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Hessische Abendzeitung

Nummer 220

Fernsvrecher 951 und 952

Donnerstag, 23. September 1920

10. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

9>te Raffelet Sleuefte» Nachrichten erscheinen wöchentlich fechlrnal und zwar abend» Der «domiementrprei» beträgt monatl. 6.00 Mark bei freier Zuslellu», in« -an«. Bestellunae» werden lederzeu von der »efchäftsstelle oder den Boten entgeyettgenammen. Truckerei vettag und Siebaltton. Echlachthofftrabe 28/30, Für unverlangt eingesandte Beiträge kann Me RedoMon eine Beantwortung »der Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung de» «ezuggzeide» oderAnsprüche wegen elwaigernicht ordnimg»»iger Lieferung aurgeschlofsen.

Jnsertionspreise,) «inheimische «ufträgei Die einspaltige «n^igen-zoike » LOO. die einspaltige Reklamezeile TL 160. d> «uSwartige Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 1.30, die einspaltige Reklame,eUe M. 2.75, alle« einschließlich Deuerung«,uschlag und Snzsigenfieuer. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebene» An^tgon, sowie für «ufnahmedaten und Plätze teure eine Gewähr nicht übernommen »erde». Druckerei: Schlachthofstr. 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Str. ö. Telephon Str. 951 «, egg.

Kasseler Neueste Nachrichtm

_______ Kasseler Abendzeitung

Beratungen über die Teuerung.

Eine Preis-Herabsetzung

am«

inenstoß ist es

Offenbach, 22. September, (Privattelegramm.) Au den zurzeit in Darmstadt bauenden, von Vertretern der Regierung, der Gewettschastskar- tcttc und der Bauerni-Organisationen zusammen- gtsetzten Ernährungsausschuß richteten die hi;- sigen Betriebsräte telephonisch eine scharfe Entschließung, in der sie gegen die hohen Kar­toffelpreise protestieren. In der nach zwei stunden erngetroffenen Antwort erklärten sich die Bauern bereit, einen Teil der Kartoffeln, zehn Zentner von jedem Morgen, Mm Aus­nahmepreis von zwanzig Mark anstatt 31,50 Mark an die Berdvarrcher M liefern.

vor Unbesonnenheiten ,u hüten, da sonst die Machtmittel des Staates in Anwendung ge­bracht würden, richten die Dresdener Kommuni-

Drohung der Kommunisten.

Dresden, 22. September. (Prwattelegramm.) Infolge der Warnung des sächsischen Mini- terpräsidcnten Buch an die Erwerbslosen, sich

Wiederherstellung bis znm letzten Stein.

Genf, 22. September. (Eigene DrahtmÄ- duug.)Echo de Paris« meldet, daß Mille« rand vor der Annahme der Präsidentschafts- Kandidatur eine Ansprache an seine Partei- frermde hielt, in der er seinen Dank für das in ihn gesetzte Vertrauen aussprach und die Ber- icherung abgab, er werde als Präsident der Re- nrblil n>ur eine Aufgabe kennen: dir Erfüllung des Versailler Vertrages bis zur Wieder­herstellung des letzten zerstörten Steines in Frankreich zu erzwingen.

Bayerns stmvohnervrdre«.

®ee Lärm um da« Larrdesschietze«.

Sein politisches Programm.

Gens, 22. September. (Eigene Drahtmeldung.) Die zustimmende Antwort Millerands auf die ihm angebotene Kandidatur ist in Paris erst in den späten Abendstunden bekannt geworden, so­daß weder die Presse noch die parlamentarische« Kreise darauf reagieren konnten. Abends emp­fing der Mnisterpräsident die Vertreter der Presse und entwichelte nochmals sein politisches ifftogramm. Die Grundlage seiner Politik, so führte er aus, gelte dem Friedensver- trog von Versailles. Nach außen erstreb« er die Einigkeit derAlliterten und nach innen den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung, die Dezentralisation der Verwal­tung und die Verbesserung der Verfassung.

Reue Lohnerhöhungs-Forderung.

