Kasseler Neueste Nachrichten
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Regierungsbildung und Ultimatum.
Die Gewerbesteuern.
Bei
Berlin, 10. Mvi.
Gestern abend war Abgeordneter Dr. Schisser beim Reichspräsidenten Ebert, der ihn ersucht hat, mit Rücksicht auf die Kürze der noch zur Verfügung stehenden Zeit den Parteien mit- zuteilen, daß er bis Dienstag, 9 Uhr vormittags die Erklärungen der Parteien erwartet, um den neuen Reichskanzler präsentieren zu können. Bei den Demokraten kam man zu keiner Entscheidung, während die Sozialdemokraten bereits am Rachmittag beschloffen hatten, für die Annahme des Londoner Ultimo» tums zu stimmen. — Dazu wird noch mitgeteilt: Der Reichspräsident hat für heute vormittag 9*4 Uhr die Führer der großen Parteien zu sich gebeten, mn die Beschlüsse der Frattionen hin- fichttich der Stellungnahme zu dem Entente-Ultimatum kenne« z« lernen. Der Präsident wird aller Voraussicht nach bis heute Mittag den neuen Reichskanzler ernennen.
Berlin, 10. Mai. (Privattelegramm.) Der Reichspräsident hat dem Präsidenten des Reichstages Loebe den Austrag zur Kabinettsbildung gegeben. Loebe lehnte ab. Auch der Mehr- beitssozialist Hermann Müller kommt als
Die Regiemngsbiwung.
Der Reichspräsident drängt ans Entscheidung. lPrivat-Telcgramm.)
Reichstag wahrscheinlich erst nachmittags 4 Uhr zu einer Sitzung zusammcntreten. Diese wird sich in erster Linie mit bei oberschlesischen Frage befassen. Fm Anschluß daran oder wenn sein muß, in einer besonderen Sitzung nm späten Abend soll dann die des Londoner Ultimatums erörtert werden, sodaß mit ziemlicher Sicherheit mit einer Nacht sitzung zu rechnen ist, da die Entscheidung bis Mittwoch mittag getroffen sein muß.
der Einkommen- und Umsatzsteuer, durch solche Borbelastuna nachteilig beeinflußt werden. Bei der Ueberlaffung der Gewerbesteuern an die Gemeinden macht sich ungünstig bemerkbar, daß allgemeine Richtlinien nicht bestehen und daß die einzelnen Gemeinden mehr oder weniger WÄMrrlich und aus Grund der Entwicklung ihres Haushalts Steuererhöhllmgen vornehmen. In der Preußischen LandeSversammlung ist ein Antrag Mentzel einaebracht worden, zur Be- schrän kung der Zuschläge zur Gewerbesteuer innerhalb einer angemessenen Höhe und zur Verweisung der notleidenden Gemeinden auf ZnschLäge zur Einkommensteuer. Der letzte Weg erscheint mit Rücksicht aus die hohen Steuersatz: der Reichseinkonrmenstcwer wenig geeignet und würde gegenüber der ReichAteuerre - form eine rückläufige Bewegung im Sinne des früheren Steuersystems bedeuten. Dr. Klemmt
Worden ist.
Wie dreist die Polen geworden sind, geht auch daraus hervor, daß die Warschauer Presse die Schwäche der interalliierten Kommission verhöhnt. So bringt der „Dziennik Berlinski* über die Lage in Oberschlesien folgenden Eigenbericht aus Oppeln: Die Lage in Oberscklesien hat in den letzten beiden Tagen keine Aenderung erfahren. Man kann mit Sicherheit behaupten, daß ein Teil des Landes, das vom Aufstand erfaßt war, sich ratsächlick im ausschließlichen Besitz der Aufrührer befindet. Im Bereich bet sogenannten Korsanty-Linie wird Oberschlasien von den
Bedenkliche Ueberlastung.
