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Hessische Abendzeitung

Nummer 245

Dienstag, 25. Oktober 1921

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

Rücktritt der Reichöregierung

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Men. 24. Oktober.

Tr« Sa fielet Neueste» Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abeeb*. Der »bonnewemtpret« betrügt monatlich MO Mark bet freier gnstellune in» Hau» Au», wart» durch die Post bezogen MO Mark monatlich einschließlich Zustellung. Bestellungen werben leberg.tt von bei Eefchüstlftelle ober den Boten entgegengenommen. £ ruderet. Berlag und Redaktion Schlachtbosstraße 28/30. Kur unverlangt eingesanbte Beiträge lann die «edaktto» eine «erantwortung ober »ewähr tn keinem Kalle übernehme*. Rückzahlung de« B«Mg»gelde» oder Lnsprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung -»»geschloffen.

die Durchführung der Entwaffnung, die unter großen Schwierigfeiten fich vollzog, anerkannt. ES durfte erwartet werden, daß im Hinblick auf die deutsche Anstrengung und aus sein ernsthaf­tes Bestreben, den vertraglichen Verpflichtungen

Berlin, 24. Oktober. (Telegraphische Meldung.) Auf Antrag des Reichskanzlers ist die Reichs- rogierung zurückgetreten. Reichskanzler Dr. Wirth hat diesen Schritt in einem Schreiben

gnferttonipretfe- a> Siuheimische Safttage: Die etnspaltige «uzetgea.Zeile 01 L60. die einsaitige Reklamezeile 81 8.60. b) AuewärNge Aufträge: Dle etn'vulttae »nietaenietle ®- LOO. die etnfpalttge Reklame,eile M. 4., alles einschk'.eilich Teuerungszulchlag unb «nzeigenfteuer. Kür Anzeige» mit besonder» schwierigem Sa» hundert Prozent Aufschlag Kür die Nichtigkeit aller durch Fernsprecher ausgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme, baten und Platze lärm eine Sewähr nicht übernommen werden. Druckerei: Schlacht. ÜoffiraSe 28/30. Geschäftsstelle: Kölnische Straße b. Telephon Nummer l»i u»d »52

^Reichspo^ erfährt indirekt: Zwei Drittel der ungarischen Garnisonen haben sich für König Karl erklärt. (Siehe auch zweite Seite.)

an den Reichspräsidenten Ebert damit begründet, daß das Kabinett während seines fünfmonatigen Bestehens mit ernstem Willen versucht habe, das Ultimatum den Alliierten gegenüber zu erfüllen. ES habe bereits überaus schwere Leistun­gen erfüllt, insbesondere den ungeheueren

treu zu bleiben, die Besebungdrr Ruhr- häsen aufgehoben und hinsichtlich Ober» schlesiens eine Lösung gefunden würde, die dem Rechtsempfinden des deutschen Volkes und der Oberschlester, sowie den künftigen friedliche,t Beziehungen zu den europäischen Nationen ent­sprächen. Statt dessen ist das Diktat erfolgt, wonach nicht nur weite Flächen des ober- schlesischen Landes, sondern auch blühende deutsche Städte, der weitaus überwiraende Tefl aller Bodenschätze, vier Fünftel der Ber- arbeitungsstätten

Die (Mrntfonen.

Prag, 24. Oktober. (Eigene Drahtmeflmng.) Tas Prager Tageblatt berichtet aus Preßburg: 8»ei ungarische Garnisonen haben sich be­reits für König Karl erflärt und ihm den Treueid geleistet. Aus Budapest wird gemel­det, daß die Garnison in Stuhlweißenburg sich gegen die Budapester Regierung erklärt habe. Tie Bahnfahrt des Königs nach Budapest wurde unterwegs unterbrochen, die die Gleis« auf- perisse» waren.

Df.WitthöGchm'bm anLbett.

Anklage gegen die Alliierte«. Rückgabe der Aemter an deu Reichs-Prafidenten

Putschversuch in Ungarn.

Das Abenteuer des Königs Karl.

(Eigener Drahtbericht.)

