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Meter Neueste Nachrichten

______________ Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Jnlerttonsprette: a) Lviheimtfch« »«ftrdge: $te eintoalttge Knädgen-3«ile R. 1.00, Me etnfpatttgc Hef(ame<etle M. 2.50. b) ttufrodtiige «ustrcige: »t< etafpatttge Lnz«jgen»«Ue W. 1.80. Mo ttnfpattigt SReltamtjette M. 2.75, aOe» ,tnlchtt,ßlich teuerungijufrälag enb anjdgtnfteuex. Für Me RichttgkeU aller durch Fernsprecher aufgegebenen Ln,eigen, sowie für Ausnahmera!«» und Platze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei- «chlachthofstr. 28/30. Seschätt«s!«lle: »ölnische Str. Dekephon «k. 95! u, 961

Nummer 285. Fernsprecher 951 und 952. Donnerstag, 9. Dezember 1920 Fernsprecher 951 und 952. 10. Jahrgang.

Die Raffelet Neueren Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abenb*. Der «bonnementrpreir beträgt monatl. 6.00 Mark bet freier Zuftellun-/ ins Hau«. Bestellungen werden feder,-ii von der BeschLfrSsieUe oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, Berlag «xb Redaktion Schkachthofstroße 28/30. Für unverlangt eingesandte Beitrüge kann Vie Stedaktion eine Berantwort.mg eher Gewähr in keinen, Falle übernehmen. Rückzahlung bei 8e$Hg«gelbe< ober Lnlprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ausgeschlossen.

Las Besoldungsgesetz im Reichstag

wortnote an die Müerten in der oberschle. ftschrn AbMmmungsfraae verläßt heute früh Ber­lin. Ihre Ueberrejchuna in Paris, Loudon und Rom wird gleichzeitig am Donnerstag erfolgen.

LSerfchWem Abstimmung

Dsntschlands Antwort an die Erneute.

Der Londoner Beschluß bleibt.

Poris, 8. Dezember. (Eigene Drahtmeldung. Im Kammerausschuß für Auswärtiges sagte ge­stern der Ministerpräsident, daß Frankreich die Besetzungsdauer für das Rhein ge. bitt von dem Tage der Vertra,rseDfüllung durch Deutschland an rechne, Zur ober, schlesischen Frage übergehend bemerkte der Ministerpräsident, daß Frankreich eine andere Entschließung über die Volksabstimmung in Oberschlesien als die in London getroffene nicht anerkennen würde, da sie allein die Freiheit und Sicherheit der Wahlhandlung verbürge.

Unter der FremdherMsft.

Die Entente rügt die deutschen Minister.

(Vrivat-Telearamm-l

Berlin, 8. Dezember.

Die Vertreter Englands, Frankreichs und Belgiens haben der denffchen Regierung eine Rote überreicht, worin sie die Reden des Rcrchs- kanzlcrs Fehrcnbach und des Außenministers SimonS, die diese kürzlich im besetzten Erbiet hielten, verurteilten. Der französtsu-e Botschafter Laurent trat als Sprecher der drei Vertreter auf Die Amerikaner habe» sich, obwolst ebenfalls Be­satzungsmacht, an dem übermäßig harten Schritt nicht beteiligt. Die RcichSregiernng ist ans die Denionstration nicht gnz unvorbereitet gewesen. Ein eigentliches Redeverbot enthält die Rote, wie verlautet, nicht, aber sie legt dem Kabinett in nicht inißzuverstehender Form nahe, künftig von Beußerungcn gegen die Entente inner- ldttb des l esetzten Gebietes abznlaffcn. da solch: die Ruhe und Sicherheit in diesem Gebiet, für welches die Alliietten verantwortlich seien, ge- ährden leimen. Tie Reichsregierung wird die

Sie BesowMgr Zragen.

Regierung gegen Bcamtenstreik.

(Pcwat-Telearamm.)

Berlin, 8. Dezember.

