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Hessische Abendzeitung

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3ntertton«pretfe) «»heimlich« Sufcage Die «tnfpatHge «metgen-Seile «. U», Bte rtnfpatttge Reklame,eile M. 8J5O. t>> auärodrttge auftrage: Die «tn'oaINg« Sn,eigen,eil« M. L60, Bt( einspaltige Reklamezelle M. alle* einlchlieblich Teuerung*,Uschlag und anietgenfteuer. Für Anzeigen mit betonier* fdjrolertgem Satz hundert Pro,ent «ufichlag Für die RlchtigkeU aller durch Fernsprecher aufgegebenen Antigen, tourte tut Aufnahme, baten und Plätze kann eine Sewähr nicht übernommen re erb en. Sruderet Schlacht. haMrabe 28/30. »ekchdft*stelle: «Slnilche Straß« a. Telephon Nummer 951 und »53

Nummer 267.

Fernsprecher 951 und 952

Sonntag, 20. November 1921

Fernsprecher 951 und 952

11. Jahrgang.

Die Replmülsllssrage und Wuslriehilfe.

In der Lange.

Gewaltsame Lösung der Jeitpsodleme.

Das Auf und Nieder der politischen und wirtschaftliä-en Verhältnisse in Deutschland läßt sich ungefähr so darstellen, daß wir jedesmal, wenn wir einen Schritt auswärts tun, zehn Schritte abwärts rutschen. Gegenwärtig befin­den wir uns wieder auf abschünigem Wege, an dessen Rand wir vergebens einen Halt suchen. Auch des Weges Ende ist in Dunkel gehüllt, und man glaubt Voraussagen zu können, daß wir auch die Schwelle des Jahres, die in sechs Wochen erreicht wird, im Dunleln ü-berschretten. Die Ungewißheit Les Jahres 1922 wird durch einen bösen Anfang verschärft. Am 15. Ja­nuar und 15. Februar laufen zwei Zah­lungstermine ab, die eine Leistung von rund achthundert Millionen Goldmart erfordern, für die aber noch dieDeckungfehli, und es ist auch heute noch nicht zrt sehen, woher die er­forderlichen Mittel genommen werden sollen. Während sich also Deutschland in wirtschaftlichen Qualen windet, während die Lebensmittel und Waren knapp und immer teurer werden, weil das befsergestellte Ausland uns auskauft, sinnen die Entente-Bertteter, wie sie trotzdem ihre For-, derungen eintreiben können. Das ist die Tätig­keit der Reparationskommission, auf die man in der vorigen Woche voreilige Hoff- nungen gesetzt hatte, und die trnS beute desto mehr enttäuscht. ES ist wahrscheinlich nicht aus eine Stundung der beiden Raten zu rechnen, denn die Ausländer sind ja der Ansicht, wie der Neichswirtschastsmintster Schmidt vorgestern im Reichstag sagte, daß Deutschland zahlen könne, wob-i sie aus das Schlemmcrlebcn in ge- nnssen Berliner Lokalen Hinweisen. (55 liegt natürlich an der Verbohrtheit Vieser Aus­länder, gemeint sind die Alliierten, daß sie ihre Studien beguemerwwse in jenen Lokalen machen, anstatt die wirkliche Notlage des Volkes tm ganzen Deutschland zu prüfen. In Uebercin- stimmung mit der falschen Ansicht steht attch die Aeußerung des französischen Finanz Ministers Doumer, daß es in Deutschland noch genug Reichtümer gebe, die ausgeliefert werden könnten. Der Mann hat die Unverfrorenheit, offen zu erklären, daß mit dem deutschen Besitz die französischen Finanzen aufgeftillt werden müßten! Das im Vergleich zu Deutschland wohl­habende Frankreich will sich aus unsere Kosten »gesund machen-, obwohl wir selbst hilflos dar- nieder liegen. Daran wird uns Allen wohl klar werden, daß wir von jener Seite kein Entgegew kommen zu ertvatten haben.

