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Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang

Mittwoch, 25. Mai 1921

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 114

Fernsprecher 951 und 952

Bedrohliche Krise um Oberschlesien

Als

Zeugen, die in diesem Fall einwandfrei sind,

Säufer der vermalen öder verschleppten Deut-

jeförden

'en nach

rilAsgefängnis. In seiner Wohnung wurde «Inhalt Im übrigen erklärte Rechtsanwalt zahlreiches Leli-stungsmaterial gefunden. Brill: Ich habe nicht notig ein Wort surua«

Die Raffelet Scmefien Nachrichten erscheinen wöchentlich fechrmal UN» zwar a bettb ä. Der AdonnenientSpreis betragt monatlich 5.00 Mark bet freier Zustellung in» Hau» «u». wärt» durch die Post bezogen 5.30 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werben ederzni von der EefchäftSstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, Bering und Nedaltion . Lchlachthofftrabe 28/30. gut unverlangt eingefandte Beitrüge kann die Revattion eine «erantroortung ober Sewühr in keinem Falle übernehmen. Rückzablung deS Bezugrgeides oder Ansprüche wegen etwaigernicht orbnungrmäßsger Lieferung auSgeschloff en.

gleichzeitiger Betonung der Möglichkeit, daß noch im November dieses Jahres eine Neuwahl des

staatlichen Polizei in Minden erschien bei Keese und veranlaßte seine Uebersührung ins Ge-

3u Beginn der gestrigen Stadtverordnete» Versammlung gab es «in« ebenso trmpera- nrentvoll« wie erregte Aussprache über die Ausführungen de» Stadtverordnete» Drill in der letzten Mitgliederverfamm- tuns der Pentschnattonaten Volkspartei, Luser R. N.,Mitarbeit schreibt darüberr in der Mitgliederversammlung der

Gestern haben vor dem Reichsgericht die Ver­handlungen gegen die deutschen KrieaSbrschul - digten begonnen und zwar zunächst gegen den früheren Unteroffizier und jetzigen Küfermeistcr Karl H e Y n e n aus Barmen wegen Gefangenen- mißhandlnng im Lager Harne. Anwesend waren Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Reichs- justizministeriums und der englischen Regie­rung und Gerichtsbarkeit mit dem General- Staatsanwalt Sir Ernest Pollock an der Svitze. Der englische Vertreter beantragte die Verlesung der Aussagen, die einige englische Zeugen vor drmPolizeigerichr in London unter Ei d gemacht haben. AUH den Aussagen der Engländer in London ist noch hervorzuhebrn, daß der Ange­klagte Heynen auf die schriftlichen Beschwerden der englischen Gefangenen alsbald seines Po­stens enthoben worden ist und daß die Behand­lung der Gefangenen im Lager dann bester ge­worden ist. Einwandfrei geht aus dem Lon­doner Prorokoll hervor, daß einige Gefangene sich tatsächlich widersetzten, sogar mit ein­zelnen Wachmannschaften in Streitigkeiten ge­raten seien und sich mit jenen geschlagen haben. Vorgänge, die etwa den Deutschen in sranzöfi scheu und englischen Gesangenenlagern »hae Zweifel schlecht bekommen wären.

digen Frist. Nach arideren Angaben soll das Ul timatum erst Ende der Woche ablaufcn.

3nfertton$preife.) Einheimische Auftrage- Die elnfpalttge Anzeigenteile M. 1.20, die etnfpaltige Meklamezeile M. 3.-, b) «urwattige Aufträge: Die einfpaltige Anzeigenzeite M. 1L0, dl» etnfpaltige ReNamezeile M. &»0, alle» einschließlich Deuerungszufchlag und «n-eigensteuet. Für Anzeigen mit befonber» schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Rtchttgkett aller durch Ferniprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Amnahine- daten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Trucker eit Sch,achf- hosstraße 28/30. «efchüstSNelle: Kölnische Straße 5. Telephon Nummer Sol und »52.

