Kasseler Neueste Nachrichten
Hessische Adendzettrwg
Kasieler Abendzeitung
9. Jahrgang.
Sonntag, 12. Oktober 1919
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Nummer 263
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ElekWerungsplm -er ReichseWbchnen.
Eine leichte Befferung?
Die Lage in Wirtschaft und Handes.
Wir Haden uns in den letzten Monaten eine losch« Fülle von Pessimismus ausbürden müsi feit, daß es nicht ganz leicht ist. diese schwere Last wieder abzuwerfen und mm mit ein wenig Optimismus den Dingen, die da kommen sollen, entgegen Zusehen Es ist richtig: Wir haben noch einen schweren Winter vor uns, der durch die Schwierigkeit der Kohlenversorgung manche Krisen herausbeschwören kann, doch wenn man die Ergebnisse des Sommers richtig deutel, ist wohl anzunehmen, daß wir auch diesen Winter hoffentlich den letzten unseres Mißvergnügens, einigermaßen überstehen. Wir können setzt feststellen, daß wir seit den Sommermonaten eine Steigerung der Produktiv «zu verzeichnen haben. Das gift ht&= besondere auch für die Kohlenförderung. Andererseits ist auch eine erhebliche Steigerung der Ausfuhr seit den Sommermonaten fest- znstellen. DaS bedeutet für unS eine bessere Lebenshaltung, bedeutet auch die Möglichkeit zu noch besserer 'Ernährung. Wir würden zwei-- sellos unsere wirtschaftlichen Perhältnisse angesichts dieser angeführten Tatsachen noch bedeutend verbessern können, wenn rricht zwei Dinge dem entgeqenständen: das „Loch im Westen* und die geringen Rohstosskredite. Letzten Ende? «ruß aber auch die Entente einsehen, daß das Loch im Westen nicht dauernd aufrecht erhalten werden kann, und eS besteht die Hoffnung, daß in den nächsten Tagen in dieser Beziehung etwas geschehen wird. Freilich müssen von etwaigen Zollmrßna-Hmen auch die Militär- transporte betroffen werden, sonst bleibt immer noch ein Loch. .Di« Entente bat an einer Zoll- schranke selbst großes Interesse, denn durch die hemmungslose Ein- und Ausfuhr hat die Geschäftsmoral in Belgien und Frankreich auch schon bedeutend gelitten Auch dort hat sich jetzt der „Schieber* gebildet, als ein Typ, den Man in diesen Ländern bisher nicht kannte.
Gelänge eS nicht, di« offene Stelle im Westen zu schließen, dann wären all« Bemühungen zur wirtschaftlichen Besserung vergebens; nr^ere ganzen Wirkschaftswert« müßten de» Schie- bern überlassen werden. 2Sa8 bi? jetzt schon durch diese Grenzlücke geschmuggelt worden ist, hat unserer Volkswirtschaft den schwersten Schaden schon zugefügt. Ueberall sind rm besetzten Gebiet Schieberzentraleit eingerichtet worden, gegen die die Regierung bisher leider nichts veranlassen konnte. Lnrusartikel aller Art wurden eingeführt, und deutsche Produkte ohne jeden nennenswerten Gewinn mtsgeführt. Um nur einen Fall zu nennen: Deutsches Leder ist trotz der Wucherpreife, die bei uns im Lande dafür bezahlt werden, nach England zu Spottpreisen aüsgefübrt worden. Die Regierung wird ine Kontrolle der Ein- und Ausfuhr noch schärfer handhab«», als bisher Frei ins Land sollen nur solche Lebensmittel gelassen werden, die bisher auch freigegeben waren, wie Reis, Hülsenfrüchte, weiter Rohstoffe für unsere Industrie Fertigfabrikate sollen nur in ganz geringem Maße durchgelassen werden. Von Deutschland dürfen dagegen keinerlei Lebensmittel oder Rohstoffe ausgeführt werden, auch Halbfertigfabrikate sind zur Ausfuhr nicht zu- gelassen. Die Ausführung von Produkten unserer heimischen Industrie soll dagege.c immer wehr gesteigert werden. lieber Einsicht. und Ausfuhrprodufte wird in den nächsten Tagen bereits von der Regierung eine ausführliche Miste herausgegeben werden. Für den deutschen