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Meler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 306

Mittwoch, 3. Dezember 1919

Fernsprecher »1 und 951

9. Zahtgarra

Fernsprecher 951 und 952.

Neue Rotzungen der grausameu Feinde

Oiiltr Warnten WW herMtn

Die Wirkung der deutsche» Weigerung.

Bedrohung im Rücke«.

3-a

Truppen

Tie RafTelet Neuesten Nachrtchlen erscheinen wLchenliild sechsmal und zwar a den d S. Ter LdonnementsprelS beträgt mor.atl. 1.50 Mart bei freier gustellunz ins Hau« Bestellungen werden icderzeit ton der SeschästSstelle oder Len Boten entgegengenommen. Druckerei, Verlag und Siebattion: Schlachthofstraße 25/30. Für unverlangi eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des Bezugsgeldes oder Ansprüche wegen eiwai».ernichtordnung«mätztaer Lieferung ausgeschlossen.

Das Schicksal der Gefangenen.

Genf, 2. Dezember. '(Eigene DraHtmeldunq.) Der Lyoner .Progreß^ meldet, daß die Aufhc« bunq der Kriegsgefangenenlager in Südftank- reich angeordnet wurde und datz die Gefangenen ins Wiederaufbaugebiet geschafft wer­den. Die Sozialisten haben in der Pariser Kammer von der Einbringung eines Antrages für die Heimschaffung der deutschen Krieasge- fangenen Abstand genommen. Wie aus Rom gemeldet wird, hat der Papst den Erzbischof von Paris. Kardinal Anette, beauftragt, bei Cle- mene ernt zugunsten der deutschen Kriegsgefange­nen vorstellig zu werden. Frankreich möge die Heimkehr der Kriegsgefangen en zu Weih­nachten gestatten rnid durchführen.

SnfertionSpretfe: »> «inhelmlsche Auftrage; Tie einspaltige »neigen-steile 60 ®fg. sein. ,^ltd,?;ämmB<iuto!aaX Me Reklamezeile M l.-O felaschileß-ich Gerungs-

znschlag). b) Auswärtige Aufträge : Die einspaltig- Anzeigenteile 41 Pfg. und 50°/,Teuerung«, zuschlag,^die ttnfpulttg« Reklame,eile M. 1.10 und 60»/. Teucrungszuschlag. Für die Rlchttgkeit aller durch Fern«precher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaten und Platze keme Gewahr. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nr. 951 n. 952.

Künstlich gezüchtete Spannung.

, Basel, 2. Dezember. (Eigene Drahtmekdung.) Die Information erfährt ans Paris; Infolge -er zwischen Frankreich und Deutschland neuer­lich eingetretenen Spannung bat die französische Heeresleitung die Entlassung von Heeres- angehörigcn wieder eingestellt. Bei der englischen Armee ist ein gleicher Befehl nicht er­gangen. Nach derPreß de Paris" hat die deutsche Note, in der die Verantwortung für die Versenkung der deutschen Kriegsflotte abgelchnt wird, in England großes Aufsehen erregt. In amtlichen, besonders in MarinÄroisen. wird die deutsche Erklärung als eineunerhörte Drei­stigkeit" bezeichnet. Man erwartet bestimmt, daß der Oberste Rat ganz energisch antwortet.

Das Reichskabinett.

Berlin. 2- Dezember. (Privat-Teleararmn.) Die Beratungen des Reichskabinetts über die neuen Forderungen der Entente ha­ben auch den ganzen gestrigen Ta« fortgedauert. Nach Pariser Meldrmgen sollen zwei neue Noten der Entente an Deutschland vor der Absendung stehen. Herr von Sirnft a kehrt nickt wieder nach Paris zurück.

ZeutschHesterrMs Notlage.

Dersorgungspläne für die nächste Zeit.

(PrivattÄegrarnrn.)

Wien. 2. Dezember.

Der Kabinettsrat hat sich mit den Versor- gimgsplänen für die nächste Zukunft beschäftigt. Hierbei ergab sich die gebieterische Notwendig­keit neuer Kreditoperationen tot Auslande Der Kabinettsrar beschloß, um die Entente zur Hilfe «r veranlassen, die Vertreter der in Men wei­lenden Ententemissionen für Mittwoch zu einer gemeinsamen Besvrechuno einzuladen und ihnen die gegenwärtige Lage der RepnblÄ zu schildern.

Sicherung der Lebensmittelzüge.

