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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 232. Fernsprecher 951 und 952 Sonntag, 9. Oktober 1921 Fernsprecher 951 und 952 . 11. Jahrgang.
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Lim die militärischen Sanktionen.
Dechandlungen.
Wirtschaftliche und politische «ompromiffe.
Welches von den gegeMvärtig auf der Tagesordnung stehenden großen Problemen die höchste Bedeutung für Deutschland hat — ob es die Wiesbadener Abmachungen sind oder die Ent- fdjeibung über Oberschlesien, die Markentwer- tung oder die Fragen der Regierungsumbildungen — ist schwer zu sagen. Höchst wichtig sind sie alle, und wir können nur wünschen, daß sic in möglichst vorteilhafter Weise für Deutschland erledigt werden mögen. Soeben ist das Abkommen zwischen den Ausbauministeru Rathe- nau und Loucheur in Wiesbaden abgeschlossen worden. In der Presse, namentlich in den französischen Zeitungen, wurde viel darüber geschrieben und doch hatte man so wenig darüber »fahren, weil sich die Regierungen in Schwei- K' löten. Der deutschen Regierung schien be- s dar«! gelegen z« sein, die Oeffenilich- Jert mit dieser Angelegenheit zu verschonen, derln k>as, waS man darüber erfuhr, hatte man auf dem Wege über das Ausland vernommen. Warum so geheimnisvoll? Infolge der unzulänglichen Mit. icilungen sind in der letzten Zeit widersprechende Nachrichten verbreitet worden. Eine Quelle sol- her uulontrollierbaten Meldungen war Paris. Dort wollte man einmal wissen, daß England dem Wiesbadener Abkommen große Hindernisse in den Weg gelegt habe, ein anderes Bial hieß es, England sei mit allem einverstanden. Diese Unklarheiten sind nun durch die erfolgte llnierzrichnuua beseitigt worden. Ein Hauptvertrag mit «niyen Rebenoerträgen verpflichtet unS, Materialien atm Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in N-strLs.auLeich gegen. Ler- cechnung zu liefern, und es wird von beiden Seiten behauptet, daß die Bedingungen günstig; seien. Die französische Presse steht große Vorteil« für Frankreich darin, andererseits hat auch der, allerdings in solchen Dingen immer optimistische, Reichsadler Wirth sich sehr erfreut darüber geäußert. Sicherlich ist endlich eine Grundlage für gemeinsame Arbeit zwischen Deutschland und Krankreich geschaffen, wodurch erfreulicherweise ein. Weg zur weiteren Verstän- ugung geöffnet ist.
Wie eine angenehme Ueberraschung, der man stoch nicht so recht traut, Hingt es, wenn von England berichtet wird, daß jetzt dort eine Bewegung stch ausbreite, die eine Annäherung cm Deutschland befürworte. Die warnenden Schriften des englischen Wirtschastspolititers Keynes haben anscheinend doch ihre Wirkung getan. Wie er, so empfehlen auch Lloyd George und Churchill, vorläufig noch in schüchterner Form, die Ermäßigung der Lasten, die uns der Versailler Vertrag auferlegt. Denn mir dadurch könnten wieder normale Verhältnisse eintreten. Ihre neuerdings bekundete Erkenntnis der Lage hat eine sehr naheliegende Ursache. Sie mußten immer deutlicher erkennen, daß die Nie- derdrückung Deutschlands die Wiederaut- machunasleistunv gefährdet und damit zugleich die deutsche Valuta verschlechtert. Infolge der Markentwertung liefert Deutschland billige Waren cm das Ausland. Nebenbei dauern die ungeheueren Kohlenlieserimgen an Frankreich und Belgien an. Die geraubten und erpreßten deutschen Handelsschiffe haben die englischen und ftanzösischen Häfen überfMt. Was die Alliier- ten als leichten Gewinn einzustecken dachten, wird ihnen jetzt zum Schaden. In vielen itjrer Kohlenbergwerke, Fabriken und Wersten herrscht Arbeitslosigkeit, die auch in Amerika um sich «reift Dazu kommt noch, daß Deutschland mit ferner gesunkenen Mark nur das Notwendigste vom Ausland kaufen kann. Diese Zusammenhänge sind e8, die den Engländern die Augen öffnen. Vielleicht iß die Zeit nun gekommen, daß hierdurch auch die Franzosen seherw werden.