Habsburgers den Frieden gefährde. Die «rqarische Regierung wird daher ausgefor- dert, die Entfernung des Königs Karl zu veranlassen. Ter Minister des Aeußern Gra Banffy teilte den Vertretern der Eierten Mächte mit, daß die «ngarisch« Regierung jn dem am Vormittag abgehaltenen Ministerrat be- sf^offen habe, daß König Karl das Land un­verzüglich verlassen müsse. Di» ungarische Regierung habe zu diesem Zwecke alle Maßnah­men getroffen. Den später vorsprechenden Vertre­tern Rumäniens, Südslawieus und der Tschecho- Slowakei wiederholte Banffy seine Erklärungen.

der deutschen Heimat entrissen werden sollen. Ein großer Teil der an Polen fallenden Bevölkerung ist deutschen Stammes und deutscher Sprache und soll, entgegen dem Selb st bestimmungsrecht der Völker und entgegen dem Haren Ergebnis der Abstimmung, unter Fremdherrschaft fallen. Niemals wird das deutsche Volk diesen Verlust, den es wehrlos hinnehmen muß, verschmerzen." Das Schreiben schließt mit der Erklärung, daß die Grenz« der Leistungsfähigkeit und Erfüllungsmöglichkeit durch das Diktat erheblich verringert ist, so daß das Kabinett beschlossen habe, die Aemter dem Präsidenten zurückzugeben.

Der frühere ungarische König Karl, der seit Freitag nachmittag in Westungarn weilt, ver­sucht den Thron in Budapest wieder aufzu­richten. Gestern abend hat die öster­reichische Regierung die Grenzsperre gegen Ungarn verfügt. Briese und Telegramme unterliegen an der Grenze der Zensur. Perso- neu, die die Grenze überschreiten wollen, haben ich auözuweisen. Im Gegensatz zu der Auffaf- uug derArbeiterzeitung" glauben die bürger­lichen Zeitungen, auch die links orientierten, daß diesmal die Aussichten Kaiser Karls in Ungarn nicht so ungünstig wie im Frühjahre seien. Die monarchistische Bewegung habe allein in den letzten drei Monaten zur Herausgabe von acht karlistischen Zeitungen Ungarn« geführt. Diei

Die Deutsche Dolkspartel.

Berlin, 24. Oktober. (Privattelegramm.) Wie wir hören, find gestern vormittag die Führer der Deutschen Bolkstmrtei beim Reichskanzler gewesen. Bei dieser Besprechung wurde der Deutschen Bolkspartei der Eintritt in die Re- girrungskoalition angeboten. Die Bolkspartei hat aber den Eintritt abgelehnt, da sie in eine Koalttion nicht einzutreten gewillt sei, die zu den von der Enente geforderten deutsch- polnischen Verhandlungen einen Kommissar chickt. Es ist anzunehmen, daß nunmehr aus der alten Koalition eine Regierung ge­bildet wird. Ob Reichskanzler Dr. Wirth die Regierung bilden wird, ist fraglich. Dr. Wirth elbst scheint nicht dazu geneigt zu fein Das

Außenministerium wird Dr. Rosen behalten.

Dartei-B efprechu ngen.

Berlin, 24. Oktober. (Privattelegramm.) Sonntag früh und nachmUtogs fanden im An­schluß an die Besprechungen beim Reichspräsi­denten auch Besprechungen derParteien über die Lage statt. Die Demokraten haben ihren Widerstand gegen die Entsendung des deutschen Kommissars zu den Verhandlungen mit Polen und damit gegen die Annahme des Pariser Dik­tats aufgegeben. Unter den alten Koa- litionsparteien besteht Neigung, auch das neue Reichskabinett zu bilden und in diesem zalle den Versuch der Durchführung des Genf-Pariser Diktats zu übernehmea.

sich in Rom nicht im Unflaren darüber sein, daß man nur eingeladen ist, um die eigentlichen ame­rikanischen Pläne mit verschleiern zu Helsen. Auf der anderen Seite kann Italien sich schmeicheln, als ein Faktor angesehen zu werden, der auf die Schicksale der Völker und Nationen von mit- bestimmendem Einfluß sein soll.

So wird denn in Washington wieder viel da­von geredet werden, wie herrlich weit wir es in bezug auf Völkerversöhnung, Weltfrieden, MbrüstmW nsw. gebracht haben, seitdem der »deutsche Störenfried' vernichtet ist. aber nur

Llm bas neue Kabinett.

Die Sozialdemokraten sind für Wirth. tPrivat-Telearanun.)

Berlin, 24. Oktober.