Wien. 2. Dezember. (Privat-Telegramm.) Me bollakidksche Regierung hat die österreichische Staatsrsgieruua ersucht, Vorkehnmgen zu tref­fen. damit ähnliche Zwischenfalle, wie bei der letzten Ankunft des holländischen Lebensmittel- znges vermieden werden. Damals wurden die holländischen Lsbensmittelwagen gestürmt, wo- beL die holländische Berleitmanuschaft in Le­bensgefahr geriet. Eine sehr scharfe Abs perrung der Bahnhofshallen, in denen die LebenSmittel- Züae einfahren, ist inzwischen erfolgt.

Rückkehr am dem Bsttikmn.

Die deutschen diplomatischen Vertreter.

(Eigener Drahtbericht.)

Riga, 2. Dezember.

Der deutsche Beauftragte in Riga Herr Kchnee- mann. wird mft dem gesamten Personal im Ein. vernahmen mit der lettis en Rogierun« mit dem nächstrn neutralen Schiss Lettland verlassen. Den Sch u tz der Deutschen in Riga wird der dortige dänische Konsul übernehmen. Der deutsche Beauftragte tu Libou. Dr. Kueck. beabsichtigt, auf dem Landwege die Rückreise anzutreten. Ueber den Zeitpunkt der Abreise liegm nähere Nach­richten noch nicht vor. Aus dem Baltikum wird berichtet, daß die russischen Truppen des Detachements Awalow-Bermoudt zunächst in Öc3 Kriegsgefangenenlager noch Neisse ge­bracht weichen. Di« deutschen Trupp en wer­den sofort in die Heimat nach ihrem Standort geleitet. Die Ententekommission schätzt die Zahl der ans den baltischen Ländern nach Denffchland flüchtenden deutschen Zi- vÄLevMerima ans vierzig- bis sechzigtaufend.

Re Aevollltionäre in Aasten. Mouarchie-feindliche Snudgebmdgeu, (Eigener Druhkbericht.)

Berlin, 2. Dezember. (PrivatteffHramm.) Aus Paris wird gemeldet, daß der Oberste Rat sich in semer gestregen Sitzung eingehend mit derneuestenRote über Scapa Flow be­schäftigt hat. Die Erklärung, derzufolge Deutsch­land die Ablieferung von Trockendocks energisch verweigern will, habe im Obersten Rat schwer verstimmend gewirkt, besonders bei der englischen Delegation, wo man erklärte, daß der Wortlaut des Memorandums der deut­schen Regierung von einerseltenen Unverschämt- heil" sei, der seitens des Obersten Rates eine entsprechende Antwort" erteilt werden müsse. In der Frage der Kriegsgefangenen, die der Oberste Rat heute nochmals 1 erörtern Wird, ist man ftanzösischersefts nicht zu Kon- zcsstonett gewillt. Es wird erklärt. daß Frank­reich angesichts der .Haltung Deutschlands, di? durch die Scapa Flow-Note zur Genüge klar ge­macht werde, kein Interesse daran habe, Deutsch­land in irgerw einer Weise entgegenzukom merr. (!) Eine wirtschaftliche Verständigung mit Deutschland sei ftanzösischerseits betreffs der Wiederausbauarbeiten tm zerstörten Gebiet verschiedentlich vorgeschlagen worden, ohne daß man zu einem Ergebnis gekommen sei, da deutscherseits Nicht das genügende Entgegen­kommen bewiesen werde. Da diese Frage mit der Heimschaffung der Kriegsgefangenen in engem Zusammenhang steht, wolle man vor­läufig warten, bis der Vertrag in Kraft ge­treten sei. um die Heimschaffung zu beginnen. Die Londoner Zeitungen mcüjfit. daß der eng­lische Generalprokurator gegen die internierte Besatzung der bei Scapa Flow verseMen deutschen Flotte das Gerichtsverfahren in London einleiten ließ.

über eingetreten. welche Strafmaßnahmen gegen Deutschland zu ergreifen feien, falls es sich dauernd widerspenstig zeig«. Fach verweist darauf, daß das militärische Alksehen entschie­denes'Auftreten fordere, und daß man dir Maß­nahmen rechtzeitig genug beschließen müsse, da­mit sie beizeiten in Kraft treten könnten.

Sie Hilfe für Wie«.

Den deutsch-österreichischen Stammesbrüder«.

