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Mckr Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Nummer 21

Mittwoch, 26. Januar 1921

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 mq» 951

Fernsprecher 951 und 951

Pariser Beratungen über Deutschland

des Friedensvertragez zertrümmern oder ein

Sg.

verpflichtete sie durch Handschlag. Dann wurde

in

Tonnen Eisenbahnmaterial, 5000 Lastkraftwagen,

blick wenigstens, ihren Höhepunkt erreicht habe, und eine rückläufige Bewegung wieder einsetzen wollte. Wer die deutsche Valuta ist doch zu sehr der Spievball des größten Geldgebers der Welt, als daß man auch nut mit einiger Sicherheit ihre weitere Entwicklung Voraussagen könnte. Schwakungen nach oben und unten werden auch in den nächsten Wochen da- Charakteristi­kum der deutschen Mark bleibe»' je nachdem die neuen Verhandlungen der Entente di« letzten Hoffnungen auf eine vernünftige Durchführung

versucht, den Termin für die Abstimmung Oberschlesien weiter hinauszuschieben.

heute eine Sitzung abhalten, in der die weite> reuMaßnahme« beraten werden sollen, die Deutschland zu treffen habe, um die Klausel deb Friedensvertrages bezüglich der Entwaffnung durchzuführen. Der Konferenz würden nach der Sitzung die zur Sprache gekommenen Punkte und das Resultat unterbreitet werden. Die Sachver­ständigen sollen die Frage beantworten, inwie­weit Deutschland die milttärifchen Bestimmungen des Versailler Vertrages verletzt habe. Der Be­richt soll heute geprüft werden. Rach diesem Bericht werden die Maßnahmen festgesetzt, die gegen Deutschland zu ergreifen sind.

Am Platz des Reichsboteudienste versehenden Oberbürgermeisters saß der Bürgermeister Brun­ner. Das Haus war gut besetzt. Den Anfang

InIertton«pretU>) Stntjetmtfdje aufträge: Die einspaltige Anzeigen-Zelle SR. u», die etutpalttge Reklame,eile M. 150. b) Auswärtige Aufträge: Die einspaltige Anzeigenzeile M. 130, die einspaltige Reklame^ile SR. 175, alle» einschließlich Teuerung?,uschlag und Anzeigensteuer Für Anzeigen mtt besonders schwierigem Satz hundert Prozent Ausschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme­daten und Platze tarnt eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht­hofstraße 28/30. »eschüfUslelle.- Kölnische Straße 5. Telephon Nummer 951 und 952,

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Die deutschen Anträge.

Berli«, 25. Januar. (PrwattÄegramM.) Das Reichskabinett »ahm am Montag früh zu dem Bericht des Staatssekretärs Bergmann Stel­lung. Wie zuverlässig verlautet, hat das R e i ch S- k a b i« e t t seine Brüsseler Anträge ohne Aende- rung gelassen, dahingehend, daß die Wieder gut. mnchungSleistungen Deutsckstands tu ihrer Ge- samtheit festzusetzeu seien und daß die deut- scheu JahrcSleistuugen nur zugestanden werden können, wenn Oberschlesien ganz oder teil- weise im Verbände des deutschen Reiches bleibt. ES ist anzunehmen, dass nur Dr. Bergmann als Sachverständiger zu de« Verhandlungen über die Wiederherstellungsfragen zugezogen werden wird. In Pariser Kreisen nimmt man an. daß auch diese Konferenz die große» Erwartungen nicht erfüllen werde und daß eine ganze Reihe wichtiger Fragen ungelöst bleibe» werde.

unserer Mark ist mehr ober weniger eine auto­matische Wirkung der Herabsetzung des Dollar- kurscS, die von New York aus ut dem Zwecke eisi­ge! eitet wurde, um die Valuten der europäischen Länder zu heben und diese für die Aufnahme amerikanischer Waren, in denen die Vereinigten Staaten mehr und mehr zu ersticken drohen, karfskräftiger zu machen. Bon vornherein war aber anzunchme», daß die Besserung unserer Valuta sich nicht in dem rasche» Tempo fortsetzen würde, in dem die Bewegung begonnen hatte. Denn schließlich sprachen auf amerikanischer Seite doch auch eine Reihe spekulativer Münde für die letzt.»» Markkäufe mit, da man jenseits des Ozeans mit Rücksicht auf die bald bevorste­hende Wiederherstellung der normalen Bezie­hungen mit Deutschland und auf die alsdann zu gewährende Kredithilfe an Europa an eine Besse- runa der Mark glaubt. Mein auch Amerika wä­re nicht in der Sage, aus eigener Kraft einen e r- Höhlen Markkurs auftecht zu erhalten,

im ehemaligen RuWmd bereits auf zwanzig ge­stiegen, deren politische Unabhängigkeit in der Eutschließmrg der Moskauer Bolksbeaustragten vom 19. Januar anerkammt wird.

tzeulschlandr ßntioaffmmg.

