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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Nummer 202.

Fernsprecher 951 und 952.

Donnerstag. 2. September 1920

Fernsprecher 951 urtd 952.

10. Jahrgang

Schwere Gühneforöemng für Breslau.

An mutiger Mann.

aÄiniftec Giesberts und die Post.

Es gxhörr in der Tat in der heurigen Zeil ein großes Quantum Mut dazu, Minister zu gn. Don den politischen und Wirtschafts-Krisen, » leiderd fett nahezu. zwei Jahren durch das Land brausen, gar< abgesehen, inutz man heute als Minister auch wegen der trostlosen Finanz läge Deuischlanst-s ein mutiger Mann fein. Jc- deichrlls sitzt es sich bequemer in den Kabinetts-^ fesseln der Staaten, die des Krieges Furie nicht berührte, ctks bei uns. Und unter den mutigen Mcinist er-Mannent steht Herr Giesb erts an vci Spitze. Geradezu fürchterlich und orschüt- rcrud ist die Finanzlage feines Refforts, er jong­liert dauernd mit den Milliarden, die sich, kaum daß er sie festgestellt, schon wieder als Fehl­betrag vermehrt haben. Tas zu ertragen, ist unzweifelhaft nicht jedermanns Fall, und ein solches Amt verwalten, hat eiserne Nerven zur Voraussetzung. Vor nicht allzutanger Zeit haben wir schon einmal auf das große Finanz- Elend hingewiefen, unter dem unsere ehemals so lebenskräftige Reichspost hoffnungslos dahin- fiecht. Und heute muffen wir schon wieder ein>:r Jeremiade des Herrn Giesberts Erwähnung tun, die er dem Vertreter eines Berliner Bla:- tes gegenüber sang, indem er sich über die Stei­gerung der sachlichen und Personal-Ausgaben bei der Reichsstostvekwaltung ausließ. Es sind ebenso lehrreiche wie betrübliche Zahlen, die man da verui-mmt. An dauernden Ausgaben im Etat von 1914 standen 749.50 Millionen, die sich 1920 nach dem ersten Entwurf des Haus- haltÄplanes auf 4409.9 Millionen, nach dem zweiten Entßmrrf auf 5453,4 Millionen Mark stellten W.-r Augen hat zu fehen, der sehe, und wer ka»! ftnänn isches Empfinden Hai (besondere Kenntnisse des Kaufmanns gehören nicht einmal dazu), der ziehe seine Schlüffe.

Es ist. wie bemerkt, geradezu erschütternd, den Niedergang, der eigentlich doch schon Zusam­menbruch bedeutet, eines Verkehrsinstituts vor Augen zu haben, das beispielsweise noch im Jahre 1913 einen Ueber schuß von 105 Mil­lionen Mark batte. Heute befragt das Defizit mehr als eine Milliarde, also mehr als tausend Millionen Mark. Dos ist ein geradezu tragisches Ergebnis, uuiijio tragischer, als es sich in schnel­lem Tempo verschlechtert. Ms die dauernden Ausgaben bei der Verwaltung der Post sich in schier ungeheuerlicher Weise mehrten, griff der Epigone Stephans ein. itttd zwar mit sehr ein­fachen, ganz nahe liegenden Mitteln: Er erhöht, das Porto, dann erhöhte er es noch einmal nut dann noch einmal. Nun muß es dochflet&n*, dachtzll er sich und war froh, den Postkarren aus dem Treck geschoben zu haben. Und als der Bries vierzig Papierpfennige kostete und die Postkarte deren dreißig, da verschnaufte Herr Giesberts, unid just als er sich den Schweiß von seiner Srtolerfttrn gewischt, da kam ihm der Gedanke, einen Pump bei den Fernsprechteilnehmern auf- B' men, und da mußte jeder, der über einen verfügte, tausend Mark zu vier Prozent geben. Und dann wurde das Telegramm ver­teuert, und das Gespräch, das man bis dahin so billig durch das Telephon geführt, wurde zum LuxiE-Ärttkel erniedrigt, kurzum: Revision aller Tarife war die Losung, und Befreiung aus dem Zustande des Bankerotts das Ziel. Hat man dieses Ziel erreicht? Im Gegenteil: Ferner denn je ist es heute, und Herr Giesberts seufzt unter der Wucht der Ausgabe, das Fatz der Da- uaiden zu stillen.

