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Meier Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Dienstag, 28. Dezember 1920

Fernsprecher 951 und 952.

10. Jahrgang

Nummer 300.

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Fernsprecher 951 und 952.

irv-niniiiMMiirriTMnmirfiti im

Niedergang des Bolschewismus.

Zer Kohtevmarlgel.

Schädigung des dsutsrhe« Evto rbslebens.

In nicht allzu langer Zeil ist baS deutsche Volt, da das Kohrenabfomm.cn von Spa abläuft, vor die Notwendigkeit gestellt, erneut mit der Entenie in Verhandlungen eiuzutrtten Daß das Kohlenabkommen von Spa tu seiner Men- genzahl auf die Dauer unausführbar ist, ist nachgerade deutlich genug erwiefen. Jeder einzeln« Deutsche wird von ihm empfindlich ge­troffen, da er in erheblichem Maße Kohlcnver- braucher sow-ohl direkt als Hausbrandvelbrau» chcr, wie indirelt als Verbraucher von Gas und Elektrizität für seine Haus zwecke ist. Roch be­deutend drückender aber ist es für unser deutsches Erwerbsleben. Durch die Minderbvlieferung un­serer Andustrie an Kühlen ist der Wiederaufbau unseres deutschen WirtschafMebens, wie dessen Existenz überhaupt, völlig in Frage gestellt. Tas hat der Eisen- und Stahlwaren-Jndustriebund in Elberfeld, wie auch der Minister des Acußern Tr. Simons in seiner bekannte n Düsseldorfer Rede hervorhob, für seinen Industriezweig durch eine Rundfrage nackigowiesen. Aber nicht nur die Menqenfrage spielt hier die ausschlag­gebende Rolle, sondern vor allem auch die Qualitätsfrage. Frankreich nimmt die hochwertigsten deutschen Kohlen stir sich in An­spruch und die deutsche Industrie leidet darun­ter bitteren Mangel. Es ist das umso nachhal­tiger in seiner Wirkung, weil gerade die Provut- tiott der Rohstoffe und vieler Halbfabrikate und die Herstellung einer großen Anzahl der Vcr- feinerungsprodntte auf hochwertige Qualitäts- kohlc angewiesen find. Fehlt diese, so ist der HerstellungSprozetz unterbunden und ganze Zweig« unserer Gesamtindustrie smj> zum Erlie­gen verurteilt, da hochwertige QualitäisfohLe richt durch minderwertige Brennstoffe erseht werden kann.

Die Melduwzen jener Rundfrage lauten, daß die Zufuhr an Brennstoffen in den Mo­naten August bis Oktober 1920 im Verhältnis zmn Bedarf im Durchschnitt eine Minder- belieferung bis zur Hälfte aufwies. Die Minderbclieswung hat von Monat zu Monat stark zugenommen, und so kommt es, daß der Monat Oktober der schlechteste über- bauipt ist. Ein Werk, dessen Bedarf sich auf 980 Tonnen im Monat Mief, wurde im Oktober nur mit 490 Tonnen beliefert, ein anderes konnte überhaupt keine Zufuhr erhalten. Roch ein an­deres Werk erhielt von 500 Tonnen Bedarf nur 102 Tonnen geliefert, ein weiteres von 820 Ton­nen nur 495, ein weiteres von 60 Tonnen Bedarf gar keine Zufuhr. Durch diese ganz erhebliche Minderbelieferung wurde selbstverständlich die Ausführung der vorhandenen Aufträge in Mit- leidenschast gezogen. So konnten im Durchschnitt große In - und Auslandsaufträge nicht hereingenommen werden, da infolge der verminderten Koblenzufwhr an eine Ausführung nicht zu denken war. Verschiedene Werke rech- neten mit dieser Minderheit efening und mußten deswegen lauge Lieferzeiten beanspruchen Aus diesem Grunde wurden ihnen keine Aufträge zu­teil. Andere Werke konnten zu einem späteren Ausfübrungstermiu Aufträge nicht übernehmen, da die Erfahrung gelehrt hat, daß die Kohlen­zufuhr für die Industrie sich von Monat zu Mo­nat verschlechtert