Kriegsschuldigen Prozesse.

De« erste Derha»dl«ngStag.

(Privat-Telegramm.f

Leipzig, 2t. Mai

Die Franzosen drohen wieder Botschafter Maye« bet Briand. ((Eigene Drahtmeldung.) Paris, 24. Mai.

Rechts und Links.

Auseinandersetzung im Stadtparlament: erregte Antwort auf die Brill»Kritik.

Spion im eigenen Lager.

Wegen Landesverrat» verhaftet.

(Privat-Telegramm.)

Minden L W-, 24. Mai.

Wegen Landesverrats wurde hier der Ange­stellte einer hiesigen Firma, Alfred Keese aus Elberfeld, am letzten Freitag verhaftet. Zur­zeit des Friedensschlustes war Keese bei einer militärischen Abwicklungsstelle in Hannover be­schäftigt. Zu Beginn des Jahres gelang es .Keese, in Minden Stellung zu finden. Er suchte hier Mhlungnahme mit Reichswehrleuten und unterhielt auch brieflichen uns persönlichen Ver­kehr mit Mitgliedern der Ententekommission in Hannover, die er auch zu offiziellen Jnspettions- reisen nach Minden veranlaßte. Seine landeS verräterische Tätigkeit kam dadurch zutage, daß er mit einer Berliner Stelle in Verbindung trat, die ihm die Adreffe eines französischen Haupt- manus ermftteln sollte. Hier forschte man Keeses Dergangenhest und fand, daß er bereits im Jahre 1915 vom Reichsgericht in Leipzig wegen versuchten Landesverrats zu zwei Jahren Gefäng­nis verurteilt worden war. Ein Beamter der

Die Franzosen aber sind die eigentlichen Antreiber der Polen. Sie schüren das Kriegstreiben und umentützen es sogar mit , _

Truppen. So sieht die Arbeit der Interalliierten Briand hat gestern abend den deutschen Bot- ''-»nttnifTton aus, die Oberschülicn schützen sollte!'schafur Dr. Mayer zu sich gerufen. Ueber die

Mieter belogen und betröge«

worden seien. Der Begründer der Anfrage, Stadtverordneter Theiß, baute einen schwe. reu Angriff, schwere Beleidigung und Verlemn- düng der städtischen Körperschaften auf und stellte fest, daß sowohl in der Frage des Fulda- schwimmbades, wie auch hinsichtlich der Stel­lungnahme zu den Höchstmieten volle Einstim­migkeit aller Fraktionen bestanden hat, in letz, lerer Frage deshalb, weil angenommen werden mußte, daß eine reichsgesetzliche Regelung dicht bevorstand. Der Redner bezeichnete den Stadt­verordneten Brill indirekt als enfant terrible seiner Fraktion und forderte eine ruhige, aber energische Stellungnahme des Magistrats. Mir diesen sprach Oberbürgermeister Scheide- mann, der sich int allgemeinen darauf be­schränkte, eine einstimmige Entschließung des aus Angehörigen aller Parteien zusammenge­setzten Magistrats zu verlesen, die zur Frage des Schwimmbades und der Höchstmieten den gleichen Standpunkt einnimmt, wie ihn der Stadtverordnete Theiß vertreten hat. Dann ant­wortete Rechtsanwalt Brill, indem er fest- stellte, daß das, was er gesagt, nicht durchweg im ernsthaften Ton gesprochen worden ist. Das muß ich als Zeuge seiner damaligen Aeutzerun- gen unterschreiben. Daß sie auch als scherzhaft aüfgefaßt worden sind, bewies das fröhliche Lachen in der bewußten Versammlung. Der Äadtverordnete betonte gestern: Mr brauchen keine Gewalt! Was die Aeußerungen üb«

