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11. Jahrgang.

Dienstag, 10. Mai 1921

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 102

Fernsprecher 951 und 952.

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Mckr NM Nchrichim

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Die Bedrohung von Ost und West

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Alfred Manns.

PoKtik aussehen.

erste Transportzug in Mainz ein, dem im Lause Iber NacA und des gestrigen Tages zehn weitere aüar fntoen sollten. Luck fonü macken kick die

Erfolgt der. Einmarsch?

Die Vorbereitungen der feindlichen Truppen.

(Eigener Drahlberickk.)

Paris, 9. Mai.

Der alliierte Kriegsrat ist gestern in Paris zusamnrengetreten. Er bleibt bis zur Erledigung des Entente-Ultimatums an Deutschland zusam­men. Der Bormarsch in Deutschland beginnt beiAblehnung des Ultimatums am 13. Mai, früh 4 Uhr. Die Vorbereitungen der Fran­zosen fiM» in vollem Gange. Der Mainzer Hanptbahnhof glich in den letzten Tagen einem Heerlager. Am Sonnabend nachmittag traf der

Der Krieg in Oberschlesien.

Weitere Verschärfung der Lage.

(Privat-Tclegramm.)

Oppeln, 9. Mai.

Die Führer der deutschen politischen P ar­te i e n in Oppeln haben der interalliierten Kom­mission die Forderung unterbreitet, daß die zu­gestandene Freilassung der Oppelner Gefangenen stattfinde und daß die Schwierigkeiten für die Ausreise der Flüchtlinge beseitigt werden sollen, sowie, daß das besondere Gericht der interalliier­te« Kommission zurzeit nicht zusmmnentreten dürfe. Falls eine befriedigende Antwort bis neun Uhr abends nicht eingegangen ist, erklären sich die Parteiführer nicht mehr in der Lage, die Ruhe und Ordnung in Oppeln zu ver­bürgen und werden ihre Funktion als Partei­führer niederlegen. Aus zuverlässiger Quelle wird gemeldet, daß die interalliierte Kommission bei der EisenbahudireMon in Oppeln Wagen aus dem besetzten Gebiet angefordert habe, da­mit die Familienangehörigen der interalliierten Koumüssion sofort abreifen können.

Getreideversorgung.

Diesjährige Organisation.

@6 soll auch in diesem Jahre durch behSrdlich» Mahnahnten versuche werden, die Getreideder. forgitng sicher,üstrllen, damit wir da« Aneland mdglich« wenig in Anfpeuch »e nehmen brauche«

gen uns.

Uno wir? Es hieße sich einer gcsahrltchen

Täuschung hingeben, wenn wir glauben wollten, <*«.. «v. --- -r--

doch wir bei der ausdämmeruden ensliich-ameri- Züge folgen sollten. Auch sonst machen sich dze

Truppenbewegungen allerorten bemerkbar. Die Bahnübergänge, Brücken usw. werden seit eini­gen Tagen wieder streng bewacht. Auch im el­sässischen Erenzbereich sind neue französische Truppen eingetrosfen und nach der Pfalz und ins Rheinland weiterg-fahren, wo sie vorläufig sta­tioniert werden. Im südlichen Elsaß sind der Be- völkcrung Truppen-Einquartierungen angesagt.

Deutscher Selbstschutz.

Derteidiaung des westlichen Oberschlefien.

sPrivat-Telegramm.)

Breslau. 9. Mai.

Nunmehr beginnt sich verstärkter Widerstand der rein deutschen Westkreise Obcrscklesiens ge­gen die polnische Willkür zu organisieren. Es mürbe in Oppeln zu einer Versammlung wehr- sähiger Männer ausgesordedt imd binnen einer Stunde nach Anschlag des Aufrufes hatten sich Taufende wehrfähiger Männer eingesunden. Der Vorsitzende forderte zum Einttitt in den Selbst­schutz auf. Mcchr als zweitausend gediente Deuttche meldeten sich sofort und wurden in Hundertschaften eingeteilt. An General Lerond wurde eine Abordnung geschickt, durch die er ge- stagt wurde, ob die interalliierten Kommission Schritte zur Wiederherstellung des gesetzlichen Zustandes ergriffen hat und welchen Erfolg diese Schritte gehabt haben. Fernerhin wurde be­schlossen, daß der Selbstschutz sofort in Aktion treten soll, wenn nicht bis Montag nachmittag eine befriedigende Antwort der interalliiertru Kmmnisston eingetrofsen ist.