Die Steil erfragen fittb bekanntermaßen ei» Gebiet, das nlck>r nur dem Reich, de» Staaten und Gemeinden arotze Sergen macht, sondern auch jeden Einzelnen em psindlicher akS je Betrifft, lieber die ®c Weichesteuern schreibt uns ein Mitarbeiter der allgemeinen Finanznot der Städte
Um den Fraktionen Gelegenbeit ?,u geben. ,________—„---------- --------
ihre gestern abend noch gefaßten Entscheidungenj iieichÄkanzlerkandidat in Betracht. Rach einer am heutigen Tage endgültig zu formulieren uns späteren Meldung soll es die Sozialbcmvkra- nach neuen Bespreckstingcn vielleicht eine gemein- tie a b g e l e h n t haben, gemeinsam mit dem s-me Erklärung zujtaude zu bringen, soll dcrtZentrum i» die Liierung einzntreteu.
Rcbellen-Abtcilunaen regiert. Die ALsiinmmngs- polisei ist dort überall entwaffnet und durch Aufständische ersetzt worden. Rur in den Städten haben sich die AWinmmmgÄbehörden Ätct, aber in einigen, wie z. B. in Beuthen, t nebenher Behörden der Aufständischen, die für Ordnung sorgen. Wie schw ach die behördliche Gewalt der Interalliierten Koenmis- ston ist, charakterisiert die Tatsache, daß die Feldgerichte der Kommission, die von ihr einmal mit dem Kraftwagen, und ein anderes Mal mit der Bahn entsandt wurden, zweimal zurückkehren mußten und, da sie von den Aufständischen nicht durchgelassen wurden, endgültig nach Oppeln zurückzukehren gezwungen waren. — Diese Auslassung zeigt deutlich, daß die Kommission nicht den Ähetz der deutschen Bevölkerung Oberschlesiens gewährleisten kann und daß Selbsthilfe dringend nötig ist. N. P. K.
Die mNNLrsslve Drohung bleibt.
Paris, 10. Mai. (Eigene Drahtmeldrmg.) Der Temps meldet: Rach Erflärungcn anS dem Ministerium bleibt die Konzentrierung der mobilisierten alliierten Truppe« im deutschen Rheingebiel auch bei Annahme des Altimatams bestehen. Tie ergangenen Befehle lauten ausdrücklich onf militärische Dienstleistung bis zum 15. Juni.
Das Drängen auf Unterzeichnung.
Berlin, 10. Mai. (Privattelegramm.) Wie verlautet, hat die ReparationSkommisston auf Anfrage mitteilen kaffen, daß die im Anschluß an die Londoner Konferenz verhängten „Sanktionen" aufgehoben werden sollen, wenn Deutschland das Ultimatum anniinmt.
Möglichkeit der Verschiebung.
Berlin. 10. Mai. (Privettelegramur) Die Kabinettsbildung wird laut Berliner Tageblatt, vielleicht wegen der Kürze der Feit, die noch bis Ablauf der Frist des Ultimatums übrig bleibt, hinausgeschoben werden. Dann würde daS gc- gemvärtige Geschäftsministerium vom Reichstag den Auftrag erhalten, das Ultimatum zu unterzeichnen. Eine Meldung von hente früh besagt-. Das Zentrum «nd die Demokraten haben sich einverstanden erklärt, gemeinsam mit den Sozlalbrmokrate« eine neue Regierungs- Koalition auf der Grundlage der Annahme des Entente-MtimatumS zu bilden.
*
Haltung der Sozialdemokraten.