Wie sehr die Alliierten das europäische Gleichgewicht in Unordnung gebracht haben, zeigt jetzt wieder die vom Völkerbundsrat zu treffende Entscheidung über die oberschlefische Grenzfrage. Die mit der Bearbeitung dieser Angelegenheit beauftragte Komnrisston hat angebltch entschieden, und der Oberste Rat hat noch seine Genehmigmig zu erteilen. Wer strenges Schweigen «st den beteiligten Persönlichkeiten auferlegt Die Verkündung soll erst erfolgen, wenn die Eierten Truppen in Oberfchlesien sich stark genug fühlen, einen etwaigen Aufruhr zu verhüten. Von welcher Seite wird die Unzufriedenheit befürchtet? Darf man schon «pnsse Schlüsse ziehen? Die Polen zeigen sich bereits recht ungebärdig. Sie wollen den Genfer Entscheid nicht anerkennen, falls er für Polen un- Sg ausfällt Mir diese Möglichkeit .drohen" ch schon mtt dem Austritt aus dem Völter- dem sie nicht länger anderthalb Milliarden Mark jährlich KveÄos zuführen wollen!
Angesichts all dieser schwebenden Fragen ist eS schwer zu verstehen, daß in unseren eigenen Reihen, das heißt unter den deutschen Parteiführern, keine Emigkeit zustande kommt. Noch sind die Fragen der Kabinettsumbikdun- a»a ist Reich und in Preußen keinen Schritt
weiter gekommen, weil das Parteiintereffe an erster Stelle steht Sv wie die Parteien jetzt zueinander stehen, ist nicht auf einen Erfolg zu rechnen. Solange die Linke ihre katmorischen Bg» dingunigen aufrecht erhält wird eS-der Deutsche BoUspartei unmöglich fein, zuzustiimmen. Wenn eine Politik der Mitte et Strebt werden soll, kann keine einseitige Vorherrschaft walten. Mau sollte daran denken, daß wir jetzt in einer Zeit der Kompromisse stehen. K.F. Dr.
Militärische Sanktionen.
Dio Frage der Aufhebung.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, & Oktober.
Bel der Erklärung, die der italienische Außen- Minister vor der Parlamentskommisston für Aus. wattiges abgegeben hat kam er auch auf das Wiesbadener Abkommen zu sprechen und zwar wies er darauf hin, daß das Zustandekommen dieses Abkommens nicht ohne Einfluß auf die Frage der Aufhebung der militärischen Sanktionen bleiben werde. ES bestätige sich der Zusammenhang zwischen dem Vorgehen des deutschen Botschafters in PariS und der Unter» zeichnung in Wiesbaden. Die Unterzeichnung des Abkommens dürfte deutscherseits wohl nur in Erwartung der Räumung von Duisburg, Düsseldorf und Ruhrort erfolgt sein.
2luk ‘Borfdfslag Frankreichs»
Paris, 8. Oktober. (Eigene Drahtmeldnug.s Der Sonderberichterstatter eines Pariser Blattes meldet aus Wiesbaden: Deutschland erhofft die unmittelbar bevorstehende Aufhebung der militärischen Sanktionen in Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort Ich glaube zu wissen, daß diese Sanktionen ausgehoben werden, sobald in München dem General Rollet Genugtuung geleistet worden ist. ES ist wahrscheinlich, daß beim Obersten Rat, der im Okwber für die oberschlefische Frage zusammenttitt, Frankreich hierüber einen Vorschlag machen wird.
Die Wiesbadener Verträge«
Durch gegenseitige« guteu Wille«.
