Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 278,
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, 1. Dezember 1920
10. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
und Sozialisierums-Probleme
Sie (sozialifierungssrage
Wirtschaftsrat wird zur Zeit an einem anderen
Der
Abtransport
schwarzen
Frankreichs Haltung.
um
auf
den ein
(jung der Reichseisenbahnen mit Führern des maschinentechnischen Dienstes Zweigstellen, der Generaldirekttonen und Eisenbahndirektionen der Eisenbahn statt, über die Richtlinien für die Entwicklung der
einer erheblichen Steigerung bedürfe, Ansürfferungsstand der Lokomotiven erträgliches Maß zurückzusühreu.
den der der um ma-
reuMlanö und dir Mente
Besatzungsarme« und Kohlenliefernngcn.
(Eigener Drahtb.'r'cht.)
Paris. 30. November.
men Sollte dieser Versuch zu einem Ergeb- 1 nis führen und das Plenum des ReichSwirt- schaftsrates diesem zustimmen, so ist anzunch- men, daß auch die Regierung den so zustande- gckommenen Entwurf ohne weitere Verände- rnngen dem Reichstage vorlegen wird. Ter am 1. Dezember beginnenden Sitzung ist also eine erhebliche Bedeutung zuzumeffen.
schinen-technischen Fragen zu.beraten und die Maßnahmen für die Hebung der Lei- stungssähi gleit und Wirtschaftlichkeit deS Maschinendienstes festzustellen. Im Besonderen wurden die Personalverhältnisse, die Ausnutzung der Lokomotiven, sowie der Materialverbrauch im Zugdienst, einer eingehenden Prüfung unterzogen. Ans dem Gebiet t*cS Berghüttenwesens stand die Durchführung der Gedinge-Arbeit zur Beratung. Es herrschte Einmütigkeit darüber, daß die seit dem Frühjahr in aufsteigender Linie sich bewegende Leistung der Werkstätten noch
Paris, 30. November. (Eigene Drahtmck- bung.) Das „Jcmrnal"berichtet: Die Alliierten, vornehmlich Frankreich, wollten trotz der günsti-
deu scheu Garnisonen zurückketzren. — „Tcmps" meldet, daß die alliierte Antwort«^ auf das deutsche Ersnchen, die Stärke der Besatzungsarmee zu vermindern, am Sonntag nach Berlin abgeffanaen ist. Dex Inhalt sei ablehnend. — Weiter berichtet der ,.Tcmps": In den Besprech -naen in London sind auch kür das neue Koh enahkommr« mit Deutschland die gleichen Mona-slicserirnorn als Brrhandlunasgrnndsage fostgelegt, wie sie in Spa Deutschland auferlegt wurden.
Aus de« Meiden Sstes.
In der Nähe der deutsche« Grenze.
(Prtvat-T clcaramm.'i
Berlin, 30. November.
8i«e Mahnung zur Vorsicht.
Von
StreikplSne in Sberschlesien?
Forderungen der Syndikalisten.
(Privctt-TelecEamm.)
Kattowitz, 30. November.
Oberschlesten steht vor der Gefahr eines neuen Generalstreiks, in dem auch die Eisenbahner hin- eingezogen werden sollen. Die Syndikalisten haben die letzten Forderungen einer Wirt- schaftSbeihtlse für jeden einzelnen Arbei. tat wieder ausgenommen. Die Gewerkschaftsführer muhten angesichts der Tat. fache, dah eine derartige Forderung über die Grenzen bet Leistungsfähigkeit der Industrie tzinausgehe, die Vertretung dieser Forderung ablehncn Es ist jedoch zu befürchten, dah die Streiklustigen durch Terror, ähnlich wie vor einigen Tagen in Ratjbor, die Entfachung des Generalstreiks erzwingen wollen. Bezeichnend ist. daß die Polnische Presse bereits vor einigen Tagen auf die Möglichkeit eines nahebevorstehenden Generalstreiks hinzuweisen vermochte, wobei fir, wie stets, wenn fie einen solchen Putsch vorhatte, von deutscher Mache sprach.
düngen aus Paris enthält der neue franzosi- sche Etat Anforderungen von sechshundeitsünf- zig Millionen Franken zur Förderung und Unterstützung der französischen Handelsbeziehungen im besetzten deutschen Gebiet.
