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Nummer 227

Dienstag, 4. Oktober 1921

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952

Sie Regierungsumbildung ist gefährdet

tim das preußische Kabinett.

Berlin, 3. Oktober. (Privattelegramm.) Ministerpräsident Ltegerwald, der dir Fraktions- führcr von der Deutschen Bolkspartei bis zur Mehrheitssozialdemokratie an einen BeratungS- tisch gebracht hatte, hat von ihnen die gewünsch­ten Aufzeichnungen ihrer Forderungen er­halten. Heute nachmittag wird Stegerwald er. neut «kit den Führern der vier Fraktionen be­raten. GtB wird sich dann wohl übersehen las- feit, ob die Möglichkeit einer Erweiterung der Regierungsbafis tatsächlich noch besteht.

Deutsche Dolküpanel und Sozialisten.

Berlin, 3. Oktober. (Privattekegranmi.)- Gestern verlautete in politischen Kreisen, daß die Mitglieder der ReichstagÄfraktion der Deutschen Bolkspartei an einer Neubildung des Reichö- kabinettS nur Mitwirken könnten, ohne eine Borherrschaft der MehrheitSsozialdemokra- ten in dem neuen Kabinett zuzugestehen. Für heute ist eine FraktionSsitzung der Mehrheits- sozialdcMokraten einberufen. An ihr soll es zu einer Formulierung der Bestimmungen kommen, unter denen der Eintritt der Unabhängigen in die Regierungskoalition erwartet wird.

gitfertlonspretfex a> titnSetmtfdje Auftrage: Dte -inw-lttge «niNzm-geN« 1H. 1.60, Die etnfpalttge Mettamegette SR. 8.50. b> Auswärtige Austräger Tie etn'oaltlge Anzeigen,eile 9». L60, Me etnfputttge Reklamezetl« $1 4., ade* «InfitieHtit Denerungszulchlag und Anzeigenfteurr. Für Anzeigen mit besonders schwierigem Sa» hundert Prozent Aufschlag Für die Nichtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegevenen Anzeigen, sowie für Ausnahme- baten und Platze tarnt eine Gewähr nicht übernommen werden. Druckerei- Schlacht- hofstrabe 28/30. iSeschästtsiell,! Nölnische Strafte 6. Telephon Nummer (öl und 9S3

neuen Schritt Sei der ReichSregierung baldige Durchführung seiner letzten Beanstandun­gen gegen die militärische Organisation der deutschen Schutzpolizei in Erinnerung gebracht. Die Reichsregierung hat die Abfichl, sich dirett an den Botsckmfterrot zu wenden, um die Anordnungen des Generals Rollet, die für die deuttche Regierung unannehmbar seien, rüllgängig machen zu laste«.

lPrivat-Lekegrau'M.)

Berlin, 3. Oktober.

Die Vertreter des erwerbstätigen

Segen die GcdutzpoNzek.

Berlin, 3. Oktober. (Privattelegramm.) Der französische General Rollet hat in einem

Eßn Zeichen der Not.

Hilferuf des Münchener Stadtrats.

(Privat-Tclegramm.)

München, 3. Oktober.

Der Münchener Stadtrat erläßt einen Auf­ruf, in dem es heißt:Die zunehmende

Unter der fremden Aufsicht.

Sicherung für weitere Liefernngeu.

(Privat-Tclegrmmn.) -

Berlin, 3. Oktober.

DaS alliierte Garantie-Komitee des Wieder- anfbau-Ausschuffes hat in seiner Sonnabend­sitzung mtt der Reichsregierung festgeftellt. daß die Sachleistungen Deutschlands bis Ende August erfüllt sind, daß aber hinbliülich der weiteren SaMeistungen Sicherungen nachzuweisen find. Heber die Form dieser Siche, rangen soll in den Sitzungen der kommenden Woche beraten werden. Die Forderung nach Uebersührung deS Goldschatzes der Reichsregie- rung in das besetzte Gebiet ist in den bis­herigen Beratungen nicht gestellt worden.

RegSemngs-Llmbrlösmg.

Die Koalition ist gefährdet.

(Privat-Tclegramm.)

Berlin, 3. Oktober.

