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Sonntag, 1. Januar 1922.

Fernsprecher 951 und 952

Nummer 1

Fernsprecher 951 und 952

Störungen im Eisenbahn-Verkehr

Ruhe im Bezirk Erlitt.

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lieben Betrag von drei vis vier Mlltaröen

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Goldmark kommen und demgemäß mehr

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12. Jahraang

K3mESaCTMM

Agitation gegen Br. Hermes.

Berlin, 31. Dezember. (Privat-Telegramm.) Die Dresdner Nachrichten melden: In den Krei­sen der Eifenbahnarbeiter scheint man auf die Entfernung des Dr. Hermes aus dem ReichSfi- nanzministerium hinzüarbcite«, da die Ent­lassung Hermes gefordert worden ift we-

lungen stattgefunden. Die Stimmung im Er­furter Bezirk ist gegen den Streik.

gen seines bekannten schärft» ASlehmmgsschret- bens auf die Forderungen der Eisenbahner in Beschlüssen der rheinischen Eisenbahner.

Von

Dr. Pani Ostwald, Berlin.

langen waren Vertreter des Deutschen Eisen­bahnerverbandes, der Gewerffchaft deutscher Eisenbahner und des Allgemeinen Eisenbahner- verbandes erschiene,!. Der Borschemde des Deut­schen Eisenbahnerverbandes gab die Erklärung ab, daß sein Verband den Tarifvertrag nach wie vor als bestehend erachte und anerkenne, daß er den im Westen ansgcbrochcnen Streik be­dauere und mißbillige. Daraus erklärte der Berhandlungsleiter, auch mit dem deutschen Eisenbahnerverband verhandeln zu wollen. In der sachliche« Beratung erklärten die Vertreter der Verwaltung die Bereitwillig­keit, auf dem Wege von UeSertenerungszuschüs- ftn in denjenigen Orten zu helft«, in denen die Eiscnbahnerlöhne erheblich hinter den Löhnen der Privatrndustrie zurückstehen.

Die Verkehrslam im 9teict)e6

Verschlechterung im Westen.

(Privat-Telegramm.)

Köln, 31. Dezember.

Bon amtlicher Seite wird mitgeteilt: Die Zahl der Ausständigen hat zugenom- mcn. Eine Anzahl Dienststellen hat sich dem Ausstand angeschloffen. Der Perfonenzugsver- lehr wird im Großen und Ganzen aufrecht er­halten. Gefahren werden außer de« internatio­nalen O-Zügen die vom Verband gewünschten Füge, die Kohlrnzüge für die Alliierten (!) und nach Möglichkeit (?) die Züge, die zur Beförde­rung von Milch usw. nötig find. Neue Ar­beitsniederlegungen werden u. a. aus Aachen, M.-Gladbach und Koblenz gemeldet.

Störungen in Berlin.

Weitere Ausdehnung des Streiks.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 31. Dezember.

Nach Mitteilungen der Eifeuüahndirektion Berlin ist bis gestern abend, obschon bei ein­zelnen Dienststellen ein Teil des Personals in den Streik getreten ist. sowohl der Fernver­kehr als auch der Stadtring- und Vorort­verkehr bis auf einige Züge planmäßig durchgeführt worden. Im Streik befin­den fich hauptsächlich die Maschinenputzer und Kohlenlader. stellenweise auch das Rangierperso­nal. Da eine weitere Ausdehnung des Streiks z« erwarte« steht, ist h e u t e mit er­heblichen Störungen zu rechnen. Radikale Betriebsräteversammlungen in Berlin, Span­dau und Tegel haben fich gestern abend für die Unterstützung eines allgemeinen Eiserwahner- strerks im Reiche durch dis Judustriearbeiter- fchaft ausgesprochen. In den Versammlungen zeigte sich eine stark kommunistische Tendenz.

Eine winifirr Befprechung.

Berlin, 31. Dezember. (Privat-Telegramm) Die auf gestern nachmittag «mberamnte Kabi- nettsfitzung der Reichsregierung, in der die For­derung der Eisenbahner und die Streikbewegung besprochen werden sollte, wurde auf heute vor­mittag verschoben. Hingegen stand eine ein­gehende Aussprache des Reichskanzlers mit dem Vizekanzler Bauer, dem Verkehrsminister Gröner und dem stellvertretenden Finanzmini­ster Dr. Hermes in dieser Frage statt.

Englische Fühlungnahme.