die Höchstmieten

Unterredung ist amtlich nichts, mitgeteilt worden. Man nimmt aber an, daß Briand dem deutschen Botschafter eröffnet hat. daß, wenn die deutsche Grgenosfensive (?) in Oberschlesien, die gegen­wärtig zum Stillstand gekommen sei, weiter fort­gesetzt werde, die kranzösische Regierung für die Folgen nicht einstehen könne. Man sagt, baß Briand in seiner Erklärung noch weiter gegangen sei und durchblicken ließ, daß die f r a n z ö s i s ch e Regierung entschlossen sei, die notigen M- nahmen zu ergreifen, welche als Santtionrn für die deutsche Nichterfüllung des Versailler Vertrages in Betracht kommen, mit anderen Worten, die Besetzung des Ruhrgeb:.l 2 anzuordnen. Diese Mitteilung hätte ultimativen

In der Antwortnote des Reichskanzlers an den französischen Boffchaster wird gesagt: Die deutsche Regierung ist stets bemüht, Mittel und Wege zu finden, um die unbeschreiblichen Qua­len der oberschlesischen Bevölke­rung zu lindern. Sie ist in Uebereinstim- mung mit Euer Erzellenz grundsätzlich bereit nnd gewillt, in jeder praktischen Weise, auch durch Lebensmittel- und Geldsendun­gen die Lage zu erleichtern. Es besteht jedoch nach der übereinstimmenden Ansicht aller Betei­ligten und sogar der unmittelbar betroffenen Kreise in Oberschlesien nicht die Gewähr, daß Gelder oder Lebensmittel tatsächlich in die Hände der wirklichen Empfangsberechtigten ge­langen und nicht dem Zugriff der Insurgenten unterliegen. Der Präsident der i n t e r a l l i. ierten Kommission verfügt wenige Silo« Meter hinter Oppeln über keinerlei Macht­befugnisse mehr und ist nicht in der Lage, seine etwa gegebenen Garantien in die Tat um­zusetzen. Auch die von ihm ausgestellten Be­scheinigungen haben bei den polnischen Insur­genten, die teilweise beginnen, sich in unabhän- gige Banden aufzulösen, keinerlei Geltung mehr.

Hoffnung auf Ordnung.

Zum Schluß weist Dr. Wirth in seiner Antwort auf die Uebergriffe der Polen hin. auf die Räu berei, Mißhandlungen und Erschießun'en und sagt: Die deutsche Regieruna wird alles zur Bes­serung der Lage in Oberschlesien tun. soweit die tatsächlicher! Verhältnisse es nicht unmöglich machen. Die derttsche Regierung will die Hoff- nuna nicht ausgeben, daß eg den Bemühungen der interalliierten Kommission gelingen «in», endlich Mittel und Wege zu finden, die ordnungsmäßige Gewalt in Oberschlesien wiederlierzustellen iptb die Bevölkerung von dem Joch der polnischen Insurgenten zu befreien.

Der Skandal wird nun noch dadurch auf die Spitze getrieben, daß die Kommission vor drei Wochen, als der polnische Einfall begann, die deutschen Einwohner Oberschlepens zur frei­willigen Rekrutierung austief. Jetzt, da die Freiwilligen in Mengen kamen und bereits die polnischen Angriffe stellenweise zurückwerfen konnten, sendet dieselbe Interalliierte Kommis­sion an die deutschen Behörden eine Rote, in der sofort das Verbot der Freiwilligen-Rekrutte- rung verlangt wird. In Warschau und Paris sah man nämlich wieder deutsche Gespenster; die französischen Nationalisten bekamen Heulen und Zähneklappern. Deshalb sollen die überfallenen Deutschen In Oberschlesien sich nicht mehr verteidigen dürfen. Paris hat also nach wie vor die Führung im Tollhaus der Alliierten Die deutsche Regierung bat natürlich, notgedrun- aen, dem französischen Verlangen wieder nach­gegeben und die Bildung von deutschen-Frei- wMigenverbänden untersagt. Soweit sind wir nun. Fremde Ränberhorden brandschatzen unser deutsches Land. Die sogenannten alliierten Schützer (affen diese Schandtaten zu, und das deutsche Volk muß mit der Faust in der Tasche zähneknirschend und blutenden Her­zens zusehen und alle Gemeinheit über sich er­gehen lassen! K.F. Dr.