Beratung weiterer Maßnahme«.

(Eigener Drahtbericht.)

Paris, 25. Januar.

In der gestrigen Nachmittagssitzung hat die

(Eine Frist für Bayern.

Paris, 25. Januar. (Eigener Drahtbericht.) Die Vertreter der französischen Regierung kamen gestern zu einer Beratung zusammen, die unter dem Vorsitz des Präsidenten Millerand stattfand. In bezug auf die Auflösung der deutschen Ein- w ob «rerwehren soll Evilarfe...-damit ehrttei- franden sein, daß Bayer «eine Frist von höch­stens drei Monate« gesetzt wird. Dagegen besteht noch völlige Unklarheit über die Rege­lung der Verhältnisse in Ostpreußen.

Re schwankende Mark.

Ist der Höhepunkt erreicht ?

Ziemlich überraschend ist in den letzten Ta­gen der Ausstieg der deutschen Mark vor sich gr- gangen, ohne daß darüber völlige Klarheit herrschte, auf welche Umstände diese Tatsache zu- rückzuftihren sei . Daß in erster Linie dabei Amerika wieder einmal seine Hände ton Spiel hatte, lag auf der Hand; denn es ist ja nicht das erste Mal, daß sich dieses Spiel mit

Russisch volmschn Kampf?

Vorbereitungen der Bolschewisten.

(Eigener Drahtbericht.)

Sm Stadtparlawent.

Eine redest rissige Sitzung.

eo viel tN in der Nagele, Stadtvowrdn««, Serfammlitng lang, nicht geredet werden, wi» geftern. «et den «etnfteu Angelegenheiten entspannen sich lebhafte Debatten. Es war ««. verrennbar, daß der Wahlkampf eine spielte. Man könnte dem Bericht die Leber* schritt gede«. <M lebe der Wahlkampfi

Ersatz »ei Tumultfchäden

rvird ahgelehnt. Der neue Stadtverordnete rich hielt bei dieser Gelegenheit seine .Juuq- fernrefoe*. Schließlich wurde die Vorlage an die zuständige Kommission zurückvcrwiesen. Dasselbe geschah mit einer Vorlage .Festsetzung der Ver­gütung der Schreibyehilfinuen bei bat höheren Schulen". Stadtv. W i 11 r o ck warf dabei dem Professor Hebel vor, er wolle neue Moden in der Geschäftsführung einbürgern. Die Versammlung beschäftigte sich wieder einmal mit der Feuer­wehr, wobei der Stadtv. H o r n schu dafür ein­trat, daß die Ersparnisse beim Etat der Feuer- wehr dazu dienen, eine Reparattnwerkstätte au?« zubauen. Der Stadtverordnete rühmte die Schlagfertigkeit der Feuerwehr Unsere Feuerwehr, sagte er, ist la. Schließlich kam noch eine Zugabe"in Form der Drinolichkeits-Anfrage, die auf die Kleidung der Waisenkinder ein­wirken soll. Wie lange die Sitzung noch gedauert, ist unbekannt. Um 9 Uhr zogen die Dertre- treter der Presse t»m bannen, ihrem Printtp ge­treu, mtzd überließen di e StadtverordneterüMr-

> Hessische Abendzeitung

W iedergutmachungr-Frasen.

Festsetzung von Jahresraten?

(Eigener Drchtbericht.)

