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Meier Neueste Nachrichten

AeEcke Abendrettuna

. Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

11. Jahrgang.

Dienstag, 9. August 1921

Fernsprecher 961 und 952

Fernsprecher 951 und 952

Stammet 179.

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Me Redaltton etne Beranttvortung »der Bewahr in lein ent Kalle uderneh tuen. RuNzatzlung det Bezugsgelder oder Ansprüche wegen etwatgernlcht -rdnnngsmahsger Sleierung susgeschlotse».

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hoftiraße 18/3U. BeschäNStiellet «Slnische Ltratze ö. Telephon «ummer »Sl und »»z.

Die histonschen Tage von Paris.

Hierin liegt' der Knotenpunkt des Problems.

,M künftigen Ftnanzplan herangezogen toetoe« ! soll. Es standen sich zwei Ausfassungen in dteier

Tarasewitsch, dem alten Tuma-Abgrordnete« Go-

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totoin und der Tockter Tolstois, «lexandra XoL schastliche Bewegungsfreiheit erhalten wird, und M besteht. Die Delegation soll die Vertretung! daß nicht die Quellen .verstobffwer^n,die in der Hmrgernden Europa gegenüber dar-1Form neuer Kapitalsbildung dem W.r.schaft^ Hrf( fci ns-i«. fititmnnx »,,» Atffrftiihtnn leben immerfort neue Kräfte zufuhren. as Sf »S Problem ist eben so große wie schwierig, zumal I« einem Aufruf an^die Bauer» unferc gesamte Wiffschasts- und Finanzlag-

Der Änotrnpunft des Problems.

feit der Truppe»-

-Jmperium auf Zuteilung des AbstimmungSaebie- verewigen. ES ist t e s. Besonders in letzterem Punkte und bte

fenen Gebiete bereits gelieferte Saatkorn wieder­erstattet wird. DaS Ernährungskommiffariat har schon mit der Einsammlung desselben begonnen. Alles in den Landwirtschaften der Sowjets ge­erntete Korn soll ebenfalls unverzüglich W Huugergebiet zur Berfügung gestellt merbc*.

unsere gesamte Wiffsckafts- und Finanzlage mehr als kompliziert ist. Aber auf keinem an­deren Gebiete müssen wir die Reuorieniierung fo gründlich betreiben wie auf dem steuerlichen imd finanziellen. Hier müssen wir ganz neue Wege beschreiten und uns mehr noch als in anderen wirtschaftlichen und potttilcken Dingen freima­chen von Erwägungen wn» Traditionen, die un­ter gau» andere« B«hat missen für uu» «ufc

fordert die HilfSkommisfion, daß dem Staate bis »um 15. August das den Bauern der nichtbetrof-

Srankrelcho Beklemmungen.

3n Paris hat man schwere Träume.

(Eigen« Drcchtmeldung.)

Paris, 8 August.

DerTempS" weist in einem Leitartikel erneut auf den Ernst der Lage hin. Di« Völker wie di« Regierungen müssen sich davon Rechen, schäft geben, daß daS Ziel um die Zukunft de» englisch-französischen Bünd- Nisse» und des Friedens Europas g-hs Da» hindert da» Blatt aber nicht, stch auch setzt wie-, der zum Sprachrohr der Rationalisten zu ma-! chen. Wenn in Oberschlesien ein neuer Mr. gerkrieg ausbreche, so bleib« infolge deS Aus­bleibens von Verstärkungen den Verbündeten keine andere Wahl, als den Truppen den Befehl zu geben, sich zurückzuziehen, und man werde, um die Urheber der Unruhen zur Bernnnft zu brin­gen, zn alle« Mitteln greifen müssen. Gegenüber einer Erhebung oder einer deutschen Invasion in Oberschlesien können die Alliierten eine Attion gegen daS Reich in seiner Gesamtheft erwägen

Zwischen den Gtlldlen.

Augst vor bet Blamage.

1 (Privett-Telegramm.,

Pari», 8. August.