Durch die Minderbelieferung an Kohle sind selbstverständlich auch Betriebseinstel- l u n q e n eingetreten, und die Werke waren gc- nöftgt, ganz erhebliche Streckungen der Arbeits­zeit rorzunehmcn. Viele Werke, die wogen der Betriebseinfchränkungcn in folge des Kohlennran- aels zu Entlassungen berechtigt gewesen wären, haben ihre Arbeiter jedoch weiterhin mit Rot- standsarbeitcn beschäftigt, um die Zahl der Ar­beitslosen nicht noch zu vergrößern. Ruch hier­durch ist eine ganz erhebliche Steiaerunq der Be­tri ebSunkosten entstanden. Biele Werke haben sich dadurch zu helfen versucht, daß sie Umstellungen in ihren Fcuerungseinrichtungen voraenoMmen haben. Die Ausstellung neuer Erfatzöfen war aber wiederum durch den Brennstosstnangel un­möglich. Die meisten haben minderwertige, so­wie Erfatzbrennstoffe verwendet Diese Maßnahmen haben die Produktion wesent­lich, verteuert. Besonders geKtten haben die Werke und die Betriebsabteilungen, die auf Qualitätstohle .angewiesen sind und diese Be­lieferung fast ganz durch die Sortenauswahl Frankreichs eingestellt tverden mußte. So sind ganz besonders bart dadurch die Herdfabrikanten aetrosfen. Große In- und Auslandsaufträge' konnten bei einer einzelnen Tirana nicht herein­genommen werden, weil infolge der geringen Lei'Bug ihrer Emaillierwerkc (früher waren dau­ernd O-i'en in Betrieb, heute nur einer) an eine ELedigirnq dieser Aufträge nicht gedacht werden konnte. So konnten auch mehrere tau« ''end im vorliegende Oese« und Herde

nicht angeserttgt werden, weil sie nicht emailliert merder konnten. Ueberbauvt sind die Werke ge­zwungen. in den Betriebsabteilungen, wie Gie- :roi, Gesenkschmiede, Euiaillicrwerk und dergl.

stets nur solange zu arbeiten, wie Breunstosse vorhanden sind, weil minderwertige Ersatz- oder StreckungKkohren sich nicht verwenden lassen. DaS Aussetzen dieser Betriebszweige hindert dann aber wieder die Gesamtproduktion, wenn sie sie nicht überhaupt unmöglich macht. Diese Tatsachen reden für sich. Sie zeigen das erschütternde Bild der Lage, in die unsere Industrie und damit unser ganzes Erwerbsleben durch das Kohlcn- al kommen von Spa geraten tst. Es kann nur eine Forderung bestehen: Das Kohlenabkonrmen von Spa muß in der Mengen- und Qualitäts- sragc ganz erheblich zu unseren Gunsten geändert Ivechen. Im anderen Falle gehen wir dem Wirr« schastlichen Zusammenbruch entgegen. E.S. J.

Fm gärende« Rußland.

Kritik an der Sowjetregicrnng.

(Eigener Drabtbericbtö

Riga, 27. Dezemb-er.

Aus Moskau wird gemeldet, daß der linke Flügel des allrussischen Sowjetkongresses, von Radek und Lukhau geleitet, große Unzuftieden- heit bezüglich der Haltung der Sc-wjetregicrung in btt Frage der wirtschaftlichen Be- ziehnngen mit dem Westen geäußert habe. Die Anhänger von Radek nnd Bukhau Pro­testieren energisch gegen die Erteilung von Konzessionen an fremde Kapitalisten und erklären, daß sie nicht dulden werden, daß die Bourgeoisie des Westons Dowjetrntzland ans- beute. Sowjetrnßlanb, daS drei Jahre ausge­halten habe, werde die notwendigen Kräfte fin­den, um die Bourgeoisie der ganzen Welt nicder- zuschlagcn. (?) Andererseits hat sich im Schoße des Kongresses eine Gruppe gemäßigter Kapitalisten gebildet, an deren Spitze der Präsident des WirtschaftsnrteS Ryvon und Kom­missar Schlinpnikow stehen. Diese Gruppe be­kämpft lebhaft die Extravaganzen des Sowjcl- systemö, das die positive Arbeit durch eine unpro­duktiv« Armee von Bureaukraten ersetzt habe.

Niederlage der Bolschewisten.