Nach den Ausführungen, die der Postrninister weiter machte, sind die Persoualausgaben von fünfundsieibzig Prozent auf etwa sechsumdachtzig Prozent gestiegen. Tie Ursache hierfür fei die große Zahl von Aushelsern im Unterbeamten­verhältnis. die nach dem Kriege, als die Beam­ten aus dem Felde zurückkehrten, zum Teil in den Betrieben überzählig geworden seien, aber infolge Einspruchs des Demobilmachungsam'.es nicht hätten entlassen werden können. Es han­dele sich um etwa vierzigtaufend Leute, die zwar in der jetzigen Urlaubszeit voll beschäf­tigt seien, nach dem Herbst jedoch voraussichtlich nur noch vier Lage in der Woche würden ar- bctten können. Die Bezahlung dieser Hilfskräfte betrage allein vierhundert bis fünfhundert Mil­lionen Mark im Jahre. Dazu kämen, fo führte Giesberts weiter aus, die allgemeinen Mehrauf­wendungen infolge Jnkraftrrcrens des Achtstun­dentages. Soeben habe er wieder einen erhöhten Tarifvertrag mit den Telegraph-n-Arbeitern ab» schloßen muffen, und jetzt verlangien auch die Verwalter der Posthilfsstellen, die bisher säst nur ehrenamtlich arbeiteten, eine Gehaltserhöhung. Durch diese Aufwendungen werden die Mradezu phatrt«tstcheri Fehlt ettiiae bei der Post natur» gemäß nicht verringert. In immer größere Ne- beyittte rückt die Möglichkeit einer Beffenmg der gaffij zweifellos völlig uichrlfbaren Verhältnisse.

Es tft ein alter Ersah rungssatz an fanfiuän- fchschen Leben, daß in Zeiten rasch auscinanSw- si-bgender Preiserhöhungen das Publikum nicht in i®*8 Märchetchrnd folgt, sondern an einem

gewissen Punkte protestierend stille steht. Eisen- iahnen, Straßenbahnen und Berkanssgeschäsle können davon ein ttaurig Liedlein singen. Mögen auch aus den erstengüttrieb* nicht allzuviele FernsPrech-TiÄnehmer ihren Apparat aufgcgeben haben, vermehren wirb sich ihre Zahl sicher auch nicht. Gerade in der Vermehrung der Kundschaft liegt alber der Begriff des aufftcigen- den Geschäfts. Das Bestreben, der Finanzkalami- tät nur durch Erhöhungen der Tarife zu begeg- ncit, endet schließlich in der Sackgasse, aus der es kein Enttlnnen gibt. So im Sebera des Einzel­nen, jio im Dasein des Staates ... So steht Herr Giesberts vor einer unübersteigbaren Mauer. Wir beneiden ihn nicht um fein »Porte- keuille* Denn es ist ein Kreuz Postmirai- ster zu fein. ***

Unterhandlungen in Berlin.

(Prtvat-Telearmnmsi

Berlin, 1. September.

lieber die Note der sranzöfischen Regierung zu den Breslauer Vorgängen ist gestern nachmittag in einer Sitzung des Reichs- kabinetts eingehend beraten worden. Im An- chlust an die Kabinettssitzung stattet der Reichs­minister des Aenßern, Dr. Simons, dem stau- zösischen Botschafter einen Besuch ab, um über Die Einzelheiten der Rote Rücksprache zu nehmen. Wie verlautet, hat der Außeumini ter nicht unterlassen darauf hinzuweisen, daß eine Reihe von Forderungen der französische« RegierutW foschwererNatur feien, daß die deutsche Regierung sich ihre Stellngnahme noch Vorbehalten müsse. Mit diesen Punkten der fran­zösischen Rote wird sich eine heute vorm'ttag zu- ämmentrefenbe Kabinettssitzung aufs neue befasse^ woran sich dann eine Sitzung des Reichstags - Ausschusses für auswärtige An gclegenheiten schließen wird.

Deutschlands Antwort au Frankreich.

