Nummer 282
Sonntag, 5. Dezember 1920
Fernsprecher 951 und 952.
10* Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Ser Völkerbund beschließt das Zloüaderecht!
scheinen Sägt.
K.F.Dr.
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Gegen die Entente-Einmischung.
Rom, 4. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Der Kammer-russchuß für auswärtige Angelegen» hciten verlangt dringens Aufklärung über die Ententenoie an Griechenland, die «inen unzulässigen Eingriff in die inneren Angelegenheiten darsiell«. — Der Matin meldet: Die rumänische Regierung hat eine Note überreichen lassen, die sich für die Rückkehr des Königs Keichuntin nach Griechenland aussprichr.
Lik Haff eiet 9ieuei:en 9ti<Lrtd)tro erfctetnen rcoctentitdi fectsmal ane zwar a benot. Ser ator.nement«ptel8 beträgt inenatl. 5.00 Wart bei freier Zustell an, in« tau«. Bestellungen werden leberjilt von der Geschäftsstelle ober den Boten entgegengenommen, iruderet, 8erleg an» Biebattion ■. Ech'achthofstraße 28/80, üür unverlangt etngefanbte Beiträge tonn' die Stebattion eine B erantroon. ng ober Lewähr in (einem stalle übernehmen. Siüliiahlung de« SegugSge-be« Ober Ansprüche wegen etroatger ni<6t orbnungSmäB'.ger Lieferung autgefd) (offen.
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Rom, 4. Dezember.
Der Regentschaft von Ftnme wurden die Dediugiwgen der Blockade mitgeieill: Alle remden und einheimischen Handelsschiffe werfen aufgesordcrt, das blockierte Seegebiet inner, halb drei Tagen zu verlassen. Bei der Ausfahrt werden sie untersucht und Kontrebande beschlagnahmt. Falls Schiffe Widerstand leisten oder flüchten, oder sonst sich feindselig verhalten, werden sie versenkt. Tie blockierte Zone dürfen nur Schiffe mit Lebensmitteln, die für die Be- völlerung bestimmt sind, oder Schiffe, die nach üdslavischen Häfen bestimmt sind, passieren. Auf dem Landwege.wird der Durchgangsverkehr und der Verkehr von Reisenden gestattet, um de» Stadt die Verpflegung zu ermöglichen.
gcheure Fehlbeträge. Di« Ausgaben über» schreiten die Einnahmen monatlich um Milliarden, die alle durch Steuern aufgebracht werden sollen. Solange nicht genug Geld einlommt, arbeitet die Notenpresse weiter, die eine Flut von Papiergeld in Umlauf bringt und — die Valuta weiter entwertet. Diese Papiergeld flut einzudämmen, muß selbstverständlich die wich- Ugfte Aufgabe dcr Finanzorgane sein, aber man hätte das Elend nicht so weit kommen lasten sollen und. anstatt jetzt gewaltsame Mittel anzuwenden, schon im vorigen Jahre nach reellen Grundsätzen arbeiten sollen. Da nun aber die Not über uns gekommen ist, gibt es nur den einen Ausweg, die Besteuerung so einzurichten, wie d'e Leistungsfähigkeit des Einzelnen es möglich er-
Staliens Schmerzenskind.
Die Regierung lätz« Fiume blockiere«. (Eigene Drahtmeldung.)
Um Griechenland» Thron.
Der Streit um KSuig Konstantin.
(Eigen« Drahtmeldung.)
Genf, 4. Dezember.
Nach offiziösen französischen Meldungen hat die von London nach Achen gesandte Warnung der Entente zunächst den Zweck, das griechische Volk noch vor dcr bevorstehenden Volksabstimmung auf die Folgen einer etwaigen Rückkehr des Königs Konstantin aufmerksam zu machen Heber das, was die Entente chrerseits weiteichin beschließen wird, werden die Verhand- lungen in London noch weitergesührt. Nach französischen Zugeständnissen ist man in London der Meinung, daß die künftig« Haltung dcr Entente davon abhöngt, ob König Konstantin sich zugnn- sten des Kronprinzen zmückziehen wird oder Nicht. Würde der Kronprinz den Thron be steigen, so würde En^and wahrscheinlich die wettere Entwicklung der Dinge abwarte«.
Set Fischhande! bleibt frei.
