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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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NttMMer 224.

FernsvreÄer 951 und 952.

Dienstag, 28. September 1920

Fernsprecher 951 und 952.

10. Jahrgangs

Beratungen über Deutschlands Lage.

Sie ArUeler Kosseresz.

3ft et« Erfolg zu erwarten?

Dis Hoffnungen, die man itn Frühjahr auf Sic damals schon angekündigte Finanzkonfe- renz in Brüssel setzte, waren im Larck der Mo­nate mehr und mehr geschwunden. Das Jmer- esse der einzelnen Staaten an dem Erfolg der Konferenz ist aber wieder gewachsen. Man hat sie insbesondere von Seiten der Entente nicht abgesfwgt, weil man vor der gesamten Welt Las einmal gegebene Versprechen nicht gut rück­gängig machen könnt». Run stehl die Brüsseler Konferenz jedenfalls unter feinem günstigen Stern. Das ist der Eindruck, den man wohl allgemein in Europa über diese Konferenz hat. Das kommt auch in der Presse fast aller Staa­ten zum Ausdruck. Unter ungünstigen Anzei­chen ist die Brüsseler Finanzlonferenz zusam- mengetreten. Tas bedeutendste Wirtschcistsze - biet Europas, Rußland, ist noch immer qusgeschalteft Die Vereinigten Staaten von Nordamerika mitten in einer K"editkrise ersten Ranges, dazu so mit der Präsidentenwahl beschäftigt, daß europäische Hilferufe, wie von einer schallsicheren Wand aufgenommen, kaum dis zn den Ohren der im Wirtschaftsgetttebe .Amerikas Herrschenden gelangen. Und, nm das Maß ungünstiger Konstellation noch zu er­höhen .kollidiert die Brüsseler Konferenz mit jener in S!pa beschlossenen Genfer Zusmnmen- kunst, die von Millerand eifrig bekÄnpst wird.

Ms vor nicht gar zu langer Zeit der Gedanke einer Konferenz von Finanxfachfeuien aus­tauchte, stand man noch ganz unter dem Ein­druck des Zusammenbruchs fast aller konti­nentalen Valuten, an den man sich mitt« lerweise gawöynte, und dessen Wirtschaftlich! Endwirkmig man nicht mehr überschätzt. Aber nichtsdestoweniger ist man in Brüssel MlaMmen- gekommen, um am Symptom herumz-udottsrn, wobei es tröstlich ist zu wissen, daß ja lange Zeit auch die offizielle medizinische Miffenschaft das Ficher für eine Krankheit hielt, die be­kämpft werden müsse. Heute läßt man es mög­lichst gewähren. Man wird aber mit den En>- 6entfern der Brüsseler Konferenz in dieser Be­ziehung mehr rechten dürfen, da ein so hervor­ragender Fachmann wieProf. Cassel, allen Ern­stes den gegÄirvärtigen chcwtischm Zustand der tiiternatiomalen Mrtschast unter dem Niel einer Finanzkrife zusammenfaßt. Die Krise ist ihrem Gnindchamäkter nach so wenig saninzterlle Natur wie et'.va eim» Prvdukiionskrise. Sie ist im Grunde geno-mmen überhaupt garnickts neues, sondern nur der durch dm Krieg bedingte gi­gantische Ausbruch einer Krankheit, deren Keim auch Man in jener sagenhaften Zeit vor dem Kriege im Schoße der willkürlichen Wirtschafis- ordnimg schlummert«.