Eine fürchterliche Not herrscht in Wien. Die tzungersnot hat schreckliche Formen ange­nommen. Nach allen Berichten, die wir von zuverlässiger Seite besitzen, kann die Notlage der Wiener Bevölkerung nicht eindringlich genug ge­schildert werden. Heuzzerreißende Szenen spie­len sich Tag für Tag in Wien ab. Die Karto-fsel- ration beträgt für die Woche ein Viertelpfund, für den Monat ein Pfund. Wer auch dieses Hunger-Quantum kann nicht immer zur Ver- firgung gestellt werden. Bezüglich der Versor- guug mit Fett und Fleisch ist ine Lage noch trost­loser. Ein großes Sterben hat in Wien begon­nen. Täglich ist diese Stadt Zeuge der erschüt­terndsten Szenen, die sich bei den Begräbnissen der Kinder ereignen. Dutzende an einem Tage sind es! Wien friert auch. Das ganze Ver- kehrslcben, stockt, Köhlen gibt es nicht, und die Wiener z«heu Tag für Tag in den herrlichen Wiener Wald, um ihn zusammen zu hacken. Traurig, unsagbar traurig sind die Trupps der heimkehrenden, ausgernergÄten Frauen, Män­ner und Kinder anzuschau en. Auch ihre K lei­dung ist ungenügend. Die Leute wissen nicht, woher sie Schuhe und Strümpfe nehmen sollen. Dieser Zustand macht die Kälte noch fchlimmmer fühlbar.

Rotterdam. 2. Dezember. (Eigener Drahkhe- rtot.) AuK Par 'i wirb gemeldet: Gmetoit Rif«

Verschärfung der Maßnahmen.

Paris, 2. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Am heutigen Tage dürfte die Entschei­dung in dem Konflikt zwischen Deutschland und der Entente fallen, Der deuffche Gesandte von Lersner hat um eine Unterredung mit dem Ge- ireralsekretär Dutasta nachgesucht. Man nimmt in Paris allgemein an, daß die Deutschen im letzten Augenblick doch in jeder Hinsicht näch­st eben weiden. Die öffentliche Meinung scheint keineswegs zu irgend welchen Konzessionen ge­neigt, und der Oberste Rat hat beschlossen, an Deitffchland das dringende Ersuchen zu richten, die Waffenstillstandsbedingungen bis Ende De­zember zu erfüllen. Der Oberste Rat ist auf Wunsch des Marschalls Foch in Beratungen dar- wir wollen den Wienern helfen, was in unseren Kräften steht. Wir wollen eingedenk fein, daß cs gilt, dentsches Volkstum vor dem Un­tergang zu retten!

Müller und der auf einet Reife befindliche Stadtverordnete Zimmermann, die Rechte und das Zentrum waren lückenlos erschien tu und d ie Tribünen vermochten die Menge des Publikums kaum zu fassen. Die Gruppen im -Saale ver­hieben schon vor Beginn der Sitzung das Nahe» großer Ereignisse. Am Präsidium war nach län« aerer Pause wieder einmal deretatsmätzige* Vorsteher erschienen: Unterstaatssektetär G r z e. sinskil Hauschildt eröffnete den Reigen der Redner. Er wies darauf hin, datz die Verhand­lungen. die einer Oberbürgwmeisterwahl voran, gehen, früher und nach der StLdteordnun« be­rechtigt. stets in gehoimer Sitzktna vor sich gegan­gen sind. Wenn jetzt auf einmal die ganze Frage in öffentlicher Sitzung aufgerollt wird, so, kann er dem nur zustimmen. Die Oeffentlichkeit be- schäsligt sich bereits so lebhaft mit der Angelegen, beit, daß ihre Behandlung in breitester Oefsent- lichfeit erfolgen mutz. Sodann erstattete der Vor. sitzende der 12gliedri«en Kommission für die Borbereituna der Ob-rbürgerrneisterwahl, der Stadtverordnete Witt rock, den Bericht über! die drei Sitzungen dieser Kommission, und als er von dem Beschlutz sprach, Scheidemann als, Oberbürgermeister. zu wählen, da klang von der' Tribüne herab sogar ein verschiedentliches Bra­vo. Der Vorsteher rügte eine solche B-eterlignig der Tribüne. Als der Vorsteher später dir Frage! nach Wortmeldungen stellte, meldete sich nie- knand. Er schlotz daher die Diskussion und wollte zur Abstimmung schreiten. Da wurde es lebhaft, denn man hörte bei der Presse we­nigstens erstmalig von einem weiteren Zusatz zur Tagesordnung, der die Wahl des Ober­bürgermeisters vorsah. Eine Gefchsifls. ordnungsdebatte setzte ein, die geschla­gene auderthalbe Stunde in Anspruch nahm und in deren Mittelpunkt Rechtsanwalt Brill stand. Dieser Dorsitzende der Freien Bürgerlichen Ver­einigung wurde oftmals unterbrochen. Lärm und Radau mengten sich mit Beifall seiner Freun- de. Erregt wurde die Linke, als der Stadtve'-- orbnete Kreis von der Fr. B. V. beantragte, die Wahl solange anszusetzen. bis sich Scheide­mann von den Anschuldigungen in der Affäre Sklarz gereinigt habe. Brill forderte Wieder­aufnahme der Diskussion, weil Unklarheit be­standen bat und der Stadtverordnete Stöhr (Fr. B. B.) berief sich darauf, die drsitoziar Frist zwischen Sitzung und Einberufung sei nicht einachalten worden. Er und andere Strdiv«^ ordnete haben den Antrag erst am Sonnabend abend erhalten. ES käme also UngesetzlicL- keit in Betracht. Der Sozialdemokrat Haupt rief wiederholt, alles fet nur O bstrukti o»ö Als auch Oberichrer Dr. Müller tot Ptemetf der Demokraten erklärte, daß Irrtümer herrscht haben, wurde hie Verhandlung auf xwt Minuten unterbrochen, weil b<e Soziakdemokrr-- ten eine Fraktionsberatung bronfbrudfiten.