*

Heftige Kämpfe

Kattowitz, 9. Mai. (Privattelegramm.) Fn Oberschlesien rührt sich nun das deutsche Ele­ment. In verschiedenen Gegenden haben sich die Deutschen zur Bekämpfung des polnischen Auf­ruhrs zusammengeschloffen und tierfudjen, der deutschen Sache zu Helsen. Leider ist die deutsche Regierung nicht in der Lage, irgendwie helfend einzugreifen, Kandrzin wird trotz schwerer Kämpfe weiterhin behauptet. Die Verluste der Polen sollen dort etwa sechtig Tote betragen. Die Stadt Kandrzin wird von den Polen bela­gert. Man hört Artillerie- und Maschi­nengewehrfeuer. Dir Eifenbahnbrückca und die anderen Brücken zwischen Koses und Kandrzin werden unter polnischem Feuer gehalten. Auch Le schnitz wird von den Auf­ständischen stark angegriffen. In das Oppelner Krankenhaus wurden etwa dreißig Bcrwundetc eingeliesert. Die Schutzpolizei wird dauernd verstärkt, ist aber noch immer unzureichend. Es ist bewiesen, daß aktiveS polnisches Mi- l i t S r an dem Aufstande beteiligt ist.

eine bestimmte staatliche Regelung nicht sich g< wÄhrlcisten ließe. Wohl aber wurde etn Mi telweg für gangbar erachtet, wonach in dem am 15. August beginnenden neuen Wirtschafts- ,ahr ein gemischtes System platzgreisen soll, wo­nach ein Teil der Ernte zur Deckung d-s Brot- bedarfs durch eine Umlage eingezagen nnrd, währen- der darnach verbleibende Ucber- schuß dem Landwirt zu freier Verfügung zu be- lassen ist. Maßgebend für diese neue Form der Getreidewirtschaft war die statistisch nachge- wiesene Tatsache eines bedenklichen Rückganges des inländischen Ernteertrages. Um die Brot- versoMlng der Bevölkerung sicherzustellen, mutz­ten dcmzufoglc steigende Mengen von Getreide aus dem Auslande beschafft werden, was i« Interesse unserer Unabhängigkeit vom Auslan- de und der Verbesserung unserer Handelsbilanz von Uebel ist. Es muß demnach versucht wer-

kanischen Rivalität viel gewinnen könnten. Amerika denkt gar nicht daran, auf unsere physische oder moralische Hilfe zu reflettieren. Dieses starke Land ist sich selbst Mann's genug und was auch immer es sich vornimmt, es wird es aus eigener Kraft schassen. Im Augen, blicke, wo die Dinge erst im Anfangsstadium ihrer Entwickluna stecken, wird Amerika der of­fizielle Freund intimster Art Englands sein ;um das zu dokumentieren, wird es keinen Augen­blick zögern, uns im Sinne England-Frankreichs mit zu verelenden. Amerika wird es vorziehen, uns zerschmettert am Bvden zu sehen, bevor es eine offene Feindschaft vor der Zeit provoziert. Es hat keinen Zweck, daß wir vor diesen nüch­ternen Wahrheiten die Augen verschließen, trotz, dem wir erwarten dürfen, daß Amerika uns ge- Mig sein wird, überall dort, wo seine Freund- lichkeiten nicht den Argwohn und die Mißsiim- mung der Alliierten erwecken. So wird ver­mutlich die Grundrichtung der Hardingschen