Was man in jener Epoche Ueberpro- duktiou na-mtte, hatte letzten Endes mit der quantitativen Erzeugung der Güter nichts zu run. Niemals toteren Textilartikel so im Ueber- fluß vorhanden, daß jeder Europäer einen Win­termantel besaß, und niemals war Getreide so Überreichlich, daß nicht an den Ufern der Wolga und des Ganges das eine oder andere Men­schenkind am Hunger zugrunde ging. Immer war es dis Verteilung der Güter, die den krisenhaiften Zustand schuf. Unzertrennbar vom freien Spiel der wirtschaftlichen Kräfte ist Will­kür, mehr noch als in der Sphäre der Vertei­lung, in bet Güttererzemgung zu suchen. Ins riesenhafte hat dieser Mißstand.der schon in der Friedenszeit den ordnungsmäßigen Gang von Produktion und Konsumtion störte, sich Heute ge­steigert. Dar Vvrvat in der Welt an Rohstoffen, namentlich Meter für die Textilindustrie, ist reichlich. Australien erstickt noch immer in Wolfe, Argentinien in Fleisch; die Ve r- ein iiflften Staaten btergen ungoheure Mengen von Baumwolle. Es genügt, die Be­richts des Weltmarktes aufmerktam zu verfol­gen, um zu erkennen, daß der Großhandel vor nichts mehr Angst hat, als vor dem Ueberang^ bot der Produkte. Flachs höchstens, dessen na­türlicher ErgsugungKort feit Jahren nicht mehr funktioniert, mangelt. Auch die Kochlenevzeu- gung läßt.zu wünschen übrig, obgleich auch hier nur bedingt von einer Urttererzeuguna m der Weftmenge gesprochen werden kann. Nicht ein­mal die TranSportmittÄ, die Tonnage, man« geln. Woran es fehlt, das ist der Wille der die- ses WirtschastSgetriche Leitenden.

Als ob man gänzlich vergessen hätte, daß die Grundlage des modernen Kapitalismus das Transportwesen bildet, so bemüht man sich heute, die Spitzen der Pyramiden auszubes- sern, obgleich dr-en Fundamente zu bersten drohen. So wird der Brüsseler Konferenz nur eine rein theoretische Wirkung beschieden fein, die größer fein könnt«, wenn man nicht von An­fang an den Friedensvertrag von Versailles ven der Diskussion auSgeschaltet hätte. Auch wmn man sich positiv ztt diesem Vertrage stellt, muß­ten fttne torrtschchtlichen Fokaen der Diskufiion unterworfen fein; denn schließlich saßen in Ver- faüfeS feine Götter, fotibern Menschen, dir stark

unter der Kriegspsychose litten. Trotz alledem aebührt dem Völkerbund Dmtt dafür, daß über­haupt eine internationale Aussprache zustande gekommen ist. Es scheint allerdings, daß auch die gegenwärtig lebende Generation erst die Erfahrungen einer Reihe verfehlter Konferenzen hinter sich haben muß, ehe sie sich zur Tat der Wiederherstellung des internationalen Win- schaftsledens unbekümmert und frei von chauvi­nistischen Vorurteilen entschließt. -o-

Tagung der Vemskntten. Keine Lrleichterung de» Steuerlast.

sPrivat-Lelearamm.)

Ulm, 27. September.

Die Besprechungen über die wirtschaft­liche Lage DeutsckflandS auf der demokratt- schen Tagung in Ulm wurden gestern zu Ende g^ührt. In einem Referat des Reichsministers Koch führte dieser aus: Die Gesundung der deutschen Wirsschaft ist eine Frage der Güterver­teilung. Dem Fiskus mutz der Anteil <mS den Einkünften des Bottes gesichert werden. Ohne schweren Steuerdruck geht es allerdings dabei nicht ab, unb weder Kapital noch Arbeit wftd darauf rechnen können, daß eine Erleichterrmg der Steuerlast eintritt Ucbcr die Notwendigkeit, im Interesse der Arbeitsfreudigkeit der Berg­arbeiter den gemeinschaftlichen Einflntz auf den Bergbau zu stützest ist sich das Kabinett einig. An dieses Referat schloß sich eine eingehende Aussprache, an der sich im besonderen auch die Mitglieder der süddeutschen Landtage be­teiligten. Das Berhältnis des Reiches zu den Ländern wurde eingehend behandelt Es herrschte Einigkett über das Erfordernis einer einheit­lichen und festen Führung durch das Reich, zugleich aber einer Dezentrali- fation auf allen Gebieten, die eine reichsein­heitliche Regelung nicht erforderten.

*

Gegen Loslösungs-Bestrebungen.