Genf, 27. Dezember. (Eigene Dvahtmeldimg) Laut einer Havasdepeschc aus Moskau baden die Neuwahlen zum russischen Sowjet eine Ni e- berläge der Bolschewiki gebracht. In Mosk.ru uud Petersburg behaupten die BoLsche- wisten kaum den »ritten TM der Sitze. In Kron­stadt stehen den Bolschswisten ein Viertel Sozial­revolutionäre gegenüber. Der Sieg der Soxial- revolutionäre wird auch aus Charkow und Je- katerinoslaw gemeldet. In Moskau sind die Wahlen ndrch einen Gewaltakt der Bolschewisten bereits annuliert. Das Schweigen der russischen Funkenstattonen in den letzten Wochen wird tn Verbindung mit den Wahworgängen gebracht.

»

Russisch-lettischer Krieg.

R i ga, 27. Dezember. (Eigener Drahtbericht.) Wie verlautet, haben die Russen den Letten ein Ultimatum zugestellt. DaS Ultimatum wird als Vorläufer des Wiederbeginns des russisch- lettischen Krieges angesehen.

Suaireichr SeuWenhaß.

Fortsetzung der G«tvalt»aH»ahmen.

^Äegraphische Meldung.)

Paris, 27. Dezember.

Ministerpräsident Leygues sagte in btt Pa­riser Kammer: Deutschland habe Hintergedanken, aber trotzdem erfülle es gezwungenermaßen den Vertrag. Frankreich müsse stark genug fein, um die Ausführung des Fricdcnsvertrages auch weiterhin zu erzwinge« und um jeden Angriffsversuch niederzufchlagen. Im weiteren Verlauf bet Sitzung wies Lardieu darauf hin, daß, da der französisch-englische Schutzvertrag auf Grund des letzten Absatzes des Artikels 429 nicht voll ih Kraft treten könne, die Besetzung des linken Rh-inusers zeitlich unbegrenzt sei (Lebhafter Beifall auf allen Bänken). Ley- aues sagte noch: Sie wissen, welche Mittel wir zu diesem Zwecke zur Lerfügtmg haben.

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Bedingungen für Deutschland.

kannt gegeben haben, die st« zu erfüllen hätten, wenn Deutschlands Aufnahme in den Rat der verbündeten Rattonen zugestanden werden solle

Rach der BölkerbuMagung.

Der Eindruck in Frankreich.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 27. Dezember.

Mvlani hat der Kmrrmerkommisston für aus­wärtige Angelegenheiten seine Eindrücke von bet ersten Gesamt-Tagung des Völkerbundes mitge- teitt. Er hat dabei hervorgehoben, baß die Ver­treter der neutralen Länder zu verstehen gegeben hätten, mit welcher Ungeduld sie auf Erledigung der Entschädigungsfrage zwischen Frank reich und Deutschland warteten, von der nach ihrer Auffassung die Wiederherstellung der Wirt schafttichen Beziehungen in Europa abhänge. Biviani stellte weiter fest, daß die Zukunft des Bölkerbuittres von bet Aendermig des Artikels 10 des Versailler Vertrages abhängr, gegen den die Bereinigten Staaten von Nordamerika so viele Einwände erhoben haben. Auf diesem Artikel bcrtfl^n aber alle in den übrigen Teilen des Ver­sailler Vertrages aus den Völkerbund übertrage­nen Berwaltungsmandate, darunter auch die Bestimmungen über die Verwaltung des Saargebietes. ES würde bemzufolge im Inter­esse Frankreichs liegen sich rechtzeitig mit die­ser wichtigen Frage zu befassen.

Die nächste Sitzung des Rates.

Genf, 27. Dezember. (Eigene Drcchtmeldung.) Me aus Paris gemeldet Wird, hat der Rat des Völkerbünde2 den Vertreter Brasiliens mit der Einberufung und Leitung der nächsten Sitzung des Vokkerbundrates beauftragt, die An­fang Februar in Genf stattfinden soll, um Über die Ausführung der Beschlüsse der Genfer Verhandlungen zu beraten.

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Die Ministerpräsidenten.

London, 27. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) Tas Reuterfche Bureau veröffentlicht eine Note, die feststem, paß die Zusammenkunft der alliierten Ministerpräsibeuten am 28. Dezern 6er in Nizza ober Cannes nicht stattfinden wird. Lloyd George beabsichtige zwar mit Ley gues zu verhandeln, könne aber wegen der inner, politischen Lage, namentlich wegen der Ar- beitslosenkrise in England, augenblicklich feinen Posten unter keine« Umstände« verlassen.

