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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Adendzettrwg

Kasieler Abendzeitung

9. Jahrgang.

Sonntag, 12. Oktober 1919

Fernsprecher 951 und 958.

Nummer 263

Fernsprecher 951 imd 952.

$tt talfeler »eacf ee Jia4rt<tten erfdjetnen »ictilttltd) sechsmal xmb zwar abends. Der abennroient<t>Tete beträgt motiotL IM Star! bet tretet Zustellung ms Haus Bestellungen werben leberiett von der «elchüNSstelle ober den Loten entgegengenommen. Druckerei, 8erlag und »edalllon Tchlachthofstrabe 28/30. Für unverlangt etngefanbte Beiträge tonn bte «ebaMon eine terantwOrtung ober Gewähr tu tetnem Falle übernehmen. Rückzahlung bei vezuaSgelbeS ober Snlprüche wegen etwasgerntchtorbnnngSmsrlger Reierung ausgeschlossen.

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ElekWerungsplm -er ReichseWbchnen.

Eine leichte Befferung?

Die Lage in Wirtschaft und Handes.

Wir Haden uns in den letzten Monaten eine losch« Fülle von Pessimismus ausbürden müsi feit, daß es nicht ganz leicht ist. diese schwere Last wieder abzuwerfen und mm mit ein wenig Optimismus den Dingen, die da kommen sol­len, entgegen Zusehen Es ist richtig: Wir ha­ben noch einen schweren Winter vor uns, der durch die Schwierigkeit der Kohlenversorgung manche Krisen herausbeschwören kann, doch wenn man die Ergebnisse des Sommers richtig deutel, ist wohl anzunehmen, daß wir auch diesen Winter hoffentlich den letzten unseres Mißvergnügens, einigermaßen überstehen. Wir können setzt feststellen, daß wir seit den Som­mermonaten eine Steigerung der Pro­duktiv «zu verzeichnen haben. Das gift ht&= besondere auch für die Kohlenförderung. An­dererseits ist auch eine erhebliche Steigerung der Ausfuhr seit den Sommermonaten fest- znstellen. DaS bedeutet für unS eine bessere Lebenshaltung, bedeutet auch die Möglichkeit zu noch besserer 'Ernährung. Wir würden zwei-- sellos unsere wirtschaftlichen Perhältnisse ange­sichts dieser angeführten Tatsachen noch bedeu­tend verbessern können, wenn rricht zwei Dinge dem entgeqenständen: dasLoch im Westen* und die geringen Rohstosskredite. Letzten Ende? «ruß aber auch die Entente einsehen, daß das Loch im Westen nicht dauernd aufrecht erhalten werden kann, und eS besteht die Hoffnung, daß in den nächsten Tagen in dieser Beziehung et­was geschehen wird. Freilich müssen von etwaigen Zollmrßna-Hmen auch die Militär- transporte betroffen werden, sonst bleibt immer noch ein Loch. .Di« Entente bat an einer Zoll- schranke selbst großes Interesse, denn durch die hemmungslose Ein- und Ausfuhr hat die Ge­schäftsmoral in Belgien und Frankreich auch schon bedeutend gelitten Auch dort hat sich jetzt derSchieber* gebildet, als ein Typ, den Man in diesen Ländern bisher nicht kannte.

