Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 241
Donnerstag, 20. Oktober 1921
Fernsprecher 951 mtb 952
Fernsprecher 951 und 952
11. Jahrgang«
Sas kritische Problem oberfchlesien.
der
»u
Berlin, 18. Ctto&er.
Die Abrüstungskonferenz.
Englands voraussichtliche Vertreter.
Limfe des gestrige« Tages fortgesetzt worden find, haben noch lein bestimmtes Ergebnis ge- nabt. Wie darüber verlautet, ist in Regiernngs- kreisen die Anschauung vertreten, daß die alliierte Botschasterkonferenz auf Mittwoch verschoben wnrde, um die Lösung der Berliner Kabinetts» krise abznwarten. Das Berliner Kabinett setzt keine Hoffnungen auf die Verhaichlnngr» der Botschafierkon fcreuz, will aber seinerseits die Ent?-l;eidung in Paruis abwarten, bevor cs 3urüdtri<t Es ist jedoch yt erwägen, ob die po-
^!«rrwllSpE, n StohNmUch« Mufträge: ®t« rtnfoattlgt Knjttgtn-Sette ®. L60. Me 3LUa. b) *u»n>drttge »ufträge: in. cWeatttge StnjetginjrtU
9R. LflO, Me einfpulttge 8teflame»eUe BL , alle« etnfajit.stt* Teuenma«,»schlag »mb Sfagetgenfleuet. Für Anzeigen mit besonders schnNerigem Satz bunbert Vro-em ÄuHtblaa 9« bie RichUgkeU aller durch gernlprech«» aitfgegeben«» «njeigen, foöte hir «ufnabm». baten unb Plätze tonn eine <Sernähr nicht übemomme» werden. — Druckerei: Schlacht. Hofstraße KeschäftSslelle; Kölnische Straße 4, Telephon Summet 961 uab S33.
noten nicht gewiß, wie die Teilung Ausfallen würde, es Men jedcch wahrscheinlich, daß die deutsche Politik von England gestützt würde. Die Pariser Rede Lloyd Georges konnte mit Recht als eine politische Hilfsaktion für Deutschland bewertet werden Das gleiche gilt von den Verhandlungen in Parts. Wenn inzwischen eine Wendung eingetreten ist. so liegt das zunächst an den anderen Nationen, dann auch an uns selber. Wir haben ErsWlungspolitik ohne jede Bedingung getrieben; demgegenüber werden wir den Niedergang nur durch eigene Kraft überwinden können. Wr müssen ans der Politik der Bc- dingungAlostgkeit heraus und dazu übergehen, ein fit nationalen Willen zu zeigen.
Es herrscht im Volke Ratlosigkeit darüber, was jetzt zu tun ist. Die feindliche Entscheidung über Oberschlesien empfinden wir als das größte Unrecht, das man uns antun konnte, und wir schreien unseren Protest in alle Welt! Leider gestatten es unsere politischen und wirtschastkichen Machtmittel — von den Militärischen ganz zu schweigen — nicht, dieser Entscheidung eine andere Wendung zu geben. Müssen wir auch diesen fürchterlichen Schlag gegen unsere Wirtschaft hinnehmen? Wir sind uns bewußt, daß es sich bei dem Obevschlesien-Sprnch um ein neues Stadium in der Verwirklichung des Planes, Deutschland durch einen Wirt- schaftskrieg lahmzulegen, und bei diesem Verfahren das nachzuholen, was militärisch nicht möglich war, handelt. Wir können vorläufig nichts anderes tun, als die Zähne zusammenbeißen! Aber das deutsche DoM muß leben. Das Vaterland muß bestehen bleiben! Wir müssen also, und wenn auch mit Ingrimm im Herze«. weiterarbeiten. Das gilt nicht nur für unserer Hände, sondern auch für unserer Köpfe Schaffen, das gilt vor allem für unser Wirken im öffentlichen LÄben, in der Politik! Wenn je-
datz eS ein kaum wieder gut tu machendes Unrecht war, die Frage der Beibehaltung t..