Zur Frage des Beamteutzreiks und des pas- ' stven Widerstands verweist eine offiziöse Bus- laffung auf die E r! l ä r u n g der R e g i e r u n g vom 20. Februar 1920, die noch heute den Stand­punkt der Regierung darlegt. Danach stehen die Beamten in einem TrenverhältniL. Dieses Treuverhältnis tritt auch dadurch in Er­scheinung, daß der Beamte einen Diensteid leistet. Mit Rücksicht auf die der Allgemeinheit gegen­über obliegenden Pflichten ist dem Beanktrn W- Recht versagt, sein Amt willkürlich zu verlassen. Demgemäß ist auch die Mehrzahl der Beamten auf Lebenszeit angestellt und kann nur im Wege des gesetzlich geregelten Disziplinar- vcrsahrens entlasse» werden. Fenier sind die Rechte der Beamten auf Ruhegehalt und die Hinterbliebenenfürsorge gesetzlich ge­regelt. Bei einem Streik verläßt der Beamte die ihm obliegenden Dienstpflichten und hat in- solgedesscn die Einleitung des Disziplinarver­fahrens mit dem schließlichen Ziel der Dienst­entlassung und dem Verlust seines Dienst- einkommens zu gewärtigen.

Drohung mit Streik.

Frankfurt a. M-, 8- Dezember. (Privattese- Strnnin.) Ter passive Widerstand der B: amteuschan, der in B a d c u unter den Pvstbeam- len begonnen hat u >d der auch aut andere Be­zirke und ©titote Wergsgriffen hat, macht sich auch bei der Beamtenschaft in Frankfurt am Main fameikbar. Hier fand eine große Protest- kui dgebuna statt, an der sich etwa Vier^ufep.'b Personen beteiligten. Ter radikale Eisenbnh- Ni.ist und Berlin ersucht den Acini ster um An­nahme der letzten Forderungen bis LL. De­zember. Der Deutsche Beamtenbund Berlin wird am 15. Dezember über den General­str e i k - A n i r a g sich schlüssig machen, falls bis zu diesem Zeitpunkt die Forderungen des Bearn- tenbuudes nicht angenommen ftnb.

RMcheMderfpröche.

Gefängnisstrafe wegen Streik«. Rückkehr zu dem Kapitalismus.

Die entinittlnnfl de» rutNI-hen Suftänbe geht fonbetbarc Weg«. WLHrend bas doisrdeivilttskh« DHUe« angeblich die perwnli-ÄeFr.ihei« bringen foule, »--»richt gtauiatner Terror. Wührerid c« p-rvat« «apitakiemns »-fertigt werd«» follte, ruf« ihu di« Sowjetrrgterung 1«lbft »«, *#<* Dl« Beweise mehren sich, baß der Boi. fchewtSmu» In abfebOatct Seit guten;«nenlrltDg

Vor einigen Tagen ist In Druffel das eh> ' malige Duma , Mitglied D-r. Boris Do. kolow eingetrossen, der zu den eifrigsten Be. känrpfem des sowjettstischen Roch ms gehört. Ende 1918 war er aus Rußland geflohen und Juni 1919 dorthin zurückgekchrt. Rachd-m er von den sowjeft frischen Behörden verhaftet worden war. verbrachte er mehrere Monate in den Gefängnissen zu Petersburg. Moskau und in der Provinz, bevor er gegen Kaution in Freiheit gesetzt wurde. Im September dieses ^llchr.is gelang es ihm endlich fliehen, und Zwar in Gesellschaft von Frau Kerenski Die Flucht vollzog sich unter den grössten Schwie­rigkeiten, da allein in Moskau sechSundzwan- -igtansend Geheimagenten jeden Widerstand der Devöllerung gegen den bolschewistischen Ter­ror brechen. Reben dieser Polizeiiru-ppe be­steht, den Mitteilungen Sokolows zufolge, eine Gendarmerie von hunderttausend Mann, die sich zum größten Teile aus Kommunisten re­krutiert und alle Vorteile der gegenwärtigen Willkür genießt, endlich die reguläre Armee, die der unerbittlichen Disziplin der Kommissa- t.» unterworfen ist und mit einer so brutalen Gewalt zusammengehalten wird, wie dies nur unter dem zaristischen Regiment Nr, mögtich gehalten tvorden war. Die Offiziere dieser Ar­mee sind rein technische Instrumente und haben keinerlei wie immer gearteten Einfluß. Für die Bauern repräsentieren dieweißen- Gene­räle dar alte Regime. Sie setzen sich aus den Grundbesitzern zusammen, die ein Jntereffe daran haben, den früheren Anstand wiederher­zustellen, und da in der füdruffischen Psycholo­gie Zar und Land nur eine Einßeit bilden, so können di- breiten Massen die reaftionäre Be­wegung nicht begreifen, die di« Monarchie zu- rücknu-fen will, andererseits aber den Bauern das Land lasten soll. Sehr tntereffant ist, toaA Dokokow über die jetzigen

