Einzelbild herunterladen
 

Mckr Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

gnferttonäpretfe -. a) EUiheUntsch« Auftrag»: Die etnfpalttge Anzeigen.Zeile M. L20, die einspaltige Reklame,eile M. 3.-. b) Auswärtige Aufträge: Di« einspaltig« Anzeigen,eil» M. 1M di- einspaltig» Reklame,eile $t 8.60, alle» einschließlich Leuerungszuschlag und AnzetgenNeuer. Für Anz»igrn mit besonders schwierigem Satz hundert Prozent Aufschlag Für die Richtigkeit aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme. Daten und Plätze kann eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht- hofftratze 23/30. «eschäftiftelle: «kölnische Straß» 5. Telephon Nummer 951 und 952.

Nummer 115. Fernsprecher 951 mid 952 Donnerstag, 26. Mai 1921 Fernsprecher 951 rmd 952 11. Jahrgang.

Die »asseler Nenesien Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abends. Der DbonnementSprelS beträgt monaUich 6.00 Mark bet freier Ruftellune in« Haus Lu», wärt» durch di« Post bezogen 5.30 Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werden lederzrit von bei Geschäftsstelle ober den Bolen entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redaktion-. EchlachthoMrate 28/30. Für unverlangt eingesandte Beiträge kann die Redaktion eine Berantwortung oder Gewähr in keinem Falle übernehmen. Rückzahlung des BezugSgeldeS oder Ansprüche wegen etwatgernicht ordnungSmätziger Lieferung auSgeschloflen.

Brianö neigt zum Nachgeben.

Der Außenminister.

Eine neue Richtung?

Mit der Erneuerung des seitherigen Gesandten Dr. Rosen als Minister für die auswärtigen An­gelegenheiten raucht wieder die Frage auf, welche Außenpolitik das neue Kabinett Wirch führen wird. Die Verhältnisse bedingen es, daß un­ser« ganze Innenpolitik en« mit den Beziehun­gen zum AuSlande verknüpft ist, ja direkt von den fremden, bisher feindlichen Mächten tib* hängt. Dabei kommt es, wie wir gesehen haben, sehr auf vie Persönlichkeit des Außenministers an. Es wird in führenden politischen Kreisen betont, daß Dr. Rosen zu den fähigsten, erfahren­sten und geschicktesten Männern der deutschen Diplomatie gehört. Er ist in dem diploma­tischen ,M 11 i e u* im Ausland ausgewachsen. Schon im Fahre 1890 trat er in den Dienst des Auswärtigen Amtes, vcrs ihn für die orientali­schen Länder mit größtem Nutzen verwenden konnte. 1903 War Rosen Sondergesandter des Deutschen Reiches bei Negus Menelik in Abes- finien, wo er hervorragend bei dem Zustande­kommen des Deutsch-Mbesstnischen Handelsver - träges betieligr war. Als Gesandter in Tanger z. Zt. der schweren Marokko-Krise gelang es ihm, die Umgebung des Kaisers und den Kaiser selhst für seine zurückhaltende Anschaumraen zu gewin­nen und damit den drohenden Bruch mit yrmt reich, der zu einem Krieg zwischen Deutschland und Frankreich geführt hätte und der damals schon nach Lage der Dinge auch England an die Seite Frankreichs gedrängt haben würde, zu verhüten. Rosen war schon zu jener Zeit ein äusHefprrchener Anhänger einer Politik der Verständigung und der Versöhnung mit Frankreich Gleicklwohl hat Rosen damals über auch sehr scharf den französischen Ansprü­chen Widerstand geleistet und er Hat sich mit den französtschen Staatsmännern recht heftig und zähe auseinandergesetzt. Die Taktik Rosens gerade in der Marokko-Affäre hat den Franzosen ganz und gar nicht gefallen, zumal es Rosen sei­nerzeit dahin gebracht hatte, daß das französisch« PaÄament die Unterhändler Frankreichs fallen ließ. Daß man des Dr, Rosen heute noch nicht vergessen hat, zeigt die scharfe Krittk, welche ein Teil der französischen Presse an der Berufung Dr. Rosens zum Reichsaußenmintster jetzt übt. 1910 wurde Dr. Rosen Gesandter in Bllkarcst als Nachfolger KideAen-Wächters. 1912 ging er als Gesandter nach Lissabon. Als Portugal in den Weltkrieg an der Seite bet Alliierten mit eintrat, verließ er Lissabon und übernahm 1916 den Gesandtenposten im Haag, der inzwischen durch die Ernennung von Kühlmann zum Staatssekretär des Auswärtigen freigeworden war. In seiner Position im Haag hatte Rosen wegen seiner immer dem Ausgleich zugeneig­ten Politik manchen Widerstand, namentlich in den führenden Kreisen der Obersten Heereslei­tung, zu überwinden. Das Urteil über die Diplomaten-Tätigkeit des Dr. Rosen im Haag ist im Ausland«, na-rnenklich in Holland selbst, ein überaus günstiges.

