Einzelbild herunterladen
 

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

10. Jahrgang.

Dienstag, 20. Juli 1920

Nummer 169

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Die Nachwirkung der Konferenz.

tag tritt am 28 Juli zusammen. Fast alle gro

!SN

Die KohlennoL in Sachsen.

Die befriedigten Alliierten.

Eine neue Konferenz.

er» überlassen. Vertretern und Abordnung der

Zwischen den bolschewistischen einer inzwischen eingetrofsenen L!ta -er herrscht Einvernehmen.

Prinz Joachim ficht im dreißigsten Lebens­jahre. Er hinterläßt seine Gattin, eine ßefcorcne Prinzessin von Anhalt Dessau uns einen drei­jährigen Sohn. Der Prinz weilte vor dem Kriege als Rittmeister unb Eskadronchef der 1. Eska­dron des Husarcn-Regiments Rr. 14 in K a s s e l und bewohnte nach seiner Heirat das Prinzen-

Tivision an. Zu Beginn des Krieges erlitt er durch Schrapnellschuß Verletzungen.

ßcn Parteien des Hauses habe» Anfragen an die Rcichsregierung gerichtet, die sich auf die Konferenz in Spa beziehen.

Li, Itafhier N,u«sl«n Nochrichlrn erf*einen rood) entliefe ftd)«mal unb zwar abenbS. Der «boimementiorel« betrügt mcnatl. 5.00 l'lart bet tretet Zustellung in« fau*. Bestallungen werben nberzrit von bet Selchäftrstelle ober ben Boten tntgegenger muten. Studetet, Vertag unb Bicbattton. LchlachthoMrare 28/30. güt MW erlangt :tngefanbte Beiträge tonn bte Redaktion etne Verantwortung ober «-wahr in feinem galle übernehmen. Rückzahlung des Bezugtgetbe« oberLntprüchewegen elroaigeitütfetOtbnung8mä6tger Steferung au&gef^loflen.

Keine deutschen Offiziere.

Kopenhagen, 19. Juk i (Eigener DraHtbericht.l Kiner Meldung aus Moskau zufolge demen­tiert Trotzky in derPrcnvda" die Gerüchte, daß deutsche Offiziere im bslschervistifchrn Heere am Kampfe gegen b'e Polen beteiligt seien. Ten Oberbefehl neu»«. Polen führt der 27-jShrige Tongaschewski, der unter dem Zaren als Leut­nant diente.

Genf, 19 Juli. (Eigene Drah»m.»cdung.) Havas zufolge findet d:e neue Konferenz in Gent in Belgien nach dem 8. August statt. Außer den Wiedergutmachungssragen wird auch die Aburteilung der Kriegsschul­digen zur Erledigung kommen. Für diese Genter Konferenz liessen schon jetzt Mindest­forderungen der Alliierten vor. die bereits

gnferttontpretfe ») Einheimische Aufträge: Tie etnfpattige «nzeigen»Zeile M. LOO, Me einspaltige ReNamejeUe M. 2.5a b) StuSrotlrttge Aufträge: Die einspaltige Ilnzetgeniei!« M. 1.20, bte einspaltige Rellamezetle M. 2.75, alle« einschlietzttch Teuerung«,Uschlag unb Anz-tgensieuer. Für bte Richtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegebenen Anzeigen, sowie für Auinahmebaten unb Platze form etne Sewäht nicht übernommen werben. Druckerei: EchIachth0fstr.2S/3U. Sekchästrsielle. «älnische Dir. S. Telephon Ar. 051 u. ML

Prinz IsllÄiA vonAeuße«.

Selbstmord des jüngste» KaifeesvhnrS.

(Privat-Telegramm.)

Berlin. 19 Juli.

