11. Jahrgang.
Stammet 3
Mittwoch, 5. Januar 1921
Fernsprecher 951 und 952.
Fernsprecher 951 und 95L
Veamtenbesoldung und Skreilabslimmung
vAnft gebracht wird.
Dr. A. Elster.
dort werden könne. Mer das ist nicht der Sero
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(Dvivat-Lelemmnm.)
He Staffelet S2euefiät SladincOten erfdjdner. tDOffieutttd) fectlmal uns mar a cen 0 s. £er SlbonrtementfpreiS beträgt monatlich 6.00 Mark bei freier SufieOung in# (aut. ®u<- roärti durch Sie Post bezogen 5.30 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden lefcerjtit t>en der «SeschaftSsteUe oder den Boten entgegengenommen. Druüerei, Verlag und Aedattion Cchlachthosstraße 28/30, Jur unverlangt eingesandte Beiträge lann b te Redaktion eine Verantwortung «der Gewähr in keinem sf alle übernehm«. Rückzahlung de» BegugSgeldeS oder Anspruch: wegen etwaiger nicht ordnungömäßsger üiefermtg ouigeschlossen.
Eisenkxchner tat DircttloirSbezirr Berlin ergab 19153 abgegebene Stimmen. Hiervon waren 15364 für den Streik, dagegen 3370, ungültig 419 Stimmen. Somit sprachen sich über 80 Prozent der Berliner Eisenbahner für den Streik ttuS.
gnferttongpretfe; a) Einheimische Aufträge t Die einspaltige singeigen. Jelle ffl. LOO. bte einspaltige Reklamezeile M. L50. b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige An,ei genzeile M. 1.10. die einspaltige Reklame,eile M. 2.75, alle# einschließlich Teuerung«,uschlog und Anzeigenfieuer. Für Anzeigen mit besonder« schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag. Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahmedaten und Plätze lann eine Gewähr nicht übernommen werden. — Druckerei: Schlacht. Hofstrabe 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 6. Telephon Nummer 951 und 951
Entwaffnung und Einmarschgelüfte.
Rotterdam, 4. Januar. (Eigene Tr-Ht- meldung.) Die „Morningpost" meldet aus Paris: Die Botschafterkonferenz hat General Rollet beauftragt, bis 15. Januar die E n t w a s s n u n g der bayerischen Einwohnerwehren dem All'.iertrn-Rat zu melden. Der „Matta" berichtet, daß Marschall Fach zu den Beratungen des alliierten Kriegsrates in Paris ebtgetroffen ist. Die Sitzung findet, entgegen den ursprünglichen Bestimmungen, erst am 8. Januar statt. Der Matin spricht offen aus, dast die Frage des E i n- marsches ins Ruhrgebiet zur Beratung steht.
fein. Die Reise des Ministerpräsidenten v. Kahr tlach Berlin steht hiermit im Zusammenhang, nachdem die bayerische Regierung ter Entwass» mmg unter dem Zwang der Entente zustimmie.
Sie BemMerk-Besoldlmg.
Vechsndkunge» mit Lor Negierung.
(Prrvat-Tele«ramm.l
Berlin, 4. Januar.
Die gestern tat Reichdfinanzministerinm zwischen der Regierung und den Bcrtctern der Beamten aufgenommenen Verhandlungen zur Regelung der Gehaltsfragen haben einen günstigen Verlauf genommen. Die !siegiernngs- verireter erklärten, dast die Regierung den Beamten weiter helfen wolle, Loch müstten auch die Beamten auf die katastrophale Lage des Reiches Rücksicht nehmen und die Forderungen auf ein
Die Entwaffnung.
München, 4. Januar. (Privnttelegr»mm.) Rach einer zuverlässigen Information kann die Eritwaffau ig der bayerischen Einwohnerwehr technisch nicht vor Dem 28. Feürnar durch«cführt
Bstzerns ßinwshnrtwrir
Gerüchte über eine Kabinettskrise.
England gegen Srankew
Die Frage weiterer Besetzung.
(Eigene Drahtmekdung.)
Neigung zum Derkehrsstreik.