Berlin, 1. September. (Eigene Drahtmeldung.s Wie uns zuverlässig gemeldet wird, geht schon morgen die deutsche Antwortnote au Frank­reich ab. Der Wottlaut der Anttvortuote ist be­reits in der gestrigen Sitzung des Reichstabi- netts fsstgestellt worden, vorbehaltlich der sich in den heutigen Berattmgeu ergebenden Zusätze. Es wird bestätigt, daß die deutsche Antwort lei­ne unbedingte Zufttmmmug zu den französischen Forderungen enthält, dagegeit den feftett Willen der Reist)sregierung aus spricht, Frankreich Ge. nuffniung und Sühne zu geben.

*

Auf der Suche nach den Tätern.

Berlin, 1. Septentber. (Privattslegvamm) Aus Veranlassung der ReichsregftriMa hat die preußische Staats regierung befonoere Austtüge zuir Ermittelung der Zerstörer i>es französischen Konsulats in Breslau gegeben. Berliner politische und Polizeibeamte sind gestern abend nach Breslau abgeretst. Die Von Frankreich geforderten diszipltnari- schen Maßregeln gegen den Breslauer Polizeipräsidenten und den Kommandanten der Sicherheitswehr sollen erst nach Anhörung der Beschuldigten erlassen werden.

Polens Senlegier.

Wachsende Einftüffe der KrisgSPartei.

(Privat-T etegramm.)

London, 1. September.

Rach einer Meldung eines Londoner Blattes hat feit einigen Tagen in Warschau die pol­nische Kriegspartei die Oberhand. Die sozialdemokratische Partei verlangt sofortigen Frieden u. Absetzung des stellvertretenden Pre­miers Daszynski. Der Mruifter des Aus - wärtigen ist in einer äußerst schwierigen Lage. Er soll zugleich Frieden schließen, das politische Durcheinander lösen »nd wieder Ruhe schäften. Marschall P i l s u tz k» eeßärtc dem Berichter­statter dieses Blattes, daß das polnische Heer an­gesichts seiner ausgedehnten Front und fei »er nunmehrigen Stärke sich unmöglich auf eine rein defensive Halt ung b c- schränken könne, wie fie vom Drrband ge­wünscht werde. Wenn Polen auf bet Brr bandSliuie Hali mache, so hieße dies, daß Po­lens Ansprück-e mit dieser Grenze erfüllt sind

Au der südlichen Kampffront.

London, i. SeprrniL«. (Eigene Trah:Mel­dung.) Ein Londoner Statt läßt sich aus War­

schau berichten, daß an der südlichen russisch-pol­nischen Front sich neue bedeutsame K ä m Pf e zu entwickeln scheinen Ter Thsch- kowco, 55 englische Meilen nördlich von Lem­berg und 45 englische Meilen südlich von Cholm ist nach neuesten Miteilungen von der russischen Reiterei eingenommen worden. Man Hal! die etzige Bewegung der Straffen für Vorbereitungen zu heftigen Angriffen auf die Geg.'nd nördlich der Festung Lemöerg

Rutzlands neuer Ansriss.

Vor neuen schweren Zusammenstößen.

(Eigene Drahimekdung f

Königsberg, 1. September.

Die Umänderungen in den Grenzwachen ge­gen Ostpreußen schreiten fort, und beweisen ein Fortschreiten: der russischen Osfen- i v e. Auch Angtlstowo ist von de« Russen wie­der genommen. Die bisherigen polnischen Grenswachen sind bis auf Grajewo zurück genommen. Bei Grajewo zeigt sich die Konzen­trierung starker artilleristischcr Kräfte der Polen, was auf den Hauptwiderstand der Polen art die er Stelle und auf eine Entscheidungs­chlacht in unmittelbarer Nähe der ostpreußischen Grenze schließen läßt Aus Reidenbnrg wird gemeldet, daß die Polen nach Janow abgerüdt sind, um in Mlnwa und Braßnitz Verbände zu bilden. In der Nähe von Barßnitz sollen die Russen bereits nieder in schwere Kümpfe mit den Polen verwickelt sein. Gerüchtweise verlautet, daß die deutschen Beamten aus dem Soldaner Gebiet auSgewiesen werden sollen. In der (x?ent> von Biallratten ist neues polnisches Militär eingetrof­fen. An der Grenze herrscht Ruhe. Das Zen­trum der polnischen Armee ist angeblich bis Brest Litowsk zurückgenommen wor­den. Die Russen kücken gegen Brest-Litwosk vor, das von den Polen geräumt wird.