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ieven, würde natürlich vollkommen verfehlt fein, und ebenso verfehlt wäre die Annahme, da; England uns günstiger gesonnen sei. Was den deutschen Stalldpunkt betrifft, so wissen wir, daß die Grenzlinie den Bestimmungen deS Versailler Vertrags nicht entspricht. Was die Wirt» schafilichen Fragen betrifft, so ist — wenigstens, solange der offizielle Text noch nicht vorliegt — eine gewisse Zurückhaltung ratsam. Doch soviel ist schon jetzt klar ersichtlich, daß viele Punkte gegen das deutsche Interesse spreche«.
jchwarz-wciß-roten Farben für die Schiff, . . „ einer politischen zu stempeln. Mr Diejenigen, die tot täglichen Verkehr mit tieberfee stehen, er
schau mitgeteilt werden müssen, oder ob ße zwei Empfehlungen darstellen, zwischen denen ein Unterschied zn machen ist, und zwar ein Unterschied derart, daß uns die Grenzlinie befohlen, die wirtschafSichen Bestirmnungen aber in das freie Ermessen gestellt find. Ans englischer Seite vertritt man — wenigstens bisher — den Standpunkt, daß die beiden Empfehlungen zwar pi- sammengehören, daß man aber doch die Emp- feMmngen wirtschaftlicher Ratur uns nicht anf- zwingen könne. Aus dieser foimalrechtlichen Meinungsverschiedenheit in diesem Augenblick einen en^isch-frawzostschen Gegensatz zu konftrn-
Leuchtkugel« verwendet wurden, zöge« Solen wieder über die Grenze zurück, aber zu befürchten, daß dieser Angriff nächsten Rächten sich wiederhole« wird.
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Sofortige Grenzfestsetzlurg.
eben Verantworluna bewußt bleiben wird, die auf ihr seitdem ruht. Die Aufrechterhaltung und Verbesserung der Fahrwasserrinne von Bremen- Stadt nach See ist für gan, Deutschland von lebenswichtiger Bedeutung, weil Breme« als Ei- senbahnhafen mit seinen besonderen Einrichtungen für gewisse Stapelarttkel und besonders wertvolle SpezialMter auf einen Verkehr stellt ist, dessen Aufgaben von andere« nicht übernommen werden könne«. Bei den schon Dampfer« ist sestzuftellen, daß die teste
schwarz-weitz-rote Flagge
ohne schwarz-rot-goldene Gösch von den Schiss en gefahren wird. Dazu erklärte der Syndikus,
mats, dann ist jetzt die Stunde zur Sammlung der Geister und Kräfte getommen. Alle, die bereit sind, unserem armen, nieder- gebeugtem Volke und unserem Vaterlande, an dem wir mit allen Fasern unseres Herzens hängen, zum Wiederaufbau, zur geistigen, sittlichen, wie überhaupt kulturellen, sowie zur wirtschast- ltchen und politischen Wiede^erneuerung zu ver- helfen, müssen sich jetzt in dem großen Mock der Ordnungsparteien zusammenfinden. Die Rot unserer Tage müßte parteiischen Zwist von der Art, Wie wir ihn gerade in diesen Tagen wieder mit Betrübnis haben vernehmen können, aus- schließ
Es weiß heute «och niemand, was alles ans unserer unglücklichen Lage entstehen tonn. Selbst innerhalb der Botschasterlonserenz hat sich in letzter Stunde noch ein Zweifel erhoben über die wirtschaftlichen Maßnahmen im oberschkestschen Industriegebiet. Klar ist das eine: die französische und die englische Regierung haben grundsätzlich die Entscheidung des VöLerbundrats angenommen. Es handelt sich jetzt darum, ob die FMetznng der deutsch-polnischen Grenze in Oberschieften und die .Empfehlungen wirtschaftlicher Arte ein mtteilvares Ganzes bil-
Volaifcher Angriff.
Rosenberg, 19. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Jenseits der Grenze sind bei PrasM- Stamq neue polnische Truppen ongekom men In bet Nacht znm 18. Oktober unternähme« anscheinend Teile dieser Formationen einen Vorstoß. Es gelnag ihnen, die Grenze z« überschreiten. Nach zwcistürttngem Feuer, bei dem Maschinengewehre, Handgranate« uub
Um die KredithNse-
SteuervorschlLge bee Sozialdemokraten.
(Pttvat-Telegramm.)
Berlin, 19. Oktober.
