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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 118.

Fernsprecher 951 und 952

Sonntag, 29. Mai 1921

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

Beratung über die Zahlungspflichten.

Zwei Ministerreven.

Briand und Dr. Wirth.

Di: Rede des deutschen und des französischen Ministerpräsidenten in dieser Woche gaben das Kennzeichen für die Politik, die für die nächste Zeit die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich regeln soll. Obgleich das französische Kabinett geneigt zu sein scheint, Deutschland ent- gegenzukornmen, herrscht in Deutschland berech­tigtes Mßtrauen, weil Frankreich weiterhin aus der Teilung Oberschtesiens besteht. Ministerprasi deut Briand ist wegen seines Versöhnlichen Tones in der Kammerrede von den natto- nalistlschen Mitgliedern (der Rechten) scharf an gegriffen worden. Sie warfen ihm vor. er fei vor England umgesallen und lasse Deutschland gegenüber die Zügel schleifen. Diese Meinung blieb aber erfreulicherweise auf die Minderheit beschränkt, so daß nach einer scharfen Aussprache die Mehrheit der Kammer ihm das Vertrauen bettmdete. Briand hat.wiederholt die Erörte­rung unterbrochen und die nationalistische Hetze zurückgewiesen. Dabei kam natürlich klar zum Vorschein, daß für seine Haltung die.Rücksichi auf die Verbündeten, England, Italien, Amerika, bestimmend war, die, wie er sagte, ebenso viel, vielleicht mehr als Frankreich, bei der Schaffung der fetzigen Weltlage geleistet hät- ten. Er betonte auch mehrfach, daß er Ver­trauen any die neue deutsche Regierung setze und an ihren guten Willen zur Erfül­lung ihrer Verpflichtungen glaube.

Als bemerkenswert ist außerdem eine weitere Betonung der versöhnlichen Neigung zu ver­zeichnen. Am Mittwoch empfing Briand die Vertreter des französischenAktionsausschusses für die zerstörten Gebiete" und zugleich einige Parlamentarier. Dies« Abordnung verlangte, es solle sobald wie möglich ein Versuch mit der deutschen Teilnahme am Wiederauf­bau gemacht werden, wobei Deutschland durch Lieferung von Material und Arbeitskräften tätig sein könne. Briand erwiderte, er sei ohne Vor­behalt für die Verwendung deutschen Materials und ebenso für die Hinzuziehung deutscher Ar­beitskräfte unter der Voraussetzung, daß es sich um gelernte Arbeiter handle und daß die Ein­wohnerschaft der fraglichen Gebiete damit ein­verstanden sei. Er glaube tatsächlich an die Aufrichtigkeit der deutschen Re- gierung, die anerkannte Anstrengungen mache, ihre Verpflichtungen einzuhalten. Soll man nach diesen wiederholten vernünftigen Aeußerungen nicht glauben dürfen, daß endlich der Versuch einer Verständigung möglich wäre? Allerdings trübt ein schwarzer Schäften unsere Hoffnung. Briand konnte es doch nicht unterlassen, wieder mit den Zwangsmaßnahmen zu drohen, falls Deutschland irgendwie im Rückstand bliebe.

Soweit es in der Macht der jetzigen deutschen R^rerung liegt, wird sie für die pünktliche Er­füllung der schweren Verftagspslichten Sorge tragen. Reichskanzler Dr. Wirth hat in seiner Karlsruher Rede feierlich erklärt, daß die Unter­zeichnung des Londoner Ultimatums aufrich­tig geschehen sei. Das Kabinett habe ein auf­richtiges, ein deutsches Ja ausgesprochen, das em Zeitalter der Leistungen einschlie­ßen solle. Leistungen allein könnten die Welt vom guten Willen Deutschlands überzeugen. Die Welt draußen traue Deutschland große Leistun­gen zu, nun müßten wir auch selbst daran gtau- ben und Hand anlegen. Wenn es uns gelinge, die Wiederbelebung der Wirtschaft und des Handels durch Förderung der Pro- dukfton, insbesondere auch der landwirt- 'chostlichen Produktion, zu erreichen, wenn dem hungernden Magen wieder genügend Nährstoffe zugefiihrt würden, dann werd« das deutsche Volk auch freiwillig beachtliche Leistun­gen aufbringen. Mit einem Hinweis auf die Notwendigkeit solcher Leistungen faßte Dr. Wiftb olle Kreise müßten Opfer bringen, und der .frech« Lurus^, der sich im Lande breit macke, müsse ein« gedämmt werden. Nur durch Arbeit könne man Wieder zur Freiheit gelangen.