Hannover, 4. Januar. sPrivattalegramm.) Im DirekttonSbezirk Hannover hat die Urabstimmung folgendes Ergebnis: 88 Prozent stimmten für die Durchführung der Forderungen mit dell letzten gewerkschaftlichen Mitteln. — Die Urabstimmungen in den süddeutschen Eisen- bahnbezirken ergaben Beteiligungen von 95 Prozent. Davon haben 81 Prozent sich für einen etwaigen Ausstand ausgesprochen. — Das Abstimmungsergebnis der sächsischen Eisenbah-lfr über den Streik liegt glich vor. Danach haben 75 Prozent der Eisenbahner, bei einer Abstimmungs-Beteiligung von 90 Prozent, sich für den Streik erklärt. — Im Dircktivwsbszink Bres- I a u ergab die Abstimmung 90 Prozent für die Erklärung der Unzufriedenheit mit den Maßnahmen der Regierung und des Reichstages, 83 Prozent der Stimmen waren für die Anwendung verschärfter gewerkschaftlicher Mittel Mr Erreichung der gestellt en Forderungen.
Anker feindlichem Stack.
Unberechtigter Vorwurf gegen Deutschland.
(Eigener Drahtbericht.)
Paris, 4. Januar.
Rach einer Havasmeldung vom Montag hat Frankreich eine Entslistiesmug der alliierten Kabinette auf die fortgesetzten Vertragsverletzungen (?) seitens Deutschland in die Wege geleitet. Die Havasmeldnng besagt, daß Frankreich entsprechende Maßnahmen für notwendig erachte, um eine strengere Beachtung der Bestimmungen des Friedensvertrages hcrbeizuführen. Dem „Temps" zufolge findet die Zusammenkunft der drei alliierten Staatsmänner doch noch und voraussichtlich in kommender Woche statt. Journal des Debats" kündigt den Willen Frankreichs an, Beschlüße der Alliierten, die Vertragsverletzungen Deutschlands betreffend, in Zukunst nur noch unter Stellung einer jedesmaligen Frist an Deutschland bekannt zu geben.
Lm das R«hrgeb!st.
Genf, 4. Januar. (Eigene DrahtmrAmng.) Die Londoner „Times" melden, daß die englische Regierung einer Besetzung deS RuhrgebieteS im jetzigen Stadium nicht zu stimmen wolle. Die englischen RegierungArcise teilen mit. die Verzögerungen in der Erfüllung des VersniUer Bertrages (?) durch Deutschland feien zwar ernst, aber nicht derart, daß sie den guten Willen Deutschlands verneinen.
Geld v«d Arbeit.
Wie kann Deutschland vorwärts kommen T
Den Staatsbankerott kann man durch allerlei künstliche und andere Dritte! aLhalten. denn er ist mcbr oder weniger ein bilanztechnischrs Ergebnis und eine buchmäßige Feststellung» die man, solange noch Mittel zum Nachschießen da sind, nicht auszuichrechen braucht. Das ist Sache des Fi- iianzministers als des Vertreters eines ehrlichen und arbeitsMncn V-Es, der eben den Staats nickt für bantcrott crül'ärt, solange das Poll willens und fähig ist, Mittel nachzuschießen. Aber Wenn dieses Volk nicht mehr kann, wenn feine Mittel erschöpft sind, wenn die Arbeit nicht mehr ausrcicht, die Schulden und den Lebensunterhalt zu decken, — was dann? Die Arbeit muß dann noch mehr gesteigert werden, eie SGulden müssen gestundet oder gestrichen werden, der Lebensunterhalt mutz verringert werden. Drei einfache Antworten, aber nicht so einfach in ihrer Bedeutung und in ihrer Durchführung. Es ist GourcinMt der Einsichtigen geworden, daß die Produktivität der Arbeit gesteigert werden und 'Ne Sparsamkeit überall Watz greifen muß. Aber abgesehen davon, daß sich die große Masse des Volles vielfach noch gar nicht nach diesen dringenden Forderungen richtet, sind auch die Einsichtigen sich noch nickst ganz einig darüber, ob uns von ter Arbeit- imd Ware n s e i t e her die Hilft kommen muß, older ob
Die radikale» Berliner.
Berlin, 4 Januar. (Privattelegrmnm.) In den Berliner Betriebsräten und in radi- kaleir Eisenbahner-Organisationen haben geffc rn Best>rechungen begonnen über einen Anschluß der radikalen Arbeiterschaft an die Ge- neralstreiAntweguns der Eisentechner.
Italien und England bremsen?