den. die Getreideerzeugung

im Jnlande zu belebe«, zugleich aber auch den Brotbedarf der BAölke» ntna zu erträglichen Preisen sicherzustellen. Beide Ziele hofft man durch dte Bewirtschaftung des Getreides in der erwähnten zweiteiligen Form, der Umläge und der Freigabe des Ueber- schusses erreichen zu können. Zur Ausführung dieses Organisationsplans ist, wie uns von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, ein Gesetz­entwurf aufgestellt worden, der folgende Grund­züge enthält. Im nächsten Wirtschaftsjahr sind aus dem Jnlande für den Bedarf der Be­völkerung, ausgenommen die Selbstversor­ger, dreieinhalb Millionen Tonnen Getreide durch Umlage aufznbringen, während der Ge­samtbedarf etwa 4,3 Millionen Tonnen beträgt. Die Umlage entspräche durchschnittlich ettrer Belastung von 3.5 Doppelzentnern auf den Hek­tar der Getreideanbaufläche und würde ungefähr ein Siebentel der Ernten an Brotgetreide, Ger. ste und Hafer (ohne Gemenge) ausmachen, die im Durchschnitt auf dem durch den FriedenSver- trag verringerten Boden von 1910-4913 ein ge­bracht sind (viernndzwanzig Millionen Ton­nen). Selbst wenn veranschlagt wird, daß we Ernte seit dem Kriege vielleicht um werztg Prozent sich verringert hat, würde die Gesamt­umlage von dreieinhalb Millionen Tonnen doch immer noch beträchtliche Ueberschüsse frerlaffen. Die Umlage soll von den Ländern nach dem Anteil ausgebracht werden, mit dem sie an dem Ernteertrac-e von Brotgetreide, Gerste und Hafer vor» 19061920 durchschnittlich beteiligt gewesen sind. Um den Kleinbesitz mit einer ge­ringeren Umlage heranznziehen, da er ver- hältnismäßig weniger Getreide im Vergleich zu seiner Ernte abgeben kann, sollen die Lander mit viel , ,

Kleinbesitz so begünstigt

werden, daß die Umlage Kr jeden Selbstvev sorger um einen bestimmten Betrag erhöht und von den Anteilen der einzelnen Länder der che Betrag für jeden Selbstversorger des Landes wieder abgezogen wird. Innerhalb der Lander wird das Umlagesoll auf die Kommunal, verbände und von diesem auf die Ge­meinden bezw. die Betriebe verteilt. Die den Erzeugern für das Umlagegetretde zu zah­lenden Preise werden von der Regierung nnt Zustimmung des Reichsrats und des Rerchstazs- ausschusses festgesetzt, während die Preisbildung des Ueberschußgetreides der Entwicklung des freien Marktes überlassen bleibt, wodurch cmch dem Schleichhandel das Handwerk gelegt werden dürste Die Regelung des Verbrauchs bleibt wie bisher Sache der KommunaLverbände nach den Weisungen der Reichsgetreidestelle. Die »a« ben die Preise für Mehl und Backwaren festzusetzen, die B r o t k a r 1 e n anszugeben usw. Obgleich nach der neuen Form der Getreide­wirtschaft ein Teil des FnlandSgetreides vm der Reglementierung freibleibt, erscheint es zunächst doch nicht angängig, auch die Einfuhr von Getreide sreizugeben, um mißlichen w Wirkungen auf die WahrungsVerhältnisse vorzu­beugen. Die Regierung wird datür Torge trw gen, daß bei Beginn des neuen Wirtschaftsjahr neS ausreichende Vorräte an ausländischem

Ueber die zukünsiige Regelung der Getreide­wirtschaft haben bekanntlich Anfang dieses Jah­res langwierige Erörterungen stattgefunderl, mit dem Ergebnis, daß das von den Führern der landwirtschastlichen Berufsorganisationen neu erhobene Verlangen nach unbeschräntter Ver­wertung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, insbesondere auch des Getreides, gegen­wärtig noch nicht erfüllt werden könnte, weil die angemessene Versorgung der Bevölkerung mit Brotgetreide, Gerste und Hafer ohne ein? hofriminf» staatliche Regelung nicht sich ge-

Amerika und Europa.

Was haben wir z« erwarten?

