Einzelbild herunterladen
 

Unruhe an der deutsch-russischen Grenze

oftocllet

K-F.Dr.

Weitere Lnruhen im Reiche.

Die EntwasfnungSfragS-

Ernährung und Arbeit.

Bochum, 30. Juni IPrivaftetegro-mm.) Dir Arb-citnahmsroiganisaiiorten int rheiarsilr-weft- jüliPchen Industriegebiet haben bet der Arbeits- gMeinschast eine Revision i>:§ USberschicht- abLonDucns ttcttttragt. Die Verhandlungen dar­über werden Enoe der Woche stattfrnden. Vrrau- lasfumg zu bdm Antrag der Bergarbeiter bittet die ft&nMg schlechter wcrderrdc Ernäd- ruugSlage, so daß sich dir Bergarbeiter cmßevstartde fühlen, die Ueb er schichten in der bisherigen Weise weiter zu verschreit, innen nicht eine baldige Besserung in der Ver­sorgung mit Lebensmitteln cinirrtft

Polnische Mobilisierung.

Berlin, 30. Juni. sPrivatteLegramuch Tic valmsche Gesandschast in Berlin gibt neue all­gemeine Einberufungsbefehle ans, die einer Ge- neralmobiliflerung entspreche».

Sie Stützen der Regierung.

Besprechung der MehrheUSpartsteu.

sPrivat-Telegramm.i

Berlin, 30. Juni.

Zwischen den drei Regierungsparteien des Reichstages wurden Sestern unter Zuziehung der Sozialdemokraten die Besprechungen darüber fortgesetzt, in welcher besonderen Form durch eine Resolution die neue Regierung für ihre nächsten Aufgaben von einer ausreichenden Mehrheit gestützt werden kann. Es soll dabei nicht die Form eines ausdrücklich«» Der traucnsvotwns gewählt werden, sondern dir Regierung soll unter Zustimmung der Sozial­demokraten ersucht werden, im Sinne ihrer Programmerklärung die Geschäfte zu führen. Roch dem Ergebnis der Bhsprechrmt -en ist es sicher, dass ein Antrag auf ein Bertram rnsvotmn im Reichstag nicht gestellt werden wird. Dafür wird der Reichstag einen Beschluß annehmen, durch den nach bei angedeuteren Formel verfahren werden soll.

Deutsche Maßnahmen zum Grenzschutz.

Le/lin, 30. Ium. (Prtvattelegramm.) In folge eines neuen bolschewistischen Borstoßes, der Wilna und damit die oftpreutzische Grenze bedroht, sind vom RriÄswehrministcr Dr. Geßler Sicherheitsmatznahmen an der ostpreutzischrn Grenze, soweit sie nicht 6cfei; tes Abstimmungsgebiet ist, angeordnct worden. Zu weiteren Dratznahmen in Ostpreußen liegt nach Ansicht der militärischen Stellen vorläufig eine Veranlassung nicht vor.

Königsberg, 30. Juni.

Es wird von großen russischen Trup- penkon zentrationen irr der Gegend von Königsberg gesprochen, die für einen gegenrevo­lutionären Einfall in Sowjetrußland bestimmt seien. Wie der Vertreter der Telegraphm-Union vernimmt, ist die Seele dieser russischen Be­wegung der russische Politiker Gutschkow. Tem- r,Üchst sollen mit zwei Heeren Vorstöße über Lettland mich Litauen unternommen werden. Ein Teil der Gutschkow-Trrrppen hat früher dem Heere Bermond angehört. Der in Berlin weilende Oberst Wend, irrt Vertreter Weitz-Rutheniens, hat sich von Berlin nach Paris begeben, um bte Alliierten zn bewegen, ihre Einwilligung zu einem militärischen Vor­gehen gegen Sowjet-Rußland zu geben.

Sentfchland und die Sntente, Deutsche Leistungen an Frankreich.

IPrivat-Telcgramm.'f

Rente tut) Krankenkasse.

Die Beilegung des-Streite». sPrivat-Tolsgramm-f

Leipzig, 30. Juni.

Zur Beilegung des Aerztekonfliktes mit den Krankenkassen wurde in einer Leipziger Aerzte- oersammluug berichtet: lieber die Frage der freien Arztwahl wurde ein vollständiges Einver­ständnis erzielt, nicht aber über die Honorar- frage. Die Kaffen fordern eine Begrenzung der Pauschale nach oben und unten, während die Aerzte! die Pauschale möglichst ganz beseitigt sehen möchten. Da man in dieser Hinsicht auf beiden Seiten keinen neuen Schiedsspruch wollte, bleibt die Festsetzung der Pauschale örtlichen Vereinbarungen Vorbehalten. Jede die­ser Vereinbarungen hat rückwirkende Kraft ab 1. April dieses Jahres. Die mit der Preußisch Hessischen Eisenbahngemeinschaft gefühlten Ver­handlungen sind für die Aerzte günstig vertäu sen. In Sachsen sind bereits im vorigen Jahre mit den Bahnbetriebskrankenkaffen dahingehende Abmachungen getroffen worden.