Wirtschaftsverkehr kommen alle Staaten, insbesondere auch die Randstaaten im Osten, in Frage. Verhandlungen deswegen sind bereits von Fachleuten überall angeknüpst. Die deittsch« Regierung beabsichtigt, mit den Entenieländern und mit neutralen Staaten bezaubere Abmachungen zu tteffen, wonach gemeinsame Zollvorschriften ansgearbeitet werden sollen, die im Interesse beider Teile liegen. ES handelt sich um den Ankauf großer Mengen unentbehrlicher LebenSmittel im AuÄande und gleichzeitige Festsetzung eine» bestimmten Kurses. Die auszuführenden Erzeugnisse sollen nicht zu Schleuderpreisen abgegeben weiden, .wie eS bisher mehrfach von privater Seite ge-
bau von Regierungsseite beabsichtigt. Wie wir ferner hören, wird sich unsere Brennstoffversor- mtng insofern etwas verbessern, als di« ausländischen Lieferanten die Verpflichtung haben, bis Januar 140000 Tonnen Petroleum zu liefern, sodaß schon vom nächsten Monat ab vier, bis fünfmal so viel Petroleum ausgegeben werden kann, als es bisher der Fall war. Gleichzeitig werden größere Mengen Benzin und Heizöl eingeführt, die gerade im kommenden Vinter äußerst willkommene Stoffe sind.
Sie Lebensmittel-Teuerung.
Dreiundeinhalb Milliarden Reichszuschutz.
(Privat-Telegramm.)
Berlin. TI. Oktober.
Dft Berliner Zerrung „Die Poft* hatte von der Regierung Aufklärung über die Verwen. düng der von der Regierung für die Ledens- nrittelpreissenkung angeforderten Milliarden verlangt, mit der Begründung daß die Bevölkerung an diese Verbilligung nicht glaub« und mißtrauisch sei. Das „Berliner Tageblatt* erhält nun von unterrichteter Sette eine Dar- stellnng aus der hervorgeht, daß über die Verwendung der ReichSruschüsse für Lebensmittel bisher noch keine Abrechnung gemacht werden konnte da die erste Verbilligungsaktion erst am 6. Oftober ihr Ende erreicht har und die Abrechnungen eine gewisse Zett in Anspruch nehmen Die aufgewendeten einundeinhalb Milliarden sind ausschließlich zur Verbilligung ausländischer Lebensmittel ausgewcnder worden. Während über den Umfang des Ankaufes und der Anlieferung in der Zett vom Juli bis Anfang Oftober nähere Angaben noch nicht versiegen. berrqyer- di? Mrkönft von Lebensmitteln bei den Berdanosregternngen vorher 718 Millionen Goldman?, wovon rttnfe 373 Millionen Goldmark auf Weizenmehl, 41 Millionen auf Bohnen und Erbsen, 165 Millionen auf Schweines!' stvErreugnisse, 104 Millionen ans Speck, 26 Millionen auf Kart oft fein usw. entfielen. Diese Lebensnittekzufuh- rm sind während der letzten drei Monat« sott- gesetzt worden. Die Aufwendungen dafür müssen mir dem Fallen der Valuta erheblich zugenommen haben. Der neue dreiundeinhalb Milliarden Kredit der jetzt von der Regierung verlangt wird, soll ebensaLs lediglich einer Verbi lligung der Ansland siebens mittel dienen und ist für die Zeit bis zum 1. Avril 1920 g'- rechnet. Voraussichtlich sind di« Auslandsnah- nmgsmtttel sogar zur Au irecht er Haltung der Grundratton fernerhin notwendig.
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Norwegische mtb englische Heringe.
Ehrifsinnia, 11. Oftober. (Eigene Drasttmel- dung) Die Abmachungen über den werteren Verkmtf von Salzheringen aus den Vorräten des Staates an Deuts ttland w-rden hrer unterzeichnet. Die deutsch« Regierung hat nach diesen Abmachungen all« Vorräte des norwrgi- schen Staates an Großheringen, Frühjabrsh«- ringen und Fettheringen vom vorigen Fange im Ganzen von 770 000 Tonnen sowie 100 000 Tonnen englische Hering« gekauft. Für die Vonschußfumme, die im Ganzen rund 33’4 Mlsioucn Kronen bettäqt erhält die deutsche Regierung Kredit von Norwegen nach gewissen vorher vereinbarten Bedingungen.
