Meter Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 246
Mittwoch, 26. Oktober 1921
Fernsprecher 951 und 952
11» Jahrgang.
Fernsprecher toi und 952
Abermals ein Kabinett Wirth?
3af«tion$pr«tfe-. a> Einheimische Safttage: Die einspaltige Antigen-Zeile 8». L50. die einspaltige atenamejeU« St 3.50. b) Buswattige Sufträge: Die einspaltige Anzeigen,eile M. LflO, die einspaltige Reklamezelle M. 4.—, alles einschließlich Teuetungs,Uschlag Snzeigenkieuec. Für Anzeigen mit defondets schwierigem Sa, hundert Prozent Aufschlag Für die RichttgkeN aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, sowie für Aufnahme, baten und Platze kann eine Sewühr nicht übernommen werden. — Studetet- Schlacht. hoMratze 28/30. SeschaftSNelle: Kölnische Strube 5. Telephon Kummer 951 and M3
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GHiffbrüche und Strandungen.
ohne daß es zu einem endgültigen Ergebnis ge-
eines neuen Kabinettchefs zu rechnen.
Koalittons-Lestrebungen.
England« ablehnende Erklärung.
Mr Kabinettsbildung zu treffen gedenkt. Rach Schluß der eigentlichen interfraktionellen Besprechungen trat die Deutsche BolkSpar ! ie i noch zu einer Fraktionssitzung zusammen, die noch lange anhiett. Die Führer der Mehr.
König Karls Abenteuer.
Der gescheiterte Putsch in Ungarn.
dingungen der rechtmäßigen ungarischen Regierung nicht annahm, haben sich die Wasfenstill- ! siandsverhandlungen zerschlagen. Die ungarische Regierung erklärte die militärische Aktion König Karls als beendet, da ein weiterer militärischer Widerstand ganz unmöglich erscheine. Die Internierung Karls innerhalb Ungarns wird nach seiner Festnahme erwogen, wobei der Oberste ALiiertenrat Über die Zukunft KarlS zu entscheiden haben wird. — Die „Reichs
te u m s begaben sich in die Reichskanzlei und iinsammengebrochen angesehen werden, berieten mit dem bisherigen Reichskanzkr Dr. Die Truppen des Königs Karl erlitten eine ent Wirth über die Lage. Es ist demnach frühestens scheidende Niederlage, woraus sie um einen Waf- zu heute mittag IS Uhr mit der Berufung ftnstillstand ersuchten. Da König Karl die Be-
London, 25 Oktober. (Eigene DraHtmel- dnng.) Lloyd George hat gestern im britischen Unterhaus auf eine Anfrage erklärt, daß die Ententeregierungen nach wie vor feder Wiedereinsetzung der Habsburger in Ungarn sich widersetzen. Das Unterhaus nahm die Erklärung mit allgemeinem Beifall auf. Ein Abgeordneter fragte, ob die ungarischen Regierungstruppen Karl den Vierten und seinen Anhang verhaften werden, worauf ein anderer Abgeordneter rief, dazu sei Karl nicht erschienen. Unter Gelachter ertötnten die Rufe: Hört! Hört! Man erwartet heute, Dienstag, ähnliche Erklärungen Bnauds iu der ftanzösijlhen Kammer. i
geschnitten. Erst am Mittag kamen einige wenige Leitungen wieder in Betrieb.
An ven nordischen Küsten.
(Eigene Drahtmeldung.i
Wien, 25. Oktober.
bement von Dachziegeln. Steinen, Schiefer und brechenden Bäumen kamen hunderte tum Verwundungen vor. Die Schäden an Ge- b Sud en erreichen eine hohe Ziffer, namentlich in der Geschüftsstadt. Der hohe Michaelskirch- tnrm schwankte bedenklich. Der große Uhrzeiger brach n. mußte von der Feuerwehr herabgeholt werden. Am Montag früh war Hamburg vom d^ah.tbichB» KerkBchr mit «mSwÜus ab.
stießen -zusammen. Schoner und Leichter sind auf Grund gegangen. Verluste an Menschen- leben sind bisher nicht gemeldet, twch war der Verkehr in bat Straßen infolge des Sturmes lebensgefährlich. Unter einem wahren Bombar-
Sturm und Hochwaffer.