Berlin, 30. Juni.. (Privrttelcüianim.) Tie vorläufige Antwort Deutschlands auf Die A b- r ü st u n g s no t e der Entente ist am Dienstag »ach Paris tzv^augen. Auf Beschluß Des Rticks- kabiwrtZ ist die Unterbreitung der rec.'.rfchcn Ab«

Gefahr an der Sftgrenre.

Dor einer russisch«« Gegenrevolution.

(Privat-T elegramim.f

Reich und Gliedstaaten.

Berlin, 30. Juni. (Privattelegraknm.s In der DienStag-Sitzung des Re ich 8 rat s stellte sich Reichskanzler Fehrenbach dem Reichörat vor. Er betonte unter anderem, wel­chen Wert er auf ein vertrauliches Verhältnis und eine gemeinsame Arbeit zwischen Reichs rat und Reichsregierung lege. Die Interessen von Reich tttfb Ländern seien im wesent­lichen dieselben. In den großen schweren Nö­ten unserer jetzigen Zeit seien beide aufeinander angewiesen, und er hoffe, daß dies auf der Grundlage des Regierungsprogramms für Reich und Eknzelftaaten möglich fe«n werde.

Sie Sebensmittettrife.

Kundgebungen in Berlin.

(Privast-Telegramm.'»

Berlin, 30. Iums.

Gefler« mittag zog ein Trupp von einigen hundert Männern, Frauen und Kindern, die Schilder mit Aufschriften:Rieder mit den Le- bestsmittelschiebern und Wuchern" mit sich führ­ten, vor das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Eine Deputation wurde vom Minister empfanden. Der Minister erläu­terte der Abordnung die LeSensmitte!« l a g e und machte sie mit den Bestrebungen bc- kaftnt, die daraus hinzielen, eine Senkung der Preise herbeizuführcn. Die Deputation nahm die Darlegungen des Ministers entgegen und übermittelte sie hierauf de« Temonst.anten, die dann in aller Ruhe auseinandergingen.

Herabsetzung der Preise für Kaffee und Kakao auf zwölf Mark das Pfund. Die ArbaiiersckMft in München und Augsburg forbert für Sonnabcnb zu allgemeinen Demonstrationen ans gegen den Preiswucher und für Herabsetzung aller Warenpreise entsprechend dem günstigen Stand der Auslandsvaluta. In Mann­heim erzwang die Menge gestern die Herab fetzung aller Preise. Kirschen kosten 1.20 Mark, Birnen 1.20 Mark, Kakao 16 Marx das Pfund

Zowret-NußlükS. ,

Was englische Arbeiter erzählest.

In Berlin verweilen im Augenblick «rf der Sitidmfe nach England mehrere Mitglieder der Abordnung. welche die eru-Usche Arbeiterpartei zur Untersuchung der Dechältnisse in der bol­schewistischen Republik nach Rußland entsandt hat. Urtier Den in Berlin anwesenden Delegierten befinden sich die bekannte svziali - stücke Politikerin Frau EiSell Snowden und der Amt und Sozialvolitiker Tr. Haden G u e st, «Ährend andere Teilnehmer der Fahrt berc-ts über Reval nach Hou>se gereist sind. Die Stern* Mission hat sich sechs Wochen in Rußland ans« ftefK-Iteit unb das Land bis nach Astrachan hin bereift Sie dürfte die umfassendsten Beobach- lungen angestellt baden, die auswärtige Besu­cher bisher im Sowjetstaat vornehmen tonnten.

Ter Eindruck den die Vertreter der enM'Len Arbeiter RuHlarch mitbringen, ist. wie der

München, 30. Juni. (Privatreregraimn.) In Würzburg habe» sich heute nacht die Un­ruhen nicht wiederholt. In den Krankenhäusern liegen acht Verletzte als Opfer der vor­gestrigen Unruhen. In Fürth bei Nürnberg kam es gestern abend zu Zufammeurottungen. Ein Angriff auf die Geschäfte erfolgte aber nicht. _______ _ ,_________________ ,3 ...._____...

