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Kaffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Ü

1V. Jahrgang

Donnerstag, 16. Dezember 1920

Nummer 291

Fernsprecher 951 uny 952.

Fernsprecher 951 und 952.

V

Bestimmungen zur Gelreide-Ablleserung

dieser Verlegenheit entdecken

D. V.

nicht fäx deutsche Zwecke

vettvendet wurden. Rur Leine AuSnshnnn, ja»

brr^uch, waren

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11

dien darauf hinzudeuten, daß Deutschlands Dele- gierte in Brüssel voraussichtlich keine konkreten Vorschläge unterbreiten werden. Die Verbünde­ten werden in diesem Falle gezwungen sein, ihre Haltung zu ändern, wenn auf der Brüsseler Kon­ferenz positive Arbeit nicht geleistet werden sollte. ES werde Sache der Franzosen sein, fest- umriffene Vorschläge zu machen, die eine- sung der Gutmachung für Frankreich hcrbeifüh- ren rönnen. DerTempS" meldet, daß Frank­reich vorläufig die zu treffenden Abmachungen nur auf drei Fahre treffen will, da jetzt in vollem Umfange die Wiedergutmachung voa Deutschland nicht zu erreichen, sei. Die Wie^ dergutmachungsziffer, die Frankreich anzugeben beabsichtigt, fei tiefes Geheimnis.

anfertionSprdf«. a) Muhetmtsche aufträge: Dir etnfpalttge Ea;etgen.8tite ®J. 1.00, Me ettefpaltigt tHdtamegetle TL 150. b) auswärtige Aufträge: Die einspaltige Anzeigen,die SL L2O, Me etnfpatttge Reklame,eile ®L z.75, alles einschließlich teuenmgS,ufd)lag und anjeigenfteuer. Für Me RichÜgkeU aller durch Fernsprecher aufgcge&eneu Anzeigen, sowie für Aufuahrntsateu und Platze kann eine Gewahr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlachihoflir. A/zo. «eschästsstelle: kölnische Srr. 6. Deltphou Nr. 951 u, 952.

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onnehmen und ihr nachkommcn werde, sobald er in Kleitafien gewesen und dort Verfügungen zu dem Feldzug gegen die Türken getroffen habe. König Konstantin wird heute von Luzern aus die Fahrt nach Griechenland antreten.

lPrivat-T elegramm.)

München, 15. Dezember.

Die deutsche Abordnung.

Berlin, 15 Dezember. (Privaitelegramm.) Die deutsche Delegation zur Wiedergutmachungs- ko-nicrenz trifft hcure nachmittag in Brüssel ein ui£- wohnt im Hotel Astoria. Ms Delegierte find dorthin gesandt worden: Staatssekretär Berg­mann, Reichsbankpräsidrnt H a v e n st e i nimfc als Vertreter der Gewerkschaften Sekretär Sil­be r s ch m i d t. Reichsbankpriffident Havenstejn ist anstelle des ReichStazsabgeordneten von Sie­mens getreten, welcher es aLgelehnt hatte, in die Delegation einzntreten. Wie die belgische Te- legraphcnagentur meldet, ist beabsichtigt, Laß der vorläufige Charakter der Konferenz nicht offiziell fein soll und auch, daß in allen amtlichen Mitteilungen ü-ber Vie Konferenz die äußerste Reserve beobachtet werde.

Nachdem der Wortlaut der Note General Nollets hier cingetroffen ist. worin gesagt ist, daß auch die bayerischen und otzprrußischcn Ein­wohnerwehren aufgelöst werden müssen, trat der bayerische Ministerrat noch gestern abend $« einer Sitzung zusammen, itm über dir Konsequenzen Müssig zu werden, die die baye­rische Regierung auf der U n t e r d r ü ck u w g der Einwohnerwehren zu ziehen habe. Der Ministcrrat war sich einig über den Ernst der Lage, die eine plötzliche Auflösung und Entwaff­nung der Einwohnerwehr mit sich bringe, neigte aber der Ansicht zu. daß eine rein militärische Erledigung einer im Sinne der bayerischen Re­gierung nicht militärischen, sondern inner- politischen Frage durch die interalliierte Militär-Kontrollkommission den Weg zu diplo- matisclfen Verhandlungen offen lasse Tie bayerische Regierung wird demgemäß die Reichs- regicrung nm Fortsetzung der Verhandlungen er- sacheu, wofür die Regelung der Entwaffnung und Auflösung auch schon in der Note Gerreral Nol- lrts eine gewisse Basis bieten würde.