Äefrte Wiederkehr der Zwangswirtschaft. sPrivat-Telearamm.)
Berlin, 4. Dezember.
Durch dir Presse ging dieser Tage eine Meldung, daß im ReichScrnährungsministerimn «u Berlin in größeren Kreisen Beratungen über die Wiedereinführung der Zwangswirtschaft für Fische gepflogen worden seien. Dazu wird vom ReichSernährungsministerium mitgetettt. das, allerdings Beratungen über die Frage der Fisch bewirtschaftung ftattgeftmden haben. Dabei Hai es sich aber keineswegs um die Frage der Wiederciirführung der Zwangswirtschaft für Fische gehandelt. Man hatte lediglich vie Absicht, die Preisbildung zu beeinsliik. e n und die Preise zu senken, damit die Produktion gehoben werde Da aber die Preise um diese Jahreszeit immer in die Höhe gehen, hat man auch davon zunächst abgesehen. Von irgend einer Beratung über die Wiedereinführung der Zwangswirtschaft für Fische ist keine Rede.
Daher» will die Zwangsanleihe.
München, 4. Dezember. (Privattelegramm.) Im bayerischen HauShaltSausschuß konnte ein Regirrungsvertrctrr gestern Mitteilen, daß Bayern mit dem Zustandekommen der Zwangsan le ihr Wr das Reich rechne und die Ausschreibungen für den Monat Januar erwarte.
Sie Polen in Danzig.
Pläne zur üeberschreitung ihrer Rechte.
(Privat-Telearamm.)
Danzig, 4. Dezember.
Tie Aeußerungen des Fürsten Sapieha über polnische Absichten auf eine polnische Garnison in Da »zig haben hier großes Aufsehen hervorgerufen, da dieses Verlangen mtt dem Frirdcnsvertrag und der Kouocntion zwischen Danzig nnd Polen in Widerspruch steht. Oberbürgermeister S,ihm hat eine Noir an den Völkerbund entworfen, die heute abgchen soll. In der Note wird angrsragt, wie eS mit der Nichtigkeit obiger Aeutzrrungen bestellt fei, um Stellung dazu nehmen zu können. Sahm reist voraussichtlich am Dienstag nach Genf, um mtt dem Völkerbund die Sache zu erörtern. Fer- ner ist die sofortige Regierungsbildung für den Freistaat Danzig nötig. Die Verfassunggebende Bcnammlung tritt am Montag zur Bildung des Volkstagrs zusammen. Das Fortbestehen der Verfassunggebenden Versammlung ist sicher. Wie verlautet, haben dir bürgerlichen Fraktionen der Verfassunggebenden Bersamm- lnng den Oberbürgermeister Sahm als Senats- ! räsidenten auSersehen. Die Negierungsliste ist vorwiegend scharf konservativ.
Tagung der Müetbnnbes. Die Tlvckade ist al- Waffe anerkannt! (Eigener Drahtberichl.)
BerwiMteFinaW».
Reichsnotopfer oder ZwarrgSanleihe?
Es läßt sich leider nicht vermeiden. Die Schwierigkeiten der deutschen Finanzlage sind nun einmal derart, daß auch die breitere Lef- fentlichkeit nicht daran vorül.! ergehen kann. 'Dian sage nicht: »mögen sich die Finanzgroßen allein mit dem Schuldenproblem abmühen, uns ist es gleichgültige weil wirs doch nicht ändern können." Kein deutscher Staatsbürger sollte die Augen vor einer Sache verschließen, die ihm unangenehm ist. Natürlich kau« nicht Jeder mit- reden, aber trotzdem ist es notwendig, sich über den Stand der Reichsfinanzen zu unterrichten, denn von ihnen hängt die Art und die Höhe der Besteuerung ab, die Jedermann an seinem Geldbeutel spüren Wird. Die Ereignisse der letzten Wochen haben nachdrücklich bewiesen, daß Wir auf finanziellem Gebiete immer noch abwärts rutschen. Man bemerkt ein bedauerliches Mißverhältnis zwischen Industrie und Finanz. Was auf industrieller Seite gebessert wird, geht auf der finanziellen Seite wieder verloren, Eine allgemeine Unklarheit macht sich infolgedessen in Börsenkrcisen geltend. Die Kurse für deutsche Werte sind schwach, und für ausländische Werte hat man in folg: der Doluti- sprünge und der vom Ausland gemeldeten Preisrückgänge keine bestimmten Anhaltspunkte. In den letzten Tagen festigen sich allerdings die Devisen, weil nach der Fieberkurve wieder etne
8ehv Fahre.
