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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 101

Fernsprecher 951 und 952.

Sonntag, 8. Mai 1921

Fernsprecher 951 und 952.

11. Jahrgang

3nfertton4fr«tf:) Mnixtmtlchr Auftrage7 DI- «tnfpalttge «n,eigen.g-tt- M. 1.10, dir rtnfpalttg« Reklame,eile M. b) «urwärNge Auftrag«: Di, «tnfpalttge «n»etgen,etle ®- 1.50. die «tnfpalttge Reklame,eile M. 3.50, oue« etnichiietzlich Teuerung«,Uschlag und anittgenfleuer. Für Anzeigen mit befonbir» schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit oller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, forote für Aufnahme. baten uM Platze kann eine Bewahr nicht übernommen werben. Druckerei- Lchlacht- OofftraB« 18/30 G«fchäftSfl«ll,; Kölnifch« Straße 4. Delephan Rümmer 051 und tot.

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Derfcöärfte Sage in Oberschleflen.

Briand wird heute, Samstag, miralstab und dem Marineministei

mit dem Ad-

, der!in, 7. Mai. (Privattekegramm.) Gegen einen Wiedereintritt des PostministerS Gies- berts in das neue Reichskabintit sind von einer Anzahl Ausschüsse der Postangeitellten Zreußens Protestbeschlüsse ergangen. In dem Besclfluß des Berlin-Spandmier Postler-

durch zu erklären, daß die Franzosen mit den Polen gemeinsame Sache machen. Das Auftreten der alliierten Truppen wird da­durch zur Komödie. Der italienische Widerstand mag wohl aufrichtig sein, weil die Italiener kein Interesse am polnischen Raubzug haben; im übrigen ist aber dort eine infame Schiebung im Gange. Das .Weltgewissen" läßt uns arg im Stiche. Kein neutrales Volk regt sich. Deutsch­land ist, wie vorauszusehen, schutzlos einer wil­den Meute preisgegeben, die ihre Zähne gierig in seine Flanken schlägt. Die Gefahr ist bitter­ernst. Niemand weiß, was noch werden wird. Nur die eine Gewißheit besteht: daß wir unsere innere Lage selbst erträglicher machen können, wenn wir ein ein rges Vo lk werden und den zerstörenden Parteihader verbannen! K. F. Dr.

Leberwachung des Seehandels.

Paris, 7. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Das französische Maripeministerium hat bereits die drei besten Panzerkreuzer mobilisiert, um an die deutsche Küste fahren zu können. Daneben kommen namentlich Patrouillenboote tn Be­tracht. Man berichtet von viertausend Mann, deren Aufgebot notwendig wäre, um die Be­stände aufzufüllen. Zwetk der Maßnahme ist die Besetzung der Elbe- und Wescrmündunq na­mentlich der Mfcn von Hamburg und Bre­men. Auch Cuxhaven und seine Forts sol- len besetzt werden. Es handelt sich hierbei nicht etwa, wie behauptet wird, um die Blockade der deutschen Küste, sondern um dj« U e b e r w a - chung de« SeehandclS. Man will damit dir Neutralen beruhigen, die sich mit Rechst vor den Wirkungen einer Blockade fürchten.

Um das neue Kabinett.

Siwe Erweiterung der Koalition?

(Pttvat-Trlcgramm.)

Berlin, 7. Mai.

Die neue Regierungsbildung wird sich noch um einige Tage verzögern. Wie wir aus parla­mentarischen Kreisen erfahren, haben die bis­herigen Koalitionsparteten den Versuch einer Erweiterung der Koalition gemacht. Es haben infolge der Regierungsbildung Bespre­chungen mit den Mehrheitssozialisten und auch mit rechtsstehenden Politikern fdlttgesunden. Von beiden Seiten wurde erwidert, datz kein Grund vorliege, der bisherigen Koaütion die Bcrant- >vortung für das Konnnrnde abzunehmen. In Kreisen der Mehrheitssozialisten ist eine nicht ge- inge Minderheit dafür vorhanden, eine schärfere Betonung der Opposition gegenüber einem neuen bürgerlichen Kabinett zu verlangen.

