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9. Iahrqang.

Sonnabend, 1L Oktober 1919

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 262

Gärung unter der Zrmzoseuherrschast

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Der gesunkene Kurs.

3afertion»pretft; 3>telebengefpattete Seite rur einheimische »»schäft» 80 »fg.

rolrttge Lnzeiaen 35 Pf. Seflamejette für einheimische »efdjafte 75 Bf. für an»rolttige (Sddjafte 1 MI. einfache Beilagen werden mit 5 Mark pro Tausend berechnet. alle» mit SW, reuerungr-Suichlag. Bei nebermitttung oae An,eigen ans ieleph. Wege wird für nur» Hör. fehler hervorgerufene z«nu«er keinerlei Haftung übernommen, stür die Aufnahme vonAn,eigo> anenimmten Tage» -der Etzen wird keine (Seroäbt geletflet »eschLfitzüelle: »LlnNche Sir. 5.

Tie »aneiet Teuel e» Nachrichten erscheinen wochenllia <eft«mai und «war abend«. Der A donnernenirvrei« tetrcgi monotl I^v Marl bei freier flnfiellung in« Hau« Bestellungen roe eberjet: von der «eschänsslell, «der de» Loten entcegengenommen. Trucherel. vtzriar und Nedoliian Schlaü thofslroßk 28/30. ^ur unverlangt eingesandte Beitrage Ian» die Redaktion eine L erantwortung oder Gewahr in keinem alle übernehmen Rückzahlung de« Berug«ge!de« oderRnsprüchcmegen eiwoioermchtordnungsmäßiger Sie enmg atiSgefdjloflen.

weiterzutteiben.

Einen Merten Teil der Freikorps bildet die Eiserne Division, geführt von Mmor Bischofs. Die Eiserne Division, die natürlich auch nicht völlig einheitlich Ist, vertrat tot Kon­flikt mit der Reicksregierung schon immer den schrofferen Standpunkt. Dem entspricht es denn auch, daß es Bischoff war. der auf das Mani­fest der Regierung mit einem Aufruf an s"me Division geantwortet bat. in dem er seine Truppen auffordert, unter russischer Fahne wei- terzukämpsen. »Wir wollen (so heißt es in die­sem Aufrufs das von uns und nur von uns eroberte Land unter russische Flame stellen, wir wollen den Russen Helsen, ihre Heimat von der Geißel der Menschheit zu befreien. An der Seite des Korps Graf Keller wollen wir un­ser Recht verteidigen und, wenn es sein muß, noch einmal erkämpfen. Uyd wenn der Englän­der Letten und Esten auf uns betzt, dann wol­len wir zeigen, daß wir unseren Namen mit

gffft'fti-*, Versammlungen. Stäche fratt- zösische Militärpatrouillen d"«"*- tieh-u, vie Strafen von Saarbrücken. Ta° Ge­bäude in bw sich General Andlauer befindet, ist von einer dovnelten Beste-k-tte "g"ben und abaeiverrt. Bisher llnd 20 Verhaftungen »'nen Bera'b'ns nette« be fra"t^si'^en Ber orduunaen erfnlnt General An 'auer ve-- handelte ne«ent m't den Arbeiterführern und de« Gewerkschaffsl-itern.

Wlleckunvn 6$rie8tn«eertteg.

Beitritt der skandinavischen Länder.

«Eigene Drabtmeldnng.i

Kopenhaaen. 10. O'teber.

Am 1 Oktob'r fft dem Rechstag eine Vor- laae über den Betritt Dänemarks ?um Vösserbund zugeoanqm In Norwegen und Schweden soll in diesen T-wen eine gtt'che Vorlage ein^ereicftt werden. Dänemark, No - wenen und ^^weden dead^m'inen, eine Alc-dic Noto beim Sekretariat des Völ'-rbundes vor- zulca-n die de« gleichen Einfluß der verschiedenen Länder auf die Wahl her Richter beim internationalen Schiedsaevcht fordern.

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nttd Japan.

Zürich. 10 Oktober. (Eigener Drchtbericht) Anz Mailand wird aemeldet. M't der Ra- ftffkatton des Fr°ebenso-rtrages 'n Jtalton 'st ein kSnialicher Erlast H^ien'n der vo n 18. Ottober ab die rStoderherft»"««« des Fr>e. denszufiandeS mit De-ttckla'w aus- spricht Ein Tel'gramm meldet aus Tokio: Der FriebensauSschust des iotmnif*e- Parla mentS hat den FriedenSvertraa ratifiziert.

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Deutschlands Biirde.