Die oberschlesische Krise.

Antwort auf eine französische Note.

lPrivat-Tc le gramm.1

Berlin, 24. Mai.

Stadwarlaments möglich ist, lag die Vermutung offen: Das, was hier neben allgemeinen Betrach­tungen über lokale Dinge gesagt wurde, ist eine an die gegenwärtige Mehrheit im Stadtparla- ment gerichtete Kampfansage, an bei_das neutrale journalistische Gewissen nicht vorüber- gehen kann! Diese Ansicht wurde gesestigt durch >ie Erklärung gelegentlich einer besonders mar­kanten Bemerkung: Ich werde das dem Oberbür­germeister Scheidemann auch ins Gesicht sagen! Es liegt auf der Hand, daß ein Kamps scharfe Mittel und In diesem Falle drastische Redewen­dungen als selbstverständlich vorausschickt. Es scheint aber, daß die Rede nicht beabsichtigte, den Wahlkamps zu eröffnen. Oder hielt die Partei des Herrn Brill den Zeitpuntt des Beginns der Wahlkampagne pr noch nicht gegeben? Kurz und gut: Die gestrige Stadtverordneten-Ver- sammlung begann mit schwerem Geschützkamps - von der linken Seite her, dem nur eine gelinde Erwiderung mit Feldgeschützen folgte. Die so­zialdemokratische Fraktion brachte eine Driuglich- keitsanftage ein. in der sie. gestützt auf den Be- richt der Kasseler Neuesten Nachrichten, den Ma­gistrat interpellierte, was er dazu zu sagen hat. daß vom Rathaus aus die

können. Sogar oberschlesische Werke werden durch Zufuhr verstrgt. Die geringen Mengen, die noch auf einigen vberschlesischen Gruben g<" werden können, werden von den Pole.. ____,

ihrem eigenen Lande, teils auch nach Ungarn und der Tscheche-Slowakei verschoben. Deutsch­land behält keinen Zentner oberschlestscker Kohl--., ©le deutsche Regierung hat die Wiedergut- machungskommission dringend um Abhilfe er­sucht. weil dieser Zustand die deutsche Wirtschaft

schädigt und außerdem den Zusicherungen wider­spricht, die die alliierten Regierungen im Ver­sailler Vertrag gegeben haben.

Die Versprechungen im Versailler Ver- trag, die sich auf Oberschlesien beziehen, lauten beiMelsweise im Artikel 88, Paragraph 3, wie folgt: »Für Ordnung sorgt die Jnteralli- irrte Kommission mit Hiffe der zu ihrer Verfügung stehenden Truppen und in dem von ihr für nötig gehaltenen Maße mit einer Poli­zei, die aus den Einwohnern des Landes rekru- tiert wird." Als diese Interalliierte Kommission mit den Franzosen an der Spitze vor einem Jahre Oberschlesten besetzte, erließ sie von Op- peln aus eine Bekanntmachung an die Bewoh­ner Lberschlesiens, in dereine Aera der Frei­heit und Gerechtigkeit" zngesichert wurde. Die Vertreter Frankreichs, Großbritanniens und Italiens solltenals aufrichtige Freunde" be­trachtet wei den. Wie die Kommission ihre Auf­gabe ausge führt hat, haben wir bereits zu An­fang dieses Jahres hei der Volksabstimmung ge­sehen, wobei den Polen völlige Willkür zur Hetze gegen die Deutschen gestattet wurde, den Deutschen aber die Hände gebunden wurden und das freie Wort verboten war. Jetzt sehen wir die Parieilichkeit der Alliierten in viel grö­berem Maße, wie sie sogar erlauben, daß die Polen den Krieg in wehrloses friedfertiges deutsches Land tragen. Daß die Italiener sich den Eindringlingen entaegengestellt haben, soll dankbar anerkannt werden, aber letz' schon geben sie den Widerstand auf und überlassen die be­drohte Bevölkerung ihrem Schicksal. Die Eng­länder machten bis jetzt nur schöne Worte, aber aetan haben sie für die Gerechtigkeit noch nichts.

schen werden völlig ausgeplündert.