Die Postbeamten gegen Giesberts.

mtralstab und dem Marincminister eine Konfe­renz aühalten über die Flottenmaßnah- mcn gegen Deutschland. Die französische Re­gierung ist entschlossen, nicht nur das Ruhr­gebiet zu besetzen, sondern auch die Elbe- und Wesermündunn und zwar auf eigne Faust und ohne Mitwirkung Englands. Daß auf der Londoner Konferenz neben der Besetzung des Ruhrgebiets auch Flottenmaßnahmcn ge­troffen worden sind, trifft jm vollen Umfange zu, trotzdem englische Kreise behaupten, man würde englischerseits von diesen Flottenmaßnahmen mit Rücksicht auf die Neutralen Abstand nehmett. Die Aufnahme dieser Flottenmaßnahmen in das Entente-Ultimatum vom 5. Mai an Deutschland ist auf französische Initiative zurückzuführen. Die Franzosen beabsichtigen allerdings nicht, sofort am 13. Mai mit ihren Flotteneinheiten vorzu­rücken, sondern erst später.

Fernfpskch-Gkbübren.

Die Zählung aller Gespräche.

Scbe» den geplanten neuen OrtSfernfprech- tarif, der eine Neuregelung der Gebühren- Berechnung bezweckt, werde« «n« folgen­de amtliWe Mitteilungen gemacht.

Der Entwurf des Fernsprechgebühren-Gesetzes sicht an Stelle der bisherigen Pauschgelmhr die Erhebung einer Einrichtungsgebühr, einer Jahresmiete, sowie von Ge­sprächsgebühren für den einzelnen Aue schluß vor. Diese Gestaltung der Gebührenerhe­bung entspricht nicht nur den Grundsätzen, wie sie in den Fernsprechverwaltttngen anderer gro­ßer Länder bereits durchgeführt sind, sondern modernen wirtschaftlichen Anschauungen über- haupt, wonach solche Gebühren, die nur einmal oder nur einmal im Jahre in Betracht kommen, nicht mit den Kosten in einen Topf geworfen werden sollen, die die fortgesetzte LLrederbenut- zung einer Einrichtung durch den Gebrauche! verursachen. Denn bei einer reinen Pauschge- bühr zahlt derjenige, der die Einrichtung minder oft benutzt als ein anderer, im Verhältnis zu viel, weil diese Gebühr, die wenigstens die Selbstkosten der Einrichtung decken soll, so hoch bemessen sein mutz, datz auch die Ausgaben, die die Vielbenutzer verursachen, in ihr Deckung fin- den. Wollte man deshalb den Fehlbetrag von achthundert Millionen Mark, den der Fern- sprcchbetrieb zurzeit auswcist, dadurch wettma­chen, daß man die Pgusckgebühr entsprechend er­höhte, so Würde, da der Grad der Benutzung des Fernsprechers durch die Teilnehmer sehr verschieden ist, die schon jetzt vorhandene große Ungleichheit ihrer geldlichen Be- lostung sich noch mehr steigern. Der neue Ta- rifcntwurf regelt statt dessen die Gebührener^ Hebung so, daß alle Teilnehmer gleichmäßig zur Tragung derjenigen Kosten herangezogen werden, die für jeden von ihnen dieselben sind. Das ist der Materialaufwand. Eine variable Größe bilden dagegen die Ausgaben für die Ge­spräche.

Die Einrichtungsgebühr

Sein oder Nichtsein

Das Ultimatum der Entente.

Posttarife teilweise Lis auf das Achtfache erhöht wurden, denen eine kaum dreifache Erhöhung der Gehälter gegenüberstehe, ohne daß der Mil- ltarden-Fehlbetrag der Post beseitigt wurde.

Das Entente-Ultimatum.

Stellungnahme der Parteien.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 7. Mai.

Der Lokalanzeiger berichtet, daß die Reichs- tagsfraftwnen zwar zu dem Ultimatum Stellung genommen, aber noch keine bindenden Beschlüsse gefaßt haben Bisher steht fest, datz die Deutsche Volk spartet und die Demokraten sich zu einer Unterschrift nicht entschlie­ßen können. Die Deutschnationalen werden jede Regierung bekämpfen, die das Ulti­matum annehmen wird Ebenso beit» die Volkspartei. Das Zentrum hat sich noch nicht klar geäußert, Wird aber ohne die Deutsche Volkspartei keine Unterschrift leisten. Die Entscheidung wird wohl erst in den heutigen Abendstunden fallen, obwohl die Fraktionen und der Auswärtige Ausschuß schon vormittags zu­sammentreten. Wie vom Reichstagspräsidenten mitgetellt wird, wird heute kaum eine Plenar­sitzung des Reichstages stattfinden. Es heißt, daß die Senioren nicht gewillt sind, eine Reichs- tagssttzung abhalten zu lassen, bevor das nette Kabinett fertig ist. Ob das am Montag der Fall ist, scheint nach Lage der Dinge sehr fraglich