Menbahn-Probleme.
Beratung über maschinentechnische Fragen.
(P riv at-T el ecrramtn.)
Karlsruhe, 30. November.
Die Preffeabteilnng der badischen Regierung teilt mit: Unter der Leitung deS Reichsverkehrsministers Grüner sand in der Generaldirektion Karlsruhe die erste allgemeine technische T a -
Derbefferungs-VorschlTge.
Karlsruhe, 30. November (Privattelcgramm.) Im Laufe der Debatte über die technischen Eiscit- bahnfragen wurde möglichst einfache Kon- struktion der Lokomotiven und BefeitiMng der Vielthps gefordert. Tie Materialversorgung der Werkstätten, über die von der Arbeiterschaft mancherlei Klagen laut geworden tmd, sowie die Verwendung der alten Stoffe und Feucnmgsrückstände wurde ebenfalls erörtert Der Retch-verkshrsminister machte noch Mitteilung von feiner Absicht, der Regierung und dem Parlament die Schaffung der Stelle eines tcch- ifchcn Staatssekretärs bei der Eiseubahn-Abtet- lung des Rcichsvcrkehrsmintfteriums für den Haushalt 1921 vor;» schlagen
Oberpräsident a. D. v. BatockL
Um die zur Entscheidung drängende Frage bei Kohlensozialisseiuitg zu verstehe», mujj man sich ihre Vorgeschichte vergegenwärtige». Die Bewegung wird deshalb so ost falsch beurteilt, weil man sie als vorwiegend politisch im engeren S-nne oder wirtschaftlich oder womöglich wissenschaftlich bewertet. Richtig gesehen, ist fie vorwiegend eine gefühlsmüßige, auf Massensuggestion beruhend« Bewegung. Als der Zusammenbruch 1918 die sozialdemokratischen Par- teisichrcr beider Richtungen zeitweilig zu unmn- schränkten Beherrschern Teuischlands machte, erwarteten di« Massen von diesen die sofortige Herbeiführung der verheißenen Seligkeit, die völlige Beseitigung der Unternehmer, die V oll- sozialisierung. Wie diese tatsächlich sttmell zu verwirklichen ist, haben wir in Rußland gesehen. Dort ist die Staatsgewalt, verbrämt durch ein raffiniert ausgeklügeltes ftem von Sowjets, Bezirtskomitees, Zomsrwos mW., tatsächlich diktatorisch geführt durch eine Klioue von Herren, die größtenteils weder Russen noch Arbeiter sind, restlos an die Stelle der umaebrachte» oder vertriebenen Privaiun- ternehmer getreten, Mit welchem E solg, ist bekannt.
Fn D e u t k ch l a n d ist nach dem Zusam- menbrnch die Ueberzeugung Gemeingut weitester Kreise geworden, daß eine Rückkehr zu dem alten Süssem. das planlos produziert und den Arbeitnehmer nut als Objekt behandelt, unmöglich ist, daß neue Wege hinsichtlich bei Organisation ber Wirtschaft und der Stellung bei Arbeiterschaft im Betriebe gefunden werden müssen Aber andrerseits besteht bis weit in die Sozialdemokratie hinein die Erkenntnis, bau unser schwach und blutarm geworbener unb durch die Abzapfungen zu Gunsten des Fcinb- bunbes immer blutleerer werdender Wirtschafts-- lörper die plötzliche Amputation eines so wichtigen Gliedes wie des Privaien Unternehmertums nicht ertragen könnte, ohne völlig zu verbliiten. In dieser Erkenntnis richteten sie alSbald nach der Ausrufung der deutschen sozialistischen Republik an die alten privotkapita- listischen Unternehmer ebenso wie an die alten Beamten die Bitte, im vaterländischen Interesse auf ihrem Posten zu bleiben Sic setzten dann eine Kommission ein, die untersuchen sollte, toeiche