gehen die Gemeinden immer mehr dazu über, die Gewerbesteuern in irgend einer Form ausffuibau.cn. Nach § 8 des Steuergesetzes sind den Ländern und Gemeinden die Grund- und Gebäudesteuern und die Gewerbesteuern als ein. zige direkten Steuern zur Ausbeutung überlassen worden, jedoch mir insoweit, als sie mit dem Reichsiittereffe nicht im Widerspruch stehen. Da eins der Hauptmerkmale der üblichen Gewerbesteuer die Besteuerung nach dem Umsatz — außer anderen Merkmalen des Wertes des Ertrages, der ErtragSMKgleit oder des Umfanges des Gewerbebetriebes — war, so liegt schon hier die Gefahr einer Kollision mtt der Reichs- umffatzsteuer vor. Die Kommunen versuchen immer mehr den Gewerbebetrieb unten allen möglichen Gesichtspunkten mit weiteren Abgaben zu belasten, und es haben sich gerade in dieser Hin- sicht in letzter Zeit erhebliche Mißstände herausgestellt. So ist bei ter Erhebung der Abgabe ängeknüpft worden an die Eröffnung von Gewerbebetrieben und an die Zahl der beschäftigten Lehrlinge. Dabei ist grundlegend die Auslegung des Begriffs „Gewerbebetrieb*, der jetzt in den verschiedensten Auffassungen zur Begründung von netten Kommunat steuern dienen muß. Es ist zu hoffen, daß die Aufsichtsbehörden diesem Uebergang zu gewerblichen Stcueospielar- ten die Genehmigung versagen werden, da z. B. die Gewerbeerösinungsstcuer mit der Gewevbe- freiheit nach § 7, Ziffer 6 der R. G. O. nicht vereinbar -ft. Die Reicksfinanzregierung steht batet allerdings auf dem Standpunkt, daß diese Steuern rechtlich zulässig find und nicht im Widerspruch mit der Gewerbeordnung stehen. Der
Frankreich und Polen, i
Der Raub in Vberschlesien.
Wenn die Entente unter der Führung Frank- 1 tcichs an das Deutsche Reich hohe Forverunzcn 1 stellt, so wird man immerhin eine gewisse Ent- i schuldigu.tg in der schweren Notlage finden ko.i- : non, in der sich die sogenannten Stegerstaaien | unter ihnen Frankreich an erster Stelle befinden. । Eine solche Entschuldigung fällt aber vollends ! fort, wo es sich nicht um wirtschaftliche, sondern : um machtpolitische Fragen handelt, denn hier i muß auch ter Mindeste erkennen, daß das wehr. 1 lose Deutschland für mehrere Menschenalter als rächend-r Feind fiir die Westmächte nicht in Be- i tracht kommen kann. Trotzdem ist der sran - 1 zöfische Drang, sich die europäische Vorherrschaft zu verschaffen, ein so lebhafter, daß dieses Land, das sich gern als das erste SitUitrlanb Europas bezeichnet, vor keiner Ungerechtigkeit und Niedertrackt zurückschreckt, um feine für die Ruhe der Welt höchst verhängnisvollen imperialistischen Ziele zu verwirklichen. In den Rahmen dieser Pläne gehört das Bestreben der Pariser Regierung, Deutschland auch nach dem Osten hin politisch völlig lahm zu legen. Die Idee, von der sich s. 3t die , deutsche Heeresleitung führen ließ, als sie zwi- fiten Deutschland und dem russischen Koloß ein selbständiges Polen aufrichtete, schlägt uns jetzt zu unserem größten Schaven ans. Der polnische Dünkel kennt keine Grenzen, und da er von Frankreich in einer jedes Maß übersteigenden Weise genährt wird, so ist die Habsucht der Warschauer Regierung unersättlich. Frank- reich hat aus seinen Sympathien für Polen niemals ein Hehl gemacht. Solange es sich bei der Unterstützung Polens rechtmäßiger Mittel bedient, wird man ihm auch aus dieser Politik keinen Vorwurf machen können. Dagegen nehmen die Bemühungen, Polen zu einem kräftigen Staatsg-bilde zu machen, einen geradezu verbrecherischen Charakter an, wenn sich die Franzosen solcher Mittel bedienen, die allen bestehen, den Verträgen und dem primitivsten Rechtsgefühl brutal ins Gesicht schlagen Dies ist aber der Fall bei dem ganzen Verhalten, das Frankreich als führende Macht in Obevschlcsm an den La« gelegt hat.