Diese OrtsgefprächSgebühr

(von 25 Pfennig) stellt das Entgelt für die Kl* nen Betriebskosten dar. Die Höhe dieser Kosten hängt von der Zahl der Teilnehmer und der Ge­spräche ab, sie wächst proportional der Menge der Gespräche, weil jedes Gespräch im Amte für ich behandelt werden muß und deshalb bei den Gesprächen der Vielsprecher nicht etwa eine Er- parnis an Betriebskosten dadurch eintreten ann, daß man sie massenweise abfertigt. Tat- ächlich kommen diese Gespräche der Verwal- ung teuerer als die übrigen, weil sie mehr Per- 'onal und ein Mehr an technischen Einrichtun­gen beanspruchen. Infolgedessen kann im Fern- ?rcchbetriebe der Großverbraucher ge» enüber dem Kleinverbraucher nicht etwa da­durch besser gestellt werden, daß man ihm einen Rabatt gewährt.

Die Zählung der Gespräche

Die Annahme brachte keine Erleichterung.

. Berlin, 7. Mai. (Privattelegramm.) Nach den Erllarungen des Außenministers Dr. Si­mons, der im Auswärtigen Ausschuß vor dem Rücktritt des Gesamtkabinetts sprach, würde die Annahme der Londoner Bedingungen der Entente für Deutschland jährlich mindestens zwei bis drei Milliarden neue Steuern not­wendig machen^ für die es keine Quellen mehr gebe. Dies- Erklärung des Ministers, wie auch die weitere, daß die Annahme beS Lonboner Ul­timatums die Situation nur für Wenige Monate retten, aber keine Erleichterung für Deutschland bringe, fand die Zustimmung aller Redner, mit Ausnahme der Kommunisten.

Eine nette Etappe auf dem Wege ,ur Ver- chlewterung hat damit begonnen, daß die Polen den Krieg in unser oberschlesisches Land gebracht haben. Man sieht in diesem Schauspiel noch nicht klar. Zwar suchen die dinierten Hebet« wachungstruppen die Polen zurück,uwersen, wo­bei es auf beiden Seiten Verluste an Toten atot: aber die Poftnfüchrer erlauben sich dreiste Maß- "" keien sie die Herren über Cber-.^m oes -vertin-Tpamxnier Pomer-

kchresteu. Diese polnische Kühnheit ist nur da-! Verbandes heißt es, daß unter Giesberts bte

Die Franzosen ziehen sich zurück.

Breslau, 7. Mai. (Privattelegramm.) Aus Gleiwitz wirb um 12 Uhr nachts gemeldet: Di- Stadt Gleiwitz steht vor der Einnahme durch die Polen. Der Einmarsch wurde be­reits fiir letzte Nacht erwartet. Die f r a n z ö s i - scheu Truppen haben sich in ihre Kasernen zurückgezogen, die sie mit Stacheldraht um­zogen haben. Der ftanzöflsche Kommandant hat gestern abend einen Parlamentär der vor der Stadt liegenden Polen empfangen, mit dem um Mitternacht noch verhandelt wurde. Neber Gleiwitz Wird gemeldet, daß in Pleß die Ita­liener das Standrecht verkündet haben.

*

Verbrecherisches Gesindel.

BreSlau, 7. Mai. (Pribattelegramm.) Zwi- schon Loslau und Annaberg sind bei Olsa bte pderb rücken gesprengt worben. Es wird weiter mitgeteitt, daß die Polen fortwährend Nachschübe von Munition, Minenwerfern und Geschützen aus Polen erhalten. In Rup- tau haben große Plünderungen stattgefun- den. Fast alle Geschäfte am Ring sind ausge- rärtmt worden. Die in Loslau entwaffneten deutschen Apobeantten sind verschleppt worden. Mehr und mehr zeigt sich, daß bei den Polen ver- brechensches Gesnkdel untarbeitet.

Der Krieg in Oberfchleflen.

Hilflose Ententetruppen.

(Privat-Telegramm.)

BreSlau, 7. Mai.