I» Aschaffenburg erzwang die Beenge die 1 rüfrnnsi^-c an die Konferenz tit Spa hsstgelegt.

kommt allrvdingS nicht überraschend, dann nach­dem vorher adgem^t worden war, daß die fv» zioldcmoivaiiffchstn RtztaatS- und Derwaltungs- bcamten i» ihren Aewtern bleiben dürfen, leistet um» Die Sozialdemokratie einen verständlichen Gegendienst. Anders die Unabhängigen. Sie wettern nach allen Regeln der Parrei-Jnstrnst- tt-Oii und unterstellen der Regierung reaktionäre Absichren. Tie Auffassungen sind eben verschie­den, wie aus der Haltung der Tsutfchnutionalen hervorgeht.' Tiefe stehen der Koalition noch kühl und abwartend gegenüber. Es ist natürlich sehr zu b«witern, daß die Regierung keine größere ständige Mehrheit hinter sich hat Die schwierigen Verhältnisse erfordern ein Arbeiten auf breitester Grundlage. Bald wird sich wohl zeigen^ wo wirkliches Verständnis für das deutsche VE

Münck)en, 39. Juni.

Rach anihentisstien Berichten hat Deutsch- land für Frankreich bereits für acht bis zehn Milliarden Mark Aufbauarbeiten geleistet. Dafür Haven die Fmnzofen den Hun- gerlohn von zwanzig Centimes den Gefangenen, die an den Miederaufbauarbeiten mitwirktcn, wob! ven'prochen. aber bisher nicht bezahlt. Hof­fentlich machen die deutfchcn Vertreter in Spa auf diese Milliardenleistung Temschlands mit aller Deutlichkeit aufmerksam

Hlmgsrr-de Kinder.

Die Beobachtungen eines AuslLnderS.

Der »iauptsSsriftleiter »er LondsnerDatltz SHeto»", «.'s.® m» l / s r, der geserrwürtigSeurfch- 1«b» vereist, ist-.b o-t Eindruck-: in feinem <B atte >djU&ert, lolSeiet and) einen «Betitel »enhungernd-.; Ähzeern V-ntschlandS" Der englische SchriftleUer Gacdiner schildert aus eigener Anschauung von seinen Reisen -auch Deutschland m ergreirenD-er Weis« Not und Cleltd der deutsch en Grotzstadtjugend, von der nach den ihm gewordenen SlHtet hingen neunzig Prozent unter ernährt sind Ohne auf diese uns leiser nur zu bekannten Tatsachen des Aussatzes nähre cinzugehen, seien nur di: e-ei­ten hetvorgeboben, an Denen sich Gardiner mit der Hattmsg der Engländer dieser Not gegenüber ^beschäftigt. »Gegen ein solches Äieer von Qua­len," schreibt er,Wäre auch das größte, was getan werden kann, nur wie ein Tropfen in einem Eimer. Was tatsächlich geschieht, wird» hauptsächlich von Amerika getan, von Schweden und anderen Ländern. Abge­sehen von dem Werk der Quäker bemüht sich England nicht vautit, sich um die Kinder feines besiegten Feindes zu kümmern. Selbst die her­vorragende Lätigloet des Kinocr-Retturrgs- Fonds reicht mit Ausnahme einiger Kleinigtei- ter, in Leipzig und andern Orten nicht bis hier- In. Sie beschränkt sich aus Oesierreich, Böhmen, Polen. Deutschland ist ausgeschlossen. Ich er­kundigte Mich nti-.tr der Urfach'. Es ist Die fol­gende: für jedes Pfund, das der .Fonds" auf» bringt, zahlt die britische Regierung noch ein Pfund,

aber nickst für Deutschland.

DeschaW achtet derFond" darans, sein Gelb d» zu verwenden, wo cS sich verdoppelt, O. btt wak- Äve britische ifiegierun-g Ich lese hier in den Zeitungen, daß man jetzt drei Millionen dafür verschwendet, um deine Soldaten wieder ia Scharlach-Rot gehen zu lassen. Das ist Die rich­tige BegleituM zu der organisierten Aushmige- lüuz ter Kinder des ehemaligen Feindes'! Tenn man fthö nur. wie daS wirkt. Die Lage der Kin­der ist am schlimmsten in bem von Engländern besetzten Gebiet. In Köln crkuudiate ich mch bei den militärischen Behörden nach den Maß- iiahmen, die getroffen sind, nm Die bunkernden Kinder zu speisen. Die Militärs staNden drtz Sache sehr sympathisch gegenüber- Aber prak­tisch geschieht in Köln nichts von außerhalb, «eil Die amerikanische» WohlrätWeitsnnterneh- m natürlich nicht in einem von Den Euglän- oern feivefnuen Gebiet arbeiten können. Außer den zweitausend Pfund, die von den Citätern kamen, ist nichts gespendet roorfcen, und Die ein­zige Art. durch bte bi« britisch« Militärverwal- titrag verbessern konnte, bestand in Der straffen Regelung der Kontrolle und Der Verteilung. Und doch ist die Not hier ebenso groß wie anderswo. Neun Kinder von zehn sind unterernährt. Es wurde in Köln sehr schwer empfunden, daß trotz dieser Tatsachen keine Hilfe aus britischen Quellen für das britische besetzte Gebiet geleistet wo,dm ist. Es ist nicht angenehm für Soldaten, in Hülle und Fülle mitten unter solchem furcht­baren Elend zu leben, besonders, wenn sie dazu noch wissen, daß ihre Ueppigkeit