Staffelet Konferenz.

Sie ungünstigen deutschen Finanzen.

«Eiferte Drabtmeldung.)

Paris, 15. Dezember.

DaSEcho de Paris" berichtet: Die deutsche Regierung habe gestern der französischen Regie­rung eilte Denksckfrist über die ungünstige Finanzlage Deutschlands überreichen lassen. Diese Tatsache scheine gleich anderen Zei-

Griechenlands Thronkragr.

König Konstantins Stellungnahme.

(Eigene Drahtmeldung.)

Zürich, 15. Dezember.

TasEcho de Paris" meldet, daß eine König Konstantin nahestel-cnde Persönlichkeit in Zürich versichert habe, der König wolle Griechenland nicht in eine schwierige Lage bringen. Er habe die Absicht, sobald er auf den Tyron zurück- gekehrt sei. abzudankcn. Der König halte daran fest, den Alliierten zu zeigen, daß er aus eigenem Willen auf den Thron verzichtet. Der griechische General Hesperini hat mitgctcilt, daß König Konstantin vom König von Engi l a u d eine Einladung erhalten habe, nach London zu kommen. Der General drückte die Ansicht aus, daß König Konstantin die Einladung

Aus bet WlkeMnd-Tssung.

Der Krieg besteht weiter.

(Eisen« Drahtmeldung.)

Genf, 13. Dezember.

In der gestrigen Sitzung des Völkerbundes hat der belgische Vertteter Lafonteine festgestellt, daß der Vertteter Frantteichs im Völkerbund und gegenwärtig in der Frage der obligatoischen Schiedsgerichte den nämlichen Standpunkt ver­trete, wie der Vertteter Deutschlands auf der Haager Konferenz im Fahre 1907, d. h. daß Frankreich heute mtf dem Stand­punkt steht, daß eine Großmacht sich in Streitfragen, die ihre Unabhängigkeit oder ihre Ehre berühren, nickt auf eine schiedsgerichtliche Regelung sich einlaffen könne. Das bedeutet, wie Lafontaine hinzufügt, daß die Großmächte sich das RetA Vorbehalten, K r i e g zu führen, wann sie wollen. Dieser ganze Abschnitt der Rede Lafontaines, die in der Versammlung ttefste» Eindruck hervorbrachte ist in der gesamten fran­zösischen Presse unterdrückt worden, obwohl ihn Vie Berichterstatter de größere« Zeitungen ohne Zweifel nach Pari» gegeben habe».

Unsere MWiihe.

Die Sberkriebenen Forderungen Belgiens.

Dir Virhfordrrungtn dc» «Entente geben 6e- tenttlirt, jutn guten Teil autö auf Belgien zu­rück, daS angebliche ^ttriegsichiiden" ersetzt haben teilt. Wie die Stage hier wahrhaftig lie« fien, schildern die nachfolgendem «uSfiiheungen des Generals a. ®. von Winterfeld, der wehrend de« Krieges in der deutschen Ver­waltung in dem besetzten Belgien tätig war.

Welche Frivolität es bedeutet, von uns, die wir für unsere »Kinder in Not" die öffentliche Mildtätigkeit anrufen müssen, die Auslieferung zu fordern, muß immer wieder betont werden. Der Bestand an Rindvieh m Belgien war vor vcm Kriege bedeutend, der Stand der Zucht gut. In diesen Viehbestand wurden während des deutschen Durchmarsches und der ersten Zeit . der Besetzung Belgiens naturgemäß bedeutende Eingriffe gemacht: immerhin kann von einer Ruinierung dos Viehbestandes nicht geredet wer­den. denn Fleisch, Milch und Butter wa­ren auch später zwar teuer, aber immer aus­reichend in Belgien zu haben. Eingriffe in den Viehbestand durch die deutschen Besatzungs­behörden mutzten aufhören, als infolge des am--- risirni scheu ErnährungswerkeS für Belgien ,md NorÄßruickoeich jede Requisition tmd jeder planmüßige Ankauf von Lebensmitteln, alsc auch Vtch, in Belgien vertragsgemäß nnter­jagt wurden. Die amerikanischen Lieferungen für dir belgische Bevölkerung fanden nur statt, roenxt Garantie dafür gegeben wind«, daß bek« gißche Leben-Mittel

Srtttide-Ab!ieser««g.

Schärfere Massnahmen der Regierung.

