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Ml Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nrrmmer 292

Freitag, 17. Dezember 1920

10. Jahrgang,

Fernsprecher Ml und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

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Schließung weiterer Hotelküchen

e he ns vom Juli 1917 AnAärrmg gegeben chen Kr den Bau efcur stadtischm Schnellbahn- habe, und endlich soll es sich u.n seine Angaben j Nord-Süd von der Sippe bis zur Ruhr ein. Sie im ''t'rtTf» irtiS finnSpflt w..«*.- rr.B?__<___ , »

im Falle Thyssen und Berger handeln.

gute Arbeitsbedingungen und hohe Preise. Die

3nferttonSpr«tf«i a) «-heimisch« Aufträge! Di« etnfpotttge Ln,eigen-Zeile M. 100, die etafpolttg« ReNamezrtie ®L MO. b) SiuLwärNge Aufträge: Die einspaltig« Lnzeigenzelle M. 1.20, di« einspaltig« Reklame,eile M. 2.75, alle« einschließlich DeuerungS,»schlag und Anzeigenfieuer. Für dte Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebene» Antigen, sowie für »ufnahmedaten und Platz« kann ein« Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlachthofstr. 28/30. »eschäftSslelle: Kölnische Str. S. Telephon Rr. SSl u. »52,

Zn: Ausschuß für Auswärtiges.

Berlin, 15. Dezenter. (Privattelegramm.)

Tie Kasseler Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und rwar abend«. Der Adonnemenk«pre>« betragt monatl. 6.00 Mark bet freier Zustellung in« Hau«. Bestellungen werden ledcrzül von der 'SefcbdftStteUe oder Len Boten «ntgegengenommen. Druckerei, Berlag und RedaNion : Cch.'achthofstrabe 28/80, Für unverlangt cingesandt« Beiträge kann di« Redaktion «tue Beranlworl.'ng oder Gewähr in keinem Falle übcrnehnien. Rückzahlung der BezugSgeidr« oder Ansprüche wegen eiwaigerntcht orLnungsmSb!ger Ltekerung au«geschlosten.

betrifft die Bebauptmig Erzbergers über die fehlerhafte Verständigung der Rrichsregierung beim Friedensschritt im Juli 1917. Bei dem dritten Punkt handelt es sich um die Be­hauptung Erzbergers, daß er dem damaligen Reichskanzler über den Zweck sein es Vor-

Iar AWmumngrkleber.

ZusammesstStze in Oberschlefie«.

(Privat-Tclearammst

BrcSlan. 16. Dezemiber.

In Oberglogau kam es gestern zu einem Zu sammenstotz zwischen AbstimmungSpolizei und Ualienischer Besatzung. Als drei betrunkene ita­lienische Soldaten Polizribcamte angriffen, ent- stand eine Schlägerei, in deren Verlauf die Ita­liener von ihren Waffen Gebrauch machen woll­ten. Die B«nnten flüchteten in das Bahnhofs« gebäude und alarmierten ihre Hundcrffchast. Auch die Italiener holten sich Vercstärkungen aus der Kaserne und drangen in das Bahnhofsgebäude ein. Von den ttalienischen Soldaten wurde Feuer aus die einen Italiener abfLhrrtchcn Po- lizeibeamteu eröffnet, die sich zurüüzogcn. In­zwischen hatte die Bevölkerung eingegriffen, bis es einigen italienischen Offizieren gelang, die Ruhe wieder herzustellc«.

Baldige Abstimmung?

Rotterdam, 16. Dezember. (Eigener Draht- ÄerichL) Die Times meldet: Tie Stellungnahme Englands zu dem deuffcken Verhandln,tgsvor- schlag für Oberschlesien geht dahin, daß England anfbaldigerAbstimmnng bestehen znüffe und deshalb der de,ttsche Vorschlag mtt geringe Aussichten habe, angenommen zu werden.

BküKeler Finanzkonsereaz.

Keine Abschlüsse, nur Verhandlungen. (Eigener Drahtbericht.)

Getrennte Abstimmung.

London, 16 Dezember. (Eigene Drahtmel- duug.) DieMorningposr^ und dieTimes" glaube«, daß die Stellungnahme der Alliierten unverändert sei. In Obcrschlesicn dürfen Ein­heimische und Ausgewanderte nicht zu gleicher Zeit abstimmen. Dem Schweizer Prctztelearaph zufolge war die Erwidernng Po­lens auf die Note der Alliierten am Mittwoch mittag in Berlin noch nicht bekannt.

Von

Prof. Dr. H. Koppe, Marburg.