Ungeheurer Schaden in Hautburg.
sPrivat-Eelegramm.l
Die gärende Wett
Zerstörung und Umsturz.
aus Machtgier und Gewalttaten. Die aus den Fugen gegangene Welt wird noch jahrelang krachen und wanken, wenn nicht diejenigen Mutschen, die von dem Bazillus verschont geblieben sind, sich jeweils in ihren Ländern zusammenfinden, um Ordnung zu schaffen. Sorge Iwer Staat, daß sein eigenes Hans in Ordnung ist — das gilt auch für die Alliierten —, dann! wird auch die Welt wieder genesen. Mer zuerst
tober 2,60 X herabgesetzt. Die Meiereien in den Kreisen Mensdurg und Schleswig haben sich bereit erklärt, den Städten 250000 Mark zur Verfügung zu stellen, wenn diese den gleichen Betrag bereitstellen würden. Im Kreis« Husum beabsichtig: man k Hektar eine Mark zur Senkung cherWUchpreiie aruvdrjugen. wenn Äe beteMg-
Besondere Erwähnung verdient Schleswig-Holstein. Wie in den übrigen Provinzen, so findet auch bier eine Hilfsaktion mit Kartoffeln statt. Im Kreise Rendsburg sollen di« Minderbemittelten, vor allem Erwerbslose, Rentner, Kriegerwitwen uftv. beliefert werden. Nebenher lauft eine ans Veranlassung der Sony wirtschaftskanrrner eingeleitete Hilfsaktion zur Verbilligung der Milchpreis.- für Minderbemittelte. In Kiel zahlen die Mitglieder des Milchprvduzentenvereins monatlich je Kuh 50 Mark, um den Minderbemittelten daS Liter um 50 Pfennig bis eine Mark billiger zu liefern. In Hamburg fuü> durch den .Milch- ring" die Preise für September 2,40 X und Ok-
kommen wäre. Die Standpunkte der einzelnen Amsterdam, 25. Ottoboer. (Eigene Draht- Parteien haben sich bis zu einem gewissen Grade w.el^lny) Bon der ganzen holländischen aenäbert tebn* rnm », i,;»,. Küste kommen Berichte über Schiffbrüche
genähert, jedoch kam es zu keiner aemettt= ltnb Strandungen während des heftigen samen Entschließung. Der Reichspräsi Sturmes in den lebten zwei Tagen. Insgesamt dent hat darmlfhin die einzelnen Parteien auf-1 sind zwanzig Schiffbrüche an der holländischen gefordert, ihren Standpunkt ihm bis heute früh ^^ldet worden. Zwei Motorrettnngs- tt tlftr ntifiitfrilon hmroirf », boote, bie zu Hilfeleistungen auöfuhren, ken-
I IKHr mttzuteilen, worauf er dann feinen Bc- terteu. Ein Teil der Bemannung ertrank.
schluß für die Berufung eines Politikers ,
Die Kortoffelnot.
Hilfstätigkeit in einzelnen Gebieten.
«ng-flchcs ber Neuerung in eine Dewe-mta J'H.®drü^«föd-d«rftlgen bU Äa?. en blUiseten Preisen >u liefern bezweckt. ®a6 bisher in Vieser Ainstttzt im Reiche geschehe« Ift, geht aus nachstehendem ®eri<6t"aet»or t u. ^^gcn Jahre veranlaßte die Not
weiter Kreise der städtifchen Verbraucher einen ~e5 der Landwirte, ihr.« bedrohten Vvlksgenossen m der Stadt zu Hilfe zu kommen und ihnen Kartoffeln zu verbilligten Preisen zu liefern. Besonders zeichneten sich damals die brandenburgischen und badischen Landwirte durch Hilfsbereitschaft aus. Trotzdem bekannt- ltch in diesem Jahre die Kartoffelernte infolge ^Trockenheit erheblich gelitten hat, haben die Hllfsattionen beute einen erfreulichen Umfang angenommen Einzelne willkürlich herausgegrif- fene Beispiele mögen genügen. Wie aus Presse- Meldungen hervorgeht, stehen in diesem Jahre die Provinz Hannover mit Oldenburg und Braunschweig und Bayern Wohl a» erster Stelle. Sowohl die Landwirtschastskam- mer zusammen mit den großen landwirtschaftlichen Organisationen, vor allem dem Hannoverschen Landbund, ferner die Landräte der einzelnen Kreise haben Ausrufe an die Bauern erlassen. Der Erfolg übertrifft die früheren Leittun- gen. Für «ast alle Kreise mit größeren Städten der Provinz und Rachbaraebiete Werften Hilfsaktionen unternommen, wie Hildesheim. Lüneburg, Celle, Harbnrq, Geestemünde, Linden Goslar. Braunschweig. Osterode, Pein.-, Teklenburg, Lehe ü. a. m. Die Landwirte aller diefek OWiete haben sich bereit erklärt, eine gewisse Ant-ahl Zentner auf den Hektar abznsiefern und twar zu den Preisen von gewöhnlich 25=35 Höch, siens 40 X.
