Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 111
SormaSend, 21. Mai 1921
Fernsprecher 951 und 952
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11. Jahrgang
£te Raffelet Neuesten Nachrichten erscheinen wöchentlich, stchSmal und zwar adeuds. Der Ldonnementlprel» betrügt monallich 8.00 Mark bei Ireier Zustellung in» HauS «uS- würtS durch die Post berogen ÜLO Mark monaMch einschltetzitch Zustellung. Bestellungen werden ^derzeit von der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, «nd Webattion; kchlachthofftratze 28/30, Für unverlangt eingesandte Beitrüge kann die Redaktion eine Berautwortung oder Bewähr in keinem Falle übernehmen. Nachzahlung de« Bezugsgelder oderAnsprüche wegen etwaiger nicht ordnungSmütziger Lieferung ausgeschlossen.
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Mne M Wiedergutmachung.
des
Grundlage der Volksabstimmung stehen. Sonst sei
Die Wiedergutmachung.
Besuch de« deutsche« Botschafters bei Briand.
Der Botschafter habe versichert, datz das Kabi- ' nett Wirth fest entschlossen sei, die Berpftich- tung, die Deutschland unterschrieben habe, zu er - fülle«. Dr. Mayer habe darauf hingeWlesen, daß Deutschland den Verbündeten soeben eine Anzahlung von einhnndertfünszig Millionen Goldmark zur Verfügung gestellt habe und daß auch die Ablieferung des Luftkriegs- Materials rechtzeitig durchgcsührt worden sei. Dieser Erfüllungsbeginn in den beide» Hauptfragen der Wiedergutmachung und der Abrüstung bezeichnet, so habe der deutsche Botschafter hinzugefügt, den Begin« einer Steuer» Politik völliger Aufrichtigkeit".
Ein Leidensweg.
Die Blutschuld von Oberschlefien.
von Versailles auferlegten Verpflichtungen bestanden für Herrn Le Rand, diesen Alba von Oberschlefien, überhaupt nicht. Die Drangsalierungen aller Deutschen, die es wagten, offen für die deutsche Sache einzutreten, hüirften sich immer mehr, «nd es wurden immer neue, meist kleinliche und an den Haaren herbei- gezogene Vorwände dafür gefunden. Eine V e r-
Amerikas Stellungnahme.
Ausficht auf Friedensabschluß.
(Eigener Drahtbericht.)
Rotterdam, 20. Mai.
Wie die Morningpost an» RewYork meldet, hat der amerikanische «nßenminister Hughes im Senatsausschuß Erklärungen über Deutschland und den Versailler Vertrag abgegeben. Hn^es sagte auf die Anfrage des Senators Harrison:,Wenn der Friedensznstond mit Deutschland hergestellt ist, wird Amerika diejenigen Bestimmungen des Versailler Bcr- träges zu kontrollieren haben, die die Interessen Amerikas betreffe». Dazu gehört, datz keine neue» Forderungen aufgestellt werden, Äs die im Vertrag festgelegt sind, und datz keine Bestimmung des Vertrages anders gedeutet wird. Äs sie wirklich gemeint war. um Deutschland zur Unttrschrist zu zwingen. Oberschlesiens Schicksal dürfe nur auf der
(Eigene Drahrmeldung.)
Paris, 20. Mai.
Ministerpräsident Briand hat vorgestern abend die Pressevertreter empfangen und persöÄich über den Besuch des deutschen Botschafters berichtet. Briand erklärte, der Besuch, den Dr. Mayer ihm abgestattet habe, sei ein rein persönlicher Schritt, da ein neuer Minister des Aus- wärttgcn in Berlin noch nicht ernannt wurde.
: England und Frankreich.
Noch keine Beilegung des Streites.
lEiaener Drohtbericht.)
Paris, 20. Mai.