auS den Taschen der Hungernden bezahlt wird." Gardiner erklärt zum Schluß, daß er diese traurigen Zustände nur nach den sichersten QnÄen und in der maßvollsten Weise darftelle und f-at dann: Um unseres guten Na­mens willen müßten wir etwas tun, irm diesen hungernden deutschen Kindern ihr Leben zu er­leichtern Wer auch die Urheber dieses Krieges waren, sie waren es nicht. Sie find so unffchnh dig wie unsere K'.ttder. Sie haben gelitten, tote niemals Kftvdcr eines Bolles bisher litten. Ist denn keine Aussicht auf ein edelmütiges Verhal­ten einem geschlagenen Fe rüde gegenüber, das bisher für eine Tradition des englffck/M Volles galt? Das ist Die entrüstete Frage, die in einem -anständigen englischen Geist Dem heuÄgen Teutschlaaid gegenüber aufsteigt.

Isr Mederavftüll.

Das grundlegende Regierungsprogramm.

Inhaltlich hat das Programm der neuen Re­gierung, das ReichÄangler Fehrenbach vor vcm Reachstage darlegte, leine Uebcrraschung hervavgRulfen, da man sein« Bestrebungen be­reits durch die bei der KEinetts'biLnng ge­pflogenen Verhandlungen kannte. Aber der Um­fang der Rede war so ausgedehnt, Daß sie all» Gebiete der künftigen Arbeit berührte unb_ zum ntindesten beit guten Willen der neuen Männer -Hennen ließ, sehr viel Gutes für das deutsche Volk zu lNisten. Folgerichtig SeschÄstigte sich die ErWrung zuerst mit der auswärtigen Po­litik. denn alles was in unserem Staatsleben geschieht, M leider vom Verhalten der bisherigen Heinde abhängig. Nicht nur kann nichts unter­nommen werden, was Janen nicht genchrn ist, sondern wir muffen auch alles, was Jene be­fahlen, selbst zu unserem Schadm tim. Im Hin­blick auf diese niederdrückende Sachlage betonte der ReichAkanzler, daß der Fried en sver- ,rag wie eine schwarze Wolke über Teirtschland hänge. Schwere Lasten sind uns dürch ihn auf erlegt, die ein Schälten und Wal­ten nach freiem Willen uns unmöglich machen. ©tMU vor einem Jahre wurde der Vertrag in Versailles unterzeichnet, unb die unter furcht­barer Not verlaufene Zeit hat uns deutlsty genug gezeigt, wie wir zu dm Alliierten stehen. Gerade die letzten Tage brachten uns wieder neue unerhörte Forderungen nach Entwaffnung wc"durch Deutschland noch Des letzten Schutzes tbciciuibt weiden soll. Die Konferenz mit den Alliierten in Spa steht bevor, und der Reichs­kanzler begrüßte es, daß dorr unsere Vertreter mündlich verhandeln können. Tie neue Remc- tune ,si gMillt, t;' rftsnal übernsmmÄmn Skt» pflichWNgen zu erfüllen, soweit es in ihren Kräf­ten steht. In toelchm Grenzen sich unsere Kräfte bewegen, das soll den Gegnern urkundlich bar» gelegt werden, bamit sie sich überzeugen, daß sie nickst länger Unmögliches verlangen können. Wir können dazu nichts anderes sagm, als daß wir die Hoffnung hegen, die Alliierten möchten endlich Vernunft annchmen. Solange sie nicht einsehen wollen, wird alle Ueberredungskunst und Uebrtzeugungskraft nichts nützen. Es kommt vor- altern auch auf der Gegenseite auf ben guten Willen an.