Verschärfung der Lage.

Berlin, 16. Dezember. (PttvattelegraMin.) Die neue Aktion der Berliner Hoteliers bei der ReichSregtcrnng ist ergebnislos verlaufen. Die Regierung hat jede Eiuwlrkuug auf die richterlichen Instanzen ab gelehnt. Seit gestern ist nun mit einer Verschärfung des Berliner Hotclkriegs zu rechne«.

im Rnhrzechengebiet angcsiedclt werden. Diese Ansiedlung ist die Vorbedingung einer intensiveren Fortsetzung des Ruhrkoh- lcnb ergbaues. Wie auch in Köln jetzt wie­der ausgefWrt wurde, erheischen die Verhältnisse den Bau einer Schnellbahn Köln-Torim-mb

lieb muh seder vernünftig«. Arbeiter bei ruhiger Ueberlegunq sich sagen., daß fortgesetzte Steige­rung der Produktion die einzig mögliche dau­ernde Voraussetzung ist für jede wesentliche Lohttcrhöhung und für jede sonstige stets irgend­wie die Unkosten der Produktion erhöhende Ver­

läuft als die Werte, um die es sich dabei ur­sprünglich handelte. Um die Sozialisierung tobt heute der Kamps der Meinungen. Eine So­zialisierung ist aber unbedingt notwendig: die des Pflichtenbewutztseins. Allen irn Wirtschaftsleben Tätigen mutz das Bewußtsein der Pflichten gegen ihre Mitarbeiter Gemeingut werden. Nur von der Kraft dieser gesunden so- zialen Einsicht getragen wird unsere Volkswirt­schaft ihren Weg wieder auswärts nehmen zu einer heute, in den Taigen despapierenen Reichtums" noch ferm* liegenden Höhe.

Set Schlelchhtmdrlrkries.

LiustsKung der KüchenSetoiebe.

<Privat-Telearamm.l

Hannover, 16. Dezember.

Auf die vom Verein Berliner Hotelbesitzer an den Vorsitzenden des Verbandes deut­scher Hotelbesitzer Rotte in Hannover ge­richtete Depesche, in der der Beschluß des Ver­eins Berliner Hotelbesitzer, sämtliche Lüchen- betriebe sofort «nd restlos zu schließen, mtt- geteilt wird^ fanden gestern hier in den beteilig­ten Kreisen Beratungen statt. Die Entscheidung wird für heute vormittag erwartet. Der Vor­sitzende Nolte ließ durchdliSen, daß, wenn tu die. ser Angelegenheit die Bel)örde« nicht »achgeüen, die Schließung der Hotelttichenbetriebe im gan­zen deutschen Reich zu erwarten steht. Der deutsche Bäder-Verband hat sich mtt de« Vor- gehen der Berliner Hotels solidarisch erklärt. I» Berlin haben jetzt über hundert Hotel­küchen ihren Betrieb eingestellt. Der Reichsjustizminister hat abgelehnt, eine Vertre­tung der Berliner Hotelbesitzer zu empfangen.

Beim Staatsanwalt.

Berlin, 16. Dezember. (PrivatteleMamm.) Die Staatsanwaltschaft, bei der eine Anzeige gegen Erzberger wegen Meineid vorliegt, ist noch mit der Untersuchung des ihr vor­liegenden Materials beschäftigt. Ob es zu einem Verfahren gegen Erzberger kommt, wird von der Entscheidung des Reichstages abhängen, ob die .Immunität aufgehoben wird oder nicht. Die Bearbeitung des Falles bei der Staatsauwvlt- schaft liegt in den Händen des ersten Staats­anwalts von Klausewitz, der seinerzeit in dem Prozetz Erzlbcrger-Helffcrich Oberstaatsanwalt Krause in der Anklage gegen Hclftcrich vertrat.

Zer soziale Asrsleich

Politik der Aufwärtsbewegung.

Auflage gegen fetaaet.

Verletzte Eidespflicht in fünf Fällen.

(Drivat-T elegramm-l

Berlin, 16. Dezember.

Zu dem Meineidsvorwurf gegen Erzberger schreibt dieZentrums-parlamentarische Korre­spondenz", es sei angeblich auch der Wunsch Erz­bergers. daß der Reichstag entgegen seiner son­stigen Gepflogenheit die Genehmigung zur Aus­lieferung erteilt. Nach der Anklage sollen fünf Punkte verletzter Eidespflicht vorliegen. Der erste handelt, soweit wir unterrichtet find, von der Be­hauptung Erzbergers über die Stellung des Reichskanzlers von Bethmann-Hollweg zu der Steuervorlnge vom Juni 1916. Tie zweite

Brüssel, 16. Dezember.