B e r l i n, 22. September. (Pribattelogramm.) Der rote Vollzugsrat hat gestern abend beschlos­sen, die Berliner Betriebsräte aufzufordern, die Frage eines angemeinen Streiks $n erörtern

und gegenüber den steigenden Lebensunterhal- tnngskofien eine allgemeine Lohnerhöhung für das Winterhalbjahr zu erzwingen. Der rote Bollzugsrat fordert ferner zur Teilnahme an den allgemeinen Demonstrationen des Proletariats für die nächsten Tage auf, die eine Kontrolle der Munftionscrzeugung und der Lebensmittelzu- snhr nach den Großstädten zum Ziele haben.

Frankreichs neuer Präsident.

MMeranb vor den Abgeordneten.

«Eigener Drahtbericht.)

Paris. 22. Scptemh«''.

Gestern nachmittag ist die Botschaft Des- chanels im Senat von Leon Bourgeois und in der Kammer von Raoul Peret verlesen wor­den. Rach Verlesung des Dokuments gaben Parlament und Senat ihrem Bedauevn über den Beschluß des Präsidenten Ausdruck. Die Kam mer und der Senat werden am 25. September zusammentreten, um die Botschaft des Präsiden­ten der Republik und die Erklärung der neuen Regierung entgegen zu nehmen. Ueber die Kam mersitzung wird noch berichtet, daß dieselbe kurz und wenig dramatisch verlief. Millerand erhielt viele Glückwünsche, ohne daß diese über die üblichen Komplimente hinauSgingen. Mille­rand sprach von seinem Platze aus im Namett der Regierung einige Worte, in denen er DeS- chanel als treuen Diener Frankreichs pries. Der Beifall war nicht sehr stark, sei es, daß man eine solche Kundgebung nicht am Platze fand, sei es, daß die Linke einem Präsidenten, der ft ine Bedingungen stellt, ihre Mißbilligung darüber aussprechem wollte.

kPrivat-Telearamm.)

München, 22. September.

Die LandeSlettunq der Einwohnerwehren Bayerns wendet sich gegen die durch denVor­wärts", dieFränkische Tagespost" und andere sozialdemokratische Blätter verbreitete Nachricht, daß anläßlich pes Landesschietzens ein politischer Umsturz geplant sei. Das LandeSschießen sei eine rem interne Veranstaltung der unpolitischen Einwohnerwehren Bayerns. Aus diesem Grunde seien auch Einladungen an die in den Blättern genannten Persönlichkeiten eS handelt sich in erster Linie um den frühere« ei­nig Ludwig, den früheren Kronprinzen Rupp­recht. sowie Ludendorff und Hindenburg nicht ergangen. Andere Ziele, als die ja dem Pro­gramm des LandeSschi etzenS fest^tegtcu, wer- den dabei keiueSwegs verfolgt.

kinMilllouerrdiebftahl.

Auf de« Stettiuer Vulkanwerft.

Wie gestern «in »elegrainn, mitteitte, ist »«* tu Anfang Septemder in der Stettiner Suita«, werft derüdte SinbruchOdiebstahl aufgeNSrt und ein Seil deS Geld«« beschafft worden. Der Ricsendiebstahl. der am dritten Septem, ber in den Kassenräumen der Stettiner Vulkan- toerfi verübt wurde, und bei dem den Einbre­chern rund anderthalb Millionen Mark in M- seufcheinen in die Hände fielen, hat seine Aufkla. nmg gefunden Fünf Mitglieder einer sechsköp. ftgen Einbrecherbande wurden in Berlin und Stettin verhaftet, und es wurde ihnen bis­her eine Viertelmillion Mark wieder abgenom­men. Wie festgestellt, sollten die geraubten Gel­der ursprünglich zür Füllung der erschöpften Fonds der kommunistischen Kampf- Organisation dienen. Zurzeit wird festge- stellt, wieviel von den noch fehlenden Geldern in diesen Fonds geflossen sind. Als am Morgen des dritten September Beamte der Stettiner Vul­kanwerst den großen Kassenraum betreten woll­ten, fanden sie die eisernen Zugangstüren gewalt« 'am geöffnet und den großen Stahlpanzerschrank kunstgerecht

durch Sauerstoffgebläse erbrochen.