Betriebszweige „zur Sozialisierung reif" seien.. Als erstes Objekt dafür fand sich die Elektrizität, praktisch freilich bisher nur mit dem Erfolge, daß eine Reihe vom Sozialismus beherrschter Großstädte, die bis dahin au8 Zweckmäßigkeitsgründen rein Privaten oder gemischten Aktiengesellschaften überlassen..! Elektrizitätsbetriebe in eigene Ve waltung nahmen das heißt „durch Komimmalisierunq voll- kozialistciten*. Die abgefimdene» Aktionäre sind damit angesichts der traurigen Entwicklung gerade dieses Wirtschaftszweiges recht zusne- ben, di» Stadtkassen weniger, die betroffenen Arbeiter, wie unter anderem ber letzte Berliner Streik zeigt, cmscheinenb am wenigsten
Als zweies zur Vollsozialisierung reite» Objekt galt bie Kohle, bie wenigstens für b:e nächsten Jahre ben großen Vorteil 'bietet, baß He Verkaufspreise angesichts ber Knappheit der Ware im Reiche und in der Welt fast beliebig hoch getrieben werden können, die Kohlenwirt- schast also, finanziell betrachtet, „einen Puff vertragen kann", der Verbraucher aber dafür Hüten mutz Eine einfache Verstaatlichung der der Kohlenwirtschaft kam nach ben Erfahrungen mit ben schon lange burch Verstaatlichung vergesellschaftet«« Betrieben nicht in Frage. Man brachte ein aefühlsmäßiges Moment hinein: Der Gewinn, soweit sich ein solcher in ber neuen Betriebsform noch ergibt, soll nicht den durch Kapitalabfindung ausscheibenben privaten Aktionären, sondern ber Allgemeinheit zugute kommen, Ähnlich wie es bei den Einnahmen der Eisenbahn, der Post und sonstigen Staatsund Gemeindebetrieben schon beute der Fall ist. Optimisten nehmen an, daß dieses Gefützlsmo- ment die Arbeitsfreudigkeit und bie Produktion stark fördern wird, indem es die SoziÄisierungs- kordernngen der B 'legfcbastcn voll befriedigt. Ob diese Befriedigung wirklich eintreten wird, steht dahin. Sicher befriebigt werden dadurch die aus die Beherrscht na ber deutschen Kohlenwirtschaft gierigen Kapitaltst.mkreisc in Frankreich, denen ein Eingreifen in einen, dem Reich' zugehörigen öffentlichen Betrieb sehr dich be guemer und unbeb-mkttcher erscheinen muß, als ein solches in deutsches Privateigentum.
Der nichtsozialdemokratische Flüael her Ss- zialisierungskommiffion hat versucht, den Gefahren, welche die Vollsozialisierung bringt, durch
Wintcrgarnisonen dar. Die Trupven werden Schicksal der Wranqel-Truppen. mit Beginn der wärmeren IabroSzelt in ihre “ T ™
- - - ' Wien, 30. November. (Eigener Drahtbertcht.)
Aus Athen wird gemeldet: Awölstausend Manu Truppen der Armee des.General Wiaa- gel sind zu Schiff auf der griechischen Insel Lemnos im Aegäischen Meer ringetiosfen. Weitere Transporte werden erwartet. Tie Armee wird auf Lemnos organisiert werden. — In Rom bat eine Nachricht, daß die französischen Kriegsschiffe Auftrag erhalten haben, Die Truppen Wrangels nach Kattaro (Dalmatiens zu bringen, großes Aufsehen erregt. Sie fand ihren Widerhall in der Kammer, in der ein diesbezüglicher Ausfall eines Abgeordneten gegen die verantwortlichen Regierungs- ftellen einstimmigen Beifall fand. Die italiem sche Diplomatie ist sofort m Mion getreten, um die Ansiedlung dieser seltsamen Ruffenkolonie an der adriatischeu Küste zu verhindern.