Anregung der ParlamsuLarie».

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 31. Dezember.

Bon englischer Seite war durch eine Mittels­person dem Abgeordneten Dr. Streftmann die Anregung zugegangen, eine Zusammenkunft englischer und deutscher Parlamen­tarier zustande zu bringen, bei der über das Reparationsproblem gesprochen werden sollte. Zur Voraussetzung wurde von englischer Seite gemacht, daß die Berttaulichkeit dieses Planes strengstens gewahrt würde. Darauf find auch die wenigen Abgeordneten, nut denen Strese- mann über die Sache sprechen mutzte, um de­ren Zustimmung zu erreichen, ausführlich hinge­wiesen worden. Trotzdem ist ein Vertrau­en s b r u ch begangen worden, da diese Angele­genheit pur chdieFreiheit veröffentlicht wurde.

Lum neuen Jahre

Ein Rück, und Ausblick.

des VolksgewissenS.

Auf diesem Boden, aber nur auf diese,«, ist die Nothilfe erbaut. Und die mit ihrer Tätig- keit vertraut sind, wissen, daß die Befolgung dieser Grundsätze manchen Segen gerade da ge­wirkt hat und wirkt, wenn äußerlich von der Nothilse gar nicht gesprochen werden braucht. Von Hetzgeschrei läßt sie fich nicht bluffen; sie weiß, daß dieser Boden unanfechtbar ist und im füllen GewissensMnmcrlein schließlich von jedem unterschrieben werden muß. Das gibt ihr aber auch die Stärke, innerhalb dieser Beschränkung das Notwendige kraftvoll durchzuführen. Die Wucht der öffentlichen Meinung hat sie dann hinter sich, wenn sie als organisierter Wille der Allgemeinheit tätig wird.

Es ist ohne weiteres klar, daß an dieser Selbstregulierung u. Ausgleichung einttetender öffentlichen Schäden die Behörde ein starkes Kn» tereffe haben muß. Bisweilen ist sie letzten En­des darauf angewiesen, um ihrer Hauptaufga­be, nach Möglichkeit für das Wohlergehen der Allgemeinbeit zu sorge«, genügen zu können. Sie stellt den Schutz zure Durchführung, die All­gemeinheit Hilst sich daun selbst. Tas setzt na­türlich ein stündiges Einvernehmen zwischen den Behörden und den ausführenden Leitern der Nothilfe als selbstverständlich voraus. In all den Fällen, die sich aus dem gekennzeichneten Programm der Nothilft ergeben, sieht die Rot- Hilfe der Behörde zur Seite. Dieses Programm ist gewissermaßen das Vertragsmittel zwische« Leitern der Technischen Nothilfe zur Bebörde einerseits und andererseits zu den steiwilligen Nothelfern, die sich auf dieses verpflichtet Ham«. Auch nur in diesem Rahmen kann alft» die

Die NoPilfe.

Wann «nd wie greift sie ein?

Da eo<f) immer die Aufgabe der TeiHuischtN Slothilfe nicht allg-mcin bekannt ist, schreibt der Leiter der Werbeabtrilung E.E.Aampe in der IettschriktDie Sliidcr« folgende Busfiihrunge«

nicht erst vor kurzem wieder in Königswmter alle Parteien des Rheinlandes mit Ausnah­me der ganz linken, wie sie fest zusammen­halten gegen alle französischen Umtriebe, die auf die Loslösung dieser Gebiete abzielen! Sprotten sich im Reichstag nicht mehrfach eindrucksvolle Szenen ab, sobald die Not der durch dre Feinde besonders bedrängten Brüder und Schwestern m der Pfalz, im Rheinland, im Saargebiet und anderswo zur Debatte stand! Es sind das un­zweifelhafte Beweise eines wachsenden und star­ker werdenden nationalen Empfindens, Bewerbe für die fortschreitende Zurückdrängung aller Par- tikularistischen Interessen, die uns von 'cher so verderblich waren Darin aber liegt doch wohl ein berechtigter Grund zur Hofstrun^Denn nur vom Boom des national geemten Staates aus kann uns eine neue Zukunft erblühen, uns», w- l-nqe wir dessen Reste, die uns der Feuidc Macht bisher nicht zu rauben imstande War, weiter festhalten, solange werden wrr hoffen dürfen, daß unserem Vaterland noch einmal e t n neues, wenn auch noch fernes Morgenrot sich zeigen wird. Erst wenn Wir uns selbst aus­sen sind wir ganz verloren. Und darum auch mit dem umgÄeuteten Lutherwort auf den pen dem neuen Kahr, demneuenDmrkel, ent­gegen:Das Reich muß uns doch bleiben.

