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Kasseler Neueste Nachrichten

Kaffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 11

Freitag, 13. Januar 1922,

12. Jahrgang

Fernsprecher 951 und 952

Fernsprecher 951 und 952

Krisenstimmung in Sannes

reite für diesen Aweck eine Umgestaltung Paragraphen 1568 ,B. G. B. vor. Dieser D graph läßt die El-ejcherdunALlwUe. LtaW

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Die Avkuvst der Deutschen.

Deutschland und Oesterreich.

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EiUrSftuagS-SktsryeLattvnen.

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G'nf. 13. ?.'.nr ar. (Privatteleaw mm.) Eine

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Wien, 12. Januar. (Privattelegramm.) Die Meldung, daß in Cannes auch die Frage des Anschlusses Deutsch-Oesterreichs an Deutschland zur Sprach« gekommen sei, wird in hiesigen amtlichen Kreisen bestätigt. .

£te Kafieltr Nrurstrn Nachrichten «rlchrtnen wöchentlich sechsmal und zwar ad end». Der «bomiement«pret» betragt monoUtd) 10. Marl bei tretet Zustellung tn» Hau». «US. wart» durch die Poft bezogen 10 Mark monatlich etnlchltetzltch Zustellung. Besl-llunge» werden ;ederz.-u von der Seschättsstelle oder den Boten entgegengenommen. Drucher-i. S erlag unB Redattton.. Schlachthosliraße 28/S0, Für unverlangt etngesandte Beitrage kann bt» Redattion eine Verantwortung «der chewädr m keinem Falle übernehmen. srüch,ahlung ee» Be»ng«gelde« oder Ansprüche wegen etwaiger nicht »rdnungSmadtger Lieferung auSgeschlollen-

Die poLSsche Sttuatio«.

Berlin, 12. Januar. (Privattelegrmmn.) Der sächsische ZentrrMsaSgsordnete Heßlein hielt hier ein* Rede Wer die politische Lage und führte dabei aus, der Reichsschulgesetzent- wurs enthalte Paragraphen, die für Vas Zen­trum unannehmbar seien. Wenn das Recht der christliche» Eltern auf die Bekermtnis-

Deutschlands Lage.

Cannes und die deutsche Industrie.

«Eigene Drahtmeldnng.)

Berlin, 12. Januar.

Der HauptauSschutz des Reichsverbandes der deutschen Industrie hielt gestern in Berlin eine Sitzung ab. Geheimrat Bücher erstattete einen Bericht über die wirtschaftliche Lage Deutsch­lands der, wie man stört, durchaus pessi­mistischen Charakter trug. Alle anwesen­den Herren teilten diese Auffassung durchaus und brachten ihre Zustimmung durch lebhaften Beifall zum Ausdruck. Geheimrat Bücher be­tonte vor allem, daß im Hinblick aus de« s r a g - würdigen Erfolg der Konferenz von Cannes Deutschlands einzige Hoffnung auf die Konferenz von Genua gesetzt werden könne. Das wichtigste Problem für Deutschland sei ge- genwärttg die Stabilisierung der Wirt- schast in Zentral-Europa und Ruß­land. Ns weitere Punkte standen auf der Ta­gesordnung ein Referent des Geheimrats Tren­delenburg über die Außenhandelskontrolle und die Tevisenablieferung, ein Bortrag Ge­heimrats Dahlberg betreffend den Entwurf zur Stabilisierung der Geldeinheit und ein Re­ferat von Dr. Schneider über Zolltarife und Handelspolitik. Ta die Tagesordnung gestern nicht zu Ende geführt werden konnte, wird die Sitzung heute vormittags fortgesetzt werden.

WMser Nervosität.

Briand nicht scharf genug! «Eigene Drahtmeldung.)

tiftro.

Vermfsern vor herzzerreißenden Briefe gehegt werden möchte ich bezweifeln. .Zerrüttung der Ehe" ist mehr als dauernde gegenseitige Abnei- flimg oder übereinstimmende? a':ti Trennung. Brr MLr Hrr Eheoaiien alter«

Detö-stylarids Dsrkrkegsschuiben.