Ulm, 27. September. (Privattefegramm.) Auf der Tagung der Demokraten toter man sich einig über die RottoendicDeift alle 8 oslösungS - Bestrebmvgen rücksichtslos zu bekämpfen. Andererseits wurden ausdrücklich die Beschwer­den behandelt über die unzulängliche Bevücksich- ügung der einzelstaatlichen tote der allgemeinen einheitlichen Interessen. Von allen Seiten wurde der große polittsche Nutzen, sowie die ansMärende nnd einigende Wirkung dieser Aussprache an­erkannt und ihre Mbaldige und regelmäßige Wiederholung iw wechselnden Orten getoAnschft Der Vorsitzende, Abgeordneter Schiffer, stellte die Einmütigkeit der Fraktion in allen wichtigen Fragen, ihr volles Vertrauen zu ihren Ministttn und ihre Bereitwivigkett fest, ht noch engerer Ausammenarbett mit der Regierung an der Zukunft unseres Volkes zu arbeiten. Er schloß die Tagung mit den Worten des Tankes und Genugtuung sirr den. ausgezeichneten Verlauf.

Sie Brüsseler Konferenz.

Milderungsantrag zugunsten Deutschlands.

(Eigene Drahttneldung.)

Zürich, 27. September.

Der amerikanische Delegierte für die Brüs­seler Konferenz Hayden, wurde wie ans Rew vork gemeldet wird, beauftragt, die Ententedele­gierten mit der Ansicht der amerikanischen Regierung bekannt zu matten die dahin geht, daß die harten ZaUnngsbediugungcn, denen Deutschland nnterworsen fei, wesentlich gemildert werden müssen. Deusschland soll nach Möglichkeit durch bessere finanzielle Ab­machungen mit dem Ausland in seiner Produk- tton ermutigt werden. Die amerikanische Re­gierung empfiehlt als vorübergehende Maß­nahme ein System, auf Grund dessen Ganz- nud Halbfabrikate als Zahlung für Rohstoffe gewünscht und genommen werden füllen.

Die Beratungen über Deutschland.

Berlin, 27. September. (Privaitefegransn.) Rach Meldungen aus Brüssel wird die Bespre­chung der Konferenz über die deutsche Fi­nanz- und Wirtschaftslage am'39. d. Mts. beginnen. Für die deutsche Wirtschafts­lage sind Miet Berhandlungstage vorgesehen. Aus Paris wird gemeldet, daß vor Abschluß der Brüsseler Konferenz feine Sitzung der

Genfer Konferenz stattfinden wird. Don den Beratungen in Brüssel werde es abhängen, oh eine weitere Konferenz vorher noch notwendig ist.

Kartoffel BersotMng.

Beschluß der hessischen Bauernschaft.

lVrivat°Telearmmn.l

Frankfurt a. 27. September.

Die hessische Bauernorganisation in Dannstadt hat, wie bereits berichtet, das An­gebot gemacht, pro Morgen bis zu zehn Zentner Kartoffeln zum Preise von zwanzig Mark an die wirtschaftlich schwache Bevüllerung abzugeben- Nachträglich ist der Versammlung gewerkschaftlicher Organisationen, die hier tagte, von dem Syndikus des hessischen Bauernbundes, Dr. Müller-Darmstadt, folgende Mitteilung zu- grgangeu: Eine Versammlung der Landwirte vom Freistaat Hessen hat die Vereinbarungen ht Darmstadt angenommen und beschlossen, diese Bedingungen restlos jn erfüllen. Alle Kartoffeln, die a u ß e r dem BertragSquantnm unb den zehn Zentnern pro Morgen geerntet werden, sollen für sünfuudzwanzig bis dreitzig Mark verkauft und jedes höhere Preisangebot entschieden abgefehnt werden. Würde aber die TranSporssperre ein» treten, werden alle Kartoffeln cingemictet Tie hessischen Landwirte haben sich verpflichtet, diese Beschlüsse auf alle Fälle durchzuführen.

$05 mMorißische Wen.

Sine Eingabe unzufriedener Soldaten.

(Eigene Drahtmeldung.)

Brüssel, 27. September.