Berlin. 25. Saratan

In der gestern begonnene« Pariser Konferenz wird voraussichtlich der Fragebogen Lord d'Abernons in den deutschen Antworten die größte Rolle spiele«. I« Verbündeteukreisen herrscht die Ansicht vor, daß eine endgültige Wie­dergutmachung nur möglich ist, wenn vorher die Sanierung der deutsche« Finanzen gesichert ist. I« diesem Zusammenhang trägt man sich im Oberste« Rate mit dem Plane, für die nächsten drei Jahre, nicht, wie von englischer Seite angeregt war, für fünf Jahre, bestimmte Jahres- zahlungen von Deutschland zu fordern und zu­gleich der deutschen Regierung, vermutlich in Frageform, Ratschläge für eine, bessere gi- an- hoinn zu erteilen.Taili) Chronirle" 6* tigt, daß in Paris auf der Boulvgner Basis ver­handelt werden soll, nämlich Zahlung von etn- hundertfünfzig Millionen Pfund innerhalb der ersten fünf (?) Jahre. Unter englischem Pftnch sind Goldpfund zu verstehen.

e »

Sbktschlestem Abstimmung.

Keine polnische« Truppen an der Grenze?

(Prtvat-Tclegramm.)

Breslau, 25. Januar.

Gegenüber den Meldungen übe, polnische Truppenans arniulungen an der schlesischen Grenze und eine Bedrohung Breslaus durch die Polen und ähnliche« Nachrichte« wendet sich bet französische Konsul für Schlesien. Er hätte über die Beunruhigung der deutschen Be­völkerung «ach aris berichtet und eine Infor­mation Briauds erhalten, die anscheinend auf Berichten der ftanzöfischen Mllitärmisfion in Polen beruhe«. An der mittel- und niiwerschle- fische« Grenze ständen zurzeft überhaupt keine polnischen Truppen, in Posen ausschließlich po- sensche Truppen in der dauernd üblichen Stärke. Die polnischen Truppe« an der oberschlesischen Grenze bildeten zurzeit nicht eine geschloffene Division. Die Berichte der französischen Militär- Mission ließe» Schlüsse auf besondere Absicht Polens nicht zu. (Es ist selbstverständlich, daß die Franzosen den wahren Sachverhalt leugnen.) » * *

Keine Verschiebung der Wahlen.

Berlin, 25 Januar. (Pttvattelegramrn.) Bon zuständiger Seite wtt-d gemeldet, i« Ober­schlesien ist das Gerücht verbreitet, daß die p r e ri­tz ischen Landtagswahlen wegen der W- stimmung in Oberschlesien verschoben wür- den. Das ist nicht der Fall. Ebenso falsch ist aber auch die Bel>auptung, von Berlin werde

Italiener als Grenzwache.

BreSlau, 25. Januar. (Privattelegramm.) Wie von zuverlässiger Seite mitgeteüt wird, sol­le« in den nächsten Tagen fünftausend Italiener zur Grenzbewachung gegen Pole« eintreffen.

Bisherige Ablieferung.

Da« deutsche Material für Frankreich.

(Eigene Dnchtmeldmrg.)

Paris, 25. Januar.

Die Kommission zur Wiederherstellung vrröf senüicht eine Liste über daS von Deutschland bis 21. Januar dieses Jahres abgelieferte Ma­terial, das heißt, feit einem Jahre des Inkraft­tretens von Versailles, als Entschädigung Frankreichs. Dentschland lieferte demnach ab: 17 818 840 Tonnen Kohle, 19 Tonnen schwefel saures Ammoniak, 38 780 Tonnen Binnenschifs- sahrtsmaterial, 2 034729 Brutto-Registertonnen Schiffsraum, 6102 538 pharmazeutische Produkte, <571 Lokomotiven, 129 555 Waggons, 140 000

Konferenz die Prüfung der Lntwaffmmgsfrage ' . ________________

fortgefetzt. Es wurde beschlossen, daß die Sach- machte die Verpflichtung der neuen Stadtverord- verständigen für das Heer, die Marine und «eten LehrerW aldsch m tb tunh ®eneMtasent das 2ufttoefen unter Borst« Frankreich-^ lllvich Der Vorsteher, StUdienrat Müller,

ßffchen Landtag. Stadw. Rocholl (Dem) be­zifferte sie mit 66 700 Mark. Tie WahlauÄweU« sind beirubringen oder an ihrer Stelle ein Aus- weis mit amtlichem Stempel. Stadtv. Str et® Mr. b. V.) glaubt, daß es bei der gleichzeitigen Wahl zum PreußenpaÄamvvt und $um Kourmu- nallanD-tag genug KntteknmttÄ geben wird. Suww. Hauschildt (Sog.) gab wertvolle AusiklÄrnng über

die Stimmzettel.