Die Konferenz der alliierten Sachverständiger, har Delacroix zum Vorsitzenden gewählt. Rach der Wahl wurde das Arbeitsprogramm aufgestellt. Dieses Programm wird unter an­derem die Erörterung der finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse Deutsch­lands und seiner Zahlungsfähigkeit enthalten und wird heute den deutschen Vertretern mitge- leilt werden, die von heute ab an der Konferenz teilnehmen. TerSoire" meldet: Die Dele­gierten der Entente zu den Brüsseler Verhand­lungen haben, wie in der ersten Sitzung festzu­stellen war, keine Vollmachtenzu bestimm­ten Abschlüssen mit den Deutschen. Ihre Voll­macht lautet ausschließlich auf Verhandlun­gen. Der ..Temps" berichtet, daß die inter­alliierte Kommission zu der Prüfung und Wider­legung der von den Deutschen überreichten Denkschrift zugezogen wird. Mitglieder der Kommission seien dieserhalb für den dritten Scr- l)«ndlungStag bereits nach Brüssel eiugeladen.

bringen», und zwar geht die überwiegende Mei- mtng dahin, daß es sich um eine einzige Gesell­schaft handeln ntiiffe, damit man in durch­gehenden Wagen fahren fönne. Das Ideal st es, durchlaufende eleftrische SchineMahnwagen von Dortmund über Düsseldorf und Köln rhein- anfwärts bis Bonn, am liebsten bis Godesberg and Köniaswinier, also au den Eingang zuM rebenbepflanzten. bürgen- und schlösserreichcn Gebirgsdurchbruch des Rheines lausen zu las­sen. Nack den neuesten Mitteilungen soll die künftige Schnellbahnstrecke Köln-Düsseldorf links­rheinisch über Neuß gebaut weiden, während noch 1918, als in Köln die SchnewbahnpLine mit großem Nachdruck ausgenommen wurden, . an einen rechtsrheinischen Ban gedacht wurde. In Düsseldorf ttitt man für eine Anschlu ß-Schnell- bcchn Dusseldorf-Elderfeld-Varmen ein, zum mindesten bis Vohwinkel, zum Anschluß an die Wupper-Schwebebahn. Auch kommt in Frage, durchgehende Schnellbahnwagen Köln- Neutz bezw. Düsseldorf-Krefeld lausen zu lassen, nachdem zwischen Krefeld und Düsseldorf schon heute ein flotter elektrischer Bahnverkehr bestecht. Ueberdies tritt man in Gelsenkir»

würde in Essen mit der großen Städteschnell- bahn Köln-Düsseldorf-Dortmund kreuzen. Hof­fentlich steht das Rheinland bezw. das Rbein- Ruhrgebiet in Zukunft ftn Zeichen ruhiger, friedlicher Entwicklung, denn nur dann ist es möglich, das Siedlungs- wie das Schnellbcrhn- projekr durchgusühren. Sm.

»Es droht sich um alles. Wenn wir der Fi­nanznot nicht Herr werden, weil ein Teil des Volles sich an den papiernen Reichtum llammett, so wäre eine wirtschaftliche Katastrophe von un­geheurer Tragweite unvermeidlich; die Folge:', einer solchen wären nicht auszudenken." So schließt eine Denkschrift des Finmzministevss Nicht papierner Reichtum, sondern i;: ung der Sachgütererzeugung mit allen Mitteln rann allem Deutschland noch retten. Denn Papiergeld ist nur Anweisung auf SackMiter, vermag solche ab,er nicht herzustellen. Das kann nur die Arbeit. Und Sachgüter stirb es, die wir brau­chen Nahrung, Kleidung, Wohnung, Bildungs­mittel, Jndustrieerzeugnissc für die Ausfuhr zum Eintausch fehlender Lebensmittel und Rohstoffe Alle Probleme der Zett treten hinter dieser GrunderkenntniS, die zugleich das praktische Ge­bot der Stunde enühiäfü zurück. Auch die Sv- ziaftsierung wenn sie nicht zur Hebung der Produktion ftihrt, ist für alle Einsichtigen und Ehrlichen nut ein Phantom. Alle Wirtschafts­politik mutz die Hebung der Produktion zur ober st en Richtschnur>en; keine So­zialpolitik ist gutzuheißen, die sie ans den Augen läßt. Auch vom Ausland ist nicht öher Hilfe zu erwarten, als bis sein Vertrauen wieder erweckt v ird durch den Tatbeweis gefteigerter Arbeits­leistung, den es von uns erwartet. Denn wer sich selbst nicht mehr zu helfen weiß, dem gibt kein verständiger Geschäftsmann Kredit. Und schließ-

Elektrische Bahnen.