Oberschleflen ist, so schreibt ein Pariser Blatt, nicht nur eine oberschlesische Frage, sondern eine Att Prüfstein für die Weltpolitik. und wenn dieses Problem mit der Zuweisung des ganzen Oberschlesiens an Deutschland gelöst wird. 0 bedeutet daS für Frankreich eine diploma- ische Schlappe. Wen« Oberschlefien Deutsch­land zugeteitt wird, dann triumphiert die deutsche Militärpartei, (?) die diese Niederlage vollaus benutzen wird, um im Osten die Wirkung der französischen Niederlage auszunutzen. Ei« end­gültig dem Reich einverleibteS Oberschlefien wird eine BafiL gegen di« demoralifierte« Polen wer­den und Deutschland wird, dank seiner Macht, wieder die Hand aus Posen, dann aus Westpreu­ßen und schließlich Ml den ganze« Korridor legen wollen. Was Wirb Frankreich tun? Dir Alldeutschen vermuten, eS wird Echt einen eigenMchen Krieg führe«, um Polen z« unter­stützen, sonder« es werde die Ruhr besetzen und die Alldeutschen finden fich von vornherein da­mit ab und find daher nicht besonders erschreckt darüber. Die Besprechungen zwischen Lloyd Ge­orge und Briand müssen, wenn sie Früchte tragen wollen, nicht nur über einem letalen Problem ge­führt werden, so wichttg es auch sein mag, son­der« über ein ganze» Problem der allgemeinen Polittk, und eS wäre dabei durchaus nicht schwer, England nack^uweisen. daß dieses Problem für Englands Zukunft einfach gefährlich ist.

Zunächst die «renzfrase.

Paris, 8. August. (Privatielegramrm) In englischen Pariser Kreisen ist man der Ansicht, daß in der heutigen Pariser Konferenz nicht zu­erst die Frage der Truppenverstärkungen behan­delt werde. Man wolle vfelmehr zuerst über die Grenzfrage sprechen. In diesem Falle Wür­be die erste Sitzung einen rein akademischen Cba- ratter haben. Man wird stch auf Reden der De. legiertenführer beschränken, deren Standpunkt bereits bekannt ist. Die Truppender st Lr. kungsfrage würde kaum vor Dienstag zur endgültige« Besprechung gestellt werden.

Wie IiaNen denkt.

Deutschlandsteundliche Stimmung?

(Eigen« Drahtmekdung.)

Rom, 8. August.

Auch die VomttaMlätter behandeln bte ober- schlesische Frage in deutsch-freundlichem Sinne. Die geschichtliche, politische, geographische und wirtschaftliche Einheit Oberschlesiens stehe außer Frage. Insbesondere sei die I n d u° strie eine rein deutsche Organisation, die die Polen selbst mtt stanzösischer Hilst nicht fortführen könnten und deren Ruin für ganz Europa verhängnisvoll werden kömtte. Eine Zei­tung hebt Italiens Interesse hervor, feine land- wirtschaftlichen Produkte und Auswanderer nach Oberschlesien senden zu können, sowie ein Schwerindustrie-Monopol zu verhindern. In be­zug auf die Sanktionen warnt man die En­ten«. durch fortgesetzte Ueberspannung deS Bo- genS das Kabinett Wirth und die Fortdauer de» deutschen Entgegenftmunens zu gefährden.

Auf der englischen Linie.

Zürich, 8. August. (Privattelegramm.) Der Tagesanzeiger meldet: Don den italienischen Blätterst murren über Oberschlefien interessiert die offizielle Lribuna, in der eS heißt, daß Jtasten sich mit Entschiedetthett aus der englischen Linie bewegen muffe.

Russische Dämmerung.

Vergrößerung der Gefahren.

(Eigene Drahtmeldung.)

Helstugfor», 8. August.

Wenn die Tendenz besteht, die meisten Rach- richten über Rußland zu übertreiben, so steht «S doch außer allem Zweifel, datz die Sttmttion sehr ernst ist und daß bte Gefahr sich von Stunde zu Stande vergrößert. Die Sowjet« regierung sendet eine Delegation nach Stock­holm. die aus den Professoren Rrckopowitfch und

fordern. ,, .