Danach habe» sich alle Parteien geeinigt, die Re­gierung zu ersuchen, durch Verordnung die Stimimzetfel so zu gestalten, daß nur die P a r « t e i gekennzeichnet wird. Die Stimmzettelabgabe zu beiden Parlamenten wird dadurch vereinfacht. Mir diese ÄuMärung wurde dem Stadtverordne­ten Dank ausgesprochen. Es folgte eine langer« Debatte über Herrickflung instandsetzungsbedürs- tiger Häuser in der Altstadt im Wege der produk­tiven ErwerbsWsenfürforge unter Heranziehung der Hausbesitzer. Der Stadt erwachsen bis zum 1. April daraus 40000 Mark anteilige Kosten. StadDauinspekwr Labes sprach' daber von einer ersten Aktion gegen den Verfall von Häu­sern. Durch allmählichen Verfall gehen viele Woh­nungen verloren, die mit großen Mitteln an an­derer Stelle neugeschaffen werden müßten. Die Verhandlungen mit den Hausbesitzern gestalten sich äußerst schwierig. Erst mit Hilfe der Woh- mmgsinspektion wurde den Hausbesitzern der Altstadt mehr Vertrauen abgewonnen. Kommen wir vorwärts auf dem eingeschlagenen Wege, so sagte der Stadtbauinspektor, dann soll er wei­ter beschritten werden. Ein düsteres DM> des Altstädter Wohnungs elends entrollte Stadtverordneter Wittrock (Doz.). Danach mußten viele Wohnungen geräumt werden, in denen Familien mit acht bis zehn Kindern hau­sten. Man kann sich ein Bild machen, wie diese Wohnungen ansseben, die den Namen Wohnung nicht verdiene». Tie Senfe wurden in der We- serstraße rmrd anderswo «nfergebracht. Endlos vor die Debatte darüber, ob ein Haftpflichwer- . lcherungSverttag so umgewandelt werde» soll, daß die zu zahlenden Prämien von 13000 auf 53000 Mark steigen.

Berlin, 25. Januar. M SM "lachen Berichte, die Sonnabend beim A neuartigen Amt in Paris eingelaufen sind, melden eine gewaltige bolschewistische ?^e^f£tn!näie,n,nS ru dem angeblichen Zweck des Endkampfes gegen die Polen. Tie Mobilmachung an der russischen Front ist so fieberhaft geworden, daß die mUitärischen Sachverständigen annehmen, die Roten hätten be­schlossen, nicht erst den Frühling abznwarten, fordern bereits nm 1. Februar ihre Offensive zu beginnen. Laut einer Moskauer Radiomel- - ... ----------,------,,____r

&ung ist die Zahl der Sowjetrepubliken 131505 Werkzeugmaschinen, 17 Unterseekabel.

der ^ung unserer VaLuta vollzieht. Aehn- Hofwungsschimmer auf bessere Zette«

bchcs haben wir berens im Fruyzahr des vqx- ton ouj8 aufleuchtet A argen en Jahres erlebt. Die jetzige Stelgerung 1

Deutschlands Zahlungsfähigkeit.

Paris, 25. Januar. (Eigene DrahtmeWmrrg.) In der Rachmittagssitzung betonte England, daß es vielleicht nützlich sein könnte, wenn der deutsch« Vertreter Bergmann zu einem Bericht über die Zahlungsfähigkeit Deutschlands auf» gefordert werden würde. Bergmann soll aber an der Debatte nicht teilne^nen. Entgegen dem gestern verbreiteten Gerücht, daß die eng­lische Delegation den Antrag gestellt habe, den afertieter 2)eutf$fan«><3 jur Konferenz zuzulassen. erachten die Alliierten es für notwendig, eine p^/r^degegnung der Alliierten mit MutRJen Vertreter» zu organisieren, um Deutsch- land die Beschlüsse der Konferenz Wer dir Repa- tationSfrage bekannt zu geben Es ist keine Rede davon, diese Begegnung sofort an die jetzige Konferenz der Alliierten anzuschließ«!».