Wie zu Beginn des Krieges, während des Krieges und beim Waffenstillstand, so sind auch heute noch die Blicke auf Amerika gerichtet, trotz der Ablehnung der Vermittlung. Was wird Amerika tun? Das ist die Kardinalfrage der hchen und Wirtschaftspolitik. Will man diese Frage untersuchen, so findet man eine neue: Wodurch unterscheidet sich Harding von Wilson und welches ist das Wesen ihrer Poltik? Bevor man diese Frage beantworten kann, muß man sich über das Wesen der Politik amerika­nischer Präsidenten überhaupt klar werden. Es gibt da verschiedene treibende Kräfte, deren vier. hauptsächlichste nach der Reihenfolge ihrer Wich- tigkeit heißen: 1. die Kriegsindustrie der Wall­street, 2. die gefühllos nüchternen praktischen In- teressen des Landes, 3. ehrgeizige Pläne des Präsidenten und 4. echter oder konstruierter Ide­alismus des Präsidenten. Bei Wilson spra­chen alle vier Puntte gegen Deutschland: Wallstreet wollte mit seinen Kriegsindustrien nicht nur an der Entente, sondern auch am eige­nen Lande verdienen. Mit Deutschland waren keine Geschäfte möglich, das prakttsche Interesse des writschastlichen Amerika stand demnach auf Seiten der Alliierten. Sprachen hiernach Punkt eins und zwei ohne weiteres gegen uns, so such­te Wilson auf ihnen seine vom kranken Idealis­mus getragenen Ehrwutspläne aufzubauen, de­ren Endziel war: Wilson als Präsident der Ver­einigten Staaten des Planeten Erde. So faszi­niert war Wilson von dieser Idee, daß er ihr zu Liebe duldete, wie seine vierzehn Punkte von den höhnisch und behaglich lächelnden Clcmen- ceau und Lloyd George in ihr Gegenteil ver­wandelt wurden, überall dort, wo sie etwas für uns günstiges enthielten.

Run sagt man. Harding fei nur eine Fort­setzung Wilsons, die Praxis ergebe eine Fort­setzung der früheren Politik. Diese Frage ist für unsere Zukunft so wichtig, w-e es die Wilsonsche Politik für die Vergangenheit war. Es heißt, auch Harding könne nicht ohne Wall­street regieren. Zweifellos stimmt das, derarti­ges vermag kein amerikanischer Präsident. Aber besehen wir uns nur einmal Harding auf den oben angeführten Punkt vier bin. Wir kennen den neuen Gewaltigen noch ziemlich wenig, aber aus jeder Rote, ans jedem Wort von ihm spricht der nüchterne Uankee, er scheint nicht der Mann tut hysterisch-unechte Weltmoral, allem Anschein nach scheidet Punkt vier bei ihm aus und es ist wahrscheinlich, daß die Befriedigung des persön­lichen Ehrgeizes, von dem ja kein Mensch auf der Höhe leicht sreibleibt, in dem Ehrgeiz liegen wird, ein amerkanischer Präsident ohne internationalem Einschlag zu sein. Um die ame­rikanische Wirtschaft und den amerikanischen Dollar zu fördern, wird dieser Mann im vollen Einverständnis mit Wallstreet die Ellbogen ge­brauchen, behutsam wo es fein mutz, aber ohne jegliche ernste oder falsche (Sentimentalität un­vollkommen rücksichtslos, wo es ohne Gefahr ge­schehen kann und Erfolg verspricht. Setzen wir die Richtigkeit dieser Charakteristik voraus, so ergibt sich auf die Frage: Haben wir etwas von Amerifti zu hoffen, die Antwort: Um unse - retwi llen nichts, denn wir sind eine Fi­gur in dem gigantischen Spiel um die wirtschaft­liche Weltherrschaft, das auszutragen sich jetzt Amerika anschickt.