Prinz Joachim von Preußen, der jüngste Sohu de« Kaiserpaarcs, hat am Sonntag mor­gen die Waffe gegen sich selbst gerichtet. Die Ver­letzung, die er sich zurog, war so schwer, daß er einige Stunden darauf verschied. Die Tat geschah in einem Anfalle von schwerer physischer Störung, hervvrgerufen durch den Truck allgr- weüter und persönlicher Schwierigkeiten. Es wird unS dm über gemeldet: Prinz Joachim hatte «nn Freitag spät abends noch den Besuch eines bekam te» Berliner JustizratcS empfangen, dein er sein Testament üb.rgab Nichts denrcte in seinem Benehmen darauf hin daß er beab­sichtigte, aus dem Leben zu scheiden. Am Sonn­tag früh übergab der Prinz seinem Diener eine Anzahl Briefe zur Beförderung, darunter solche an seine Eltern, woraus er die Tat beging.

Nach der Kouserraz von Spa,

Besprechungen im Reichskabinett.

(Privat-Telearamm.!

Berlin, 19. Juli.

Reichsminister SimonS begab sich sofort nach der Rückkehr a»S Epa vom Bahnhof zum Reichspräsidenten. Später sprach der B'zepräsi- dent deS Reichsministeriums, Justizmlnistcr Dr. Heinze, beim Reichspräsidenten vor. Beide er. statteten ausführlichen Bericht Liber die in Spa geschMffeue Lage. Heute nachmittag tritt daS Kabinett xit einer Sitzung zusammen. Die aus Spa zurückgekehrten Minister nehmen daran teil, folgendes Programm wurde für die näch­sten Tage sestgelegt: Heute und morgen nimmt das Kabinett die Berichte über die Beschlüsse von Spa entgegen. Fkr morgen atzens ist eine Sitzung deS Reichstagsa-isschufles für Aus­wärtige Angelegenheiten in Aussicht genommen. Am Mittwoch kommen die Minfter- präsidenten der Länder zu einer Sitzung zu­sammen und am Donnerstag finden Despr-chun- gen über die Wirtschastssragen im Ausschuß

Stellungnahme der Bergleute.

Berlin. 19. Juli. (Privattelegramm.) Die R e i ch s r e g j e ru n g hat die Vertreter t>ci drej Bergarbeiterverbände de« Ruhrgebiets für diese Woche z» eltrt Besprechung nach Berlin berufen, um über die durch die Brryflich. tungen in SP« notwendig gewordenen Liefern», gen neue Vereinbarungen mit den Bergarbeiter» M treffen. Die bisherige monatliche Ablieferung an die Entente ist durchweg 25 Prozent hinter der von der Entenie geforderten Mindcstlieserung zurückgrülieben. Dem Courant zufolge erklärte der »ergarbeiterführer Huö vor feiner Abreise aus Spa, daß die Annahme der Kohlenbedjngun. gen der Entente für Deutschland das Grab des Achtstundentages bedeute.

Ieittfche Schiffahrt.

Merkwürdiger britischer Geschäftsgeist.

Me vor einigen Tagen gemeldet wurde, ist von enylistbcr Seite de ul sitzen Schisf.ihrtstreisen der SSorfdtop gemacht worden dicjcniz^.i deut­schen Schiffe, die als Entgelt [in bx Vee- ienLunz der Kriegsflotte bei Skapa Flow ausge- liesert werden mußten, an Deutschland unter ge­wissen Bedingungen zurückzugeben Es hanldelt sich hapnächlich um Handelsschiffe, bu ter ,Hamllurg«Ameri!a-Linie' gelusert werd:» sollen. Es Hatzen bereits, wie wir vsrnchmm, ülber diese AnKel-genlseit nähere Vethandlun-sm stattgefunden, die von Vettrauenspcrsonm go- fichtt war een ssi-d Die englischen Bedingungen sind allerdings zum Teil ncht eigenartiger R-i- iur. In erster Reih.- wird eine Bezahlung der Schiffe zur BobiNMvg gemacht. Tanrit kann man im allgemeinen einverstanden sein, da der Bau neuer Handelsschiffe heute nicht nur sehr teuer ist, sondern auch infolge der Mangels an sehr vielen wichtig..n Rolirnateri rl-en ziemlich langwierig ist. Der deutsche Handel braucht aber schnell Beförderungsmittel, da beim Handel schneller Umsatz oft von größter Bedeutung für den Mw mn ist.