Neben diesem Raub des privaten Eigentums »die wirtschaftlich e Schädigung Landes. Wie die deutsche Kriegslasten­kommission in Paris der alliiertenWiedergut- machungskommission" mitteilte, hat Deuffchland seit Anfang Mai aus Oberschlesien keine Koh- (e n mehr erhalten, wodurch die Kohlenlage in den östlichen Landesteilen Deuffchlands von Tag zu Tag unerträglicher wird. Der Eisenbahn­verkehr. namentlich der Kleinbahnverkehr, hat in­folgedessen eingeschräntt werden müssen. Zahl­reiche GasanstÄten stehen vor der Betriebsejn- stellung. Von Mitteldeutschland her wird, um alle Hilfe zu versuchen, mit Kohlenlieferungen ansaodolfen, aber das ist so -ungenügend, daß selbst die wichtigsten triebe Ostdeutschlands nur noch wenige Tage ausreckt erhalten werden

Oberschlesiens Not.

Das Kriegstreiber» der Polen.

In Oberschlesten herrscht seit Wochen ein Krieg, der in den Berichten und amtlichen Noten irrtümlicherweise als Aiffruhr bezeichnet wird Es ist ein Krieg ohne Kriegserilarung und mit ungleichen Waffen. Blusiger Hohn aus Menschlichiett, Vernunft und Gereck)tigkcit. Wäh­rend die Polen mit ganzen Truppenvcrbänden. in Uniform und in Zivil gekleidet, in das deutsche Industriegebiet einsallen und eine Schreckensherrschaft ausüben, sind die Deutschen ohne genügenden Schutz. Aus den besonders bedrohten Landesteilen, die durch die polnischen Gewaltmittel zur Anneftion vorbereitet werden, sind die Deutschen Vertrieben worden. Sie haben, wie uns gestern durch den Ausruf des Verbandes der Kriegsbeschädigten aus Ober- schlesien bestätigt wurde, Haus und Hof flucht­artig verlassen müssen, ihre ganze Habe dem polnischen Raubgesindel preis gegeben. Die Flüchtlinge, die zum Teil von den Polen erst in Gefangenschaft gehalten wvroen waren, be­richten über Greueltaten und Mißhand- l u n g e n, die sie von den Polen erdulden mutz­ten oder mit angesehen haben. Die Leitung der Bereinigten Verbände brimattreuer Oberschlesier, die diese Berichte sammelt, legt Wert darauf, nicht einseitige, unkontrollierbare Aussagen zu erhalten, sondern prüft die Angaben durch ihre Vertrauensleute nach. Die Ergebnisse zeigen, datz taffächlich die kämpfenden Polen gemeine Greueltaten begangen haben und noch begehen. Darüber liegen sogar amtliche Berichte von eng­lischen und italienischen Mitgliedern der inter­alliierten Kommission vor, womit also durch