Paris, 4. Januar. (Eigene Drahtmektemg.) Sotvvhl die englische als auch die italienische Regierung hat ihren Einfluß auf das französische Auswärtige Amt geltend gemacht, keine über, eilten Maßnahmen gegen die Nichterfüllung der Entwaffnungs-Bestimmungen durch Deutschlarch zu treffen. ES bandelt sich hierbei vor allem um die Besetzung des Ruhrgebie- i e s. Italien könne sich an einer solchen Aktion nicht h-teiligen, da es am Rhein keine Truppen stehen habe. Ferner gilt es als sicher, daß die britischen Truppen bei Köln nickt mehr Vorrücken werden. Was Belgien anbetrifft, so zeigt es sich unsicher, ob es sich noch einmal einem französischen Vormarsch anschließen werd«, da es nicht über bte genügenden Truppen verfüge, die zu eiltet Okkupation, wie die Besetzung des Rrchrgebietes, erforderlich sind.
. zeug in genügender Menge, Waffen «nid Rah. ; rungsmittel zur Verfügung stehen. Menschen haben Rußland bisher nicht gemangelt, Me Befähigung jut Improvisation hat ihnen noch we- Niger s-ftAch und gerade Trotzky ist in dieser
Kasseler Neueste NachMm
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
bi gern für Deutschland hat Deutschland heute noch das Selb. Aber alles Entbehrliche sollte durch Einfnhrhemnttmg ferngehalten werden. Das Hingt freilich nicht nach revolutionärer Freiheit und würde von uneinsichtigen „Freiheits"- Aposteln bitter getadelt leerten. Der Valuta aber und unserer wirtschaftlichen Wiederaufrichtung würde es gut tun: die Preise für Schrippen und Hemden würden dadurch gesenkt werden. Richt die bischerige Zwangswirtschaft der notwendigsten Gitter wird uns weiierchelfen. Gerade auf das Entbehrliche mutz ter Zwang, muß die einsichtige Regelung von oben sich stürzen, und — nicht bloß den buchmäßigen, vom Willen aü- häirMen Staatsbankerott, nein, ten Volksbankerott verhindern dadurch, daß jegliche Der- geuldung unmöglich gemacht, und damit ter Einzeüvirtsckaster auch zur Einsicht und Ver-
Dor allen Dingen will man von einer proletarischen Revolution nichts wissen. Dann ist man überzeugt. daß ein deutsch-russisches Bündnis vom militärischen Stanspwckt ga>V verfehlt ist." Wie LudenÄorff sagt, kann man einen r-is- tertten Krieg nicht improvisieren, auch sind die gegenwärtigen Verhältnisse Deutschlands von denen des Fabres 1813 grundverschieten. „Die Maschine hat die Kriegswissenschaft revoÄttttmiert." fiigte Ludendorff Hinzu- -Es gibt keinen einzigen Soldaten, wenn er fein Handwerk kennt," nahm ter General das Gespräch wieder auf, „ter in dem Wahne befangen ist, Deutschland könne sich ohne Luftfahrzeuge, ohne Artillerie und ohne eine Flotte mit Erfolg schlagen. Die Zeiten, wo man Krieg improvisierte, sind vorbei. Einen FeldMg macht man heutzutage nicht allein mit Geld. Es müssen gut geschulte Mannschaften, Monturen und Unter
punkt des Problems. Dieser liegt vielmehr — ohne daß man dazu tiefgründige Geld- und wert- theoretische Untersuchungen anzustellen brauchte — zuvörderst in ter Art ter Verwendung des Geldes. Solange das Geld in einem verarmten und mit ter Not kämpfenden Laute noch terw.itet wird, um zu hohen Nennwerten entbehrliche Gitter zu bezahlen, muß ter Wert dieses Geldes dauernd sinken. Für jede Vergeudung für unproduktive und unwirtschaftliche Äusaaben muß naturnotwendig der Innere Wert dieses selten Papiergeldes in einer Volkswirtschaft sinken und die notwendigen Güter dadurch im internationalen und damit im nationalen Verkehr verteucni.