Nach Meldungen aus Königsberg ziehen die Polen im Gebiet von Soltau ungewöhnlich starke Truppenmassen zusammen. Längs bei ganzen ostpreutzischen Grenze zeigen sich starke Truppcnanfammlungen mit viel Kavallerie. Die polnischen Maßnahmen richten sich unverkennbar nicht gegen Ostpreußen, sondern gegen den in Wilna erwarteten neuen russischen Angriff, falls die jetzigen Verhandlungen in Riga scheitern. — Von den Polen wurde in Thorn eine Reihe angesehener Bürger deutscher Nationalität verhaftet, darunter die Herren Superintendent Naubke, Kaufmann Korsch und andere. Tie grundlos Verhaften sind nach Posen gebracht worden. — Aus Kowuo Der Abtransport der schwarzen wird gemeldet: Tie vorläufige Regi-rtmgSzen- Truppen aus der Pfalz und den anderen trale Litauens hat die Jahrgänge 1899 und besetzten Gebieten stellt mir die alljährliche Zu- (1900 zur Kriegsbereitschaft einbcrufen. rücknahme de ar-rikanischen Trupven in ihre e
sol gehabt hat, keinem z» gefallen. Im Reichs- Unterhause nur noch bis Anfang Januar auf die Erledigung der deutschen Kriegsschuldigen - Prozesse vor dem Reichsgericht in Leipzig warten. — Nach halbamtlichen Mel-
Wirtschafts-DienstM!
ReZierungs,Richtlinie« im Reichstag. (Eigener Drahtbericht.) ?
Berlin, 30. November.
Die Montags-Sitzung hatte ein besonderes Gepräge durch Die vom ReichLwirtschastsminister Scholz bekundeten Wirtschafts-Richtlinien zur Besserung der Lage. Der Minister betonte: ES ist nicht unsere Absicht, in dieser Zeit, wo noch alles in Fluß ist, ein sestes Programm aufzu- stellen. Aber einige feste Grtmdzüge lassen sich oufftellen. Zunächst müssen wir darauf bringen, daß unsere Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag zahlenmäßig festgelegt werden. Ferner mutz alles gefordert werden, was geeignet ist, unfire schwankende Valuta zu stützen. Das Kohlen abkom-mcn von Spa ist in einer Weise erfüllt worben, die auch vom Auslande anerkannt wurde. Tie Kohlenförderung ist erheblich gestiegen. Tie kommenden Monate werden aber infolge der Verminderung ber Arbeitstage durch die vielen bevorstehenden Feiertage nicht unbedeutende Einbuße erleiden. Auch in Oberschlesten hat sich nach dem durch die Unruhen im August bedingten Rückgang eine neue wesentliche Erhöhung der Förderung bemerkbar gemacht Immerhin konnte» bet Gas, Elektrizi- täi und Eisenbahn die Anforderungen nicht lausend erfüllt weiden. Don wesentlicher Bedeutung aber ist, daß auch bie Oualitätsfrage nicht befriedigend gelöst werden konnte. Ein« Aus- rcchterhrltnng dos Kohlenabkommens von Spa ar f längere Timtet ist unhaltbar und wü"de bas gesamte wirtschaftliche Leben Deutschlands negativ beeinflussen.
Die Zahl der Arbeitslosen
ist in Deutschland erfreulicherweise ; nrückgegangen. Sie beträgt aber immer noch 348 060, wozu noch 334000 Familienangehörige Hinz». Eonmt.it. Das Ziel unserer Ernährungs- Politik ist bie Entwicklung unserer Landwirtschaft. Deshalb ist die Beschaffung der Düngemittel die wichtigste Forderung. Taz« kommt die Sicherstellung ber erforderlichen Arbeitskräfte. Tie Verteilung ber Nahrungsmittel soll durch die bei Einführung des freien Handels geschaffenen Reserven sichergesteltt unb dadurch ein Einfluß auf bte Preisbildung genommen werden. Ein- unb Ausfuhr müssen einheitlich geregelt werden. Ta Streitigkeiten zwischen d-n Ressorts nicht zu vermeiden wären, mutz eine Stelle eingerichtet werden, die hier bestimmend und vermittelns eingreist. Die Einfuhr von Lebensmitteln mutz begünstigt, die Einftchr von Luxuswaren als zurzeit entbehrlich angesehen werden Halbfabrikate sollen zugelassen wervm, soweit sie Deutschland braucht. Rohstoffe