Der wertvolle Inhalt, bestehend aus anderthalb Millionen Mark in Kassenscheinen war eine Beu­te der nächtlichen Besucher geworden. Es wurde auf die Ergreifung der Täter eine Belohnung von zwanzigtausend Mark, auf die Wederher- beischaffuna der Gelder eine solche in Höhe von hundertfünfziglaufend Mark ausgesetzt. Die Stettiner Kriminalpolizei setzte sich sofort mit der Berliner Behörde in Verbindung und beide amtlichen Stellen leiteten sofort umfangreiche Ermittelungen ein, die nunmehr zur restlosen Ausklärung der Tat u. Wiederherbeischafiu-ng ei­nes Teiles der Gelder geführt haben. Im Ver­ein mit dem Stettiner Oberkriminalkommissar Skronn und dem dortigen Kriminalkomrssar Malzahn stellte der Berliner Kriminalinspektor Dönberg mit seinen Beamten folgendes fest: In fast allen in letzter Zeit abgehaltenen geheimen Versammlungen der kommunistischen Kampwr- ganisation sowohl in Berlin als auch in Stettin wurde lebhafte Klage darüber geführt, daß der Kampffonds vollständig erschöpft sei und daß auch die kommunistische Kampforganisation Mm Kriegführen Geld gebrauche, namentlich die .Stoßtrupps müßten genügend Gelder zu ihrer Verfügung haben, da sie sonst ihre wichtigen Aufgaben nicht erfüllen könnten. Die Opfersteu- digkeit der Mitglieder wurde lebhaft bemängelt, allerdings dabei auch betont, daß die Mehr-all der Mitglieder nicht in der Lage fei, größere Bei­träge zahlen zu können, dabei aber wird ver­schwiegen. daß ein großer Teil der Mitglieder der Stoßtrupps ein

üppiges Leben auf Kosten des Fonds führen. Damit nun die leeren Kassen gefüllt werden, wurde aufaesordert, sich mit Gewalt

sm sberschleflen.

Dio UnterbrUdung der Deutschen.

In Qbcrjchlosten herrscht im Augenblick noch Ruhe, aber nur die Ruhe, die auf baldigen neuen Sturm deutet. Aeußerluh hat es den Anschein, als ob eine Entspannng eingetreteu fei, weil das Leben sich wieder in seinen ge­wohnten Bahnen bewegt. Tatsückflich aber sind die Leidenschaften noch tiefer, noch schärfer ge­worden, und schroffer denn je stehen sich die nationalen Parteien gegenüber. Die Polen drohen mit einem neuen Ausstand, der ihre Herrschaft über den ganzen Jndustriebezirk cusdehneu soll. Das erste Ziel ist Myslowry, das zwette Kattowitz. ZU dem Zwischengebiet, ebenso wie in den Kreisen Ryb'.nk und Pietz geht die Besitzergreifung durch die Polen in aller Stille, ohne die tzhmptome des Ausstandes zu zeigen, Wetter. Ti^aesetzmäßigen Behörden sind vertrieben und durch Polen ersetzt. Schop- pinitz weigert sich noch heitte, eine Hundertschaft der Abstimmungspolizei aufzunehmeu. Die am 11. dieses Monats aus Lour-chütte und Schoppi- uitz abgerückten französischen Außeuposten sind bereits am folgenden Tage wieder dorthin zu­rück gekehrt, angeblich nur zum Schutze der mdu- stricllen Werke.

Nach Lage der Dinge sind die GreuzdistrÄtc sowie die beiden genannten Kreise für das Deutschtum endgültig verloren. Die Be­amten, Lehrer, Arbeiter und Gewerbetreibenden, die sich zum Deutschtum bekannten. sind erschla­gen, vertrieben. oder sie wandern, dem polni­schen Terror weichend, aus. Der Pole hat er­reicht, was er wollte, und wird nach diesem Re­zept weiter Verfahren. Die Streikschichten hat niemand bezahlt, und daher drängen die polni­schen Arbeiter zum neuen Streik Es sch'iiit aber so, als warteten die Polen auf einen von deutscher Seite gegebenen Vorwand. Vielleicht sollen die Kommirnisten ihnen denselben schaf­fen; denn sie haben anscheinend noch mehr von diesen getauft. Die verschiedensten Gerüchte sind in Oberschlesien im Umlauf. So heißt es jetzt wieder, daß die Polen gar keinen Aufstand woll­ten, daß sie aber von den Franzosen dazu gedrängt würden. Letztere legen Wett darauf, daß die oberschlesische Frag- noch vor dem Win-- iei gewaltsam entschieden wird, weil sie Ober­schlesien als wirtschaftliche und militärifche Basis gegen Rußland und als Rücken­stellung gegen Deutschland in die H.rnd ItFcmmen wollen. Das würde sich auch mit der Nachricht decken, daß zwilchen den Franzosen und den Polen eine Verabredung getrost« n morden ist, wonach Oberschlesien bis spätestens Anfang November in den Händen der Polen sein muß