Gelänge eS nicht, di« offene Stelle im Westen zu schließen, dann wären all« Bemühungen zur wirtschaftlichen Besserung vergebens; nr^ere ganzen Wirkschaftswert« müßten de» Schie- bern überlassen werden. 2Sa8 bi? jetzt schon durch diese Grenzlücke geschmuggelt worden ist, hat unserer Volkswirtschaft den schwersten Schaden schon zugefügt. Ueberall sind rm be­setzten Gebiet Schieberzentraleit eingerichtet worden, gegen die die Regierung bisher leider nichts veranlassen konnte. Lnrusartikel aller Art wurden eingeführt, und deutsche Produkte ohne jeden nennenswerten Gewinn mtsgeführt. Um nur einen Fall zu nennen: Deutsches Leder ist trotz der Wucherpreife, die bei uns im Lande dafür bezahlt werden, nach England zu Spott­preisen aüsgefübrt worden. Die Regierung wird ine Kontrolle der Ein- und Ausfuhr noch schärfer handhab«», als bisher Frei ins Land sollen nur solche Lebensmittel gelassen werden, die bisher auch freigegeben waren, wie Reis, Hülsenfrüchte, weiter Rohstoffe für unsere Industrie Fertigfabrikate sollen nur in ganz geringem Maße durchgelassen werden. Von Deutschland dürfen dagegen keinerlei Lebens­mittel oder Rohstoffe ausgeführt werden, auch Halbfertigfabrikate sind zur Ausfuhr nicht zu- gelassen. Die Ausführung von Produkten unserer heimischen Industrie soll dagege.c immer wehr gesteigert werden. lieber Einsicht. und Ausfuhrprodufte wird in den nächsten Tagen bereits von der Regierung eine ausführliche Miste herausgegeben werden. Für den deut­schen Wirtschaftsverkehr kommen alle Staaten, insbesondere auch die Randstaaten im Osten, in Frage. Verhandlungen deswegen sind be­reits von Fachleuten überall angeknüpst. Die deittsch« Regierung beabsichtigt, mit den En­tenieländern und mit neutralen Staaten bezau­bere Abmachungen zu tteffen, wonach gemein­same Zollvorschriften ansgearbeitet werden sol­len, die im Interesse beider Teile liegen. ES handelt sich um den Ankauf großer Mengen unentbehrlicher LebenSmittel im AuÄande und gleichzeitige Festsetzung eine» bestimmten Kur­ses. Die auszuführenden Erzeugnisse sollen nicht zu Schleuderpreisen abgegeben weiden, .wie eS bisher mehrfach von privater Seite ge-

bau von Regierungsseite beabsichtigt. Wie wir ferner hören, wird sich unsere Brennstoffversor- mtng insofern etwas verbessern, als di« auslän­dischen Lieferanten die Verpflichtung haben, bis Januar 140000 Tonnen Petroleum zu liefern, sodaß schon vom nächsten Monat ab vier, bis fünfmal so viel Petroleum ausgegeben werden kann, als es bisher der Fall war. Gleichzeitig werden größere Mengen Benzin und Heizöl eingeführt, die gerade im kommenden Vinter äußerst willkommene Stoffe sind.

Sie Lebensmittel-Teuerung.

Dreiundeinhalb Milliarden Reichszuschutz.

(Privat-Telegramm.)

Berlin. TI. Oktober.

Dft Berliner ZerrungDie Poft* hatte von der Regierung Aufklärung über die Verwen. düng der von der Regierung für die Ledens- nrittelpreissenkung angeforderten Milliarden verlangt, mit der Begründung daß die Bevöl­kerung an diese Verbilligung nicht glaub« und mißtrauisch sei. DasBerliner Tageblatt* erhält nun von unterrichteter Sette eine Dar- stellnng aus der hervorgeht, daß über die Ver­wendung der ReichSruschüsse für Lebensmittel bisher noch keine Abrechnung gemacht werden konnte da die erste Verbilligungsaktion erst am 6. Oftober ihr Ende erreicht har und die Abrechnungen eine gewisse Zett in Anspruch nehmen Die aufgewendeten einundeinhalb Milliarden sind ausschließlich zur Verbilligung ausländischer Lebensmittel ausgewcnder worden. Während über den Umfang des An­kaufes und der Anlieferung in der Zett vom Juli bis Anfang Oftober nähere Angaben noch nicht versiegen. berrqyer- di? Mrkönft von Le­bensmitteln bei den Berdanosregternngen vorher 718 Millionen Goldman?, wovon rttnfe 373 Millionen Goldmark auf Weizenmehl, 41 Millionen auf Bohnen und Erbsen, 165 Millionen auf Schweines!' stvErreugnisse, 104 Millionen ans Speck, 26 Millionen auf Kart oft fein usw. entfielen. Diese Lebensnittekzufuh- rm sind während der letzten drei Monat« sott- gesetzt worden. Die Aufwendungen dafür müs­sen mir dem Fallen der Valuta erheblich zuge­nommen haben. Der neue dreiundeinhalb Milliarden Kredit der jetzt von der Regierung verlangt wird, soll ebensaLs lediglich einer Verbi lligung der Ansland siebens mittel dienen und ist für die Zeit bis zum 1. Avril 1920 g'- rechnet. Voraussichtlich sind di« Auslandsnah- nmgsmtttel sogar zur Au irecht er Haltung der Grundratton fernerhin notwendig.

Norwegische mtb englische Heringe.

