit bereit. Im Gegenteil phan- lasiert et sich immer tiefer in das Abenteuer hinein. Er hielt eine große Parade ab, ließ die Besatzung von Fiume Treue schwören, führte einen neuen Schlachtruf ein und verteilte Tapferkeilsmrdaillen. Eine ungeheure Begei­sterung soll arherrscht haben und seine Frei- sckar, die ständig Zuzug bekomm! ist ihm ab­solut ergeben. Auch das italienische Volk röcht trotz mancher schwerer Bedenken nicht von ihm ab. Andererseits scheint Italien nicht darauf rechnen pt können d H Wilson daS -wischen den europäischen Perbaudsmächten über Fiume be­sprochene Abkommen bald anerkennt. Nrrter die-

Vnrch Abstinrmuna in den einzelnen Betrieben gestern Tatsache werden sollte, hat, soweit sich bisher überblicken Iaht, die von den Führern beabsichtigte Ausdehnung nicht ang e- n o m m en. In vielen der Großbetriebe, wir bei Borsig, Schwarzkopf «nd anderen ist es überhaupt nicht zur Abstimmung gekommen. Auch in einigen kleineren Betrieben sind jetzt Bedingungen an die Untenehmer gestellt wor­den. in denen eine Beantwortlmg innerhalb 24 Stunden verlangt Wird. Die Zahl der streiken­den Arbeiter hat nur wenig zugenonmren, da­gegen mußten in vielen Betrieben die Arbei­ter aus Mangel gn Arbeit in den letzten Tagen entlassen werden. Es scheint, als oh der Weg zn Verhandlungen zwilchen Arbeit­gebern und, Arbeitnehmern noch nicht endgültig versperrt ist und eine Einigung oss^n laßt.

Stoßens Verwickelungen.

Slcrvrschitalienische Zusammenstöße.

(Eigene Drahtmeldung.)

Lugano. 24. September.

DerCorriere della SeTa* meldet, daß die

Anch die Landarbeiter.

Leipzig, 24. September. (Privattelegramm.) Aus Thorn kommt die Meldung, daß im dor­tigen Gebiet in zehn Dörfern die Landarbeiter weiten 9o6nf<reitinfcifrn die Arbeit bis auf weiteres niebetMeW hoben

Die Berliner Metallarbeiter.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin. 24. September, augeküudigte Metallarbeiterstreik, der

Die französische Presse.

Paris, 24. September. (Eigener Drahtbe- richt.i Die französische Presse beschäftigt sich gusfirhrlich mit den Ereignissen in Fiume und druckt die Ausrufe dAnnunzios fast wörtlich mit feinem Namenszug ab. Die öffentliche Meinung und die Stimmung der amtlichen Kreise ist Italien durchaus günstig.

gmizen«e ausgedehnten Streik ist das Ausladen der Lebensmittel unterbrochen und die Dersorgimo Deutschlands seh- gefähr­det. Der Streik wurde von politischer Seite ge­schürt. Der Deutsche SeemanuSbund fordert, daß eine neue SeemonSordnnng geschaffen wird Rach einem gestern gefaßten Beschluß sind auch die Bremer Straßenbahner in den AuSstand getreten.

Zulässigen zu überschreiten. Es gehe nicht an, so schreibt das Watt, daß er Angehörige des italienischen Heeres auffordere, sich von dem schmählichen Joch der Regierung zu befreien. Die von ihm befolgte Methode müsse gefährliche Auflösungskeime ins Heer tragen und die Propaganda der Bolschewisten begünstigen, lieber die Lage in Fiume erfährt das Blatt, daß es fraglich sei, ob die Rationierung einge- ^ichrt werde, da dÄnnunzio über viel Lebens­mittel verfüge. Er hat angeordnet, daß sämt­liche Fremden aus politischen Gründen die Stadt verlassen müssen: es sind bereits mehrere Hundert fremder Staatsangehöriger abgescho­ben worden. Der aus Rom gemeldete Sturm auf die südflavischen Zeitungen beschränkt sich auf die Schließung von zwei Druckereien in Fiume. In einer der letzten- Rächte fanden Zusammenstöße zwischen südflavi- schen Zivilisten und italienischen Pa- trouillen statt. Auch haben einige Zivilisten Bomben geworfen. Es wurden daraufhin meh­rere südslavische Offiziere verhaftet. Die Flucht zahlreicher Kroaten wird bestätigt, doch scheint es sich um ein berechnetes Manöver zu han­deln, um im Auslände den Eindruck der Vcr- folgung zu erwecken. Eine römische offizielle Nachricht besagt, daß' starke Ansammlungen südflavischer freiwilliger Truppen in der Waf- sewstMstanbsz-one zu bemerken seien.