Die Alliierten befinden sich hierbei in einer Zwickmühle. Den Türcken haben sie die Re- Vision deS Sevresdittais feierlich zugefagt, die Griechen verlangen wiederum eine zu ihren Gun­sten, und beide Parteien wollen ihre Forderun­gen mit Waffengewalt durchsetzen. Das ist vor allem für die Hauptmacht im Orient, für Eng­land, sehr peinlich Zwar wurden die griechi­schen Erfolge in Downing-Stteet zuerst mit Be­friedigung aufgenommen: denn man glaub« da- durch die Bedrohung durch die islamitische Be­wegung loszuwerdär. Jetzt liegen aber bte Dinge so, daß man erstens die gri«chrsche Begehrlichkeit unangenehm empfindet, und daß man zweitens die durch die KemalisteM drohende Gefahr nicht mehr als fo bedenklw ansieht, da ja der Rückhalt an Sowjetrust- land sortgefallen ist, wo die Hungersnot dem bMhswistischen Regime ein Ende zu bereiten scheint. Unter biefen Umständen siebt man in England eine Fortsetzung dos Orientkrieges durchaus nicht als erwünscht an, schon um nicht die Beunruhigung der Mohammeda­ner, die für das britische Imperium aus alle Mlle bedrohlich ist, zu I ' "

deshalb anzunehmen, daß man auf der Ta­gung de» Oberste« Rate» verurcherr Wick»

«in Appell an Lloyd George.

Paris, 8. August. (Eigene Drahtmcldimg s Der Standpunkt des englischen Ministerpräsiden­ten in der Frage der Teilung OberschlesienS hat, wie der .Matm" schreibt, eine viel größere Be­deutung, alS das Schicksal vem einigen Hundert­tausend Deutschen oder Polen. Dieser Stand­punkt wird einen Maßstab bilden für d« Beur­teilung der Frage, ob Lloyd Georges Pvtttik daraus ausgeht, die Größe Frankreichs zu Würdigen, oder ob er die Entwick­lung Frankreich» verhindern will.

Am großen Meilenstein.

Ein ungetreuer Liebhaber T (Privattelegramm >

Paris, 8. Angufi-

Dte Pariser Blätter setzen ihre Angriffe gegen Lord Curzon fett Do erklärt der N8Ratin", datz eS gegenwärtig keinen Gegenstand der Polittk gebe, worin Frankreich mit England Lberein- ftimme. Es gebe nur zweierlei: Sich verstän- digen oder breche«. Sich verständige« heißt: nicht weichen. Jeden Augenblick müsse der eng- lische Ministerpräsident wissen, daß es sür bte französische Versöhnlichkeit Grenzen gebe mtb daß Frankreich nicht verloren fei, wenn EnKand ttm feine Unterstützung entziehe. Brutale Offenheit ohne Ernschränkmrg fei bte beste Methode, aber sie schließe nicht ben Wunsch aus. zu einem Ein­vernehmen zn gelangen. Den franzöfischen Zei­tungen macht es Kopfschmerze«. daß Pillen über Oberschlefien genau fo berät, wie Briand. Die Lage fei unzünftiger als im Mai, «Wer bte Wich­tigkeit bet Entscheidung mache e» Briand znr Pflicht, zu bleiben. Wem» das Kabinett Srianb eine bestimmte Sidjtuna nicht streng inneMt- fo fetze es stch der Gefahr aus, wegen der »bei- st^efische« Grenze gestürzt zn werden.

PariS, 8. August. (Eigene DrcchtmeldunL) Der ftanzösisihe und der englifche Siandpuntt stehen fich fehl scharf gegenüber, und -war so­wohl in der Zwecktimtzigkeft * - - ? f ** -

Verstärkungen, als auch in der Frage der

Ein ©tnierbufett

Die Berliner Beratungen. Don ixnlamentaimK Seite g«yt um Me nnchfolgenve Detrachtnng tttx* di I» ertoarienben zahlreich«« Steuern z«

Die Steuerberatungen im Reichstage haben in den letzten Tagen eine wesentliche Förderung erfahren. Die großen Grundlinien des künftige, Steuerprogramms firtb ja in der Rede he» Reichskanzlers, die er noch kurz vor der Per« iagung des Reichstages schatten hat, in töten wesentlichen Umrissen aufgezeigt worden. Wenn auch über bestimmte Steuerarten von vornherein keine erheblichen oder überhaupt feine Mei­nungsverschiedenheiten bestanden haben (da» gilt namenflich hinsichtlich der Steuern auf Wöo« ibol und Getränke, aber auch bezüglich der Um­satzsteuer und dergleichen), fo ergaben sich doch grundsätzliche Differenzen hinsichtlich der Ent« i fcheidung der Kernfrage: Wie. in welchen Fo« men und in welchem Ausmaße auch der Besitz

ider der Ansicht, daß das oberschlesisch: ein Ganzes Meute, m» man nicht «lei»