Genf, 12. Januar. (Eigene Drahtmeldung.) Der Havasbericht über die Sitzung am Dienstag enthält das bemerkenswerte Zugeständnis, daß die Frage der deutschen Vorkriegsschulden auf der allgemeinen WirtschastsTvnferens zur Ent- 'cheidu'.rg gelangen soll. Der Antrag Bel­giens, den Reparationszahlungen das Präro- gativ vor den eigenen Anleihen DeutschLmds zuzusprechen, wurde vertagt. Der Depeschen- Agentur Havas zufolge ist beabsichtigt, die Konferenz am Wochenende zu schließen.

zig Unterschriften. Die Kammer wird om Mon­tag die Debatte darüber aufnehmen. Die Inter­pellationen erklären sich mit ungewöhnlicher Schärfe gegen die Zahlungsstundung an Deutsch­land für den 15. Januar. Sie Pariser Blät­ter erörtern die Möglichkeit eines Stur- zes Briands, (?) falls nicht die Opposition durch in Cannes erreichte anverweittge Zuge­ständnisse zufriedengestellt werden kann.

gnlerttonleretfei »> etnbetmtfdje Aufträge- Dte «nfralttgt ArueigemNIe W. . bt« elnlBalttge Meitomqdte M. 6. »> AurwärNg« Auftrag« - Dte etn(pclttg« AnzeigenzeU, M. 1 btt etnleolttge ReNam«,etle M. , alle« »üuchlteüNch Ituerung4»u|d)lag un» Snietgenfteuet. Für Mn sei gen mit belonber» fdjrolertgem Sa» 6 uniert Prozent Aufschlag. Für btt Rtchtigtett aller curd) zernsvrecher gutgegebenen Stnjetgen, tonte |ür Sufnabme- boten uni Plätze kann eine Gewähr ntcht übernommen werben. ®ruderet: Schlacht- «ofstraß« M/30. Geschäftsstelle: «kölnische Straße e, Telephon Nummer «51 und «53.

Cannes, 12. Januar. (Eigene Drahtmel­dung.) Die deutsche Delegation ist ohne Zwi­schenfall in Cannes eingetroffen. Am Bahnhof wurde sie von den Ka inettschefs Briands und Loucheurs empfangen und zu den bereitstehen­den Automobilen geleitet. Keines der Delega- ttonsmitslieder war für di« Vertreter der deut­schen oder ausländischen Presse zu sprechen. Bei der gestrigen Besprechung mit den Deutschen scheint es sich nur um Informationen und den Verhandlungsmodus gehandelt zu haben. Der Oberste Rat erwartet jetzt erst am Donnerstag die letzten Erklärungen der Deutschen.

Die ersten Besprechungen.

Cannes, 12. Januar. (Privat-Telegramm.) Di« erste Verhandlung der Reparationskommis, sivn mit den deutschen Delegierten war auf ge­stern abend fünf Uhr festgesetzt. Die auf heute nachmittag festgesetzte Vollsitzung des Obersten Rates, an der die deutschen Delegierten teilneh- men sollen, wird trotz der Abwesenheit Bri­ands abgehalten werden.

AmWeNkrankenbett.

Der Kurs von Cannes.

Gestern sind die deutschen Delegierten in Cannes vom Obersten Alliiertenrat angehött worden. Man darf nicht zu viel von ihrer Mission erwarten, denn die deutschen Einwen­dungen gegen zu harte Bedingungen werden keinen großen Eindruck gemacht bcwen. Es ist befremdlich, daß Lloyd George heute schon ab­reifen will, nachdem erst gestern die deutschen Selemerten gesprochen Haden. Immerhin könnte die Konferenz in Cannes das Ende des Lon­doner Ultimatums bedeuten und schließlich zur Revision des Versailler Vertrags führen. Man kann überrascht darüber Jein, daß der Wechsel der Alliiertenpolttik so plötzlich kam. Diejenigen, die trotz aller Enttäuschungen noch an eine Ver­nunft glauben, die schließlich auch bei den Alli­ierten einkehren müsse, erklären Lloyd Georges Vorschläge mit den wirtschaftlichen Notwendig­keiten. Die deutsche Reparationsfrage ist zum Mittelpuntt internationaler Diskussion gewor­den. Die Erörterungen darüber werden nicht aufhören, bis das Problem selbst einer Lösung gugefuhrt worden ist. Das Londoner Ultima­tum muß fallen, wenn nicht an das Fundament, auf dem es gebaut war und das ist das Werk von Versailles die Art gelegt «erden soll.