wir mit unserer eigenen Rot beschäftigt sind, sehen wir, wie es auch in anderen Landern wieder gärt. Der Monarchisten- .PNtsch in Ungarn hat bereits ein umchhm- ltchos Ende gefunden. Die Anhänger des Kö- mgs Karl hatten den jetzige« Staatsstreich nicht be'scr vorbereitet als den .Osterspaziergang« Karls vor einem halben Jahre. Was in den letzten Monaten in Westungarn vorging, waren allerdings die Vorarbeiten. Die ungarT scheu SBaitben, die die Uebergabe des Burgen- laitdos an Oesterreich, dem Ententediftat trotzend, Mit Waffengewalt verweigerten, waren nichts anderes als die Söldlinge, die aus Karls Kommando warteten, um von dort aus die Weder- errichtung dos ungarischen Thrones in Szene zu setzen. Man weiß noch nicht recht, roeldye Rvlledas bisherige Budapester Kabinett eigenMch dabei spielte. Wie es die seitherigen Puttchgefahren bestritt, so erffärte es jetzt, daß es für die abermalige Entfernung König Karls sor- gen werde Trotzdem wird von anderer Seite behauptet, das Kabinett des Ministerpräsidenten Bethlem mit dem Außenminister Grasen Banffy habe dte nwnarcbistischen Vorbereitirngen in stillschweigend geduldet, was umso wahrscheinlicher ist, als Bethlem erst kürzlich in Mnftirchen eine monarchistische Rede gehalten hatte. Wie dem auch sei, es sind tatsächlich Ge- genmaßncchmen getroffen worden mit dem Gr« folg, daß das Königspaar vorläufig in- terniert wurde, um später ausgewiesen zu werden. Auch die Mithelfer wurden gefan- «kn gesetzt Diese Wendung ist durch Karls @eg» ner, den Reichsverweser Horthy, sowie durch den « » «21 au6e" herbeigeführt worden. Die Balkanländer und die Tschecho-Slowakei, also die .kleine Entente«, haften sofort die Modili- sienmg angeordnet. Obwohl in Ungarn die Volksstimmung für das nationale Sronigtum sehr eingenommen ist, war der Habsburger Karl — der anscheinend nichts ohne Zita imtcme^nen rann — doch nicht derjenige, der dem. un/gari- , scheu Ideal entsprechen könnte.
Berlin, 25. Ottober. (Privat - Telegramm.) Zwecks Verbreiterung der Regierungskoalition haben gestern die bisherigen Koalitionsparteien offizielle Verhandlungen mit der Deutschen Volkspartei aufgenommen. Demselben Zweck galt eine längere Besprechung Strese-! manng mit dem Mehrheitssozialisten Her- mann Müller. Es verlautet, daß die Unter- redung des Reichspräsidenten mit Strefemann „,.a
am Sonntag ausdrücklich den Eintritt der Deut-1Vl>ft "Meldet ans Budapest: Der Ausschuß chen Volkspartei in die alte Koalition und nicht ^s Parlaments ist für Donnerstag mittag der Schaffung einer neuen RegierungSkoalition cinberusen. Das Kabinett Bcthlcn wird in der ÄsLöwinn TL mC *? r “t V Sitznna die gegen das gefangeueKSnigs-
Rcrchstagsfranwn Hai rhrrn Partervorstand für 1H A __ .. t
Dienstag nachmittag nach Berlin berufen. paar zu ergreiseude« Sichernngsimchnahmen
* I bekannt geben. Eine dauernde Jnternierimg