Es bestätigt sich, datz die englische Regierung durch ihren Geschäftsträger in Paris bei . der französische« Regierung angefragt HÄ, ob sie beabsichtige, das Ruhrgebiet z« besetzen für den Fall, datz die deutschen Truppen in Oberschlefien eindringen. Die gleiche Anfrage hat auch der englische Autzenmi- nister Lord Curzon in Loudon dem französischen Botschafter gestellt. Es wird gesagt, daß die englische Regierung sich gegen eine Besetzung des Ruhrgebiets ausgesprochen HÄ mit der Begründung, sie verstoße gegen das Ab- kommen von San Remo. Die englische Regie- rung HÄ den Wunsch hinzugefügt, es möge so rasch wie möglich eine Ententekonferenz ausschlietzlich über Oberschlefien ab gehalten werden. Die französtsche Regierung hätt daran fetz, datz in der obcrscksicfifchen Frage das französtsche Parlament zu Watte kommen müsse und daß fie vor nächsten Montag aus das englische Verlangen nicht antwotten Bnitc.
tim Oberschlesiens Schicksal.
Eine Verschlechterung der Lag«.
l Eigene Drahrmeldung.)
Breslau, 20. Mai.
Die Lage HÄ eine weseÄliche Verschlechterung erfahren. Gleiwitz, Benthen und Kattowitz find von der Autzenwctt vollständig a b g e s ch n i t t e n. Alle Ausweise, die von den Polen ausgestellt waren, find jetzt für ««- gülttg erklätt worden. Am Mittwoch nachmittag versuchten die Polen eine« Angriff au Gleiwitz, der durch heftiges Maschinengewehrfeuer «nd Gewchrfeuer eingelettet wurde. Die Verteidiger schlugen den «ngriss ab. Ein deutscher Eisenbahnbeamter wurde hierbei durch einen Bauchschuß getötet. Gestern war die Lage in Gleiwitz selbst ziemlich unverändett. Der Lebensmittelmangel macht stch immer mehr fühlbar. Ans Richtersdorf sind in der Rächt neue Meldungen eingetrosfen, die besagen, datz die PÄen das Dorf wieder besetzt haben, nachdem es bereits geräumt war. Die Polen habe« dann Richtersdors wieder unter polnische Verwaltung gestellt. Alle hier befindlichen deutschen Beamten gelten ihres 8mteS enthoben. In einem Auftuf der Polen werden alle Männer ausgefordett, sich unter die Fahnen der polnischen Ausrührer zu begeben.
polen und Franzosen.
Benthen, 20. Mai. (Privat-Telegramm. Der deutsche Plebiszitkonnnissar erklärt: Das polnische RückzugsangebÄ ist in dem Organ Korfantys, der Oberschlefischen Grenzzeitung, nicht veröffentlicht worden. — Kürzlich fuhren aus Beuthen zweinnddreißig Kaufleute und Gewerbetreibende nach Oppeln mit einem polni- chen Erlaubnisschein. Diese 32 Personen sind unterwegs vierundsechzigtaufend Mark an Schmiergeldern losgeworden. Ohne Grund zu haben, drangen 40 französische Spioniere in das hiesige städtische Lyzeum ein, erbrachen alle Räume, Schränke, Schubladen und so weiter und hausten wie die Amdalen.
im FriedenSverirag zugefagten geordneten Der- HAtnisse zu sichern und den französisch-polnischen Raubplaa zu verhindern, von dem mächtigeren England unbeachtet gelassen worden. Für die ungezählten Morde und sonstigen Schandtaten an Deutschen HÄ man auch nicht ein Wort des Mitgefühls gefunden. Vielleicht aber findet man jetzt Zeit, auch an sie zu denken, wo der italienische Soldat ein seine englischen und stanzö- sischen ^Kameraden" tief beschämendes Beispiel selbstloser Pflichterfüllung gegeben und damit das abstoßende Bild des durchaus das Gegenteil eines echten Soldaten darstellenden Generals Le Rand nur noch mehr in eine scharfe Beleuchtung gerückt hat. An den Händen dieses mittelalterlichen Peinigers klebt das Blut, das in Oberschlesien vergossen worden ist. Die alliierten Regierungen find mitschuldig. 8.
Brianvs Standpunkt.