Unverständlich ist aber eine weitere Pc den-

Genf, 19. Juli. (Eigene Drahttwldung.) In der letzten Prcffekcmf-.renz in Dpa erklärt? Millerand: Tie Wiedergutmachung durch Teuischland wird nicht in bar, so-ivrn in Pro-- dutteu, Waroultefcrungen nnd anderen Guchwre- ten erfoSßen. Dt: Ergebnisse von Sp, sind für Frankreich befriedigend, da sie Fra-nS- rcich freie Hand gegeben haben TerDaily Telegraf- meldet, daß im britischen Parla­ment sowohl die Liberalen wie die Arll ssk.rPar­tei keinerlei Antrag n wegen der Beichrüssc von Spa einllringen werden. Beide P.rrt'ien stim­men d« Haltung EnglanidS auf der Konferenz zu

scn, wenn niemals nn dcutsckfes U-Boot eng­lische Schiffe ve> senkt haben würde Alles bat den Vrtten n-ichts genutzt. Die deutsch! Flrgge zeigt fid> wied:r auf den Meeren. Wte sie dem­nächst vor Hcboken wieoer aufiaucheu wir!', so wird sie a>d> in ben Lapltta-Häien. i;i San Frrinz'eAo, tu Sansibar, in fssekohama, in Sid­ney und vor Kapstadt crscheure«. W. W.

DreSden, 19 Juli (Privattelegramm) An hiesigen amÄichen Süllen Herrs,vt in d-r Kohlen- frage fol-gende Auffassung: Sollen die K o h - le ti11 efern u a c u nn Sachsen auS dem Ruhrgebiet infolge der AnsoiderWegen der En­tente unterbleiben und sollt - Sachsen noch für andere dtuisebc Bezirke Kohlen liesrrn, so müßte tie sächsische Fndu strie vollkom­men z u s a m m c n b r e ch e n. TaM ist zu bo»

,üSsichtigen, daß die Ziffer her AtlleiMost-» in Dachs«n größer ist als tu irgend einem anderen deutsche» Fiidnstriebezlrk Ebenso ist zu berück- stchtiyen. daß die sacksische Ernährung in hohem Maße von geregeltem Eisendahnverkchr .rbhängt.

Seelischer Zusammenbruch.

Berlin, 19. JuK (Privat - T <egra-mm.) Der Grund für den Selbstmord des Prinzen Joachim ist, neuere» Berichten zufolge, in einer völlige» Zerrüttung des Nervensystems zu fmfyen, hervorgeruscn durch bte Folgen feiner Verwundung im Felde und durch den infolge r.tr Revolution verursachten feelischcn Zu f a m m e n b r u ch Hinzu kam daß die Ehe des Prinzen eine änßeist unglückliche gewesen fein fall und die Prinzessin vor etwa Jahresfrist un- tiT Zurücklassung ihres Kindes das Haus verließ. Das Prinzcnpaar Eitel Friedrich hat den rtrina» Sohn Karl Franz zu sich genommen. Prinz Jo. achim litt förmlich an Verfolgungswahn. Er hatte die fixe Ides, dtzs; rr ans feiner Billa Lieg- nitz vertrieben werde» sollte. Das war aber aus­geschlossen, denn die Villa war dem Nießbrauch deS Prinzen überlassen. Sein persönlicher Be­gleiter war in ter letzten Riit der frühere Kom­mandeur des Militärwaifenhaufes, Oberst von Steuben, von dem man einen günstige» Einfluß auf den Prinzen erhofft batte. Die Beisetzung findet morgen, Dienstag, früh 9 Uhr im engsten Familienkreife in der Friedcnskirch: statt.