In B a y e r n ist die Hilfsaktion auf die Anregung der Vandesbauernkammer zurückzuÄH- 8 ren . Sie umfaßt nicht nur die Kartoffeln, son- - der» auch die flanke Regelung des Viehverkehrs - und der übrigen Lebensmittel. Für die verbil- - “0ten Kartoffeln sind die Preise auf 25 bis 30 Mark für das »rechtsrheinische Bayern festgesetzt, wahrend die übrigen Kartoffeln entsprechend 1 den gestiegenen Erzeugerkosten höher find. — ■ Don den übrigen deutschen Provinzen und Länder haben sich besonders die Landwirte Badens, . Sachsens. Pommerns. Hessens. Mecklenburgs und andere an der Hilfsaktion beteiligt. In Hes- sen-Tarmstadt übernahmen der Landbund und die Landwirtschaftskammer die Anregung. Der . Preis soll 30 Mark betragen und. möglichst alle Landwirte sollen sich daran beteiligen. In B a' den übernahm der Landbund, in Pommern wiederum der Landbnnd in Verbindung mit den Kreisregittuugen die Führung. Im Kreise Belqard find von den Landwirten bisher bereits! rund zehntausend Zentner gezeichnet worden, >md zwar ncunfatrfenb von Gütern, tausend Zentnern ton den Gemeinden Im Borjahr: wurden fünfnndManzigtaitftnd Zentner allein 'ür die Städte Belgard und Polzin für 20 Mark pro Zentner geliefert. In anderen Kreisen verhält es sich ähnlich.
In S a ch s en wurden neben Kartoffeln auch Getteide fftr die Ablieferung borg'sehen und zwar zum Beispiel in einem Kreise auf den Morgen ange&aitie Ackerfläche zehn Zenmer Kartoffeln oder zwei bis drei Zentner Getteide. Der mecklenburgische Lmdbund hat eS nach Benehmen mit dem Kreisvorsitzettden aß- lebnen müffen, wie im Vorjahre eine »Heimat- kartoffelaktivn'' in die Wege zu leiten, wetz die» als Umlage gedacht bei der ungleichen Ernte in den verschiedenen Gebieten nicht alle akeichmäßiq treffen würde Dagegen find die Landwirte auf» gefordert worben, freiwillig für die S'ädter Opfer zu bringen und ein großer Teil ist dieser Aufforderung ber.nts nachgekommm. Eine Besprechung fm merlenSuraischen Ministerium hat am 5. Ottober sich mit diesen Fragen befaßt.
heitLsozialdemokratcn und des Zen- Kaum begonnen, kann der Karlistenputsch als
Rchen diesen Ereigniflen wird das portu- gie,ische Abenteuer nur wenig beachtet. Antzerhallb Portugals ist man noch im Unklaren, wer die Umstürzler sind. Einmal heißt es, sie seien neuorientierte Republikaner, die die jetzige "p^llkanische Regierung beseitigen wollten, um §ch^elbst ans Ruder zu bringen. Nach anderer Meldung sollen Kommunisten die tteibenden Kräfte fern, um die Zotrj et regier ung einznfüh- ren. JedensttW scheinen dort keine Monarchisten betetligt zu sein. Was auch immer ans jenen ^-,!rre.ni entffeben möge, einen Einfluß auf die europäische Entwicklung hat es nicht, denn dazu ist Porwgal zu unbedeutend. Schließlich wird dort nur eine Regierung Bestand haben, die England gefüllt, da Portugal von Englands Fi. naiyen abhängig ist.
So herrscht überall Verwirrung, evtSarüW
Wiever Dr. Wirths |bcS Königspaares in Ungarn kommt nach einer
Berlin, 25. Ottdber. (Prwat . DÄegramm.) "wichen Erklärung des Reichsverwesers Hör- Es wird angenommen, daß der Reichspräfideitt! ” Frage, wohl aber die Internierung
im Laufe des heutigen Tages Dr. Wirth er. *** dltthelfer des Kömgspaares.
neut mit der Bildung des Reichskabinetts be-l
auffragen wird. - Heber die Einberufung des "ÄS?