SeutWemä uni) Amerika.

Prlvat-Vefprechungerr in Berlin.

(Vrivat-Telegrammö

Berlin, 27. Dezember.

Senator Mae C o r m i ck hat in de« Weih­nachtstagen in Berlin Befprechungen mit Par­lamentariern, darunter auch mit den Mehrheitssozialisten, gehabt. Die Gespräche tru­gen natürlich privaten Charakter. Bei der Aus­sprache am Freitag mittag mit deutschen Bank­vertretern wurde auch die Frage der ame­rikanischen Hilfeleistung für Deutschland von Cormick zur Erörterung gebracht. Der Eindruck aller Personen, die mit dem amerikanischen Se­nator zusammen kamen, gehl dahin, baß Cormick ohne jebe Voreingenommenheit bie Wicderan- knüpfung der Beziehungen Amerikas zu Deutsch­land, wie sie vor dem Kriege bestanden, anstrebt.

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Anträge zugunsten Deutschlands?

Basel, 27. Dezember. (Privat-Tclegramm.) Wie dem Baseler Anzeiger aus Washington ge­meldet wird, hat in der letzten Sitzung des amerikanischen Senats vor Weihnach­ten Senator Knox die Anträge zu Gunsten dr Anpassung des Versailler Berlages an die wirk­liche Leistungsfähsigkeit Tcutschlauds gestellt. Stoor sprach derSun zufolge, daß der Nichtbeitritt Amerikas zum BrrsaWer Vertrag dem neuen Präsidenten volle Freiheft gegenüber den Alliierten und den besiegten Staaten gebe.

Kritik am Völkerbund.

Genf. 27. Dezember. (Eigene Drahtmeldimg.)

AHM Md Mosel.

Eine Dezember-Fahrt.

9a6 von den fremden Tru pp«» besetzt« Sitzet». u»b Mosellamd hat f»rt dauernd unter de, F»«urdherrsetzaf« zu litten. Die rrotzlsjlgieit wird nur geruU^ert dura, die LcySnhc -t der Slatur und dl« aes-Lickitli<h« etgenort, 61« cuO) heute u»«h erhattiu bleibt.

Hinter dem reizvollen alten Glock mgieher- städtchen Frankenthal weiten sich sie Wein- äckor. Unter falterbraunen Klecksen liegen die Rebstöcke, und durch das große Weingelan- d e zieht schwermütige Einjamkeit. Verlassen sind die schmalen Pfade, die wie Striche zwischen den Trauben feldern hindurch lausen. Jetzt ist die Zeit, in der die Winzer für eine kleine Weile kein Interesse für den Rebstock hegen. Er hat ihnen des Herbstes Segen eingebracht und in Fässern arbeitet der neue. In unseren Rhein- Bahnzug schickt nun das wcinvekannte Oppen­heim seine Svnntagsgrüße. Es ist kein charak­teristisches Oerichen, nicht hübsch; veiüvittertc Häuser sichen sich in engen Gassen gegenüber und fahle Lauben wachsen bis an die Rhein- Wasser. Diel anmutiger zeigt sich Nierstein mir putzig netten Häusergiebeln, die vollgepfropft mit feuchten Weinfudern sind. Auch hier am Rhein hat es wie in der Pfalz und an der Mosel eine gute, reiche Trairbenernte gegeben. Draußen wallen neblige Wolkenschleicr über Obst- und Gemüsefelder. In unserem Bahn- zng ist's mollig warm. Die Reisenden sprechen von Jagd und Waidrnannsglück, erzählen, daß sich die Jagd neu belebt und dem Jäger gute Beute schickt. In vielen rheinischen und pfälzi­schen Stiidten entdeckt man einen Wildbretsezen, an den der Deutsche schon lange Zeit nickt mehr gewohnt gewesen ist. Mainz rückt in Sicht, die Wemidyllrm verschwinden, und riefenwrite Spargel- und Gemüsefluren umspannen die Außenrändcr. Lombardische Pappeln, trüb und grau, bestecken den fernen Horizont, sie tragen in die deutsche Landschaft die Wehmut einer mü­de gewordenen, sterbenden Natur. Plötzlich blinkt der Rheinsirorn wieder auf. Die Bahn fährt dicht an Ufern entlang, und nun geht es wie durch ein fröhliches. Weit ausgerissenes Tor in die erhabenen

Wunder des Rhcinparabfeses.

