Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Abendzeitung

10. Jahrgang.

Sonnabend, 3. Juli 1920.

Fernsprecher 951 und 952.

Nrrmrner 150

Fernsprecher 951 und 952.

Ti« Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchenllich sechsmal und pvar a den d S. Ter LbonnementSpreiS betrügt monatt. 5.00 Mark bet tretet Zustellung inS Han». Bestellungen werden ieberz.-tt von der SeschaftSstkLe oder den Beten enlgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaktion : Schlachthofstraß, 28/30, Mr unverlangt eingesandr, Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung oder Gewähr in keinem stall« übernehmen. Rückzahlung der BezugLgelder oder Ansprüche wegen etromgerni6torcnung<mä6iget gte'erung ausgeschlossen.

JnlerrionSpreise, «) «inhetmische Auftrage: Die einspaltige Anzeigen-Zeile M. LOO, M» einspaltige Reklamezeile M. 2.50. b) Auswärtige Auftrage: Die einspaltige Anzetgenzetl« M. L20, die einspaltige Reklamezeile M. 2.75. alle» einschließlich Teuerung«,uschlag und An,eigensteuer. Für bte Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für «usnahmedaten und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlachthofstr. 28/30. GeschSstSstelle: Kölnische Str. 5. Telephon Nr. 951 u. 652.

Meter Nmste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Lockerung der Zwangswirtschaft.

wbk.

doch unsere Zukunft.

DahnhofeS Demonstrationszüge, die unter Vor- antraguna von roten Fahnen und Inschriften sich durch die Straßen bewegten, ohne indessen Ausschreitungen zu begehen. Die Demonstratio­nen in Berlin werde» heute fortgesetzt.

Die landwirtschaftliche« Abgeordneten

Berlin, 2. Juli. (Prtvattelegramm.) Die landwirtschaftlichen Abgeordnete« aller bür per - lichen RetchStagsparteien haben sich 'n einem interfrattionrllen LandesauSfchutz zusammcnge- schloffen, um gemeinsam die brennend gewor­denen Fragen der Landwirtschaft yi be­raten. Der Ausschuss hielt gestern nach Schluß veS Plenums seine erste Sitzung ab, auf deren Tagcsordnnna die Frage des Abbaues der Zwangswirtschaft stand. Dem Ausschuß gehö­ren Bertreter deS Deutschen Bauernbundes, des Bundes der Landwirte, des Bayerischen Bauern- Sundes, des Hessischen Bauernbundes, der Christlichen Bauernvereine und der Daye- rischen Vollspartei an.

liche verstehen; bekanntlich sollte ja schon seit Aufhören dir feindlichen Blockadeab^bam'' werden. Unsere Schulärzte, die Kliniken unb Krank-mHöusir haben von diesem Abbau noch ivcnig Nrmrkt und fordern ihn dringend, denn ein Eruohrmigsmangel bei Jugendlichen läßt sich nur sehr langsam, manchmal überhaupt nicht mehr ausglticheiL Und in unserer Jugmd liegt

heutiae Muttermftch statt bis zu vier Pvozerft Fett in normalen Zeiten bisweilen nur etwa ein Prozent, sehr selten aber über zwei Prozent Fettaus. Das Gewicht der Brustkinder hat sich um fiinsundManzig Prozent (!) verringert, das der Flaschenkinder noch um ein Be­deutendes mehr, hauptsächlich durch das Fehlen b.* Haferprodutte. Die Zahl der Krankheiten, hauptsächlich aber der durch Infektion hervorge- '.ufcncn, hat sich bei Kindern um sechzig Pro- zenr (!) vermehrt. Die Zahl der in den Schulen zurLckgcibliebenen Kinder, die nach einem Schul­jahre nicht die Reise für die nächsthöhere Klasse erreichten, hat um zwanzig Prozent zuge- aommost.

Auch die Konfirmanden bieten nach den Aussagen unserer Geistlichkeit gegen früher ein jämmerliches Bild. Sie sind klein und machen durchaus nicht den Eindruck von jungen Leuten, die ins Leben und in den Beruf zu treten ha- b-n. Es fragt sich nun, warum die Regierung, die doch alles tun müßte, was sie im Kriege als die vornehmste und nötigste Ausgabe emer Regierung betrachtete, nämlich die Beschaffung ausreichender Nahrungsmittel, so sehr versagte. SM es wirft ich keine Möglichkeit geben, durch

Wichtige Konferenzen.

Lus her Tagesordnung von Brüssel.