Die Verhandlungen über die Lohp-

Durch Dertrsuensdruch gescheitert.

Berlin. 31. Dezember. (Privat-Telegramm.) Die Zeit", das neue volkspartriliche Organ, schreibt: Da die Anregung der englischen Parla- meMaricr vorzeittg veröffentlicht worden ist, dürste die Zusammenkunft gescheitert sein. Tas Auswärtige Amt wäre selbstverständlich in Kenntnis gesetzt worden, sobald die Fühlung­nahme mit den verschiedenen Fraktionen ergeben hätte, daß auf deutscher Seite Geneigtheit be­stand, an der Zusammenkunft teilzunehmen. Das ist der Tatbestand. AuS ihm geht hervor, daß dieFreiheit und nach ihr derVorwärts" von der Wahrheit abweichen, wenn sic behaup­ten, der Versuch, die Zusammenkunft zustande zu bringen, sei von Streftmann ausgegangen.

=inlertion«p teile: u 6bü>etmi?d>e auftrage: Sie etofpatttge anjetgenjeile M. 2.-. Me etnfpalttge R-klamezeile M. 6.- b) Auswärtige «ufnäge: Die etnfpaUtge Snje genjeUe M. 2- die etnlpaltiae «ettamejetle M. alles einjchlteßlich TeuerungS,Uschlag und ametgenfteuei. Rät Anzeigen mit helonderS fchwierigem Sag hundert Prszen: Aufschlag. süt t>te SttcDttgtett aller durch Fernsprecher aufgegebenen Anzeigen, lorole Jur iaufntime. Baten und Platze kann eine Serotit nicht übernommen werden. Druckerei: Schiachl- hofstraße 2X/30. SelchäNSüelle: Solnilche Strafet ö, Telephon Nummer Säi und »»».

Meler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Erfurt 31. Dezember. (PrivattelegrarMU.) $ tn E r futter Direktionsbczick völl-

Die Wrshergutmachurrg.

Ein neuer englisch-französisches Plan?

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 31. Dezember.

Der .Demps" berichtet über eine englisch­französische Verständigung, nach der die Regie­rungen von London und Baris empfehlen w»l len, daß Deutschland im Jahre 1922 an Bar­zahlungen in vier Raten von je 125 Mil­lionen Goldmark, die am 15. Januar, 15. Fe­bruar, 15. März und 15. April fällig seien, lei­sten soll, Im übrigen soll Deutschland nach dieser engltsch-ftanzöfischen Vereinbarung aufge fordert werden, gewisse Maßnahmen znr Sanierung seiner Finanzen z« treffen und vor allem die Ansgube von Papiergeld eünzuschränken. Die deutschen Kohle» werden Frankreich vom 31. Dezember ab mir dem Preise angerechnet, die die sranzösische Koh­le oder im Falle größerer Billigkeit die englische Kohle in St. Qnentin abgelieftrt kostet. Frank­reich verpflichtet sich, von Deutschland im Jahr^ *922 Lieferungen im Werte von 1/ Mil­liarde Galdmark und in den Jahren 192324 für je V/, Milliarden Goldmark zu übernehmen.

Mit der Feststellung der Lebenswichtigkeit er­gab sich die Abgrenzung für die Frage: Wann greift die Technische Nothilfe ein? Auch für die Frage: W i e greift sie ein? ergäben sich aus der geschilderten Auffassung ihrer Aufgabe be­stimmte Grundsätze. Nur dann greift sie ein, wenn ein Notstand bestehl, und wenn die dazu berufenen Kreise auch nach ausdrücklicher Auf­forderung es unterlassen, ausreichende Maßnah­men zur Verhütung oder Beseitigung dieses Notstandes zu unternehmen. Das Eingreifen vollzieht sich ohne eigene Stellungnahme unh unter Beschränkung auf Behebung des Stotstan- des. Es hört im Augenblick auf, wenn die Be- seiügung der Schädigung infolge Ueberuahme der Notstandsarbeiten durch die beteiligten Krei' se selbst einsetzt. Die Nothelfer verschwinden heinzelmannartig und unbekannt, wie sie gekom- men. Keine Vcrbitterrmg und kein Reizanlaß sollen bestehen bleiben. Aber die Nothelfer ha­ben ein Beispiel dafür gegeben, daß hier eine Pflicht gegenüber Lebensbedürfnissen unbeteilig­ter Bevölkerungskreise unterlassen worden war, die den betreffenden Berufskreisen aus ihrer Stellung innerhalb der heutigen Arbeitsteilung notwendigerweise erwachsen ist. Das uächstemal toird dieses Beispiel, oder auch das Bewußtsein, daß sich sonst dieser beschämend- Vorgang wie­derholen muß. eine eindringliche Mahnung sein. Wirkt sie so, dann ist Nothilft wie der Schlag