Die Rede des Reichskanzlers enthält unbe- streitbar vorfteffliche Gedanken, denen man wün­schen möchte, daß ihnen wirkliche Taten folgen. Aber es ist sehr einseitig ausgedrückt, wenn er dre Lage so darstellt, als ob nur die Außenwelt ims große Leistungen zuftaue und nicht auch wir selbst. Es gibt in Deutschland keinen Stand, der Nicht wüßte, daß wir Großes leisten können. Alle wären sie mit Freuden bereit, sofort am Wiederaufbau mitzuhelfen, wenn nicht die Feinde selbst es bisher unmöglich gemacht hätten. Wieviele Aufbaupläne sind schon von den Parteien und allen Gewerben gemacht worden, wie ost hatte man Hoffnung, endlich wieder mit bitter Kraft arbeiten zu können und ebenso oft haben die Alliierten, hauptsächlich Frankreich, unfern Arbeitswillen zerstört. Wird dem put­schen Volke Freiheit zurArbeit gegKien, dann wird es auch große Leistungen voll­bringen. Tann werden auch die Ideale wie­der im Dolle heimisch werden. Derstecke Luxus", den sich die moderne Gilde der Krieas-

und RevoluftonKgcwinnler und Schieber gestat­tet, ist eine Begleiterscheinung der in Materialis­mus ausgearleten Revolution. Er hätte sich wahrscheinlich weniger breit gemacht, wenn das frühere Erzbergersche Finanzministerium, zu dem ja auch Herr Wirth in Beziehungen stand, damals an den richtigen Stellen zugegriffen hätte. Dr. Wirths Pläne sind ja nun auf eine energische Besserung der Verhältnisse gerich­tet. Gelingt es den beiden Regierungen, der deutschen und der stanzäsischen, einander näher zu kommen, dann wird das deutsche Voll nicht .urückstehen! EL F. Dr.

Entschaöigungs-Fragen.

Lieferungen an England und Frankreich.

(Eigene Drahtmeldung.)

London, 28. Mai.

Daily Expreß stellt an leitender Stelle die Frage: Wird die englische Industrie im­stande fein, die Zahlung der deutschen Entschädi­gung in W a r e n zu übernehmen? Die Führer der britischen Industrie sehen ein, daß der bri­tische Exporthandel auf dem Spiele steht. Die Frage sei Frankreich ziemlich gleichgültig, dagegen sei es für England eine Frage von Leben und Tod. (?) In einer Unterredung zwischen den deutschen Sachverständigen und den Vertretern Frankreichs im Ministerium für die befrei­ten Gebiete gaben die französischen Sachverstän­digen Auskunft über die Art und die Materialien, die sie für den Aufbau der fünfundzwanzigtau­send Holzhäuser wünschen. Heute findet eine neue Sitzung statt und am Montag sollen die deutscl-en Abgeordneten ihre Vorschläge dem Mi­nister Loucheur überreichen, der dann prüfen wird, inwieweit sie annehmbar sind.

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Die feindliche Kontrolle.

Paris, 28. Mai. (Privattelegramm.) Die Reparationskommission hat sich gestern morgen mit der Frage des Sitzes der Garautiekom- mission befaßt. Die Entscheidung sollte bis gestern abend gefällt werden. Es steht fest, daß der Sitz der Kommission in Paris und eine Jn- formationskommisfiLN in Berlin sein wird. Die Reparationskommission hat sich außerdem damit besaßt, Deutschland die Kohlen aus Ober­schlesien zu verschaffen, die cs braucht für seine Lieferungen an Frankreich. Der Alliiertrn-Rat hat am 26. Mai der deutschen Regierung die Kosten für die Ententekommisfioneu und Besatzungen in Dentsckstand für Januar bis März überreichen lassen. Die Aufstellung schließt mit insgesagt 1,4 Milliarden Mark ab.