Heute mittag finden wieder Besprechungen zwisckien dem Reichskanzler und d«r Parteifüh­rern statt, wobei die Möglichkeiten einer Koa­litionserweiterung nach rechts oder links erörtert werden. Alle führenden Parla­mentarier werden der Versammlung beiwohnen. Ob es dabei zu einem Beschluß kommen wird, erscheint fraglich. Durch die Anfrage der M e h r- heitssozialisten bei den Unabhängi­ge u, ob diese in die Regierung mit eintreten wollten, ist die Angelegenheit seit Sonnabend be­denklich verzögert worden. Die gestrige Abeud- sitzung der Deutschen Bolkspartei hat bei schärfster Zurückweisung der Rede Scheide­manns völliges Abwarten beschlossen. Dabei wurde hervorgehoben, daß die Reden Scheidc- manns und deS Reichskanzlers Wirth einen schlechten Eindruck gemacht hätten und es wurde auch von der U n gl j chke it für die Deutsche Bolkspartei gesprochen, in eine Regierungsbil­dung mit den Sozialdemokraten jetzt einzutreten.

Bedrängnis im Gaargebiet.

Sie LsstrennungsarSeit der Franzosen.

(Vrivat-Trlegrarmn.)

. Frankfurt a. M., 3. Oktober.

Eine Abordnung des Saargebietes ist nach Genf gereist mit dem Auftrag, die Aufmerksam­keit des Völkerbundes auf die Gefahr zu len­ken, die der gesamten Wirtschaft des Saarge- bieteS droht durch die von der französischen RegierungSkommission programmgemäß erfolgte Verdrängung der deutschen Wäh­rung. Die von der Abordnung verfaßte Denk­schrift führt den Beweis, daß Frankreich nicht in der Lage sei, die Industrie-Erzeugnisse der Saar aufzunehmen, daß aber andererseits durch die Einführung der Franken-Währung die wirt­schaftliche Lostrennung von Deutschland mw damit die Zerstörung des Saargebiets unvermeidlich wär«.

Protest gegen öle Steuern

Kundgebung des Mittelstandes.

Reue Forderungen in Berlin.

Berlin, 3. Oktober. (Privat - Telegramm.) Me wir erfahren^ haben gestern in den Ber­liner Eisenbahn-Werkstätten Be- ttiebSräte-Versrmrmlungen stattgeftmden. Dir neuen Teuerungszulagen wurden allgemein als imgenügend bezeichnet. Mit neuen Forderun­gen sollen sich Versammlungen befassen, die fiir kommenden Sonntag im Eiscnbahndireftions- bezirk Berlin einberufen wurde«.

DU «afielet Neueste»Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal an» zwar abends. Der ÄboimementSpretS betrügt monatlich 6.60 Mart bei freier Aufteilung in« Hau«. Aus­wärts durch dte Poft bezogen 6.50 Mart monatlich einfchllebN» Zustellung. Bestellungen werden jeder,!» von der «efchästsstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei, «erlag und Redattio»-. EchlachthoHlratze 28/30, tzür unverlangt eingesandte Beiträge lann dte Redattton eine Verantwortung oder «ewähr in feinem Falle Übernehmen. Rückzahlung des BezugSgeldeS oderAnsprstche wegen eiwaigernicht ordnungsmäßiger Lieferung auSgeschloften.

zunq des Anschlusses zu staffeln, ein System nun grundsätzlich und zwangsweise durchgesulhrt. das vor etwa zwanzig Jahren einaeführr wurde: die Zählapparate. Fm letzten Jahre war schon fast die Hälfte aller Teilnehmer Grundgc- bührenzohler, so daß die Neuerung den Fern­sprechbetrieb nicht vo, ungewohnte Aufgaben stellt.

Die Zählung der Gespräche

erfolgt bei dem AM erst, wenn von beiden Teilnehmern das Schlußzeichen kommt, also nach beendetem Gespräch; nicht gezählt werden Ver­bindungen. die nicht zustande kommen (besetzt, keine Antwort, Sperre, Störung), Anmedlungen von Ferngesprächen und Gespräche mit Stö- rungs, Auskuirsts-, Beschwerde- oder Aussicht?, stellen. Nachtgespräche werden (in Netzen mit über tausend Anschlüssen) wie Tagesgesprä­che, also M't 25 Pfennig, berechnet. Neben den laufenden Gebühren lvird wie bisher, bei An­lage eines neuen Anschlusses der einmalige Fernsprechbeitrag von 1000 Mark für einen Haupt- und 200 Mark für jeden Nebenanschluß erheben: die Einricktringsgebühr ist auf 200 Mark für den Hauptanschluß und 100 Mark für den Nebenanschluß (wenn er sich in dem gleichen Gebäude befindet, sonst 300 Mark) erhöht worden; Anmeldungen von Anschlüssen, die mit Vorrang 'außer der Reihe bearbeitet werden sollen, kosten einen Beschleunigungsauf­schlag von 150 Mark. Die Gebühr für die Ver­legung von Fernsprechern ist der für die Neu­einrichtung gleichgestellt worden. Eine Erleich­terung dürfte die setzt allgemeine Zulassung von

Wandertelephonen"

bat Reffen: Haupt- und Nebenanschlüsse werden tetzt auch so eingerichtet, daß einer oder meh-

Der varteßstreit in Bayern.