Die am Sonntag abend stattgefundene Be­sprechung der Mehrheitssozialisten hat sich mit dem Rücktritt deS Kabinetts besaßt. Beschlüsse wurden nicht gefaßt, da bis zu diesem Zeitpuntt die Enscheidung des Reichspräsidenten noch nicht bekannt war. Doch dringt einstimmig die Au sasfung durch, daß auch das neue Kabinett wieder ein Kabinett Wirth fein müsse. Von gro­ßer Bedeutung ist, daß in diefem Stadium die Unabhängigen sich gegenüber den Mehrheits- sozialisten bereit erflärt haben, ein neues Kabi­nett Wirth in der Durchführung des Entcnte- Dittats über Oberfchlesien zu unterstützen.

ein Tor wird es wirklich glauben können. Po- littk bleibt immer Machtmittel, ilnd auch die Washingtoner Konferenz wird hier keine neue Aera herauffShren, sondern sie darf nur als ein künstliches Verschleiern der machtpoliti» chen Gegensätze aufgefaßt werden, die-doch einmal nicht anders als mit Hilfe der Was­en ausgefochten werden müssen.

Aus Oberfchleflm.

Gedrückte Stimmung der Deutfchen.

®ie durch die Alliierte» herbeigeftitzrte Zerreiß, «ng Oderfchlegens hat auf die dortige deutfch« Bevölkerung niederschmetternd gewirkt, da 6te Deutschen nur Verluste und Entrechtung erleide»

Im Jtegenfaü gut Hochstimmung, in der sich die putsche Bevölkerung von Kattowitz zur­zeit der Volksabstimmung befand, herrscht jetzt, nachdem die amtliche Entscheidung über die ober- schlesische Fra!ge bekannt ist, eine überaus ge­druckte Stimmung, die an Apathie grenzt. Auch dre Polen zeigen keineswegs die Haltung von Siegern, es scheint sogar, daß sie von der Zutei- lunig von Kattowitz an Polen nicht sonderlich entzückt sind. Die oberschlesischen Industrie-Un­ternehmer haben eine Konferenz abgehalten, um sich über die wirtschafllicheu Maßnahmen auf Grund der Entscheidung schlüssig zu werden. Inzwischen haben die deutschen Parteien nichts versäumt, um die deutsche Bevölkerung des abzutret-uden Gebiets zu einem e i n h e i t- l ich en Block zusammenzuschweißen. Die bür­gerlichen Parteien gehen einmütig vor und ha­ben bereits ein Programm ausgestellt, das all« Schichten zu vereinigen bestimmt ist.

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Hausse auf dem Grundsiüeksmarkk.

Aus O p Pein wird berichtet: Die politische» DerHältnisse wirken stark auf den Grundstücks- Markt in ganz Schlesien ein. Grundstücke in dem deutschbleibenden Teile Oberschlesiens find s eh r gesucht und die Preise enorm hoch, dagegen stehen m dem polnisch-werdenoen Teile .Häuser und Bauplätze zu verhältnisMäßig

kliaen^Pretten massenhaft zur Verfügung ~ Auf tue oberschlestsche Produktion haben di« Nachrichten über die Teilung des Industrie- gebietes recht ungünstig eingewirkt. Die Ar» beitslust sinkt. Infolge der allgemeinen Unsicherheit erwartet man einen scharfen Rück­gang der Produktion. Menthalben herrscht der größte Pessimismus und man macht sich auf eine Katastrophe gefaßt.

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Abwanderung der Beamten und Arvetter.

Französischer Mißerfolg.

Eigenartige Kulturpropaganda.

Wir tonnen auf dem Gebiete der Kulturpro- paganda vieles von den Franzosen lernen, auch wie man es nicht machen darf, zeigen unS die Franzosen: In Lyon ist vor einem Jahre ein chinensches Institut gegründet worden und Frankreich hat keine Gelegenheit versäumt, da­für in E h i n a die Werbetrommel zu rühren. Der Erfolg überstieg alle Erwartungen! In Scharen strömten chinesische Studenten und Stu- denttnnen nach Lyon, das zwar die ersten gast­frei aufnahm, sich aber nun in die peinliche Lage versetzt siehr, für fünfzehnhuhndert chinsische Stu­dierende, die dazu noch völlig mittellos find, keinerlei Unterkommen zu haben. Di« betragenen Söhne und Töchter des Reiches der Mitte revoltteren, ihre studierenden Landsleute in Paris sind ebenfalls nach Lyon gereift, um den Protest energisch zu unterstützen. Der diplomatische Apparat arbeitet. Mit gemisch­ten Gefühlen bespricht die französische Presse dir- enErfolg- französischer Reklamearbeit und kommt zu dem Schluß, die französische Kammer müßte entweder fünfzehnhundert Pensionen für die lernbegierigen Gaste bewilligen, oder fie