Man muß sich über die Langmut, um nicht zu sagen Würdelosigkeit der englischen und der italienischen Regierung wundern, die ohne nennenswerten Protest Frankreich als die entscheidende Stell« in ten oberschlesischen Dingen anerkennen und darin belassen, obgleich die Vertreter dieser Länder aus unmittelbarer Anschauung die Parteilichkeit und Voreingenommenheit des französischen Kommissars, des Generals Seronb, kennen gelernt höben. Gewiß sind gelegentlich kleine Rebellionen gegen die französische Anmaßung innerhalb der interalliierten Kommission zu Oppeln erfolgt, es sind auch verschiedentlich englische Vertreter infolge gewisser Unstimmigkeiten mit Lerond zurückgetreten, aber die Regierungen in London und Rom, die immer von neuem ihre völlige Ohnmacht gegenüber der französischen Gewaltpolitik offenbaren, haben jode neue Ohrfeige, die ihnen der oberschlasische Diktator erteilte, ruhig eingesteckt.
Bei dem jetzigen Ausstand der Polen in Oberschlesien ist man allerdings van moralischen Beleidigungen zu körperlichen Tätlich- teiten Lbergegangcn. Englische Offiziere und Mannschaften sind persönlich angegriffen und verletzt worden, zahlreiche italienische Leichen zeugen von der Brutalität der mit französticter Hilfe arbeitenden polnischen Hetzpropaganda. Frankreichs Verantwortung für alle diese Vorkommnisse kann von niemanden geleugnet werden, denn die interalliierte Kommission ist von Deutscher Seite offiziell und privat, ost genug auf die polnischen Dorberitmigen hingewiesen worden. In Oppeln ftrUt man sich taub, und General Lerond wäscht feine Hände tn Unschuld, nachdem er es so einzurichten verstanden hat, daß er in den verhängnisvollen Maitagen nicht zur Stelle war. So war Pan Korsanth der unumschränkte Alleinherrscher Obreichlestens, der nun tron seiner Macht den übelsten Gebrauch gemacht hat. Die moralische Schuld aber an teu bluti-gen Vorgängen, deren politische Tragweite sich in diesem Augenblick noch garnicht absehen läßt, bleibt an Frankreich bangen, zumal die Beteiligung sran- zösischer Offiziere und Beamten nuchgewiesen
Reichsverband des deutschen Handwerks hat bereits mehrfach gegen die Einführung solcher kommunalen Gewerbestenern Stellung genommen. Preußensteht füt seine Gebiete im äögenteilten diesen Abgaben ablehnend gegenüber, erwartet jedoch, daß auch die anderen Länder von der Genehmigung solcher kommunalen Gewerbesteuern Abstand nehmen. Schließlich ist noch zu prüfen, ob eine solche Betriebs eröff- nnngsstmer nicht als eine kommunale „Gebühr* 3uferen ist, die entsprechend dem bisherige« izeilichen Verfahren bei der Zulassung zum Gewerbebetrieb erhoben werden soll. Bei Den GebÄhrcn gilt nach dem kommmralen Steuer- recht allgemein der auch im Kommunalabgaben- gesetz von 1893 festgelegte Grundsatz, daß die Gebühr nur ein Entgelt für die von der Behörde dar gebotenen Leistung davstelle« soll, also nicht zu einer besonderen kommunale« Einnahmequelle ausgebaut werden kann. Die Etn- führung dieser besondere« Gewerbesteuer erhält angesichts der Tatsache erhöhte Bedeutung, daß die Gemeinden in größerem Umfange auch die allgemeinen Gewerbesteuern erhöhen, und von Zuschlägen ztr der staatlichen Gewerbesteuer bis zu 1100 Prozent, ist eine
Erdrosselung der Gewerbebetrieb«
Aus Handel und Gewerbe.
Die Lage im April.
Die Berichte, die di- preußischen Handels» kammern über den Geschäftsgang in Handel unb Industrie im Monat April dem Handelsmini- - sterimn erstattet haben, geben einen vorläufigen Ueberblick über die ereftn Wirkungen der „Sanktionen*, insbesondere der Rheinzoll-Lime, auf das teittscte Wirtschaftsleben. Die Bewertung der Mark blieb in der ersten Hälfte des April ziemlich unverändert. Die Verschärfung bet Sanft tonen, das Verlangen bet Verbringung
Die Frage der Besetzung.