8chwreri"keiten im BalMurn.
Die Antwort der Alliierten wird geändert.
(Eigene Drahttnelduna.)
Zürich, 11. Oktober.
Der Oberste Verbandsrat hat Freitag morgen an dem durch Marschall Foch vor gelegten Antwort-Entwurf auf die deutsche Rote vom 3. Oftober über die Räumung der baltischen Provinzen einige Aenderungen vergenom- men die sich auf die Weigerung des Generals von der Goltz, Kurland zu räumen, sowie auf den Angriff der deutschen Truppen auf Riga und besonders auf die Errichtung einer deutsch- baltischen Regierung unter der Residentschaft des Grafen Pohlen beziehen. Die Rote wird wahrscheinlich heute nach Berlin abgeschickt.
Frage der Beteiligung Deutschlands «8 der Washingtoner Ar beit erkttnferenz besaßt«. Die Vertreter des internationalen Gewerkschaftsbundes erklärten, daß, falls Deutschland und Oesterreich an ver Konferenz teilnehmen würden, auf dieser alS erster Punft der Besprechung die Frage der Zulassung der deutschen und österreichischen DeleMitten mit allen Rechten von feiten der Arbet- lervertreter auf di« Tagesordnung gebracht werden würde. Sollt« sie abgelehnt werden, dann würden die Arbeitervertreter aller dem internationalen Verband an geschlossen en Län- der sich sofort von der Konferenz zurückziehen und einen selbständigen internationalen Fach kongreß einberufen. Das Mitglied der deutschen Regierung erklärte daraufhin, er werde feinst Regierung raten an der Konferenz ew Abordnung teilnehmen zu lassen.
flatifhietunp b.$ Setltags.
Di« Bemühung ' im die Inkraftsetzung.
lEigene Drahtmeldung.)
Paris. 11. Oktober.
Man rechnet hier damit, daß der Friedens- verttag innerhalb zwei Wochen in Kraft treten wird, da die Ratifizierung durch Japan leben Tag m erwarten ist. — In den Verhandlungen des fr anzösksche n Senats über den FriedenSverttag ist nur noch wenig Interessantes zu erwarten. Es sind noch zwei Redner vorgemerft Von den Berichterstattern wird voraussichtlich Deunier sich über die finanzielle Seite des Vertrages äußern. Auf jeden Fall wird die Ratifikation heute, Sonnabend abend erledigt fein. — Reuter meldet aus Washington: Di« gemSMtr« Gru pen der Republikaner im Senat sind an die Demokraten mit dem Ersuchen herangetteten. über einen Ausgleich zu verhandeln, um zu vermeiden daß der FriedenSverttag zurückae- sandi wird. Senator Httcheock erklärte daraufhin. daß die Zugeständnisse von den Republikanern auSgehen müßten. Auch Senator Lodge forderte, daß die Regierung Kenzessio- nen machen müsse. Man erwartet bei der Beratung über den Schantungparagraphen eine erhitzte Debatte. Die AbänderungSanträge find inzwischen abgelehnt worden. — In B r a s i - li en ist di« Ratifikation deS Friedens mit Deutschland am 8. Oftober ersolai. — Aus Lissabon wird gemeldet: Der portugiesische Kammerausschutz hat mit allen gegen eine Stimme den Frieden nttt Deutschland ratifiziert
Eine ehtfi<6fi<te Stimme.
Haag. 11. Oftober. (Eigen« Drahtbericht.) Der Rieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus London: „Manchester Guard'an" weist wieder auf die s ch r e ck l i ch e Bestimmung des FriedenSverttageS hin wonach Deutschland viele Tausende von Milchkühen an Frankreich zu liefern hat und drängt darauf, daß diese Bestimmung gestrichen wird. Man könne biete Kühe durch Ankäufe in Austra, lien und anderen überseeischen Ländern leicht beschaffen während der Verlust für Deutschland den Tod von 600 000 Säuglingen bedeute.
FranzSfische Vertretungen.