München, 3. Oktober. (Privat-Telegramm.) Die sozialistische Landtagsfraktion hat deschlos- en, in der Opposition gegen ein bürgerliches Kabinett in Bayern zu beharren.

Der Rhein als Vfand.

Die Franzosen wollen bleiben.

Neuerdings hat man überraschenderweise er­fahren, daß Frankreich, vertteten durch Mille- rand, Poinears und Genossen, auf dem Stand- funft stehe, daß die für die Besetzung deui- ch'e'n Gebietes in dem Versailler Vertrag festgesetzten Fristen von fünf, zehn und fünf­zehn Jahren noch nicht zu laufen begonnen bat­ten. In einem vor wenigen Tilgen im .Matin" erschienenen Artikel ist Herr Poincarö nod> weiter gegangen. Nicht mehr und nicht weniger hat der Erzchauvinist verlangt, als daß Frankreich aus der Abrüstnngskonsetenz formell das Recht zu- gestanden werde, bis zur Bezahlung der Schulden durch Deutschland am R h e i n zu blei­ben. Frankreich müsse Pfänder in der Hand behalten, bis das deutsche Volk die Milliarden- forderungen der Ontcnte mit Heller und Pfen­nig bezahlt habe. PoincarS weiß nur zu gut, daß er sich mit der von ihm erhobenen Forde­rung in glatten Widerspruch zu den Bestimmun­gen des Versailler Vertrages gesetzt hat. Aber er scheint von dem Grundsätze auszugehen, daß, wer nicht wagt, nicht gewinnt. Die Chauvi­nisten Frankreichs haben es sich nun einmal zum Ziel gesetzt, auf irgend einem Wege die Be­setzung deutschen Gebietes zu verewigen, und ihre Truppen aus dem Rheinland erst dann >,u- rückzuziehen, wenn es französisch geworden ist.

Es soll der französischen Regierung nicht ohne weiteres unterstellt werden, daß sie sich mit der von Poincars so freimütig erklärten Politik deS Rbcinlaudpsandes bis zur restlosen Erfül­lung der Reparationen eiuverstanden erklärt. Mer anderseits steht doch fest, daß die franzö­sische Regierung den Standpunkt nodi keines­wegs aufgegeben hat, daß die im Friedenstier­trag für die Besetzung des Rheinlandes festge­setzten Fristen noch nicht zu laufen be­gonnen haben. Frankreich hat diesen seine i Standpunkt immer damit begründet, daß Deutsch­land den Versailler Friedensvertrag nicht er­fülle und daher auch keinen Anspruch auf den Beginn des Laufes der Fristen erheben können. Nun wird selbst in Paris kein Mensch mehr be­haupten können, daß Deutschland seit der An­nahme des llltimatums im Mai dieses Jahres seinen Verpflichtungen nicht gerecht geworden sei. Aber auch vorher htt seit dem Inkrafttreten des FrtedensvertrageS die deutsche Regierung die Bedingungen des Vertrages erfüllt, so­weit sie nicht gerade von der Entente selbst durch unvernünftige Maßnahmen daran gehindert wurde. Lloyd George war ehrlich genug, zu wiederholten Malen zu erklären, daß deutscher­seits alles zur Erfüllung der Reparationen Mögliche getan worden fei. Will Paris trotz­dem auf seinem Standpunkt beharren und soll Deutschland sich stillschweigend damit ahsinden?