Der „Vorwärts" schreibt: Ein Kreditabkommen zwischen Reich und Industrie tarnt nur als eine Abschlagszahlung auf eine Sachwertftener angesehen werde». Danach ist ein AuSba« des Steuerprogramms in der Absicht der Erfassung der Goldwerte erforderlich. Für die Industrie ist er durch eine unmittelbare Beteiligung des Reiches am leichteste« gegeben. Die Landwirtschaft uad ein Teil des Gewerbes wird aber stlbst durch die Kredichilfe noch zu wenig ober überhaupt garnicht in Anspruch genommen. GS ist daher notwendig, daß eine gerechte Reichs- grundfleuer, ähnlich wie die in Oesterreich vorgesehene und eine Reichsgewerbesteuer in das Steuerprogramm eingesetzt wird. Ferner ist die Erhöhung der Dörfenmnsatzsteucr und insbesondere der Deviseuumsatzstcuer als Zwingende Rot. wcudigkett zu bezeichnen.
Weitere Kabivettsfragea.
Verzögerung der Regieruugs^lmbildemg. (Eigener Drahtbericht.)
sich die ES ist
Am Oberfchlesien.
Deutschfeindliche Sozialisten Frankreichs.
(Eigen- Drahttneldung.)
Paris, W. Oktober.
Die sozialistischen Parteien Frankreichs werden keine Interpellation im Parlament über die Genfer Enffcheidung einbringen. Die fogioli» Asche Presse verteidigt mit Leidenschaftlichkeit den Genfer Beschluß als gerecht (!) und selbst die kommunistische „HumanitS" schreibt, anders als durch Verlust des obers<^esif«hen In- dustriegebietes sei der noch immer lebhafte deutsche Militarismus (?) nicht zu beseitigen. — Die Berufung des englische« Juristen Haftng nach Paris hat nur formelle« Wert. A« der endgültigen Entscheidung über Oberschlesien zu Nngunsten Deutschlands sei nicht mehr zu zweifeln. Der formelle Gegensatz drehe sich nur noch um die Frage, ob die Entscheidung in Genf ein unmittelbares Ganze bildet, oder ob die Grenzziehung und die wirtschaftliche« Abkommen zwei von einander unabhängige Vorschläge find.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 19. Oktober.
ür die Einführung der neuen Flagge au- Wirte , chaktlichen Erwägungen heraus nicht tragen zu t Hane«. Der NeÄrer zcLoü: Jeder Deutsche, ob
scheint es als unabänd.-rlichePflicht, die alten ; Farben beizübehalten. Schon heute gehl das
von englischer Quelle verbreitete Gerücht, mau habe den Deutschen im Versailler Vertrag die , Farben schwarz-rot-gelb aufgezwungen, Weil eS
die belgischen Farben seien «nd weil man durch , solche Maßnahme für alle Zeiten auf das den
Belgiern durch Deutschland angetane Unrecht Hinweisen könne. Das ist " .gesuchter Hohn! Die Frage ist daher in den Äugen der Seeleute außerpolitisch und gerade deshalb eine rein wirtschaMche. So denken auch alle Deutschen und ehemals Deutschen in tteberfee. Der Ausländsdeutsche würde den Flaggenwechsel einfach nicht verstehen und fein Urteil mutz uns bei unseren Maßnahmen ausschlaggebend beeinflussen. Unb da die Dinge nun einuuq f» liegen, glaubt die deutsche Reederei, die Verantwortung
Die ^teglerungflfrage.