Nach der eben gezeichneten Schilderung sei­ner Werdeganges wird Dr. Rosen, ganz abge­sehen von den Schwierigkeiten, die seiner in der Bewältigung der gegenwärtig für das Deutsche Reich zur Erörterung stehenden weltpolitischen Probleme harren, wirklich nicht auf Rosen ge­bettet sein. Er wird auch im Parlament mäch­tigen Gegnern sich gegenüber sehen. Bon seinen T a t e n wir es nunmehr abhängen, ob er sich und seine Ideen durchsetzen kann Die Be­rufung als Außenminister ist nickst allein das kann man ruhia aussprechen im Hinblick auf die innenpolitischen Verhältnisse der Gegen­wart, sondern vielmehr im Hinblick auf die Hi'« Jung eines solchen Schrittes auf das Aus­land, das neutrale und das gegnerische und vor allem auf Frankreich aufzzHassen. Es ist nun einmal in unserer auswärtigen Politik mit der Tatsache zu rechnen, daß Frankreich, dem di? Alliierten in der EntschÄdigungsfrage zweiund- fünszlg Prozent der Forderungen zugesprochm haben, der Hauptgläubiger ist, sodaß Deutschland gezwungen sein wird, sich mit dreiem starken Faktor der künftigen Wcltpolitik auseinander tot setzen. Im Kampf und im Zwist ist das große ZiÄ der Einigung nicht zu erreichen, es muß ein vernünftiger Ausgleich ge­schaffen werden, der heute weniger auf politi­schem, wie auf wirtschaftspolitischem Gebiet- liegt. Die ganze Pcstitik dcz Reiches wird gerade unter diesem Gesichtswinkel der WirtschaftZPolitik für lange Zeit hinaus sich voll­ziehen müssen, das rein politische wird dabei, vorerst wenigstens, in den Hintergrund treten müssen.

Mit eine der Hauptaufgaben des neuen Außen­ministers und hier wird auch der Schwer- puntt seiner TätigLeit ruhen müssen wird aber sein, Deutschland wieder diejenige Polttnche aktive Rolle im Rate der Völker zu sichern, die ihm auch jetzt noch, trotz allem und trotz der Beraubung seiner staatlichen Machtmittel zu- Haiti. Gone ic Arbeit wird