Soldaten des Jahrganges 1916 haben dem Kriegsminister eine Petition gesandt, in der sie die Entlassung ans dem Dienst fordern und sich darüber befeueren, datz man sie noch stets im Heere behälft Der Krieg sei vorüber und andere Länder hätten die Dienstpflicht ab­geschasst oder herabgesetzt. Jn Holland zwn Bei­spiel brauchten die Soldaten nur noch sechs Mo­nate zu dienen. Warum in Belgien so viel län­ger? Es scheine de« Soldaten, als ob dies schon die ersteSegnung" des belgisch-frunzSsi- schen Militärabkommens sei Aus zahlreichen Garnisonen sind, laut ^Jpu", derartige Schrei­ben dem Minister zngegangen und man ist ge­spannt, was darauf geschehe« wird.

Belgiens Heereslasteu.

Antwerpen, 27. September. (Eigene Draht­meldung, s Tie »SchÄde* schreibt, Belgiens Hcereslasten betragen in diesem Friedensjahrr über fünfhundert Millionen Fran­ken. Es siet nicht zu leugnen, datz BeAgierr ein £eer haben müsse, solange der Völkerbund bis Enkwwffnung nicht erztoing-n kann, aber daß zu einer Zeit, too jeder Frank für die toirsschaftliche Wiedergeburt notwendig sei, die Millionen so vergeudet würden, sei unverantwvrtLch.

Zagimg der Eisenbahner.

Zusammenschlutz aller Verkehrsarbeiter.

(Privat-Tefenranlm.l

Frankfurft 27. Septencker.

Uebcr den Dresdener Delegierteutan des deusschen Eisenbahnerverbandes erstattete am Montag in einer Eisenbahncrversammlung der Delegierte Hertel einen auSfiltzrlicheu Bericht. Fußend auf einem Antrag Franssurt a. M. wurde nach einem Vortrag des ersten Vorsitzen­de« Brunner der Aufbau der Organisation auf dem Boden von Sektionen beschlossen unb eine Arbeitsgemeinschaft zur Zusam - menfassuna aller Berlchrsarbeitex hn deutschen Berkehrsbund, sowie eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Transporiarbeitcrverband geschaffen. Aus dem Vorstand ist nur Brunner ausgeschie- dcn. Der zur radikalen Opposition gehörende Referent gab zu, datz auch ein Oppostttonsvor- stand nicht in der Lage sein werde, alle Wünsche zn erfüllen. Der deutsche Eisenbahnerverband, die größte Gewersschaft der Wett, zählt eine halbe Million MitAieder und besitzt ein Ver­mögen von acht Millionen Warft

ErsiudANgs-ZMült.

Hilfe und Rat den Erfindern.

Di« $aguv.« d«, ®ef«afrt)af< ritt Errich­tung «iue» Deutschen StfiniNtNS» für deffen Sitz Kaffel vorg«s<» lagen wird, «aha» am Sonrravend unb eoenteg mit wich­tigen Berträgo« Im SattkeOmufeutn uub tu der Stabttiafie ihren Anfang. Don fach» nw«.rischer Seite toirb uns darüber berichte«.

In Kassel tagt In diesen Tagen die 3. Jahres» Versammlung der GesÄschaft zur Errichtung eines Deutjchen Ersinduugsinstitnts. Unsere Stadt hat ihren girren Ruf als Kongreß- stadt wieder einmal neu festigen können. Aus dem ganzen Deutschland sind Ingenieure und Gelehrte zusammengeeilt und wollen die Frage des so vrennend notwendigen Instituts beraten, um allen Erfindern Rat und Hilfe angedeihen zu lassen Ohne Reklame und deshalb viel zu toenia bekannt ist in aller Stille ein Werk vorbe­reitet worden, das für unser wirffchastliches ben von der allergrößten Bedeutung ist. Ich glaube nicht zu viel gesagt za haben, daß nach einigen Jahren viele deutsche Städte Kassel um die Stelle beneiden werden, die es durch ein sol­che? geplantes Institut einniurmft Nach den sehr lehrreichen AusWhMMgen im LandeÄwrseum muß ein Erfinder dreierlei Dinge haben, um sich imd sein Werk dterchzusetzen. Zirm ersten umß er bie Idee haben, zum anderen die Technik mrd zum letzten das k aufmünni sche Geschick. Alle ErsinDer hoben enwveder das eine oder das andere. Selten verbinden sich bei ihnen zwei ter genannten Veranlagungen. Aber daß in einer Person alle drei Anlagen vorhanden sind, ist eine Unmöglichkeift Das Heer der Erfinder scheidet sich dann wieder in zwei große Lager. Einmal in solche, die an einem Ding erfinden wollen, und dieses zu ihrer ganzen Lebensauf­gabe machen, ihm Zett, Geld und Mühe opfern und von nichts anderem etwas wissen Wolfen. Die übrigen erfinden alle unmSglichen Dinge. Sie Kimen nicht leben, ohne irgend etwas zu erfinden! Allen diesen treibenden und hn Gründe genommen so prachtvollen lebendigen Kräften und Strömungen im deutschen Volle soll das Erfindungsirrstitut