. tete Sprechapparate an Anschlußdosen ange- schlossen werden können, sodaß zum Beispiel Nebenanschlüsse vielfach gespart werden können, da man den Fernsprecher etwa nach Büroschluß in die Wohnung mi.'nehmen und dort an die Lei­tung anschkießcn kann. Jede Anschlußdose kostet jährlich 12 Mark, jede dazu gehörige Leitung bis 100 Meter Länge 36 Mark im Jahr, unh jeder tragbare Apporat außer dem eigentlichen An- chlußapparat b4 Mark. Befindet sich ein An­schluß durch Verschulden der Post länger als 14 Tage außer Betrieb, so werden die Grundge­bühren für diese Zeit ersetzt . Um die Besetzt, f ü l l e, die eine starke Belastung des ganzen Be­triebes und damit eine Hemmung für den allge­meinen Fernsprechverkehr bilden, auf ein Min­destmaß zu beschränken, werden in Zukunft Orts­gespräche von länger als fünfzehn Minuten Dauer vom Amt getrennt, wenn ein dringender Bedarf für diese Leitung vorliegt; außerdem wird Anschlüssen, die stets besetzt sind, zunächst nahegelegt, einen zweiten Anschluß einzurichten; sichren gütliche Verhandlungen zu keinem Er­gebnis, dann wird der Anschluß einer außeror­dentlichen Prüfung unterzogen; ergeben sich für sechs aufeinanderfolgende Werktage durchschnitt­lich mehr als sieben Lesetztsälle. dann gift der Anschluß alsüberlastet'', u. her Teilnehmer ist verpflichtet, die Zahl feiner Anschlüsse zu er­höhen.

Die Zahl 8er Nebenanschlüsse, die bisher auf fünf beschränkt war. ist in Zukunft unbegrenzt; jedoch schließt die eben erwähnte Klausel derUciberlastung" einen Mißbrauch und eine Schädigung von Neben-Teilnehmern mit ziemlicher Sicherheit aus. Weiter gestattet die neue Fernfprechordnung di« gemeinsame Be. nutznng eines Anschlusses durch mehrere Per­sonen und sieht vor, Hauptanschlüssen, die sich in allgemein zugänglichen Geschätsrmtmen von Privaten befinden ^Wirtshäusern, Kaffees, Ge­schäften), die Eigenschaft öffentlicher Sprechstel­en imter gewissen Bedingungen beizulegen; für solche AnMüsse wird keine EinrichtungS« uny Grundgebühr und kein Fernsprechbeittag erho­ben. Dasselbe gilt für die neueingeführten ge­meindlichen Sprecksstenen, die auf Antrag in Räu­men der Gemeinde eingerichtet werden. Auwmatrngespräche

kosten jetzt 50 Pfennig; da noch immer mtt dem Kbeingeldmangel zu rechnen ist und fünf Zehn- Pfennigstücke schwer aufzutreiben fein werden.

Teuerung hat die wirtschaftliche Lage der Schwerkriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebene», Witwen und Waisen, Invaliden und Kleinrent­ner usw. bis zur äußersten Not verschärft. Viele Tausende von Familienvätern, Müttern und Kindern sind nickst mehr imstande, ihren Hunger auch nur mit Brot und Kartoffeln zu stillen. Seit langer Zeit entbehren sie schon die notwendige Wäsche und Kleidung. EL ist nicht möglich, auch nur im bescheidensten Maße für den kommenden Winter für Brennstoffe zu for. gen. Die Notlage muß verzweifelte Verhältnisse schaffen, wenn ihr nicht entschieden gesteuert wild. Die öffentliche Fürsorge allein kann nicht mehr genügen, um dem Elend abzuhelfen. Wir -ufeii deshalb die Münchener Geschäftswelt auf zur Tat und bitten die Jnd^trie, sowie Handes, Handwerk und Gewerbe, sich freiwillig zu ver­pflichten, durch ihr« Korporationen dem Wohl­fahrtsamt der Stadt München angemessene Bej- t r S g e zur Verfügung zu stellen.«

1935 hinaus sich noch sortsetzen soll oder nicht. Schließlich ist man in Deutschland auch nicht ge­willt, dte Besatzungskosten, die in den beiden ersten Jahren dte Riefensumme von fast fünfzehn Milliarden verschlungen haben, auch nur eilten Tag länger zu tragen, als wir uns in Versailles verpflichtet haben. Die deutsche Regierung ist sicher nicht bereit, das Rheinland entgegen den Bestimmungen des Vertrages und trotz aller Erfüllung als Pfand in den Händen der Franzosen und ihrer Politik zu lassen. Das deutsche Volk bringt schon deshalch die gewal- tigen Opfer, um das Rheinland von seinen Be­drückern zu befreien. Darum ist eS die Pflicht der Regierung, von der Entente eine unzwei» deutige Erklärung zu verlangen, die endlich Klarheit schasst. -cc>-