Es ist gewiß nicht Rücksichtnahme auf die deutsche Rot, auf deutsches Land und auf deutsche Sorge, noch weniger Mitgefühl, wie überhaupt Empfinden für Menfchheitsmoral und Menschlichkeit, wenn nun jetzt bei unseren Ver­trags-Gegnern sich Stimmungen geltend machen und in die Tat umznsetzen sich anschicken, die man noch vor einem halben Jahre vermißt hat, ja, die zu äußern damals geradezu verboten war. Es ist vielmehr eigene Not und Sorge, eigene Angst und Furcht vor wittschaftlichem Zerfall, vor Wirtschaftsnot und damit vor schlechtem Geschäft! In diesen Dingen zeigt England, wie sich nüchterner Sinn und geschäftsmäßige Ueberlegung auf die größten politischen Probleme emtzustellen haben. Eng­land leidet, wie kaum ein anderesSiegers- Land unter einer vordem für gänzlich unmög­lich gehaltenen innerwirtschaftlichen Krisis. Lloyd Georg« hat in seiner Rede von Cannes unumwunden ausgesprochen, daß bei aller An­erkennung der französischen Sorgen um ihr zerstörtes Gebiet England aber auch sei­nerseits ans sein zerstörtes Gebiet Hinweisen müsse, und das seien die Arbeitslosen! Vier bis fünf Millionen Arbeitslose kann selbst das reiche England auf die Dauer nickst er­tragen, ohne in seinen Grundfesten nicht erschüt­tert zu weiden. Was England für die Arbeits­losen heute ausgeben muß übersteigt bei wei­tem die Summe, die es durch die Reparation erhalten könnte. Es ist nur ein Geschäft, was England in Cannes vorgeschlagen hat.

Man muß sich daran erinnern, daß sehr ge­wichtige englische Wirtschafts-Sachverständige es gerade dieser Tage ausgesprochen haben, daß es Englands Geschäfts- und Handelsleben viel besser erginge, wenn die Reparationen überhauptnicht üeständen und wenn dafür

den sollen, in einem etwas anderen Lichte aus- rehmen. Wenn nicht die Wirkung der Beschlüsse von Cannes auf unser Gefamtwirtschaftsleben, wie auf die Einzelwirtschaft überblickt werden kann, wird gar keine Rede davon sein können, daß wir zu einer grundlegenden Aenderung des bisherigen Valuta-Maßstabes, zu einem Umsturz an der Börse und zu einer Neuorientierung im Devisen- und Effeftenverkehr kämen. Mit der Revision des Materiellen ist es aber nicht ge­tan, die Rvision der Gesinnung wird die Grundlage für all das bilden müssen, was an Heilungsrezepten für die kranke Wett in der Rivieralust von Cannes zufammengestellt wird.

Ehescheidungsrecht.

Ein Kettet Gesetzentwurf.

Don

Binisier a. D. Dr Düringer, M. d. R.

Der Weltkrieg und die Revolution mit Hreck Folgen haben in das Familienleben tief einge- grisfen und ihm teilweise schwerste, nie vernar­bende Wunden geschlagen. Eine geradezu er- schreckende Folgeerscheinung ist die wachsende Zunahme der Ehescheidungsprozesse. Eine allge­meine Erschütterung der Ghemoral scheint, na­mentlich in den Großstädten, Platz gegriffen zu haben. Nicht nur äußere Momente, wie die jahrelange Entfernung des Ehemannes und Va­ters von der Familie, sondern auch die in der Nachkriegszeit vielfach hervorgetretene Radikali­sierung der Anschauungen und des sittlichen Empfindens, die allgemeine, zum Teil auf phy­sische Ursachen, insbesondere Unterernährung zu­rückzuführende gesteigerte Nervosität hat in zahl­losen Familien eine Zerrüttung des ehelichen Zusammenlebens herbeigeführt, die von den Be­teiligten als nicht mehr erträglichepsycholo­gische Rot" bezeichnet wird.

In einem in der ^Glocke" veröffentlichten Interview hat der derzeitige Reichsjustizminister Radbruch erklärt, daß ihm eine Reform des Ehescheidungsrechtes sehr am Herzen liege, und daß zahllose herzzerreißende Briefe jede Woche an ihn gelangen, in denen eine solche stürmisch verlangt wird. Das Neicvsjustizministerium be­

schule nicht auch im Re-chSschulgesrtzentwvrf fest-

S'legt würde. Vamt würde die Zrnttumsftak- Scheidumz gmüe^rn Aber Wt nm ef~ _____... , _ ckon des Reichstages sich genötigt sehen, einet: wisse indirekte FeWMung Der Schuld frage Z 'rtu, r meldet: Sie Interpellationen! Volk Lents cheio zu beantrage». »rsird der Rühtsr ä; her Regel nicht herumkom-

Paris, 12. Januar.