Russische Frontmitte bei Grodno.

Genf, 1. September, (Priüattel^gramnmi l Die Russen sind, Pariser Meldungen zufolge, in die Rjemenstellung bei Grodno ein« gedrungen. Südlich von Grono ist das Vor­dringen der Russen aufgehMen worden. T-e Ausrüstung der Russen ist weniger gut., Fhr artilleristisches Feuer ist jedoch von solcher Stärke, daß man annehmen kann, daß bei ihnen kein Muniitonsmangel herrscht.

Schwere »slsifche Verbrechen.

Die llnsicherheit in Oberschleflen.

(Privat-Telearamm.l

Beuthen, 1. September.

Die Ereignisse der letzteit Wollen wirken ge­genwärtig in der allgemeinen Unsicherheit und im täglichen Verbrechen nach. So wurden ge­stern im Kreise Hindenburg drei Landjäger auf einer Streife überfallen und erschossen Ein Rechnungsführer und ein Lehrer ans Michalkowitz wurde» gestern verschleppt Ihr Aufenthaltsort ist noch unbekannt. Auf den meisten Bahnhöfen, insbesondere in Kattowitz, wird seitens der französischen Truppen eine äußerst strenge Kontrolle und Wafsendurchsuchung oeraenemme». Die Kattvwitzer Morgenzeitung, die einen Tag freigegeben war, ist wieder ver­boten worden. Die Durchftuhuug des Polizei­präsidiums in Kattowitz wird heute von inter­alliierter Seite auf ein Versehen (!) zurück- gcsührt. Im Kattswitzer Kreise ist es ruhig. Der Polizeidienst befindet sich jedoch in den Landgemeinde» fast durchweg tu den Händen der Polen. Eine Grenzkontrolle besteht nicht mehr. Die Grenze ist vollkommen ofteu

e *

Die blaue Abstimtnungspolizei.

Kattowitz, "1. September. (Eigene Trahttne'- d'-Mz.) In den Straßen sieht man bereits di. blaue Llbstimmunq.s Polizei in der Uniform der Sicherbeitsvotizei nut den blaue'« ÄuKchlügen. Die Ent sch adigungs-An- sprüche werden in großer Zahl eu-wreich: Die Polen fordern von der Stadt Kottewitz vier Millionen Geldbuße. Zu diefti Strafe sollen jedoch nur die dem scheu Be­wohner der Stobt Hera »dgo-egen werden.

Mhne für Sresfau.

Die Franzosen fordern Genngtnng.

Berlin. 1. September. <TeIezrap!>t!che Meldung!, et s»an»Ssisck,e Botschaf-er Uderrei-tzi, dem ReKprmtnikter d-SA«Sw-tti«en di« N»te wegen bet Breslauer Vorgänge. Sie Rote Mellt eine Reid« von Gühne-Fordernugen, Uder 6ie im ReichStabinett eingehend Berate» worden ist.

Es braucht nicht verhehlt zu werden, daß die deutsche öffentliche Meinung tin-germaßen über, rascht war. als sie vernehmen mußte, daß man in Frankreich die bedauerlichen Vorgänge tu Breslau, wo das ftanzösische Konsulat von einer nationalistisch aufgehetzten Menge gestürmt und geplündert worden ist, zum Anlaß einer beson­ders scharfen Sühneforderung genommen werden ollten. Man hatte in der Presse gelesen, daß der Oberbürgermeister von Breslau dem franzo. Aschen K-onsrck sein Bedauern ausgesprochen hat­te, daß in Berlin der Gesandte von Rosen­berg, als Vertteter des m Urlaub beftudluhen Reichsministers des Aeußem Simons, dem französischen Geschäftsträger gegenüber etn Met. ches getan hatte, und daß auch noch der Vertreter des Deutschen Reiches in Paris, Mayer, Herrn Pailöologue zum drittenmal dasselbe gesagt hm- te. In Frankreich hatte man übrigens schon vorder Gelegenheit genommen, um sich davon zn überzeugen, daß die schärfste VeWtte-^mg der Breslauer Exzidenten in der Presse^aller Schat- lienmgera allgemein und uneingeschränkt war.