Wie auS Kattowitz berichtet wird, fängt der Proviant der hiesigen alliierten Besatzungs. truppen bereits an knapp zu werden. An- dererseits macht sich in Kattowitz selbst großer Mangel an Lebensmitteln bemerkbar. Frauen und Kinder stehen an den verschlossenen Lebensmittelläben in langer Reih« da. Die Metz­ger liefern an die Restattrationsküchen nur noch Sonntags Fleisch, da Kattowitz durch die Lahmlegung beS Eisenbahnverkehrs vollständig abgeschnitten ist Mittags um ein Uhr hat die Besatzung mit der Säuberung der Straßen von polnischen Spitzeln begonnen. Allem An- scheme nach hat sich die französische Besatzungs- behörde nun doch endlich entschlossen, gegen die polnischen Aufrührer vorzugehen. Bis zur Stunde ist es noch zu keinem Zusammen­stoß Mischen Polen und Franzosen ge­kommen. (!) Wie wir von der interalliierten Kommission erfahren, ist ein Vorstoß der französi- schen Besatzungstruppen gegen die Befestigungen der Polen in der Stadt geplant.

erfolgt beim Amte mit Hilft eine? halbautomati­schen Zählers. Er wird von der Beamtin in dem Augenblick durch Tastendruck bewegt, wo die beiden sprechenden Teilnehmer den Fern­sprecher wieder auf die Gabel gelegt haben und demzufolge auf dem Amt in beiden Teilnehmer­leitungen das Schlußzeichen durch Aufleuchten der Schlußlämpchen erschienen ist. DerZählertritt deshalb allemal da grundsätzlich nicht in Funk­tion, wo kein Schlußzeichen erscheint, wenn also der gewünschte Teilnehmer nicht antwortet, oder die zu seinem Amte führende VerbinbungSlei- tung besetzt ist, oder wenn er anderweit spricht. Da der Zähler immer nur nach beendetem Ge­spräch und dann nur einmal bewegt werden kann, ist es ausgeschlossen, daß eine Verbüümua

(von zweihundert Mark) bildet eine Zahlung auf Verlustkonto. Sie ist also nur einmal zu Iciften und soll der Verwaltung einen Teil der durch Herstellung der Anschlußlettung inner­halb des Hauses des Teilnehmers erwach­senden Kosten für Baustoffe und Arbeitslöhne ersetzen. In Wirklichkeit stellen sich diese Kosten durchschnittlich auf über dreihundert Mark. Da­bei ist noch mit zu berücksichtigen, daß das ver­wendete Material sich zumeist nicht wieder be­nutzen läßt, wenn der Anschluß aufgegeben wird. Für die Ueberlassung und Unterhaltung der Apparate sowie für den Bau und die Instand­haltung der Sprechleitungen zahlt der Teilneh- mer künftig als Jahresmiete die Grundge­bühr, die, den Selbstkosten der Post entspre­chend, zwischen 380 und 760 Mark schwankt und die nach der Größe der Ortsnetze gestaffelt ist. Bei allen Netzen mit mehr als tausend Teil- uehmern ist in die Grundgebühr ein Zuschlag von 20 Mark eingerechnet, der das Aequivalent dafür bildet, daß in diesen Netzen künftig un­unterbrochen Dienst cchgohalten wird. Für Nacht, gespräche, die zurzeit 80 Pfennig kosten, kommt dann nur noch die Gebühr für Tagesgespräche zur Erhebung.

Frankreich» RäuberpMttk hat doch die Ober­hand bei den Londoner Beratungen behalten. Tas Ergebnis ist das Ultimatum an Deutsch- Ian®: Geld oder das Leben. Zwar kommt uns diese Entwicklung nicht überraschend, wie nach den vielen bitteren Erfahrungen uns überhaupt nichts mehr überraschen sollte. Die Folterung ves armen deutschen Michel wird unentwegt fort­gesetzt, da er ja durch die .edelmütige" Selbst- cutwaffnung die Feinde geradezu eingeladen hat, die Folterknechtsarbeit an ihm zu vollziehen. Seit zwei Jahren hoffen wir auf Gerechtigkeit und empfehlen unsere Sache einem Phantom: dem Welrgewiffen und der Weltgeschichte. Ver­gebens. Diejenigen, die damals dem deutschen Heer kampslose Kapitulation befahlen und die unbesiegten Truppen heimriefen, sagen heute: .der Gerechte muß viel leidend Man kann aber auch lagen: .Dummheit wird bestraft/ was in diesem Fall dasselbe bedeutet An den schlim- men Folgen früherer Fehler werden wir noch lange zu tragen haben. Ms- wir vor zwei Jab- ren vor der Frage standen: sollen wir das Ver­sailler Frisde.isidiktat unterzeichnen oder nicht, da war die Erwägung ausschlaggebend, daß wir unsere materiellen Interessen schätzen müßten, -- daß wir das Schlimmste, die Besetzung des R u h r r e v i e r s, nur durch die Unterzeich­nung verhindern könnten! Heute sind wir zwei älter und an Erfahrung reicher geworben. Wir haben uns Demütigungen gefallen lassen müssen, ein Stuck Grenzland nach dem andern ist uns entrissen, etliche Millionen deutsch« Volks­genossen sind unter fremde Herrschaft gezwungen io-nden, das deutsche Reich ist an Geld und Gut ausgeftgen, alles auf Grund des damals unter« zeichneten Versailler Vertrags und jetzt kommt eutwe^r freiwillige Sklavenarbeit ode- gewaltsame Besetzung!