Ehrifsinnia, 11. Oftober. (Eigene Drasttmel- dung) Die Abmachungen über den werteren Verkmtf von Salzheringen aus den Vor­räten des Staates an Deuts ttland w-rden hrer unterzeichnet. Die deutsch« Regierung hat nach diesen Abmachungen all« Vorräte des norwrgi- schen Staates an Großheringen, Frühjabrsh«- ringen und Fettheringen vom vorigen Fange im Ganzen von 770 000 Tonnen sowie 100 000 Tonnen englische Hering« gekauft. Für die Vonschußfumme, die im Ganzen rund 334 Mlsioucn Kronen bettäqt erhält die deutsche Regierung Kredit von Norwegen nach gewissen vorher vereinbarten Bedingungen.

8chwreri"keiten im BalMurn.

Die Antwort der Alliierten wird geändert.

(Eigene Drahttnelduna.)

Zürich, 11. Oktober.

Der Oberste Verbandsrat hat Freitag mor­gen an dem durch Marschall Foch vor gelegten Antwort-Entwurf auf die deutsche Rote vom 3. Oftober über die Räumung der baltischen Provinzen einige Aenderungen vergenom- men die sich auf die Weigerung des Generals von der Goltz, Kurland zu räumen, sowie auf den Angriff der deutschen Truppen auf Riga und besonders auf die Errichtung einer deutsch- baltischen Regierung unter der Residentschaft des Grafen Pohlen beziehen. Die Rote wird wahrscheinlich heute nach Berlin abgeschickt.

Frage der Beteiligung Deutschlands «8 der Washingtoner Ar beit erkttnferenz besaßt«. Die Vertreter des internationalen Gewerkschaftsbundes erklärten, daß, falls Deutschland und Oesterreich an ver Konferenz teilnehmen würden, auf dieser alS erster Punft der Besprechung die Frage der Zulassung der deutschen und österreichischen DeleMitten mit allen Rechten von feiten der Arbet- lervertreter auf di« Tagesordnung gebracht werden würde. Sollt« sie abgelehnt werden, dann würden die Arbeitervertreter aller dem internationalen Verband an geschlossen en Län- der sich sofort von der Konferenz zurückziehen und einen selbständigen internationalen Fach kongreß einberufen. Das Mitglied der deut­schen Regierung erklärte daraufhin, er werde feinst Regierung raten an der Konferenz ew Abordnung teilnehmen zu lassen.

flatifhietunp b.$ Setltags.

Di« Bemühung ' im die Inkraftsetzung.

lEigene Drahtmeldung.)

Paris. 11. Oktober.

Man rechnet hier damit, daß der Friedens- verttag innerhalb zwei Wochen in Kraft treten wird, da die Ratifizierung durch Ja­pan leben Tag m erwarten ist. In den Ver­handlungen des fr anzösksche n Senats über den FriedenSverttag ist nur noch wenig Interessantes zu erwarten. Es sind noch zwei Redner vorgemerft Von den Berichterstattern wird voraussichtlich Deunier sich über die fi­nanzielle Seite des Vertrages äußern. Auf jeden Fall wird die Ratifikation heute, Sonn­abend abend erledigt fein. Reuter meldet aus Washington: Di« gemSMtr« Gru pen der Republikaner im Senat sind an die Demokraten mit dem Ersuchen herangetteten. über einen Ausgleich zu verhandeln, um zu vermeiden daß der FriedenSverttag zurückae- sandi wird. Senator Httcheock erklärte dar­aufhin. daß die Zugeständnisse von den Repu­blikanern auSgehen müßten. Auch Senator Lodge forderte, daß die Regierung Kenzessio- nen machen müsse. Man erwartet bei der Beratung über den Schantungparagraphen eine erhitzte Debatte. Die AbänderungSanträge find inzwischen abgelehnt worden. In B r a s i - li en ist di« Ratifikation deS Friedens mit Deutschland am 8. Oftober ersolai. Aus Lissabon wird gemeldet: Der portugiesische Kammerausschutz hat mit allen gegen eine Stimme den Frieden nttt Deutschland ratifiziert

Eine ehtfi<6fi<te Stimme.

Haag. 11. Oftober. (Eigen« Drahtbericht.) Der Rieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus London:Manchester Guard'an" weist wieder auf die s ch r e ck l i ch e Bestimmung des FriedenSverttageS hin wonach Deutsch­land viele Tausende von Milchkühen an Frankreich zu liefern hat und drängt darauf, daß diese Bestimmung gestrichen wird. Man könne biete Kühe durch Ankäufe in Austra, lien und anderen überseeischen Ländern leicht beschaffen während der Verlust für Deutschland den Tod von 600 000 Säuglingen bedeute.