aber dem neuen Ebes des Auswärtigen Amtes in einer Reform der Organisation des Aus­wärtigen Amtes und seiner Personalien obliegen, besonders in der Pressestelle der Reichscegierung, die in der Obhut des Auswär­tigen Amtes sich befindet und die Wieder zu dem werden muß, wofür sie bestimmt ist; zu einer engen Verbindung zwischen Reichsregierung und Presse auf dem Boden einer vertrauensvollen, auf gegenseitiger Achtung und gegenseitigem Verständnis für die jeweiligen Interessen. Be­dürfnisse und Notwendigkeiten aufgebauten Zu­sammenarbeit Wir begrüßen es, daß mit Dr. Rosen ein wirklicher Fachminifier als Ehrt des Auswärtigen Amtes einzieht. Es ist oas teste Mal seit dem Zusammenbruch, ddß wir diesen Vorgang beobachten. Denn auch Dr. Simons war mehr Fachjurist als Fachdiplomal. Wir können der Tätigkeit des neuen Auvenmim- sters mit unvoreingenommenem Urteil entgegen­sehen. Er wird setzt zeigen müssen, was er für die Interessen des Deutschen Reiches mit an der wichtigsten ' Stelle der Reichsregierung zu er­reichen vermag. J- B-

Frankreichs Stellungnahme.

Ein Geheimabkommen mit Polen.

(Eigene Drahttneldung.)

Paris, 28. Mai.

Briand hat gestern in der französischen Kam­mer die erwartete Erklärung in der v b e r s ch l e - fischen Frage unh über das Londoner Ab­kommen abgegeben. Aus den Erklärungen über Oberschlellen ging hervor, daß sich Frankreich durch ein Geheimabkommen mit Polen gebunden fühle und daß es alle anderen Gesichts- punkte dieser Macht der Tatsachen unterwerfen müsse. Briand teilte der Kammer mit, welche Forderungen er am Montag abend durch Ver­mittlung des französischen Botschafters in Berlin gestellt hat und daß am Dienstag nachmittag die deutsche Regierung durch ihren Botschaf­ter in Paris hat mitteilen lassen, daß sie gewillt sei, die Grenzen Oberschlefiens zu schließen, die Freiwilligenformationen aufzulösen und die Blätter, die fich füt die Anwerbung verwendet haben, zu verfolgen. Reichskanzler Wirth habe seine Verpflichtungen loyal innegehalten. Briand sprach zweieinhalb Stunden. Gegenüber Lloyd George äußerte er sich äußerst schonungsvoll. Die Abstimmung über das Vertrauensvotum wird heute, Mittwoch, erwartet.

Briand wird versöhnlich?

P a r i S, 25 Mai. (Eigene DrcchttnelDung.) In seiner gestrigen Kammerrcde erklärte Briand, Frankreich habe nicht die Absicht, den Polen Ge­biete zuzutcilen, die den Deutschen zuge­sprochen werden müßten. Er gehe in dieser An- td)t mit dem englischen Premierminister einig. Er werde aber auch Deutschland nicht einseitig begünstigen. Man müsse daran erinnern, daß der Versailler Vertrag ein einheitlicheres, ein stärke­res Deutschland in bezug auf Kohäsion und Assi­milierung der Raffen geschaffen habe, alS der Friedensvertrag von Frankfurt. (?) Er wundere sich, daß man ihm Schwäche bei dem Gebrauch dieses Instruments vorwerfe. Er habe alle Ver­pflichtungen gegen das Parlament, nämlich durch die Besetzung von Düffeldorf, Duisburg «nd Ruhrort erfüllt. Er, Briand, wäre stärker be- Natscht worden, wenn er das Ruhrgebiet besetzt hätte, aber diese Art von Popularität habe er niemals gesucht. (Beifall links «nd in der Mitte, auf der rechten Seite wird Briand äußerst leb­haft unterbrochen, was Proteste von links her­vorruft.) Briand forderte seine Kollegen aus, zwisck>eu den beiden Arten von Politik zu wäh­len. Frankreich müffe auch die berechtigten Wünswe der Alliierten beachten. Es sei ihm ge­lungen, die Einigkeit unter den Alliierten auf­recht zu erhalten. Man dürfe nicht vergeffen, daß England und Amerika im Kriege Frankreich ge­holfen haben. Seine Politik sei darauf gerichtet, z« verhindern, daß Frankreich schließlich von den Verbündeten allein gelassen werde.

»

Die Haltung der Parteien.