Der französische Botschafter hat tm den Reichs­kanzler eine Note gesandt, worin er gegen die Bildung von deutschen Freikorps in sengen, me in viefem «auuv, Oberschlesien p t o te sti e r t und verlangt, daß

mSviderlegbare Beweise gegeben werden. Die jede d«tfche bewaffmte ^Smnsatton verboten - - ------werden soll. Darauf hat der deutsche Reichskanz­

ler eine treffende Antwort gegeben, in der es heißt, daß die Freiwilligenkorps bereits unter- ägt seien, daß aber der Deutsche Selbstschutz eine ganz andere Angelegenheit sei. Auf den Selbst- S, der sich in der Notwehr auS der oberschlest- Bevölkrrung zur Verteidigung ihres Lebens mb Eigentums gegen polnische Insurgenten ge­bildet hat, hat die deutsche Regierung kernen Ein­fluß, da Oberschlesten der Interalliierten Kom­mission urttersteht. Auf die Behauptung, daß Polen die Grenze gesperrt habe, sagt bet Reichs­kanzler: Demgegenüber habe ich die Ehre, festzu­stellen, baß ei te Verfügung bei polnischen Regie­rung vielleicht ergangen sein mag, daß die Grenze aber tatsächlich völlig offen steht und tag­täglich der llebertritt von polnischen Sol- baten sowie ber Nachschub von Munition unb Material jeder Art für die Insurgenten erfolgt. Dafür liegt zahlreiches Beweitzmaterial vor.

Ohnmacht der AMierten-Kommtsflon.

Meier Neueste Nachrichten

- - - - * Hessische Abendzeitung

Deutschnationalen Volkspariei, Ortsgruppe Kaf. ,»bi-ts ftl, die Ausführungen des Stadtverordneten ® Rechtsanwalt Brill über die Frage ftelen, ob die 2-z-aldemolrasie geeignet ist, die Leitung einer Än. Stadtverwaltung in die Hand, zu nehmen unter

Keine besonderen Ergebnisse.

Leipzig. 24. Mai. fPrivatelegramm.) IW weiteren Verlauf der Verhandlungen gegen den Angeflagten Heynen wird mit der Vernehmung der englischen Zeugen fortgefahreu. Die Zeugen bekunden übercinisimmend, daß sie teils von dem Angeflagten, teils von den Zivilversonen, unter Deren Aussicht sie in den Bergwerken ar­beiten mußten, mißhandelt wurden Irgend welche besonderen Momente ergäben die Aussa­gen der englischen Zeugen nicht. Um %8 Uhr abends Wurde die Verhandlung aus DienStag vormittag 9 Uhr vertagt. Der erste Tag der Krisgsvevbrecherprozesse brachte keine Sensation, wie vielleicht von manchem im Hinblick auf den aufgebotenen dlpparat erwartet wurde.

betrifft, so ftelen sie nicht im immittekbarm Zw sammenhang mit dem hiesigen Magistrat. Tat­sächlich sei, allerdings nicht von leitenden Per- fönlichkeiten, manche falsche Auskunft gegeben worden, die geeignet war, Erbitterung hervor- zurufen. Immer habe er die Tätigkeit des Wohnungsamtes anerkannt, stehe aber auf dem Standpunkt: Aus dem Wshnungselend können wir nur herarrskommen, wenn eine großzügige Bautätigkeit eittsetzt. Auch den Bau des Schwimmbades begrüße er persönlich rmt Freude. Er fügte noch hinzu: Ein Protest hatte keinen Zweck gehabt. Sie damit wandte sich Reckisanwalt Brill an die Linke haben ja die Mehrheit? Auf einen Zwischenruf deS Stadtv. Haupt, baß viele neue Wohnungen den Hausbesitzern nur Konkurrenz machen, reagierte er mit folgenden Worten:Ich wollte, diese Konkurrenz wäre da, dann ginge es der Ein­wohnerschaft von Kassel gut?' Stadtverordneter Theiß resümierte:Der Angeflagte ist tu vol­lem Umfange geständig. Er hat alles, aber auch alles zugegeben ..." Das wollte allerdinW Rechtsanwalt Brill nicht zugeben. Die sozial, demokratische Fraktion brachte inzwischen eint Entschließung ein, wonach die Stadtver ordnetenverscrmmlung unter schärfster Zurückwei­sung der Drillschen Angriffe der Magistratsent- schließung zusftnrntt und zwar nach Form unb