Geburtstag der Kasseler Neuesten Nachrkchlett Am gestrigen rage war ein Jahrzehnt feit her Begründung unseres B atte« verstrichen. Einer unserer LUitarbette» »leibet- sein« Wünsch, in die folgend, launige Ansprache
Gens. 4. Dezember.
Die für die Prüfung der Blockadesrage cingc Nnterkommifflrm nahm unter dem Borsif sitz Lord Robert CecilS die nachstehende wichtige Entschließung über die Verhängung der Mokka de als Mittel g*it Aufrechterhaltung deS Weltfriedens an- „Für den Fall der Bezeichnung eines Vertragsbruches durch den BölkerbundS- rat ist cS Pflicht jedes Mitgliedstaates des Völkerbundes 1. alle diplomatischen Beziehungen mit dem ab zubreche», der sich gegen den VölkerhÄudspstt vergangen hat, 2. so schnell wir möglich die erforderlichen und mit seiner Verfassung im Einklang stehenden Maßnahmen zu verfügen, um allen seinen Staatsangehörigen «eglüte Beziehung mit den Bewohnern des von der Blockade bolroffc-nen Staates z« untersagen. Lord Robert Ccril betonte die außerordentlich: Wichtigkeit dieser Entschließung. die dem Böller- bund gestatte, die furchtbarste Waffe, über die er überhaupt verfüge, die Wirtfchaftsblok- a o e, zugunsten des Weltfriedens in die Wag fchale zu werfen. — (Tamtt ist das englische Mittel der Vergewaltigung anerkannt!)
Fr .nkreich will Harding beeinflussen.
Rotterdam, 4 Oktober. (Eigene Drahtmtt- ’bunfl.) Dcr Newyorker Vertreter der „Times' m-ldet: Ter französische Botschafter Fusseraiw bringt von seiner Europareife neue Vorschlag: mit, dic ihn beauftragen, mit dem MkÜmfiigm amerikanischen Präsidenten Harding Wer dessen Abändermvswüusche znm Völkerbund sich in Verbindung zu setzen.
Gegen bett Abenteurer d' Annunzio.
Fiume, 4. Dezember. (Eigener Drahtbericht.' Seneral Caviglia forderte den „Regenten^ von Fiume. dAu nunzio, schriftlich auf. die Truppen von den Inseln Veglta und Arb- und d»-m übrigen auf dem Festlande außerhalb der Grenz: bet Staates Fiume besetzten Gebiete «iriidju» zichen. In etnem Ausruf an di« Truppen tn Fiume ermahnt der K-neval Vefe nochmals zur
Gesetzlichkeit auf und bedroht jeden Mderst-md von Italienern nach Erklärung der Blockaoe mit Todesstrafe Eine von Abgeordneten aller Parteien, mit Ausnahm- der Sozialisten, zusammengesetzte Delegation trifft morgen in Fiume ein, um d'Annunzio zum Einlenken zu bewegen.
ruhigere Linie erkennbar ist. Im allgemeinen hat man aiber nicht viel Vertrauen zur deutschen Valuta, da tut Steuercmsschuß des Reichstag und im Reichstage selbst unsere Notlage gekennzeichnet worden ist, aus der man keinen sofort gangbaren Ausweg weiß. Dabei häufen sich dte Hirrdcrnisse von ISoche zu Woche durch die Wachsende Last der schwebenden Schulden.