(Eigener Tmhlbericht.)

Paris, 2. JE.

ImEcho de Paris« schilderte gestern der politische Schriftsteller Pertinac, von dem bekannt ist, daß er seine Informationen auS französischen tsiegirrungskreisen bezieht, i» e'ncm bcmrrlens- werten Artikel dje Ziele der Konferenzen yon Brüffel und Spa. Er erklärte, daß d'e in­ternationale Konferenz in Brüssel, die am Sonnabend eröffnet wird, eine eigentliche Wie­deraufnahme der Friedenskonferenz fet. In gewißer Hins cht sei man wieder dort, wo man im Januar 1919 war. Die Durchführung des Friedens sei schwierig, wenn n cht un- möB ch geworden, weil fe ite Verfasser kein Mit- lel bestimmten, um ihn durchzusetzen. Es handelt sich nun darum, dieses Berschen so gut als mög lich zu bessern Lloyd George berief nach Brüss l die Generäl Malcolm, Binghum und Hakutg, die England in Berlin, Ostpreußen und Ober­schlesien vertreten. Daraus kann man schließen, daß nickt nur die Entivaffnung Deutschlands, son­dern auch das Sch'cksal der Gebiete, wo Volksav- stimmungen in Oberschlesien und Ostpreußen stattgefttnden haben, und ebenso daS Sch'cksal der anderen Gebiete, die sried ich von Deutschland abgetreten sind, erörtert werden soll.

* *

Kein Entgegenkommen in Spa?

zwangrwirtschafts-Problemr.

Vermehrung der Produktion.

(Privat-Tslraramm.)

BeAin, 1

Der EcnShrungSmiiiisier Dr. Hermes ist von Mem Preffeverteter über d:u geplanten W- bau 6er Zwangswirtschaft befragt worden. Er erklärte: Wir können der landwirtschaftlichen Produktion durch Lockerung der Zwangs- wirtschaft einen starke» Anreiz geben. Wir wer­den sie nur da auftecht erhalten, wo elementare Notwendigkeiten es fordern Jeder Diskussion entrückt ist für uns die Frage der Aufhebung der Zwangswirtschaft in Brotgetreide und Milch Hier wollen wir die landwirtschaftliche Produk­tion durch eine gerechte Preispolitik för. der». An den Abbau der Getreioepreise 'ann nicht gedacht werden. Aber die Erhöhung des Brotpreists mutz jeoenfallö vermieden werden Als Gegenleistung müssen wir von der Landwirt, schast bte restlose Ablieferung von Brotge­treide und Milch verlangen. Tie Abneigung der Landwirtschaft gegen diese Frage hängt übri­gens, wie mit von allen Testen bestätigt wird, vör mlem mit bet jti kurz gesattelten Preis­politik zusammen. Wir werden jetzt der Land­wirtschaft nicht etwa Konsunkturgewinne bewil­ligen, aber ihr für die viel schwereren und teure­ren Produktionsbevingungen Ersatz geben.

Set Friedenrvrrtrag.

Ist eine Revision wahrscheinlich?

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 2. Juü.

DaS Berliner Tageblaft verzeichnet unter allem Vorbehalt die folgende ihm auS Paris über Basel zngehende Meldung: Es steht nun­mehr fest, daß die Alliierten sich auf t»e_ Be­schlüsse der englisch-französischen Sachverstrmdi- gen einigen werden. Es hat ein offiziöser Ge- dankenaustmrsch mit den Vereinigten Staaten stattgefunden, der die amerikanische Zustimmung sichert. Infolgedessen meldet die Chicago Tri­büne, daß eine radikale Durchsicht des Vertrages sehr wahrscheinlich wird. Die Engländer haben die «bucht angekündigt, den Vertrag elastischer z gestalten, d'e Italiener äußern sich in demselben Sinn« und hie ameri­kanische öffentliche Meinung, so sagt das Statt, ist ebenfalls für eine «bänderuna gewisser Be- stimwungen deS Friedensverftages.

Gegen die kntwaffnung.

Eingabe des Pommersche» Landbundes.

(Privat-Telegramm.)

Stettin, 2. Juli.