(Vrivat-Telearamm.l

Berlin. 15. Dezember.

«Sie berichtet wird, hat die perutzjsche Regie­rung einen Erlaß herausgeqeben, durch den die Provinzialbehörden aufgefordert werden, mit größerer Entschiedenheit als bisher die Berard- nung betreffend Ablieferung von Brot­getreide ?.ut Durchführung zu bringen. Der Erlaß steht Requisitionen aus dem Lande in größerem Umfange vor, «»nächst in Heineren Kreisen und Bezirken, die mit der Ablieferung am stärksten zurückgeblieben sind. Wenn erfor­derlich soll der Tätigkeit iind den Anordnungen der die Requisittonen vornehmettden Kommis­sion der nötige Nachdruck durch bewaffnete Macht gegeben werden. Abteilungen der Di- cherheitspokizei sollen jeweilig innerhalb des Wirkungskreises der Kommission fo bereitgestellt werden, daß sie, wenn nötig, mit Lastmttomobt- len binnen kurzer Zeit dort zur Stelle sind

Um die kinwohserwehrell.

Vatzerns Stellungnahme zue Sutente-Roto.

Anabhangige Kritik.

Berlin. 16. Dezember. (Privattelegramm.) Die Fraktion der unabhängigen Sozialdemotra- k'it hat dcm Lieichstag eine Interpellation über eie auswärtige Politik der Neichsreaierung ern- gercicht Fn dieser Imerpellatio t wird mtf den Mangel an Taten in der auswärtigen Politik und auf taktische Mißgriffe bei Verhandlung wichtiger Fragen bin gewiesen. Do wird bean­standet die Note an die Entente wegen der E i u- wohncrwryre» in Badern und Ostpreußen, die nach Meinung der Fraktion geeignet sei, die Enlenteregiernngen stark zu v e r st i m m e n (?), wenige Tage vor Zusammentritt der Brüsseler Wiedergutmachungs-Kotiserenz. Die Nnabhängi- nen fordern mit :Hücfr <n darauf die sofortige Einberufung des auswärtigen Ausschusses.

die durch die Hoteffchließung arbeitslos werden. Allerdings ist nicht anzunehmen, daß die Krisis lange dauern wird. Zunächst können die schlie­ßenden Hotels ihre Angestellten nicht von heute aus morgen entlassen, sondern müssen eine Kun- digungsftist enthalten. Bis dahin kann sich aber schon wieder vieles geändert haben. Die findigen Berliner werden schon wieder einen Ausweg aus

dem die Fleischüewirtschastung aufgehöri hat. ist eine wesentliche Stütze des Wuchergesetzes über­haupt in Wegfall gekommen. Etwas anderes ist es aber, ob die Gäste, meistens BalutaMte, die jene Berliner Hotels beehren, überhaucht.so ge­gen Wucher uttd Uebervorteilung geschützt wer­den wollen, wie das Wuchergesctz es vorsieht. So wie die Dinge in Berlin liefen, spielen die Preise ja in den Berliner Hotels keine Rolle. Um diese Seite der Angelegenheit brauchte sich Llsr> der Staatsanwalt nicht zu kümmern Auf das eine sei aber zum Schluß noch hingewiesen. Wer die Verhältnisse in den Berliner Hotels lennt, der weiß, daß tatsächlich in gewissen Ho­tels ein Leben geführt wird, das nicht zu ver­einbaren ist mit der Not, die deutsche Volks­genossen und die besonders deutsche Kinder lei­den müssen. Wie der Berliner Hotelkriea ausgeht, das ist eine Sache für sich. Das aber kann nicht zweifelhast sein, daß über kurz oder lang eine einfachere Lebens- und Wirtsckaftsfführtmg in gewissen Mrliner Hotels unbedingt Plan greisen muß. 25ir dürfen niemals vergessen, daß wir ein geschlagenes Volk sind und daß die' Lasten des Friedensverttages von Versailles uns die größte Einfachheit zur Pflicht machen