Paris, 25. Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Rach der großen Rede Briands in der Kammer haben die Parteien nach einer Havasmeldung in FraktionSfitzungen zu den Ausführungen deS Ministerpräsidenten Stellung genommen. Die im nationalen Block Bereinigten Fraktio­nen erklärten sich mit der Stellungnahme gegen­über Deutschland für nicht befriedigt. Si­ro erden aber dennoch für das Vertrauensvotum stimmen. Auch die sozialistischen Parteien, mit Ausnahme d-t Kommunisten, werden, ab­gesehen vor einer prinzipiellen Verwahrung, dem Verbleiben Btiands im Amte kein Hindernis in den Wer legen. Der Präsident Miverand hat für Dienstag Abend die Führer der großen Par feien zu sich gebeten und ihnen vertrauliche Mit- teilungen über Einsprüche der Alliierten gegen

bestimmten in Aussicht genommenen Maßnah­men Frankreichs gemacht.

Es war nicht möglich, alles mirzumachen. was dir Hersfclder Gastwirte aufboten, um ik»

Mord, Raub und Plünderung.

Berlin. 25. Mai. (Privattelegramm.) Aus Oberschlcsien wird von .zuverlässiger Seite ge­schrieben: Aus Umwegen trafen direkte Nachrich­ten aus Rybnik ein. Die dortigen Zustande spotten jeder Beschreibung. Mord, Raub und Plünderung herrschen in schrecklicher Weise. Jeder in Rybnik ansässige Deutsche fürchtet um sein Leben, gibt sein Hab und Gut preis und sucht Schutz in öffentlichen H'eväudcn.

Gastwittesorgen.

Mitteldeutscher Gastwirte «Verband; der gestrige Verbandstag in Hersfeld.

Zn Verbindung mit der Feier de« 25fährig»N Bestehen« de« Wirteverein« KerSfelv hielt gekrern der Mitteldeutsche Gastwirteverband sn der alten LnlluSstadt seinen 27. Verband«, tag ab, ans dem u. a. auch die cholizez- stund« und dir Bierfrag« erörtert wnrd « Der erste Verbandsvorsttzende, Stadtverord­nete: Hartleb-Kassel, konnte im Anschluß an Begrüßungsworte des Hersfelder Vorsitzenden Sander 102 Delegierte aus dem ganzen Ver- bandsbezirk willkommen heißen, unter anderem auch den Verbands begründer, Ehrenmitglied Ritter, jetzt in Berlin, der trotz seines Hohen Alfers nach Hersfeld gekommen war. Er steltte fest: Das Jahr 1921 war für das Gastwirts­gewerbe eines der schwierigsten. Wenn auch die starren Fesseln der Zwangswirtschast größten­teils gefallen sind, fo ist doch zu berücksichtigen, daß der Versailler Vertrag die Kaufkraft des VoWes bedeutend herabgemindert hat. Das machte fich letzten Endes auch beim Gastwirt Ml- bar. Eine ganze Reihe kleiner und mittlerer Betriebe mutzte im Lause des letzten Jahres die Pforten schließen. Nur engster Zusammenschluß zum Zwecke der Selbsthilfe vermag, dieser Lage wirksam entgegenzutreten. Die unter dem Druck der Ententefordernngen angekündigte neue Steuerbelastung trifft wiederum besonders den Gastwirt. Bürgermeister Wagner begrüßte beu Verbandstag im Namen der Stadt Hers­feld und der städtischen Körperschaften. Dabei sprach er sich für Verhandlungen von Mund zu Mund aus und lehnte bureaukratische Methoden ab. Mit dem Stadtoberbaupt war der Beige­ordnete, Brauereibefitzer Engelhardt, gekommen. Referendar von Gilsa erschien als Vertteter des Landrats. Der Geschäftsbericht für das abge» lausens Geschäftsjahr, von Gastwirt Kroll- Kassel verlesen, gewährte einen Einblick in eine umfangreiche Verbandstätigkeit. Ausgiebig wurde sodann Wer die Frage der Polizei­stunde verhandelt. Die verschiedensten Klagen erhoben sich Wer ungleiches Verfahren in der -Stadt und ans dem Lande. Schließlich machte der Vorsitzende die erfreuliche Mitteilung, daß vormtssichtlich schon die nächsten Tage die reichs­gesetzliche Regelung und eine Heraufsetzung der Polizeistunde bringen werden. Lebhaftes Redegeplänkel rief die Besprechung der Bier­preise hervor. Die Brauereien sind dabei, An­fang Juni ein hochprozentiges Bier (elf bis zwölf Prozent) cm-szustotzen und denken da­für 260 Mark pvo Hektolitr zu nehmen. Aeuße- rungen der Besorgnis, dieses Mer könnte den Gästen zu teuer kommen, standen solchen gegen­über, wonach lieber ein paar Mennige mehr bet zahlt werden, wenn es nur