Der pommersche Landbund hat an den Reichskanzler nachstehendes Telegramm ge­richtet: In dem Verlangen der Entente nach Be­seitigung der jetzigen Sicherheitspolizet sieht der pommersche Landbund eine weitere Maßnahme unserer haßerfüllten Gegner, das durch den Friedensvertraa wirtschaftlich bereits zu Tode getroffene Deutschland völlig den un­ruhigen Elementen und damit dem inncrn und äußeren Bolschewismus auszulieferu. Die pom­mersche Landwirtschaft weiß sich eins mit der gesamten Landwirtschaft Deutschlands in dem Verlangen, daß die ReichSregieruna diese uner­hörte Forderung ab lehnt. Pommern steht fest hinter der Reichsregirrung, wenn sie diese cmpöreiwe Zumutung der Entente zurüüweist und Schutz gegen Plünderung fordert.

Ile Rot der Kleinen.

Zwangswirtschaft und Kindtrelend.

Mus verschiedenen deutschen Städten mehren sich die Nachrichten über Lchensmittelunruben mit bedrohlichem Charakter, di« letzten Endes cwf die Abneigung der Regierung, durch den freien Handel eine bessere Versorgung der Br- vLLerung mit lebenswichtig Nahrungsmitteln zu versuchen, zurückgesührt werden. Auch der »Deutsche Landwirtschaftsraft läßt jetzt durch den Dlund seiner landwirtschaftlichen Körperschaf­ten erklären, daß er Ersprießliches für die off ent ftche Ern tzrung zu leisten imstande sei, wen« man für ihn den Maulkorb der ZwangSbewirt- schaMtng, bis auf die Bewirtschaftung- von Brot­getreide und MAh, abschasfen würde. Lassen wir Sinntal die Poliftk ausschalten und betrach­ten wir unS in Ruhe, ob die regierungsseitig er­hoffte Erleichterung der Ernährung nach Auf- Hören der feindlichen Blockade wirklich ringe tre­ten ist und üb die Zwangswirtschaft uns eine Verbesserung des körperlichen Allgemeinbefin­dens beschert hat. Nun, die Statistiken und Beobachtungen der A e r z t e widersprechen dem. Die malen uns vielmehr mft erschreckender Deutlichkeit aus, welche vernichtenden Wirkungen die jetzige Zwangswirtschaft, di: etwaige Erleichterung! für Werdende, für Ju- gendliche und Schwache, für Mütter wid Zurück- gebliSbene rächt kennt, auslöst.

Es wurden in den letzten Fahren des R ah- oungsmaugels in Deutschland im Durchschnitt sechzigtr,usend Kinder tot geboren, etwr nermundfünfzigtausend Kinder starben im Durchschnitt bereits im erst.n Lebensjabre, ohne daß für vu.se im Gegensatz zur Vorkriegszeit enorme Stttbltchken ein anderer Grüns als der mangelnder Ernährung, hauptsächlich aber Fettmangel, zu finden ist. Es fehlt der deutschen Mutter, die unsere Zukunft und einen gesunden, brauchbaren Nachwuchs sicher­stellen soll, trotz aller Versprechungen der maß­gebenden Regierungsstellen an allem dem, was ein gesundes Kind von feiner Abutter erwarten darf. Nach den sehr lehrreichen 'Ausführungen eineS bekannten Berliner Klinikers weift die

AuS dem ganzen Reiche liegen heute neue Meldungen über Lebensmittelunruhen und Ausschreitungen vor. In Lübeck mW Ham­burg ist die Ruhe fett dem Einmarsch der Reichswehr eingekehrt, dagegen kommen auS West- und Süddeutschland Meldungen über eine Fortsetzung der Kundgebungen. Außer in WormS haben gestern in der ganzen Pfalz Lebensmitteldemonstrationen stattgefunden. In Kaiserslautern, Neustadt und Lud­wigshafen kam eS zu Angriffen aus die Kaufttäude und zu Plünderungen. In Speyer erzwang die Menge t>ie Herabsetzung aller La­denpreise bis auf fünfzig Prozent. Morgen fin­den in den Industriestädten Bayerns Mas-

sendemonstrationen gegen die Teuerung statt der Zwan^witschaft ist eine schwache Vertrö»jJn Berlin bildeten sich gestern abend in der fcntß, denn murr »Abbau* läßt sich alles mög» Nähe des Lehrter Bahnhofes und des Stetttncs

Genf, 2 Juli. (Privattelegramm.) Wie auS Paris gemeldet wird, hat das französische Kabi­nett «n Dienstag beschlossen, in Dpa keiner- leiErörterungenmrt den Deutschen zugu- lass.-n. die über die von den Alliierten festgelegte Tagesordnung hinausgehen. Londwter Blat­tern zufolge haben die englischen Gewerk­schaften einem Antrag, bei Lloyd George int Sinne von Zugeständnissen an die Deutschen tn ?foa hunzuwirken, keine Folge gegel-en. In der Sitzung der Arbeiter-Dereintguny wur^e der von Btrminghom gcsttllte Antrag nickt zur Ab- st-mmuna gebracht. Ecko de Parts meldet: Milltrand sprach in der Kammer: Ucber Deutsch, l.mvs Ansncchme in den Völkerbund würde Spa nicht zu entscheiden haben. Nur dte Ernrl- tuita des finanziellen Vertrags kürze für Deutsch­land die Wartezeit auf den Völkerbund ab.