Wie die Regierung in ihrer Außenpolitik nur mit gegebenen Tatsachen rechnen will, und eine Brücke der Versöhnung zu bauen versucht, so soll mich in der inneren Politik das Gefühls­mäßige und Theoretische beiseite gestellt, dafür aber das WirKiche unb Nützliche in den Vorder­grund gerückt werden. Die Besserung Der L e- vensverhältnisse des deutschen Volkes ist das Nächstliegende. Demzufolge müssen alle Birtschaftsgr-dicte gefördert werden. Dein Ziele der Witderaufrichtumg von Handel, Verkehr, In. dustrie, Gewerbe und Landwirtschaft soll das Streben der Regierung angepaßt werden. Um zielbewußt und ungestört arbeiten zu können, be­kennt sich das Kabinett zur repüblikrmisch-n Staatsform, steht aus dem Boden der Verfassung und lohnt jeden Versuch der Auftichchv.g einer Klasseirheirichaft ab Nack der darin ausgepräg­ten Politik der Mitte soll der Ansöau orfolgen. In der nächsten Zeit werden dem R-ichsrag Ge- setzentw-Ärfe vorgelegt worden zur Regelung des x-samten Butgets, der Beziehungen zwischen Staat und Kirche, zur Ausgestalinq das Beam- temechis und zur Einsetzung höchster Gerichte. Daneben soll mit den Ausgaben Der Dolkstoirt- fchaft. Kultur und sozialen Einrichiimgcn begon­nen werden. Das sind Gebiete, auf denen Deutschland vor dem Kriege auf großer Höhe stand nno allen anderen Ländern weit voran war. Darum sind wir auch von den Andern keneid-.it worden, und cs ist nicht aaiSaefck.loffen, daß sie versuchen werden, uns auch künftig Schwierigkeiten in den Weg ju legen Wer den denrschen Geist und die früher viel LÄächektc und viel gerühmte deutsche Gründlichkeit können sie uns nicht nebmen. Wenn jetzr die Regierung daran geht, diese deutschen Eigen­schaften in den Dienst der netten Witderauibau- Arbest zu stellen, wird sie beim größten Teil des Volkes volles Verständnis unb tatkräftige llrtier» Pützung finden. Denn man verlangt, aus der Unordnung herauszulommen und sshmt sich na* einer höheren Stufe des Staats- und Kultur- lekeus. Deshalb hofft man auch, daß ben toohl- «wmcinten Worten nun energische Taten folgev weideu

Zum Vollbringen ersprießlicher Arbeit ist allerdings Ruhe und Cremung im Innern uot-- wen-dig, und die Regierung bedarf dcr Unter» fiüfrttn-5 ton allen Seiten. Der ReichAanzler be- tonic das mehrfach, zum Schluß mit feierlichem Nachdruck. Der Verfichenmg, daß die Siegientng dersöhneuD tntb ausgleichen d" znm Bester der gesamten Ration wirken werde, dars man nübedirrot Glauben schenken. SeGst der Abseordaeie Schkidemaun hat als Sprecher Der S^ialdernvkraiie Dem neuen Kavirrett sein Per- trauen ausgesprochen. Diese FreunDlÄhfeit

Meier Neueste Nlchnch

Hessische AöendzeLLung

Kasseler Abendzeitung

Fernsprecher 951 und 952.

KM I W» Ml'! III m

IS. ZahrgattK.

1.

Juli 1920. nnuMBM

Die Sageler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchenMch sechrnral und Mar abends. Der Abonnernentspreis betragl monatL 5.C0 Mark bet kreier Zustellung ins HauL. Bestellungen werden lederrNt von der Geschästrstelle oder den Boten entgegengenommen. Druclerei, 31 erlag unb Siebenten. Schlachthofstrabe W/A>. Für unverlangt etngesandte BeUräxe kann die Revakr-vn eine Verantwortung oder Sewähr in keinem Falle Übernehmen. Rückzahlung del : Bezugrgewes oder Ansprüche wegen «IwatgerntchtordnungSmLbiger Lieferung ausgeschlossen.

Dlmuerstag,

Nttrrrmer 148

Ferusvrecha 951 unb 952.

gnferttonSpretfe: »> Einheimische Suftrage: Die einspaltige Anzeigen»Zeile M. LOO. die einspaltige Reklame,eile M. 2.50. b> Auswärtige Auiträge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 1-20, die eüfcutttge Reklamezeile M. 2.75, alles einschließlich Deuernngs,Uschlag und Anzeigensteuer. 3 Für die Richttzkett aller durch Fernsprecher abgegebenen Anzeigen, lowie für Uuknahmedaten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlachthofstr.rs/N. Geschäftsstelle: Kölnische Str. ä. Delephon Sir. 961 u. 952.