Den Erörterungen int Steuercmsschuß, über die wir die telegraphisch.'!! Berliner Berichte veröffentlichten, ist zu entnehmen, daß die gi- nanzorganc sich mit dem Problem der Schuld et-eindämmung beschäftigen, aber nicht die richtige Form dafür finden können. Ter Vorschlag des Reichsbankprästdeni.-n Havcnstein, außer der beschleunigten Einziehung eines Teiles des ReichsnotopferZ auch eine Zwaugsanleihc in Bewegung zu setzen, hat verschiedenerlei Meinung hervorgerufen. Diese beiden Arten der Celdcinziehung zugleich zu verwirMchcn, scheint doch außerordentlich bedenklich. War es schon schwierig, bisher das Reichsnotopfer einzuziehen, wieviel laugfamer Wird der ausgedehnte ©teuer« opparat zu gandhaben s in, wenn noch eine neue Zwangsmaßnahme hinzutritt. Roch ernster ist die Wirkung aufzufassen, die der vermehrte Steuerdruck auf Handü, Industrie und Landwirtschaft ausübcn müßte. Auch die Ansichten über die eine oder andere Form sind geteilt. Die Bestimtmmgen des Rcichsnotopfers sind so. daß vom Vermögen ein Teil abgegeben werden muß, der dem Staat ohne Rückzätzlpflicht zu- Mt. Da bisher noch nicht mtt der Einziehung begonnen Worden ist — nur freiwillig« Zahler haben ihre Betrage entrichtet — soll ein beschleunigt es Verfuhren durch den jetzt zur Beratung stehenden Grsetzenlwurf angeweudet werden. Der Vorschlag der Zwangsanleihe ist eine mildere Art insofern, als der abgegebene Prozentsatz vom Vermögen nach Ablauf einer bestimmten Frist dem Geldgeber zurüüerstattet Wird. Ties Würde entweder mit ober ohne Verzinsung geschehen. Die Zwangsanleihe hat zweifellos viele Befürworter — auch der Finanzausschuß der bayerischen Hammer unterstützt den Havenstein- schcn Vorschlag —. und man Wurfe« sie wahrscheinlich den: Reichsnvtopser vorziehen, aber zwei solcher Radikalütren zu gleicher Zett Wären doch eine zu starke Inanspruchnahme der Zah- lungsfähigleit, wodurch das Betriebskapital in vielen Fällen in Gefahr gebracht würde.
Vorläufig handelt es sich nur um einen Vorschlag, der zwar an sich noch fein« Bedeutung hat, weil die Einbringung von Gesetzentwürfen vorn Kabinet ausgehen würde. Finanzmintster Wirth har allerdings dazu «rrtärt, daß er einer Verbindung der beiden Erttvmrfe nicht ablsh- nend gegenuberstüht. Bei ihm führ naturgemäß das Interesse im Vordergrund, möglichst rasch und möglichst viel Bargeld zu erhalten. Dieser Standpunkt ist erklärlich wenn man die Bera- tifrfl der Haushaltsplan e im Reichstag terfolgt. Es ist nicht ein einziges Ministerium vorhanden, das mit den Einnahmen aurkommt geschweige denn einen Uebci schuß zu verzcichuen hat- 2v iedem Etat sind gähnende Lücken, un-.
Meier Nemste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
... Mso, Was ich immer schon behauptet habe ... man entwickelt sichl Reif sein ist Alles. Gewiß. Das ist sehr schön und sehr richtig ge- K-flt Wenn aber auch Reissein Alles ist, so gilbt es doch etwas, Was noch mehr ift... das Reif, werden! Man wild mir Vorhalten, daß das große Wort, das ich da allerdings sehr gelassen ausgesprochen habe, sich mit den Ansprüchen der Logik nicht in Einklang bringen lasse. Mehr als Ällles — das geht doch nicht, ©cljon. Ich bin heute zu gut aufgelegt, — um mich in einen Streit ein zulassen, und begnüge mich damit, aus Lessing zu verweisen. Also Lessing schrieb ein» mal, daß er, von der Allmacht vor die Wahl gestellt, zwischen der endgültigen Wahrheit und dem Forschen nach ihr, sich ohne Besinnen für das letztere entscheiden würde. Sie sehen, ein ganz Großer hält von dem Suchen, das doch in aller Ewigkeit fruchtlos bleiben wich, mehr, als von dem sehnsüchtig Gesuchten, dein Fund selbst, mehr von dem Graben a® von dem Schatz.