Inzwischen gibt sich die deutsche Regie­rung alle Mühe, Kredite zu beschaffen. Die Verhandlungen mit dem Reichsverband der I u- dustrie und den Vertretern der Landwirt­schaft haben noch zu keinem Ergebnis gefühtt. Vorläufig besteht noch in einem Teil des Volkes die Erregung Mer den Vorschlag der Industrie, die Reichs- und Staatsbahnen in Prt- vatwirtschaft überzuführen. Es hat sich ein scharfes Für und Wider entwickele, und selbst innerhalb der Demokraten und des Zentrums ist die Meinung darüber geteilt. Die Rechtspar­teien befürworten den Vorschlag, die Linrsvar- teien sind natürlich dagegen. Wenn man außer­halb dieser Gruppen steht, muß man intimer wie­der mit Bedauern fcststellen, daß in Deutschlano ^anscheinend nichts mehr sachlich bettachtet wer­den kann. Alles wird durch die Parierbrille an­gesehen. Dos gemeinschaftliche Jntereffe des Volkes stebt erst in zwetter Linie. Was will denn die Industrie? Geplant ist, für das Reich bei ausländischen Anleihen die Sachwerte als Garantie zur Verfügung zu stellen Demgegen­über macht sie mit Bedingung, daß die Reichs­und Staatsbettkebe der Eisenbahn nach pri­vatwirtschaftlichen Grundsätzen ein- aerichtet werden. Das heißt, daß nicht mehr mit Fehlbettägen gearbeitet, sondern daß durch Ein- schrärckimg der Material- und sonstigen Unkosten, wie es früher war, ein Gewinn herauSgowirt- sch-ftet werden soll. Dieser gesunde Gedanke ist doch sicher wert, sehr genau geprüft zu werden Daß eine Anzahl der neuen Beamten und Ar­beiter, die im Falle der Privatwirtschaft viel- leicht als überzählig bezeichnet würden, skh da­gegen auflehnt, ist erklärlich. Aber für sie müßte dann andere Beschästtgung gsfunben werden, wie ein ZentrmnSabgeordneter sagte. Es mag darauf hingewiesen Wertzen, daß die ganze An­gelegenheit nicht ohne die Gewerkschaften er­ledigt wird. Alles ist in der Schwebe und soll, wie die Industrie selbst wünscht, mit den Ar­beiter- und Dcamteitverttetern beraten werden. Stellt sich bei diesen Beratungen heraus, daß der Vorschlag nicht durchführbar ist, dann würde die Umwandlung unterbleiben.

Eine andere Frage ist, ob der auslän­dische Geldmarkt überhaupt für eine deutsche Anleihe offen ist. Zieht man in Be­tracht, daß die Notlage Deutschlands obne genü­gende Sicherheiten wenig Anreiz für fremde Geldgeber bietet, ferner, daß die Washing­toner Konferenz keine Zett für unsere

Sorgen übrig hat, so kann man keine rosige Hoffnung hegen. An Washington tritt aus dort diplomatischen Schleiern nach und nach ein sest umrissenes Bild hervor, das die Absicht zur Einkreisung Japans erkennen laßt. Die gestern unter den Telegrammen mitgeteilten amerikanischen Vorschläge, nach denen bas ost- asiatische Problem gelöst werden soll, haben in Japan arg verstimmt. Sie gehen darauf hinaus. Japan aus seiner Vormachtstellung in China, in der Mandschurei und im asiatischen Teil des Stillen Ozeans zu verdrängen, damit Amerika und England sich desto ungestörter bort aus- dehnen können. Die japanischen Delegierten ha­ben aber bereits angedeutet, daß sie sich zur Wehr setzen werden. Die Andeutung eines Blocks der gelben Völker ist zwar weit van ihrer Verwirklichung entfernt, aber man weiß doch in Washington jetzt, was auf dem Spiele steht! K. F. Dr.

Am öfc ZahlungspsiWten.

Die Franzose« gewähren keine Stundung.

, (Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 19. Reovember.

Temvs" nttbMatin" bestätigen in halbamt­lichen Blätterauslussungen, dich für den 15. Ja­nuar oder für 15. April kein Zahlungs­aufschub an Deutschland zugestanden würde. Journal des DebatS" meldet aus Berlin: Tie Garantiekommission hält Deutschland für durch­aus zahlungssShig. Es hänge von Deutsch­land ab, fein gewaltiges Beamtenheer ein- zuschränken, daS zwei Drittel der gesamten Reichseinnahmen beansprucht, während Frank­reich nur ein Fünftel seiner StachS-innahmen für die Bezahlung der Beamten auswendet. In diesem Sinne habe die Garantielommiffion die deutsche Regierung ernstlich verwarnt.