Patts, 20. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) In der gestrigen Kammersitzung kamen nur drei von den zwölf Interpellationen zur Besprechung. Es kann heute schon als sestgestellt gelten, daß die Mehrheit der Kammer in dem Streit zwischen Briand und Lloyd George hinter ihrem Ministerpräsidenten steht. Der monarchistische Marquis Bandry dAsson Watt Vri- and vor, er habe in London aus dem Rech: Frankreichs einen Fetzen Papier gemachr. Lloyd
Schon wenige Tage nach dem Einzug___
französischen Generals Le Rond als »Präsident in Oberschlefien beschlich alle Deutschen da^ Gefühl: wir gehen schlimmen Zeiten entgegen. Darüber ließ schon das erfte Auftreten des Generals den Behörden gegenüber, denen er sich als oberster Gebieter vsrstcllte, leinen Zweifel austom- men. In den späteren Monaten wurden die schlimmsten Befürchtungen noch weit übettros- fen. Alles Deutsche wuttxe schikaniert, gepeinigt, seelisch gefoltert. Auf der anderen Seite wurde mit den Polen alsbald die engste Freundschaft eingegangen. Das ganze System des Generals war darauf zngeschnitten, den Polen allmählich das Land in die Hand zu spielen. Mau hielt es dabei nicht einmal für nötig, weniMens den Schein zu wahren. Die ihm durch den Vertrag
Holzhäuser für Frankreich.
Berlin, 20. Mai. (Privattelegramm.) Im Wiederaufbauminlstcttum fand eine Ressort besprechnng statt wegen der Lieferung von Holzhäusern für die zerstörten Gebiete Rordfrankreichs. An der Besprechung waren Vettreter des Auswärtigen Amtes, sowie aller intereffierten Berufsverbände beteiligt. Als Ergebnis kann sestgestellt werden, datz im Laufe der nächsten Woche sich ein Vertreter des Wieder- mlfbauministeriums nach Patts begeben wird, um mit dem französischen Wiederausbauminister Loucheur direkte Verhandlungen zu führen.
verlieren wolle. — Zum Schluß ergriff Landes, rat Christoph noch einmal das Wort und bei* scherte, daß die Grobdeutschen fest blttbeu toür, den. Höher Äs der Wille des Landtages stehe der Wille des Volkes. Auch ihm wurde brausender Beifall zuteil und die Menge sang entblößten Hauptes »Deutschland über - ■ - — alles" und andere nationale Lieder. Dann
Amerika an der Grenzsetzsetzung uninteressiert. bnK$fce die Versammln na gestossen. Ein Teil
George tteibe eine Pofitik für Deutschland und gegen Frankreich Die Kammer bürfe das Londoner Abkommen nicht genehmigen. Wenn die Ruhr als Sicherheit nicht genüge, müsse auch Westfalen besetzt werden. (Gelächter. Briand ruft spöttisch: Die Kammer braucht nur zu beschließen, dann werden wir weiter sehen.)
Kommission war völlig »ahnungslos-, das heißt ihre stanzöfischen Vettrtter.
Es muß gerade in diesen Tagen hervorgehoben und anerkannt werden, daß die englischen und italienischen Vertreter in Oberschlesien ihre Regierungen ständig unparteiisch und wahrhettsgetteu über die dortigen VerhÄtnisse unterrichtet haben und auch eine schatte Ktttik an dem schamlosen Austrtten der Franzosen und Polen nicht scheuten. Englische und italienische Offiziere haben sich durch das Verhalten und die niedrige Gesinnung der Franzosen derartig cmaeekelt gesüblt, datz sie auch in aller Oesfentlichleit kein Hehl daraus machten und es ihrerseits vielfach zu einer gesellschaftlichen Boykottierung der franzö- sischen »Kameraden- glommen ist. Aber weder die Regierung in EnAand, noch die in JtÄien hielten es für angezeigt, dem wüsten Treiben van Palen und Franzosen in Odettchlesien Einhalt zu tun. Die Verhältnisse wurden noch schlimmer nach den erften Polenunruhen in Oberschlefien. An chnen war zum großen Teil verbrecherisches Gesindel beteiligt. Auch gemeinste Verbrecher hat eine Strafe nie erreicht. Ja. sie wurden förmlich zur Belohnung für ihre Schandtaten in die Abstinrm'mqspolnei ttngestellt, in der sich notorische Mörder und Plünderer ungeftört eines angenehmen Daseins erfreuen. Bei den polnischen Gewalttaten sowohl vor wie unmittelbar nach der Abstimmung und ganz besonders bei dem Ueberfall unter Kor- fanty hat sich die polnische Apo am ttfttgsten beteiligt.,
Stoßseufzer aller Deutschen war schon von jeher: wenn wir nur wieder die polnische Apo los wären ! England sowohl wie JtÄien waren mich darüber wohl untettrchttt, daß d i e s e Polizei den Grundstock der polnischen Kampforganisationen bildete, sie batten aber auch dagegen nichts einzuwenden. Nachdem nun im letzten Ausstand auch italienisches Blut geflossen ist. »rußte Herr Llovd George i Gewiliensbisse empfinden. Denn zweifellos find . M iraüe-fischen Versuche, w Qberschlsfien dies!