russischen Gefängnisse berichtet. In dem einen dieser Gefängnisse waren außer zahlreichen Miwlwdern bar Ka- dettenpartei achtzig Anarchisten aller Schattie- rnugen interniert, viele Links-Sozialnevotutio- nitre, Rechts-SozicflreVoliutionLre. Warima li­sten, und den Bolschewisten nahestehende Sozial­revolutionäre, die sich aber gegen die gegenwär­tig bestehende Diktatur und ihre Atethoden aufzulehnen versucht haben. Scflrflow meint, was ihn am meisten in Erstaunen gesetzt habe, war) daß er während seiner Hast mehr als dreihundert A r b ei te r n begegnet sei, die zum Teil seit sechs, zum Teil seit acht Monaten hin­ter Schloß und Riegel saßen, ohne bisher a-b- genrteilt zu sein, aus keinem anderen Grunde, als weil sie an einem Streik teilgenom- m en hatten. An derartigen Arbeiterbewegun­gen fthlt es nämlich auch im Sowjetrußwnd nicht, teils aus ökonomischen, teils aus politi­ck) en Gründen. Bei manchen dieser Streiks i t «cm, offen die Parole ausgegeben worden:

»Rictzxr mit dem Bolschewismus!"

Daraus kann mau ersehen, bis zu welchem Grade die Unpopularität des Leninschen Siegt-

(PrwÄ-T ei e gramm.)

Berlin, & Dezember.

Aus der gestrigen Sitzung des Ausschusses lie­gen keine Berlautbarungen vor. Ein kurzer offi­zieller Bericht soll erst erfolgen mit der T lannt- Mbe der Entscheidung der Reichsregie, rung auf die Ente-tenote über Obere- schlesten. Im Ausschuß sprach der ReichSmini- stcr Tr. Simons in cinstündiger Ausführung

Der König «nd die Entente.

Luzern, 8. Dezember, iEigene Drahtmeldung.) König Konstantin hat einem Berichterstatter er­klärt, daß die Volksabstimmung keinesfalls g e g e n die E n t e n t e gerichtet sei.Wir wiin- scheu," sagte der König,daß volle Klarheit zwi­schen Griechenland und der Entente herrsche. Ich schlage deshalb vor, den Völkerbund mit einer Untersuchung der ganzen Sache zu beauftragen."

Bei Gelegenheit der Scralung des Reichs­haushalts kam der Haushalt des Meichsernich- rungsministers an die Reihe und der Minister Hermes beklagte, daß sich der Streit um alle einschlägigen Fragen zu einem Kampf für und gegen die Zwangswirtschaft zugespitzt habe. Wenn die Versorgung jetzt auch mangel­haft fei, so sei sie doch besser als zur Zeit des Schleichhandels. Die Teuerung sei allerdings außerordentlich schmerzlich aber der Preisabbau könne nicht wiMür'Iich bei der Landwirtschaft be­gonnen werden, denn die Preise seien auch vom Auslände abhängig Dazu komme, daß die Ge­treideernte um fünfundzwanzig Prozent schlech­ter sei als im Vorjahre. Hermes fand einen kampflustigen Widersacher in der doppelt rede­freudigen Person des Herrn Braun, der einmal als RelchstagSabMordncter. dann als preußi­scher Landwirtschaftsmiuister sprach und die PL- riitf, s-owie die Person des Ministers Hermes kritisierte. Das ist natürlich sein Recht, aber die Form, in der er es tat, war unvarlamentarisch, allerdings nicht in Ausdrücken, ober in der Aus­nutzung seiner Doppeleiaenschait als Abae- ordneter und preußischer Minister. Hätie er, nachdem Minister Hermes ihm erwidert hatte, weiter als Abgeordneter aesprochm, wie es rich­tig gewesen wäre, dann hätte er die Reihenfolge nach der Rednerliste einhalten müssen. Er begab sich aber bei seiner zweiten und dritten Wort­meldung auf die ReichsratHest-ade und sprach al? preußischer Landnnrtschafisminister außer der Reihenfolge. Der Streitgegenstand war die Dungemitteffasse, die nach Herrn Branns Mei­nung nicht richtig verwendet worden sei, ferner die früher geschilderte Angelegenheit Augustin Braun vermutet, daß in einem damit in Verbin­dung stehenden Bries nachiräalich FAstbnwnn vorgenommen worden1 seien. Minister Hermes widerlegte die Verwürfe und wandte sich nicht nur gegen den .Abgeordneten", sondern auch ge­gen denLandwirtschaftsmftii sttr" Braun, weil dieser Kenntnisse l«enutzt falte, die er nur als preußischer LaÄdwirtschastsminffter erhalten hatte.