LrrSbetzuullg 6er «Sachlelfiungra?

London, 19. November. (Eigene Drahtmel- düng.) Im Gegensatz zir den Pariser Stimmen bezeichnet es der Berliner Korrespondent deS Daily Chron-cle" deziglich der von Deutschland zu leistenden Januarzaylung als wahrscheinlich, daß eme Lösunq gesunden wurde, die als eine Ausdehnung der Idee der Sach, leist»ngen bezeichnet werden könne. Jeden- falls sei ein Plan vorhanden, der Deutschland eine Erleichteruna verschaffe, ohne auf der an­deren Seite für die Empfänger schädliche Folgen in der Reparationsfrage zu haben.

LkrhWne^Rreörttzrlke.

Weitere Bereitschaft bei Freiwilligkeit. (Brivat-Trleoramm.l

Berlin, 19. November.

Wie der Lokalanzeiger erfährt, sand gestern eine Besprechung zwischen den Ausschüssen der Banken und des Reichsverbandes der dettt- sche» Industrie statt. Man unterhielt sich nochmals über die Kreditaktion. Es wurde be- schloffe», dem Reichskanzler ein Schreiben zu überreichen, tu dem zum Ausdruck gebracht wird, daß der Reichs verband der Industrie seine in München und Berlin gezeigte Bereitwillig­keit, eine Kreditaktion einzuletten, aufrecht er­halte. In dem Schreiben wird weiter »ie Frei­willigkeit betont. Ucbcr die Frage der Ent­staatlichung der Eisenbahnen wurde in dieser Sitzung nicht gesprochen.

* Die GexmersHosk.

Dresden, 19. November. (Privattelegramm.) Die sozialistische sächsische Regierung hat sämt­liche Bettreled im Reichswirtschaftsrai ersucht, gegen da§ Angebot der Industrie auf Kredit- Hilfe Stellung zu nehmen.

Stinnes in England.

Verhandlungen über dis Reparationen.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 19. November.

In Ententekreisen wird mit Bestimmtheit be- hauptet, daß Hugo Stinncs in London er. wartet werde. Die Reise soll nach Stellung­nahme mit Lloyd George zustande gekommen fein. Mau rechnet damit, daß schon in ganz kur­zer Zeit wichtige Unterredungen zwischen dem Leiter der englischen Politik und Hugo Stinnes stattfinden werden, die sich in der Hauptsache um Deutschlands wirtschaftliche Lage drehen würden. Der BerlinerLokalanzeiiler" ergänzt die Meldung über die Londoner Reise von Stinnes auf Grund weiterer Unterredungen dahin, datz Hugo StinneS Berlin bereits verlassen habe.

Daß die Londoner Verhandlungen mit unseren Wiedergutmachungsleistungeninun- mittelbarem Zusammenhang stehen, brauche wohl nicht erst hervorgehoben zu werden.

Fmn?mchs Zerstörungswut.

Protest der Gewerkschaften.

(Eigene Drahtmelduna.1

Berlin, 19. November.

Gestern nachmittag haben sich die Bertreter des Allgemeinen Deutschen GewerlschastSbundes. der christlichen Gewerkschaften und die Hirsch- Dunckerschen Gewerkdereine nach voraufgegange­ner Vereinbarung zum Vorsitzenden der Inter­alliierten Kommission, General Rollet, begeben, um ihm in rückhaltloser Aussprache die außer- ordentlick-en Folgen seines Borgehens für die deutsche Arbeiterschaft und für das Verhältnis der deutschen Arbeiterschaft zu Frankreich klarzust-llen. Sie betonten, daß eine Wiederholung der sinnlosen ZerstörungS- Maßnahmen auch in den Kreisen der deut­schen Arbeiterschaft tiefe Empörung gegen Frankreich Hervorrufen werde und daß auf eine friedliche Verständignng mit Frankreich nach solchen Maß,lahmen nicht mehr zu rechnen sei. General Rollet gab beruhigende Eiklärungen ab und betonte, daß die ihm erst setzt bekannt ge­wordenen TatsaSren nüber geprüft würden.

*

Besuch Sei Ceti Diplomaten.

Berlin, IS. November. (Privattelegramm.) Tis GetverkschastZkommiWon, die wegen der Deutschen **rrl Rostet war, wurde

ferner vom ilaftenWen und englischen Botschaf­ter, sowie vom amer. Geschäftsträger empfangen.