Die .Tägliche Rundschau" schreibt dazu: Diese Vorgänge hat Schiff schon zu einem stü. Heren Zeitpunkt bekanntgebon wollen, nämlich im Juli 1917, als der unabhängige Abgeordnete Dr. Oskar Cohn seine .Enthüllungen" über di« angebliche Abhaltung eines Kronrats in Pots­dam am 7. Juli 1914 machte. Schon damals schrieb die .Wiener Arbeiterzeitung":Wich­tiger als die Frage, ob bieder von der deut­schen Regierung bestrittene Kronrat stattgestm- den habe, sei die andere Fraae. ob die deutscheRegiernngden Fnhatt des öfter» reich,scheu Ultimatums an Serbien gekannt bat oder nicht. Die deutsche Regierung be­streite es, werde es aber schwerlich beweisen können." Dio Angaben Schiffs enthielten nun einen wesentlichen Beweis dafür, daß die deutsche Regierung das serbische Ultimatum taffaMich nicht gekannt hat. Aus diesem Grund-» versuchte Sckiff. der damals Soldat war. sie durch Vermittlung der .Juternati» nölen Korrespondenz" der Oefsentlickkeit zu übergeben. Bei den damaligen Zenfurverbält- nissen hielt es der Leiter der .Internationale« Korrespondenz", der sozialdemokratffche Redak­teur Heilmanrr, für angezeigt» das Auswärtige Amt, sowie die Direktion desDslffscken Tele- graphen-Bureaus" von dem Inhalt der ihm «toMbenen: Mitteilungen in KsmitruL Mt letzest

Ä> mtd Wilson treffen. Zu diesem Zweck ist n 27. dieses Monats ein Kronrat ein­berufen worden, dem außer dem König und den Mitgliedern der Regierung sämtliche frühe­ren Ministerpräsidenten, näurlich Boselli. Luz- zatti, Gioliiti, Dalandra und Sonnino, und die Parteiführer, sowie die Chefs des Heeres und der Flotte beiwohnen werden. Diese Einbe­rufung des Kronrates hat geradezu außeror­dentliches Aufsehen erregt, weil selbst am Vorabend des italienischen Krieges kein Krvnrcrr stattgefunden hat. Seine Einberufung ist auf die Anregung des Ministers des Aeußern, Tittoni, zurückznführen, doch gibt es Politiker, die der ArOcht sind, daß Ministerpräsident Nitti sich auf diese Weise aus der Affäre ziehen und von der Regierung zurücktreten will. Ob die sozialistische Fraktion, die gleichfalls eingeladen worden ist, am Kronrat teilnimmt, steht noch nicht fest. Die oppositionelle Presse verurteilt die Einberufung des Kronrates, da sie die /Regie­rung von der ihr zukommenben Verantwortung befreit und die Krone selbst in eine so schwie­rige Frage stellt. Es handelt sich um nichts an­deres als darum, ob die Regiermtg nunmehr die Annektion von Fiume gegen die Opposition von Wilson proklamiere und dadurch die Gefahr volkswirtschaftlicher Erschwerungen durch Amerika auf sich nehmen will, oder ob sie es vorzieht. dAunUnzio mit Waffengewalt zur Rückkehr zu zwingen, was freilich die Gefahr eines Bürgerkrieges in sich hätte, da der Dichter die Mehrheit des Laubes und gerade die energischsten Elemente hinter sich hat.