Sfr-Ägömf, btr Deutsche Flagge von den Meeren M verbannen oder dauernd in eine bescheidene Rolle zurüctziwränge», sch-int durch das Allkom- men jetzt gefLtzrder. Wenn sich dentfche S'.ttüch- ligfeit und dcut'che SchiffSbrutechmk mit der wirtschaftlichen Energie der noich.nne^kanischen SchifslchttsMfellschafltn Verbünden, so hm Evg- lmtd dem nichits Gleichwertiges gegentiberzusiel- len. Um daS dcutsch-amerikamsche Verhältnis dfrärtbaura. haben die Briten ihre Zuflucht zu dem vigerwrtigeti Mittel genommen, den deut­schen Reedern die deuttchen Schnsc zum Rück- kmts anjitbictcn. Mer durch die Flazrgen-Klausel soll erreicht werden, daß die deutsche Flcrzcr- noch für einige Zeit tont Meere seinbleibt.

Die Hamburger Reeder, denen die britischen Schiffechrtskreis« das Angebot machten, kxrveu die Klausel ohne weiteres abgelehnt. Mr müssen unsere Flagge z-ige». wir müssen überall Knulde geben, daß Deittsclilond nicht von tm M^even verfchwniidcn ist und auch rtldfyt ver­schwinden toi cb Deshalb ist mit der Harriman- Linie Vereinbart worden, daß bte für deutsche Rechnung fohrenden Schiffe unter deutscher 1 er ff 5 e stg:ln. Was den S'rttrn weiter an dem MkcmMen mißfällt, ist, daß die Deutsch-» im Verkehr trttr dc» Bereinigten St taten gewisse Vcraüistzgurren genießen werden Weiter fiirch. tert cie Eirglai-der, daß, wenn die Deutschen den Wettbewerb zur See mit ameMrmfichen SchiffahttKgcsscllfchaslen ansnehmcn, in absehba­rer Zett die Alleinherrschaft der Briten bedroht wird. Der Krug ist ja nicht zui» Wenigsten da­für geführt worden, um dr- deutsche Seegektung zu vernichten. En-pland will keinen Wer.beweob, will das ungeheure Geschäft der Siefracht »tüg- kichsi allein machen.

Gewiß war brr englische Schiffsraum vor dem Äricae um ein vielfaches größer als der dontzsche. Aber Deutschland ho'tc von Fahr zu Jahr mehr auf. Im südamerikanischen unb ostasiatisch en Schiffsverkchr war der deutsche Wettbewerb schon recht sühLbar gewor­den. Der Hasen von Tsingtau bot in Ost-vsien eine unvergleichliche Stütze Je mehr China er« schlossen wurde, je mehr dic fruchtbaren mittle­ren Provinzen dieses Reiches sich entwickelten und Anschluß an den mternsiionalm Verkehr suchten, dtsto glänzender nmßte sich die Entwick­lung Tsingtaus gesiatt-n. 6 in* unbedingte licberlegenbeik hatte sich Deutschland bereits int Passagiervcrkehr aestchrt. Es ist noch m der Erinnerung, wie die großen deutschen Sckiffahrtsssesellschaftcn vor oem Kriege alle Energie misxannttn, um noch mehr in bte Frachtgeschäft tzmeinzukomm.n. Alles das hätte wohl noch Indre gedauert, aber am Hori- zottt der Ztmkunst war damals der Zeiwunlt zu eiüennen. cm dem die deutsche ©mtMSfiotte der britischen ellenve.it !g sein toüroe Die deutsche Schiffochrtste-tznik bot dafür bi» Gewähr, olms doß England daS roieffam hindern konnte. So _____ .,.u. ___,.v ..._____

blieb Engle.nd nur noch das Mittel des Krieges, fotberungen ber Alliierten vor, bie bereits imi bie deutsche Gefahr §u beseitige». Wir hat-'in Spa beschlossen worden sind. Eine Herab-

ratr.0, daß bte Schiffe mehrere Jahre die eng­lische Flagge führe« sollen Diese Vorschrift ist mir ber Würde unb der Bedeutung ber deut­schen Handelswelt und der deutschen Weltwirt­schaft, bie btr dem Kriege mit nu erster Stelle stand, unvereinbar. Die Engländer sollen dcm Kermhmen nach bereits auf diese Vedin- e verzichtct haben Eine endgültige 3ieac-

_ ist bis beute noch nicht erfolgt. Es ist aller begründete Aussicht vorhanden, daß tin Weg ge­funden wird, der auch für die deutsche HanDels- welt gangllar ist. Der Grund für bas englische ,@nige>0eTifcmnten* ist einfach darin zu suchen, daß bas Abkommen der H a mbur g-A m c- rika-Linie mit dem amerikanischen Harriman-Konzern ben Engländern sehr u-tätige- nahm ist Man bedenke: Eines der englisch- Krisgsgicle, btr deutsche Flagge von den Meer-

Jas Paviergeld.