Vertin, 19. Oktober. (Privattelocwamm.) Der iMerfrattionelle AussckMß befd?äftigte sich in seiner gestrigen Sitzung beim Reichskanzler mit der Frage der Krevittnlfe durch die Industrie Eine Erklärung der polttischen Lage ist noch nicht erreicht. Es wird dazu berichtet, daß mft der Verkündung der Euffcheitmng über Oberfchlesien eine Situation entstehen wird, i« der Deutschland nicht tage- oder wochenlang ohne aktionS- Ühige Regierung bleiben könne. Zur Zett stehen die Sozialdemokraten «ach wie vor auf oem Standpunkt, dass der Reichstag nicht vor die vollendete Tatsache einer Regierungslosigkeit ge- ccllt werde« dürfe, die nur sachlich wirke
zur allmählichen Versöhnung und zur Ueberbrückuug der Gegensätze beitrage^ wird. Die deutsche Wirtschaft ist nun einmal untrennbar mit der gesamten Weltwirtsthaft verkettet. Wir können nicht ohne die Wstt, die Welt nicht ohne uns auskommen. Der Sqntri» taz bat die Pressevertteter: Möchten Sie, wen« Sie Ihren Lesern von Ihrem Besuch am einjte gen deutschen Strom berichten, sich von dem Gedanken leiten lassen, daß cs für Deutschland nötig ist, daß seine Söhne sich den Wind des Ans- lands um die Nase wehe« lasse«. Sorge« Sie vafür. daß, wenn man die Geschichte Wer die Tätigkeit der heutigen Presse schreiben wird, es dann nicht heißen mutz. c8 ist nichts für di« ®r-< Wcduttfl des Verständnisses ffir Deutsch- latidS Weltwirtschaf tttche Aufgabe« getan worben, das deutsche Volk hat die See auch noch dem Kriege nicht verstanden Dank bet schnellen und billigen AuShchrmöglichkett für Gitter aus dem Süden und Westen Deutschlands chreitet der Personen» und Güterverkehr stark fort Die stadtbremischen Häfen werden von Schiffen bis zu 23 Fntz Tiefgang aufgesucht. Während die Ozeanriese« ta Bremerhaven bearbeitet werden. Diese Teil««« «Härt sich aus der Tiefe der Fahrwasserrinne. Mo« hofft, daß die Regierung nach Uebemahme der Wasserstraßen durch das Reich sich stets der außerordeutli-
Am deutschen Strom'
Wesermündung und Weltverkehr.
de« mmbeuSefe» cusgeOeubeu «uteU am Weithandel bcrid)tete Svadtea« «vänalie bom Bremer oihederverrin »et ««l-aenheit eilte# ®e;udx4 der utevergühgs-Len P-cj-evertreter in Bremen und Bremerhaven, «r sagte «. a.r Die Häsen an der Wesermütedung sind SchM- selstellungen des Weltverkehrs. Bremen ist ein Brückenkopf der Stellung, die wir. Wen« es nach bem Wunsch unserer einstigen Gegner gegangen wäre, restlos verloren hätten. Gott fei Dank ist eS nicht ganz so weit gekommen. Trotz aller Wi- verstände setzt sich Bremens Handel allmählich wieder durch. Der Umschlagsverkehr in den bremischen Häfen hat in den letzten Monaten mit einer Durch-schnittKziffer von etwa drci- bunderttausend Tonnen fast den Stand der Vorkriegszeit wieder erreicht. Aber leider ist es nicht die deutsche Flagge, die im SMffSverkchr den Ausschlag gibt. Unsere Feinde haben bei der Vernichtung unserer Schiffahrt ganze Arbeit getan. Auch der mit der Regierung getroffene und so oft zitterte Reedereiabfindungs-Vertrag wird wegen der Verschlechterung der deutschen Valuta kaum bfe seinerzeit in ihn geknüpften Hoffnun- een und Erwartungen erfüllen. So ist die deutsche Reederei aus sich allein angewiesen und lang und dornenvoll Wich der Weg fein, den sie zu ihrer Wiedererstarkung wirb gehen müssen. Solange wir von deutscher Schiffahrt •n nennenswertem Umfang noch nicht Wied« torechen können, muß die ausländische Flagge die Erzeugnisse unseres Fleißes nach Ueberfee fahren und unz die Rohstoffe heranbringen. Wir hoffen, daß der ständige persönliche Verkehr mit fremden Nationen sein gut Teil
Dor Ausführung 6er Teilung.
Paris, 19. Oktober. (Eigene Drahtmeldung. > Nach einer Reutermeldung ans Loudon scheint im Konflikt zwischen der englischen und franzö- tschen Regierung über den Vollzug der Genfer Entscheidung über Oberschlesien vor der Hand die englische Auffassung zn überwiegen. Die Reu- ternoie erklärt, daß die Frage der Rebenabkommen, also abgesehen von bet Grenzlinie, bte Frage ber Ernennung einer gemischten deutschpolnischen Kommission für die Durchführung ber wirtschaftliche« Konzessionen, z«erst ge. regelt werde« müßte, bevor man die neue Grenzlinie ber deutschen und ber polnischen Regierung mitteile. Dieses bedeute, dass die eigentliche Austeilung Oberschlesiens noch Nnaus- geschoben sei. Die Polen bürsten nickst ta de« Besitz der ihnen zugewiesenen Gebiete getotge«, solange diese wirtschaftlichen Nebenfragen,wie sie in Genf aufgeworfen wurden, nicht gelöst find.