Es ist eben ter große Fortum, daß wir in Deutschland Wert und Preis im gleichen Verhältnis halten wie zu glücklicheren reicheren Zeiten. Das Entbehrliche zerfrißt feinen Geld wert innerlich, und die Wirkung macht sich bann int Notwendigen bemerkbar. Solange für unproduktive Tätigkeiten große Verdienste erflie- ten solange muß — in dieser wirtschaftlichen Notlage eines Volkes! — der Geldwett immer weiter sinken. Das wird ganz deutlich, wenn man sich einen Einzelwittschaster vergegenwärtigt. der seine unzulänglichen Geldmittel in unnötigen Luxusausgaben vergeudet — sein Ruin muß laufe schneller eintreten, die Mittel für den täglichen Lebens bedarf müssen umso eiliger zu- sammenschmelzen, ihr innerer Wert also — int ganzen — ist durch die unnützen Ansaaten ter« ringert! Englische Statistiker erinnern daran, daß die Kosten des Lebensunterhalts seft dem Juli 1914 in ter Wett gewaltig gestiegen sind Aus die Erörterung ter Ursachen antwortet eine englische Zeitschrift: „Stacy altem ©tauten teingt jeder neue Wund zwei Hände zimr Füttern mit in die Welt. Leider sind die Häute während ter ersten stinfzeihn und der letzten zehn Jahre des Menschenlebens zum Füttern oder Produzieren zu schwach, ob'ocrhl der Vtturd schon Essen fertert. Ernährt wird ein Volk nur durch die Männer zwischen zwanzig und sünfundsechzia Jahren. Bon ihnen aber tarieren wir eine Million durch den Krieg. Die Zahl der Ernährer ist vermindert, während die Ziffer ter Verzehrer da ick sachlicher Gesimdheits- und Kinderpflege wuchs. Das ist der höheren Preise wahre Ursache, die wir nicht in Tabellen, sondern in den Gräbern Flanderns und ten Wiegen Englands finden!"
Hier wird eine letzte Erflärung dieser witt- Maftlichen Erscheinung gesucht. Sie ist in der Beobachtung zum TeL richtig, in der ochlux- svlgerung aber leicht auf Irrwege führend. Um tee Kru-gsverluste an Menschen zu ersetzen, mütf- ten die Wiegen gefüllt werden, und wenn der greifbar klingende Erfolg nicht sogleich eintritt, fe muß diese krisenhafte llebertzangszeit aber nodi durchgemacht werten. Was ater sogleich geschehen kann, ist eine rationellere Fütterung ter Körpermaschine, und wir brauchen an Bevölke- rungseinsckrränkung nori) nicht zu denken. Bas aber für das glücklichere E'-atand in dieser Hinsicht gilt, hat noch ganz erheblichere Bedeutung für das verelenden Deutschland. Hier ist es ein großer Fehler, weißes Anstandsmebl und Heringe künstlich außerhalb der Grenzen zu halten, 1 »weil nun dazu kein Gold h^rte". Zu Kattoeu-
München, 4. Januar
Tie „München - Augsburger Abendzeitung" schreibt: Es wird allen Ernstes außerhalb Bay ettfe in führenden politischen Blättern die Nachricht verbreitet, daß wegen der Einwohnerwehr- frafle es zu einer bayerischen Kabinetts. Irife komme und daß Ministerpräsident Dr. von Lahr mit der Bayerischen Volkspartei und deren Mitglied, dem deutschen Botschafter in Paris Tr. Mayer, wegen der Kabinettsbildung in Der- oindung treten werte. Alle diese Behauptungen sind nur Vermutungen, die schon teW wegen keine Grundlage haben können, als überhaupt noch keine Entscheidung in ter Einwohner wehrsrage 'ritens ter Entente gefallen ist.
8n Sft Md West.
Ei» Nevanchekrieg ist »»möglich. , Gegenüber der franzSfisGcn AngF vor einem deutschen Mochekrleg tft ee sehr beachtenswert. wie General v. Lndendorss »ie Mög. lichbeit eines bentschen Feldzuges verneint.
Die «Deutschs Zeitung" in Eav Paolo teilt ein fehl auSftihrliches Gespräch des bdCoHitten brasilicmischcn Pressevertreters Ä. Chateaubriand mit, das dieser im .Lorreio da ivlauha" venös- fentlickft. Besondere Beachtung verdienen Lu- dendorsss Bsmerluugcu über die Beziehuu- gen zwischen Deutschland und Rußland und fein entschiedener Hiittveis auf die völlige Aussichtslosigkeit eines Krieges gsgev die Entente an ter Seite SowjetruWands. AW Herr Chateaubriand davon sprach, man Hobe eine Zeitlang geglaubt. Lützendorfs und nicht Brussilow habe die Kämpfe gegen Warschau geleitet, erwidette Ludendorss entrüstet: „Ich an ter Spitze einer bolschewistischen Horte! Sollte man so etwas für möchich hallen?" General Ludm- dorff ist des