Belgische Gehässigkeit.

Rotterdam, 2. Juki tErzene Trahtmel- bura.'i Belgische Blätter schreiben: Di- Bevölke- rung und die Hotelbesitzer in Spa weigern sich der deutschen Delegation Unterkunft zu geben. Die Regierung hat Zwanqsreqmsitio- nen vor genommen, um den Deutschen Unterkunft in sickern. Brüsseler Leitungen melden, daß die Belgier für Sva Sevarat-Rnjträgc gestellt hoben, die die Frage der Zerstörung Löwens zur Klarstellung bringen. Die Bclgrer for- d e r n für Löwen allein vier Milliarden Franken, davon zwei Milliarden für die Hinterbliebenen der in Löwen erschossenen belgischen Burger.

Sie Lebensmittel-Unruhen.

Kundgebungen int ganzen Reiche.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 2. Juki.

warten nur auf den Moment, wo die deutsche Reichswehr so schwach sein wird, daß sie hoffen können, ihrer Herr zu werden. Nur die Furcht vor einer starken Reichswehr hält sie davon ab, die Prüde aufs Exempel zu machen Gewaltsame LssizierÄ. nutz Heeresenftassungen fchwäcken daher nicht nur die Macht der Rcgreruua, sondern stärken Mchzch. tig aufs beLenllichste ihre Gegner. Ww Deutsch­land und damit Europa nickt dem Chaos ent» aegenftihven will, muß verhindern, daß die deut» cken Unruheherde zur Hellen Flammte empor» shlaaen. Zur Losung so schwerer Aufgaben, Wft te dre deutsche Reichswehr möglicherweif- er. üllcn hat, sind Polizeikräfte allein nicht geeignet. Tie Polizei uurß die Ruhe und Ordnung amfr recht erhalten Aber hinter ihr muß afö ultimo rttio des Staates die geschlossene Macht bdt Reichswehr stehen. Sehe ich aber von der mili. rär^ischon Seite der Angelegenheit ab und be. trachte ich dir Heeressragen lediglich von der wirtschaftlichen Seite, so muß ich Ihn«, offen sagen, daß ich eine Weitere Verminderung des deutschen Heeres etwa auf hundertfünftig- tausend oder hunderttausend Mann praktisch ein­fach für unmöglich halte. Deutschland steht vor­aussichtlich vor einer schweren Wirtschaftskrise, vor zahlreichen Arbeiteremlassungen, vor znneh. menL-er Arbeitslosigkeit. Sollen Wir da einfach hunderttausend Mann auf die Straße setzen, wenn wir sie wirtschaftlich nicht veesowgen kör», nen? Dos kann kein Mensch verantworten. Deut, die natürliche Folge wäre, daß diese gewaltsam EnÄassemm sich in die Reihe der Umsturzparteimz bereden würden mit der Absicht, deren Pläne nunmehr zu unterstützen. Die Folge wäre da- Chaos. Man muß in vollem Ernst diese Vev, hältnisse in Rechnung riehen und nichts Unmö» ltckres von uns verlangen. Nur auf diese Weise, das heißt wenn Deutschland ein genügend star- ks Hecr behalten kann ist jene enge wirtschaft, licke Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich möglich, die ich als Ausbarnniniftei ft> sehr erstrebt habe und für die ich auch heut» noch voll und ganz eintrete, soweit ich dafür ru betracht komme. WaS die Abrüstung b» trifft, so haben nickt nur Llovd George und Churchill, sondern muh zu meiner Freude fron« tRische Stimmm anerkannt, daß es uns damit Ernst ist. Wir haben beim WaffenMstan» auSgeliefert: 5W0 Kanonen und 25 00k MasMneng-ewehre: wir haben zu: Zerstöruna übergeben' eineinhalb Millionen Gewehre. 40000 MaichineiMwebre, 35 000 Geschütze und Geschütz« rohre, 28 Millionen Gtwrehrpatron«, riesig, Mengen Artilleriemunition Wir haben die d-mt- schen Luftstleitkräfte völlig aufgelöst, bis auf siäbeia Seeftugzeuge. die zurzeit noch MrnA, suchen. Alle Luftschiffe sind der Enti-nte zur Ber« fstauwg gestellt. SÄmÄrcke Anlagen Mr Hersts , Vat.c von KriegSgerät sütd auf die WtiNben» WirHchaft umg'stellt. Die «nfcrtigwng Vov Kriegsmaterial ist nicht me.hr möglich. Freili-*