ein gutes Bier gibt. Ein großer Teil der Delegierten war über- zenyt, daß das jetzige achtprvzentige Bier gut und trinkbar sei. Darin aber bestand lieberem« fünft: Keineswegs dürfen die Brauereien in die

Preispolitik der Wirte eingreffen und die Preise diktieren. Auch die Tätigkeit der Preisprüfungs­stellen wurde als nicht mehr zuständig erkannt. Im übrigen werden örtlich« Verhandlungen der Lckalorganisationen mit den sie beliefernden Brauereivereinigungen stattfinden. Weiter be­schäftigte sich die Versammlung mit der Frage der Konzessiom-runq des Flaschenbicrhandels und Steuerfragen. Für den Fall, daß eine Er- böhuna der Weinsteuer kommt, soll eine Gebühr für die Steuererhebung durch die Hirte beantragt werden. Mr den Oktober ist eine abermalige Erhöhung der Merficucr m erwar­ten. Sie und jede Mervertenerung soll bekämpft werden. Zustimmung sand ferner ein Antrag, der Verband möge dahin wirken, daß die Kom­munen bei Festsetzung der Vergnügungs­steuer die Rvchtlinien der Regierung mcht über­schreiten. Sv kam die Tagung allmählich zur Frage ber Einigungsverhandlungen im derttschen Gastdvirtsgcwerbe. Die Mldung ber allgemeinen Einheitsfront ließ sich bisher nicht ermöglichen. aber die Schaffung eine- Provinzialverbanbes Hessen-Nassau ist im Gange. Ehrenmitglied B r ä u n i n g-Wiesba» ben gab eine entsprechende Erklärung des Gast« wirtevcrbandes Hessen-Nassau und am Rhein. Vorsitzender Schreiber- Frankfurt eine solche des Frankfurter Provinzialverbandes ab und einstimmig geschah das gleiche durch den Ver- battdstag des Mitteldeutschen Gastwirt everbau- des. Die bewährten bisherigen Vorstandsmit­glieder Hartleb, Holzhauer und Kroll wurden wiedergewählt. Der verbienskvolle Kaffenwatt Schröder wurde durch Gasüwitt Eisttchuth ersetzt. Beisitzer sind nunmehr Grenzebach, Schlüssel, HenSke, Dohne, Lock, Dannenberg und Wagner. Nachdem nock die Unterstützung des Boykotts der Feindbundwaren an- beimgestellt worden war, schloß die Tagung mit einer starken Kundgebung für die Einheit und Geschlossenheit des dentschen Gastwittegewerbes.

Die Hersfelder Witte.

Französische Munition und Gewehre.