Genf. 10. Ottober. (Eigener Drahtb richt.) .Echo de Paris" meldet: Die Allsierten 6 Veit die Zahlung der ersten Rate der Schaden- ersatzsorderung durch D-uffck^and auf den 1. Avril festgesetzt - Das Pariser Amts, blatt veröffentl-cht das Gesetz über die Au s- hebuna des deutschen Besitzes in Frankreich Der Erlös aus den deutschen Ga­iern soll auf die Enttchädimtna. br Deutschland tu zahlen hat angerechnet werd--«. .D-atly Erweß" meldet aus Brüssel: Die belgliche Regierung hat für Erschießungen von Bel nrn durch die deutsche OkkuvationSa mee neun- huNdertachtzia Millwnen Franks gefordert.

wird für eine russische Oberhoheit in Anspruch genommen, wobei eine Autonomie zugesagt wird. ES eröffn-t sich als» die Aussicht auf eine Reihe von weiteren Konflikten. Dte lett- ländische Regierung wird selbstverständlich ver­suchen. mit Hilfe der Entente die russische West- armee nach Rußland zu auS dem Lande zu drängen. Ein Teil der deutschen Freikorps will sich dieser Westarmee anschließen. Es ist ober außerordentl'ch zu bedauern, daß eine kleine, durch die Folgen eines langen Krieges irre­geleitete Truppe durch ihr unbedachtes Handeln dem deutschen Volke unabsehbare Schwierig­keiten macht, die neues Unglück bringen.

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Lugano. 10. Ottober.

Die italienischen .Leitungen machen gewisse Andeutungen darüber daß dte Steife des Her­zogs vonAosta und des Herroas der A b r u z. en in das Ausland nt*t frrwillto erfolg' sei und den Eh-ratter der Verbannun" träne. Der Herzog von Aosta hatte vor seiner Ame'e nochmal« «sine längere Un'err'difg mit d m Mto'st'rvr.'sidenten^Nittt. Dir He"'g dürfte -on seiner Reise nicht so bald zurückk.'hrcn.

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Verminderunq d r Bezüge.

gnei'st. 10 Ottober. (Eigene Drahtmeldung,) Durch einen im italienischen Amtsblatt verö'. kenff'chten Erlaß wird die Ziv-fliste des ita- lien'fchen Königs wn 17*4 Millionen Lire att« 114 Million n Ltte herc-ogesetzt. In d eser Sumnie ist auch die der Königin Murer Mar» gherite ugeftandrne Million einbegriffen.

Werra-und Fuldllwerke.

Ausbau der Wasserkräfte.

Bei der vr«»hischen Rcgirrung besteht die Ab» sich«, di« Wasterkräst« der Werra und Fulda für ein weite« Gebiet nutzbar »u machen. Eine Denkschrift über den Ausbau der Wasserkräfte bei Hannoversch. Münden ist der preußischen Landesversamm­lung zugegangen. Aus.ihr geht hervor, daß die Regierung den Plan hegt, den alten Ent­wurf auf Schaffung eines einheitlichen Weser, kraftwerks fallen zu lassen und Einzelkraftwerke an der Werra und Fulda zu bauen. Mit dem Werrawerk soll jetzt begonnen werden. Trotz großer Bedenken will man dieses Werk fördern, um den stark steigenden Bedarf au Kraft aus staatlichen Werken ohne Inanspruch­nahme von Kohlen entsprechen zu können Dte Errichtung der Werke sollte nach dem Friedens- entwurf dreiunddrerviertel Millionen Mark kosten, man muß jetzt mit 30 v. H. Erhöhung rechnen. Beide Werke sollen später hn Jahr» etwa 1354 Millionen Kilowattstunden Straft liefern.

Neber die neuen Entwürfe heißt es in der Denkschritt: In der Werra soll das neue Kraftwerk nicht unmittelbar bei der Stadt Münden anstelle der alten Stau- und Mühlen­werke errichtet werden (der sehr kostspielige

Sie baltische Krisis.

Deutsche und russische Truppen.

Durch die gestrige telegraphisch«' Meldung, daß ein Teil der deutschen Truppen sich weigert, nach Deutschland zurückzukehren und sogar zu den Russen übergegangen ist. erklärt sich die Ber- fchärfuna der Lage. Die polittiterenden Sol­daten sind sich offenbar der furchtbaren Trag­weite ihrer Handlung für das deutsche Voll nicht bewußt. Wie dem Internationalen Tele- graphen-Bureau berichtet wird, ist noch kein klarer Ueberblick über die'Verhältnisse in Kur­land zu gewinnen. Zum Verständnis der Ver­hältnisse unter den beiden deutschen Freikorps muß man wissen, daß sie zwei Hauptgruppen Hilden: die »Eiserne Division" und die .Deutsche kegion".