Es war allerdings nicht verwunderlich, daß aleichwitta aus die eigentliche Ursache der höchst bÄdanerftchen Geschehnisse hingewresen wurde. Auch in Frankreich wird man gelesen haben, daß der Vorsitzende der deutschen PlebtSM-Kon'- miffiora, der Abgeordnete U l i tz k a. aus Un.erre' düngen mit dem Oborschkesien befehligenden ftanzösischen Militürmachthabern mttterfte, »atz diese Herren ihm offen erklärt hätten, t8 Jet ihnen einfach unmöglich, paritätisch gegen Polen und Deutsche Vorzüge, f) en da ihre Sympathien nun einmal einsetttg «Kd 'deutlich aus feiten der Polen seien. D-ese Tatsache und die aus thr sich ergebenen Wir­kungen haben recht eigentlich dazu aefirbrt doß jene unfflückselige Stimmung in Oberschlesien entstand, aus Grund deren Vorgänae wte die'n Breslau, Kattowitz nfw. überhaupt erst mogtich wurden Es gibt nicht wenige sehr ernste und a.wissenhaste Leute in Deutschland, dft erklären, man müßte von der objektiv:tät der Franzosen, wie von jedem ^beliebigen Richter in Deutsch­land und Frankreich, verhangen^ daß sie sich ftlbst alsbefangen" für die Ausübung der Bewachunq in obettchlesien erklärten Statt dessen bew-eu jetzt die Rote der französischen Regierung und die darin enthaltenen RepreMien daß man « Paris noch inmter nur den rücks:chtslojen Macht standpunkt und d'e nackteste Prestige. Sucht gelten lassen will. Wie immer die RE. regieruna entscheiden wird, eins steht jchensalls innbebtn.it fest, diese Note muß zwangAansig da. zu beitragen, daß der so notwendtge 11 m - mungsans gleich zwischen den beiden «atu bem wiederum bis auf weiteres hiniertrie- b en und den Saß abermals steigern wird.

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Die von dem französischen Botschafter über­reichte Note enthält folgende Forderungen: 1. Das Konsulat wird von der deittschen Regtermr« auf ihre Kosten wieder inftonb gesetzt. 2. Dte deutsche Regierilua zahlt h n n d e r 11 a u l e n v Franken zur Entschädiffuna der Konsulats- beamten für die durch die Plünderungen erltt- tenen Verluste, für den Schaden, der etwa durch Vernichtung ihrer auf dem Konsulat hinterlegten Wertpapiere und Urkunden errtftan. den sein könnte, und für die besonderen Auftrnn. dnuaen, Zu denen der Vorfall sie genötigt bat. 3. Alle an dem Neberfall Beteiligten weiv-n ermittelt uNd bestraft. Das Ergebnis der Ermittelungen wird der Bot'chast bmuen acht Tagen mitgeteilt. 4. Gegen die Ortsbe Hor­den durch d--r-m Einverständnis, Fahrläffrakeit oder Kleichgülticsteit die Ausführung des lieber, falls möglich geworden ist, werden diszipl'- narische Maßregeln getroffen, von dene^ die Botschaft innerhalb der gleichen Frist Mrttei- l'.tnq erhält. 5. Roch vollständiger Ettullimg dieser Bedingttngen wird das Konsulat in Ge­genwart dss D b e r pr äsid en teu d e r Provinz Schlesien intt des 'ranzösischeg Botschafters wieder eröffnet. Die Fla«' g e w! r d aleichz eilig gehißt und weht bis 7 Ubr abestds. Eine K ömpagn' - Reichswehr mit Musik erweist die Ehrenbezeugung und defiliert vor dem K-onsu<lat Dos Programm des HergaagS wird im Einverständnis mit der Botschaft festgesetzt.

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Der DA-lesischeii Zeitung st »gt waren die Vertreter des A llgemeineil Z^ud^nien'.-s- fchi-.efes der Universität Br-^,--' am gef regen Dienstag beim Oberpräsidenlen sür Schkoüen.