FranzSfische Vertretungen.

Berlin. 11. Oftober. (Privat-Telegramm.) DaS französische Botschaftsgebän- b e wird seit Sonnabend in Bereitschaft gesetzt. Die ftanzösischen Konsulate hn Reichsge­biet werden nach einer M ldung aus Kreisen der hiesigen Ententekommissionen Ende No­vember an allen früheren Konsulatsplätzen chre Tätigkett wieder aufnehmen.

Wiedergutmachungs-Forderung.

London. 11 Oftober. (Privat-Telegramm) Daild Telegraph meldet, daß die englische Feststeklungskommission die Gesamthöbe der Wiedergutmachungsforderungen an Deutsch­land auf 107 Milliarden Schilling festgesetzt hat.

schah, sondern zu einem Werte berechnet wer­den, der auch der Valuta ander« Länder uu- ßCTaoT HtnPTKnT.

Die Kohlenförderung hat ja erfreulicherweise etwas zugenommen. Das ReichswirtschastS- Minifternrm richtet fein besonder 3 Augenmerk auf die Braunkohlenförderung, da hier auch ungelernte Arbeiter verwendet wer­den können. Hier ist Gelegenheit zur Arbeit für heimkehrende Kriegsgefangene und für frü« Here Angehörige der ReicbSwebr. Die ersten Wirftmgen beginnen sich bereits zu zeigen, eS werden neu« Felder in Angriff genommen, und bte Brikettsabrikation hat sich gesteigert. Die Kvhlenfraae ist aber in diesem Stadium eine Uttterbringungsfraqe. tl werden zunächst Ba- racken kür die Arbeiter hergeftellt. weiterhin Wird aber em großzügiser ÄrbetterwohmmgS-

KSmpfe -wische« Deutsche» «nd Letten.

Riga, 11. Oktober. (Eigene Drahttnel- düng.) Havas meldet, daß im Baltikum heftige Kampfe zwischen deutsche« Truppe« und de« Letten begonnen haben.

WaMgtMerÄrbetterkon'erenz.

Die Frage der deutsche« Teilnahme.

(Privat-T elegramm)

Rotterdam 11. Oftober.

Im Haag hat »wischen einem Mitglied bet deutschen Regierung und zwei Vertretern deS mr«Mattonalen Gewerkfchaftsdundes fh« läu- sat B^psechäma ssattgesmÄun job« -ch mit d«

Neue bkttvicklnng am Balkan.

Rückzug der Rumäne« aus Unaar«.

(Privat-Telegramm.)

Wien. 11. Oftober.

Die Rmänen verladen schlennigst ihre sämt- licke Artillerie in Budapest. Born Urlaub nach Budapest einrückrnve rumänisch« Mis'tärperso- nen wurden k« Arrad auf Befehl deS rumä­nischen OberrommandoS zurückgehalte«. Die Spannung zwischen Rumänie« und Iugoslavieu hat ihren Höhepunkt erreicht. Besondere Ereignisse sind in allernächster Zett zu erwarte«. DaS Werk der Entente, die Bal»

Mitteleuropas, W csf dem 88»t

Preußen-Parlament.

Das Problem des Bahnverkehrs. (Telegraphischer Bericht.)

Berlin. 11. Oktober.

Bevor die zweite Haushaltsberatung bei dem Titel Eisenbahnverwaltung fortgesetzt wurde, erfolgte ein« Mitteilung eines Regie- rungsvertteters, daß solche Lehrerinnen, die bis Ostern an einem Oberlyzeum zwei Prüfungen bestanden haben, von der Ablegung einer be­sonderen Prüfung zur Anstellung als Mittel- schullehrerin befiert sein sollen. DaKach wird die Verkehrsnot besprochen. Aba. Dr, Seelmann (Deutschnat.): Wäre nicht die Re­volution dazwischen gekommen, so wären wir wahrscheinlich über einen grotzen Teil der Schwierigkeiten hinweg. Unser Eisenbahnperso- Nal ist bei den jetzigen Betriebsverhältnissen viel zu groß. Entweder muß die Zahl der An­gestellten auf den Bedarf verringert werden, oder es müssen neue Arbeitsgelegenheiten ge­schaffen werden. Mit seinen Gründen für die Unterbindung des ganzen Schnellzugverkehrs nach dem Osten kann der Minister mich nicht überzeugen. Minister Oef er: Ich beklage es sehr, daß es nötig war, in die Verhältnisse der Dahnen so stark eiuzugreifen. Aber bte Rück­wanderung der Kriegsgefangenen, die Kohlen» lieferungen an die Entente, Me Heimb«förde­rn rrg von Bewohnern der Abgetretenen Ge­biete und die Notwendigkeit der Lebensmittel» beförderung verlangen eS dringend. Mr werde« sehen, ob wir durch Anhängen von Schlafwagen an Personenzüge und vielleicht durch Einlegung des einen oder anderen Schnellzuges Erleich­terungen schaffen können. Die elsatz-lothrin- gischeu Eisrnbabubeanttnt werden wobl r'sisich