in selbstloser Hilfe bei stehen.

Es soll sofort das Gute von dem Schlechten trennen, unmögliche Dinge, denen die Voraus­setzung fühlft sollen sofort als solche kliargestellt werden und damit dem Erfinder Zeit- und Geld­opfer erspart werden. Die Ideen sollen geprüft und auSgearbeitet werden, ob sie technisch mög­lich und eirrwaüdfrei sind. Und, was das Wich- rigste ist, es soll dem Erfinder die kaufmänni­schen «Nd die verwalttrngstechmischen Fragen ab- genommen werden. Das letztere ist besonders wichtig, weil die meisten Erfinder in der Regel einen viel zu hohen Begriff von dem zu erwar­tenden Gewinn haben. Auch hier wird das In-. ftitm viele Enttäuschungen den meistens von irdischen Gütern nicht besonders reich gesegneten Erfindern ersparen. Wie schon gesagt, soll es sich um eine rein soziale Emrichtnug handeln. Alle kapitalistischen Interessen sollen sofort und nachdrücklich ausgeschlossen sein. Aus diesem Grunde ist es jedoch dringend erforderlich, datz es sich um ein staatliches und ntit städ- tischen Mitteln «usgestatteies Institut han­deln mutz. An der Spitze soll eine staatlich an- erkmmte AntoriM stehen, deren Erfahrung«, cmf diesem Gebiete einwandfrei feststeden. Auf diese Weise hofft man, die Steche vor kapitalisti­scher Ansbeuitung zu sichern. Ein großer Fccktor mutz noch die

absolute Verschwiegenheit

sein, die aber auch nur durch das angeregte Iw stttut gewährleistet werden tarn. Ganz beson­ders ist hier noch zu betonen, daß viele Erfinder vom Ausland angeftxckt werten, wett ihm in Deutschland die Mittel fehlen würden. Die besten und wertvollsten Kräfte gehen damit aus dem LmÄ»e, sehr Mn Schaden der deutschen Allgemeinhcift Auch hier kann das Erfindungs­institut Mm «rotzen Segen werden. Zu der am Sonnabend im blauen Saale der StadHalle stattfindenden kleinen eindrucksvollen Feier war auch der Oberbürgermeister mit den Spitzen der staatlichen Behörden erschienen. Ferner nahm der Bund der technischen Berufsstände an allen Verhandlungen gebührenden Anteil. Der Vor­sitzende des Bundes, Regiernngs-- und Bmrrat v an H ev s , begrutzte die Versammlung. Rach einigen kleinen künstlerischen Verträgen hielt dann Geheimrat Professor Dr. Sommer aus Gietzen einen geistvollen Vortrag über L«o- nardode Vinci als Erfinder nnd Techniker. Er sprach davon, in welch wunderbarer Weife sich in Leonardo die phantastevolle Idee und dir technische Schulung vereinigt habe, aber wie bei Mangel an kaustuLmrischen Fähigkeiten die tvun- derbarften Erfindungen auch nutzlos gemacht hätte. Am Sonntag morgen fand van» oie Be­sprechung aller technischen und finanzielle« Fra« aen im LandeSrnufemn statt. Es war eine kleine