»Nur eine Woche Galgenfrist. Wollen wir die Besetzung des Ruhrgebiets abermals vermeiden oder hinausschieben, dann müssen wir so ^"Verpflichtungen aus uns nehmen, daß das deutsche Voll für Jahrzehnte hinaus die Sckml- die Feinde abarbeiten muß und seine SeLbstandiBett völlig verliert. 91 ad) dem in A"?^..bes<Aossenen Ultimatum, das am 12 Mai ablauft, wird Frankreich tn die Lage gesetzt, unverzüglich die militärischen Vorkeh­rungen einzuleiten, die für die geplante $Be- setzung demnächst notwendig werden sollten In-

A Reparationskommission Deutschland tue Zahlungsweise und die Stellung von S i ch e r h e i t e n vorgefchrieben Fen» Deutschland bis zum Ablauf der Frist Ä « Wrnrouna gegeben hat, wird die Besetzung erfolgen. Werden die Sefbingunaen aber amgenemnnen, dann sind wir durch die Ver- sthlimm daran. Deutschland maq sich drehen und wenden wie es will, es wird der feindlichen Vernichtungswitt nicht entgehen. Es ist ganz aleichgiukiig^ ob die neueRegierung ihren «kW*1 f znr Zahlung bekunden wird oder mcht, selbst wenn sie imstande wäre, die aeaen- wartigen Wtrpflichtungen zu erfüllen iic gembe toÜTben nur erhöhte Forderungen stellen a?^rTen das Versailler Diktat von den deutschen Delegierten nicht unterschrie­ben worden, dann hätte es uns nicht schlechte^ ergehen können als beute, da wir im begriffe

Ein Stieben der Ohnmacht ist der Rücktritt hna »ritee VN«. Mögen die Parteien

Kabinett Fehrenbach und die Außenpolitik .öerteilen oder verteidigen, iLf1 nui Moses häusliches Ge-

zank. ES gibt feine andere Regierung, die es besser machen könnte, sei sie nun Vertreterin der M'tte oder der Rechten oder Linken. Eine Re­gierung der Mitte wird immer zwisiben der vaterländischen Interessen und den Verpflrchttingenaegenuber den Feinden schwan- .Inders würde nur eine Regierung der 21"LLn °^rder äußersten Rechten

L die eine Alles bewil-

Iigen, die andere Alles verweigern. Was dann ans DeutWkanv würde, kann man sich leicht au«- d^/bn- Ab" es fft die Ironie des Schicksals, «Ei- Erhandelnde, auf der Basis der Mitte stehend« Rsaieruna, die notgedrungen c-if ei*£ hnnkle Zukunft vor Wie twm's mwcht so ,st es falsch. Der- §£lnde auf ihrem wahnwitzigen Standpunkt, dann treiben ton unausbaltsam in re Katastrophe.

Bayerns ablehnende Haltung.

M ü n ch e n, 7. Mai. (Privattelegramm.) Der bayerische Ministerpräsident Dr. von Kahr ist nach Berlin abgereist. Der Ministerpräsident und eine Konferenz der Koalitionsparteien be- sMstigten sich mit dem Ultimatum. Die baye­rische StaatSzeitung tritt für die Ablehnung des Ultimatums ein und schreibt: Was dann folgt, kann uns ja auch die Vernichtung bringen. Wir haben uns dann aber nicht ver­traglich der Gegenwehr begeben und können als freie Männer unser Schicksal selbst bestimmen.

Zwangsmaßnahmen zurSee

Besetzung dev Elbe- und Wesermündnng.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 7. Mail