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Schuldenzahlungea.

London. 28. Mai. (Eigener Drahtbericht.) Aus Washington wird gemeldet, daß das ameri­kanische Kabinett das Proiett des Präsidenten Harding bezüglich der Zahlung der alliierten Schulden gebilligt hat. Nach diesem Projekt soll die in Frankreich schwebende Schuld von der Staatsverwaltung auf den Markt gebracht wer­den. Die Finanzkreise, die diese Operation vor­nehmen sollen, sollen auch den Ankauf der dcut- schen Reparations-Obligationen forbern.

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Neue Steuern.

München, 28. Mai (Privattelegramm.) Wie der Finanzminister im Landtage imiteittc, findet in der nächsten Woche auf Einladung des Reichs­kanzlers eine Aussprache der Finanzminister der Länder statt. Es handelt sich nm die finanziel­len Forderungen aus dem Londoner Ultimatum. Es wird an eine Erhöhung der Umsaufteuer uich der Körperschastssteuer gedacht.

gäbe der Verbündeten ht Oberschlesicn erleich tert, da Korfanty und die Jusurgentenführcr sich bereit erklärt hätten, die Autorität der inter­alliierten Kommission anzuerkennen. Die interalliierte Kommission brauche aber ausrci- chend Streitkräfte, um sich Achtung zu verschaf­fen. Auch in hiesigen diplomatischen Kreisen lie­gen Meldungen vor, die von Korfanths Rück­zugsbereisschaft berichten.

Polnische Gewalttaten.

Räuberei, Mißhandlung und Verschleppung.

(Eigene Drahtmeldung.)

Kattowitz, 28. Mai.

Es mehren sich die räuberischen Ueber- sälle der Pofen. Mn Kaufmann wurde von den Polen gewalssam gezwungen, sein Bar­geld in Höhe von 22000 Mark herauszugeben. Ein siebzehnjähriger Schüler wurde mit einem Gummiknüppel schwer mißhandelt und ein Kriegsbeschädigter, der über einen polnischen Ausweis verfügte, wurde von den Polen schwer mißhandelt, ebenso zwei Grubenarbeiter und ein Bureaugehilfe. Mn Ingenieur von der Oheim- grube wurde verschleppt. In der Nacht zum Donnerstag gingen in der Nähe von Bismarck- Hütte zwei schwere Minen nieder, die anscheinend aus Zalenze abgefeuert waren und offensichtlich das Gebäude des Berg- und Hüttenmännischen Vereins zum Ziel hatten. Alle männlichen Per­sonen, auch deutschgesinnte, im Alter von achtzehn bis sünfunddreitzig Fahren müssen sich einer polnischen Musterungskommission stellen, die darüber entscheidet, ob der Betreffende das GAoehr in die "Hand zu nehmen hat.

Terrorismus durch Halbwüchsige.

O p p e l n, 28. Mar. (Eigene Drahtmeldung) In Kuba, Kreis Hindenburg, haben die Deut­schen beschlossen, dringend um Hilfe zu bitten gegen die fortgesetzten Mißhandlungen von Teittschen. So sind einige Gemeindebeamte, so­wie ein Förster und ein Verkäufer schwer ge­schlagen worden, so daß sie schwerverletzt davongetragen werden mußten. Der polnische Ortskommandant und der polnische Bataillons­kommandeur von Ruda haben selbst erklärt, daß sie gegen die halbwüchsigen Burschen völlig machtlos sind. Die Zustände in Ruda neh­men immer mehr einen bolschewistischen Charakter an. Infolge dieses Zustandes steht dringend zu befürchten, daß die Gruben­beamten ihren Dienst nicht mehr versehen kön­nen. so daß dann eine Fortführung des Betrie­bes der Kohlengruben unmöglich gemocht wird.

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Die polen bringen Wetter vor.

Breslau, 28 Mai. (Privattelegramm.) Die Polen find in Kattowitz. Polnische Ge­schütze find auf dem Wilhelmsplatz aufgefah­ren. Die Stadt ist ohne Wasser. Verschärfte An­griffe richten sich gegen Benthen. Die ersten Eng­länder sind gestern in Oppeln eingetroffen.