die Pause vorüber war. erklärte Hauschildt. toi Meinungen sollten in vollster OeffentftchkeG #* klärt werden und die Diskussion wurde toterer eröffnet Es sprach bann

Rechtsanwalt Drill.

Dieser hentschnationale ©fcrbtoerorbn«ite lehnte Scheidemann rundweg «b und forderte AuS- chreibung. Scheidemann fehle die für den

Posten unbedingt erforderliche kormmmaltcch- r is-'u Schulung. Daß er Ministerpräsident ge- ^es:>!. bcwcife nicht fdtoe Eignvng für den ^l^rbärgecn -:rvosten. Ueberdies werde feine

Titt'.-r-stais ch..U-,"^prM»ent in weiten Volks-

Straß enanzug erschienen, einer sogar ohne Kragen. Ms der König und fein Gefolge pünktlich eintrafen, setzte, sobald der Beifall der bürgerlichen Parteien und des Publikums ver- hcM war, unter RufenGS lebe der Sozialis­mus!" und unter den Protesten der bürgerlichen Parteien, der etwa zehn Mmtten dauernde Aus­zug der Sozialisten ein. Der König sah im Stehen unbeweglich zu. Nach der Verlesung der Eidesformel, wobei sich durch die Aufzäh­lung der Namen, die ohne Antwort blieben erst recht die große Zahl der Sozialisten fühlbar machte, verlas der König sitzend die Thronrede.

Scheidemam.

Ter kommende Kasseler Oberbürgermeister. Borabstimmung tot gestrigen Stadtparlament (Don unserem Mitarbeiter.)

Kassel. 2. Dezember.

Die Entscheidung über dir Besetzung des Kasseler Oberbürgermeisterpostens ist gestern er­folgt. Wenn auch die endgültige Wahl noch be- vorfftcht: Daß Scheidemann der Nachfolger Kochs ist. unterliegt heute keinem Zweiftl mehr! Die Sozialdemokraten haben gestern klipp und klar zum Ausdruck gebracht, daß sie von der Macht toter Mehrheit Gebrauch machen werden. Schon gestern stimmte für sie der Bodrnreformcr WaWert itnb das Zentrum hat in einer Erklä­rung. die es der Presse Mstellte. unzweifelhaft zu erkennen aeaeben. daß auch die Christliche Volks­partei für Scheidemann eintritt. Der Stadtver­ordnete HauschÄdt konnte auf die Mehrheit po­chen und die Gegenerklärungen der Bürgerlich-n als bloße Demonstration abtun. T * Ausschreibung ist sogar durch namentli e Abstimmung gefallen. Das Ende vom S-eb ist: Scheidemann ist der lommende Oberbürger­meister von Kassel!

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Die gestrize Sitzung.