Sei« Einfluß ans die Teuerung.

D-t« toeUcce «rucStn een ^c.frirrgelb W »rt beutle« fftnanjecttsnUnng f*»K 9»oje «»eae

Weil beer» fei« Bernt-tzrung den Selb, neben Me Möstt«bt«>» Mr EtnUftlng immer p.t- »sieb. eat*6«t werben in fett» «ach. stehende« einige »nttceffante eingaten gemaeM.

Der letzte Rerchsllmtkauswcks zeigt wieder eilte bedrohliche Vermehrung unserer UmLruss-- mittel unb führt uns daS Glend unserer Papier- y geLMÄtsthaft besonders deutlich vor Augen. ES erscheint uns ja affiS noÄvendig, daß durch bas immer größere Anwachsen ber prpierncn Zah­lungsmittel Vie Kaufkraft des Geldes f in« k e n und daher die Preise weiter mid weiter steigen müsse. Wie ber bekannte Münchener Ra- tionstökonom Prof. Walther Lotz in einem so­eben erscli-ienenen Buch über das P-tpie-raeD be­tont, ist bttS ober nicht unbedingt der Fall. Wohl ist es eine alte Bcobachtung. daß bei s-chr großer Steigerung -des Umlaufes an mirMlöslichem Pa­piergeld affe Warenpreise zu steigen pflegen. Aber sorgsälttge Fo-rfchnng.m, wie sie betotiders au dem Papiergeld in Oesterreich während des langen Zeitramnrs von 1843 bis 1880 angestellt worden sind, hallen gezeigt, daß sich dir Sache nicht so einfach und mechanisch allspielt. Es läxt eh Vcnoch keineswegs beweisen, daß die Preise r Waren mit der größeren und gertingcren Menge des Pafnernmlaufes entsprechcnv empor« iwjb heruntergehen; vielmehr bat sich gezeigt, bc-ß-ere Umstände die Kaustraft drs Papi«, gelde-s stärker beeinflussen als seine Vermehrung.

Wie politischen und finanziellen Ereignisse spielen in einem Papiefwäh- ru ntzslar.de eine viel arößcre Rolle, als in einem &irtbc, das cim gesicherte Gow-w-Shcung besitzt. Auch nach der Aus-gabe uneiniöslichen Papicr« geföeS blecht das Gold nach wir vor der We ti­me ss er. Deshalb ist bei uns noch iinmer die Goldwark, brcn jcde 1/1395 Pfimd Feingold be­bautet, maßgtbend, obgleich Wir wrch Papicrmark rechnen und bezahlen. Die Kauskrast der Pa« biermait schwankt je noch der W-ahrschei-nlichkeit, ob die Zettel einmal früher ober später zu ir­gendeinem Kurs iber zum vollen Nennwert in -Edelmmstall ein gelöst werden kön-o-nt. So muß also jede politische Wolke am Horizont, jede bedrohliche wirtschaftliche Mahrrchme die Hofs- natittg ans Einlösung in Bar beso-iderS find ver- tingrrn. Freilich setzt aller auch die sehr starke Vermehrnng ber Zettel die Hoffnung ans Ein- löswtg in Bar -um vollen Nennwert immer mehr herall Aus diesem Grunde ist auch bie Steige­rung dts Umlaufes von uncinlöslrchet. Zetteln ein sehr tzemirnhigendes Zeichen, wenn sie auch in der SS.ir.irung ber Popi-rmark nicht aus­schlaggebend ist, und die Tatsache bleibt bcstehett, daß et ft eine namhafte VerminveMMig der vor­handenen Papicrgekdmasscm erfolgen muß, bevor an eine Gefm.dung unserer Finangrn gedacht werden kann.