Der Versailler Friedensvertrag ist bekanntlich am 10. Januar 1920 in Kraft getreten. Von diesem Zeitpunkt an hat auch der Sauf der Befetzungsfristen begonnen. Denn Artikel 428 bestimmt, daß zur Sicherung der Ausfüh­rung des Vertrages die deutschen Gebiete west­lich des Rheins nebst den Brückenköpfen wäh­rend einer Zeit von fünfzehn Jahren, vom In­krafttreten des Vertrages an gerechnet, durch die alliierten Truppen besetzt ^hallen werden. Und weiter ist fit den Artikeln 429/30 bestimmt: »Werden die Bedingungen des Vertrages von feiten Deutschlands pünktlich erfüllt, so wird die in Arttkel 423 vorgesehene Besetzung folgender­maßen eingeschränkt: Nach Ablauf von fünf Jahren werden geräumt der Brücken­kopf von Köln irsw., nach Ablauf von zehn Jahren der Brückenkopf von Koblenz uflv., nach Ablauf von fünfzehn Jahren der Brückenkopf von Mainz und von Kehl, sowie das ganze übrige besetzte deutsche Gebiet. Falls währen» der Besetzung oder nach Ablauf der eben ge­kannten fünfzehn Jahre die Kommission fui Wiedergutmachungen erachten sollte, daß Deutsch- lc»ch die aus dem Vertrage sich ergebenden Ver­pflichtungen nicht vöWg oder gar nicht eingehal- ten hat, würden die genannten Zonen sofort wie­der durch alliierte Streitkräfte besetzt werden." Der klare Wortlaut des Friedensvertrages er­gibt, daß von einer Verzögerung im Beginn des Sauses der Fristen überhaupt keine Rode sein kann, sondern daß die Entente erst nach Räumung der einzelnen Zonen zu einer Wieder- bchetzung schreiten könnte, falls DeuffMand feine Verpflichtungen nicht erfüllte. Demnach haben 'die Rheinlande bereits zwanzig Monate feindlicher BesetzuirgSdaiwr hinter fich, und der Brückenkopf von Köln müßte aks erster am la Januar 1925 geräumt werden.

In Paris dagegen steht man auf dem Stand­punkte, daß, wenn überhaupt, der Lauf der Be- setzungSstiften frühestens am Tage der Annahme des Ultimatums begonnen habe. Dieser Zustand der Ungewiß heil ist auf die Dauer uner­träglich. DaS ganze deutsche Volk, vor allem öfter Me Bewohner der besetzten Gebiete, haben ein Recht daraus zu wissen, ob die Fremdherrschaft, «ater der sie heute schmachten, über baS Jahr

Fernsprechgebühren.

i Die Berechnung vom 1. Oktober ab.

, Dis neue Feenspeechorduung, Me am 1. Sltobee

in Straft getreten ist, wird vom Publikum noch nicht aligemein in ihrer Wirkung erkannt. Wir geben daher die neuen Bestimmungen, Me eine ftarkeBerteuernng bedeutet,nach stehend wieder: Es kosten jetzt ein Hauptanschluß jähr­lich 760 Mark Grundgebühr, ein Nebenan- sch l u ß - Sprechapparat 84 Mark, je 100 Meter Dopvelleitnng 36 Stark, Anschluß an Haup ap- parat 42 Mark, insgesamt mindestens 162 Mark. Bei Uebcrlassmig des Nebenanschlusses an Drit­te eine jährliche Gebühr von 40 Mark, also min­destens 202 Mark; jedes Ortsgespräch 25 Pfennig. Die Postverwaltung hat, um die Gesamtgebühren gerechterweise nach der Benut-

Mittelstaudes versammelten sich am Sonn­tag vormittag im Wintergarten zu einer Pro. testkundgebung gegen die drückende Steuerlast. Abgeordneter Professor Dr. Bredt unterzog die Steuerprojeve des Reiches und der Gemeinden einer scharfen Kritik. Ab­geordneter Drewitz forberte Steuererleichterun­gen für den Mittelstand und eine Reform der Umfatzsteuer. In einer Entschließung protestierte die Versammlung gegen die Erhöhung der Eisenbahn-, Post, und Telegraphen- Gebühren, sowie gegen die Umsatzsteuer, deren Umgestaltung im Interesse des Kleinhan­dels uud des Kleingewerbes verlangt wurde. Eine Abordnung soll dem Reichskanzler die Wünsche des Mittelstandes unterbreite«.

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