sonst sehr geduldigen Reichskanzlers prägt sich ein bitterer Ernst aus. Sie offenbaren, daß zwischen den beiden Regierungen eine Spannung vorhanden ist, die nicht erst seit diesem Zwischen- : fall besteht. Es klingt wie eine Rücktritts- drohung, zumindest aber ist es eine dringende Mahnung zu einer ruhigeren Polittk und zu, einem gemäßigteren Amtsverkehr. Außerdem ist darin ein Anzeichen zu erblicken, daß die Freund- schastsbande stoifdjen Zentrum und Sozialdemo­kratie nicht iw'hr so fest aeknÄpft sind, wie es früher der Fall war. Der Kamps zwischen Reichs- und Landesregierung macht aber einen wenig vertrauen-erweckenden Eiitoruck. Wenn selbst in den Regierungen keine Einigkeit herrscht, Ufte kann eine solche dann int Volke gedeihen? K. F. Di.

Konzessionen für Privatbetriebe.

Scho bezeichnend für den Fehlschlag der bolschewistischen Theorien ist folgende Mittei­lung: Moskauer Zsttungen veröffentlichen ei» Dekret des Rats der Volkskommissare uvcr die

ment als eine Stätte, in der trotz mancher hei­ßen Fehde eine gewisse Form der Höflichkcii ge­wahrt wurde. Daher wurden unhöfliche Reden und sonstige Ungehörigkeiten als unparlameit- tarifch bezeichnet. Heute ist das anders Die große Frecheit muß ansgekoster werden und mutz sich hauptsächlich in möglichst scharfen Angriffen answitken. Das Parlament ist dazu gerade der rechtt Ort. Do« kann mau, wen» man glück­licher Abgeotdnrter oder gar Minister ist. zweck­lose Parteircden halten Je mehr man schwatzt, desto weniger braucht man zu leisten, denn die Zeit vergeht bekanntlich beim Schwatzen viel schneller und amüsanter Außerdem täuscht sie im Parlament eine Leistung vor So ließ es sich denn auch der Rcichst,rgsadgeordnete Braun (Düsseldorf), der zugleich preußischer Minister­präsident und preußischer LaudivirlschaftZmini- ffer ist, im Reichstag nicht nehmen, gegen den Reichsernähmngsminister Hermes mit einer wohlvorbereiteten Rede jn Felde zu ziehen. An­laß dazu gab die landwirtschrltliche Produktion Uiid der Bcstcchungsfall Llugustin. Die eine An­gelegenheit ist schon an der gleichm Stelle wi­derlegt worden, und über der anderen schwebt ein gerichtliches Verfahren, dessen Ergebnis man noch altwarien muß

ments zugenommen hat, eine Auffassung, die auch in Gesprächen nwt Priestern, Arbeitern, Bauern, kurz Leuten aus allen Schichten der Be­völkerung ihre BcsÄtigung gesunden hat. Alle diese Menschen sind Gegner des bolschewistischen Regimes und erwarten mit Ungeduld fein En­de Selbst die Bauern sind zum nicht geringen Teil der Herrschaft Lenins und Trotzkis abge­neigt, was deshalb besonders vermerkt zu wer- b:n verdient, weil durch die Revolutton in Ruß­land eine ganz neue Klasse geschaffen wvrde.r ist, die fleinbäuerliche Bourgeosie, die jetzt gegen die Regierung einen zwar äußerlich nur we­nig in die Erscheinung tretenden, aber deshalb nicht weniger nachdrücklichen Kampf führt. Die­se Opposition macht sich in bolichewistischen Kreisen bereits dadautch nuangcnShm fühlbar, weil der Bauer nur noch denjenigen Teil seines Landes bebaut, dessen Ertrag gerade für feine eigene Ernährung ausreicht, darüber hinaus liefert er aber nichts nrehr an die Städ­te oder an die fowjetistischen Organisationen ab

Minister gegen MMer.

Kampf zwischen Preußen und dem Reich.

Sn Berlin ist in der vorigen Woche eine so­genannte .Höflichkeitswoel/e" von einem Zei­tungsunternehmen veranstaltet worden. Der Erfolg dieses neuzeitlichen Sports ist sehr kläg­lich, wenn man an das Parlament einen Maß­stab anlegen darf Seitdem die große Verschie­bung der staatlichen Grundlagen und Formen stattgefunden hat und leider a.rch die ethischen Bogrffse arg verschoben wordn, sind, hat auch der HöflichseitshegriU seine alte Bedeutung ver­loren. Früher betrachtete man das Parla-

DaS Kabinett in Berlegenheil.