rötetet irgend eines fragwürdigen polnischen JndwiduumtS gegen einen Deutschen wegen angeblicher Verletzung irgend welcher Verordnungen genügte, um den Beschuldigten in die Hast abzusühren und zu verutteilen. Bttonderes Interesse zeigte der GenerÄ für die deutsche Presse. Unter den nichtigsten Vorwänden hagelte es Ver- bote und Strafen. Man kann sagen, daß jeder deutsche Redakteur ht Oberschlesien täglich mit einem Fuße im Gefängnis stand. Die polnische Presse dagegen drrrste fuh in den tollsten Angriffen gegen die Deutschen, in Entstellungen, Ver- orehungen, Lügen nach gemeinsten Verleumdungen austoben, ohne daß ihr auch nur eine leise Ermahnung zuteil wurde.
Der steche Zynismus des französischen Generals steigerte sich von Tag zu Tag. Mit ihm wetteiferte die Drttstigkeit der sich in Oberschlesien immer mehr breitmachenden Agitatoren, die aus Kongretzpolen das gequälte Land überfluteten und sich unter dem französischen Schutz hier als Herren geberdeten. Mit den raffiniertesten Mitteln wurde daraus hingearbeittt, die deutsche Bevölkerung bis zum Tage der Abstimmung immer mehr einzuschüchtern und sie ein schreckenvolles Schicksal ahnen zu lassen für den Fall, daß die Abstimmung zu unqunsten Polens aussallen sollte. An vollster Oessentlichkett vollzog sich die Organisation und Bewaffnung der Polen Ihren Hauptbestandteil bildeten unreife Buttchen, arbeitsscheue Sttolche, die in Scharen über die Grenze gekommen waren, ttotz deren von den Franzosen durchgeführter Absver- rung. Jedes Kind in Obettchlcfien wußte, daß die Polen täglich zum Dorgehen gegen die wehrlosen Deutschen bereit waren. Nur die Alliierte
gegen. Es werde behauptet, daß die Südflawen Kärnten besetzen wollten. Es sei aber eine Depesche des Heeresministers folgenden JrchMS eingestoffen: .In Angelegenheit jugoslawischer Truppenkonzentrierungen sind hier weder offizielle noch sonstige konkrete Tatsachen bekannt. Hccresministerium, Zivilkommissariat.- Andere Wiener Depeschen besagen, daß man in Wiener Enientesteisen erstaunt sei darüber, daß die Meldungen über südflawische Truppenkonzenstatio- nen gegen Kärnten geglaubt werden und daß die österreichische Regierung die gefärbten Ausstreuungen der schwarz-gelben Presse nicht dementiere. Südflawien verstärke allerdings seine Garnisonen, aber nicht gegen Oesterreich, sondern gegen beit drohenden Bolschewismus im eigenen Lande. An einen Einmarsch in Kärnten denke die Belgrader Regierung nicht im entfernteften.' Der Redner führte weiter aus, daß ähnliche Ein- wendrmgen gegen die Tiroler Abstimmung gemacht worden seien, daß aber weder die Kre- dttaktion eingestellt, noch die Lebensmittelizufuhr unterbunden, noch ein Eimnattch erfolgt sei. Die Abstimmung in Tirol fei doch erfolgt und alle Drohungen feien an den hatten Schädeln der Tiroler zunichte geworden. WZ Jn-der-Maur ausrief: .Wollt Ihr SÄzburger weicher fein, wollt Ihr Tirol im Mich lassen?- brauste ein einstimmiges .Nein- über Iben weitauSgedehn- tert Domplatz und die
Menge hob die Hände zum Schwur
für die Treue zu de« Tirolern und zu Deutsch» land. Brausende stürmische HeAvuse folgten den Ausführungen des Redners, der mir den Worten schloß: »Es lebe das reichSdentsche Bundesland Salzburg!- R<«H dem Tfi roler ergriff der christlich-soziale Bürgermeister Salzburgs, Preis, das Wort, und ftibtte aus, daß einzig der Anschluß an Deutschland die Rettung für Oesterrttch bringen könne. Aber Oesterreich dürfe nicht mit leeren Händen kommen und der Zusammenschluß zur Volks- und Staatseinheit müsse die Grundlage zum wirt- ichastlichen Wiederaufbau bilde«. Ein wetteret Redner sprach offen aus, datz der am Mittwoch ilsammenttetende Landtag an dem gefaßten Be
schluß, die Abstimmung vorzunehmen, festhalten müsse, wenn er nicht das Vertrauen des Volkes
Drang zum Anschluß.