Vor ehrliche NchakttonI Bei Ihrer steten Bereitschaft allen Weltereignisfen gegenüber, wich Ihnen auch die Tatsache nicht entgangen sein, daß Sic heute zehn Jahre alt geworden find. Sie und di« „Kasseler Neuesten Nachrichten", was ja so ungefähr dasselbe ist. Ich bitte um die Erlaubnis, dieses lokale Ereignis nicht zu unterschätzen. Ich habe meine Gründe für meine Bitte und bin in der Lag-, meiue Legitimation vor zubringen, mich in den Zug dcr Gratulanten ctureihen zu dürfen. Ein wenig gehöre ich ja doch zu Ihnen. Ich bitte: mir war es vergönnt. ste mit aus der Taufe zu heben. In der ersten Nunrmer der „Kasseler Neuesten Nachrichten" habe ich mit dem Feuilleton „Nr. 1* meinen Se- <yn mit aus den W'g gegeben. Und die Sach« ! ist auch gut ausgegangen Es scheint also, daß ich nickt den von dem Volk in Italien so sehr gefürchteten „böfen Blick' habe, der Unglück bringt. Ich könnte fast selber abergläubisch wer» dcn, aber auch dafür oder besser dagegen ist vom Schicksal vorgesorgt. Wenn es sich nämlich um meine eigenen Augelegenhetten handelt, da verfangen auch die schönsten Geleitworte und Segenswünsche nicht Aber -s ist auch so sehr bübsch, und wenn ich überblicke, wie unsere lieben „Kesseler Neuesten Nachrichten* ihren Weg gemacht zu der Etappe, an der wir sie hncte schm, da will mir schier das Herz anßc-ehm.
So weit sind wir aber noch nicht. In meinem Programm ist die besondere Rührung als Punkt 3 verzeichnet, und man soll sich nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wir haben erst noch_ eine andere — die zweite Etappe 31t be- rücksickftigen. Ein Segen ist bald gegeben, ob et frt*er auch hält?! Die meisten Menschen sterben im Kindesalter und die allermeisten im ersten Lebensjahre. Mit den Zeitungen ist eS auch nicht anders. Das erste Jahr das cuMrlicht^ war vergangen, und das Kind war gediehen. Ein Jähr will nicht viel sein für Pyramiden, die es lieben, auf viele Jahrtausende herahzublik» ken, aber es ist schon etwas für eine Zeitung
Es ist sogar fdfir viel, wenn es akiickkich über, standen worden ist. Dem; von diesem einet Jahre, dem er ft en hängt eigentlich Alles ab. Eine ungeheure Fülle von Arbeit itnh mühevoller Anstrengung drängt sich in dieses ein« Jahr Zusammen; es muß die gan;e Kraft, die ganze Punönl'chkeit, cs muß auch-ein Ver-mSgen cinge- leyt werden, und mehr Sorge häuft sich da auf, als sonst in einer langen Reihe von Jahren. Und Wenn mm daz erste Jahr glücklich überstanden ward, dann gibt es ein freudiges Aufatmen. Wie viele sind ihrer, die auf der Strecke niederbrechen, derer, die am Wege sterben — auch unter den Zeitungen! Unser Geburtstagskind hat ein solches Stehvermögen bekundet, hat mit beneivenswmter Frische die Strapazen txl der- hängniAvollcn und gefährlichen Zeitraumes über, standen und in prachtvoller Fonm fern ut Be« Migmtgsttachwets erbracht.
Dann kanten dte Jahre der Weiterentwicklung und der Ansaestattung. Unsere Leser, die täglich zu Gericht über uns sitzen, wissen, daß es nicht Jahr- eisololoser Arbeit waren. Und tun steht« die Kasseler Neuesten Nachrichten am Stau für dar M iee Jahrzehnt. Und wieder stehe ich da, bei mit liefgtzogcncm Hm: denn ich habe tiefen R-ssstekt vor jeglicher ehrlichen ArbettSlekstung. Zehn Jahre .. euch das Pt f<i noch nicht viÄ, aber man versuche es nur, sick's einmal zu vergegenwärtigen. was das i" diesem Falle zu be- beitten hat Zehn Jahr- Kasseler Neueste Nach richten, duS sind elirbundertund-wanzig Fslio- bände ttrferer Zeitgeschichte, so umfassend itn> vollständig toi« sie ein einielner Geschichtsschreß der. intb sei er noch 10 gründlich und gewissen- haft, tot Leben nicht bieten könnte. Und Weltar« chichto im best'U und modernsten ©inne, die sich nicht damit begnügt, die Haupt- und Staatsak- tionen i#r Regenten und ihrer Diplomaten tu