Wie jede einschneidende Maßregel, so bedeu­tet natürlich auch dieser Eingriff des Staatsmi- ioalts für eine FremdcustaD-t wie Berlin eine Umwälzung von großer Tragweite, wenn noch mehr Hotels ihre Betriebe schließen. Berlin ohne Hotels und RestaurantSbetrieb bedeutet für Hun­derttausende. die feinen eigenen Haushalt füh­ren, die Verurteilung zum Hunger. Auch der Fremdenverkehr wird eine große Ein­schränkung erfachrrn, und wer nach Berlin fährt, mutz sich fortan feine Lebensmittel mit­bringen, ttngeMr so, als wenn er im Som­mer eine Rucksachwanderung untemimuti. Das erfreuliche an dieser neuen Erscheinung ist die Taffache, daß die vielen Kommissionen der En­te n t e, die sich höchst überflüssigerweise in Ber­lin aufbalten, auch von dieser Döatznahme be- traffen werden. Jetzt verspüren es diese Herr­schaften endlich einmal am eiepe tsn Leibe, was es heißt, in Deutschland nach Maßgabe der vor­handenen Lebensmittel zu leben Und diese Ver­tteter der Entente, die bisher immer daheim nach den Eindrücken, die sie in den von ihnen besuchten Schieberlokalen gewonnen brben, die Auffassung verbreiteten, das deutsche Volk führe ein Schlermnerleben, werden ja mm endlich er­fahren. daß sie sich ihr UrteM über die Lebens­haltung des deutschen Volkes an ganz ungeeig­neten Nellen gebildet haben. Ist diesen Entente- k-MMissionen dieser nette Zustand unbequem, nun. nichts hüll sie ja ab, ihren Wohnsitz wieder nach Frankreich oder England zu verlegen oder sich von tert ihre Nahrungsmittel schicken zu las­sen. Diese Wendung der Dinge h-tt jedenfalls den Vorteil, daß wir den fremLen Herrschaften auch ihre hohen Tagegelder beschneiden Wunen. Ei i tvunder Punkt wird aber doch für gewisse ; Deutsche, nämlich fiir die Angestellten, ge- fidyßtn. Es fi>mmcu viele Taufende in Frage,«'

rtadiöcn&ig w«r er eetiwtbent den» Belgien fonnte schon im Frieden die für seine Bevölke­rung nötige Lebensnüttelmenge, besonders an Brotgetreide, nicht annähernd aufbringen, und so hatte schwerer Mangel während des Krieges eintreten müssen, dem das deutsche Kriegsernah- rtntzgsamt auS seinen demscheu Vorräten natür- lich nicht abhelfen konnte und wollte. Der Ver- ttag war also im Einverständnis mit allen deut­schen Heimatsbehörden geschlossen worden. Seine strcnge Einhaltung wurde von den to Brüssel verbliebenen Gesandten der veutotten Mächte Svanim, Holland, in der ersten Zett auch Ame­rika, durch ein sehr gut arbeitendes. Mr die deut­schen Bchatzungsbehötten höchst unbequemes, . weil die Spionage förderndes lieber - wachungssystem, dauernd geNährleistet. Kamen Verstöße vor, so wrrrden sie von den neu- ttnlen Geffondten sofort zur Sprache gebracht und von den deutschen Behörden uuterfucht. Meist stellte sich dann die Grundlosigkeit der erhobenen Beschuldigung heraus. Schon diese Verhältnisse verhinderen die zu starke Beeinttächtigung des belgischen Viehbestandes. Außerdem aber sorgte die deutsche Verwalttmg dafür, daß der

Viehbestand fich möglichst hob.

Durch allerlei Maßnahmen, besonders durch Kälberschlachtverbote, wurde dies be­wirft und durch häufig stattsindende Viehzäh­lungen nachgeprifft So wv.rde erreicht, daß im Hervst 1918 der Rindviehbestand in Belgien fast die vordem Kriege vorhandene Höhe wie- der erreichte Sn den Altersklassen bestand da­mals allerdings ein Unterschied. Denn im Herbst 1918 war unter der Gesamtzahl im Verbältnis mehr Amtgvieb, als vor dem Kriege, während die Anzahl der" Milchkühe Keiner war, eine Na­türliche Folge der ursprünglichen MehrschTach- tung und der dann eingeführten SchutzMsß- regtin. Dieser Unterschied muß sich aber seit­dem ganz von selbst ausgeglichen haben, wenn

Berliner Hotellrieg.

Betriebseinsteliung als Protest.