Auf vi- len Werken werden die deutschen Be­amten uad Arbeiter aufgefordert, in die polni- fchen Organisationen einzutreten, andernfalls sie vertrieben würden. Häufig bleibt den Leuten auch nichts anderes übrig ZU den Kreisen Pl.'ß und Rvbnft werden die Lehrer, Sie sich weigern, rein polnischen Unterricht einzusühren, ausge­wiesen. All« diese Maßnahmen bedeuten die Polonisierung in aller Form. Tie Ver­hältnisse im Teschener Abstimmungsgebiet führ« len dazu, daß die Abstimmung vom Oberster. Rat verworfen, und das Land geteilt wurde Auch dieses Projekt taudrt wieder auf, und zwar soll eine Trennungslinie südlich Oppeln nach Ratibor über Ober-Gloyau vorgesehen sein, die statt der Abstimmung das Land in zwei Teile teilt. Dann bekäme Polen den gesamten Zndustn «bezirk. Deutschland die landwrrtschaft- lichen .Kreise. Von einer Abstimmung kann na­turgemäß unter den gegenwärtigen Verhälmis­sen nicht im entferntesten die Red« sein. Der Bund der Oberschlesier" schlägt aus der trost- losen Lage Kapital und setzt sich mit aller Mach, für den Freistaat ein. Das Zmtrum vernitt energisch den Gedanken des Bundesstaats. Ob diese beiden Projekte angesichts der jetzigen Lage von entscheidender Zugkraft sind, ist sehr zu bezweifeln. Sie sind mehr parteuwlftst.ttcr Natur, während in Wirklichkeit bei der Polin- schen Hochspannung nur die Frage: deutsch oder Polnisch zur Diskussion steht.

Bei einem ' "'

Zar krwerbrlosenProblem.

FLrsorgepläne in Sachsen.

(Prtvat-T elegrcrmm.)

stdeuten. Besonders ausfallend sind folgende AusjAhrungen:Es hat einmal einen sächsisch m Minister gegeben, der verKveislre Arbeite bis aufs Blut reizte. Unter Proletarier-Fußttitten, Flintenschüssen imd Flüchen fand er fein Ende in der EWe. Mr würden aufrichtig bedauern, wenn Buck das Los Neurmgs treffen würde, denn man wird mit ihm noch über ganz andere Tinge Abrechnung hatten müssen."

Dresden, 22. September.

Demonstrationen der Erwerbslosen in Dres­den haben zur Folge gehabt, daß sich die zustän­digen Behörden eingehend mit den Vorschlägen zur Behebung der Erwerbslosigkett befaßten. Die letzten Tag« find mit Beratungen über die- es Thema ausgefüllt gewesen. Wie die zustän­dige Regierungsstelle berichtet, wird ArveitSmi- nister Hcldt, bet heute zusammentretenden Der« mmnütng beS Ausschusses der sächstschen Volks­kammer mit ganz ausführlichem stattstischem Material über den Stand der Erwerbslosigkett in Sachsen Bericht erstatten. Voraussichtlich wird auch Wirffchastsminiper Schwarz von sei­nem Standpunkt ans das gleiche Thema behan­deln. Auch die Stadt Dresden plant praktisch^ Erwerbslosenfürsorge in größerem Stile.