Athen. 8. Dezember. (Eigene Drahtmeldnng.) Das durch die Haltung der Alliierten bestürzte Kabmett Meinl sich zu beeilen, das Resultat der Volksabstimmung bekannt zu geben. Es fragt sich, ob die Regierung eine Delegaiion nach Luzern entsendet, oder ob ste sich darauf be­schränken wird, an Konstantin die Abstimmung telegraphisch zu notifizieren, um auf diese Weife dem König die V eranttoortitng für den Entschluß zu überlassen. Man hört, daß die Einberufmig der Kammer sich um einen Rto- nat verzögern werde.

Dieser Streit, der an sich gar nicht eines solchen Redeanfwandes würdig war, gewann erst recht durch das Eingreifen des Reichskanzlers Fehrenbach an Bedeutung, der Herrn Hennes zu Hilfe kam. Er wies Herrn Braun darauf hin, daß er sich vorher darüber hätte Dar sein sollen, ob er als preußischer Landwirfchafls- ministcr hätte sprechen wollen. Tcrs Schauspiel aber, daß er zuerst als Abgeordneter, dann als preußischer Minister fpracki, und daß sich J?>crr Hermes erst gegen die Tarlegunacn des ..Mrne- »rtmefen* und dann gegen die desMinisters" wenden mußte, sei ein tief bedauerlicher Vor­gang R-cht bemerkenswert sind aber Fehrcn- bachs Worte:Wie kann eine aesuüde Reick-S- pollirk getrieben werden, wenn die Autorität im Reick und in dem größten Staut des Reiches in der Art durch Angriffe von feiten eines Sld- aeordneten, der zugleich Ministervräsident dieses Staates ist. provoziert wird? Es ist n i ck t m ö g- lich, die Angelegenheiten des Reichs Weiterzuführen, wenn die Tinae so wer- teriwspvmren werden." In diesen Worten des

Hm SrirÄenfandr Thrsn.

Die Protestnote der ALiierton.

(Eigener Trahtbericht.)

Wien, 8. Dezember.

Die Note der alliierten Mächte, die gegen bis Thronbesteigung König Konstantins Stel­lung nehmen, ist gestern in Athen überreicht worden. Man will der griechischen Regierung noch vor der Entscheidung Gelegenheit geben, sich zur Erklärung der drei Großmächte zu äußern. Der Minifterrat trat alsbald zusam­men. Nach oeut Ministerrat hatte Ministerpräsi­dent Rhallis eine Unterredung mit der Köni­gin - N egent in. Infolge eines Defektes an seinem Kraftwagen konnte der Ministerpräsident erst in den Abendstunden nach Athen zurückkch- ren, wo die Gesandten Frankreichs und Italiens bereits eine Stunde auf feine Rückkehr warteten, um auch die sranzösisckx und italienische Ueber. fetzuna der Note zu Überrerchen. Rhallis teilte mit, daß er die Note dem Ministerrat vorlegen würde. Die Unterredung währte nur zwei Mi­nuten. Es scheint, daß das Ministerium beschlös­se« hat, im Amt z« bleiben.

Beratung im Reichstag.

Berlin, 8. Dezember. (Privattelegramm.) Der Gesetzentwurf über die Erhöhrmg der Beamten zulagen, der in Form eines Nachtrags zum Etat für 1929 vorgelest worden ist, stand bereits auf der Tagesordnung der gestri­gen Reichstagsfitzimg zur ersten Lesung. Da2 HauS konnte jedoch in die fachliche Beratung noch nicht einiteien, da von verschiedenen Selten neue Anträge eingebracht worden sind, die erst in Truck gegeben werden müssen. Indessen ist, wie Präsident Löwe mitteilt, dir Angelegen­heit durch Vorbesprechungen soweit gefördert n 01 den, daß der Entwurf noch in dieser Woche in aßen drei Lesungen verabschiedet werden kann.

- Note in allernächster Zeit beantworten, natürlich,

über Oberschlesien. Dir übrigen Vertreter der indem sie gegen den Inhalt Stellung nimmt. Fraktionen beschränkten sich auf kurze program- 2 ic politische Bedeutung des Schrittes der En- «uttilche Erflärungen. Di-deutsche Ant-Itcittc ist noch nicht ?'r.r zu übersehen.