Entwaffnung unmöglich.

Gefahren einer Maffen-Sntlaffnng.

einer UnttrreBung Mit her eafele» Sr»<h»i«tzten Aber >ie b»n bet entent« «eforberie «nttteffnuneeuiWanb». «r ertiarte bi« «»«fiihrnng f»° nnmfttich.

Dr. Gehler führte in dieser Unterredung un- ter andcrm folgendes aus:Wie Sie wrsiei^ o** steht das deutsche Heer zurzeit aus zwechrmdertz« muftnd Mann, dessen Zusammen>ctzmrg mi et» leinen dem General Rollet wohl beLumt rst $6*

Pobk weiß, daß es nur durch Arbcrt au# der gegenwärtig schwierigen La«^ emoEkommeu umid daß e* nur durch vermehrte Provukiwn d«tz Verpflichtungen Nachkommen kann, dte tbm Ht Friedorisvcrtrag auf materiellem Gebiet auferk-ch hat. Voiwussetzung zur Arbeit ist .wer Ruh« und O r d n u n g 'm Lande. Hierzu bedürfen Wut eines Heere« von zw-ihunderttausens Man», Hunderttausend Mann sind nach detz Erfahrungen der letzten anderthalb Jahre nicht ausreichend So brauchten wir zur Nieder. Werten« der Unruhen in Berlin im Marz 1919 fünfuinlddiei ztgiausend Mann, im Aprtl 19)9 ZUG Niederwerfung der Räteherrschafr ^rn Munch:« dreiunddreißigtausend Diana, tn Hamburg int Jnli 1919 munz-hntansend Alann und im Ruhe, gsbiet tat Frühjahr 1920 vierzigtausend Mmn, tzsnö wie zu erwarten, mehrere Austuhrherdtz aleichzeftiH zu bekämpfen, so ergibt sich schon aus diesen wenigen Zahlen, daß ein Hunderitaniend. Mamv-Hser nicht genügt, wenn nicht toette TeSe des Reiches von Truppen ganz eMdlotzt werden °ik- Umstand, der d-r grcpteii @3* fahren nach sich ziehen kann. Deutschland gleicht einnn mächiftg-cn Vulkan, der noch keineswegs zur Mche gekommen ist, noch haben gewiss» Dolkskreise die Hoffnung nickt aufgageben di« bestehenden Verhältnisse g>waltsam zu andern, das heißt die Revolution rückgängig zu machen ddor writer zu treiben und auch in Deutschland die Räterepublik nach russischem Muster aufturichten. Jene Kreise, die die deutsche Verfassung stürzen wollen.

einen freien Handel das besser zu nwtrten, was uns der äußerst kostspielige Apparat d°r Zwangswirtschaft bis jeyt bescherte? Man steht eS in dicftn Tagen gerade sehr deutl.ch, daß es viel besser sein könnte, denn die ersten Möglick- keitzn deS freien Handels, praktisch in die Er­scheinung zu treten, endeten mit einem groben FtaSko der Zwangswirtschaft. Für Millionen mid r.vchmÄs Millionen aufgespeicherte Waren müssen jetzt infolge Auftretens der Konkurrenz des freien Handels Preisnachlassungen gewährt werden. Umsomehr, als der freie Handel zu billigeren Preisen eine viele bessere Qualität zu liefern in der Loge ist.

Was der Regierung mit enormen Mitteln und unter Einsetzen großer Zuschüsse nicht mög­lich war, das ist dem freien Handel b-tt schleckten Valutaverhalin isscn mit viel geringeren Kapi­talien gelungen. Wir haben dies bei den frei» geyeben-cn Hülsensrüchlen. bei Reis, Schokolade, Kcckoo und ähnlichen Artikeln des täglichen Be­darfs gesehen. Der bereits zugesagte Wstrn