Jugend etwas stimmt in Berlin immer nicht. Entweder es wird gostteitt oder demoitstriert, oder es ist sonst etwas los. Diesmal sind es die Berliner Hotelbesitzer, die deut Staatsanwatt den Fehdehandschuh hingeworfen haben, und zwar ist es insbesondere die Wucherabteilung bei der Staarsanwalts-l-aft, gegen die sich der Kampf richtet. Dem Staatsanwalt ist aus Grund der Wuchergesetzgedung die Möglichkeit gegeben, gegen S ch l c ich h a n d e l und W u che r mit scharfen Mitteln vorzugchen. Von feiten der Jrtteressenteitlreise wind nun behauptet, daß diese ganze Gesetzgebung durch die Entwicklung der Verhältnisse unhaltbar geworden sei. Der StaatSanwalr jedoch sieht auf dem Standpunkt, daß diese Gesetze nun einmal Gesetze sind und auch nngewendet wertem müssen. Es ist richtig, daß auch das Wuchergesey nicht nur buchstaben- gemätz angowendet werden darf, sondern daß es seinem Geist entsprechend angewendet werden soll, und da erscheint es in der Tat soagl'.ch, ob der SwatSanwalt bei seinem Z»greifen eine glückliche Hand gehabt hat. Der Sinn des Ge­setzes bestand darin, das VnAikum vor lieber- vorteilnng zu schützen und die unbedingt not­wendigen Lebeiismittel der Wsemeinhcir zu er­halten. Wenn von feiten dar Berliner Hotel­besitzer nach der letzten Rickttung hin Verstöße begmrgen worden sind, so wäre das utrbcdingt zu verurteilen. Es kann im Interesse der Volks' gesmrdheit und im Interesse der notleideniden Kinder zum Beispiel nicht r-igeaeben werden, daß die für Kraiisie und fiir Kinder notwendige MW zu irgend welchen luftrllischen Speisen i» ' den Berliner Hotels Verwendung sindet. M in dieker Beziehmrg gesüttdigt,^ so mutz das auch bestraft werden.

Dachei muß andererseits bedacht werden, daß mit deut Abbau der Zwangswirtschaft die Ver­ordnung sich nur noch auf eine beschränkte Zahl vo» Lebensmitteln bezicht. Seii-

die Tiere älter wurden. Daß diese Sorge der deutschen Verrvaltung nicht etwa nur im Inter­esse Bel-gie.is lag, ist selbstverständlich Es war für sic auch von der größten Wichtigkeit, ilbee möal'chst viel Vieh verfügen zu können, falls ein­mal die amerikmufche Ernährungsattion aus irgend einem Grunde anfgehSrt hätte, eine 6!e» fahr, die mehrfach drohte. Dann wäre Deutsch, land an die Vereinbarung nicht mchr gebunden gewesen und hätte über das belgische Vieh zum Nutzen dcs Heeres und der Heimat verfügen kön­nen Der Erfolg war jedenfalls, daß die zahl reichen offiziellen und ofsiziösen B-ffucker Bel­giens sich inaner darüber verwunderten, oft mit nickt verhehltem Neide, wieviel Vieh immer noch in Belgien herttmlief. Nun kann vielleicht fein, daß während des Rückzuges der deutschen Heere aus Belgien nachwwl Vieh ohne ttrfb gegen die Vereinbarungen verbraucht wor­den sft, weil eine Kontrolle damals unmöglich war. Daaeaen ist aber wohl oufturechnen dis sehr zahlreiche Vieh, das den deutschen Tmtv- pen und Behörden gehörte, tmd das gar nicht beim Rückzüge mitgenommen werden kdnnte rmd im Lande verblich. Das .arme miß­handelte Belgien" stellt auch in dieser, wie in vielen auidweu Beziehungen van den europm-

Genf, 15. Dezember. e Dachrmeldung.) Die AbrüstungSkonrmisswn vor: L die

dauernde beratende Militä n -rtttz«for­dern, ihre Untersuchungen übe den gegenwärtigen Stand der Rüstungen zu beschleunigen. 2. Erne provisorische Kommission zu ernennen, die d:m Völkorbundsrat alle möglichen Vorschläge für die Mbrilsttmg vorlegen soll. 8. Den Rat zu bttten, er möchte den Regierungen den Vorschlag unterbreiten, daß sie sich verpflichten, während der nüchssien Mei Jahre ihr nächst jähr igeZ Hee- resbudget nicht zu überschreiten. Ausdrücklich ist gesagt, daß diese tetßcerfc Einschränkung nicht gilt für Heeresausgahen, die aus Verpflichtun­gen dem Völkerbund gegenüber hervorgehen und daß sie iricht gilt für Staaten, die sich in außer­ordentlicher Lüge (?) befinden, was natürlich je­der angdben kann, der will.