Große Pläne im Rhein-Ruhr-Gebiet.

In Rhct«l»nt-Wetsfalen hevr^chte schon immer ein fortschrittlicher Leist. Da« regsa­me Streden macht fich auch jetzt wieder, trotz der sonstigen schlechten Zeiten geltend, wie die nachstehende Schilderung zeigt.

Köln, 15. Dczentber.

Dor kurzem ist in Köln der schon feit Jahren schwebende Plan einer Städtcschncllbahn Köln-Düsseldorf-Dortmund, also von der rheinischen Metropole in und durchs rhei­nisch-westfälische Industriegebiet, von neuem auf- genommen. Bei der hervorragenden Tatkraft, in deren Zeichen die neueste Phase der Kölner 5komm>.malpo litik steht, und bei den gleichgerich- irten Bestrebungen in Düsseldorf und im Koh» Icngebict von Essen, ist nicht daran zu zweifeln, daß der Plan in nickt zu ferner Zeit ausgesührt wird. Don Köln ans rhemwärts besteht bereits eine Schnellbahn bis Bonn, die soaenaunte elek­trische Rheinufer-Bahn Köln-Bonn, de­ren elegante Wagcnznge wohl jeder Rh.'in- reisende, der Köln und daS Bonner Bergland be- sucht hat, schon geschen oder benützt hat. In Bonn schließt diese SchieWahn an das groß- nrtig ausgebaute System der Bonner elektrischen Fernbahnen an, die von Bonn aus linksrhei­nisch nach Godesberg-Mehlem und rechtsrheinisch nach Beuel-KönilMvinter und nach Beuel-Sieg» bury führen. Äutzerdem besteht noch die elek­trisch« VovgeLivgsbahn Köln-Brühl-Bonn. Diese Bonner Bahnen haben

Gesamt - Lagesettmahmen fünf Prozent an die Reichsbank ans Sonderkonto abführen. Alle Geschäfte, die sich dazu bereit erklärt haben, wer­den am Abgadetage durch ein an den Schausra- stern angebrachtes Plakat kenntlich gemacht.

hängigen auf sofortige Einberufung des Aus­schusses für Auswärtiges erklärt, um besonders über die Brüsseler Konferenz Aufklä- rnug vor der Reichskonferenz zu erhalten. Die Einberufung des Ausschusses für Auswärtiges soll noch vor Weihnachten erfolgen.

Opfertag für Oberschlefie«.

Berlin,. Dezember. (Prtvattelograrrrm.z Der Berliner Kleinhandel veranstaltet heute einen allgemeinen Opfertag für die Rettung

fchnellbahnartigeu Betrieb.

Die bis Königswinter bezw. Godesberg-MchLm führenden Linien sollen weiter rheinaustvärrs Verlängert werden. Letztes Ziel ist hier Koblenz. Zurzeit bestehl also eine eleftrische Verbindung Köln »Siebengebirge Der noch nicht ansgeflihite Pl.m einer Schnellbahn Köln-Düs- selderf-Trrtmuiid hängt auss engste zusammcr'. mit dem von der Preußische:! Landesvermmru- lung bereits endgültig festgelegten Sied­lungs-Verband Ruhrkohlenbezirk. Das Gebiet dieses Verbandes erstreckt sich inc allgemeinen itffcer das Gebiet zwischen Rache und Lippe einschließlich des südlich Der Ruhr gelege­nen Kreises Hattingen und mit einer nördlich über die Lippe hinausgehenden Ausbuchtung, welche die Kreise Recklinghausen und Hamm ein­schließt; auch der linksrheinische Kreis Mörs ist in das Siedlungsgebiet eingeschlossen, das eine Fläche von 35000 Hektar umfaßt, die von etwa vier Millionen Menschen bewohnt werden. Durch ein Bergarbeiterheimsiättengesetz sollen in diesem Gebiet 150000 Bergarbeiter mit ihren Familien, also zusammen rund eine halbe Million Men- scheu neu

gen Standpunktes treibt nur dem Radikalismus Wind in die Segel und schürt Krisen und Kon­flikte, bei deren Austragung das Unternehmrr- ' tum heute sehr viel mehr zu verlieren Gesahr

gute Arbeitsbedingungen und hohe Preffe. Die Die Fraftion der B e r t i it e r Sozialisten hat sich voftLwirijchaftliche B-mäntehmg des gogenterlt-tjür dir UtUerstützmig des Autmacs de? Unab-

Die deutsche Denkschrift.