(Privat-Telegramm.)
Wiesbaden, 8. Okwber.
Rathenau hat gestern den Vertretern verschiedener Blätter vor seiner Abreise aus Wiesbaden folgende Erllärung abgegeben: Das Dokument, das Loucheur und ich soeben unterzeichnet haben, konnte nur durch die Initiative der beiden Regierungen zustande kommen. Das Dokument ist der Ausdruck des gegenseitigen gute« Willens der beiden Länder. Das dringlichste Problem ist dasjenige deS Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete Frankreichs. Frankreich bedarf eines finanziel- l e n Abkommens, um die Wiederaufbauarbeiten zu befchlemiigen. Die Finanzanstrengungen zu diesem Zweck nehmen vier Jahre in Anspruch. AngefichtS der Lage des Reiches mußten die Zahlungen mit Gold durch Sachleistungen ersetzt werden. Das Wiesbadener Abkommen befriedigt somit beide Patteien. Deutschland hat sich verpflichtet für sieben Milliarden 'Goldmark Waren und Material im Lause dieser vier Jahre zu liefern. Damit hat sich Deutschland eine große Last aufgebürdct und wenn es dieses Opfer auf sich genommen hat, so geschah es, um zu beweisen, daß «um in Deutsch- land den besten Willen hat das Seinige zur wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas beizufragen. Deutschland betrachtet das Wiesbadener Abkommen als Vorzeichen für den Beginn einer internationale« Zusam- tnenatbeii «nd für die Erstehung eines endgültige« Friedens i# der Zukunft.
Die Heimreise.
Wiesbaden, 8. Oktober. (Privattelegramm.) Mimster Rathenau iß gestern nachmittag mtt den deutschen Sachverständigen nach BerLn zurückgereift. ' Minister Loucheur verließ Wiesbaden bereits am Mittag mtt dem fahr- planmäßigen Wiesbaden-Pariser Schneltzug. Auf dem Bcchnhof hatte eine Ehrerckompagnie Marvücmcr Aufstellung genommen. Die zahl
reich erschienenen Franzosen bereiteten dem französischen Minister stürmische Ovationen.
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Die englisch-franzvflsHen Widerspräche.
Rotterdam, & Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Die Londoner Zeitung „Daily Ehro- niric“ berichtet, daß sämtliche Mitglieder der Finanzabtellung der Reparations-Kommission einstimmig ein ungünstiges Ur« teil über den Wiesbadener Vettrag in seine, jetzigen Form ausgesprochen haben. — Dagegen will der Pariser „Temps" wissen, daß die Delegierten der verschiedenen Mächte in der Re- parationskommisfion damit einverstanden sind, daß Frankreich die SBarcnlieferungen in Höhe von sieben Milliarden Goldmark erhalten soll, die das Wiesbadener Abkommen vorsieht.
Lieferung an Frankreich.
Jndustricmaterial, Fahrzeugs und Vieh.
(Eigene Drahtmeldung.)
Genf, 8. Oktober.
Der Pariser „Temps" meldet: Die vorgestern von den Ministern Rathenau und Loucheur unterzeichneten Nebenabkommen bestimmen unter anderem: Bon Deutschland wird an Frankreich innerhalb acht Monaten hundertzwanzigtausend Tonnen Industrie-Material geliefert. Die Zurückgabe von rollendem Material wird auf über sechstausend Waggons sestge- setzt» Zur Ablösung der weitergehe,wen Zurück- gcwr Verpflichtungen wird . Drntsckstand an Frankreich viettausendfünfhunbfrt neue Fahrzeuge liefern. Ferner wird Deutschland an Frankreich innerhalb zwei Jahren abliesern: 62001 Pferde. 25 000 Rinder, 25 000 Schafe, sowie gegen Gutschrift auf boS Reparationskonto weitere 13000 Pferde. Der Erlös aller Siefcrungcn wird auf Reparationskonto eingezahlt
Krediwerhandlungen.