ler einverstanden. Der Reichspräsident wird Heu« den Präsidenten des Reichstages und die Vorsitzenden der Reichstagsfraktionen der bisherigen Koalitionsparteien empfangen.

Täufchungskonferenz.

Satfche Friedensfreunde.

Von

Dr. Paul Ostwald-BerBli,

Stt den ersten Novemberwochen soll in Wa­shington die durch die Vereinigten Staaten an-

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung ~ *

vroteft 6er Alliierten.

Budapest, 24. Oktober. (Eigene Draht­meldung.) Die Vertreter der alliierten Haupt­mächte überreichten der ungarischen Regierung eine Note, in der unter Berufung ans den Schritt am 3 April 1921 der Beschluß des Bot- schafterrates in Erinnerung ^bracht wird, dem- Mfolge die Wiedereinsetzung eines

Die meisten tüchtigen Arbeitskräfte in Kat» towitz, in erster Linie die Qualitatsarbeiter, rusteti irch für die Abwanderung aus Oberschle- ten. In Kattowitz hat bereits eine Massen- lucht eingesetzt. Wie verlautet, wird in Katto­witz der gesamte kommunale Beamtenapparat nach Bekanntgabe der Entscheidung aus Furcht vor schlechter Behandlung durch die Polen den Dienst auffieben. Die Nachricht von dieser all- gememen Demission hat in polnischen Kreisen bereits sehr ernüchternd gewirkt.

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Abtransport der fremden Truppen.

Mr den Abtransport der interalliierten Truppen ans Oberschlesien werden bereits Vor­kehrungen getvooffen. Mr die Franzosen und Engländer sind täglich zehn Züge ad Oppeln vorgesehen, für die Italiener ins­gesamt zweiundzwanzig Züge. Für den gesam­ten Abtransport sind zweitausend Personen- und Güterwagen erforderlich. Der Beginn deS Abtransportes ist noch nicht bekannt.

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Deutsche Truppen für Oberschiessen.

Das Reichswehrministerium hält zur Besitz­nahme des Deutschland zugesprochenen Teiles von Oberschlesten eine Brigade der Reichs- wehr zur Verfügung Ms größte Garnison- stadt wird G l e i w i tz in Betracht kommen. Ueber die sonstige Verteilung der Reichswehr- Brigade auf die einzelnen Orte Oberschleficns ist eine Entscheidung noch nicht ergangen.

DoriSussge Weiterführung der Geschäfte.

Berlin, 21. Oktober. (Privattelegramm.) Ju einer Besprechung des Reichspräsidenten mit dem Reichskanzler hat Präsident Ebert den Kanzler Wirth ersucht, mit den übrigen Reichs. Ministern die Geschäfte zunächst weiter­zuführen. Damit erflärte sich der Reichskanz-

geregte Konferenz der fünf Großmächte England, Japan, Italien und Amerika zusam- meutreten. Die diplomatischen Vorarbeiten dazu werden überall mit einem fieberhaften Eifer be- trieben, und, was darüber in der Presse verlaut« doch immerhin schon einiges auf die WkQUn und Marie schließen, mit denen die ^chledenen Vertreter nach Washington ent­sandt werden sollen. Es ist seldstverstSudlirb j«, - . . ------------

daß die Washingtoner Konferenz in aöererftcr ®or®e*r°fl bau einer Milliarde Goldmark zum Linie den Interessen der Vereinigen Staaten Slugust abgetragen. Wörtlich heißt es in dem dienen soll. Mag mit noch so Schreiben:Die alliierten Staaten haben die Er- Dra-sen von amerikanischer Seite föllung der deutschen Verpflichtungen, vor allem immer wieder betont werden, daß die Beratun- " ~ -

«Washington den Weltfrieden und das Nationen fördern sollen, so will Ame- rröa dadurch doch nichts anderes erreichen, als Mnfl rmd Sicherung feiner *VL9._ rnrt Hilfe diplomattscher M.ttel. Das Schrchal der anderen Stationen ist '»m dabei gleichgültig. Das zeigt sich durch das Programm, das amerikanischerseits für die Laihlngtoner Berattmgen aufgesetzt worden ist. Denn mit dem ersten Punkte, der sich mit dem - befassen soll, will Amerika nur einen Druck auf ^zapan ausüb en, um diesen ÄW^uemen Gegner zu einer langsameren Rüstung zur See zu veranlassen.