--------------------- dir lin­

ken Flügel beider nationalen Parteien unter der roten Föchne vereinigen. Die von der morali- fchen Fessel gelösten Massen werden in der Plün- birung den willkommenen Zweck des Ausstandes ।eilen, und eine leichte Beute kourmuniitischer Phantasten werden Es wird dann eben heißen, daß die Führer ihre Leute nicht mehr in der Band haben. In Polen selbst haben sich die erhälluisse sei! der Veränderung an der Front wesentlich gebessert. Die innere Ordnung ist wieder -.'rgestellt. Man sicht fast feine De­serteure mehr, seitdem die Kriegsgerichte rück­sichtslos eine Reihe von Todesurteilen gefallt und sofort vollstreckt haben. Die Führer der kommunistischen Partei sitzen im Gefängnis, und so hat man der bolschewistischen Hetze ein Gude , ______,___________________

eilet. Die Preise sind -war noch hoch doch Etat heftige Angriff« gegen den MruiHerprä-

fft der Preis für Brot herabgesetzt worben. Die Ernte rst allerdings, vor allem auf den größe­ren Besitzungen, fast vollständig umgekommen Die Entscheidung über das Schicksal Ober- schlestens sicht nach wie vor auf des Messers Schneide und kann in den nächsten Tagen be­reits fallen. g

Ums tägliche Brot.

Arbetterproteft «nb Baneen.Matznahmen. (Privat-Telearamm.)

Friedberg (Hessen), 22 September.

Der Betriebsrat der Arbeiferfchast der staat­lichen Braunkohlengrube Hedwigshütte und des damit zusammenhängenden staattichen Kraft­werks Wolfersheim hat einen Befchlutz gefaßt, daß Kraftwerk des hohen Kartoffelpreises wegen stillzulegen. Es wird Me Strom­lieferung eingestellt und das Kraftwerk nutzer Betrieb gefetzt. Diese Maßnahme ist ein Pro­test der Arbeitcrfchaft gegen die hohen Kar- toffelpreife. Der Streik soll solange dau­ern, bis die Sauwirtschaft die Kartoffeln zu einem billigeren Preise liefern wird, als es jetzt der Fall ist. Der Protest der Arbeiterschaft hat gestern bei der hessischen Bauernschaft eine Gegenbewegnng hervorgerufen. Die mei­sten Ortschaften aus ber Umgebung liefern keine Milch mchr in die Stadt.

neuer sehr erheblicher Mittel zu bemächtigen. Aus diesen Beratungen schälte sich dann der Plan zur Beraubung ber Stettiner VuKanwerft bevaus. Die beiden Brüder Bernhard und Wil­ly Klepzig ans Köpenick, von denen der eine noch bis zu seiner Verhaftung auf der Werst ar­beitete, wurden von ber Kriminalpolizei als Anstifter und Haupttäter her Beraubung ermit­telt, der dritte im Bunde war der Vater der Genannten, der in Köpenick eine höchst elegant eingerichtete Wohnung besitzt, weiter die Schlos­ser Alfred Zuther und Karl Müller, beide in Stettin ansässig, und ein noch nicht ermittelter sechster Komplize, dessen Verhaftung unmittelbar bevorstebt, während die fünf Genannten bereits hinter Schloß utrtb Riegel gesetzt sind. Die Sän­ke war anaeblich willens, die gesamte Beute restlos abzukiesern. Nachdem aber die Sache so gut gefloppt hatte und ihnen eine wett über Er­warten große Beute geliefert hatte, überlegten sie e8 sich und nahmen sich für die gehabte .Mühewaltung" und Gefahr jeder ein erkleckli­ches Sümmchen für sich, Es bedarf der wel­keren Ausklärunq, wie viel jeder von timten für sich behielt. Ein Teil der Beute wurde, wie gesagt, bereits gefunden und beschlagnöch»^ «ämlich die Viertelmillion, die in der Wohnung deS Klepzig fen. in Köpenick in seinem Ptamo sorgfältig versteckt gewesen Wer.

Sine beschlußunfähige Sitzung.

3« ber Preußischen LanbesversammiWW.

<r«le«rapkifcher Bericht.)

Berlin, 22. September.

Die gestrige Sitzung der LandeÄwrsaoimEimG befaßte sich, wie vorder der AeltestenauSschtch, mit dem preußischen Wahlgesetz. MiniDc»- Präsident Braun erklärte auf das Dränge« pfe