Die Leipziger Prozesse.

Fortsetzung der Verhandlung gegen Müller.

(Privat-Telegramm.)

Leipzig. 28. Mai

In der gestrigen Verhandlung gegen den früheren Hauptmann Müller (Karlsruhe) wur­den zunächst deussche Zeugen venlommen, die durchweg entlastend für den Angellagte;, aussagten. Die englischen Zeugen konnten auch nur Beschwerden Vorbringen, die weniger den

Die oberschlesische Frage.

Englands »nd Frankreichs Haltung.

(Eigene, Drahtbericht.)

Rotterdam, 23. Mai.

Wie die Morningpost meldet, hat der deutsche Bosschaster am Mittwoch eine einstündige Be­sprechung mit Lloyd George gehabt, die der ober­schlesischen Fra« gegolten habe, sowie der Aus­hebung der früheren Sanktionen. Lloyd George soll sich in beiden Fragen entgegenkommend auf die deutschen Anregungen gezeigt haben, jedoch erklärte er, daß hierüber erst die Konferenz in Boulogne entscheiden könne Havas meldet, die französische Regierung habe den englischen Vorschlag einer Neuregelung der interalliierten Kommission in Oppeln zugestimmt. Havas mel­det weiter, daß die deussche und volnifche Re­gierung gemeinsam die am 26. Mai eingctrciette Sperrung der Grenze gegen Oberschlesien be­kannt gegeben haben.

Dolnifche KEckzugsber-ttschaft.

Paris, ?8 Mai. (Eigene Drahtmeldung) TerDemps" fuhrt ans, feit gestern sei die Auf

Angellagttn belasten, als vielmehr durch die da­mals herrschenden Verhältnisse dicht hinter der Front hervorgerufen wurden. Außer den Aus­sagen der anwesenden Engländer lagen auch einige Protokolle über Zeugenaussagen, die in England kommissarisch abgegeben waren. Abends 7 Uhr wurde die Verhandlung unterbrochen.

Englische Stellung zum deusschen Urteil.

Rotterdam, 28. Mai. (Eigene Drahtmeldung). Reuter verbreitet Freitag früh eine balbamtlicke Auslassung, wonach das englische Kabinett zu dem deusschen Gerichtsurteil gegen den Kriegs­schuldigen Heynen erst nach Eingang des Be richtes seines Vertreters in Leipzig Stellung neh­men könne. Sir Pollack sei wegen der Dring­lichkeit des Falles bereits vom Kabinett um telegraphischen Bericht aufgefordert worden.

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Die Anklagen au« Frankreich.

Genf, 28 Mai. (Eigene Drahtmeldung.) Dem Temps zufolge beginnen die Leipziger Pro­zesse, foweit sie von F r an kr e ich gefordert war den find, am 11 Funi.

AlchltektM'Kongreß.

Die B. D. A. Tagung bei der Arbeit.

Pi« Arbeit be« erften Tage« der Raffele« Hanpt Versammlung be« Bunde« deutscher Ar- chttekten, (B.H. A.) über deren Eröffnung scheu berichtet wurde, war Ausgaben gewld rnet, die für den Wiederaufbau unserer gesam­ten Ve.rswirtschast von großer Bedeutung find, lieber die Stellung des Architetten im össent. lichen Leben der Gegenwart, über die Bedeu­tung seiner Tätigkeit bei der Gestaltung der sicht­baren Zeugen der Volkskultur, namentlich aber über eine in ihrer Bedeutung bisher keineswegs genügend gewürdigte Mitwirkung bei den Aus» gaben des öffentlichen Bauwesens be­richtete Professor German Bestelmeyer von der Akademie der bildenden Künste in Berlin. Unter einmütiger Zustimmung der gesamten Kongreßteilnehmer stellte er die Forderung aüf, daß die PriLatarchttetten in weiterem Umfang: als bisher zu den Ausgaben herangezogen wer­den müssen die die Baubürokratte als ihre aus­schließliche Domäne bettachtet. Es ist zu hoffen, daß, wenn eintat wieder öffentliche Bauausga- ben in größerem Matze zu bewältigen sind, also in erster Linie bei Monumentalbauten, diese sich von den durchweg charatterlosen Erzeugnissen unserer Bauämter vorteilhaft unterscheiden und Gesinnung und Empfinden unserer Zeit einen sprechenderen Ausdruck geben. lieber das Ver­hältnis der öffentlichen Meinung $tn Baukunst, sprach Fritz Stahl, der bekannte Mitarbeiter des Berliner Tageblatt. Er wies in überzeugenden Ausführungen darauf hin, wie dem autzerörventlichenInteresse für die Malerei, für die von Kriegsgewinnlern mit leichter Hand Millionen ausgegeben werden, ein nur geringes Interesse und