Tie pessimistische Stimmung, die immer in der Kammer herrschte, macht sich' jetzt auch in den Einzclkomuüssionen geltend. Man ist über die Haltung Briands in Cannes beunruhigt. Klotz hat den Antrag in der Finanzkommission oingebracht. Briand schon jetzt über die Inter» pellation zu benachrichtigen, in der man ihn über seine Haltung auf der Konferenz befragen werde. Briand hat demgegenüber in zwei Brie­sen an den Abgeordneten Lasteyric und einen Senator beschwichtigende Erklärungen abge­geben, dass in allen Besprechungen in Cannes nie etwas zur Sprache gekommen sei, waS die Interessen Frankreichs beemtrüMigt hatte. Die Liberte" berichtet, es scheine, daß in der gestri­gen Ministerratsfitzung, in der Präsident Mille- ranp persönlich interveniert habe, man sich auf folgende Grundlagen geeinigt habe: 1. keine Her­absetzung der Schuldforderungen zuzulaffen, 2. nicht auf dir Besetzung des linken Rheinufers zu verzichren, und 3- alle Rechte Frankreichs auf wirtschaftliche und militärische Sanftionen aus- rechtzuerhattcn, wenn die Umstände es erfor­derten. In diesem Sinne sei ein langes Tcle- gtamm an Briand abgegangen.

ten nur zu, wenn der andere Ehegatte durch schwere Verletzung der durch die Ehe begründe­ten P,lichten oder durch ehrloses oder unsittliches Verhalten eine so tiefe Zerrüttung des ehelichen Lebens verschuldet hat, daß dem Ehegatten die Fortsetzung der Ehe nicht zugemutet werden kann. Zur Erleichterung der Scheidungen soll nun das Verschuldungsmoment ganz ausgeschal­tet werden und lediglich das Zerrüttungs-Mo­ment übrig bleiben. Mit fast genau denselben Worten hat mir schon vor etwa einem halben Jahre der frühere Reichsjustizminister Dr. Schiffer von der beabsichtigten Gesetzesnovelle Mitteilung gemacht.

Der Rechtsgedanke, die objektive Zerrüt­tung einer Ehe als genügenden GhescheidungS- grund gelten zu lassen und jedes subjektiv« Schuldmoment dabei außer Betracht zu lassen, ist keineswegs eine Erfindung des Reichsjnsttz- Ministeriums Eine solche Neuregelung des Ehr- scheidungsrechts wird vielmehr in der juristischen Literatur schon seit längerer Zeit befürwortet und ist bereits in den drei skandinavischen Staa­ten seit dem 1. Januar 1921 Gesetz. Es fragt sich, ob der deutsche Gesetzgeber diesem Vorgang folgen soll. Unser Bürgerliches Gesetzbuch geht davon aus, daß im Eherechtber christlichen Weltanschauung des deutschen Volkes entfpre- chend", nicht das Prinzip der individuellen Frei­heit herrschen darf, sondern die Ehe als eine von dem Willen der Ehegatten unabhän­gige sittliche und rechtliche Ordnung anzu- sehen ist." Deshalb ist als absoluter Ehei'chei- dnnAsarund nur zngelaffen Ehebruch, LebenS- nachstellung, dauernde Geisteskrankheit bösliches Verlassen, als relativer nur di« eben erwähnte verschuldete Eüezerrüttung. Das B. G. B. hat seinem prinzipiellen Standpunkte entspre­chend eine Eheisch-sidung auf Grund wechsel­seitigen Einverständnisses nicht auf- genonimen, obwohl diese in einem großen Teile Deutschlands galt. Ter ,,Code Napoleon* hatte sie unter gewissen Kautelen zngelassen. Sie war, wie dieses Geetzbuch selbst, ein Kind der Revo­lution und ist in Frankreich selbst inzwischen ^nieder beseitigt.

Es ist bezeichnend, daß jetzt wohl unter den gleichen psychologischen Eindrücken wie­der das Verlangen nach Erleichterung der Ehe­scheidung so lebhaft auftritt. Unser noch recht jugendliches Bürgerliches Gesetzbuch ist von den Flutwellen der Revolution bisher nicht berührt worden. Vorbereitungen zu seiner Abänderung sind aber in verschiedenen Richtungen im Werke; so wird eine größere Selbständigkeit der Ehe­srau in vermögensrechtlicher Beziehung, eine Besserstellung der unehelichen Mutter und des unehelichen Kindes gefordert. Die Aenderung des Ehescheidungsrechtes er» schien aber so dringlich daß damit nicht bis zur Lösung dieser schwierigen Probleme gewartet werden könne.