Abstimmung in Salzburg.
®aä Ixe Bfterr«i*ifd)en glhtbev ,«
Mbftlmmxaa «der den Anschluß an Deutschland 189* stch »ich* aufhalten. Trotz der Ententcpr». teste fttmme« demnächst auch die Salgmrger ab. Salzburg, 18. Ma: (Eigener Bericht.) Am Dienstag fanden hier große Massenkundgedungen für die Beibehaltung des Abstimmungster- mins am 29. Mai statt. Den ganzen Tag über herrschte in der Stadt lebhafte Bewegung. Gegen sechs Uhr abends vettmmnelten sich die Korporationen, Gewerkschaften, Turner und andere Vereinigungen auf dem Mirakelplatz und zogen von dort unter Voraatritt der sozialdemokratischen Eisenbahnermusik und dem Gesang nalio- naler Lieder zum Dvmplatz. Landesrat Christoph eröffnete die zehntausendröpsige 93er« lammlnng. Er erinnerte an die Demonstrationen im Jahre 1917, bei denen er bereits geäußert habe, datz sich ein Volk sein Recht vom Himmel berunterholen werde, toenn es die Not dazu zwinge. Dieser Tag sei nun gekommen. Von allen Seiten suche man den Anschluß an Deutschland zu verhindern *tnb dje Volksabstimmung zn hintertreiben. Das SÄzburger Volk fordere nun aber sein Recht nach der Ab- stinmmng, wie es die Tiroler auch getan haben. Nach dem Vettmnmlungsprogramm sollten Redner ans Tirol erscheinen, die den Standpunkt der dortigen Patteien zur Abstimmungssrage besprechen sollten. Um jedoch der Kundgebung jeden patteilichen Charakter zu nehmen, war dar- anf verzichtet worden. Ms einziger Vettreter Tirols sprach Jn-der-Manr, der von der Menge stürmisch begrüßt wurde. In gioßange- legter. sachlicher Rede fühtte Jn-der-Maur die Gründe aus, die zu einem Anschluß der
deutsch-österreichischetz Länder an Deutschland drängen. Deutfch-Oefier« reich sei nicht lebensfähig, ihm fehlten dafür alle volkswirtschaftlichen Voraussetzungen. Trotzdem haben die Mliietten es zur Selbständigkeit ter- urteilt und ihm das Selbstbestimmungsrecht verweigert. Weil die Feinde jetzt einsehen, daß Oesterreich nicht lebensfähig sei, versuchten sie nun, den Donaubund zu schaffen, den aber selbst die Nachfolgestaaten ablehnten. Zur Rettung des Volkes bleibe nur derAnschluß an Deutsch- l a n d. Dieser Laren Volksettenntnis träten die Feinde des Anschlusses mit allen Mitteln eni-
Dle polnischen 2staubrAge.
Breslau, 20. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Die von den Polen in Kattowitz und BeÄhen gestohlenen Lokomotiven werden für Panzerzüge und Raubexpeditionen umgewandelt. Korsantq kündigte Lloyd George ein Ultimatum an: Wen» die Briten sich weigern oHten, das Industriegebiet Polen zuzusprechcn, o würden alle Gruben zerstört werden. — Bei den letzten Kämpfen in Kofel hat das polnifche Schützenregiment hnndettfüns- undsiebzig Tote und zweihundert Verwundete gehabt. Die Derttschen haben nach polni- fchen Meldungen zweiundzwanzig Tote und siebzehn Verwundete zurückgelasscm Jnsgefamt haben die Jnfnrgenten feit dem 1 Mai, dem Beginntage des Anfruhrs, neuichundettsechsund- zwanzig Tote und vierzehnhundett Verwundete.