Sie Heffclec «eeejlm Nachrichten erscheinen »MenntA sechsmal unb gwex Xtoeaest*«.$«pre!ytetTe»i »onatl. ISO Mark bei freier Seftetome ta» Ha«». £efteEange w«*ee setze»,eit ran ter »elchSstrstellc etzer den Selen entgegen»enoinme«. Drn-terei, »ctlc« enb Kebattten-, SchlochthOfstraß- 28/30. Für unsetiengt dngefanbte Beiträge kann Me Seeettten eine Setanbeartang aber Siewähr in keinem Fall- übernehmen, «ückzahlong de» BeengsgeldeS odertzlnsprüchsmegen etwatgernidEtordnrm«,«mShiger Stefenms an«geschlossen.

Amerika werde schon durchhevfe«. AmerffaS Kraft, so groß sie ist, kann nicht ganz Europa mtMttern; Amerika schreckt auch davor zurück, einem imruheerWlten, der Arbeit sich ent- WSHnterr Kontinent die notweckdigM Kredite zu geben. Europas Rettung liegt in der Tat vor allem in Europa selbst. Zur wirtschaftli­chen Rettung führt nur der Weg rastloser, har­ter Arbeit und erhöhter Erzeugung in den BevAverkenh auf dein Feldern und in den Fab- röen. Kluge Worte, deren Wert nicht dadurch gemindert wird, daß sie der engkschen Furcht vor Amerikas übermäßiger Produktionskraft entstammen, vor der wiristhafWchen Vernich- titrag durch jenem kraftstrotzenden Mrtschafts- köaper fettfeHS des Qz«E vor jenem Riva­len» der. Wenn «r von fanatischen GelKsten ge­leitet wäre, heute «Echt mich der britischen MriffchaWLvaft Vtevch Boirfnthaltung wn Rohstoffe« unter Keichzettiger Ueberschwom» mung der Welt mit Fertigfabrikaten de« Ta- vesfivß versetzen könnte. Wie dem auch fei, ob Engstyid ober AmerAa de» WarenmaM herrschend beeinstußt. den FesManbsstaaten kommt «s in erster Lffrie darauf an, daß über­haupt Rohstoffe zu Eßigen Preisen eingeführt werden. Eine Preisregulierung ließe sich wohl durchführeni, wenn alle Länder den guten Wil­lem hätten. vöNerversöhnenb zu wirken anstatt die Mvächereu BöWer mrsMbeuten.

ZmTelegraphsn-Büro.

Ein Beitrag zu der Wiener Enthüllung.

Sieben ben politischen Dokumenten, die ft Deutschlands Ächultzlosigkeit »eine «riegSant »rnch Zeugnis ablegen, ist anch: nachstehend geschilderte Begebenheit im Wolst-sche« Telegraphettbiie» besonder» bemerkenswert Im österreichischen Rotbuch ist davon di Rebe, wie die Berliner Regierung das k. und f Ultimatum an Serbien nicht kannte. Der fo zialdemokratische Redakteur Viktor Schiff, Mit arbeitet des .Vorwärts", bestätigt das jetz durch folgende Darstellung aus den schicksals schweren Julitagen 1914:Im Juli 1914 wat ich Redakteur in der Berliner Zentrale vor «Wolffs Telegraphischem Bureau". Ms solche: machte ich am Abend des 23. Juli 1914 mi anderen Kollegen Dienst, als die in Belgrad um sechs Uhr Werreichte Rote der Wiener Regie rung erwartet wurde. Allgemein wurde angs nommen, daß die telephonische Uebermittlunz durch das amtliche .Wiener KorrespondeW bureau" gegen 7 Uhr,- spätestens gegen Uh erfolgen würbe. Aber es wurde 8, VA, ja 9 Uhtz und der erwartete Anruf Web immer noch aus Inzwischen begannen aber auch di« amtlichei Berliner Stellen nervös zu werden: ein tele­phonischer Anruf folgte dem andern. Ramentlick das Auswärtige Amt und die Reichs­kanzlei tiefen fortwährend cm: .Was ist mit der österreichischen Rote? Was steht it der Note? Wo bleibt die Note?" Unter bet amtlichen Persönlichkeiten, von denen ich mit Bestimmtheit sagen kann, daß sie diese und ahn, liche Fragen telephonisch, und zwar wieder- hott, an mrs richteten, seien hier der damalige Ches der Reichskanzlei, Wahnjchaffe, die rechh Hand Bethmann Hollwegs, und Geheimrat Ha- mann, die6minence grise des Auswärtigen Amts, genannt. Auf unseren wiederlotten Be. scheib, daß wir noch immer nichts aus Wien erhalten hätten, baten diese Herren dringend man möchte ihnen den Inhalt der Note, sobald er gelommen, wäre, telephonisch mitteilen Erst gegen halb zehn Uhr erfolgte bet erst, Anruf desWiener Korrespondenzbuteaus" welches gleich mitteilte, das Dokument sei außer­ordentlich lang und werde kaum innerhalb fünf Anrufen übermittelt werden können. Ms dies den obenerwähnten Stelldn zur Kenntnis ge- bracht wurde, wuchs deren Nervosität augenscheinlich immer mehr, denn zuerst wolltest sie, daß man ihnen den Wortlaut, sobald er votliego, durch Boten zusende, sodann aber eS war inzwischen 11 Uhr abends geworden schickten sie den Legationsrat von Weber ins Wolffsche Vureau, der auf das vollständige Do kument warten sollte. Aus allen diesen An­rufen und Fragen ging für mick deutlich hervor daß die Wilhelmstraße das in Belgrad