Russischen vollkommen mächtig. Er glaubt nicht, daß ter Bolschewismus in Rußland noch lange herrschen wird. Lenin werde fallen und eine stabile konstitutionelle Regierung werde an die Stelle tes Sowjet treten, nicht riite von Äbeutroerern tebiltete Regierung, mit Unterstützung französischen und englischen Goldes. Die Sowjettegierang bezeichnete 8u- dendorfi als Monstrum. Des wetteren sühtte er ans: „Tas Zusammengehen Deutschlands mit einer Verantwortlichen russischen Regierung ist eine vitale Rotwvndigkeit fiir dem Wiederaufbau Europas. Ohne uns und Rußland ist die Wiederansttchttmg tes KontinnttS unmöglich. Der Bolschewismus stellt im Gönnte genmnmen eine wittschaftliche Krise dar. Der Jrttttm ter Entente hat bis jetzt dann bestanden, daß sie Rußland mit einer militärischen Mcdfe zin turieren wollte. Ich bin von großem
Optimismus hinsichtlich Rußlands erWlt. Die Entente kann eS martern, aber ihre Perversität wird im slawischen Reich niemals ft» weit gehen, wie sie uns gegenüber gegangen ist. Die enorme Ausdehnung Rußlands schützt es vor einer Invasion größeren StW. Wie in ten Zeiten Napoleons, dessen finiteren Planru sich Rußifend zu erwehren suchte, genügt auch heutzutage ein Rückzug in die unwirtliche unendliche Steppe, wo es noch keine Bahnen gübt. Rußland braucht keine Angst vor einem noch so starken Gegner zu haben. Schöpfen Sie aus ter slawischen Geschichte. Rußland hat zahlreiche Rieterlage« erlitten, nicht-sdestoLvenigor dehnte es sich immer mehr aus. Die ruWsche DiPlomatte hat alle verlorenen Feldzüge wieder gewomien." — Viele Geister in DeuHchland tragen sich mit der Hoffnung, Deutschland werte mit M 0 skau ein Bündnis zum Zweck ter Vernichtung des Versailler Patts ein ehen oder ein Einverständnis mit den aew ißigten sozialistischen und ternokra- ti scheu Eiom-nten Frankreichs und Englands tat Sinne der Aushebung tes Versailler Vertrags und ter Befreiung Europas vmn bolschcwistrscken Joche anzubahnen suchen. Ta die Gegensätze sich zu berühren pflegen, so erweckt die erste Formel selbst bei telttschen Rationalisten Sympathien und ten felmlichen Wunsch, Polen durch einen ruffisch-po'nrschen Feldzug vernichtet zu sehen. General Lndendorff ist aber selbst gegen ein auch mir politisches Zusr-mmergehen mit ten Bolschewisten. Die Gegnerschaft tft erklärlich genug. Lutendorff sieht ten
Bolschewismus als Zerstörung aller schaffenden Kräfte und ter Persönlichkeit an, als die Ersetzung ter Intelligenz durch Massenherrschaft und Mitfelmäßigfeit. Er sagte: „Trotz der schweren Lasten, welche ter Schand- Vertrag von Versailles dem teutschen VvKe auferlegt, habe ich in den Kreisen ter früheren ter» vorragenten deutschen Militärs noch keine il elnzigen gesunden, ter ein Bündnis mit dem Bolschewismus befürwortet hätte.
London, 4. Januar.
Die Richterffivung eines kleinen Teils teS Spaer Protokolls ha, keinesfalls ten autsmoti- schen Eintritt weiterer Besetzung *ut Folge, wie Llopd George in Spa ausdrücklich bemerkte. Es könnte nur eine interalliierte Aktion in Frage kommen. Eine unabhängige Aftion Frankreichs würde bindende Berpflichtnngen verletzen. „Daily Telegraf", der fiter die französische Politik gut informiert ist, wiederholt, dast Fach eine Okkupation nicht beantragt habe und erinnert daran, dast das Ruhrgebiet nicht an das französische Be. setzunasgebiet grenzt, was ost übersehen werte. Fift eittc interalliierte Aktion im Ruhrgebiet fei weder ein gemeinsames Interesse noch Siim muna vorhanden, vorausgesetzt, dast die deutsche Politik kapitale Fehler vermeide. Darum fei möglichste Ruhe in Deutschland notwendig. London wünsche eine sorgfältige Prüsuna vor der wcstereu Stellungmchme zu ter Angelegenheit.
sie mutt auch zualeich kommen müsse von einer Einschränkung ter Papiergeldherstel- tuna.
Manche sehen in ter entsetzlichen Höhe tes Papi riye(buttilaufe nur ein Symptom ter wirtschaftlichen Verhältnisse, antere meinen, daß ter _ m _ ,Zrvüng zürn Sparen und zur Einschränkung auch erttaglrches Matz zurückschrauben. — Das gestern "*■ "*a"‘*ur<6 Vorenthaltung ter ZaUunKsmittel befer- Abend festgestellte AbstitmmmgSergebnis der