Der zweite und dritte Pmckt, die die Fragen Meeres und Ostasiens n. gern sollen, wollen auch weiter nichts, als da N^rerika hier freiere Bahn erhält, und zwar so- England tote Japan gegenüber. Immer schon haben die amerikanischen Interessen wett ^r ?£& Stillen Mcer und Ostasien tcm- ",^^>em Atlantischen Ozean und noch 9?ta, unb der Washingtoner Regierung scheint jetzt der Augenblick gekommen, die durch E, We-rkrieg so außerordentlich gefördette Machtstellung der Bereinigten Staaten nach die­ser Seite hin in entscheidender Weise geltens Aasi Aerbei Hauptleidtragenden ^apan und England fern werden, ist ohne wei- ^echHat Japan in geschickter Werse ferne Vorbereitungen bereits derart ge- LSn, daß es nicht zu fürchten braucht, als ein Megter vom Schauplatz abtreten zu müssen. Es hat dre Zwangslage, in die es durch das Schei- tern der BündnisverhmÄlungen mit England ^ebracht war, dadurch für sich wesentlich etteich- tert, daß es mrt einem kühnen Ruck das Steuer seines StaatsschrffeK herumgeworfen, und dieses W amerikanische Fahr­wasser gebracht hat. Denn es erfolgte die Reae- ^»n8f>«rr SaHtage in einem für Amercka annehmbaren Sinne, die Frage der Auswande­rung wurde zurückgestellt und soll auf amen» ä8Mnfd> auch in Washington nicht erör- Schantungfrage wurde d"Ä^erhandlnngen mit China aus der Welt geschafft >md so das im amerikanischen Jnter- esse liegende Prinzip deroffenen Tür" für Ost- °5*n wenigstens äußerlich auch von Japan an­erkannt. Die Gefahr des Erdrücktwerdens durch Angelsachsenttnn ist we­nigstens vorläuftg gebannt.

Anders steht es mit England. Mr die ^^.d°l.trkbedeu1et die Washingtoner Kon- leeenz die Fortsetzung der im Sommer mit Er­folg von amertlanitoer Seite angefangenen Jn- Bündnis mit Japan. Dieses Bündnis soll verhindert werden, weil es den amertkchirschen Jitteressen widerstrricht, und wie ine Dinge liegen, scheinen die Aussichten für °uch wenig günstig. Noch viel toeniaer ^ynterefff kann England aber an der Frage der baben. Es denfl gar Echt daran, fei. nen/Vloltcnbau emznschrünken und kann es FErika und Frankreich nn Schach halten will. Die Aufrollrmg der Stillen- MeerEagen entspricht ebenfo wenig engkschen Wunichen, da dann auch alle Mandatsftngen wieder zur spräche kommen müssen, und Ens- kartd keineswegs gewillt ist, zugunsten Amerikas eltoa auf dre deutichen Südseeinseln und auf Mesopotamren zu verzichten.

Noch weniger kann sich Frankreich etwas von War hington versprechen. Die Fragen des Stillen Meeres interessieren es nicht und von einer Abrüstung will es erst recht nichts wissen. Die Pariser Pcklittker sehen es auch nur als eine Gefälligkeit Amerika gegenüber an, wenn sie sich für Washington äußerlich fo eingesetzt haben, um efcen dadurch dem Freunde jenieits des Meeres sich zu empfehlen. Mt den Bereinigten Staa­ten darf eS Frankreich um Englands willen nicht verderben, und so spielt es mit, wozu es ein« geladen ist, aber mit der festen Absicht, sich in feiner Kontinentalpolitik von Washington ans nicht dreinreden zu lassen und nach wie vor die stärkste Militärmacht zu bleiben. Mit Italien liegen die Verhältnisse nicht anders. Man wtrd«