Was die Technische Nothilse werden sollte unp wollte, war eine Hilfe zur Heilung! Das bedingte bei aller Festigkeit in der Beseitigung unzweifelhafter Notstände doch eine Beschrän­kung nur auf solche . Ohne diese Voraussetzung lief ihr Eingreifen Gefahr, mötzttcherweisc neue Wunden zu schlagen. Das bedingte Fernhalten jeglicher Politik oder Interessenvertretung, da solche Beeinflussung vergiftend hätte wirken müs­sen. Das bedingte <ru<ß ein feinfühliges Anpas­sen an die jeweiligen Vorgänge, immer mit dem Ziele, dem natürlichen Hekluugsprozetz den Weg zu ebnen, nicht ihn zu erschweren. Tas bedingte eine Samaritereinstellung und Bettach­tungsweise. Aufbau unv Tätigkeit der Nothilse halben sich auf diesen Gesichtspunkten heraus kri­stallisiert. Die notwendige Sicherung der nor- moKeu Lebensbedürfnisse führte im Lauft der Erfahrungen zur festen Umgrenzung gewisser Arten von Tätigkeiten und Betrieben als le­benswichtig. Der Rahmen dafür durfte nicht zu weit, aber auch nicht zu eng gefaßt wer. den, sonst wäre die Nothilse nur eine dem Allge­meinwohl unvollständig genügende Farce. ge­worden. Insbesondere galt es zu bedenken, dafi bei der Not Deutschlands jede Verringerung der knappen Bedarfsdeckung durch unnötige Verlu­ste sich befonders einschneidend fühlbar machen mußte. Zu berücksichtigen dabei steilich ist, daß diese Selbsthilfe nur wirksam werden kjnn, r Mich oft Äpreger i-äu« äw Oraler üyiJasi

-.rbejr Zwei brennende Lichter ttverom vor wCuit C.0 m-Gj öuilcii ifti ♦WiuTirvtyt,»*

Gang Schäden zu verhüten, nicht aber verän­dernd in den normalen Wirtschaftsrahmen ein­zugreifen.

Vierzig Kahre zu so schweren Tributleistungen verurteilt sind. Unp niebt einmal die Rücksicht bat man walte« lassen, daß uns dann wenig­stens Oberschlesien gelassen wurde, sondern auch hier bat man uns entgegen der für uns günsti- gen Volksabstimmung die wertvollsten Indu­striegebiete geraubt.

Ku der Tat. deutlicher konnte von feindlicher . Seite nicht bewiesen werden, daß ttotz des Frie- densschluffts von Versailles vor fast nunmehr zwei Jahren, der Krieg gegen uns weitergeführt ' wird, und daß von einem Frieden keine Rede 1 sein kann. Gewiß, der politische Krieg ist be­endet. und die Feinde haben die ihnen durch die , Novemberrevolution sich für sie ergebende gürt- füge Gelegenheit nicht unbenutzt gelassen, uns 1 völlig zu entwaffnen, uns aller politischen Macht ] zu berauben und uns zum Spielball ihrer Lau- neu zu macheu. Nicht beendet ist aber der Wirtschaftskrieg, er wird, wie das Jahr 1921 zur Genüge bewiesen hat, mit aller Kraft ' weitergeführt. Nur daß man über die Methoden seiner Führung vielleicht in London und Paris verschiedener Meinung ist. Wer was kommt schließlich viel darauf an, ob wir in dem uns auferlegte« Sklavenjoch langsamer oder schneller zu Tode gehetzt werden, das Ende ist in jedem , Fall- für uns kaum zweifelhaft, solange wenig­stens auf feindlicher Seite keine gründliche Aen- derung der Meinung und Absichten eintritt. Da­zu würde aber gehören, daß England feine . Furcht vor der deutschen Konkurrenz auf dem ' Weltmarkt aufgibt, daß Frankreich sich entschlie­ßen müßte, von seiner eigenen HLtde Arbeit le­ben zu wollen, daß es sich nicht immer damtt tröstete, wir Deutschen würden alles zu bezahlen haben. Solche Hoffnungen zu hegen, werden fich bei uns beute und besonders nach den Erfah­rungen des letzten Jahres wohl kaum die größ­ten Optimisten «ock bereit finden. Alle Rachgie" bigkeit. die wir während des Kahres 1921 zeig­ten, hat nichts genützt, alle Bitten um Erleich­terungen fanden schließlich von London und Pa­ris aus nur höhnische Antworten, im günstigsten i Falle nichtssagende Phrasen. Weder in England noch in Frankreich denkt man daran, den Swick, den mau uns um den Hals gelegt hat, etwas zu Hockern, sondern man hält ihn weiter fest in der ; Hand und beginnt ibn langsam noch fester zu- zuschwrren, als es selbst mit den Versailler Dik­taten vereinbar ist.