überreichte Dottnneut nicht kannte, und zwar weder in seinem Inhalt, noch in seiner Länge, noch in feinem Wesen. Sie wußten nicht, daß es ein Ultimatum war, denn sie fragten immer wieder nur nach der Note, und baß unsere Staatsmänner keine Ahnung von der Länge des Schrfftstückes hat­ten, geht aus bet Bitte hervor, es ihnen tele­phonisch mitzuteilen. Die Tatsache, daß der Chef der Reichskanzlei Wahn schaffe sich unter den Anrufenden befand, beweist, daß der erste Beamte des Reiches, der Reichskanzler von Bethmann Hollweg. ebensowenig von dem Eba. ratter und dem Inhalt des verhänanisvcAev Berchtholdschen Elaborats wußte, wie wir sel­ber. Es ist selbstverständlich ganz und gar mrs- geschlossen, daß irgend einer dieser Herren vor- sätzlich die Komödie gegenüber der Redaktion des .Wolfffchen Bureaus" hat spielen wollen.'

Me «nd neue Welt.

Amerikanische Ware fÄr Erüwpa.

Rachdsm die große» intetnattonalen poDü. fchen Pläne, die dem Kriege entstammen, im StohMstand fertig sind tvenst auch die Aus­führung künftig noch ununterbrochene Aew- dernngen bringest wird treten neue Aufga­be« in den Vordergrund. Alle Länder müssen für die Festigung ihrer Zukunft sorgen. Die «wopäischen Staaten des Festlands^ die alle Hst krankem Zustande sind, ntäffen vernunftge­mäß Wen, sie müssen auf Mittel sinnen, wie fie wveber eine Besserung herbeifiihren köstnoni. Wie nach der fbviegspeffod« der napoleonischen Iteco ist mut England auch nach dem großen Kriege der 19. Jahrhunderts als herrschende MdüstrSe-« und WrristhgstSmacht ans den Wirren der Zeit Hervorgegastgen; zwar auch mit inneren Sorgen, mit Finangbeschwerden «nd fozialen Fragen reichlich bepackt, doch von unenblich viel gesunderer Farbe und robust« Kaniftitutiost als die schwindsüchtigen, kränkelst- ben, wieder einmal um viele Stufen zurückge- Worfenen Festlanvsstaaten. Indessen, die Si- kmtton Kegt für dir Bcherrscher desgroßen Kaubvogeln-estos vor der Küste Europas" hvute tit einem wesentlichen Punkte doch ander- ccks vor hundert Jahren. Auch ist europäische Bvrmachtstellnng nicht mehr ohne Weiteres Weltvorraing. Zwar auch in den andere« Kontinenten hat England ungeheure Territo- vien te-Ns mit fpister Rasse besiedeitt, teils fei» dem Zepter untertan gemacht. Und es ist gerade eines her wichffMen Ergebnisse dieses KriagsS, daß er England die Herrschaft über ganze KvutiNestte, ho über Afrika und Dorder- eudgüLiig in die Hände gespielt hat.