Die amerikanischen Auleiheaugebote.
(Privgt-Telegramm.f
Berlin, 8. Oktober.
Gestern abend sind fünf amerikanische Finanzvertrcter in Berlin eingetroffen, um mit den Vertretern der deutschen Industrie über eine amerikanische Anleihe zu verhandeln. Es ist dieses die vierte amerikanische Finanz- gruppe, mit der Verhandlungen schweben. Leider muß hervorgchoben werden, daß die großen Rewyorker Banke« bei den bisherige« Besprechungen nicht vertreten sind, sodaß es noch fraglich ist, ob die großen amerikanischen Bank-Konzerne, auf deren Mitarbeit eS in erster Linie ankommt die Stebitattion Mitmachen werden. — Auf einem Festabend der amerikanischen Außenhandels-Bereinigung hielt Handelssekre- tär Hoover eine Siebe, in der er die Stabilisier u n g der deutschen M a r k im Interesse bei Weltwirtschaft als absolute notwendig erklärte.
Staats- oder Privatbahn.
Die Zukunft der ReichScisenbahneu. (Privat-Telegramm.)
Berlin, S. Otkober.
Wie aus dem Reichsverkehrsministerium berichtet wird, trifft es zu, daß in der jetzt stattfindenden Besprechung der Eisenbahndirettions- Präsidenten sowie im Laufe des Monats Otto der in der Sitzung des SachverständigenbeiralS beim Verkthrsministcrinm die Frage Reichs- eisenbahneu oder Privateisenbah- neu" zur ErStterung gelangen wird. Beide Besprechungen aber werden keinerlei beschließenden Charakter tragen, sondern stellen sich vielmehr als einfacher SachverMndigen-M e i - nungsaustausch dar, durch den das überaus schwierige Problem der eventuellen Ueber- führung der Reichseisenbahnen in privatwitt- schaftltcheu Betrieb einer sozusagen akademi- scheu Erörterung unterzogen werden soll. Irgendwelche bindenden Beschlüsse werden ans diesen Besprechungen daher nicht gefaßt werden, wohl aber werden sie dazu dienen, dem Reichs, verkehrsmiuifter wettvolles Material für die Beurteilung der Frage der Privatisierung hnferer Eisenbahnen an die Hand zu geben, die, wie mit Sicherheit zu erwarten ist, beim Etat deS Reichsveckhrsminiftcriums im Vordergrund der Diskusfionen des Reichstages stehen wird.
DieZuckerverforgung.
Neuer Zucker von Mitte Ottober ab.
Nachdem der Juckerhandel im vorigen Mona, irr »gegeben worbe« ist und nur noch klein« Vorräte alten Juckers vorhanden sind, tomml von Mitt« Oktober ab der Jucker au« der diesjähriger, Ernte im freien Sandel «um Verkauf. Die Ocffentlichkeit hat die verschieden?n Nach- Dichten über die bevorstehende neue Verbrcmchs- regelung des Zuckers mit großem Intereff? per» folgt. Widerspruchsvolle, zmn Teil den Tatsachen vorauscilende Meldungen haben nicht dazu beigetragen, die für den Handel wie für den Verbrauch gleich wichtige Angelegenheit zu klären. Es erscheint deshalb angebracht, kur» zn- sammenzufassen. was nach dem heutigen Stand der Dinge über die künftige Gestalttmg der Znk- kerwirtschaft gesagt werden kann. Am 15. September ist die Aufhebung der Zuckerzwangswirt- schäft erfolgt. Sie war von der Reichsregierung beschlossen worden, nachdem die maßgebenden Faktoren, der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages und der Ernährungsausschuß tat Reichswirtschaftsrat. der Freigabe der Zucker, wirtschaft grundsätzlich zugcstimmt hatte«. Be- merkenswert ist, daß auch die sozlaldemokratft scheu Konsumvereine in der Tagung vom 23. Juni in Baden-Baden den freien Handel t« Zucker befürwortet haben. Die Freigabe ftretft sich auf den