«**• »- Wteto» «rt.
abenb oder Mittwoch fallen. Der Aeltestenaus- Montag beschloffen, die Entcntevettreter in Bu- chuß tritt Dienstag abend beim Reichspräsiden, habest telegraphisch JU beauftragen, der ungari» ten zusammen. In den Frattionsbesprechnngen !LüÄ7"sa°rl'w/'Z" E- aIl9cmein mit Wiederbe- gesetzt, zweitens verhastet^mid drittens
rufnng Wirths Mr Kabinettsbildung gerechnet, aus Ungarn ausgewiesen und der Entemc 'ausgeliefert werden. Mr den Fall, datz diese Forderungen nicht erfüllt werden, lehnt die En- tente jede Gewährleistung für die Folgen ab, denen sich Ungarn damit aussetzt. Die Entente geht also diesmal weiter, als im Frühjahr, da nicht nur die Wiedererrichtung der Monarchie
Hamburg, 25. Oktober, verboten, sondern auch Karls Anspruch auf den Der durch Hochwaffer im Hamburger Haken 12.755’1 “bflfWiefen wird. Dieser Entcntebeschluß
che Dampfer zerbrachen. Verschiedene Segtlschifte dagegen den Staaten der „kleinen (fatente- freie Hand für ihre Einmischung läßt.
Stettin, 25. Oktober. (Pnvattelea-rmmn.> Auch an der pommerschen Küste wütete ein furcht barer Sturm. Auf der Oder mußte der vhm, v« xäii 4viruvi Heueicn. zu>er zuernIReichswasserschutz verschiedenen in Not gern» muß allen Denen auf die Finger gesehen wer- lenen Booten zu Hilfe kommen. Von der den, die aus dem Wirrwarr ein Geschäft S^e liegen bisher noch keine Nachrichten vor,
zu machen verstehen! KF.Dr. doch hat der Sturm das ganze Ostseegebiet
—---------- heimgefucht. Er erreichte am Sonntag Wind-
___ starke 10. Noch heftiger ist der Sturm an der
SH? schwedischen Küste gewesen, wo die Tem-
peratur auf fünf Grad unter Null sank. Es ist Deratuugen des FrattionsanSschnffes. also zu erwarten, daß auch in Pommern bald lPrivat-Telegramm.s IArost cintritt Von England wird der hie-
Berlin 25 Ottober RneJ? Seewarte wieder ein starkes Minus ge- bcs
schuffcs gingen in später Nachtstunde zu Ende, *
Wenn die Nationen noch in der Nachkriegszeit ihr GLeichmaß nicht wisderfinden konnten, hat man sich mit der Erklärung getröstet, daß die Welt krank sei. Der schlimme Krieg, der alle Länder der Erde in Mitleidenschaft gezogen hatte, mußte so verheerend wirken, daß die menschlichen Tugenden unterdrückt wurden und die Zügellosigkeit die Oberhand gÄvann. Die im Krieg unterlegenen Lander haben ttanrige Erfahrungen machen müssen, an denen sie noch Jahre hindurch leiden werden. Eigennutz, Mißgunst, Uneinigkeit im Innern, Schwächling des Äolkswillens und sviangel an Selbstbewußtsein nach außen find die KrankheitAeime, die noch am Vlart des deutschen Volkes zehren. Die gleichen Symptome kann man in allen zusammengeprochenen Voile rn wahrnehmen. In den sogenannten Siegerstaaten sind es die krankhaften Herrschasts- geluste, Raubgier und Haß gegen Deutschland, die jie nicht zur Ruhe frommen lassen. Es mag wohl ein Trost fein, wenn wir uns sagen, einmal werde Deutschland und die Welt doch wieder genesen. Aber für den aufwärts strebenden Teck des Volkes ist es eine harte Geduldsprobe. Nicht Jeder mag sich mit einem Trost- toort zusneden geben, wenn er zu erkennen glaubt, daß der Gesnndungsprvzeß gar zu langsam geht. Deutschland nimmt alle Mißhandlung von den Alliierten ruhig hin; so ist es kein Wunder, daß jene fortdauernd ihren brutalen Neigungen ftöhnen. Noch wissen wir nicht, ^"^sstr^eine Regierung uns nach dem Mrckttttt des Kabinetts Wirth beschert werden
Ist es eine nachgiebige Regierung, xne sich den Feinden glatt aulerwirst, dann geht es weiter abwärts. St tune eine Regierung die • das Diktat über Oberschlesien nicht an» etrennen würde, dann wüßten wir zwar, daß witoer dte Besetzung des Ruhrgebiets in Aussicht stände, aber letzten^ Endes würden wir in biefem paffe, nicht schlechter dastehen als wenn wir fretwillrg unsere Rechte aus der Hand geben.
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