von uns übemotrnncr.. Die Berlineruto tbcv-a wird demnächst elektrisiert werben. Auch hoffe ich, in absehbarer Zett ein vollständiges Pro­gramm über die

Elektrisierung der deutschen Reichseisenbahne« vorlegen zu können. Viele Arbeiterführer hak­ten unter den jetzigen Zuständen die Rückkehr zum Prämien- und Akkordsvstem fiir unerläßlich. Der Wiedereinführung der Akkord­arbeit stimmen wir zu, aber nicht in der Art des alten Shstems. Abg. Merz (Ztr.): Die Neuordnung der Besoldung mutz baldigst durch Gesetz erfolgen und es mutz natürlich damit auch eine Reform der Ruhegehälter verbünde« sein. Wtt verlangen die Einführung eines frei« Seitlichen Beamtenrechtes, Zulagen für bett Nachtdienst, Aufhebung der Sonderrechte für MflttSranwSrter und Entfernung solcher Leute, die sich an wilden Stteiks beteiligen. Abg. Ommert (Dem): IN den besetzten Gebieten bat das frühere Ministerium, in dem auch Adolf Hoffmann sah, dadurch große Unznftiedenhett erregt, daß es den Eisenbahnern den Lohn für die Ueberstunden vor-nthieft. Am Rückgang der Leistungen ist der Werkzeug- und Material­mangel schuld, nicht minder auch der schlechte Zustand der Bettiebsanlagen. Mr Saar­länder sind deutsche Patrioten und werden niemals Franzosen werden. (Beifall.). Ein Regierungsvertreter erklärt, daß wegen des Abschlusses der Tarifverftäge schon Der- bandlimgen eingeleitet seien. Es fehle aber an Einigkeit unter den Arbeiterorganisationen. Alle voraettagenen Wünsche würden sorgfältig ge­prüft werden. Di« nächste Sitzung ist auf DienStag festgesetzt wgrden.

Die Rattonalversammlmlg.

Weitere AuSetmrndersetzungen.

(Telegraphische Meldung.)

Bertin, 11. Oftober.

In der gestrige« Sitzung sollte laut Tages- orbnunz die Haush.rltsberatun« fortgesetzt wen- den, aber es wurde weniger über den Reichs bauShaft gesprochen, als über andere Truge. Die parteipolitischen Erörterungen stehen immer noch im Vordergrund«. Aus der Reihe der An­fragen ist zu erwähnen: Abg Beuerman« (D. Bpt.) fragt an, war geschehen soll, um de« aus den besetzten Gebieten verttiebenen Deut­schen M Wohnungen zu verhelfen. @bt Regierungsverhttter antwortet, den vertriebe­nen Deutschen flänbe eine vorzugsbe- handlnng zu. Paßvorschriften seien bereits erlassen. Hierauf wird die zweite Beratung deS Haushalts und die politische Besprechung fort­gesetzt. Abg. Bolz (Ztr.): Wir treten bafür rtn, daß den politischen Ministern fachlich durch gebildete Mitarbetter zur Seite stehe«. Dte Mkordorbeit muß wieder eingeführt Werber Die Erbitterung der Landleut« über bi Zwangswirtschaft ist nicht unberechtigt. Bei - Konttolle müßte die Lanrnoirtfchaft se herangezogen werden. Der

Staatsbankerott darf nicht kommen Fm Vorliegenden Etat kann noch viel r strichen werden. (Beifall.) Abg Henke Das Verbot der .Freiheit* ehrt dieses *!

>Ste soll tmnö Sägen Unruhen heworzur.