Es war ein großer Tag in des Wortes kern- echtester Bedeutung. Die Sozialdemokratie trat vollzählig an. Von den Demokraten fehlte üer Fraktionsführer Leineweber. Stavtoberfekrelär

Wten muß geholfen werden. Rascheste und reichlichste Hilfe ist not. Es sind Reichsdeutsche. d°e da hungern und frieren, Tausende befinden sich unter ihnen, die an den deittschcn Fronten mr Westen die Wacht für die deutsche Heimat ge­halten haben, und Tausende anderer' liegen in feindlicher Erde, Seite an Seite mit ihren deüt- scheu Brüdern. Und diese Wiener werden umso grausamer gequält, weil sie Reichsdeutsche bleiben wollen. Der Buchstabe des auch ihnen aufgezwuugenen Friedensverttages ver­wehrt ihnen freilich, der Stimme ihres Blutes, welche die Stimme ihres Herzens ist, nachzu- geben. Wir müssen getrennt bleiben. Aber wir wollen den Wienern, wir wollen unseren reichs- denffchen Brüdern in Deutsch-Oesterreich zeigen, daß wir wirklich auch ein Herz für sie haben. Wir wollen ihnen helfen, soweit es unsere eigene Notlage gestattet. Wir sind immer noch v'el besser daran als Deutsch-Ocsterreich. Wir haben eine wenn auch knappe, so doch auskömmliche Brotration, und unsere Mark steht immer noch Appell so hoch als die österreichische Krone! Wessen Herz würde sich nicht zusammrnkrarnpfen tot Gedanken an das fürchterliche Leiden und Sterben, das Wien erfüllt! Wessen Herz würde sich auch nicht weit öffnen wollen, um die Rot unserer Brüder, deren Mut unter den Fittichen des Todes mit dem uusrigen sich gemischt hat, zu wehren. Wir begrüßen daher die Attion, die die deutsche Ratumakversammlung auf Anttag aller Parteien ms Werk gesetzt hat. Danach wer­den die Deutschen pro Woche sünszig Gramm ftder Brotkarte abgeben, bei vierzig Millionen Brotkarten-Fnhabern werden auf diese Weise in der Woche zwei Millionen Kilogramm Mehl den Wienern zur Verfügung gestellt werden können. Ti^e Menge wird zwar bei weitem nicht hin- reichen, der Not zu wehren, aber sie wird die een Schrecken fürs erste mildern können.

m wir uns immer daran erinnern, daß totr mit dem, was wir den Wienern überlassen, Taufende und Aberlansende armer Kinder er­freuen und daß dann schon bt diese Kinderher- Zen das innige Gefühl der Zusammengehörigkeit astkr Deutschen gepflanzt wird. Das ist der große

"tsche Endzweck dieser umfassenden Arrron.

- Die deutsche NationaLderfamnMmg Hat des weiteren die Reichsregierung ersucht, eine pri-

fel erhielt m Assiicrteura' bk militärische macht, im Brlffrum eeaen bi Uebergrisf' (

setzen. Die Berliner Stadtverordnetenversamm- tU-nL:^ auÄ^bereitö beschlossen, ein« städtische Hi-lfsaktton elnzuleiten, und wie von verschiedenen Seiten gemeldet worden ist, wollen auch aridere Städte diesem Beispiel fol- rst ein erhebendes Zeichen, daß von Deutschland aus sosort tatkräftig gearbeitet wird obwohl wir selbst in Not sind, während die Feinde, die gut helfen tonnten, ihre Hilfe rund­weg versagen. Die Unmenschlichkeit der Entente di« schon m der Kriegsgefangeneiifrage sich offen­bart hat, verdtent vor aller Welt und für immer an den Pranger gestellt zu werden. Dagegen barf man, ohne dem Vorwurf des nationalen Eigenlobs ausgesetzt zu werden, sagen, daß das deuffche Gemüt in diesem Falle, bei der Ltode- der österreichischen Not, einmal am rechten dtatze ist. War begrüßen di« Anregungen der Stotronatoerwnmlung und der Berliner Stadt- bÄhorde und es ist zu hoffen, daß, wenn der Hilferuf. an unsere Volksgenossen herankommt, ftder Ernzelue nach besten Kräften an diesem Werke der Barmherzigkeit und Nächstenliebe sich beteiligt Es ist doch deutsches Blut, das am BerTicgen ist! Wir alle, die wir uns an der ein­igen Lebensfreiwe des lieben Wien ergötzt

Euch heute mft Vorliebe Zu- luu[ Deu ^Jlalllun genyameL

«die drei ganze Wteilungeu «««chmen und die z u r ü ck g e h ed c n deut sch:n Her »unst und Mustk, hm,.rote Reffe im Knopfloch Wk V3te öww» sMt v-dh-rr. - ..

Lugano. 2. Dezember, t*,.

MtS Rom wird gemeldet: Tas Parla­ment ist gestern feierlich eröffnet worden.. Ter Saal war eint Stunde vor Beginn bis zum letzten Winkel überfüllt. Die allg-.meiue Auf­merksamkeit war den Sozialisten gow-idmet,