gesamten Zucker neuer Erntet
Für den Zucker alter ©tute gelten die bisher eigen Bestimmungen vorerst weiter, soweit die tlommunalverbäude in Frage kommen. Es bleibt diesen also die Möglichkeit, Myt h ^vorhandene:! .Zuckervorräte aus Karten tfer...jfc6ea. Ungefähr um die Mitte Oktober wird dann der Zucker neuer Ernte zum ersten Male auf dem Markt erscheinen. Vorher dürfte der diesjährige Zucker kaum in den Handel kommen, da durch die Trockenheit des Sommers sich die Einbringung der Rübeuernte etwas verzögert hat. — lieber das Ergebnis der dtesjährkgru Zuckererute läßt s«ß etwas Abschließendes noch nicht sagen. Allzichoch gespannte Erwartungen dürfen jedenfalls nicht gehegt werden; man wird vor allem berücksichtigen müssen, daß die lange Trockenheit die zu erwartende Menge ungünstig beeinflußt hat. Die Zuckererute im vorigen Jahr betrug etwa zwcmzh, Mllio- nen Doppelzentner. Schätzungsweise wird sich die neue Ernte auf etwa 22—25 Millionen Doppelzentner Rohzucker belaufen, wobei zu betitelten ist, daß sich der Rohzucker zum Ver- btanchszncker wie 10 $u 9 verhält, daS heißt zehn Telle Rohzucker ergeben neun Teile Verbrauchs- zucker. Im ganzen wird wohl mit einer Mit- teletnte zu rechnen fein; eine Zuckerknapp- beit ist jedenfalls nicht zu befurchten. Auch die Befürchtungen, daß der freie Handel die Zuckerpreise plötzlich ganz erheblich in die Höhe schnellen lassen wird, sind Wohl kaum begründet. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen mit der Freigabe von Lebensrnitteln ist allerdings an» zunehmeu, daß die unmittelbare Folge der Freigabe eine Steig ernng der Preise fern wird, ohne daß jedoch die bisher im Schleichhan' del gezahlten Preise auch nur annähernd erreicht würden. Man glaubt an nnterichteter Stelle, Latz der künftige Zuckerpreis
im freien Handel ungefähr fünf Mark für das Pfund befragen wird. In jedem Falle wird der voravssichtliche Kleinhandelspreis für Zucker beeinflußt werden durch die in Aussicht stehende Erhöhung der Kohlenpreise unb die geplante Znckersteuer, auch durch die Lohnerhöhungen. Die kürzlich in der Oeffentftchteit aufgxrauch!« Behauptung, daß der inländische Zucker neuer Ernte teurer sein werde als ausländischer Zuk- ker. eine Frage, die schon deshalb hinfällig ist, weil die Einfuhr ausländischen Zuckers zunächst verboten bleibt, ist vorderhand zu verneinen. Der Preis für JnlandSzucker vorjähriger Ernte beträgt gegentoärtig etwa 630 M für bett Doppelzentner ab Fabrih Der neue Zuckerprei S wich sich aus 700 M stellen. Der Preis für Aus. landszncker ab Hamburg belauft sich aus rund 900 M für den Doppelzentner. Hierbei han. dÄt eS sich allerdings um angenommene Preise, die nur für TransitverkänK maßgebend find, da wie gesagt, ausländischer Zucker nicht nach Deutschland hereingelaflen wird. Bei einem weiteren Sinken der deutschen Valuta wich der AuslandSzucker erheblich teurer fein als die inländische Ware; nur bei einem etwaigen Steigen der Mark würde sich die Preisspamum- verringern.
Beschleunigte personenzuge.
Erleichterung deS Fernverkehrs.
Aus dem Reichsverkehrsministerium wich ge» schrieben: Die wiederholt begehr: e Einrichtung von Eilzügen, die auch die Werte Wagenklasse führen, erweist sich als undurchführbar, weil, um tse sichere Beförderung der Reiseiche« ju 6»