Die Weltbörse ist schon jetzt von London nach Rewyork übergesiedelt. England, dem es B'ing. den starken Rivalen Deutschland zu zer- agrn, findet sich nun dem stärkeren Am er i - la gegenüber, und ebenso sicher wie es ift daß daS gewaltige Amerika die Hegemonie anstrebt, ebenso sicher ist es, daß sich England nicht kampf­los ergibt. Der Endkampf zwischen Dol- l a r und Pfund liegt in der Lust, er mutz ein­mal kommen, wenn auch nicht heute und nicht morgen. Hat sfio doch England selbst bet dem diplomatisch unerfahrenen Deutschland fünfzehn bis zwanzig Jahre Zeit gelassen, bis es den Ring schloß. Ob ihm das gleiche Spiel bet Amerika gelingen wird, ist doch sehr die Frage Eine mit allen Eigenhülssguellen so restlos ver­sehenes, finanziell so starkes, geographisch so gesichertes Land läßt sick selbst fehlerhafte Diplomatie vorausgesetzt nicht einkreisen wre unter unglückliches Deutschland. Augenblickltch Ist für keinen der beiden die Zeit gekommen, ihre grundsätzliche Rivalität auch nur anzu- betrten, wenn gleich der aufmerksame Zeitungs- tefer zwischen den Zeilen der scheinbar nichtssa­genden Kundgebungen Hardinas die gut ver­hüllten Drohungen an die Adresse Englands unschwer erkennt. Inzwischen rüstet man flei­ßig weiter zur See diese- Mal nicht gr-

Jrankreich unterstStzt die Volerk.

Berlin, 9. Mai, (Privattelegramm.) Der französische Botschafter in Berlin hat am Sonnabend der deutschen Regierung im Auftrag der französischen Regierung mitgeteilt, daß jedes Eingreifen der Reichswehr in Oberschlesien von Frankreich Äs Verletzung des Versailler Vertrages ansgefatzt werde, denn der Artrkel 98 des Versailler Vertrages ermäcktige aus­schließlich die interalliierte Kommisston in Op­peln zur vollziehenden Gewalt. Der französische Botschafter in Berlin hat außerdem Straf. Maßnahmen gegen die Urheber der Verhaf­tung des Hauptmanns de Blois verlangt. Gleich­zeitig protestierte er gegen die Aeußerung des Innenministers Dominikus im preußischen Landtag, der die ftanzösischen Truppen beschul­digt habe, den Aufstand in Oberfchlesien provo­ziert zu haben. Der Reichsminister Simons habe daraus dem Botschafter fein Bedauern über diefe beiden Zwifchenfälle ausgesprochen.

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Das polnische Vordringen.

Breslau, 9. Mai. (Privattelegramm.l Gleiw itz ist letzte Rackst von den Polen be­setzt worden. Die französische Besatzung leistete keinen Widerstand. Die Polen ha­ben die Fernverbindungen von Gleiwitz nach Breslau getrennt. Geheimer Kommerzienrat Dr. Riedt, der Generaldirektor der Oberschlefi- schen Eisenbahnbedarss-A.-G. wurde am Sonn­abend auf dem Bahnhof Laband unter den Augen der ftanzösischen Besatzung von polnischen Aufständischen ergriffen und sortgeschleppt.

Am das Ultimatum.

Beratung in den Parteien.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 9. Mai.

Der interftaftionelle Ausschuß der Regie­rungsparteien hat am Sonntag eine ge­meinsame Besprechung abgehalten, um eine ein­heitliche Stellungnahme zu der Frage der An­nahme oder Ablehnung des Ultimatums zu er­reichen. Die Frattionsberatungen, die den gan­zen Sonntag über fortdauerten, haben eine Eini­gung der Parteien unter der Formel der bedin­gungslosen Ablehnung nickst gebracht. Es find Strömungen bis in die Kreise der Demokraten und deS Zentrums hinein vorhanden, die für eine eingehende Erörterung des Ultimatums im Plenum des Reichstages sind, bevor dessen An­nahme oder Nichtannahme ausgesprochen wird. Soweit die Frakcionen des Reichstags gestern Sitzungen abhielten, ist sestzustellen, daß sich au den Boden der vorbehattlosen Ablehnung bisher nur die Deuffchnationalen und die Bolkspartei gestellt haben. Nach dem Berliner Lokalanzeiger besteht auch im Zentrum die Meinung, daß wir das Ultimatum ablehnen muffe«.

Protest aus Ostpreußen.

Berlin, 9. Mai. (Privattelegrcnnnu) Die ostpreutzifck>en Grenz- und Einwohner- wehren haben an die Reichsregierung telegra­phisch ihren Einspruch gegen eine in dem Ulti­matum der Entente geforderte Auflösung ihrer Verbände übermittelt. Sie erklären die Aus- lösung für solanae nickt durchführbar, als die von Polen betriebenen Mobilisierungsmatznah- men icnfeits der Grenze fortbaucru.