Wenn nicht unterschrieben wird, Eigene Drahtmeldungi
, London, 10. Mai
Die ans Dcntschlanb gemelbeten Befürchlun- gen, baß bttS Ruhrgebiet jedenfalls früher oder später verloren gehe, haben trotz bet in bet gegenwärtigen Situation sehr crschwerenben Mo- biflfierung Frankreichs soviel Bebrütung, baß bie Entscheidung übet das Ultimatum davon beeinflußt werden dürfte. Das Ultimatum besagt ausdrücklich, daß die Besetzung nur dann Platz greift, wenn nicht unterschrieben w>rd. Die bisherigen Beschlüsse der «liierten gehen nicht hierüber hinanS. Zweifellos legen jedoch auch die Engländer den militärischen Forterim- gcn eine große Bedeutung bei.
Was man in England denkt.
Rotterdam, 10. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Der Courant berickstet aus London: Die Wetten für Annahme des Ultima- t n m s von feiten Deutschlands standen Montag früh bei Lloyds in London neun za eins.
Am bas Ultimatum.
Noch keine Entscheidung der Parteien.
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 10. Mai.
Im Reichstag bestand in der letzten Nacht noch Verwirrung. Die Deutsche Volks- Partei ist am 11 Uhr abends wieder znsam- mengctreten. Rach langen Beratangen, die sich bis weit über Mitternacht hinauszogen, kam man z« dem Entschluß, in der ablehnenden Haltung gegenüber dem Ultimattim z« verharren. Die demokratische Fraktion ist in der zwölften Nachtstunde ebenfalls wieder zusannnengetreten. In dieser Fraktion wird Ablehnung oder Annahme des Ultimatums noch lebhaft umstritten. Nach anßerordentlich langer nnd bewegter Debatte wurde die Abstimmung, die gegen %2 Uhr fiottfand, vorgenommen; sie ergab eine knappe Mehrheit für bie Ablehnung. Die Sozial- bemokratie ist «ttter bet Bebingung, baß bie bayrische Einwohnerwehr entwaffnet wird, ferner bas Zentrum unter ter Bebingung, baß bie beiten großen Regierungsparteien ebenfalls annehmen, znr Unterzeichnung bereit.
Beratungen im Reichstag.
Die oberschlefische Frage nnd da« Ultimatum sPrivat-Telogramm.)
Berlin. 10. Mai.
Die Regierung soll entscheiden.
Berlin, 10. Mai. (Privattelegramm.) Die am Montag statt gefundenen Frattionssitzungeu haben keine parlamentakischc Mehrheit für eine bedingnngSlose Ablehnung des Ultimatnrns ter Entente gebracht. Die Koalitivnsyarteien haben sich geeinigt, zunächst eine verantwortliche Reichsregiernng zu bilden, die das Vertrauen des Reichstages besitzt, und biefer neuen Regierung bann bieEntscheibung Über Annahme oder Ablehnung des Ultimatums zu überlassen. Tie sozialistischen Parteien find bereit, das Ultimatum anzunehmen. Aus ter gestrigen Sitzung ter Zentrmnssraktion ist noch mitzitteflen, baß bie Mehrheit im Zentrum für bie Annahme beS Ultimatums ist. Ein Beschluß ter Fraktion liegt noch nickst vor.
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Regiemngsvertreter und Abgeordnete.
Berlin, 10. Mai. (Privattelegramm.) Von ter Regierung sprachen in Der gestrigen Sitzung des interfrattionellen Ausschusses der Reichs- außenminister Dr. Simons, Botschafter Är. V?ayer nnd bie Staatssekretäre Röder und Bergmann. Diese vier Redner sprachen sich im Prinzip sürbieAnnahme des Ultimatums aus. ft-aft alle Redner von ben Abteorvneten waten skeptisch. Selbst Männer wie Gothein machten ihre Bedenken gegen eine Unterzeichnung geltcnb.
•
Aus der Bergbau-Industrie.
Essen, 10. Mai. (Privattelegramm.) Der Verein zur Wahrung ter bergbaulichen Interessen im Oberamtsbezirk Dortmund erklärt, daß jede Unterzeichnung unerfüllbarer Bedingungen im Interesse des deutschen Volkes unter allen Umständen abgelehnt werden müsse.