Bekanntlich wird nirgends so gelogen, toteji erstens im Kriege und Mertens im Orient. Wir 1 muß da erst bei einem Orientkrieg gelogen wer- l i?en Und so stellt sich denn allgemach heraus, ' daß bei den Siegesmeldungen, die von grie- Wischer Seite über die Erfolge gegen die Ke. malisten verbreitet wurden, zumindest funritff Prozent, vielleicht aber auch noch weit mehr, übertrieben sind. Wenn os wahr gewesen wäre, was die Athener Regierung triumphierend ge- meldet hat, daß die Armee Kemals vernichtet und der türkisch« Widerstand vollständig ge­brochen sei, dann wäre es nicht zu verstehen, weschalb jetzt, wie aus Athen gemeldet wird, be­schlossen wurde, .die militärische Attion mit gro­ßem Nachdruck gegen Angora ivttzusetzeu". Und wenn weiter von griechischer Serte die Rottven- diükeii eines Wnrterfeldzuges betont wird, so geht daraus deutlich hervor daß man ben Ke­rn allsten noch eine recht erhebliche Widerstands­kraft zuttaut. Auf der anderen Seite ist es na- Erlich dieselbe Renommisterei, wenn aus Angora versrckett wird, ^daß man sich wegen ernrger stra- tcgischer ^eMMnmckstw ^rmruhmen braucht. Der Feirw wird demnächst vernichtet werden" . ,

DaS sind die Üblichen Radomrmtaden, wie fie für die lebhafte Phantasie der Orientalen schon KckS ErmuttMng und Anspornung notwendig

Dem Krnchen Zweck dient es, wenn von griechischer Seite Nachrichten verbreitet werden, wonach Kemal Pascha von seinen Anhansern mt Sttch gelassen werde und dieser bei den Alliier­ten um eine BermittlungSattiorr ersucht habe. Beide Meldungen sins unterdessen hementrert worden, und das Kriegsspiel im Oriew wird zu­nächst seinen Fortgang nedmew Die Türke n die den Griechen an Truppenzahl wie <m Aus­rüstung unterlegen sind, dürften suh zunächst die D e f e n s i v e beschränken, und es muß auch mit der Möglichkeit einer Fortsetzmrg der Mch zugSsttategie gerechnet werden. Vielleicht verfolgt Kttnal den Plan, den Feind möglichst wert wrt von ihrem Veksorgungs- urw Nachschubzentrum zu locken, um ihm dann daS Schicksal zu bereiten, das der große Napoleon einst in Rußland er­fuhr. aber es ist freilich fraglich ob die Griechen wirklich die kühnen Offensivplane verfolgen, welche die Athener Presse so groUprechrrsch an-

kündigt. . _

Jedenfalls ist der Kampf um den Ver­trag vo« Sevre» durch die Waffenerfolge der Griechen in ein neues Sradtum gerückt. Dtr Alliierten hatten unter Führung England» durch diesen Vertrag das türkische Staatswesen kurzer- Hand zerstückelt. Für Mesopotamien und Ara- bien wurde eineAutonomie" geschaffen, die in Wahrheit ein britisches Protektorat bedeutet; bei Palästma geschah dasselbe mit einer kleinen Nuance- Syrien wurde den Franzosen vermacht, bte es freilich bisher nicht zu .durchbringen" vermochten, und den Griechenfchontte" man den Küstenstrich von Smyrna und Ost-Thrazien, wah. rend Konstantinopel. daS feiner dem anderen gönnte, .internationalisiert" wurde. Ader man hatte die Rechnung ohne die WiderstandSkrast des Muhammedauismus gemacht. Die von Ke­mal Pascha von Angora aus organisierte iSmalitisch - nationale Bewegung, die für die Griechen schwere Schlappen im Ge- folge hatte, zwang England und Frankreich zur Revision des Vertrages von Sevres, was wieder zur Folge hatte, daß die von den Alliierten ge- fchürie griechische Begehrlichkeit sich regte. Und diesmal^ in dem neuen Feldzuge, haben wenig- ftens bisher die Griechen gesiegt. Nach ihrer Met- nung so gründlich gesiegt, datz sie sich schon nicht mehr mit dem Vertrag« von Sevres begnügen wollen, sondern eine Revision zu ihrm Gunsten