Verständnis für die Baukunst gegenübersteht. Mit denselben Werten, die ofl für minderwertige und sogar gefälschte Bilder ausgebracht worden sind, hätten selbst in un­serer Zeit Bauten geschaffen werden können, die ihren Erbauern mehr zurEhre gereicht haben würden als Neuerwerbungen ganzer Btlder- galerien zweifelhaften Wertes. Stab! forderte eine intensive Weckung des Verständnisses für die Werte heimatlicher Baukunst in den Volksschu­len unter Zuhilfenahme geeigneten Anschau­ungsmaterials, das in Sammlungen lokalen Umfanges in anziehender Form der gesamten Bovölkerrma zugängiz werden muß. (Diese An­regung erscheint besonders für Kassel wertvoll, weil sich hier mit verhältnismäßig geringen Mitteln aus dem Archiv des Landesronservators eine volkstümliche dauernde Ausstellung wert- voller Bauwerkphotographien und -Zeichnungen schaffen läßt der eine wechselnde Ausstellung neuer Schöpfungen von Kasseler Architetten an­gegliedert werden könnte. Der Berichterstatter.) Ueber

zeitgemäße baukünstlerffche Ausbildung berichtete Architekt Stadtverordneter Voepel« Kassel. Er forderte eine grundlegende Neuge­staltung des gesamten bautechnischen und künst­lerischen Bildungswesens von der Fortbildungs- bis zur Hochschule, die den Anforderungen des praktischen Ledens in höherem Maße lüs bis­her -angepaßt wird und dem Begabten ohne Rücksicht auf seine Mittel einen seinen Fähigkeiten entsprechenden Ausstieg ermöglicht. Professor Sesselberg- Berlin stellte die Uebereinstim- mung der auch in derBaugilde-, dem D:r- bandsorgan des B. d. A bereits bekamftgegsbe» neu grundlegenden Forderungen hinsichtlich der Unterrtchtsfcrm mit den Grundsätzen fest, die von den Hochschullehrern, besonders dem Lehr­körper der Technischen Hochschule in Charlotten- durg, ausgestellt worden sind. So bestecht die Hoffnung, daß durch diese Nebereinsttmmung der Beginn der Reftrvm seitens des zuständigen Ministeriums beschleunigt wird. Die besonders gehaltvollen Vorträge fanden in der Aus­sprache lebhafte Zusiimmung und volle Aner­kennung Anbitett K r o e g e r berichtete in zwei, stündigen Ausführungen über seine Tätt^eit als Vertreterdes B. d. A

im Reichswirischastsrat, dessen Mitglied er ist und berfnreitete sich über die in diesem Parlament zur Erörterung gestell­ten Vorschläge hinsichtlich der Behebung der Wohnungsnot, die Möderung der Siedlungs- täftgkeit und die damit zusammenhängenden Gebiete. Ganz besonders wertvoll war das Korreferat des Donner Architetten Bloemers In der sehr lebhaften Aussprache wurden auch diese Vorträge gebilligt und ergänzt. Wir kom­men noch darauf zurück. Es wurde dann eine Kommission gewählt, die mit der Aufstellung bestimmter Richtlinien betraut wurde. Heute nehmen die den ganzen Tag beanspruchende? Verhandlungen ihren Fortgang, H.

Dke Femsp^chßKühken.

Einspruch des Hanfabundes.

Ter Hansa-Dund richte an feine MitgtteSckk die Aufforderung, ihre Bedenken gegen deM