JUL

WtRWKIm jtt'lilXrn!) gCvÜTtCTt TTt urn Stanib gesunken, und das im fernen Osten M Geld und Gütern gekommene, jedoch von enz- Rfch-amcrikaniischen Rohstoffen in Krieg und Frieden abhängige Japan dürfte den Beherr­schern Estglands wicht allzuviel Schrecken ein» lagen, auch an technffch-indrrstrieAer Leistungs­fähigkeit als sbestbürtiger ExportkonSurrent wohl nicht zu fürchte« sein.

So bleibt wirr ein Rivale, der durch bett Krieg <nt L eifttmysHähiigkeit in jeder Hinsicht gewaltig gestiegen ist und dessen wirtschaftliche Krast «nd Rivalität an der Themse schwere Sargen erweckt. Das ist Amerika. Ihm ist ghldenrr Segen während des Krieges ist Hülle und Fülle zugeströmt, und seine istdu» strbelle Kapazität isi durch die Kriegswirtschaft ins UNyeheure gewachsen. Hier hat der Krieg feine alte Rolle als Anreger gewerblicher Sei» stungsfAhlakeit in grHßtem Stile durMAHrest können, ohne daß negaKve Mmnente, wie in Europa, in zerstörendem Siuste wirkten. Auck­land Geddes, der Präsident des britischen HanbÄstzmrts, Englands Generalhandelsmar- fchall. hat vor einiger Zeit der Furcht vor Amerika beredten Ausdruck gegeben. Mit feinen Worte», mit delikater Logik sucht er den Amerikanern den Erpovt von Fertigware« stach Europa anSznreden. Er spricht ZU ihnen- cS@Freund". Was lan« Amerika im Aus- tansch gewinnen, wen« es in Europa Ware ovfetzt? Europa kann sticht mit Waren zahlen, sondern nur mit elendem, Mechtem Geld. Und dieses Geld wirb bei starker amerikanischer Waremmsfuhr nach Europa immer schlechter werden, da eben Europa sticht imfftande ist, auch nur Bnigermatßen mit Waren zm bezah­len: der amerikanische Fordenmosüberschuß muß immer größer» die New Dorker Dwise immer höher, die europäischen Devisen müh fen immer niedriger werben. Also bleibe Ämerika mit feinen Waren zu Hanse und sende in edler Srlbstbestheldnng statt dcfsen Roh­stoffe. Die hat Europa «Stig tote das liebe Brot (daS ja auch fehlt). Allerdings wird «tch die Rohstoffgabe zunächst das euro­päische Geld verschLechtern. Für die Zukunft aber winkt Rettung. Kan« Europa, in emsiger Arbeit, wieder Ware produzieren tmd mit ihr zahlen, dovni kann es von Amerika amb -wieder Fertigsabrikate kaufen. Mll Amerika jedoch nicht warten, will es sogleich lieber Fertigware als Rohstoffe senden, dann werde» die amerikanischon Fabrikate totb Lebensmittel schEeßlfch so teuer, daß sie unerschwinglich wen­den, und das amerikanische Geschäft verehrt ick in sich selbst.

Di« Furcht vor der amerikanisiben Wirt- sthaftskratt führt Englastds Sandelsrninisi-n zu Ansführmngen. denen man an stck eine Berecktia-unq nicht versagen kann; sie dürste« im «wesentlichen zutreffm. Auch, wenn er saat, daß Europas Rettung, von ben mneri- hrnffcben Rohstoffen abgesehen, m der Me» derkchr der europäischen Arbeitskraft liege. ^Europas Krise" «ruß vor allem von Europa seWst überwund«, werden. Es geht

sen Ittnsiänden, wo Vie Disziplin des HeereS l_.ch de» Aufruf auf das Schwerste gefährdet ist, kann die Regierung nicht Sänger warten.

HrMm adsr

Das Schicksal BirkenfelbS.

QöTfi. 24. Sevtember. (Privattelogramm.) Aach einer Mitteilung derKölnischen iSolkS- »eittm^ hat General Mangin, nach Rücksprache mit ben Alliierten, die Republik Birkenfclb an­erkannt, nnb enischiebm, baß ein- o l b c n b u r- gische Regierung in bet bisherigen Provinz