Das MrWunnsprogramm.

Amerika will sich durchsetzen?

(Eigener Drahtbericht.)

Zürich, 19. November.

Aus Washington wird der römischenTri­buna" berichtet: Der amerikanische Staatssekre­tär Hughes gab nichtamtlich, aber bündig die Erklärung ab, Amerika werde seinen ganzen Einfluß ausbieten, nm die vorgeschlagene Ab­rüstung der Welt durchzusetzen. Die Haupt- weltmächte würden durch die Anwendung der amerikanischen Borschläge eine Ersparnis von dreißig Milliarden Franken jährlich erzielen. Rur dann werde es möglich sein, der Frage der Stundung oder Streichung der Kriegsschulden unter den Ententefiaaten und der Normalisie­rung der Valuta^ergi,treten, wenn das Ab- rüstungSprogramm gesichert sei.

* * japanische Einwendungen.

Genf, 19. November. (Eigener Drahtbericht.) Echo de Paris" meldet aus Washington: Die japanischen Einwendungen gegen den Hugheschen Vorschlag werden am kommen­den Mittwoch der Konferenz bekannt gegeben werden. Aus Erklärungen der japanischen De- legation geht hervor, daß sie Land- und See- Abrüstung in Verbindung bringen möchte, ohne datz eine prinzipielle Ablehnung des amerikani­schen FlottenabrüstungsprograurmS ausgefpro- chen werden soll. DerMatin" meldet aus Rew- york: Hier verstärkt sich der Eindruck, daß man sich aus einer mittleren Linie einigen wird.

Sin argenilnischer Antrag.

Genf, 19. November. (Eigene Drahtmeldrmg.) Havas berichtet aus Waihinqron, daß die argen- tinische Delegation den Antrag cingercicht habe, die Konferenz möclfie den Gebrauch des Tauch­bootes als Kampswafst untersagen, fer­ner aber auch die Anwendung giftiger Gase im Landkrieg. Staaten, die sich dennoch dieser Waffe bedienen, fallen vor das Dölkcrge- ttcht gestellt werden.

(Sine Begnadigungs-Aktion

De» neue Reichsjustizminister.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 19. November.

Der neue Reichsjustizminister Dr. Radbruch hat sich zu einem Fraktionsgenoffen über seine Absichten unter anderem dahin ausgesprochen: Einen sehr breiten Raum in meiner Tätigkeit nimmt die große Begnadigungsaktlon ein. die sich auf die von Sondergerichten gefäll- ter. Arteile erstreckt. Alle auf Zuchthaus lauten­den Urteile der Sondergerichte werden nachge- prüst, auch ohne daß ein besonderes Begnadi­gungsgesuch vorliegt. Ferner alle anderen Ur­teile, soweit Gnadengesuche eingereicht sind. Grundsätzlich werden alle Personen begnadigt, die als M i t l ä u f e r des Aufstandes anzusetzen sind. Die Prüfung soll periodisch wiederholt werden, erstmalig am L April 1922.

An der Börse.

Eine Folge der Markentwertung.

Die Retefdjtoanitattflen, die in den letzten rasen an de» denrichen Börsen erfolgt find, »irden wieder die aUgenreiae Aufmerksamkeit auf fich. Lever di« LniwiSlungcn am Devisen- und «ffektenmarkt wird uns Folgen»-» geschrieben Ueber den Siedegrad auf den das Speknla- fionssieber gestiegen ist, besagen die Börsettbe- richte genug, sodaß man hierüber nichts zu reden braucht. Um den Ursachen dieser Erscheinung nachzugehen, um zu verstehen, weshalb der Ka­pitalbesitzer sich heute wie wild aus den Devisen-- und Esselienmarlt stürzte und so die Rune zu' ichwindelnder Höhe trieb, mutz man sich vor allen Dingen klar werden, daß nicht überall die Spekulation die gewiß einen üblen Beige, cymack hat, das treibende Element ist. Soweit die Käufe des Publikums dem Effektenmarkt gelten, ist die Aufblähung dec Rurff zunächst aus dem Wunsche erklärlich den Geldbeptz an Papier- mark in Gold umzuwandeln, nämlich in Werte, die wegen der hinter ihnen stehenden Produk­tion s m i 11 e l und der wirtschaftlichen Beden- mng der Betriebe einen weit realeren Wert ha­ben als das P a p i e r g e l d, von dem mmr nicht weiß wie weit seine Eniwertnng noch sortschrer- ten wird, ob es nicht einmal, wie in Ruß. land, auf die Wage gelegt werden mutz, nm überhaupt seinen Wert zu bestimmen. Indem sich t-un das Amlagebedürfnis zrmächst als Mark- flucht in immer steigender Weise äußert, sodaß iürzfich die Aulagebedürfttgen einander überbo­ten, um überhaupt Effekten in die Hand fti 6e- iommen, tritt das spekulative Moment auch für diejenigen Kreise hinzu, bei denen in erster Sc» nie nur die Absicht einer guten Rapttalsanlage bestand Auch der jetzige vorübergehende Rurs- rückaang wird daran nichts ändern.