dagegen in vollem Umfange. Die Schasftmg von Roh st off lagern muß durch entsprechende Finanzierung ermöglicht werden. Unsere Ausfuhr soll nach Möglichkeit erleichtert werden. Dazu muß eine weitgehende Rationalisierung der Industrie beitragen, eventuell eine Zusammenlegung von Betrieben. Die Herstellung von Luxusartikeln ist zu vermeiden. Die Idee einer Reichswirtschaftsbank ist bislang nicht im Kabinett erwogen worden. Ter Reichs- wirtschastsrat dagegen hat sich vor wenigen Tagen einmütig auf eine Entschließung in diesem Sinne geeinigt, um der Not der Industrie auf diesem Wege abztchelfen Ti« Regierung ist mit allen Mitteln
aus einen Abbau ber Preise
bedacht, namentlich bei den Rohstoffen. Der Aufbau des Bauwesens muß sich nach den Stellen richten, wo die augeiMictliche Förderung der Produktion das zunächst verlangt, jum Beispiel im Ruhrrevier. Auch die Hebung unseres Ver- k c h r s w e s e u s ist ein dringendes Erfordernis. Unsere Schiffahrt ist durch den Krieg auf 300 000 Tonnen beschränkt worden. Bis zum Wiederaufbau unserer Handelsflotte tfr.fben die großen Reedereien Abschlüsse mit fremdländischen Firmen getroffen. Der Ausbau unserer Bin- ncnwasserstraßcn soll schon im Interesse ber Arbeitslosen rasch gefördert werden. Desgler- chen müssen wir auf eine rechtzeitige Sicherung von Auslandsabsatzgebieten bed eckt sein und uns schon jetzt entsprechen!) voiverciten. Zur Geiunbuna unseres Wirtschaftslebens halte ich aber die Einsührtmg eines
wirtsck östlichen Dienstjahres
für notwendig, dessen erziehender Einfluß »ns zu'zeit fehlt. Eine Tezenrralisation des Wirtschaftslebens wird uns ebenfalls zur Gesundung helfe» Die Wirtschaft muß zur Selbstverwaltung komm«» unb die geplanten Wirtschafts rate wechen uns große Dienste leisten. Auch bie Er- hihung bet Gütertarife kündigte ber Minister an. Alle tiefe Fi aaen sind ungeheuer schwierig, denn «S handelt »ch nicht mir barum, die Produktion zu steigern, sondern auch dantm, M- satzmarkte zu schaffen. Der Minister forderte alle Parteien aus. alle Wirtschaft!tck?en Kräfte zur ziel- bewußten Wiederausbauarbeit ^usammenzufas- gen. = Tas Echo aus beut Hause war nicht so
ben Vorschlag eines Mittelwegs zu begegnen, vornehmlich Frankreich, wollten trotz ber günstiger leider, wie io häufig Mittelwege, das Schick- gen Erklärungen Lloyd Georges im englischen
Ausweg gearbeitet, der di« Belegschaften durch steigende Beteiligung am Gewinn der Werke befriedigen soll. Aber auch diesem Versuch gegenüber zeigt sich ber zu eigensinnigem, weltfremden Theoretisieren neigende Zug der Deutschen, der hervortritt, sobald eine Frage über den Rahmen des eigenen Hauses und Erwerbs geht. Aber wer an unserer Zukunft nicht völlig vtrzwiifeln will, der muß hoffen, daß es ben Führern gelingt, noch in letzter Stunde das Verständnis der Massen für die wirklich« Lage zu wecken und einen Ausweg zu finden, der uns den Zusammenbruch erspart.
iim die Eszialifienmg-
Allgemeine Anklarheit über den Begriff.
(Prrvat-T -learamm.l
Berlin, 30. November.
lieber bie verschiedenen Entwürfe, die zuerst von ber Soziälistcrungs-Kommifston und dann vom Reichswirtfchastsamt geschaffen und bera- ten worden sind, ist bisher eine Einigung nicht zustande gekommen. Der tiefere Grund hierfiir liegt nnter anderem darin, hast über den Begriff Sozialisierung selbst unter den Sachverständigen und den Parteien, die nach ihr verlangen. ebensoweniig Klarheit herrscht wie früher über den sozialistischen Zukunftsstaat. Wie verlautet, wird die Einigungs- kommissiau des Reichswirtschaftsamtes am 1. Dezember w'eder zusammentretcn, im zu versuchen, einen Schritt weite- zu kom-