An der Spitze der Deutschen Legion sieht der Kapitän z. ©.Siewert, und von seinem Hauptquartier ging der Ausruf an das deutsche Vaterland und an alle Kulturvölker aus, der soeben in die Presse gelangte. Dieser Aufruf, der die heilige Pflicht des Kampfes mit dem Bolschewismus verkündet, war übrigens nicht erst durch das letzte Vorgeben der Reichs­regierung veranlaßt, sondern wurde seit län­gerer »seit beraten, um den Standpuntt der deutschen Truppen bekanntzugeben. Zu dem endgültigen Verlangen der Reicksregierung auf Abzug nehmen die Freikorps keine einheitlich« Stellung ein. Ein Teil der Freikorps ist willig, sich zu unterwerfen. Es steht fest, daß auch der Führer sämtlicher deutschen Kräfte in Kurland, General von der Goltz, nunmehr entschlossen ist, das kurländische Unternehmen zu liquidie­ren und auch gar nicht daran dentt, wie be- haup'et worden war, in russische Dienste zu tre­ten Er kehrt vieimeyr noch Deutschland zur,in, und den Oberbefehl über die rückkehrenden Truppen übernahm bereits General von Eber­hardt. In dem Urteil des Grafen Goltz über die fortdauernde bolschewistische Gesabr hat sich deswegen natürlich nichts geändert. Noch in d»r vorigen Woche gewährte er dem Vertreter der .Daily News", G. G. Desmond, der nach Mi- tau gekommen war, eine Unterredung, in der er, wie berichtet wird, den Westmächten recht deutlich vor Augen stellte, daß fortdauernd die gesamte westliche Kultur vom Bolschewis­mus bedroht bleibt. Aber v. d. Goltz mag sich sagen, daß in der von ihm gewollten Wesse sich die Bekämpfuna des Bolschewismus doch nicht durchsetzen läßt, und scheint jedenfalls nicht geneigt, den Konflikt mit der Regierung

gegenüber dem ftanzösischen Franken bisher im Saargebiet aufzuweisen batte.

Die StbtoierHeifen im BMlum.

Abwartende Haltung der Alliierten.

tEigene Drahtwelduna.l

Haag, 10. Oktober.

Der Oberste Rat sollte sich bereits vorgestern mit der Antwortnote au Deusschland befassen. Da sie gestern aber mich wieder Verragt wurde, bleibt auch die von Marschall Fach we- gen der Räumung der baltischen Provinzen durch die deutschen Truppen vordereitete Ant­wort in der Schwebe. In sssner Antwort heißt eS daß Deutschland unter keinen Umstänoen die Entschuldigung vorbring-en dürfe, es könne seine Truppen und Generäle weder ju Gehorsam noch zur Anerkennung der Vertrage zwingen Das Pariser Journal meldet: Ter Rat der Alliiert-n hat den deutsch-n Vorschlag nach Entsendung einer gemischten Kommis­sion nach dem Baltikum zugestlmm'. Die üb­rigen deutschen Einwendungen wurden für nicht stichhaltig angesehen.

RciumunqrfrM bis 3". November.

Rotterdam. 10 Ottober. (Eigener Drahtbe- Mit) Die Londoner Zeitungen melden ans Riga daß die fcttiWe Reg'erunr an Deutsch­land eine letzte Frist zur Räumung des Landes bis 30. November gestellt 1 abe Nach diesem Termin würden die zurückbleibenden deutschen Truppen nicht weh als kriegssüh- rende Macht angesehen werden.

Recht tragen "

ES ist nun interessant, daß dieser Aufruf sogleich von russischer Seite ein Echo fand. Der Führer der russischen Westarmee, Oberst B e r m o n d, der sich übrigens gegenwärtig Awarow nennt, erließ eine Proklamation, in der er ebenfalls den Kampf gegen den Bol- fchewismus ansagt, die Bolschewisten als die schlimmsten Feinde des lettischm Volkes bezeich­net und die Bevölkerung auffordert, ihm in dem Kampfe zu helfen In einem neuen Telegramm spricht Awarow der deutschen Regierung den Dank Westrußlands für die Verdienste im Kampfe gegen den Bolschewismus aus. Er sagt wörttich: »Nach Zurückziehung -er deut­schen Truppen wird de. Schutz deS von mei­ner. Truppen besetzten Gebietes von mir über- uomm « werden Die Sicherung des Ab­transportes der deutschen Truppen wird uv i.e besondere Sorge fein. Ich habe das feste Bertrauen, bei der Niederwerfung deS wett- zersetzenden Bolschewismus im russischen Staad- bei allen Völkern das Verständniis zu finden, daS notwendig ist, um diese Wettgefahr zu be- fettoe. und allen Staaten Frieden und freie En"nsscklung zu geben. Gezeichnet: Awarow- Be.mo.rot, Zenttalvorsitzender Westrublands. Präses: Graf Pohlen ' Es ergibt sich offen­bar folgendes: Wie schon zu erwarten war, stellt

das Korvs Keller (die Westarmeei auf,eigene Füße -rnv bebält Knrla.rd seine Qperations- h-rsft Der lettländischen Regierung, ine mit

Dersammlumzs-WekthrAnsung.