Frage gegenüber: EiTtmal hie des Reichswtrt- icbaftsminifterimns. welche eine Beteiligung de» Reiches an realen Werten, den Gold- »bet Sachwerten, etwa in der Form der Auslage einer zwanzigprozentigen Hypothek vo-rsah, wäh­rend demgegenüber das ReichsfinonNMinisterrnm in erster Linie das RLicksnotopfer tu Wahrheit zu dem machen wdltte, was sein Nam« besagt^ Die letztere Auffassung scheint Mrs erste die Oberband im Reichskabineti gewonnen zu haben, mtd man mutz daher mit einer Neugestal­tung des Reichsnotopsers rechnen, die vielfach, als eine .Veredelung" dieses Reichsuotopfe« Gesetzes bezeichnet wird. Im Wesen käme diese NeuMtaltung darauf hinaus, datz etne laufend« Vermögenssteuer cingeführt wird, bei welcher aber nicht der auf einem bestimmten Stichtag e« rechnete Vermögensstand maßgebend wäre, fon« bent bei welcher dasjeweikige Vermögen er­faßt würde Diese Aenderung würde eine Perio­dische Neuveranlagung und Neueinfchätzung he» Vermögens, sowie eine jeweils sick ändernd» Veranlagung der Steuerpfiich-tigen bedingen.

Ob die damit zusammenhängenden gewalti­gen steuertechnischen Arbeiten Äweckmätzig durch. geführt werden können, wird Äelfach bezweifelt. Andererseits wird aber in den wertesten bCstt- fchen und parlamentarischen sdreisen zugegeben, datz das Renhsnotopfer in seiner ursprünglichen Gestalt und vor allem abgestimmt auf den 31. Dezember 1919 als Stichtag seinen Sinn und Zweck vollkommen eingebützt hat, und daß e» notwendig ist, eine anderweitige steuerltehe Er­fassung des Vermögens vorzunehmen. Bedingt wird diese Forderung allem voran durch bte fett jenem Stichtage eingetretene Verschlechterung de» Kursstandes der Reichsmark, die das Reich um den ganzen finanziellen Effeff des Reichsnot­opfers gebradjf hat. Schwierig find die Dinge aber auch heute noch, weil eine Stabilisierung der Mark immer noch nicht abMsehen ist, unb weil, solange wir die riesigen ReparationsverpflichMn- gen cm die Entente zu leisten Haben, eine solche Festigung des Kursstandes de» deutschen Geldes nicht zu erwarten ist. Für das Finanzministerium ist es klar, daß mit dieser einen steuerfichen Maßnahme, der fogenannten .Deredelrmg" de» Reicksnotopfers, es nicht getan sei« kann, und daß der Besitz auch noch auf andere Werse steuer­lich herangeholt werden muß. Auch das Finanz* ininisterium will an die Sachwerte, die durch hie Geldentwertung her letzten Jahre umberühtt ge« blieben sind, Herangehen, nur hat man für die o.-zu nötige Erfassung die zweckmäßige Fvrm noch nicht gefunden. Die hypothekarrsch« Be­lastung dieser Werte zugunsten des ReicheS er* scheint auch uns als «in überaus gefährliches R« zepk. DaS deutsche Wirtschaftsleben wird Kn;« tiachin von alten und neuen Steuern förmlich be« lageff sein, es wird keine wiffschaftliche, ja kaum mehr eine versöhnliche ReMng und Handlung geben, die nicht von irgend einer St wer auf Schritt und Tritt bedroht wild. Da heißt 08 bei allem Bestreben, dem Reiche hie nötigen Mittel -u verschaffen, die dazu dienen müssen, um un» von der Schuldknechtfchast freizumachen, scharf aulvassen, daß unsere Wirtschaftskraft mcht er­lahmt und erstarff.

Bei allem, wo» finanzpolitisch und steuertech. nffch jetzt unternommen wird, mutz unter alle« Umständen darauf geachtet werden, daß die tot«-

3n Ber Zwickmühle isrs« Sranm &&£&&&&£&

<wll Uli gesichts her scharfen Gegensätze unb mit Rücksicht

Otierntttieg unb Srientproblem. darauf, daß hie Autofftüt her Alliieffen schon infolge her im eigenen Lager herrschenden Un- cimgtert sehr gesunken ist. Für Deutschland ha­ben die Bemühungen, dies Problem zu losen, chon deshalb prattifche Bedeutung, weil ja rnmer wieder her Versuch gemacht wird, Ob er - chlesten als KompensttionSobiett bei den brftisch-ftanzösischen Orientdyserenzen zu benut­zen ... aus Kosten Deutschland s! Dr.P.