So liegt ein dunkles Jahr hinter uns, und! das neue liegt noch dunkler vor uns. Wir wisse« nicht, was es unS und unserem Vaterlande an wetteren schweren Schicksälsschläaen bringen wird, wir können nur eins tun, die Hoffnung nicht verlieren und den Kovs oben behalten. Daß wir das mit einigem Refft tun dürfen, da- Kr hat uns auch das Jabr 1921 einige Beweffe . gebracht, und gerade diese sollen nicht verges- ftn fein. Denn was wäre ein Mensch, was wäre ein Volk ohne Hoffnung! Und- diese Hoff­nungsstrahlen, die sich da im DunkA zei­gen und die auch in bas vor uns liegende Dun­kel des kommenden Jahres bineinleufftcn sollen, sie liegen aus dem Gebiete des nationalen 1 Gedankens. War die große Teilnahme de§ gesamten deutschen Volkes an der oberschlesisffen Frage nicht doch etwas Erhebendes? Zeigten :

: S, WkUrüjchäxttr, üti Wit itzWürä " mittag wieder ausgenommen. Z« den Verhäng

Wer rückblickend das Jahr 1921 überschaut «nd sich dann fragt was es uns in polittscher Beziehung brachte, der wird mit Bitterkeit nur eins feststellen können: Die weitere Verstlavung unseres Volkes. Denn das Jahr 1921 stand im Zeichen der Lösung von zwei überaus lebens- wichtigen Fragen, nämlich im Zeichen der Fest­setzung unserer Schuldensumme und der Entscheidung übet Oberschlesien. Beides waren Schicksalsfragen von allergrößter Bedeu­tung, beide mutzten daher auch die Brennwankte des poliüschen Lebens innerhalb Deutschlands im letzten Jahre bilden. Aber alles, was das deutsche Volk an Opfern in Gut und Blut für die Regelung der oberMesischen Frage in einem uns günsttgen Sinne aufbrachte, alles was tu dieser Sache und in der Frage der Festsetzung der Reparationssummen von diplomatischer Sett te geschah, es war vergebens. Auf das Wohl und Wehe des Deutschen Volkes, auf sein Recht und seine Leistungskrast wurde in keiner Weise von feiten der Feirche Mckstcht genommen, beide Fragen wurden durchaus zu unseren Ungunsten entschieden. Uns wurde die Last von hundert- zweiunddreitzig Goldmilliarden auserleg > em Betrag, der schätzungsweise das Fünffache des gesamten Goldbestandes der Welt ausmacht. Wir sollen jährlich einen sesten Betrag von zwer Milliarden Gvkdmark und daneben eine Summ« zahlen, die sechsundzwanzig Prozent unserer

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Der Eisenbahner-Streik.

Fostsetzuns des Derhandlunge«.

< Privat-Telegramm.)

Berlin, 3L Dezember.

Kasseler Abendzeitung

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Wtimatum in HomSnrg.

Hamburg, 3L Dezember. (Privattett- aramm.) Eine Funktionär - VrrstMMwng der Ortsgruppe Hamburg des Deutsche« Etsenbah- «crverblmdes, i« bet über den Stand der Lohn- und ßwhaltsbewegung berichtet wurde, stellte e°u U l t i m a t u m für Vie Bewilligultg dcr Forde­rung der Eisenbahner bis 31. Dezember, 12 Uhr.

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