Ob di« in Aussicht stehende Ebeschridunos- novclle die Erwartungen erfüllt, die von den

die deutsche Mark ihren Vottriegswert wieder hätte. Denn die englische Ausfuhr leidet durch deck Niederzwang der Mark und durch die Rück­wirkungen, die diese Tatsache auf die Märkte aller europäischen Länder hat, in einer für die Geschäftswelt geradezu beängstigenden Weise. Das Wort Churchills, daß, wenn Deutschland besiegt wäre, jeder Engländer nur umso reicher würde, ist sehr problematisch. England ist durch den Niederbrnch der deutschen Valuta nur umso ärmer geworden Dieser Prozeß würde sich in demselben Maße fortfegen, in dem der Wsiieg der deutschen Währung sich vollzöge. Will man Cannes wirklich zu einem Erfolge verhelfen, dann muß die für März vorgesehene große Wirkschasts- und Finanz-Konferenz im Effekte eine Währungs-Konferenz werden! Daß hier Kern- und Angekpunft alles dessen liegt, was zur Wiederaufrichtung der europäischen Wirt­schaft unternommen werden muß. ist ja auch an­erkannt worden durch den französischen Sachver- ständigen-Vorschlag. für die deutsch« Mark dem­nächst einen festen Bewc-rtnngsmaßstLb von fünf­zehn französischen Centimes festzufctzen. Da die deutsch« Mark noch nicht einmnl die Hälfte die­ses Bettages ausmacht, würde man etwa zu einer Bewertung von acht bis zehn Goldvfen- nigen für di« deutsche Pavirr-Mark kommen. Damft wäre zweifellos viel gewonnen, aber, wohl eenteilt, im größeren Maßstab« für die Gegenseite, als für un> selbst. Tenn die innere Teuerung würde in unverändertem Maße bestehen bleiben.

Auch in allen anderen Fragen wird man sich hüten müssen, so sehr der Wandel der Dinge uns reizen mübte. die Dinge von einst und jetzt gegenüber zu stellen und unsere Genugtuung über das Eintreffen unserer Warnungen und VorausfaMnaen zu äußern. Wir kennen erst die großen Linien der neuen Regelung, die irr iffeft vielleicht die erste Etsvvr *?'i disirui

deS Gefamtwerkes zeichnen. AnS der Nähe be-sKlotz und Ri bot tragen hundertvierundsech- fehen, werden sich die Gegenforderungen und dieGarantien'', denen wir unterworfen wer-

Brianös neue Erfolge.

Die Engländer und Frankreich.

tPrivat-Lelearamm.)

Basel, 12. Januar.

Der Baseler Anzeiger meldet Mittwoch aus Cannes: Die Opposition gegen irgendwelche wei- teren Zugeständnisse an Deutschland dringt selbst in den Kreis der englischen Vertreter. C o u r z on und Hörne haben sich in der Dienstagsitzung mit Entschiedenheit für die Ausdehnung der alliierten Kontrolle auch auf die deutschen Ber- kehrSeinnahmen, Eisenbahn und Post, ausge­sprochen. Die Erhöhung der deutschen Zah­lungsverpflichtung am 1. Mai von siebenhundert auf siebenhundertundzw anzig Millionen Gold­mark ist einstimmig beschlossen worden.

Der (Seift von Sannes.

Zmmsr neue Bedingungen.

lVrivat-Telcaramm.)

Cannes, 12. Januar.

Die halbamtliche Bekanntgabe der Bedingun­gen, unter denen Deutschland das Morato­rium bewilligt wird, enthält noch folgende Zn- sätze: Die Fristen für die Zahlungen müssen fixiert werden. Im Falle des Versäumens Ser Fristen werden die Sanktionen fort­gesetzt und die Totalsumme von zwei Milliar­den Goldmark wird gefordert. (I) Deutschland wird nach den zuletzt vorliegenden Vorschlägen, die mit größter Wahrscheinlichkeit vorn Obersten Rat den Deutschen als bindend vorgelegt wer­den, die sicbenhnndertundzwanzig Millionen tsioldmark in folgender Weife zu zahlen haben: hundertfünfzig Millionen am 15. März, hundert- fünfzig Millionen um 15. Juni, zweihundert Millionen am 15. September und zweihundert­undzwanzig Millionen am 15. Dezember 1922. (!)