Ludwigshafen 1<V Oktober Wrivctt Tele gramm l Da die öffentlichen Terf tn" I n'cn sich zu stark mehren hat Gmergl Gepard. Ka>». Mandant b-r 8 Armee bestimmt, daß die Pott tisch-n Ve^sommlunaeu auf eine e nzige. toe» chentttch flir ei-e Pattei in einem et»<-e. schröntt werdw müssen Sckbstve Mndl ch vsirfen diese Versammlungen nicht am a'ei^en Sage stattfnden sodaß es ber s-an ösisis ?n Kontrolle möglich ist sie ,u überwachen.

Dev Äotnmanbotoedtfel iit Mainz.

Main«. 10. Oktober (Prfv^-Tssegr'mm) Die Nachricht von der Abbrr-ff-wo des Gen - rals Mana in Hw in man? all ewen flrer- rascht Der General selbst erwartet- bief ' Ver- änberuna nickt Er hatte eben e^jt fe re a- milie nack Mainz kowmm lassm 'und r chte e sich für einen längeren Aufenthalt ein. In den Wandelaängen der ftanzössschen Kammer ver­mutet man. daß Mangin abberuf n wurde, weil nach der Rassffzierung deS Fr'ed'rz ert a es eine in<erattHerte Kommiflon die Verwolt-'ng der Rheinaebiete übernehmen werde und weil man Treibereien vermeiden wollto.

Kohlennot in der Dfalz.

Pirmakeus. 10. Oktober. (Privat - Tele- aramm.l Die Kohlennot in der Psat, wa^st ,ur Katastrophe aus. In allen en

Stadt-n ver'ehren die Straßenbahnen nicht mehr. Tue Zettunaen konn-n n-r nachts gedruckt werden. Infolge Streiks der Eisenbahner im Saargebiet sinv die Z -i g v e r - Hindun gen mit Sw-brück n voll^a-'d g unterbrocken. Die Kohlenz-ss. hr aus dem Saargeb'-et bat gän-lick aiffa-hört. Auck n d-r Pfalz zeigt sick unter di sm Ver' l n ffen eine /wachs-nde Gärung un er der Arbe ter- schast und eine starke StrEmmung.

Saarbrücken 10. Ottober. <Pri a -T le- frifK «er letttanmia-en meg erun«. t-.- ..... aramml Der.K u r s des -ranEcken Fra n. den Solfch-misten Friede.i schließt.« will, ist k en betrug hier gestern 2,A) Mark Das ist t-ermit indirekt-der Kampf angefagt. Das Land der niedrigste Kurswert den dw deutsche Mark

Unter der Fremdherrschaft.

Großer Streik und BelanerunqSzustand.

tPrivat-Telearamm.l

Saarbrücken, 10. Ottober.

General Andlauer hat den B'lagerungszu. stand auf das aanze Saaraebiet «w- Vas lothringische Jnd'iftttrg-biet ausaede'nt Fn Nölflinaen in Tillinaen. in Saa-aemünd und in Saarlouis streiken alle Bütten- und Metallarbeiter. Die Gesamtzahl der A'isst"«- btoen b-trägt »wauziutansend Der Bahn­verkehr ruht vostll"ndig. Der Ausband droht llch a«l die Aeraarbeit-rlchatt und b An­gestellten aitszudehnen. "tos französische Militär Ist in sämtlichen Saarllävten sow^e in Lothr-nn-n in Bereitschattsll"ll"na. Der große Stress ber auck auf «an» Lot'-ri"gm überznoreiken brnht st-llt sich als ei« SP de demonstrativen Widerstandes g-gm d-e sranz-Zfische «WMrqeWslt d»r. Fni"toe h,a BelaaerunaSznstandes. der im Jnd"«r°ege- b'kt sogar verlchärtt wurde stnd alle v-l^-rche» Berkammttmaen verboten worden. Auch An­sammlungen von über 15 P-rsouen in den Fa- toriton stnd ftr-nnsteuS untersagt «nd a-lten hT«