Berlin. 11. Oftober. (Privat-Telegramm.) DaS französische Botschaftsgebän- b e wird seit Sonnabend in Bereitschaft gesetzt. Die ftanzösischen Konsulate hn Reichsgebiet werden nach einer M ldung aus Kreisen der hiesigen Ententekommissionen Ende November an allen früheren Konsulatsplätzen chre Tätigkett wieder aufnehmen.
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Wiedergutmachungs-Forderung.
London. 11 Oftober. (Privat-Telegramm) Daild Telegraph meldet, daß die englische Feststeklungskommission die Gesamthöbe der Wiedergutmachungsforderungen an Deutschland auf 107 Milliarden Schilling festgesetzt hat.
schah, sondern zu einem Werte berechnet werden, der auch der Valuta ander« Länder uu- ßCTaoT HtnPTKnT.
Die Kohlenförderung hat ja erfreulicherweise etwas zugenommen. Das ReichswirtschastS- Minifternrm richtet fein besonder 3 Augenmerk auf die Braunkohlenförderung, da hier auch ungelernte Arbeiter verwendet werden können. Hier ist Gelegenheit zur Arbeit für heimkehrende Kriegsgefangene und für frü« Here Angehörige der ReicbSwebr. Die ersten Wirftmgen beginnen sich bereits zu zeigen, eS werden neu« Felder in Angriff genommen, und bte Brikettsabrikation hat sich gesteigert. Die Kvhlenfraae ist aber in diesem Stadium eine Uttterbringungsfraqe. tl werden zunächst Ba- racken kür die Arbeiter hergeftellt. weiterhin Wird aber em großzügiser ÄrbetterwohmmgS-
KSmpfe -wische« Deutsche» «nd Letten.
Riga, 11. Oktober. (Eigene Drahttnel- düng.) Havas meldet, daß im Baltikum heftige Kampfe zwischen deutsche« Truppe« und de« Letten begonnen haben.
WaMgtMerÄrbetterkon'erenz.
Die Frage der deutsche« Teilnahme.
(Privat-T elegramm)
Rotterdam 11. Oftober.
Im Haag hat »wischen einem Mitglied bet deutschen Regierung und zwei Vertretern deS mr«Mattonalen Gewerkfchaftsdundes fh« läu- sat B^psechäma ssattgesmÄun job« -ch mit d«
Neue bkttvicklnng am Balkan.
Rückzug der Rumäne« aus Unaar«.
(Privat-Telegramm.)
Wien. 11. Oftober.
Die Rmänen verladen schlennigst ihre sämt- licke Artillerie in Budapest. Born Urlaub nach Budapest einrückrnve rumänisch« Mis'tärperso- nen wurden k« Arrad auf Befehl deS rumänischen OberrommandoS zurückgehalte«. Die Spannung zwischen Rumänie« und Iugoslavieu hat ihren Höhepunkt erreicht. Besondere Ereignisse sind in allernächster Zett zu erwarte«. DaS Werk der Entente, die Bal»
Mitteleuropas, W csf dem 88»t
Preußen-Parlament.
Das Problem des Bahnverkehrs. (Telegraphischer Bericht.)
Berlin. 11. Oktober.