Irr russisch vsiriische Kamps.

VerßandlstFige« mit den Litauern.

(Eigener Drahtbericht.l

Sowno, 19. Juli.

Zwischen Litauen unb ben bolschewistischen Vertretern find Verhandlungen angebahnt wor­den, um die Uebernahme der Stadt Wilna durch die Litauer herbeizuführen. Alle Anzei­chen deuten daranf hin, daß die Volfchewifte» Wllna wieder räumen und es entsprechend den Vorschriften des Friedensverttagrs ben Lila».

Ein Waffenstillstand?

Paris, 19. Juli (Eigene Drahtmeldimg.) Der Pariser Erfeiiurm ncchm einen Firnkspruch aus MoRau auf, wonach bi» Vorihmicu bei roten Armee Brest Litow sr »efetzt haben. Der Moskauer Sowjet hat den Antrag Polens aus einen Waffenstillstand mit ISO gegen 128 Stimmen angenommen. Trotzky erklärte sich ge­gen einen WwffenfnUta nd.

len unsere Handelsflotte auch daran gellen müs-tsetzung dieser Mindestforderungen infolge deut- scn. wenn nt?mals >in dcutickies lU9<ne>t -mo-ischer Gegenvorschläge erscheint ausgeschlossen.

- itzanS in der Oberen Königstraße. Im Kriege des RcichSwirflüiaftSrmes statt. Der Reichs- wurde er Major und gehurte beut Stabe der 23.

Preußen» »ersasiunzrentwurs.

Beratungen int Auösklsiiß

Der von der preußischen Regierung vorgÄegte Veifassungs-entw-urf für Preußen hat in ben Äusfchußlleratn:bgen in erster Linie nicht unw>> senllich-e NbönLeiungcn erfahre». Eingosügt wurde vom Ausschuß das Volksbegrhreir null der Volksentscheid. Das Recht der Buflcsung des Landtages, das bie Rog/a« lur.g baut Staccisministerinm zugestehen sollte, soll nach den B.'sMüffcn des Ausschusses nur dem Landtage selbst oder dem Volke znstehen. Die Ansickteir, über ben vom Ausschuß eingefügten Staatsr-at gehen noch weit auseinander. Währcnb die Soziald-nnokrÄen uttbedirogt am Einkammersystem fssthoL» ten, fordern R«li-te und Zentrum zwar K-munren. Die Regierung hatte w-enigstens für die Finanz« frage», eine Art Zweikmnmer. einen »Finanz- rat', vor geschlagen, ber bei Gesetzen von fuKenyi- effrr Belleuinng Mitwirken sollte.

Die Mehrheit des Ausschusses hat soavohl den FttMnzr-ah als auch das ZweikaMw:rfyste n ahgelehnt und statt dessen ben deschlch'.

scn. b»r ähtckich nne ber Reicksrat bie Lände« 6ei Gesetzgebung und Verwaltung des Reiches, die Provimizen bei Gcsctzgellnng und Derw-rwmz des Staates, vertreten soll. Den Sox.aldomc«ra- ten gehen die BefttMisse des Stottsratss zu wert, dem Zentrmn. das bekanntlich eine weit­gehende Provinziasturto:u>mie amstreht, genügen sic nicht. Heller diesen Punkt konnte bte bSheii- ge Iisgierungsloalition in die Brüche gehen. HinsichÄtch der Seldstverw altung har der dlusschuß den ProvinziattanlllLK« llestmmÄe Rechte verfassungsmäßig gewährlrrsttt, vor «Sem die ZrÄassunq einer anderen Unterrichts» frage neben der deutschen für fremdfprachftch- VoMtette. Vordedingung ist afferdinM eine demokratische Zusammensetzung der Pvovinztal- Icnbfage. Deshalb hat er das JnkrasÄreten der Vorschriften üller den Staatsrat unb die SÄbst- jocrv-c-lltung hinausgeschoben, bis die Provinzial»