Am jenseitigen Ufer ragen Bergkämme in das Grau her Wolken: unten am Fuße liegt- desheim. Altes, heiteres, liebes Städtchen. Hoch von der BergeShöhe herab, über Weinberge, Städtchen und Rhein schaut das Denkmal. Ein vergessener Stolz schleicht sich scheu in die deut­sche Seele, und Hoffnungen und Wünsche kom­men, die lange geschlummert haben. Run grü­ßen die Rhcinorte, berühmt und liebreizend, in langer hübscher Kette von Huben und drüben den Reisenden. Immer fröhlicher wird das Rhein- bi'ld, der Fluß schlingt sich nm Felsenmassen, trägt eine Strecke Schlapp>r «. Frachthoote und wird plötzlich wieder still und einsam, dort, wo Felsenrisie drohend aus dem flachen Bette ra­gen. Bingen taucht auf mir feinen schrnnk- ken Rheina-nlaqen, mit feinem ahgestürften Denk­mal Bingerbrück schiebt sich auf die Strecke. Wallfahrer verlassen ben Zug und ziehen zur alten Rochuskapclle. Burgen be­leben die Rheinberge und erzählen alte Sagen; wo noch eine Erdkrume am Felsen hängt, hält sich der Rebstock. In den Rheinwirtsgärten sieht man französische Soldaten. Aßrnannshau- seln winkt herüber. In grauem Herbftlichte drängen sich die schiefergrauen Häuser. Das dünne Geläute der Kirchenglocken trägt der Wind hettiber. An Dorffriedhöfen, bunt in ihrem Allerseelenfchmuck, eilt der Zug vorhei. Bacharach, St. Goar, zwei wcinbcrankte Orte, örum gegrüßt, gemieden, locken die Rei­senden an die Abteilfenstcr Ein alter Rhein­länder behauptet, die Rheinsahrt zwischen Mainz «. Koblenz per Bahn zur fSe'&ftieit biete -wässere Reize als per Dampfer. Der Sonne lröhficher Glanz wird matt, Held hängen über den Berg­wänden Wolkenschleier. Die weißen Möwen- charcn streichen über die dunfl.m Fluten des Rheins. Ein tiefer Somttagsfrieden umhüllt Berge und Ortschaften. Der Lorelevfel- s e n taucht auf. Im fahlen Lichte, in herbstli­cher Kahlheit, liegt er ohne Poesie, und keine Stimme hebt das traute dcutsthe Lied zu singen an, tote es auf den Rheindanchfcrn lieber Brauch ist. Aus Koblenz zu trift farbiges Leben in Me Landschaft, grösser und lauter werden die Städtchen, seltener die Weinberge, und hohe Schlote kennzeich-nen die modernen Betriebs­adern Mefer nichr industriellen Gegend.

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Im stillen Mosettal.

Svlltt sind hinter Koblenz die Moselnfer. Wer just den Jiheiu veriasftn hat, empfiuder hier an der Mosel etwas wir Welta^geschiedeichei«. Die Mosellentcl-»:'. die den Zug bcsteig?n, reden bedach'samcr, bcsch adencr: ibr Anzug -ei-tt «W so aupallend den Reichtum von gestern und heute, wie es beim rheinischen Weinbauern der

ikauischc» Senat wurde an dem Ergebnis der

DerHerslb« meldet aus Wastzi' !.?n: Im ar.u=

Rotterbam, 27. Dezember. (Eigene Draht­meldung.) Reuter berichtet aus Paris: Der M -nisterpräsideut Leygnes hat feine große Recke in der Kammer fofort danach durchweine Aus­sprache tu aee Serbonne ergänzt, wobei Lcygues zu der Frage der Aufnahme D e u t f ch l a n d o in den Völkerbund Stellung nahm. Er _______... ________________ ___________

führte aus. daß sowohl Frankreich wie England j ersten Bötkcrbundstagung scharfe Kritik geübt den Lüftchen diejenigen Bedingungen bc- nnb dem Sck,ritt Argentiniens Lob gespendet.