Bevor die zweite Haushaltsberatung bei dem Titel Eisenbahnverwaltung fortgesetzt wurde, erfolgte ein« Mitteilung eines Regie- rungsvertteters, daß solche Lehrerinnen, die bis Ostern an einem Oberlyzeum zwei Prüfungen bestanden haben, von der Ablegung einer besonderen Prüfung zur Anstellung als Mittel- schullehrerin befiert sein sollen. — DaKach wird die Verkehrsnot besprochen. Aba. Dr, Seelmann (Deutschnat.): Wäre nicht die Revolution dazwischen gekommen, so wären wir wahrscheinlich über einen grotzen Teil der Schwierigkeiten hinweg. Unser Eisenbahnperso- Nal ist bei den jetzigen Betriebsverhältnissen viel zu groß. Entweder muß die Zahl der Angestellten auf den Bedarf verringert werden, oder es müssen neue Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden. Mit seinen Gründen für die Unterbindung des ganzen Schnellzugverkehrs nach dem Osten kann der Minister mich nicht überzeugen. — Minister Oef er: Ich beklage es sehr, daß es nötig war, in die Verhältnisse der Dahnen so stark eiuzugreifen. Aber bte Rückwanderung der Kriegsgefangenen, die Kohlen» lieferungen an die Entente, Me Heimb«fördern rrg von Bewohnern der Abgetretenen Gebiete und die Notwendigkeit der Lebensmittel» beförderung verlangen eS dringend. Mr werde« sehen, ob wir durch Anhängen von Schlafwagen an Personenzüge und vielleicht durch Einlegung des einen oder anderen Schnellzuges Erleichterungen schaffen können. Die elsatz-lothrin- gischeu Eisrnbabubeanttnt werden wobl r'sisich
von uns übemotrnncr.. Die Berliner “uto tbcv-a wird demnächst elektrisiert werben. Auch hoffe ich, in absehbarer Zett ein vollständiges Programm über die
Elektrisierung der deutschen Reichseisenbahne« vorlegen zu können. Viele Arbeiterführer hakten unter den jetzigen Zuständen die Rückkehr zum Prämien- und Akkordsvstem fiir unerläßlich. Der Wiedereinführung der Akkordarbeit stimmen wir zu, aber nicht in der Art des alten Shstems. — Abg. Merz (Ztr.): Die Neuordnung der Besoldung mutz baldigst durch Gesetz erfolgen und es mutz natürlich damit auch eine Reform der Ruhegehälter verbünde« sein. Wtt verlangen die Einführung eines frei« Seitlichen Beamtenrechtes, Zulagen für bett Nachtdienst, Aufhebung der Sonderrechte für MflttSranwSrter und Entfernung solcher Leute, die sich an wilden Stteiks beteiligen. — Abg. Ommert (Dem): IN den besetzten Gebieten bat das frühere Ministerium, in dem auch Adolf Hoffmann sah, dadurch große Unznftiedenhett erregt, daß es den Eisenbahnern den Lohn für die Ueberstunden vor-nthieft. Am Rückgang der Leistungen ist der Werkzeug- und Materialmangel schuld, nicht minder auch der schlechte Zustand der Bettiebsanlagen. Mr Saarländer sind deutsche Patrioten und werden niemals Franzosen werden. (Beifall.). — Ein Regierungsvertreter erklärt, daß wegen des Abschlusses der Tarifverftäge schon Der- bandlimgen eingeleitet seien. Es fehle aber an Einigkeit unter den Arbeiterorganisationen. Alle voraettagenen Wünsche würden sorgfältig geprüft werden. — Di« nächste Sitzung ist auf DienStag festgesetzt wgrden.
Die Rattonalversammlmlg.
Weitere AuSetmrndersetzungen.
(Telegraphische Meldung.)
Bertin, 11. Oftober.
In der gestrige« Sitzung sollte laut Tages- orbnunz die Haush.rltsberatun« fortgesetzt wen- den, aber es wurde weniger über den Reichs bauShaft gesprochen, als über andere Truge. Die parteipolitischen Erörterungen stehen immer noch im Vordergrund«. Aus der Reihe der Anfragen ist zu erwähnen: Abg Beuerman« (D. Bpt.) fragt an, war geschehen soll, um de« aus den besetzten Gebieten verttiebenen Deutschen M Wohnungen zu verhelfen. — @bt Regierungsverhttter antwortet, den vertriebenen Deutschen flänbe eine vorzugsbe- handlnng zu. Paßvorschriften seien bereits erlassen. Hierauf wird die zweite Beratung deS Haushalts und die politische Besprechung fortgesetzt. Abg. Bolz (Ztr.): Wir treten bafür rtn, daß den politischen Ministern fachlich durch gebildete Mitarbetter zur Seite stehe«. Dte Mkordorbeit muß wieder eingeführt Werber Die Erbitterung der Landleut« über bi Zwangswirtschaft ist nicht unberechtigt. Bei - Konttolle müßte die Lanrnoirtfchaft se herangezogen werden. Der
Staatsbankerott darf nicht kommen Fm Vorliegenden Etat kann noch viel r strichen werden. (Beifall.) Abg Henke Das Verbot der .Freiheit* ehrt dieses *•’!
>Ste soll tmnö Sägen Unruhen heworzur.