Paris, 18. Oktober. (Eigene Drochtmestmng.) »Echo de Paris" berichtet: Die Interalliierte Kommission in Oppeln hat ta einem eingeforder- ten telegraphischen Gutachten empfohlen, daß die politische Gre«zfestsetz»«g Ober- chlefiens sofort zu erfolgen habe, ohne die Regelung bei wirtschastliaev Verwaltung von Oberfchlesien «st abzuwartem.
Auf Abbmch.
Dio Folge« der Genfer Entscheidung.
An den bentschen Börsen haben sich Zustände entwickelt, die man als den Zusammenbruch der deutschen Währung bezeichnen tonnte. Die MarLvährung ist auf Abbruch zu verkaufen, das ist der allgeuteine Eindruck. Demnächst toitb der Dollar wohl auf 200 oder 250 anfangen, denn je teurer er wird,umso höher sind seine Schwankungen in deutschem Geld. Dieser Entwertung des deutschen Geldes liegen im- zwcifelhatt politische Motive zugrunde. Die politische Anlage, die das deutsche Reich darstellt, ist durch den Verlust Oberschlefiens entwertet, und zwar noch viel mehr in politischem, als in wirtschaftlichem Sinne. Es war vor vier Mo°
Dle Desetzuussfrage.
Paris, 19. Oktober. (EigeneDrahtmeld-urrg'i Die interalliierte Kommission vo« militärische« unb Fmanzsachverstänbigen wird spätestens am 1. Novemb« einen Bericht mit Vorschlägen über die Herabsetzung ber militärischen Besetzung Deutschlands (?) bringen. Gestern nachmittag hat im Ministerium des eine Sitzung ftattgefundeu. Angesichts ber bet zu lösenden Frage« werden die wahrscheinlich mehrere Tage andauer«.
Frankreichs Stellungnahme.
Die Polittk gegen Deutschland.
(Maene Drahtmeldung.1
Paris, 19. Oktober.
Gest«« nachmittag ist die Herbstscssion des ftmtzonsche« Parlaments «öffnet worben. Sowohl die Kammer wie der Senat haben ihre Setzungen wieder ausgenommen. In der Kammer begannen die Interpellationen über die all- gemeine Politik und über die auswärttge Politik der Re^ermrg. Es find fünfzig Anftagen eingc- schrieben. Gestern kamen vier davon zur Be- Handlung, deren wichtigste diejenige des royalistischen Abgeordneten Dandet war, der sich besonders gegen bas WieSbadener Abkom-
Anfhebungderwirt- schaftltche« Sanktionen wandte mtb die Internationalisierung ber be«t. !^5"-^fe«bahne« verlangte. (!) Brianb beschrantte sich nur auf Zwischenrufe. Es ist zu erwiwten, daß die Kammer mit großer Mehrheit der Regierung ihr Vertrauen ausspricht.
Die erwartete große Rede Lloyd Georges übet die Arbeitslosen frage und über bte geschäftliche Krisis in England überhaupt ist aus geblieben. Sie wird wahrscheinlich erst hettte, Mittwoch, flettftaben. Lloyd George hat sich darauf beschränkt, auf eine Anfrage von Asquith kurz 8b« bte Washingtoner Konferenz zn fpreche«. Er kündigte a«, daß er selbst mit Balfour mtb dem Erste« See-Lord nach Was- hingto« reifen werde. Nach einer Mitteilung, die sroet englische Minister einem Berichterstatter des ^Newyork Herald" gemacht haben, toll die Wafhtagwner Reise Lloyd Georges auch für den Fall beschlossene Sache fein, daß bte irischen Verhandlungen vollständig schottern sollen. Bon den fünf Dominien geht kein einzig« Miuifier- präsisent mtt noch Washington. Die eigentliche Führung ter Verhandlungen für England sowie ---------------- für die Dominien wird der englische« Delega ltttsche Lage nutzt eine sofortige Beschlußfassung) timt überlassen werde«.