Noch schärfer vrägt sich das ans dem De­visenmarkt auS Auch heute dürften sich auf dieiem Martt die Raufet anS SpekulttionS. trieb mit besten die Wage halten, die auS Rück­sichten der A n l a g e ihres Kapital s in GoW- werten oder aus zwingenden Privatwirtschaft»- chen Gründen Devisen um jeden Preis tu er- werben ttachten. ES ist bereits vor einigen Monaten, als der Dollar noch hundert Mart galt, von führender industrieller Sette zuge^- best worden daß die Devisenkäufe der Industrie einen großen Umfang angenommen hatten, da die Industrie die Devisen zum Erwerb aus­ländischer Roh. und Halbstoffe drin, gend benötigt und nicht erst die Weiterentwer- tun« des Markkurses abzuwarten gewillt ist. Heute, da sich der Dollarkurs um 260 Mark her­um bewegt wenn auch jeder Tag hier weitere Ueberraschunaen bringen kann mutz da» Iw, teresse der Jndusttie am Devisenerwerb «och dringlicher sein, wenn sie nicht einen Zeitpunkt abro-arten will, an dem die deutsche Mark nicht viel mehr als die österreichische Krone oder wer kann das wissen die polnische Mark gttt Ohne das ganze Problem der Devisenspeku­lation hier aufrollen zu können, fei darauf him- gewlesen, daß die Schließung der Berliner Effektenbörse an drei, selbst an vier Tagen der Woche ihr gut Teil dazu beigettagen hat, nm das Publikum vom Effettenmartt ans den täg­lich geöffneten Devisenmartt zu tieiben, lieber- Haupt hat sich die Maßnahme der torfenfieien Tage als sehr unzulänglich erwiesen. Die auf die Provinzbörsen jetzt «langenden Auf» träge der Berliner Rundschäft beweisen zur Ge­nüge, daß alle Mittel, die SpeftilafiowSwut ein- zudämmen, in ihr Gegenteil umschlagen. Da» Spekulattonsfieber wird solange anbau ent, tote die Zukunft der deutschen Valuta in ein un­durchdringliches Dunkel gehüllt ist. ES ist ge­wiß ein Krebsschaden am deutschen VolkSkörper, aber man darf nicht übersehen, daß dir Krank- tzeitskeime Reparationszahlungen, staatliche S«. (Mißwirtschaft, Vermehrung der Staatsschulden und deS Papiergeldumlaufs, BesatzungSkosten und alle sonstigen aus dem FriedenSverttag und der Gewaltpokttik der Entente tzerrüh- renven Lasten sind. B. 0.

D!e Volksgerßel.

Born Kampfe gegen die Tuberknlofe.

Heute, am Dotensonntag, gedenken wir m# stiller Trauer der Dahingefchiödenen, erinnern uns unserer Lieben, die auf dem Felde der Ehr» für des Vaterland geblieben und auch so Vieler, die ein noch furchtbarerer Feind wegrafste, alS cs der Krieg gewesen ist. Hekatomben opfert die Menschheit der Tuberknlofe. Do fchrecklich aber dieser Volksfeind ist, so fürchterlich diefe Geißel niederschlügt- der Kampf dagegen ist nicht ntinber zäh, und schon sehen wir Erfolge. Auch bei uns ht Kassel. An anderer Stelle berichte ich heute Über einen Besuch in Immenhausen. Einen weiteren DKck in die Wirksamkeit gegen die Tnbeickulofe gewährte ein Befind, den ich der Poliklinik des Vereins Tuberkulosefürsorge abstattete. An der Spitze dieser jDrganiiaäon