Breslau 25. Mai. (Privattelegramm.) Dec Times-Korrcspondent, ber sich in Obeisechlesien aufhält, hat in einem Panzerwagen den Angriff oitf die Brücke bei Oblau mitgemachf. Infolge ihres schnellen Rückzuges konnten die Polen ihre üblichen Zerstörungen nicht durchführen. Aber einig- Bauernhöfe wurden in Brand ge­steckt. Man fand bei den polnischen @efän- eenen ungeöffnete Kisten mit französi­scher Munition und außerdem zahltet'^ Gewehre, die die gleichen Nmnmern haben wie diejenigen, die von Deutschland den Fran­zosen seinerzeit abgeliefert wurden. Daraus geht hervor, daß die Gewehre von den Frnnzoset an die Polen weitergegeben worden sind. Nach einer Meldung der Oppelner Zeitung ist Stobt und Hafen Kosel am Montag wieder von den Pole« besetzt worden, die damit wieder an der Dberlinie stehen.

Die polnischen Freveltaten.

Der deutsche Selbstschutz greift ein.

(Pttvat-Trlegramm.)

Ovpeln, 25. Mai.

Die Lage in Oberschlesien zeigt wenig Verän­derung. Der deutsche Selbstschutz an der Peri­pherie des unter polnischem Terror stehenden Gebietes befrachtet es als feine Aufgabe zu schützen, wo neue Angriffe bet Polen drohen. Aus dem Innern des Ausstandsgo bietes bringen kaum noch Nachrichten heraus. Tort ist der deutsche Selbstschutz, wie man weiß, voMommen gefesselt. Die Polen sind Herten der Sage. Die wenigen deutschen Städte, Vie noch unter bet Verwaltung der rechtmäßigen Be­hörden und der Organe der interaßierten Kom­mission stehen, scheinen sehr bedroht. Zu den Kämpfen um den Annaberg bei Kosel ist noch nack-zutragen. daß nunmehr die Erbeutung von fünf Geschützen und zwanzig Maschinengewehren seitens des deutschen SeibstsMitzeS feftgefttilt ist.

(Sine Anerkennung.

Paris, 25. Mai (Eigene Trahttneloung.) Der Delegation einer Kammergruppe gegenüber erklärte Briand, er habe das Gefühl, daß die Lage in Oberschlesien sich gebessert habe (für wen?) und daß die deutsche Regierung alles tue, um den Forderungen der Alliierten ge­recht zu werden. Aus den Erklärungen ging hervor, daß die französische Regierung im Augenblick eine Besetzung des Ruhrgebiets nicht als notwendig erachtet.

Aus Oberschlesien.

Wahl eines deutschen Aktionsausschusses. (Piivai-Tclegramm.)

Breslau. 25. Mai.

In Obetglogau fand eine Versannnlung der Führet der politischen Parteien und der Ge­werkschaften des von den Polen nicht besetz­ten oberschlesischen Gebietes statt. Man beriet übet die Skhaffung einer Vertretung der Be­völkerung dieses Gebietes. Nachdem die Set« fammlung einstimmig dem Leiter ber Selbstschutz, attion, General Höfer, ihr Vertrauen ausgespro­chen hatte, wählte sie einen Aktionsaus­schuß, der sich zusammensetzt aus ft zwei Ver­tretern des Zentrums und der Melirhritssoziali- sten, einem Demokraten, einem Vollspatteiler und einem Deutschnatioimlen, sowie aus drei Vertretern der Gewetkschgsfen, einem Beauftrag fen des deutschen Mcbiszittommissarö und einem Vertreter des Selbstschutzes.

Kümpfe bei Kreuzburg

Oppeln, 25. Mai. (Privattelegramm.) Die Verwendung von Dumdum-Geschossen seitens der Polen «nd ihre maschinenmäßige Fabrikation ist auch von interalliierter Seite als Tatsache festgestellt worden. Die Aufständischen find nunmehr durch einen festen Ring des Selbst­schutzes daran gehindert, aus dem von ihnen be­setzten Gebiet heraus übetgugreifen. Gestern früh fanden Kämpfe bei Kteuzbutg ttatt, über deren Ausgang noch nichts festgestellt werden konnte. Am 22. Mai ist wieder ein Lebens, mittelzng von Oppeln nach Weiwitz ge­fahren worden. Ein englifcher Offizier und vier Vertreter bet Arbeiter fuhren mit.