nung gesetzt: Regelung der BesoldungsverhÄt- uiffe, nachdem Kassel in die Ottsklasse B versetzt ist. Tas macht jährlich drei Millionen aus, rrn laufenden Etatsjahr 675000 Mart! Bei der an­derthalb stündigen Debatte Wer die Entbin- dungs-Anftalt an anderer Stelle wird darüber berichtet sollten die Demokraten offen­sichtlich aufs Glatteis geführt werden. Sie taten aber in ihrer Mehrheit der Linken nicht den Ge- faßen. In fünf Minuten wurde sodann der große P ump, das

Drei-Millionen-Darlehe«

bei der »Alten Stuttgarter*, genehmigt. ES ist nach den Darlegungen von Dr. Steinmetz (Sog.) mtt 4/i Prozent $u verzinsen. Arrßeror- denttich zweckmäßig ist, daß das Geld direkt vorn Geldgeber, ohne Vermittlung und Begebung auf dem Wege de« Obligationen entnommen wird. Bon der städtischen Sparkasse sind ebenfalls drei Millionen zu bekomme«, aber dennoch wird das Stuttgarter Geld genommen. Dann bewilligte die Versammlung die Kosten der Wahl zum Preu-

deren Momente aus der Welt zu schaffen, die bisher den Markknrs unter Druck gehalten ha­ben. Dazu gehören vor allen Dinge« dle passi­ve Handels- und Zahlungsbilanz, untere ret­tungslos verfahrene Finanzwirtschaft, die er­schreckend anwachsende Inflation, und vor allem der Versailler Friedensvertrag. an dessen Aus­wüchsen von vornherein all« Bemühungen für den Politischen, und wittschaftlichen Wiederau'- bau Deutschlands scheitern müssen.

Nun hat.sich das neue französische Kabinett durch sein Mitglied Loucher. der auffallend scharfe Töne gegen Deutschland anschlug, auch Im Ausland sehr ungünstig eingeführt, und man wird sich daher im Zusammenhang mit den we­nig hoffnungsvollen, kommenden Pariser Verhandlungen daraus gafaßt machen können, daß die Amerikaner ihre spMckttivnr Markkäufe wieder einstellen un6) damit unsere Valuta einem neuen Druck nach unten aus­setzen Denn man darf nicht vergessen, daß die Nmerikaner nicht etwa geneigt sind. DeMschlanv um seiner selbst willen zu Hilfe zu kommen, so«, dem daß die von Newyork ausgehenden Mark­manöver nut daz» dienen sollen, den Abschluß von gewinnbnngenden Geschäften mit Deutsch­land zu ermöglichen. Bringen die neuen Pari­ser Verhandlungen nur unerschwingliche, drük- kende Lasten für Deuffchland, so entfiele auch für Amerika das Interesse an der Herstellung rege­rer wirtschaftlicher Beziehungen. Allerdings ist nicht zu übersehen, daß sich die amerifanlsche Fi- nanzwelt an der deutschen Industrie auf dem Weoe bedeutender Mienerwerbungen m weit­gehendem Maße mit der deutschen. Wirtschaft verknüpft hat. und die Hoffnung ist darum noch nicht vollständia geschwunden, daß die amerika­nische Geschäftswelt im eigensten Interesse ihr Veto gegen eine Ueberspannung der FttodenS- vertragsbesttmmungen einlegen totrb.

Die Besserung unserer Valuta lst unter den gegenwärttgen VerhMtniffen für Deutschland sesihst ein zweischneidiges Schwert. Denn sie bedeutet schwere verlustreiche Erschltttemngen für die deutsche Wirtschaft, die nur dann einbger. maße» Überwunden werden könnten, «renn ve- schleunigte Bemühungen einsetzten, endlich eine Stabilisierung der deutschen Währung h.tbeizu- sühren. Die schwankende Mark, die heul- steigt und morgen fällt, ist für Deutschlands Wirtschaft der schlimmste Feind. Denn sie macht lebe Kal­kulation der Geschäftswelt unmöglich und stellt die deutscke Wirffchaft vor Aufgaben, die sie in ihrer gegenwättigen hilflosen Lage zu lösen nicht imstande ist. Vorläufig eröffnen Markbesserungen keinerlei erfreuliche Aussichten für die deutsche Wirtschaft, die wieder einmal ge­rädert wird. Run scheint es allerdings, als ob ßeiaenee Tendenz der Mark, für den Augen-