AnNbau. dieser Staustufe kann einem etwaigen fväteren allgemeiiWn Ausbau der Werra als GroßschiffahrMtraße überlassen bleiben), son­dern es ist eine Stelle etwa fünf Kilometer oberhalb Münden beim GasthausLetzter Hel­ler" gewählt, wo oberhalb des Mündener Werrastaus itn* unterhalb ber Werramühle bei Hedemünben noch genügend freies Gefälle des Flusses zur Verfiimtng steht und die vom Stau beeinflußten Userflächen wegen der Enge des Fknßtals keinen große» Umfang haben Die hier eevlante Stau- und Kraftanlage besteht, vom linken Hochrsser der Werra nack rechts fortschrei­tend, zunächst aus einer, ttotz der nur unbedeu­tenden Schiffahrt, rmd Flößerei auf der Werra nicht zu entbehrenden fleinen Schiffsschleuse (von 42 Meter Länge und viereinhalb Meter Weite), der Schleuseninsel, einem Walzenwehr von zwei Oeffnungen zu dreißig Meter Weite und schließlich dem Kraftwerk, in dem drei Tur. binen die Wassermengen der Werra ausnutzen lind ihre Gesamtleistung von 2750 Pferdekräften auf einen gemeinschaftlichen Stromerzeuger übertraaen. Die Fisch- und Aafleitern werden in den Wehrpfeflern uutergebracht, eine später etwa bei Kanatisierung der Werra zu erbauende Schtopvzeugschleuse für die Großschiffahrt findet nebst Ober- und Unterkanal links von der flei- n»n Schleuse Raum. Die Entwurfsbearbeitung ist abgeschlossen, die dabei ermittelten Baukosten würden nach Friedenspreisen zweiundein- balb Millionen Mark betragen.

In der Fulda besteht die Absicht, die vor- haudene, durch die früher Mündersche, jetzt fis- i kalffche Müble nur wenig ausaenutzte Wasser­kraft unmittelbar bei Müitten in der Weife mrs- zubauen, daß ein kurzer Verbindungskanal zwi­schen dem Mühlenoberkanal und dem Schleusen- unterkanal hergestellt und an diesem ein^ Kraft-, werk errichtzick wird: das verfügbare Gefälle be­trägt bei Mittelfleinwasser etwa 3.20 Meter. An dem bestehenden Fuldawehr wird nichts ge­ändert. Der Entwurf ist vorerst nur in seinen GruNdzsiaen aufgestellt, die Baukosten jedoch sind ziemlich sicher zu einundcinviertel Millio­nen Mark nach Friede'.spriesen ermittelt. Der ursprüngliche Entwurf der Mündener Stmianlage sah nickt einen oettennte« Ausbau der in der Hand des Staates befindlichen ver­alteten Wcrsserkrastanlagen der Fulda und der Werra in Münden vor, sondern eine Zu- samm!enfassung ber Wasserkräfte beider Flüsse durck den Bau eines Wehrs mH Kraftwerk und Schiffahrtsschleuse in der Weser etwa dreivier­tel Kilometer unterhalb der Vereinigung der Ouellflüsse. Tie Vorteile dieser Zusammenfas- sunq für die Kraftgewinnung bestanden im bes­seren Ausgleich der ttotz fluschußwassers aus der Edertalspe' re noch bestehenden Schwankun­gen in der Wasserführung de» Werra und Fulda, sowie in der Einheftlickkett des Kraft- werkbetriebes: für die Stahr -Munden ergaben sich dabei als Sondervotte^le eine Verminde- nmg der Hochwassergefahr durch die geplant« Befeittgung der festen Wehre m Werra und Fulda, sowie eine Verbesserung der SckiffährtS- und Nmschlaasver^ältnisse bei der Stadt.

Gegen diesen Plan erhoben sich bei der lan- despolizeilicken Prüfung zunäM hauvtsächKch ans Kreisen der Schiffahrt und der sonst an der Mündener Wefennnschlagstelle am rechten Wesnufer, oberhalb ber geplanten Staustufe Beteiligten Widerspruche und Bedenken, di« nicht unbeackttt bleiben konnten. Das Kraft­werk an der Edettalsperre wurde noch vor Kriegsbegtt'a ausaeführt und ist seitdem in Be. trieb, die volle Ausnutzung kann jedoch erst nach der durch den Krieg unterbrochenen Fertigstel­lung der Fernlettunaen von Ende 1919 ab er« folgen Der Talsperrenbau an ber Diemel bei Helminghausen war bei Ausbruch des Krieges

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Verbannung zweier Herzöge, fPrivat-T el earamm i