Brüssel, 16. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Steile Belge" meldet, daß der Bericht der Deutschen, der die wirtschaftliche und finanziell; Lage Deutschlands behandelt, über hundert Sei­ten unffasse, einschließlich aller erläuternden An­lagen. Der Bericht schließt mit der Bersicherung t<r Bereitwilligkeit Deutschlands, den Forderun­gen des FriedenSverttages nachzuikommen und erbittet die eingehende Prüfung der deutschen Wirtschaftslage durch die alliierten Delegationen.

besserung der Arbeiisbedingungen. Denn vom Mond« kann man die Mittel dazu nicht herab­holen. Soll der Arbeitgeber sie ans seinem Ge- winn tragen, so wird dieser bald aufgezehrt sein und oie Unternehmung mit dem Wegfall ihres privatwirtschaMchen Motivs zum Sttllstand kommeir.

Hebung der Produfticm ist nun aber nur mög­lich, wenn Ordnung und DiKzffllin im Wirt- schaftslebcn herrschen, wenn alle Kräfte nicht gegen- sondeim miteinander arbeiten, alle sich verstLndnisvoll einfügen in den Plan zielbcwußter Gemeinschaftsarbeit, alle Energien zufammengefaßt werden in den Menst einheitlichen, wirtschaftlichen Wiederaufbaues unserer zertrümmerten und verkleinerten Volks­wirtschaft. Wie sieht es aber damit in der Wirk­lichkeit aus? Namentlich in der Reichshmtprstadt werden Streiks von politischen Hetzern unter allen möglichen Vorwänden provoziert oder mut­willig vom Zaun gebrochen. Welche verhängnis­vollen wirtschaftlichen, aber besonders auch außenpolitischen Folgen diese Erschütterungen unseres Wirtschaftslebens haben müssen, dafür fehlt ihnen der freie Mick. Es mutz eine wohl­überlegte, aber starke und durchgreifende Politik der gesetzlichen Regelung der Arbeits- itreitigieiten in die Weae geleitet und durchge- ftchrt werden. Arbeitskonflikte dürfen überhaupt nur in den Grenzen zum Ausbruch gelangen und zum Austrag gebracht werden, deren Innehal­tung das Gemeinwohl gebieterisch verlangt. Die streitendön Parteien müssen beide gesetzlich ge­zwungen werden, diese Grenzen peinlich zu achten und ihre Kampspolitik dem össimtlichen Interesse, ihre Leidenschaften der Vernunft unterzuordnen.

Auck; die Arbeitgeber müssen dauernd die Be­sonnenheit wahren, die nötig ist, damit ihre Lohnpolitik nickt zu einer Ueberfordermtgen aus- löseiiden Konlfliktspolitik wird. Die Jab res- abschlüsse der großen Fitdnstttcn sind vielmch glänzende, so daß sie schon eine fieberhafte Haussespekulation erzeugt haben. Tie Rolle, welche die Geldentwertung in diesen Ziffern spielt, darf dabei gewiß nicht üibersehon werden. Aber die letztere lastet schwer auch auf den Löh­nen und Gehöften-, und die allgemeine Preis- ftcigcrnng wird durch die vorhin charafterisierten tendenziösen Stteiks wohl leider verschorft, aber keinesüvegs durch sie allein verursacht, sondern durch eine Kette von wittschaftlichen innen- und Mrßenpolitischen Monteut.nr. Klugheit und Ehr­lichkeit sollten vereint dahin wirken, die Löhne uiib Gehälter in Einklangzu bringen und $u erhalten mit den Erträgnissen der Unterneh­mung. Keinessalls darf die allgemeine Preis- steigernug zum Vorwans geitommen werden, um das an sich berechtigte Streben der Arbeiter und Angestellten, die Entgeltung ihrer Leistungen bett steigenden Lebenshaltungskostsa an,zupaffen, mit bent Vorwurf ber Preistreiberei an der Schwelle aibzuwcisen.

Vertragen sich hohe Untcrnehmergewinne une hohe Preise, so auch ja vielleicht noch eher

DeuLfchland und die Kolonien.

Unser Recht au* Kolonisierungsarbeit.

Die deutsche Kolonialnote, die nach Genf ge­richtet war. hat die allgemeine Aufmerksamkett wieder auf bte ehemaligen deutschen Kolonien gerichtet. Diese Kolonien wären, wie. aus. einwandfreien Zahlen hervorgeht, im.